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Der erste Eindruck. Einfluss von Stereotypen und Vorurteilen auf das erste Date

Hausarbeit 2016 23 Seiten

Psychologie - Sozialpsychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

1. Einleitung

2. Dramenanalyse
2.1 Struktur und Inhalt
2.2 Dramenform und Motive
2.3 Figuren
2.3.1 Reale Personen
2.3.2 Übernatürliche Figuren und Figuren der Traumwelt
2.4 Sprache
2.4.1 Figurenrede und Nebentext
2.4.2 Rhetorische Mittel
2.4.3 Syntaktische und lexikale Stilmittel

3. Resümee

4. Bibliographie:

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Numerische Variablen gesamt (Männer/Frauen)

Tabelle 2: Einzelauswertung Vorurteile Männer und Frauen

Tabelle 3: Korrelation zwischen Vorurteilen und dem weiteren Kennenlernen

Tabelle 4: Korrelation Frauen und Männer getrennt

Tabelle 5: Einfluss Vorurteile auf das weitere Kennenlernen (Frauen und Männer)

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Eigene Darstellung Prozess des Kontinuum-Modells angelehnt an Fiske & Neuberg, 1990, S.5

Abbildung 2: Korrelation Vorurteile (gesamt) & weiteres Kennenlernen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Der erste Eindruck zählt! Diesen Satz haben wir schon in vielen Lebenslagen gehört. Sei es bei einem Vorstellungsgespräch oder beim ersten Date. Der erste Eindruck verläuft automatisch ab und innerhalb von Zehntel-Sekunden entsteht ein Bild über eine Person. Wir bilden uns ein Urteil und ordnen sie einer Kategorie zu, dem sogenannten „Schubladendenken“. Die Körpersprache, Mimik und Gestik aber auch Stereotypen sowie Vorurteile spielen dabei ein große Rolle (Schwarz, 2008).

Die vorliegende Arbeit erläutert das Verständnis von sozialer Wahrnehmung, Stereotypen und Vorurteile sowie deren Entstehung und Einfluss auf Personen bezüglich dem weiteren Kennenlernen. Zu Beginn dieser Arbeit wird auf die grundlegenden Begriffe eingegangen und anhand des ersten Dates das Kontinuum-Model der Eindrucksbildung nach Fiske & Neuberg erklärt. Durch die statistische Erhebung soll der Einfluss und der Unterschied von Stereotypen sowie Vorurteilen im Geschlechtervergleich verdeutlicht werden.

2 Problemstellung und Forschungsfrage

Für viele Menschen ist es sehr wichtig den Partner fürs Leben zu finden, daher kann das erste Date der erste Schritt für eine Beziehung sein. Umso bedeutender ist es, beim ersten Kennenlernen einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen. Die Eindrucksbildung entsteht schon bei einer kurzen Begegnung und danach steht für uns nahezu unveränderlich fest, wie wir eine Person einschätzen, wer uns als attraktiv, sympathisch oder vertrauenswürdig erscheint. Die subjektive Wahrnehmung verändert sich in der Regel nicht mehr entscheidend, auch wenn dieser Eindruck nicht immer der Wahrheit entspricht. Es handelt sich um „systematisch, aber unbewusste und ganz automatische ablaufende Prozesse“ (Herkner, 1986, S. 360). Der erste Eindruck und die Verhaltensweisen, werden von den zugeschriebenen Eigenschaften (Stereotyp) und der Beurteilung (Vorurteil) bestimmter Personen, beeinflusst (Herkner, 1986, S. 360). Auch beim ersten Date wird unsere Meinung von der sozialen Wahrnehmung geprägt. Männer und Frauen unterscheiden sich in ihren Verhaltensund Denkweisen. Diese Aussage wird zusätzlich durch die Studie der Tübinger Universitätsklinik „Geschlechtsunterschiede in der sozialen Wahrnehmung“ untermauert und anhand des Beispiels „Frauen können schlechter einparken als Männer“ deutlich. Aufgrund dieser Aussage, parken Frauen tatsächlich schlechter ein (Universitätsklinikum Tübingen, 2010). Aber werden Frauen auch in Bezug auf das weitere Kennenlernen eines Dating-Partners durch Stereotypen bzw. Vorurteile mehr beeinflusst? Aufgrund der Problemstellung hat sich die Forschungsfrage „Lässt sich ein Zusammenhang der soziale Wahrnehmung zwischen den Geschlechtern in Bezug auf Stereotypen und Vorurteile beim ersten Date feststellen?“ ergeben.

