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Inwiefern überträgt sich Georg Büchners Meinung über die Französische Revolution auf sein Werk „Dantons Tod“?

Hausarbeit 2015 10 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I Verlauf der Französischen Revolution anhand des Werkes Dantons Tod

II Büchners sozialrevolutionärer Ansatz in Straßburg und Grundstein seines politischen Handelns

III Gründe für Büchners Wahl der Terrorperiode bezüglich Dantons Tod

IV Politischer Einfluss der Kindheit und Nähe zum Volk

V Büchners Misstrauen gegenüber der Französischen Revolution

VI Literatur als politisches Werkzeug

VII Schlußfolgerung

Literatur- und Quellenverzeichnis

Einleitung

Büchner zählt zu den sozial engagierten Autoren des 19. Jahrhunderts und schreibt „Dantons Tod“ anhand von historischen Quellen, die seinem Werk Wahrhaftigkeit und Realität verleihen. Damit zeigt er seine Anteilnahme am politischen Geschehen und wendet sich bewusst gegen den Idealismus der früheren Zeit. Eine sehr markante Eigenschaft Büchners ist in der Tat sein Interesse gegenüber den Armen und geringen Leuten. Er ist kein Mensch des rein Intellektuellen, sondern lobt das Handeln des Menschen. Er fühlt sich in die Figuren ein und versucht nachzuvollziehen wie sie in der Realität gehandelt hätten. Diese gewisse Nähe zum Volk, die ihn menschlich macht, beeinflusst Büchners Gedankengänge und spielt eine immens große Rolle in seinen Werken. In meiner Hausarbeit werde ich auch auf die ideologischen und politischen Repressionen zusprechen kommen und inwiefern diese Büchners Reflexionen bestärken. Auch wenn sich meine Hausarbeit auf Büchners Gesellschaftsanalyse und soziale Entwicklung konzentrieren will, sollen auch andere Aspekte nicht gänzlich unbeachtet bleiben. Hoch interessant scheint es zu sein, wie er zum Phänomen der Französischen Revolution stand und inwiefern „Dantons Tod“ biografische Komponente enthält. Deshalb habe ich folgende Problematik für diese Hausarbeit ausgewählt und zwar, inwiefern Büchner seine Meinungsbildung bezüglich der Französischen Revolution auf sein Werk „Dantons Tod“ überträgt. Zuallererst werde ich auf den Verlauf der Französischen Revolution anhand von „Dantons Tod“ eingehen, um einen kurzen historischen Überblick zu verschaffen. Daraufhin werde ich versuchen zu erläutern, weshalb Büchner ausgerechnet diese Periode des Terrors in seinem Werk anspricht und was ihn in dieser Epoche geprägt hat. Anschließend werde ich auf sein persönliches Empfinden eingehen und betrachten, wie er seiner Umgebung gegenübersteht. Genauso werde ich untersuchen, welche Beziehung er zum Volk hat und wie er seine Nähe mehr oder weniger einschätzt und analysiert. Auffällig in diesem Werk ist der Bericht des materiellen Elends der Volksmasse, die in einem Herrschaftssystem gefangen wird, wo Gewalt an erster Stelle liegt. Er beschreibt es nüchtern, jedoch unterlässt er eine Reihe von Fragen, auf die ich versuchen werde im Laufe meiner Recherchen einzugehen. Während seines kurzen Lebens fühlte sich der Schriftsteller dem einfachen Volk verbunden. Mich reizt es zu wissen, woher dieses Interesse und die Faszination stammen. Zuletzt werde ich mich mit der Frage beschäftigen, wie er zur Literatur stand und ob er diese als Werkzeug benutzte, um politische Botschaften oder lediglich realistische Auskünfte zu übermitteln.

