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Welche Rolle spielen Tod und Unsterblichkeit im Gilgamesch-Epos?

Hausarbeit (Hauptseminar) 2012 14 Seiten

Literaturwissenschaft - Allgemeines

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung Gilgamesch-Epos

Die Götterwelt

Gilgamesch, Enkidu und die Frage nach dem ewigen Leben

Bibliographie

Für meine Hausarbeit habe ich eher wenig Literatur verwendet, da die Anzahl von Büchern in der SUB über das Gilgamesch-Epos sehr begrenzt ist. Die Quellenlage ist meiner Meinung nach so schlecht, weil das Epos noch nicht so lange in europäische Sprachen übersetzt ist. Ich meine gelesen zu haben, dass die englische Übersetzung es erst 100 Jahre her ist. Wobei mir nicht klar ist, in wie weit es sich hierbei um eine aktuelle Quelle oder um eine bereits ältere Quelle handelte.

So habe ich mich im Wesentlichen auf die Übersetzung des Epos von Albrecht Schott und die Erläuterungen von Walther Sallaberger beschränkt. Aus der SUB habe ich noch zwei Bücher von Peter Jensen ausgeliehen, von denen ich mir hilfreiche Informationen erhoffte, doch beim Durchblättern ist mir aufgefallen, dass sie mir nicht weiterhelfen können, weil sie sich beim Vergleich vom Epos mit der Bibel beispielsweise mehr auf die Bibel als auf den Epos konzentrieren und mir so nur begrenzt hilfreich erscheinen. In der Bibliographie habe ich sie trotzdem aufgeführt, obwohl ich aus ihnen weder zitiert, noch sie mehr als teilweise überflogen habe.

Meine Hauptschwierigkeit beim Verfassen der Hausarbeit war im Vorfeld ein Thema zu finden und dann eine These, die ich beantworten kann und nicht nur eine Art Überschrift. Nach längerem Überlegen habe ich mich für diese entschieden, weil ich gerade diesen Aspekt des Gilgamesch-Epos so interessant fand.

Nun zum Aufbau meiner Hausarbeit: Zunächst werde ich den Epos zusammenfassen und etwas über den Aufbau sagen. Anschließend werde ich die Götterwelt erklären, da sie für das Epos von wichtiger Bedeutung ist. Schließlich komme ich auf mein Thema zu sprechen: der Tod und die Unsterblichkeit, die beide Hauptthemen des Gilgamesch-Epos sind.

Zusammenfassung Gilgamesch-Epos

Das Gilgamesch-Epos ist eine akkadische Dichtung, die auf Mythen und Sagen über den König von Uruk Gilgamesch beruht. Dabei bildet das Gilgamesch-Epos nicht die einzige Verwendungsmöglichkeit der Sagen und Mythen. Die jungbabylonische Fassung ist hierbei die neuste, die vom Dichter Sin-leqi-unninni im 11. Jahrhundert überarbeitet wurde.[1] Das Gilgamesch-Epos bestand ursprünglich aus elf Tafeln, denen aber später eine zwölfte Tafel, eine andere Übersetzung einer Erzählung, hinzugefügt wurde. Die Tafeln weisen leider sehr große Lücken auf, so dass Sallaberger zufolge von circa 38 % vollständigen Zeilen und 28% fehlenden Zeilen gesprochen werden kann.[2] Dietz Otto Edzard äußerte sich 1990 über den Erhaltungsstand wie folgt:

„ Stellen Sie sich ein beliebiges modernes Literaturwerk vor, ein Buch, aus welchem insgesamt ca. ein Drittel der Seiten herausgerissen ist; wo in einem weiteren Drittel teils nochmals ein Drittel vom Rand abgeschnitten ist; wo Buchwürmer oder Zigaretten Löcher gefressen und Hauptwörter, Präpositionen, Verben ganz oder halb aufgefressen haben; wo Tintenflecken ganze Zeilen bis zur Unkenntlichkeit entstellt haben. Dann haben Sie genau den Torso des Gilgamesch-Epos vor sich.“[3]

So fehlen häufig Teile der Tafeln, die entweder sinngemäß ergänzt, wenn möglich, oder auch offengelassen wurden, wenn der Sinn dem Übersetzenden, hier Albert Schott, nicht klar geworden ist. Hilfreich hierfür sind auch die älteren Gilgamesch- Ausgaben, bei denen die Teile unter Umständen vollständiger überliefert sind.

Hauptfigur des Epos ist Gilgamesch der Herrscher von Uruk im Alten Orient, der sein Volk unterdrückt und zu zwei Teilen Gott und ein Teil Mensch ist. Die Frauen der Stadt bitten darum die Götter um Hilfe. Infolge dessen erschafft die Muttergöttin Enkidu oder auch Engidu aus Ton, als Gegenpart zu Gilgamesch aus zwei Teilen Tier und ein Teil Mensch bestehend. Enkidu wächst in der Natur mit den Tieren auf als ihr Beschützer, in der er von einem Jäger entdeckt wird und Gilgamesch davon berichtet. Dieser schickt die Dirne Schamchat[4], damit sie Enkidu von seinen Tieren ablenkt. Sein Plan geht auf und Enkidu verbringt einige Nächte mit Schamchat und folgt ihr auf ihre Forderung hin nach Uruk sich auf einen Kampf mit Gilgamesch vorbereitend. In Uruk kämpfen Gilgamesch und Enkidu gegeneinander und werden dann Freunde.