3 Wissenschaftlicher Hintergrund

3.1 Soziale Wahrnehmung

Die soziale Wahrnehmung ist ein Teil der sozialen Kognition innerhalb der Sozialpsychologie. Sie befasst sich mit dem Verständnis, wie wir über uns und andere Mitmenschen denken, sowie dem Einfluss der beteiligten Prozesse auf unsere Urteile und Verhaltensweisen (Pendry, 2014, S. 108). Die Eindrucksbildung wird laut Schmidt (2012, S. 32) durch einige Faktoren, wie Aufmerksamkeit, Konzentration, Reflexion, Adaption, Emotionen und Rollenerwartungen sowie persönliche Faktoren (Haltung, Erziehung, Werte, Einstellungen) beeinflusst. Jede Person nimmt eine spezifische Rolle im sozialen Gefüge ein, sodass sich aus vielen einzelnen Rollen ein großes Gefüge bildet und dieses wiederum die einzelnen Menschen in ihrem Verhalten maßgeblich beeinflusst. Dieses Verhalten wird von der Gesellschaft automatisch beurteilt, analysiert und hinterfragt (Schmidt, 2012, S. 30). Menschen tendieren dazu, Personen aufgrund charakteristischer Merkmale zu kategorisieren und in bestimmte Gruppen einzuordnen. Dabei kann zwischen der Eigengruppe und der Fremdgruppe unterschieden werden. Die Kategorisierung der Person aufgrund von Eigenschaften ist abhängig davon, welche Merkmale gerade gegenwärtig und wahrnehmbar für die eigene Person sind (Zick, Küpper & Hövermann, 2011, S. 33).

3.2 Stereotypen

Werden den kategorisierten Gruppen, bestimmte Eigenschaften zugeschrieben, so wird dies als Stereotypisierung bezeichnet. Bestimmte Personen und deren Merkmale werden sozusagen in „Schubladen“ kategorisiert. Der Gruppe werden identische Eigenschaften zugewiesen, auch wenn die Personen unterschiedlich sein könnten (Zick et al., 2011, S. 33). Der Begriff Stereotyp setzt sich laut Petersen und Six (2008, S. 21) „aus den zwei griechischen Wörtern stereos (starr, hart, fest) und typos (Entwurf, feste Norm, charakteristische Gepräge) zusammen“ (Petersen & Six, 2008, S. 21). Stereotype sind kognitive Konzepte und können positiv, neutral aber auch negativ sein. Außerdem können die charakteristischen Merkmale körperlich, seelisch oder berufsbezogen sein (Aronson, Wilson & Akert, 2008, S. 476). Der von Lippmann (1998, S. 81) in die Sozialwissenschaften eingeführte Begriff soll für vereinfachende schematisierende und verzerrte Kognition von Aspekten der sozialen Welt (Gruppen, Klassen, Nationen, Berufen etc. sowie von sozialen Institutionen) stehen. Zur Entstehung von Stereotypen ist die soziale Kategorisierung erforderlich. Die häufigsten Merkmalskategorien der Stereotypisierung sind Geschlecht, Alter und Nationalität. Wie bei der sozialen Wahrnehmung, wird zwischen Eigenund Fremdgruppe unterschieden. Um eine Einteilung der Gruppen vorzunehmen, werden den Personen entsprechende Verhaltensweisen oder Merkmale zugewiesen. Die Stereotypisierung ist hilfreich, um die Themen der sozialen Welt (Alter, Herkunft, Nationalität), aber auch die der physischen Welt (Tiere, Gegenstände) zu erfassen (Petersen & Six, 2008, S. 21). Der Prozess der Stereotypisierung hört nicht mit der Kategorisierung auf, sondern wird mit der Zuschreibung von Eigenschaften, Fähigkeiten und Motive, welche für diese Gruppe von Personen als charakteristisches Kriterium gilt, fortgesetzt (Petersen, 2011, S. 235).

