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Naturkatastrophen und ihre Auswirkungen. Eine Ausarbeitung

Ausarbeitung 2016 12 Seiten

Biologie - Ökologie

Leseprobe

Naturkatastrophen

1.1. Was sind Naturkatastrophen? Ein kurzer Einstieg in den Begriff
1.2 Klimawandel, Naturkatastrophen und ihre Folgen
1.3. Ein kleiner Einblick in einige Naturkatastrophen
1.4. Naturkatastrophen und seine gravierenden Folgen insbesondere für Asien
1.5.Migration infolge von Naturkatastrophen

Literaturverzeichnis

1.1. Was sind Naturkatastrophen? Ein kurzer Einstieg in den Begriff

„Naturkatastrophen ereignen sich nicht in der Natur selbst, sondern stets in Bezug auf eine von einem Naturereignis betroffene Gesellschaft.“[1]

Eine Naturkatastrophe ist eine natürlich entstandene Veränderung der Erdober­fläche oder der Atmosphäre, die auf Lebewesen und deren Lebensart katastrophale Folgen hat. Plötzliche massive Störungen mit sehr großem folgendem Schaden wer­den als Katastro­phen bezeichnet. Spricht man von „Natur“ in Verbindung mit Katastro­phe, wird zugleich ein Erklä­rungsmuster angedeutet, indem man mit der Zufügung „Natur“ einen Ver­ursacher an­spricht. Nach dem Buch „Naturrisiken und Sozialkatastrophen“ von Carsten Fel­gentreff wird nach der KVor­schrift zitiert: „Eine Katastrophe ist eine Ausnahme­situation, in der die tägli­chen Lebensge­wohnheiten der Menschen plötzlich unterbrochen sind und die Betroffenen infolge­dessen Schutz, Nahrung, Kleidung, Unterkunft, medizinische und soziale Fürsorge oder anderes Le­bensnotwendige benötigen.“ [2] Natürliche Prozesse wie Erdbe­ben, Vulkanausbrü­che und Schnee­lawinen werden als Naturereignis angesehen, wenn sie keine Gefahr für den Men­schen oder ihr Eigentum darstellen. Sind sie eine Bedrohung für Ge­sell­schaftssysteme, werden sie als Naturgefahren bezeichnet. Sie beschreiben einen einge­tretenen natürlichen Prozess bzw. eine Gefahr, bei der hohe Verluste an Men­schenleben oder mate­riellen Werten entstehen, so­dass die betrof­fene Gesellschaft Hilfe beim Wiederaufbau benö­tigt. Katastrophen defi­nieren eine Überle­bensbedrohung und die Vernichtung von Individuen oder größe­ren Sozialsyste­men, die entscheidungsunabhängigen Ursachen zu­gerech­net werden.[3]

1.2 Klimawandel, Naturkatastrophen und ihre Folgen

Der Klimawandel, seine Ursachen und Folgen sind immer öfter Thema in den Medien. Jedoch werden in den Medien aktuelle Wetterereignisse gelegentlich zu vorschnell als Folge des Kli­mawandels bekannt gemacht. Ist der Klimawandel wirklich Ursache der folgenden Naturka­tastrophen?

