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Reverse Mortgage. Ein Modell für Deutschland

Seminararbeit 2016 11 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. EINFÜHRUNG
1.1 Problemstellung
1.2 Vorgehensweise

2. Immobilienvermögen als Teil der Altersvorsorge
2.1 Bedeutung des Immobilienvermögens in Deutschland
2.2 Instrumente des Immobilienverzehrs
2.2.1 Kapitalfreisetzende Instrumente
2.2.2 Kapitalzuführendes Instrument
2.2.2.1 Risiken und Parameter

3. Modell für Deutschland?
3.1 Vorteile der umgekehrten Hypothek in Deutschland?
3.2 Einführungshemmnisse der umgekehrten Hypothek in Deutschland

4. Fazit

Literatur- und Quellenverzeichnis: Buchquellen

1. EINFÜHRUNG

1.1 Problemstellung

„Die gesetzliche Rente steckt seit vielen Jahren in der Krise zu lange hat die Politik die Augen vor absehbaren Problemen verschlossen.

Die Probleme der gesetzlichen Rentenversicherung sind vielfältig, (...)“.[1]

In den letzten Jahren wird immer wieder über die demografische Entwicklung und deren Problematik diskutiert.

Die Bevölkerungsprognosen in Deutschland gehen von einem signifikanten Bevölkerungsrückgang in den kommenden Jahren aus.[2]

In anderen Worten bei einem Rückgang der Bevölkerungszahl bedingt durch den Geburtenrückgang, aber auch die Arbeitslosenzahlen, sinkt die Anzahl der Beitragszahler.

Viele Menschen sind noch der Meinung, dass die Immobilie die beste Altersvorsorge darstellt.

Doch wie kommen Menschen im Rentenalter an Geld, wenn das ersparte Kapital kaum zur Verwendung kommt oder keinen Nutzen hat und die staatliche Rente nicht für den Lebensunterhalt ausreicht?

Wenn es jedoch zur Abnahme der Rentenbeitragszahler kommt und dementsprechend die staatliche Rente nicht mehr für den Lebensunterhalt ausreicht stellt sich die Frage, welche Alternativen es noch gibt.

Der Tatsache entsprechend, dass das Wohneigentum in Deutschland eine hohe Bedeutung hat, stand bisher nur das mietfreie Wohnen im Vordergrund.

Jedoch ist das Ziel einiger Eigentümer, das in die Immobilie investierte Kapital anzuwenden und für das Alter und die Zukunft vorzusorgen.

In den letzten Jahrzehnten haben sich diverse Finanzprodukte einen Namen gemacht, um Immobilienkapital liquide zu machen.

Einer dieser Finanzprodukte wird der Hauptfokus meiner zugrunde liegenden Arbeit sein.

1.2 Vorgehensweise

In der folgenden Seminararbeit wird zunächst die Begrifflichkeit und Funktion der „Reverse Mortgage“ kurz erläutert.

Anschließend wird die Hypothese behandelt, ob die im deutschen Sprachgebrauch sogenannte umgekehrte Hypothek ein Modell für Deutschland darstellt.

Darüber hinaus werde ich auf die Situation der Altersvorsorge in Deutschland und die damit verbundene Rolle des Immobilienvermögens eingehen.

Da die Nachfrage in Deutschland bezüglich des Produktes „Reverse Mortgage“ sehr gering ist, wird meine Aufgabe sein, die Hintergründe dafür gezielt zu schildern.

Des Weiteren werden die Chancen zur Einführung des Finanzproduktes für Institute gezielt erläutert und konsekutiv die Gründe zur Produkthemmung beschrieben, welche zu einer anhaltenden Zurückhaltung in diesem Bereich führen.[3]

2. Immobilienvermögen als Teil der Altersvorsorge

2.1 Bedeutung des Immobilienvermögens in Deutschland

Der Tatsache entsprechend, dass hinsichtlich der demografischen Entwicklung in Deutschland immer weniger beitragspflichtige für „unsere“ Rente aufkommen, fragt man sich heutzutage, wie man gegen den Rückgang der Leistungen für die gesetzliche Rente vorangeht.

Das Immobilienvermögen, kann durchaus eine Absicherung für die Altersvorsorge darstellen und als Modell in Deutschland langfristig etabliert werden.

„Das Immobilienvermögen hat einen Anteil von 49 Prozent bezogen auf das Gesamtvermögen.“[4]

Die Einlagen des Vermögens sind bei großen Institutionen, Bausparkassen oder auch Wertpapieranlagen wie Zertifikate oder Aktien wiederzufinden.

Das Hauptziel ist nicht die Freisetzung des eingesetzten Kapitals, sondern die Nutzung des investierten Vermögens.[5]

2.2 Instrumente des Immobilienverzehrs

Im Allgemeinen haben die meisten Menschen schon die Erfahrung gesammelt eine Immobilie durch Aufnahme eines Kredits zu bezahlen.

Der Kapitalverzehr ist hier jedoch nicht direkt mit der Immobilie verbunden und das investierte Kapital wird für Aufwendungen wie Zins- und Tilgungszwecke verwendet.

Interessant wird es aber dann, wenn das investierte Vermögen und die damit verbundene Immobilie die Sicherheit des Kredits darstellen.

Im Gliederungspunkt 2.2.2 wird der Prozess der umgekehrten Hypothek erläutert, die dem deutschen Rentensystem neuen Elan verleihen könnte.