3.3 Vorurteile

Im letzten Schritt werden die kategorisierten Gruppen anhand der Stereotypen bewertet. Diese Bewertung wird auch als Vorurteil bezeichnet. Tendenziell neigen die Menschen dazu, die Fremdgruppe negativer zu beurteilen als die eigene Gruppe (Zick et al., 2011, S. 34). Laut Allport (1954, S. 7) werden die Vorurteile als „ablehnende und feindselige Haltung gegenüber einer Person, die einer Gruppe angehört, einfach deswegen, weil sie zu dieser Gruppe gehört und deshalb dieselben zu beanstandenden Eigenschaften haben soll, die man der Gruppe zuschreibt“ (S. 7) definiert. Diese Definition verdeutlicht, dass sich Vorurteile auf "Andere" beziehen und ihnen negative Merkmale zugewiesen werden (Allport, 1954, S.7).

3.3.1 Arten von Vorurteilen

Die drei größten Vorurteilsbereiche sind die Ethnizität, das Geschlecht und Alter (Fiske, 1998, S. 375). Drei Arten von Vorurteilen werden nachfolgend im Detail erläutert, diese wurden als Grundlage für die empirische Studie herangezogen:

Altersvorurteile:

Unter den Altersvorurteilen wird eine negative Haltung gegenüber älteren Personen oder Gruppen verstanden. Dieses Vorurteil assoziiert eine Verbindung von negativen Merkmalen mit älteren Personen oder Gruppen eines bestimmten Alters. Mit jungen Menschen werden positive Aspekte verknüpft, wohingegen ältere Personen mit körperlichen oder geistigen Defiziten verbunden werden (Krings & Kluge, 2008, S.131).

Diskriminierung:

Nach Allport (1954, S. 51) wird Diskriminierung wie folgt definiert: „Diskriminierung liegt vor, wenn Einzelnen oder Gruppen von Menschen die Gleichheit der Behandlung vorenthalten wird, die sie wünschen. Diskriminierung umfasst alles Verhalten, das auf Unterschieden sozialer oder natürlicher Art beruht, die keine Beziehung zu individuellen Fähigkeiten oder Verdiensten haben noch zu dem wirklichen Verhalten der individuellen Person.“ (Allport, 1954, S. 51). Es kann zwischen drei Arten von Diskriminierung unterschieden werden:Unmittelbar diskriminierende Handlung(Benachteiligung beim Zugang zu Gütern und Positionen),Diskriminierung in Strukturen(Abwertung von Gruppen durch Regeln, Gesetze in Institutionen oder Organisationen) undDiskriminierung in Form von Schikane(Persönliche Abwertung der Person) (Zick et al., 2011, S. 40–41).

Rassismus:

Laut Zick et al. (2011, S. 45) wird der Rassismus „als menschenfeindliche Abwertung von Gruppen und Personen, die nach biologischen oder quasi-natürlichen Merkmalen als minderwertig definiert sind“ (S. 45) verstanden (Zick et al, 2011, S. 45). Es wird zwischenindividuellemundinstitutionellemRassismus unterschieden. Unter individuellem Rassismus wird die negative Haltung und Überzeugung gegenüber Einzelpersonen einer bestimmten Gruppierung verstanden. Der institutionelle Rassismus ist eine negative Verhaltensweisen gegenüber bestimmter Gruppierungen (z.B. Religion, Hautfarbe) (Petersen, 2011, S. 241-242).