Der Klimawandel ist nicht immer Grund von Naturkatastrophen. Dennoch lassen sich einige Wetterkapriolen zuverlässig auf den Klimawandel zurückführen. Es kann auch davon ausge­gangen werden, dass die Zahl der Wetterereignisse in den kommenden Jahrzehnten aufgrund des Klimawandels zunehmen wird.[4] Ein Grund, weshalb es schwer vor­auszusagen ist, wie sich das Klima in naher Zukunft verändern wird und wie die Tier und Pflanzenwelt auf diesen vom Mensch ver­ursachten anthropogenen Klimawandel reagieren werden, liegt in der Kom­plexität des Kli­masystems. Das Klima wird von vielen verschiedenen Fak­toren, wie z.B. Son­neneinstrahlung, Mee­resströ­mungen, Luft etc., beeinflusst. Hinzu kommt, dass es in der Ver­gangenheit immer wieder zu einem Klimawandel kam. Doch diese Klimaer­eignisse waren weder vom Menschen noch durch die Erderwärmung ver­ursacht. So gibt es keine Ver­gleichs­daten mit deren Hilfe man vorhersagen könnte, welche Folgen ein solcher Klimawan­del haben wird. Prognosen erweisen sich häufig als hinterlistig, gelingen nur in begrenzten Berei­chen und erweisen sich nicht immer zutreffend. Das liegt öfters an den unsiche­ren Vor­hersa­gen des Verhaltens der Atmosphäre.[5] Die Weltmitteltemperatur ist in den letzten 100 Jahren angestiegen, allerdings etwas weniger, als von Klimamodellrech­nungen erwartet. Selbst das Wetter lässt sich nur in Grenzen vorhersagen. Die 24 Stunden Wetter­vorhersage weist heute eine Trefferquote von 85%, doch je weiter man den Blick in die Zu­kunft richtet, umso mehr geht diese Trefferquote zurück. Das liegt an physikali­schen Vereinfa­chun­gen, besonders weil nur drei Größenordnungen von Zirkulationsmo­dellen realisiert werden und nicht alle.[6] Die nicht erfassten subskaligen Effekte wachsen jedoch an, dringen in Modellska­len ein und füh­ren dazu, dass sich Modellrechnungen und Realität immer stärker von­einander trennen. Aus die­sen Grün­den kann man schlussfolgern, dass Klimaänderun­gen sich nicht vorhersagen las­sen. Dennoch gibt es bedingte Vorhersagen, mit der man mit hoher Wahrscheinlichkeit Kli­maver­änderun­gen deuten und prognostizieren kann. Aufgrund der Komplexi­tät und Unsi­cher­heit des Klimas sind sich auch nicht alle Klimatologen einer Meinung.[7] Besonders bei Klimaele­men­ten, wie z.B. Wind, Wellenhöhe und Naturkatastro­phen, ergeben sich noch grö­ßere Probleme der Datenerfassung und –interpretation.[8] Klima­schwankungen sind außerdem vielfältig beeinflusst durch alle Sphären des Erdsystems (Erdkruste, Bo­den, Wasser), Platten­tektonik, tektonische und geolo­gische Vul­kanausbrüche, Pendeln der Erdachse, Zyklen der Sonnenak­tivität und dem anthro­po­genen Treib­hausef­fekt.[9] Naturkatastrophen können nicht nur vom anthropogenen Klimawan­del stammen, sondern auch von weiteren menschlichen Ein­flüssen in der Natur, wie Flussbe­gradigungen, Abholzung, Flächenversie­gelung, Bergbau etc. Dennoch stellt sich die Frage, ist der anthro­pogene Treibhauseffekt schuld am Klimawandel?

Eine Antwort auf diese Frage gibt es nicht aus folgenden Ursachen: Die Klimavorausberech­nungen haben nur allgemeine Modelle, die nur einen Teil des Klimageschehens abbilden. Klima­modellrechnungen beachten auch vulkanische und solare Effekte nicht. Außerdem sind Klimatrends und –fluktuationen nichts Neues, denn sie können auch natürlichen Ursprungs sein. Dieses stellt auch ein Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) dar.[10] Der letzte Grund zeigt auf, dass das Klima zu komplex ist, um diese Frage zu beantwor­ten.

Hermann Flohn hat im Bereich Ostatlantik und Europa in den Jahren 19611988 und die Winterjahres­zeit eine Intensivierung der Westströmungen um 2040% gefunden, welche de­ckungsgleich zu den winterlichen Orkanhäufungen im Winter 1989/90 sind.[11] Dennoch kann es nicht als Be­weis für den anthropogenen Treibhauseffekt gelten, da es auch natürlich ent­standen sein konnte. Es ist zurzeit noch fragwürdig, ob und in welchem Ausmaß der Mensch für die glo­bale Klimaer­wärmung verantwortlich ist aufgrund der Komplexität des Klima­s. Um sichere wissenschaftliche Aussagen über den Zusammenhang von Treibhauseffekt und der Zahl der Naturkatastrophen treffen zu können, ist die Datenlage jedoch zu gering.