2.2.1 Kapitalfreisetzende Instrumente

Wie die Bezeichnung es uns schon verrät, wird bei den kapitalfreisetzenden Instrumenten das mit der Immobilie gebundene Eigenkapital freigesetzt und im Gegenzug findet ein rechtlicher Eigentumswechsel der Immobilie statt.

Dennoch muss der Eigentümer die Wohnung nicht verlassen und kann weiterhin darin wohnen.

In Deutschland wäre unter einem kapitalfreisetzenden Instrument die Leibrente zu verstehen, worin die Verkäufer der Immobilie auf Basis der Wertschätzung der Immobilie, eine monatliche Auszahlung des Kaufpreises erhalten.

In der Praxis ist der Gebrauch der Leibrente kaum zu finden, aufgrund der Tatsache, dass die Privatperson gegen die Lebenserwartung einer anderen wettet.[6]

2.2.2 Kapitalzuführendes Instrument

Die umgekehrte Hypothek ist das wichtigste kapitalzuführende Produkt, welches direkt mit der Immobilie in Verbindung steht und Teil der Altersvorsorge sein kann.

Im Gegensatz zu kapitalfreisetzenden Instrumenten steht hier die Finanzierung der Lebenshaltung oder die Instandhaltung der Immobilie im Vordergrund . [7]

Die „Reverse Mortgage“ ist nichts anderes als ein Kreditverhältnis zwischen Kreditnehmer, dem Wohnungseigentümer und dem Kreditgeber, der Bank.

Ziel der Bank ist es dem Hauseigentümer eine monatliche Zahlung zu leihen und auf der anderen Seite gilt als Sicherheit für den Kredit die Immobilie.

Das Einverständnis für den Kredit ist unabhängig von der Bonität des Rentners, viel wichtiger ist der Verkehrswert der Immobilie.

Zins- und Tilgungszahlungen sind während der Laufzeit nicht zu erbringen, da diese mit der Endfälligkeit zu bezahlen sind.[8]

Im Gegensatz zur Leibrente, wo dem Wohnungseigentümer die Verfügungsgewalt entzogen wird und rein rechtlich gesehen das Eigentum an den Käufer übertragen wird, behält bei der umgekehrten Hypothek der Eigentümer die Verfügungsgewalt.

Ebenso ist bei kapitalzuführenden Instrumenten die Vermietung von Teilen der Immobilie an Dritte möglich.

Das in die Immobilie investierte Kapital wird bei der Vereinbarung mit dem Kreditgeber nicht umgehend ausgegeben, sondern ein Kreditbetrag angesammelt.[9]

Wie schon bekannt verringert sich bei einem klassischen Kredit der Kreditbetrag während der Laufzeit und bei der „Reverse Mortgage“ steigt der Kreditbetrag sukzessiv an.

Um dies deutlicher zu veranschaulichen, wird in dem folgenden Schaubild eine Gegenüberstellung eines klassischen Kredits und der umgekehrten Hypothek abgebildet.

y-Achse = Kreditbestand

x-Achse= Vertragslaufzeit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Gegenüberstellung eines klassisches Kredits im Vergleich zur Reverse Mortgage [10]

2.2.2.1 Risiken und Parameter

Nach näherer Betrachtung der beiden Schaubilder wird ersichtlich klar, dass beim klassischen Kredit das Kreditrisiko vergleichsweise sinkt und im Gegensatz bei der umgekehrten Hypothek das Kreditrisiko exponentiell ansteigt.

Dies hängt mit dem Alter des Kreditnehmers zusammen, welche eine große Rolle beim Prozess der umgekehrten Hypothek spielt.

Mit zunehmendem Alter sinkt die Lebenserwartung des Besitzers und somit auch die monatlichen Zahlungen für die Zukunft.

[...]


[1] vgl. http://www.ihr-rentenplan.de/html/probleme_rente.html

[2] vgl. Ragotzky, S. Skript Real Estate Investment, Sommersemester 2014, S. 19.

[3] vgl. Dietrich, M.: „Reverse Mortgage“, Chancen und Einführungshemmnisse für Kreditinstitute in Deutschland,1. Aufl., Josef EUL Verlag, Karlsruhe 2013, Seite 3

[4] vgl. Dietrich, M.: „Reverse Mortgage“, Chancen und Einführungshemmnisse für Kreditinstitute, Seite 7

[5] vgl. Schneider, M.: Kalkulation von Lifetime bzw. Reverse Mortgages, 1. Auflage 2009, Gabler Verlag, Seite 6

[6] vgl. Dietrich, M.: Reverse Mortgage, Chancen und Einführungshemmnisse für Kreditinstitute, Seite 11

[7] vgl. Dietrich, M.: Reverse Mortgage, Chancen und Einführungshemmnisse für Kreditinstitute, Seite 10

[8] vgl. Schneider, M.: Kalkulation von Lifetime bzw. Reverse Mortgages, Seite 15

[9] vgl. Dietrich, M.: Reverse Mortgage, Chancen und Einführungshemmnisse für Kreditinstitute, Seite 13

[10] Eigene Darstellung, in enger Anlehnung an Dietrich, M (2013), Seite 13

Details

Seiten
11
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668312524
ISBN (Buch)
9783668312531
Dateigröße
573 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v341264
Note
Schlagworte
reverse mortgage hypothek umgekehrte Hypothek Rente Rentenversicherung Rentenalter Alterseinkommen

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