3.3.2 Entstehung von Vorurteilen

Für die Entstehung von Vorurteilen gibt es keine Basistheorie. Verschiedene theoretische Ansätze versuchen zu erklären, aus welchem Grund und zu welchem Zeitpunkt sich Vorurteile entwickeln. Diese Erklärungsversuche stehen häufig nicht in einem Zusammenhang und können nur separat beobachtet werden. Es stellt sich die grundsätzliche Entwicklungsfrage, ob Vorurteile ihren Ursprung ingesellschaftlichenoderinnerpsychologischenBedingungen haben. Einige Theorien weisen dem Individuum das Motiv derbewussten oder unbewussten Abwertungvon Fremdgruppen zu, wiederum andere Ansätze gehen nicht von Abwertungsmotiven aus (Informationsund Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit (IDA), 2016, o.S.). Im Nachfolgenden werden vier mitwirkende Komponenten zur Entstehung der Vorurteile detaillierter erläutert

Informationsverarbeitung – Kognitive Theorie

Edelmann (1995, S. 8) versteht unter dem Begriff Kognition die „Vorgänge, durch die ein Organismus Kenntnis von seiner Umwelt erlangt. Im menschlichen Bereich sind dies besonders: Wahrnehmung, Vorstellung, Denken, Urteilen, Sprache. Durch Kognition wird Wissen erworben" (Edelmann, 1995, S. 8). Die Informationsverarbeitung geht davon aus, dass die Menschen sich mit der Umwelt verständigen und nicht nur beobachten. Das Verständnis für den Wahrnehmungsprozess ist bedingt durch das Verstehen der Wahrnehmung und die damit verbundene Verarbeitung als Kreislauf ohne Anfang bzw. Ende. Alle Systeme unseres Organismus kommunizieren ohne Unterbrechung miteinander. Neue Reize können an jedem Punkt dieses Kreislaufes versendet werden, welche einen anderen Standpunkt oder eine neue Sichtweise vermitteln. Die zuvor angenommene Wahrnehmung wird demnach modifiziert, verändert oder sogar gelöscht (Wichert, 2009, S. 9).

Persönlichkeitsstruktur Psychodynamischer Ansatz:

Die Individualität einer Person bezieht sich auf ihr Gesamtbild aller Eigenschaften und ist bei jedem Entwicklungszeitpunkt ein einzigartiges Gesamtsystem. Die Persönlichkeitsstruktur kann auch als dynamisches System definiert werden. Die Personen passen die Persönlichkeit dauerhaft an die Veränderungen seines Umfeldes an, was zu einer ständigen Weiterentwicklung führt. Die Persönlichkeit eines Menschen wird durch alle Erfahrungen, die er im Laufe seines Lebens sammeln konnte, geprägt (Asendorpf & Neyer, 2012, S. 5-6).

Sozialisationsprozesse – Lerntheoretischer Ansatz:

Die schrittweise Eingliederung junger Menschen in die umgebende Gesellschaft wird auch als Sozialisationsprozess bezeichnet. Werte, Normen der Gesellschaft sowie Bildung und Erziehung, um die persönliche und biographische Entwicklung zu stärken, spielen in diesem Prozess eine zentrale Rolle. Das Lernen von Geburt an und die Positionierung in der Gesellschaft wird auch als Berührungspunkt mit dem Psychodynamischen Ansatz gesehen (Hurrelmann, 2015, S. 11-12).

Soziale Konflikte – Konflikttheoretischer Ansatz:

Der soziale Konflikt wird als Interaktion, in Bezug auf Kommunizieren oder Handeln, zwischen Individuen bezeichnet. Das Entwickeln von Widersprüchlichkeiten zwischen Individuen, Gruppen oder Organisationen im Denken, Fühlen oder Wollen führt zu einer Beeinträchtigung im Realisierungsprozess der einzelnen Aktoren (Glasl, 2004, S. 17).

