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Leistungsmessung- und Bewertung (in Betrieben)

Hausarbeit 2003 20 Seiten

BWL - Personal und Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Einführung

Der Leistungsbegriff
A. Allgemeiner Leistungsbegriff
B. Betriebswirtschaftlicher Leistungsbegriff

Messung, Bewertung, Beurteilung

Verfahren der Leistungsbeurteilung und kritische Betrachtung
C. Freie Beurteilungen
D. Rangordnungsverfahren
E. Kennzeichnungsverfahren
F. Einstufungsverfahren
1. Merkmalsorientierte Einstufungsverfahren
2. Verhaltensorientierte Einstufungsverfahren
Grenzen der Leistungsmessung- und beurteilung
G. Kriterienproblem
H. Beurteilungsfehler

I. Das Problem der Quantifizierbarkeit

Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Verhaltensbeobachtungsskalen.

Abbildung 2

Abbildung 3: Relation von Arbeit und Mensch bei REFA

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einführung

Unsere Gesellschaft versteht sich als Leistungsgesellschaft. In Betrieben werden Mitarbeiter an dem Beitrag gemessen, den sie zur Erreichung des Unternehmensziels leisten und kaum an möglichen anderen Kriterien. Aus diesem Grunde erscheint eine Messung der Leistung von Mitarbeitern für verschiedene Zwecke, insbesondere der Entgeltfindung, in Unternehmen unumgänglich. Es wird in jedem Unternehmen mehr oder weniger strukturiert und systematisch eine Beurteilung der Leistungen von Mitarbeitern vorgenommen.

Dabei stellt die Erfassung der beruflichen Leistung eine komplexe Aufgabe dar, da zum einen verschiedene Zielsetzungen unterschiedliche Herangehensweisen erfordern und zum anderen prinzipielle Probleme mit der Leistungsmessung verbunden sind.

Zur Messung von Leistung existieren zahlreiche Beurteilungsverfahren, die in der Praxis häufig in einer Mischform angewendet werden. Beurteilung wird hier als übergeordneter Begriff verstanden, denn um Messungen und Bewertungen durchführen zu können, bedarf es noch zusätzlicher Überlegungen sowie Festlegungen, die hier zur Beurteilung subsumiert werden.[1]

Ziel dieser Arbeit ist es, in die grundlegende Problematik der Leistungsmessung und -beurteilung einzuführen, deutlich zu machen, welche Zielsetzungen von Leistungsbeurteilung differenziert verfolgt werden sollten und anschließend heute gebräuchliche Verfahren beschreibend vorzustellen. Ein besonderes Anliegen war es, die Schwierigkeiten, die mit der Leistungsmessung und –bewertung verbunden sind, herauszustellen.

Verzichtet werden muss hier auf eine vertiefende Bewertung und Evaluation der Verfahren (es werden jedoch vor dem Hintergrund der prinzipiellen Problematik erste Ansätze hierzu formuliert) sowie auf praxisrelevante rechtliche Aspekte von Beurteilungen, da dies den Rahmen sprengen würde.

Der Leistungsbegriff

A. Allgemeiner Leistungsbegriff

Um Leistung messen und beurteilen zu können, muss zunächst Verständnis für den Begriff Leistung entwickelt werden. Der Begriff Leistung findet im Alltagsgebrauch vielerlei Anwendung und wird mit zahlreichen Bedeutungen belegt. Beim Versuch, in der Literatur eine Definition für diesen Begriff zu finden, stößt man vor allem auf die physikalische Erklärung: Leistung = Arbeit pro Zeiteinheit, wobei Arbeit als Kraft * Weg determiniert wird.[2] Dies bedeutet, dass in diesem Sinne die Leistung steigt, je mehr Arbeit in der selben Zeit erledigt wird.[3] Hierbei steht die Rationalisierung von Bewegungsabläufen bzw. die dafür notwendige Aufmerksamkeit im Vordergrund. Der physikalisch orientierte Leistungsbegriff ist allerdings wegen der Vernachlässigung der Sinnhaftigkeit des Leistungsprodukts und des Leistungsprozesses für die Analyse der menschlichen Leistungserbringung häufig wenig geeignet.[4]

