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Positive Psychologie. Grundlagen und Anwendungsbereiche

Hausarbeit 2014 17 Seiten

Psychologie - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Positive Psychologie
2.1 Allgemeine Grundlagen der Positiven Psychologie
2.2 Anwendungsbereiche und Praxis der Positiven Psychologie
2.3 Kritische Reflexion

3. Die Theorie des Wohlbefindens nach Martin Seligmann
3.1 Fünf Elemente des Wohlbefindens
3.2 Flourishing als Ziel der Positiven Psychologie
3.3 Kritische Reflexion

4. Achtsamkeit
4.1 Mindfulness-based Stress Reduction nach Jon Kabat-Zinn
4.2 Kritische Reflexion
4.3 Achtsamkeit im Kontext der Positiven Psychologie
4.4 Förderung von Achtsamkeit und Wohlbefinden im Rahmen eines Freizeitpädagogischen Angebots für Kinder

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Aufgrund der Beobachtung, dass in den Medien vermehrt über eine steigende Zahl psychischer Erkrankungen wie beispielsweise Burnout oder Depression berichtet wird, beschäftigt sich diese Arbeit mit der Positiven Psychologie, da sich diese psychologische Richtung mit Konzepten wie Wohlbefinden und Achtsamkeit befasst. In der folgenden Arbeit soll zunächst ein allgemeiner Überblick über die Positive Psychologie, als eigenständige wissenschaftliche Disziplin innerhalb der Psychologie, gegeben werden. Das Kapitel 2 dieser Arbeit beschäftigt sich somit mit dem Grundgedanken der Positiven Psychologie, der Erforschung und Kultivierung positiver Aspekte menschlichen Erlebens und Verhaltens. Im weiteren Verlauf dieses Kapitels werden die Grundsäulen der Positiven Psychologie dargestellt, sowie ein kurzer Überblick über mögliche Anwendungsbereiche gegeben. Da sich die Positive Psychologie mit verschiedenen Konzepten beschäftigt, die sich auf die positiven Aspekte der Menschen, beispielsweise positive Emotionen, Stärken und Talente konzentrieren, werden im weiteren Verlauf der Arbeit die Konzepte Wohlbefinden und Achtsamkeit näher betrachtet. In Kapitel 3 wird dementsprechend die Theorie des Wohlbefindens nach dem amerikanischen Psychologen und Pionier der Positiven Psychologie Martin Seligmann vorgestellt. Diese Theorie gibt ein Beispiel dafür, wie sich das Wohlbefinden von Menschen messen und steigern lassen kann. Das letzte Kapitel beschäftigt sich gezielt mit dem Konzept der Achtsamkeit. Anhand des von Jon Kabat-Zinn entwickelten Mindfulness-based Stress Reduction Programms, wird erläutert, wie sich Achtsamkeit gezielt schulen und anwenden lässt. Alle Kapitel schließen mit einer kritischen Reflexion ab. Zum Schluss wird anhand eines Praxisbeispiels der Sozialen Arbeit veranschaulicht, wie sich zum Einen Wohlbefinden und zum Anderen Achtsamkeit im Rahmen eines freizeitpädagogischen Angebots für Kinder gezielt fördern lassen könnten.

