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Stressmanagement im Kontext betrieblicher Gesundheitsförderung

Ausarbeitung 2015 8 Seiten

Sport - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung. Wieso ist das Thema „Stressmanagement“ für die Betriebe
ein wichtiges Thema?

2. Stressforschung bis heute. Die Definitionen von Stress in seiner Historie

3. Stressbelastungen im Kontext betrieblicher Gesundheitsförderung. Auswirkungen von Stresserkrankungen für Betriebe

4. Bewältigung von Stress am Arbeitsplatz

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis und Quellenverweise

1. Einleitung. Wieso ist das Thema „Stressmanagement“ für die Betriebe ein wichtiges Thema?

Psychosomatische Beschwerden verursachen klinische Symptome, was so viel heißt, dass ein Mensch mit vielen psychisch belastenden Aufgaben dazu neigt auch körperlich zu erkranken und dieselben Symptome hervorruft wie beispielweise bei einer chronischen Erkrankung. Jedoch bleibt die Ursache für die Krankheiten unentdeckt, weil nur der Erkrankte subjektiv die Krankheit beurteilen kann. Deshalb ist die Behandlung der Psyche auch meist die letzte Methode zu der Ärzte in der Regel greifen.

Das Phänomen hinter der immer stressreichen Arbeits- und Lebenswelt steckt in den veränderten Lebensbedingungen und Bewegungsanforderungen der letzten Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte. Die industrielle Revolution hat zu großen Entwicklungssprüngen und zu einem schnellen Fortschritt in der Lebensmittelindustrie, Fortbewegungsmittelindustrie und der Informationsvermittlungsbranche beigetragen. Das Leben der Menschen ist heute äußerst bewegungsarm gestaltet und die Möglichkeiten sich ungesund zu ernähren und gesundheitsschädigende Substanzen zu konsumieren oder zu gebrauchen ist heute leichter denn je, weshalb die chronischen Zivilisationserkrankungen in der heutigen Gesellschaft die häufigste Todesursache darstellen. Bei der Frage um die persönliche Gesundheit ist das individuelle Gesundheitsverhalten entscheidend bei der Prävention von Krankheiten (HKL-Erkrankungen, Krebs, Diabetes mellitus Typ 2). Der Bereich der chronischen Zivilisationskrankheiten soll in meiner Arbeit nicht weiter in Betracht genommen werden. Stattdessen möchte ich mich dem Phänomen Stress und dessen Auswirkungen auf den körperlichen Mechanismus widmen. Hier ist wieder der Ansatz zu knüpfen an den Gesellschaftswandel, der zu veränderten Arbeitsbedingungen führt, die psychosozialen Stress verursachen. Termindruck, Kürzere Regenerationszeiten und die Informationsverdichtung sind dabei einige Gründe für eine immer stressreichere Umgebung, die die Gesellschaft schafft.

2. Stressforschung bis heute. Die Definitionen von Stress in seiner Historie.

Bereits in der Medizin des 17. Jahrhunderts wurde Stress als Auslöser für Krankheit und Missbefinden gesehen und laut Hobfoll (1998) sogar Ursache für zum Beispiel Gewalt, eine körperliche Krankheit oder eine mentale Störung sein kann. Heute ist Stress ein intensiv beforschtes Phänomen in der Medizin, Psychologie und Soziologie und somit ein interdisziplinäres Forschungsfeld.

Aus der Geschichte der Stressforschung haben sich drei verschieden Klassifikationssysteme entwickelt: 1. das reaktionszentrierte Stressmodell, 2. das reizzentrierte Stressmodell und 3. das transaktionale Stressmodell.

1. Das reaktionszentrierte Stressmodell ist in der Medizin und in der Biologie stark vertreten. Typische Konzepte, die dieses Modell vertreten, gehen von Cannon (1929), Selye (1956, 1967, 1981) und Levi (1981) hervor. Laut dem reaktionsorientierten Stressmodell ist Stress eine abhängige Variable und bezeichnet eine physiologische, psychische und/oder verhaltensbezogene Anpassungsreaktion auf eine gegebene Reizkonstellation. Walter Cannon entwickelte hierzu das Kampf/Flucht-Syndrom 1932, in dem er die Reaktionen von Menschen und Tieren in extremen Situationen untersuchte. Zum Beispiele bei starker Kälte, bei Hunger oder Sauerstoffmangel. Der Stress als psychophysischer Zustand führt zu einer Abweichung des Organismus vom inneren Gleichgewicht (Homöostase), wodurch der Körper als Anpassungsreaktion versucht den homöostatischen Zustand wiederherzustellen. Der österreichisch-kanadische Mediziner Hans Selye fügte dieser Erkenntnis in seinem „Allgemeinen Adaptationssyndrom“ 1936 unter endokrinologischen Experimenten noch den Zusatz bei, dass neben spezifischen Reaktionen (z.B. Verengung der Blutgefäße bei Kälte) auch unspezifische Adaptationsvorgänge („Triade des Stresses“) entstehen. Es findet eine Thymusschrumpfung statt, die Nebennierenrinden vergrößern sich und es entstehen Blutungen im Magen und Zwölffingerdarm. Er legte den Fokus auf Faktoren, die (längerfristig) eine Bedrohung darstellen. Langzeitfolgenkönnen dabei beispielsweise zu Hypertonie, Herz- und Nierenerkrankungen, Entzündungskrankheiten und Allergien führen.

