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Das Thema der Ehre in Calderóns "El pintor de su deshonra"

Hausarbeit (Hauptseminar) 2016 21 Seiten

Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DER EHRBEGRIFF IM THEATER DES SIGLO DE ORO

3 DAS EHRENDRAMA
3.1 Bestimmung der allgemeinen Merkmale des Ehrendramas

4 EL PINTOR DE SU DESHONRA
4.1 Die Figurenkonstellation
4.2 Die Ehre im Werk und im auto sacramental
4.3 Das Ehrendrama im christlichen Kontext

5 FAZIT

BIBLIOGRAPHIE

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Figurenkonstellation in El pintor de su deshonra. (vgl. Sierra, R. (2008) 13

La comedia El pintor de su deshonra de Pedro Calderón de la Barca, así como el auto sacramental homónimo exponen aspectos generales del honor. El presente trabajo trata del desarrollo del significado de la palabra “honra” en el teatro del Siglo de Oro. Además, sostiene que las características de la comedia de honor y como se representa en la comedia. El motivo del protagonista, así como el asesi- nato de la mujer y de su amante anterior se remite al ritual de vengar su honra. A continuación, se explica la estructura de los personajes de la comedia y como se constituye el honor en la comedia y en el auto sacramental. Mientras el drama del honor es un concepto humano, es divino en el auto sacramental. Por lo demás, en el contexto religioso es considerando como los Diez Mandamientos y las leyes laicas.

1 Einleitung

“Los casos de la honra son mejores, porque mueven con fuerza a toda la gen- te.”1

(Lope de Vega)

Lope de Vega gilt als der Begründer des spanischen Nationaltheaters und als größter Dramatiker des Siglo de Oro. Nach seiner Dramentheorie war es das Ziel der Ehrendramen, dem Zuschauer einen außergewöhnlichen Fall von Ehrverletzung darzustellen, der ihn ihm Erstaunen erwecken sollte.

Bei Pedro Calderón de la Barca (1600 - 1681) werden in den dramas de honor die Protagonisten ebenfalls von einem rigorosen Ehrenkodex getrieben. Häufig führt der bloße Verdacht des Ehemanns, dass seine Frau ihn mit einem Liebhaber betrügen könnte, ihn zum festen Glauben an eine wahrhaftige Ehrverletzung.2Aufgrund der thematischen Häufigkeit des Ehebruchs der Frau, werden die Dra- men oft auch als dramas de celos, „Eifersuchtsdramen“, bezeichnet. Eine ent- scheidende Rolle in dem Drama spielt nicht die Eifersucht, sondern der Verlust der Ehre des Ehemanns und der damit zusammenhängenden Einbuße seines öf- fentlichen Ansehens, der mit einem solchen Ehebruch verbunden ist. Das 1650 aufgeführte Theaterstück El pintor de su deshonra, erzählt die Geschichte von einem Maler, der sich spät dazu entscheidet seinen sozialen Pflichten nachzu- kommen und eine wesentlich jüngere Frau heiratet. Diese hatte vor der Ehe einen Geliebten, den sie für tot hielte. Der Maler und Protagonist bleibt jedoch bis zu- letzt der festen Überzeugung, dass seine schöne Frau ihrem Entführer und ehema- ligen Liebhaber wiederstehen kann. Auch sie lässt nur in einem einzigen Moment, unter dem Eindruck eines Albtraums, in dem sie ihren eigenen Tod vorausgesehen hat, zu, dass dieser sie tröstend in den Arm nimmt. Der Protagonist und Ehemann, muss genau diese Szene mit eigenen Augen ansehen. Als Reaktion darauf, er- schießt er sowohl seine Ehefrau als auch den scheinbar Geliebten auf Verdacht er sei betrogen worden, um damit er seine verlorene Ehre wiederherstellen konnte.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich insbesondere mit der Frage, inwiefern die Ehre und der damit zusammenhängende Ehrenkodex in dem Werk dargestellt wird und dieser, ebenso wie seinem christlichen Kontext in diesem literarischen Werk und des auto sacramentals besondere Bedeutung zu Teil wird.