Gerhard Berz, Chef der Georisikoforschung, behandelt das Thema der Naturkatastrophen unter dem Gesichtspunkt, was die Menschheit erwartet und wie sie sich vor Katastrophen vorsorgen könnte. „Wenn es so weitergeht, geht es bald nicht mehr weiter“, betont Berz, in der er eine Statistik der sechziger Jahre über große Naturkatastrophen mit der der Jahre zwi­schen 1999 und 2008 ver­gleicht.[12] Er stellt fest, dass sich die jährliche Zahl großer Naturka­tastrophen fast verdoppelt hat. Ebenso erklärt er alle vorkommenden Extremereignisse der Natur; z.B. hängen 90% aller Erdbeben mit der Erdkrustenbewegung zusammen. Für die Natur ist dies keine Katastrophe, sondern ein natürlicher Vorgang. Anders ist es bei den Menschen, welche Erdbeben häufig als Naturkatastrophen anrechnen aufgrund der schweren Folgen.

Nach Untersuchun­gen der Münchener Rück hat die Zahl der Naturkatastrophen in den letzten Jahr­zehnten deut­lich zuge­nommen.[13] Außerdem häufen sich schon heute Naturkatastro­phen, wie Hurrikans oder Über­schwemmungen über Mitteleuropa und Hitzewellen in den USA. Es wird vermutet, dass der Klimawandel extreme klimabedingte Naturkatastro­phen auch heut­zutage schon fördert. Diese können Vorboten einer anthropogenen Klimaän­derung sein.[14] Die Häufigkeitsstei­ge­rung von Stürmen scheint schlüssig, dennoch bleibt die Unsicher­heit der Intensitätssteigerung der Katastro­phen. Wi­dersprüche, was die erwartete Zunahme der Häu­figkeiten angeht, gibt es dennoch.[15] Folgen des Klimawandels, insbesondere was die zukünf­tige Naturkatastrophenhäu­figkeit betrifft, sind trotz allem nur Prognosen. Es wird aber sicht­bar, dass viele Regionen der Erde unter den Fol­gen des Klimawandels bei Na­tur­katastro­phen lei­den und die Lebensbedingungen der Menschen sich schrittweise ver­schlech­tern wer­den.

Der Klimawandel bedroht laut dem Generalsekretär der Internationalen Föde­ration der Rot­kreuz und Rothalbmondgesellschaften Markku Niskala die Wirksamkeit der humanitären Hilfe weltweit und begünstigt die Krankheitsaus­breitung.[16] Nach Ansicht des Wissenschaftli­chen Beirats der Bundesregierung Globale Umwelt­veränderungen(WBGU) wird sich die Ge­fährdung vieler Regionen durch Naturkatast­rophen aus zwei Gründen noch verstärken.[17] Ex­treme Wetterereignisse und Klimazonenverschie­bungen infolge des Klimawan­dels erhöhen das Gefahrenpotenzial. Zusätzlich verstärkt sich die Verwundbarkeit vieler Regionen durch die große Variationsbreite der weltwei­ten sozioökonomischen Veränderungen und die daraus erwachsenden Schwierigkeiten für Mensch und Natur. Die Auswirkungen reichen bis zur Zer­stö­rung empfindlicher Ökosysteme mit gravie­renden Folgen für die Gesellschaft, sowie Flora und Fauna.

Heftige und häufige Regenfälle in einigen Gebieten werden zu Überschwemmungen, Schlammlawinen und Flutkatastrophen führen. Diese Überschwem­mungen werden dazu füh­ren, dass landwirtschaftliche Anbauflächen verloren gehen und Bo­denerosion auftritt. Durch den Meeresspiegelanstieg gehen auch Küstenflächen verloren, wodurch Lebens und Wirt­schaftsräume zerstört werden. Zusätzlich werden durch Naturkatast­rophen Lebensräume ver­nichtet, die zur Klimastabilisierung dienen.

Nach Angaben der UNO sind etwa 90% der Natur­katast­rophen wie Stürme oder Über­schwemmungen klimabedingt.[18] John Holmes, stellver­tretender UNOGeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten, sagte, dass einige der größ­ten Städte der Welt durch ihre Lage in Küstennähe mit Millionen von Einwohnern zunehmend bedroht seien.[19] Außerdem habe sich nach Angaben des Roten Kreuzes in den vergan­genen 20 Jahren die Zahl der durch den Kli­mawandel verursachten Naturkatast­rophen verdoppelt.[20] Es haben sich 400 schwere Über­schwemmungen, Stürme und Hitzewel­len pro Jahr ereignet. So stieg auch die Naturkatastro­phenzahl von 1997 bis 2006 um 60%, sagte Markku Niskala.[21] In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben Naturkatast­ro­phen auf der Nordhalb­kugel um 24% zuge­nommen.[22]

[...]