2. Stress im Sinne des reizzentrierten Stressmodells wird als Situations-, Bedingungs-, Ereignis- oder Umweltfaktor bezeichnet (Nitsch 1981). Das heißt, dass Stress als eine unabhängige Variable verstanden wird wie beispielsweise ein Geschehen in der Außenwelt. Stresserzeugende Ereignisse sind dabei körperliche, selbstwertrelevante oder zwischenmenschliche Belastungen, wozu auch das Antizipieren eines erwarteten Ergebnisses oder Ereignisses gehört. Wenn dieses Ereignis ausbleibt, kann es eine Stressquelle sein. Diesem Modell haben sich Holmes und Rahe (1967) angenommen und die SocialReadjustment Rating Scale entwickelt, was ein Fragebogenverfahren zu kritischen Lebensereignissen („Life-Events“) darstellt. Das Problem hierbei ist schnell auszumachen, denn jeder Mensch reagiert auf jedes Lebensereignis anders und nicht einheitlich objektiv. Personen mit vielen personalen und sozialen Ressourcen tragen in der Regel weniger Gesundheitsschäden bei Stress davon als instabile, sozial isolierte und einsame Menschen. Mögliche Stresspuffer können dabei zum Beispiel der Selbstwert, die Selbstwirksamkeit, der Optimismus, sozialer Rückhalt und sportliche Aktivität sein.

3. Das transaktionale Stressmodell ist das heute gängigste Modell, da es in den Blick nimmt, dass jeder Mensch auf dieselbe Belastung unterschiedliche reagieren kann. Die Stressbelastung hängt davon ab, wie belastend ein Ereignis ist und wie hoch die individuellen Bewältigungsmöglichkeiten eingeschätzt werden. Richard S. Lazarus beschreibt Stress in seiner klassisch kognitiv-transaktionalen Stresstheorie 1974 so: „Jedes Ereignis (…), in dem äußere oder innere Anforderungen (oder beide) die Anpassungsfähigkeit eines Individuums, eines sozialen Systems oder eines organischen Systems beanspruchen oder übersteigen“.

3. Stressbelastungen im Kontext betrieblicher Gesundheitsförderung. Auswirkungen von Stresserkrankungen für Betriebe.

Die bis hierhin erarbeiteten Stressmodelle und Definitionen zu Stress zeigen, dass die Stressbelastungen sehr individuell zu betrachten sind und jeder Mensch unterschiedliche Bewältigungsstrategien hat, um mit Stress umzugehen. Nichtsdestotrotz sieht man auch, dass Stressbelastungen zu Erkrankungen führen können, die in Ausfällen des Arbeitnehmers resultieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Diese Grafik aus www.welt.de zeigt die Krankheitstage durch Burn-out von 2004 bis 2011 je 100 BKK-Mitglieder, ohne Rentner. Hierzu ist zu sagen, dass das Burn-out-Syndrom keine anerkannte Erkrankung ist, die durch den Arzt diagnostiziert wird und wohl eher durch die Anerkennung in der Gesellschaft einen so großen Zulauf und Zuspruch erfährt. Trotzdem zeigt die Grafik, dass die Krankheitstage von 2004 bis 2011 wegen Burn-out um das 18-fache gestiegen sind. Nach Muskel- und Skeletterkrankungen sind psychische Probleme heute schon der zweitwichtigste Grund für Krankmeldungen bei Pflichtversicherten. Das Berufsleben als Einflussgröße begünstigt dieses Problem: steigende Arbeitsmenge und Arbeitsintensität, mangelnde Anerkennung sowie die fehlende Kontrolle über das Arbeitspensum und das fehlende Teamgefühl. Für Betriebe hängt Stress oftmals mitLeistungsabfall von 20-40% (über Jahre, da nicht erkannt), einer erhöhten Unfallgefahr. einer schlechteren Arbeitsatmosphäre und schließlich mitArbeitsausfall sowie größerer Fluktuation zusammen.

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Details

Seiten
8
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668308602
ISBN (Buch)
9783668308619
Dateigröße
535 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v341244
Institution / Hochschule
Universität Bremen – Universität
Note
1,7
Schlagworte
Betriebliche Gesundheitsförderung Sport im Betrieb Stressmanagment im Betrieb Betrieb und Gesundheit Sport und betriebliche Gesundheitsförderung Stress im Betrieb Stressmanagment Coping

Autor

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Titel: Stressmanagement im Kontext betrieblicher Gesundheitsförderung