In den folgenden Ausführungen wird zunächst der Ehrbegriff im Siglo de Oro dargelegt. Darauffolgend werden die grundlegenden Charakteristika des Ehrdra- mas aufgeführt. Dieser Teil der Arbeit bildet die theoretische Grundlage für eine eingehende Analyse und einen Vergleich mit dem auto sacramental. Es wird da- bei spezifisch auf den Übergang des Ehrenthemas von der comedia zum auto sa- cramental eingegangen. Des Weiteren wird auch der christliche Kontext von Be- lang sein.

2 Der Ehrbegriff im Theater des Siglo de Oro

In diesem Kapitel soll zunächst der Ehrbegriff im Theater des Siglo de Oro er- läutert werden. Für den Begriff der Ehre werden häufig verschiedene Begriffe verwendet. Honor, steht für die von Gott gegebene Würde der Person, die das menschliche Verhalten im moralischen und ethischen Bereich steuert3. Honra (kann mit opinión gleichgesetzt werden): hierbei wird die weltliche Ehre verstan- den, wie beispielsweise der persönliche Wert eines Mannes, seine Tugenden und Qualitäten. Diese Ehre kann erworben und zerstört werden. Sie existiert nur in der Meinung der anderen (wie fama)4. Die genannten Begriffe sind unzertrennlich miteinander verbunden, bedingen sich gegenseitig und sind austauschbar.5Auf- grund der Ehrauffassung des gesamten Zeitalters spielt der Begriff honra eine we- sentliche Rolle in den Dramen. Der Mensch erwirbt die Ehre demnach nicht nur durch Mühe, Tatkraft und Verdienste, sondern sie wird ihm direkt von Gott gege- ben. Der Mensch hat die einzige Aufgabe, die Ehre zu bewahren. Zuletzt noch fama, welche ein von der Gesellschaft bestimmter Wert ist, die den Ruf einer Per- Kim Schneider: Das Thema der Ehre Seite | 6 son beurteilt. Jedoch nur in der Meinung der anderen oder der Öffentlichkeit exis- tiert.6

Im Allgemeinen ist Ehre der Oberbegriff für ein Wertesystem, das zunächst ei- ner Grundtatsache des gesellschaftlichen Lebens Rechnung trägt, das heißt gegen- seitiger Respekt und ein guter Ruf als Grundtatsache.7Des Weiteren ist sie von der Umwelt bzw. vom Umfeld abhängig. Die egalitäre Auffassung erkennt im Prinzip jedem Ehre zu. Bis auf einige Einschränkungen gibt es bei der Ehre keine Standesunterschiede, denn manchmal wird Nichtadeligen oder Frauen keine Ehre zuerkannt.8Die Ehrauffassung im Siglo de Oro und der damit zusammenhängen- de spanische Ehrbegriff geht auf das Mittelalter zurück.9Hier galt die Ehre als Attribut des Adelstandes (Wehrstand). Eine besondere Rolle hatte der Mut im Kampf und Ritterlichkeit (Fairness gegenüber dem Gegner, der Damen, Treue ge- genüber dem Lehnsherren), Ehre war somit Männersache in einer Kriegergesell- schaft. Für Frauen galt es Keuschheit und eheliche Treue zu bewahren. Der Mensch erwirbt seine Ehre nicht aus eigener Anstrengung heraus, sondern be- kommt sie vielmehr direkt von Gott verliehen, muss diese jedoch selbst bewahren. Der kleinste Verdacht oder die kleinste Anspielung können die Ehre verletzen, denn sie ist zerbrechlich wie Glas.10Calderón sagt hierzu:

! Que el honor, siendo un diamante, / puede un frágil soplo (¡ay Dios!) / abrasarle y consumirle […]11.

