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Welchen Nutzen haben Eco-Labels für Verbraucher und Unternehmen?

Hausarbeit 2015 27 Seiten

VWL - Umweltökonomie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Eco-Labels im Überblick
2.1 Die Basis: Was ist ein Eco-Label?
2.2 Arten und Vergabeverfahren von Eco-Labels

3. Beispiel Blauer Engel: Eco-Labels aus Verbraucher- und Unternehmenssicht
3.1 Nutzen für Verbraucher
3.2 Risiken für Verbraucher
3.3 Nutzen für Unternehmen
3.4 Risiken für Unternehmen

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Anzahl der Anzahl der Geschäftsberichte

Abbildung 2: Der Blaue Engel

Abbildung 4: DIN geprüftes Drei-Pfeile-Symbol des TÜV Rheinland

Abbildung 5: EPD des Instituts Bauen und Umwelt e.V. (IBU)

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: JahresentgeltfürZeichenbenutzer

Abstract

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der zentralen Fragestellung nach dem Nutzen von Eco-Labels für Verbraucher und Unternehmen. Ausgehend von dem Stellenwert ökologischer Gesichtspunkte in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wird ein Überblick über das Grundverständnis, die Arten und Vergabeverfahren von Eco-Labels in Deutschland gegeben. Am speziellen Beispiel des etablierten Eco-Labels der Blaue Engel werden Nutzen und Risiken für Verbraucher und Unternehmen sowohl im generellen als auch im speziellen aufgezeigt. Ein abschließender Ausblick weist auf die zukünftigen Herausforderungen für Eco-Labels hin.

1. Einleitung

Eco-Labels – gut für Verbraucher und Unternehmen oder doch nur mehr Schein als Sein? Seit nunmehr rund 40 Jahren spielt in Deutschland[1] der Umweltschutz politisch und gesellschaftlich eine immer wichtigere Rolle. Treibt auf der einen Seite die Politik mit zahlreichen Maßnahmen, Gesetzen und Vorgaben diese ökologisch-orientierte Entwicklung voran, verankern sich gleichzeitig auch in der öffentlichen Meinung und damit konkret in der Gesellschaft immer stärker ein klares Umweltbewusstsein und der Wunsch nach einer adäquaten Lebensweise. Insbesondere auf das Kaufverhalten der deutschen Verbraucher hat das sukzessiv wachsende Umweltbewusstsein deutliche Auswirkungen: Umweltkriterien fließen verstärkt in den Kaufentscheidungsprozess ein[2]. Für Unternehmen wiederum bedeutete die Ein- und Fortführung gesetzlicher Umweltrestriktionen zunächst eine Umstellung in ihren Produktionsprozessen. Mit der zunehmenden Nachfrage deutscher Verbraucher nach umweltschonend hergestellten Produkten ergab sich für die Unternehmen ein völlig neuer Absatzmarkt mit riesigen Potenzialen. Zwangsläufig notwendig wurde die Einführung signalisierender Kennzeichnungen für umweltschonend hergestellte Produkte, zur Dokumentation und auch zu Marketingzwecken des produzierenden Unternehmens einerseits sowie zur Information des Verbrauchers anderseits.

Der wirtschaftliche und gesellschaftliche Erfolg dieser sogenannten Eco-Labels, verstärkt durch den Trend eines weiter wachsenden Umweltbewusstseins, sorgt inzwischen für eine inflationäre Entstehung und Einführung entsprechender Zeichen und Symbole. Beim beispielhaften Blick in einen Supermarkt ergeben sich daher einige Fragestellungen: Wie soll der Verbraucher den Überblick behalten, was die einzelnen Eco-Labels bedeuten und welche Unterschiede es gibt? Bietet die Vielzahl der verwendeten Eco-Labels den produzierenden Unternehmen noch Vorteile? Oder kurz gefragt: Welchen Nutzen haben Eco-Labels für Unternehmen und Verbraucher?

Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über den Begriff und die Arten von Eco-Labels, zeigt am Fallbeispiel Blauer Engel Vor- und Nachteile von Eco-Labels für Unternehmen und Verbraucher auf und schließt in einem Fazit mit kurzem Ausblick.

2. Eco-Labels im Überblick

Im Bereich Umweltschutz zählt Deutschland weltweit zu den Pionieren und hat spätestens seit den 1970er Jahren die Weichen für einen nachhaltigen ökologischen Fokus in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gestellt. Als Folge zahlreicher politischer Richtlinien haben sich im Unternehmen-Verbraucher-Verhältnis in den letzten Jahren – durchaus analog zur Entwicklung in anderen Ländern – zahlreiche Eco-Labels zur Kennzeichnung umweltbewusst hergestellter Produkte etabliert.[3] Den verstärkten Einsatz von Eco-Labels zeigt ebenfalls Christoph Ullmer.[4]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

A bbildung1:Anzahl der Geschäftsberichte der DAX-30-Unternehmen, in denen Güte- oder Umweltsiegel verwendet werden

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Ullmer (2012), S.4

2.1 Die Basis: Was ist ein Eco-Label?

Bei der Untersuchung des Objekts Eco-Label ergeben sich drei Dimensionen, die es näher zu betrachten gilt: der Terminus, die Definition, die Gestaltung.