3.4 Das Kontinuummodell der Eindrucksbildung nach Fiske & Neuberg

Die Aktivierung von Stereotypen läuft automatisch ab, doch es besteht die Möglichkeit diese zu reflektieren und überdenken (Devine, 1989, S. 6). Dieser Prozess wird als „kontrollierte Informationsverarbeitung“ bezeichnet (Petersen, 2011, S. 238). Fiske und Neuberg (1990, S. 3) erfassten, als Grundlage für diesen Prozess, in ihrem Kontinuummodell der Eindrucksbildung, dass ich sich die kategoriebasierten Bewertungen auf dem einen Ende des Kontinuums, bis zu individualisierten Reaktionen auf dem Anderen, erstreckt. Das Durchlaufen des Kontinuums-Modells hängt von den Interaktionen zwischen motivationalen Faktoren und den Aufmerksamkeitsfaktoren ab (Fiske & Neuberg, 1990, S. 3). Das Kontinuums-Modell veranschaulicht die Unterdrückung des Stereotyps, nach der Kategorisierung und Bewertung einer Person. Mit Hilfe des Modells nach Fiske & Neuberg, welches von Interpretations-, Motivationsund Aufmerksamkeitsfaktoren beeinflusst wird, kann ein erneuter Prozess der Kategorisierung stattfinden (Pendry, 2014, S. 128).

Der Prozess kann in Anlehnung an Fiske & Neuberg (1990, S. 4-9) anhand des ersten Dates wie folgt beschrieben werden:

1. Schritt: Zwei Personen (männlich und weiblich) treffen sich bei einem Speed-Dating zum ersten Mal. Beide Individuen nehmen sich wahr. Die Kategorisierung des Gegenübers in verschiedene Stereotypen (z.B. Blondine, Macho, Clown, Streber…) beginnt.
2. Schritt: Die Voraussetzung ist, dass beide Personen Interesse an jeweils einer Eigenschaft der anderen Person haben, dann setzt sich der Prozess fort (Die Person wird als relevant eingestuft). Falls kein Interesse besteht wird der Ablauf gestoppt. Die Gesprächsintensität ist abhängig vom Interesse.
3. Schritt: Die Aufmerksamkeit der Personen wird auf die Eigenschaften der jeweils gegenüberstehenden Person gerichtet.
4. Schritt: Die bestätigende Kategorisierung oder auch konfirmatorische Kategorisierung genannt, überprüft, ob die gesammelten Informationen mit der anfänglich zugeteilten Kategorie übereinstimmen. Falls die Urteilsbildung erfolgreich war, wird das Urteil öffentlich ausgesprochen (z.B. dem Gegenüber). Es ist somit keine neue Beurteilung der Person erforderlich und der Prozess ist erfolgreich beendet. Stimmt die Kategorie nicht überein (Informationen des Dating-Partners passen nicht in die vorher ausgewählte Kategorie) tritt der 5. Schritt ein, die Rekategorisierung.
5. Schritt: Für die Dating-Partner werden eine neue Kategorie ausgesucht, dies können auch Untergruppen oder ein Einzelexemplar (eine noch nicht vorhandene Gruppe) sein.
6. Schritt: Angenommen nach dem weiteren Informationsfluss passt die Kategorie der in Schritt 5. ausgewählten Rekategorisierung erneut nicht, so tritt die „Piecemeal Integration“ ein. Alle Informationen und Eigenschaften bilden ein Gesamturteil unter der Berücksichtigung von kognitivem Verhalten, Verhaltenstendenzen und Affekten. Nach Beendigung der „Piecemeal Integration“ werden die gewonnenen Eindrücke dem Gegenüber mitgeteilt, sozusagen ein Urteil gefällt. War das Urteil passend, so ist der Prozess abgeschlossen. Wenn das Urteil unpassend war, wird wieder zum 3. Schritt zurückgekehrt und der Prozess erneut gestartet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Eigene Darstellung Prozess des Kontinuum-Modells angelehnt an Fiske & Neuberg, 1990, S.5

3.5 Hypothesen

Die bisher aufgeführten theoretischen Grundlagen dienen als Basis für die vorliegende Studie. Mit Hilfe dieses Hintergrundwissens ist es nun möglich geeignete Hypothesen zu formulieren.

Hypothese 1:Es besteht beim ersten Date ein Zusammenhang zwischen Vorurteilen und dem weiteren Kennenlernen.