[1] Zit. nach Schmidt-Wulffen 1982, S. 139, Vgl. Carsten Felgentreff/Thomas Glade(Hrsg.): Naturrisiken und Sozialkatastrophen, Berlin, 2008, S. 3.

[2] Zit. nach K-Vorschrift 1988, S.2, Vgl. ebenda.

[3] Vgl. Carsten Felgentreff/Thomas Glade(Hrsg.): Naturrisiken und Sozialkatastrophen, S. 1ff. u. S. 226 ff. siehe auch weitere Naturkatastrophendefinitionen

[4] Vgl. http://www.klimawandel.org/.

[5] Vgl. Christian-Dietrich Schönwiese: Klima im Wandel: Von Treibhauseffekt, Ozonloch und Naturkatastrophen, Reinbeck bei Hamburg, 1994, S. 94.

[6] Vgl. ebenda, S. 98.

[7] Vgl. ebenda, S. 151.

[8] Vgl. ebenda, S. 188.

[9] Vgl. Inge Niedek/Harald Frater (Hrsg.), Naturkatastrophen: Wirbelstürme, Beben, Vulkanausbrüche- Entfesselte Gewalten und ihre Folgen, Berlin, 2004, S. 122.

[10] Vgl. Christian-Dietrich Schönwiese: Klima im Wandel, S. 153.

[11] Vgl. ebenda, S. 189.

[12] Zit. nach Gerhard Berz, Wie aus heiterem Himmel? - Naturkatastrophen und Klimawandel, was uns erwartet und wie wir uns darauf einstellen sollten, München, 2010, S. 149. Vgl. auch Klaus-Dieter Sedlacek: Zunahme von Naturkatastrophen durch Klimawandel?, http://www.freiewelt.net/blog-1654/zunahme-von-naturkatastrophen-durch-klimawandel%3F.html.

[13] Vgl. Volker Quaschning: Klimawandel und Naturkatastrophen, http://www.volker-quaschning.de/datserv/katastrophen/index.php.

[14] Vgl. Inge Niedek/Harald Frater (Hrsg.): Naturkatastrophen: Wirbelstürme, Beben, Vulkanausbrüche- Entfesselte Gewalten und ihre Folgen, S. 127.

[15] z.B. : Eine Häufigkeitszunahme tropischer Wirbelstürme im Bereich des Atlantischen und Nordindischen Ozeans ist bisher nicht festzustellen. Jedoch zeigt sich der Beginn der Daten erst im Jahre 1950, was sich deshalb nicht als aussagekräftig erweist. Vgl. Christian-Dietrich Schönwiese, Klima im Wandel: Von Treibhauseffekt, Ozonloch und Naturkatastrophen.

[16] EPD/AP/FSL: Naturkatastrophen durch Klimawandel verdoppelt, 21.01.2008 http://www.welt.de/politik/article1576996/Naturkatastrophen_durch_Klimawandel_verdoppelt.html.

[17] Vgl. Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung: Globaler Wandel verstärkt Gefährdung durch Naturkatastrophen, http://www.wbgu.de/wbgu_presse_96_4d.html.

[18] Vgl. Ivan Sarenas: UNO warnt vor Katastrophen durch Klimawandel, 16.06.09, http://www.klimainfo.ch/de/news/single-news/article////uno-warnt-vor-katastrophen-durch-klimawandel/1/.

[19] Vgl. ebenda

[20] Vgl. EPD/AP/FSL: Naturkatastrophen durch Klimawandel verdoppelt, 21.01.2008 http://www.welt.de/politik/article1576996/Naturkatastrophen_durch_Klimawandel_verdoppelt.html.

[21] Vgl. ebenda.

[22] Vgl. Ivan Sarenas: UNO warnt vor Katastrophen durch Klimawandel.

Details

Seiten
12
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668287822
ISBN (Buch)
9783668287839
Dateigröße
464 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v338966
Note
Schlagworte
Naturkatastrophen Klimawandel Migration Asien

Autor

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