In der Praxis wiein der Literatur werden als Synonyme für den zu untersuchenden Terminus »Eco-Label« auch die Begriffe »Öko-Label«, »Umweltzeichen«, »Umweltgütezeichen«, »Qualitätssiegel«, »Gütesiegel«oderschlicht »Signet«verwendet. Neben der deutschen Version »Öko-Label« findet dabei der Begriff»Umweltzeichen«am häufigsten Verwendung. Im Rahmen dieser Arbeit werden in der Hauptsache und mit gleichgestellter Bedeutung die Begriffe»Eco-Label«und »Umweltzeichen«genutzt.

Analog zur Verwendung unterschiedlicher Benennungen existiert für den Terminus »Eco-Label« und seine Synonyme keine allgemeingültige und anerkannte Definition. Eine Ursache hierfür ist insbesondere in der unterschiedlichen Betrachtungsweise der oben genannten Begriffe zu suchen. Zur Veranschaulichung werden im Folgenden ausgewählte Definitionen kurz dargestellt. Heißt es bei den Vereinten Nationen zum Begriff Eco-Label „An eco-label is a voluntarytrademarkthatisawardedtoproductsdeemedtobelessharmfultotheenvironmentthanotherproductswithinthe same category“[5], so bezeichnet das Deutsche Institut für Normung ein Produkt dann als umweltfreundlich, wenn es einen gleichen Verbrauchsnutzen im Vergleich zu konventionellen Produkten erfüllt, aber im gesamten Prozess, von der Produktion über die Anwendung bis zur Entsorgung weniger Ressourcen verbraucht.[6] Den Begriff Gütesiegel beschreibt Fritz Nicklisch als Wort- und oder Bildzeichen, das als Garantieausweis genutzt wird, um Leistungen oder Produkte entsprechend zu kennzeichnen. Für den Erhalt des Gütesiegels muss das auszuzeichnende Objekt vorgegebene Eigenschaften erfüllen, die von entsprechenden Institutionen aufgestellt und überwacht werden oder gesetzlich vorgegeben sind.[7] Der Terminus »Öko-Labelling« wiederum steht Ursula Hansen und StephanKull zufolge als Kurzformfür„ökologiebezogeneAuszeichnung“[8]. Im Detail ist darunter der komplette Verlauf zu verstehen, der schließlich zur Information aller Marktteilnehmer über die ökologischen Eigenschaften des Produkts führt. In der Konsequenz bezeichneteinÖko-Labeldemzufolge ein ökologierelevantes Gesamturteil und stellt ein Instrument nicht nur zur Kennzeichnung, sondern auch zur Auszeichnung eines umweltfreundlichen Meinungsgegenstandes dar. Hierbei kann es sich sowohl um ein Unternehmen als auch um Dienstleistungen oder Produkte handeln.[9] Unabhängig von der konkreten Definition des Begriffs Eco-Label lässt sich festhalten, dass ausgezeichneteumweltfreundlicheProdukte verglichen mit einem Konkurrenzprodukt zwar einen ökologischen Mehrwert besitzen, die Gebrauchsfunktion allerdings identisch ist.[10]

Mit Blick auf die Gestaltung von Eco-Labels stellt der Begriff Label in fast allen Fällen eine Wort-Bild-Kombination an einem Produkt dar, die eine meist positive „Aussage zu einer bestimmten ausgeprägten Qualität trifft, die in einem Anforderungskatalog definiert ist und die von einer anerkannten externen Stelle definiert, geprüft und vergeben wird“.[11] Die Gestaltung eines Eco-Labels besitzt einen grundlegend wichtigen Stellenwert, da sie beim Verbraucher nicht nur für Aufmerksamkeit sorgt, sondern gleichzeitig ein Unterscheidungskriterium gegenüber anderen Eco-Labels darstellt.

[...]


[1] Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung, http://www.bpb.de/gesellschaft/umwelt/dossier-umwelt/61136/geschichte?p=all

[2] Vgl. Meffert et al. (2014) S. 72 bis 76

[3] Vgl. Kirchhoff (2000), S. 404 ff.

[4] Vgl. Ullmer (2014), S. 3

[5] Vgl. United Nation (1999 Paragraph 8), http://www.un.org/documents/ecosoc/cn17/1996/background/ecn171996-bp8.htm

[6] Vgl. Hopfenbeck und Jasch (1995), S. 40

[7] Vgl. Nicklisch (1969), S. 1

[8] Hansen und Kull (1995), S. 40

[9] Vgl. Hansen und Kull (1995), S. 407f

[10] Umweltfreundlich sind solche Produkte, bei deren Produktion, Konsum und Entsorgung weniger Umweltschäden verursacht werden als bei Substitutionsprodukten. Vgl. dazu Kaas, K.-P. (1993),S. 29

[11] Friesenbichler (2008) S.4, www.rfu.at/download/Labels_fuer_Nachhaltiges_Investment_12-2008.pdf

Details

Seiten
27
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668298880
ISBN (Buch)
9783668298897
Dateigröße
580 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v340178
Institution / Hochschule
Universität Hamburg
Note
2,0
Schlagworte
marketing nachhaltig eco ´öko label eco-label öko-label verbraucher konsumenten öko-siegel eco-siegel siegel
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Titel: Welchen Nutzen haben Eco-Labels für Verbraucher und Unternehmen?