I Verlauf der Französischen Revolution anhand des Werkes Dantons Tod

„Dantons Tod“ ist ein 1835 erschienenes gesellschaftskritisches politisches Drama von Georg Büchner. Es spielt vor dem politischen Hintergrund der Französischen Revolution und handelt von der Hauptfigur Danton, der gewaltlos eine Republik schaffen will. Dieser wird jedoch wider allen Erwartens selbst zum Opfer, denn es wird deutlich, dass ein Herrschersystem unter der Führung von Robespierre mit Terror und Gewalt am Volk angewendet wird. Robespierre wird hier als die Verkörperung der revolutionären Bewegung unter Gewaltanwendung dargestellt. Hier zeigt er sich deutlich als ein repressiver Despot. Wer sich gegen ihn und seine Anhänger, die Jakobiner, stellt, wird zwangsläufig zum Volksfeind deklariert. Danton wird somit zum Tode verurteilt und stirbt als Opfer der Revolution. Büchner thematisiert in „Dantons Tod“ nicht die gesamte Französische Revolution, sondern bestimmte historische Ereignisse, auf die nahezu eingegangen wird. Er geht ganz besonders auf die Folgen der konservativen Politik seit dem Wiener Kongress im Jahre 1815 ein. Nach dem endgültigen Sieg über Napoleon wurden auf dem Wiener Kongress die politischen Strukturen in den europäischen Staaten neu geordnet. Der andauernde Konflikt zwischen den Armen und Reichen scheint ein wahrer Konflikt für Büchner zu sein und beeinflusst maßgeblich „Dantons Tod.“ Nach dem Juli-Aufstand von 1830, der hauptsächlich von Kleinbürgern und Studenten getragen wurde, etablierte sich das Großbürgertum mit gesellschaftlicher Macht und Ansehen. Diese Entwicklung verschlechterte die sozialen und politischen Gegensätze, so dass viele Arbeiter sich als Betrogene dieser Revolution betrachteten und sich in den folgenden Jahren mit Handwerkern und Langbesitzern verbündeten um das regierende Königtum zu bekämpfen. Ihre Aufstände wurden jedoch 1834 endgültig niedergeschlagen.

II Büchners sozialrevolutionärer Ansatz in Straßburg und Grundstein seines politischen Handelns

Während seines ersten Straßburger Aufenthaltes erlebte Büchner bedrückende Rückschläge hautnah mit. „Die politischen Verhältnisse könnten mich rasend machen“, schrieb er Anfang Dezember 1833 in einem Brief an seinen Freund August Stöber. “Das arme Volk schleppt geduldig den Karren, worauf die Fürsten und Liberalen ihre Affenkomödie spielen.“ Sein Medizinstudium in Straßburg wirkte auf sein Denken ein und begünstigte seine politische und soziale Anteilnahme sowie seine Handlungsbereitschaft. Diese zahlreichen historischen Ereignisse beeinflussten im Laufe der Zeit immer mehr Büchners Denken und förderten seine politische Bereitschaft zum Handeln. Er sehnte sich nach einer grundlegenden Veränderung. Er wurde ganz besonders von der Straßburger „Société des Droits de l’Homme et du Citoyen“ beeindruckt. So gründete er später in Gießen und in Darmstadt eine geheime „Gesellschaft der Menschenrechte“, wo Parolen wie „Krieg gegen die Reichen“ und „Alles Vermögen ist Gemeingut“ zum Vorschein kamen. Büchner entpuppte sich zu einem nahezu Vorkämpfer für eine gerechtere Gesellschaftsordnung nicht zuletzt unter dem Einfluss der Gesellschaftslehre von Karl Marx.

In Deutschland dagegen waren die Verhältnisse keineswegs besser. Nach dem Zerfall des Heiligen Römischen Reiches wurde Deutschland in 39 Einzelstaaten zusammengefasst. Die politische Zersplitterung innerhalb Deutschlands blieb somit weiterhin bestehen. Russland, Österreich und Preußen schlossen sich zur „Heiligen Allianz“ zusammen. Deren Ziel war es, demokratische Forderungen im Volk zu unterdrücken und die neue Ordnung zu schützen. Nach dem politischen Mord eines Studenten von Kotzebue 1817 entschloss der österreichische Außenminister und Staatskanzler Fürst Metternich mit den Karlsbader Beschlüssen vom August 1819, scharfe Maßnahmen gegen nationale und liberale Bewegungen, besonders innerhalb der Studentenschaft. Viele engagierte junge Schriftsteller wie Büchner, die sich für Freiheit und Fortschritt einsetzten, wurden unterdrückt und überwacht, so dass sie sich gezwungen fühlten, Deutschland zu verlassen. Durch die Pressezensur und die Einschränkungen der Meinungsfreiheit versuchte man jede oppositionelle Regung zu verfolgen und zu bestrafen. Männer wie Ernst Moritz Arndt, Christian Dietrich Grabbe, die Brüder Grimm gingen daran zugrunde. In dieser Periode herrschte eine Atmosphäre der Verunsicherung. Protestaktionen und Aufstände waren an erster Stelle. Büchners Heimatland Hessen galt als eines der fortschrittsfeindlichsten.