Durch Blutrache wird die verletzte Ehre wieder hergestellt, besonders Adeli- ge sind zur Ehrenrache verpflichtet, denn Vertuschung der Unehre würde als größte Schande gelten, es sei denn die Beleidigung kommt vom König, dann muss es so hingenommen werden.12

So auch in dem untersuchten Stück El pintor de su deshonra, hier führte ein bloßer Verdacht Don Juan Rocas dazu, dass er seine unschuldige Ehefrau Serafina und ihren vermeintlich Geliebten Don Álvaro umbringt, da er seine Ehre als ver- letzt sieht. Die ungeheure Tat erhält hier ihre gesellschaftliche Sanktionierung, indem der Autor die Väter der beiden Opfer das Geschehen ausdrücklich billigen lässt.13Hier steht die Eifersucht nicht in der üblichen Bedeutung der „Liebeseifer- sucht“, sondern sie steht als „Ehreneifersucht“ im Vordergrund.14

3 Das Ehrendrama

Das Ehrendrama besteht jeweils darin, dass ein Ehemann vermutet, dass seine Ehefrau eine ehebrecherische Beziehung habe und dann Rache ausübt und dies wenn möglich an beiden. Für die Männer ist es wichtig, die Ehre zu wahren oder zu rächen. Dieser Aspekt tritt in den Ehrendramen in den Vordergrund. Im folgendem werden die Merkmale des Ehrendramas dargestellt und anhand von Beispielen aus El pintor de su deshonra erläutert.

3.1 Bestimmung der allgemeinen Merkmale des

Ehrendramas

Zu den allgemeinen Merkmalen des Ehrendramas gehört ein typisches Hand- lungsschema. Indem der Ehemann (hier Don Juan) vermutet, dass seine Frau (Se- rafina) eine ehebrecherische Beziehung habe (mit Don Álvaro) und dann Rache ausübt. Dies wenn möglich an beiden, um seine Ehre und/oder sein familiäres Glück wieder zu gewinnen. Dies dann durch den Mord mit Blut reinwaschen kann.15Daneben gibt es jeweils dieselbe Grundkonstellation.

[...]


1Vgl. Lope de Vega: Arte nuevo de hacer comedias; Edición de Enrique García Santo-Tomá, 1 Bde., Madrid 1959, S.3.

2 Alfonso de Toro: Von den Ähnlichkeiten und Differenzen. Frankfurt am Main: Vervuert 1993, S.122-127.

3Hans-Joachim Müller: Das spanische Theater im 17. Jahrhundert. Berlin: Erich Schmidt 1977, S. 33,34.

4ebd.

5 ebd.

6Alfonso de Toro: Von den Ähnlichkeiten und Differenzen. Frankfurt am Main: Vervuert 1993, S.91-101.

7Hans-Joachim Müller: Das spanische Theater im 17. Jahrhundert. Berlin: Erich Schmidt 1977, S. 34-38.

8ebd., S.34-59.

9Alfonso de Toro: Von den Ähnlichkeiten und Differenzen. Frankfurt am Main: Vervuert 1993, S.51.

10Hans-Joachim Müller: Das spanische Theater im 17. Jahrhundert. Berlin: Erich Schmidt 1977, S.34.

11 Pedro Calderón de la Barca: A secreto agravia, secreta venganza, 297 und Hans-Joachim Müller: Das spanische Theater im 17. Jahrhundert. Berlin: Erich Schmidt 1977, S.34.

12ebd.

13Hans-Jörg Neuschäfer: Spanische Literaturgeschichte. Metzler: Stuttgart 1997, S.179.

14Alfonso de Toro: Von den Ähnlichkeiten und Differenzen. Frankfurt am Main: Vervuert 1993, S. 375.

15 ebd.

Details

Seiten
21
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668303010
ISBN (Buch)
9783668303027
Dateigröße
463 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v340878
Institution / Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen – Romanisches Seminar
Note
3,0
Schlagworte
thema ehre calderóns

Autor

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