In unserer Zeit konzentriert sich der Begriff der Leistung mehr auf die geistige Leistung. Hierbei stehen aber völlig andere Kompetenzen an erster Stelle, nämlich persönliche, soziale und geistige Kompetenzen. Dazu kommen noch zahlreiche interne und externe Faktoren, die für die Qualität der Leistung maßgeblich sind. Nach BÖHM, HAUKE ist Leistung definiert als eine Handlung bzw. Ergebnis einer Handlung, die in Abhängigkeit von sozialen Normen und kulturellen Werten bewertet wird.[5] Leistung kann aber in sehr unterschiedlichen Bedeutungen verwendet werden: sowohl im technischen, als auch im betrieblichen Sinn bzw. im Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit oder in beiden Bereichen gleichzeitig. Leistung steht dabei immer im Verhältnis zu dem korrespondierenden Aufwand. Des weiteren kann zwischen Sach- und Dienstleistung unterschieden werden.

Im Sinne von Human Ressource Management , welches Leistung als zentrales Ziel versteht, wird Leistung als Ergebnis der betrieblichen Tätigkeiten bzw. als entstandener Wertzugang bezeichnet.[6] Bei dieser Definition steht die „wirtschaftliche“ Leistung im Vordergrund und berücksichtigt künstlerische, politische, militärische und sonstige Leistungen nicht. Hier kann zwischen individuellen und kollektiven (gruppenspezifischen, gesellschaftlichen) Leistungen unterschieden werden.

In der Mikroökonomie beispielsweise kommt Leistung in Gewinn, Umsatz, Marktanteil, Qualität usw. zum Ausdruck. Allerdings ist die wirtschaftliche Leistung von den individuellen Leistungen der Mitarbeiter abhängig. Deshalb ist in diesem Sinne Leistung die persönlich erbrachte Handlung bzw. deren Ergebnis, mit der man sich selbst identifiziert. Leistung bezieht sich immer auf ein in Zukunft gerichtetes Ziel, das mit Zeit und Aufwand verbunden ist. Letztendlich ist es aber nicht die Leistung selbst, die die Bedürfnisse eines Menschen befriedigt, sondern das Ergebnis, das dabei erreicht werden soll. Leistungsgesellschaften sehen in der Leistung etwas Schätzens- und Erstrebenswertes.[7]

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass eine allgemein gültige inhaltliche Leistungsdefinition nicht zu finden ist. Ob eine menschliche Aktivität eine Leistung darstellt oder nicht, hängt nämlich ausschließlich von den Wertvorstellungen des Beurteilenden ab.[8] Ein Versuch einer formalen Leistungsdefinition findet sich bei Eberle und Schlaffke:

„Leistung ist formal jeder bewusste Beitrag zu einem Zielsystem, das von der Gesellschaft oder innerhalb einer Gruppe der Gesellschaft anerkannt ist.“[9]

B. Betriebswirtschaftlicher Leistungsbegriff

In der Betriebswirtschaft allgemein darf sich jede Gesellschaft „Leistungsgesellschaft“ nennen, die tatsächlich Leistungen erbracht hat. So wurden zum Beispiel schon Jäger und Sammler als Leistungsgesellschaft verstanden, da sie ihre Leistungen durch das Jagen und Sammeln mit dem damit verbundenen „Wertzuwachs“ erbracht haben. Weiterhin erwähnenswert ist die Tatsache, dass es heutzutage nicht mehr genügt, nur ein gutes bzw. qualitativ hochwertiges Produkt anzubieten; vielmehr ist es die Art und Weise, wie dieses Produkt angeboten wird von besonderer Bedeutung. Das materielle Produkt tritt dabei in den Hintergrund. Serviceleistungen nehmen eine immer wichtiger werdende Rolle beim Verkauf eines Produktes ein.