Hypothese 2:Die Vorurteile beeinflussen die Frauen mehr, in Bezug auf das weitere

Kennenlernen, als die Männer.

4 Datenerhebung

Im Folgenden wird die Methode des Forschungsanliegens näher erläutert. Die Methode beschreibt das Vorgehen der vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchung, wobei an dieser Stelle das Untersuchungsdesign sowie die zugrundeliegende Stichprobe zu nennen sind.

4.1 Untersuchungsdesign und Erhebungsmethode

Innerhalb dieses Gliederungspunktes ist unter anderem auf das Untersuchungsdesign und die Erhebungsmethode einzugehen. Die in Punkt 3.5 aufgestellten Hypothesen müssen auf ihre Gültigkeit überprüft werden, hierzu eignet sich eine Korrelationsstudie mit theoretischer Trennung der abhängigen Variable und unabhängigen Variable. In dieser Studie wurde der Einfluss auf das weitere Kennenlernen als abhängige und die die Vorurteile als unabhängige Variable definiert. Um im ersten Schritt die Vorurteile und anschließend den Einfluss abfragen zu können, wurde ein selbst initiiertes Speed-Dating durchgeführt und im Anschluss ein Fragebogen verteilt. Durch die Daten aus der schriftlichen Befragung, kann auch Hypothese zwei, der Unterschied, gemessen werden. Es ergeben sich bei dieser Durchführungsmethode Vorteile in Qualität und Glaubwürdigkeit der Antworten. Das Speed-Dating diente dazu, dass die freiwilligen Probanden ein gesteigertes Interesse an einer Partnerschaft bzw. ersten Date hatten. Bei der Operationalisierung der Konstrukte „Vorurteile“ sowie das „weitere Kennenlernen“, muss zwischen manifesten und latenten Variablen unterschieden werden. Die manifesten Variablen sind direkt messbar, wohingegen latente Variablen nicht direkt erfasst werden können und eine Operationalisierung benötigen. Die Items im Fragebogen wurden mittels der Likert-Skala erfasst. Auf diesem konnten die Antworten zwischen eins bis fünf von „Stimme voll zu“ und „Stimme überhaupt nicht zu“ abgestuft werden. Der Fragebogen wurde in die folgenden Variablen operationalisiert:

Alter

Das Altersvorurteil wurde mit zwei Items belegt und beinhaltete Fragen zum Altersunterschied und dem Vorurteil selber. Es konnten alle Fragen für die Auswertung verwendet werden, da das Cronbachs Alpha von 0,83 eine gute Konsistenz zeigte.

Diskriminierung

Das Vorurteil Diskriminierung wurde mit je zwei Fragen zu den zwei Items Bildung und Beruf erfasst. Eine Frage zur Bildung musste ausgeschlossen werden, da sie nicht aussagekräftig formuliert wurde und die Ergebnisse erheblich von den anderen Antworten abwichen. Unter Berücksichtigung der eliminierten Fragen, ergab sich ein akzeptabler Cronbachs-Alpha-Wert von 0,63.

Rassismus

Die Fragen zum Rassismus wurden mit drei Items operationalisiert. Dazu gehören Fremdenfeindlichkeit, Hautfarbe sowie Religionszugehörigkeiten. Nach Auswertung der Fragen musste das Item Hautfarbe aufgrund der internen Konsistenz eliminiert werden. Ebenfalls musste eine Frage zur Religion aus der Bewertung herausgenommen werden, da sie von den Probanden aufgrund der Rekodierung missverstanden wurde. Für die restlichen Fragen ist eine akzeptable Reliabilität von einem Cronbachs Alpha von 0,61 gegeben.

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Details

Seiten
23
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668305113
ISBN (Buch)
9783668305120
Dateigröße
583 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v340999
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, München früher Fachhochschule
Note
Schlagworte
Erster Eindruck Stereotypen Vorurteile erste Date

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Titel: Der erste Eindruck. Einfluss von Stereotypen und Vorurteilen auf das erste Date