III Gründe für Büchners Wahl der Terrorperiode bezüglich Dantons Tod

Nachdem ich auf den historischen Verlauf der Französischen Revolution und ihre Folgen eingegangen bin, komme ich auf folgende Fragestellung zurück. Weshalb spricht Büchner gerade diese Periode des Terrors an und was möchte er damit bezwecken? Sieht er in der Literatur eine politische Dimension? Soll sie über reale politische Fakten mehr berichten und Stellung nehmen? Soll auch der geringe Mensch als potenzieller Held der Dichtung werden?

In „Dantons Tod“ spricht Büchner über die Septembermorde, die zwischen dem 2. September und dem 6. September 1792 stattfanden. Diese Periode galt als eine der dunkelsten Kapitel der Französischen Revolution. Nachdem die preußisch-österreichischen Truppen Gerüchte in Umlauf gesetzt hatten, dass Rache an den Revolutionären genommen werden sollte, stürmten die Menschen auf Frankreichs Gefängnisse. Anschließend kam es zu dauernden kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und seinen europäischen Machtrivalen, bis zu einer Art totalitären Systems und der Hinrichtung des Königs. Durch die Einführung der Diktatur von Robespierre beginnt sich die Lage des Volkes zu verschlimmern. Er verehrt die Prinzipien der Tugend und drängt sie mit Gewalt auf. Robespierre spielt in Büchners Werk, „Dantons Tod“ eine prägende Rolle, und zwar die, der Verkörperung der revolutionären Bewegung. Büchners Meinungsbildung über die Französische Revolution ist von der Person Robespierre geprägt und bestimmt. Sie wird in seinem Werk „Dantons Tod“ übertragen. Büchners Bild von der Revolution ist ein großes Misstrauen gegenüber der Politik. Dafür stellt er eine Diagnose auf und zeigt ein krasses Bild des Volkes als mittelmäßige und beschränkte Masse. Wegen der scharfen Kritik, die er ausübt, wird Büchner von den Polizisten und den Liberalen verfolgt. Büchner bezeichnet sogar die Liberalen als „Phrasendrescher“, denn hinter ihren Ankündigungen, gibt es kein Handeln zur Tat. Büchner steht für eine populäre Demokratie: das Volk entscheidet über das System. „Der Staat sind alle, die Ordner im Staat sind die Gesetze, durch welche das Wohl Aller gesichert wird und die aus dem Willen aller hervorgehen sollen.“

Laut Büchner hat der Begriff „Terror“ eine dramatische Art. Die ständigen Hinrichtungen lassen sich „am besten“ inszenieren. Daher kommt die Auswahl dieser Periode für sein Werk eventuell in Frage. Fiktion und Wirklichkeit sind zwei Aspekte, die sich laut ihm verbinden lassen und diese sind Bestandteile seines Lebens. In „Dantons Tod“ versucht er seine politische Reaktion zu verkörpern und mit dem Fiktiven zu verbinden. Er sieht ein, dass die politischen Prozesse zu seiner Zeit Frustrationen ausgelöst haben und dass die Politik die Leute nicht anspricht. Prägnant für diese Zeit ist, die Verwissenschaftlichung des Weltbilds. Diese Periode ist eine Zeit der Erneuerungen des gesellschaftlichen Modells. Die Bevölkerung merkt, dass sich Ihre Umwelt ändert und sie kann dazu beitragen mit der Hoffnung etwas ändern zu können. Man kann von einem Wandel der Mentalitäten sprechen. Büchner ist kein Verfechter einer theoretischen, politischen Revolution sondern der Verfechter einer sozialen, konkreten Revolution. Er zeigt durch sein Werk „Dantons Tod“ das Verwesende und das Tödliche in der Gesellschaft aber auch die optimistische Art den Tod zu behandeln.

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Details

Seiten
10
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668337480
ISBN (Buch)
9783668337497
Dateigröße
542 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v340067
Institution / Hochschule
Université Paul Verlaine Metz
Note
2.0
Schlagworte
inwiefern georg büchners meinung französische revolution werk dantons

Autor

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Titel: Inwiefern überträgt sich Georg Büchners Meinung über die Französische Revolution auf sein Werk „Dantons Tod“?