Technologisch-orientierte Leistungsverständnisse:

Hierbei geht es hauptsächlich um die physikalische Definition von Leistung, die besagt – wie in Punkt A bereits erwähnt – dass sich die Leistung erhöht, je mehr Arbeit in einem bestimmten Zeitraum vollbracht wird. In diesem Zusammenhang bezieht sich die Leistung auf die Tätigkeit selbst in Kombination mit dem dazu notwendigen Mitteleinsatz. Den Nutzen, den ein Produkt bzw. eine Dienstleistung beim Konsumenten stiftet, stellt den Wert der wirtschaftlichen Leistung dar. Dabei ist anzumerken, dass bei der Güterproduktion die technische Leistung im Vordergrund steht, und ökonomisch betrachtet die Bedürfnisbefriedigung als Ziel zu sehen ist.[10]

Tätigkeitsorientierte Leistungsverständnisse:

Bei diesem Leistungsverständnis lassen sich zwei Sichtweisen unterscheiden: Tätigkeit im Sinne des menschlichen Leistungsverhaltens. Das Ergebnis ist hierbei nicht erste Priorität, sondern dem Tätigkeitsverhalten mit Zielorientierung ist die Aufmerksamkeit geschenkt. Tätigkeit im Sinne von Aufgabe bzw. betrieblicher Funktion. Dabei geht es schlichtweg um das Ergebnis bzw. der Erfüllung der Aufgabe, unbeachtet bleibt die Art der Leistung. Alle Tätigkeiten, die zielführend sind, sind Leistung. Allerdings können Leistungen wirtschaftlich und unwirtschaftlich sein.[11]

Leistung = Tätigkeit + Ergebnis

Tätigkeit und Ergebnis sind zwei Faktoren einer Einheit: die Einheit ist Leistung und Leistung ist sowohl Leistungsprozess als auch Leistungsprodukt. Sie ist eine Synthese von Arbeitseinsatz und Arbeitsergebnis, wobei beide aneinander gemessen werden können. Die Tätigkeit selbst - unabhängig davon, ob sie glückt oder misslingt – und auch das Ergebnis können als Leistung bezeichnet werden. Ein Unternehmen leistet Arbeit, wenn es Aufgaben erfüllen und Ziele erreichen will. Im Allgemeinen kann Leistung als Oberbegriff verstanden werden, der Leistungsergebnis (Menge materieller bzw. immaterieller Güter bestimmter Art und Qualität) und Leistungsverhalten (individuelle Leistungsfähigkeit und -bereitschaft) vereint.[12]

[...]


[1] Becker, F.G.: Grundlagen betrieblicher Leistungsbeurteilung, 3. Aufl., Suttgart 1998, S. 152.

[2] Becker, F.G.: Grundlagen betrieblicher Leistungsbeurteilungen, S. 41.

[3] Vogler, M: Mensch bleiben trotz Leistungsgesellschaft?, in: Hersteiner, Heft 4, 1993, S. 9.

[4] Becker, Grundlagen betrieblicher Leistungsbeurteilungen, S. 18.

[5] Böhm, H.; Hauke, Ch: Personalmanagement in der Praxis, Köln 1995, S. 224.

[6] Jenkins, H.: Leistung – ein inhumer Anspruch, Wien 1980, S. 10.

[7] Jenkins, H.: Leistung - ein inhumaner Anspruch?, S. 11.

[8] Linde, R.: Lohn und Leistung, Göttingen 1984, S. 17.

[9] Eberle, W. und Schlaffke, W.: Gesellschaftskritik von A-Z,, Freiburg 1974, S. 119.

[10] Becker, F.G.: Grundlagen betrieblicher Leistungsbeurteilungen, S. 48 f.

[11] Ebda., S. 51 f.

[12] Ebda., S. 74 f.

Details

Seiten
20
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638344524
Dateigröße
819 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v34146
Institution / Hochschule
Wirtschaftsakademie Hamburg
Note
1,3
Schlagworte
Leistungsmessung- Bewertung Betrieben) Personalwesen

Autor

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