Gilgamesch plant gegen Humbaba oder auch Chumbaba, der Wächter des Zedernwaldes, zu kämpfen, den Enkidu kennt und ihm deshalb davon abrät. Auch die älteren Bewohner von Uruk warnen Gilgamesch vor Humbaba, doch dieser hört weder auf sie, noch auf Enkidu. So befehlen sie Gilgamesch unter Enkidus Schutz. Ninsun oder auch Ninßun, Gilgamesch Mutter, adoptiert Enkidu vor Beginn der Reise. Dann beginntdie Reise zum Zedernwald, auf der Gilgamesch zwei Träume hat, die Enkidu zu deuten weiß: Ein Traum von einem stürzenden Berg und der zweite von einem todbringenden Unwetter, die den Sieg über Humbaba nach einer großen Gefahr symbolisieren. Tatsächlich besiegen die beiden Humbaba, doch nur durch die Hilfe Schamasch[5], der Winde schickt, die Humbaba fixieren. Nachdem er besiegt ist, bittet Humbaba um sein Leben, doch Enkidu fordert seinen Bruder dazu auf, ihn zu töten, da er ihn beleidigt hat. Humbaba wird von Gilgamesch und Enkidu erschlagen und verflucht mit seinen letzten Worten Enkidu. An der Todesstätte Humbabas bauen sie einen Tempel aus Zedernholz, den sie Enlil[6] widmen. Anschließend machen sie sich auf die Rückreise nach Uruk.

Dort bietet Ischtar, die Stadtgöttin Uruks, Gilgamesch an, ihn zu heiraten. Gilgamesch aber ist sich ihres Status als treulos und als bekannt für ihre vielen verstoßenen Liebhaber bewusst und hält ihr dieses als Hinderungsgrund vor. Wütend fordert Ischtardaraufhin ihren Vater Anu[7] auf, ihr den Himmelstier zu überlassen, um Gilgamesch zu bestrafen. Da sie ihren Vater unter Druck setzt und auch beteuert die Voraussetzungen für die Verwendung des Himmelstier getroffen zu haben[8], überlässt ihr Anu diesen. Der Stier zerstört viel auf der Erde, doch Enkidu gelingt es ihn am Schwanz festzuhalten und Gilgamesch tötet ihn. Das Herz des Stiers opfern sie Schamasch und die Hörner stiftet Gilgamesch seinem Gott Lugalbanda als Ölgefäße. Die Hüfte aber wirft Enkidu Ischtar hinterher und zieht damit ihre Wut auf sich. Endlich kann Gilgamesch Heldentum mit einem großen Fest gefeiert werden.

In der darauffolgenden Nacht träumt Enkidu von einer Götterversammlung, deren Grund er sich nicht vorstellen kann. Wirklich tagen die Götter und beschließen seinen Tod, der dann auch bald eintritt. Gilgamesch ist über Enkidus Tod sehr verzweifelt, lässt eine Statue von ihm anfertigen und sucht nach Gaben unter seinen Schätzen, die er seinem Freund und Bruder als Gaben für die Unterweltgötter ins Grab legen kann. Durch Enkidus Tod beginnt Gilgamesch sich Gedanken über das ewige Leben zu machen und es zu suchen. Er macht sich auf den Weg zu Utnapischti, der das ewige Leben haben soll. Zwischendurch begegnet er den Skorpionmenschen, die ihm den Weg von zwölf Meilen durch den völlig dunklen Tunnel weisen, der zu dem „Ort der Sonne, eine(…)(m) Garten von Edelsteinen“[9] führt. Bevor er aber zu Utnapischti gelangen kann, muss er das Wasser des Todes überqueren, welches nur Schamasch und Utnapischtis Schiffer Urschanabi möglich ist. Da Gilgamesch die sogenannten „Steinernen“[10], vermutlich die Schienen über das Wasser des Todes, zerstört, muss er sie ersetzen, was ihm gelingt. So steht er bald vor Utnapischti und wundert sich über dessen „normale“ Erscheinung und das fehlende „Besondere“ der Unsterblichkeit. Auf seine Frage hin, verrät ihm Utnapischti das Geheimnis seiner Unsterblichkeit. Die Götter beschlossen die Menschen zu vernichten durch eine Sintflut, doch Utnapischti rettete seine Familie und alle Lebewesen durch den Bau einer Arche. Durch ein Opfer Utnapischti besänftigt, gaben die Götter ihm das ewige Leben. Wenn Gilgamesch es schafft die Prüfung, sechs Tage und sieben Nächte nicht zu schlafen, zu bestehen, erlangt er ebenfalls die Unsterblichkeit. Dies gelingt ihm nicht. Urschanabi und Gilgamesch machen sich wieder auf den Weg und suchen zunächst ein Verjüngungskraut, das sich Utnapischti zufolge auf dem Meeresgrund befinden soll.

[...]


[1] Vgl. auch Sallaberger (2008) S.9

[2] Vgl. auch Sallaberger S. 19

[3] Sallaberger S. 19f.

[4] Dirne von der Stadtgöttin Ischtar

[5] Sonnengott

[6] Hauptgott

[7] Himmelsgott

[8] Genug Korn gelagert, um die Menschen über die folgenden sieben erntearmen Jahre zu bringen.

[9] Sallaberger S. 16

[10] Sallaberger S. 16

Details

Seiten
14
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783668288911
ISBN (Buch)
9783668288928
Dateigröße
597 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v339337
Institution / Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen – Religionswissenschaft
Note
2,7
Schlagworte
welche rolle unsterblichkeit gilgamesch-epos

Autor

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