2. Positive Psychologie

Die Positive Psychologie ist eine eigenständige Richtung innerhalb der Psychologie, die ihr Hauptaugenmerk darauf legt, diejenigen Aspekte menschlichen Erlebens und Verhaltens zu erforschen und zu kultivieren, die zu einem glücklichen, sinnerfüllten und erfolgreichen Leben verhelfen. Sie geht den Fragen nach, was das Leben lebenswert macht und wie sich das Positive im Leben der Menschen vermehren lässt. Die Positive Psychologie erforscht unter anderem Wohlbefinden, Zufriedenheit, Talente und Stär- ken der Menschen und beleuchtet die positiven Auswirkungen auf das eigene Leben sowie das Leben anderer Menschen. Die Positive Psychologie versteht sich als eine ergänzende, beziehungsweise komplettierende Disziplin der Psychologie, da sie sich jenen Bereichen widmet, denen bislang wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde (Ruch, Proyer, 2011 S. 84 f.). Dazu zählen unter anderem Glück und Wohlbefinden so- wie Charakterstärken und Talente. Besonders die Auswirkungen des zweiten Weltkrie- ges sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass sich die Psychologie im Allgemeinen verstärkt auf die Erforschung und Heilung seelischer Erkrankungen konzentriert (Auhagen, 2008, S. 2). Die Positive Psychologie versucht hier eine Balance zu schaffen, indem sie sich nicht auf die negativen Aspekte und die Herstellung eines er- träglichen Zustandes für Menschen in Krisensituationen beschränkt, sondern sich ge- zielt mit den positiven Aspekten des menschlichen Erlebens und Verhaltens beschäftigt (Ruch, Proyer, 2011, S. 84). Der Fokus dieser Wissenschaft liegt demnach darauf, zu einer optimalen Entwicklung von Menschen, Gruppen und Institutionen beizutragen (Brendtro, Steinebach, 2012 S. 21). Um eine positive psychische Entwicklung zu be- günstigen, geht es darum, im Leben sogenannte Aufwärtsspiralen zu entwickeln (En- gelmann, 2012, S. 18). Dies bedeutet, durch Stärkung und Vermehrung positiver Emo- tionen, gemäß der Broaden and Build Theorie der Psychologin Barbara Fredrickson, positive Gewohnheiten zu entwickeln und somit neue Handlungsalternativen zu schaf- fen. In der daraus entstehenden Aufwärtsspirale, bilden sich dann langfristige Ressour- cen, die Menschen in Ihrem Alltag einsetzen können, um beispielsweise schwierige Si- tuationen einfacher bewältigen zu können (Ruch, Proyer, 2011, S. 86). Zusammen- fassend lässt sich sagen, dass die Positive Psychologie Menschen darin unterstützen kann, das Positive in ihrem Leben zu erkennen und gezielt zu vermehren. Obwohl sich die Positive Psychologie speziell mit Aspekten beschäftigt, die sich auf das eigene Wohlbefinden richten, gibt es zudem Aspekte, wie Güte und Vergebung, die sich spezi- ell mit den positiven Auswirkungen des Menschen auf sein soziales Umfeld beschäfti- gen (Engelmann, 2012, S. 9).

2.1 Allgemeine Grundlagen der Positiven Psychologie

Nach Auhagen (2008, S. 2) basiert die Positive Psychologie auf drei allgemeinen Grundlagen. Zunächst ist hier zu nennen, dass die Positive Psychologie ihren Fokus gezielt auf das Positive, wie positive Emotionen, Stärken und Ressourcen der Menschen richtet. Sie versucht den Menschen ihre bereits bestehenden positiven Aspekte zu vergegenwärtigen und diese zu verstärken. Des Weiteren basiert sie auf einer Vielzahl von wissenschaftlich begründeten Theorien und Studien, welches der zweiten Grundlage, dem Anspruch auf eine wissenschaftliche Fundierung entspricht. Als letztes ist zu nennen, dass die Positive Psychologie danach strebt, das Erleben und Verhalten der Menschen in ihrem Alltag positiv zu beeinflussen (Engelmann, 2012 S. 2-3).

2.2 Anwendungsbereiche und Praxis der Positiven Psychologie

Die Einsatzmöglichkeiten der Positiven Psychologie erstrecken sich unter anderem auf die Bereiche der Gesundheits- und Arbeitspsychologie. Ein Grund dafür ist, dass be- sonders im Kontext von Arbeit eine stets steigende Zahl von psychischen Erkrankun- gen, wie beispielsweise Burnout oder Depression zu verzeichnen sind und diese eine ebenso steigende Zahl an Krankschreibungen nach sich ziehen. Speziell hier wächst der Bedarf an Präventionsmaßnahmen (Engelmann, 2012 S. 7). Gegenstand vieler Behandlungen sind positive Interventionen. Diese Interventionen, beispielsweise in Form von gezielten Aktivitäten, sollen die Klienten in der Erlangung und Steigerung po- sitiver Gefühle sowie positiver Verhaltensweisen und Kognitionen unterstützen (Ruch, Proyer, 2011, S. 85). Weitere Anwendungsbereiche der Positiven Psychologie sind Coaching, Pädagogik, Organisationspsychologie und Psychotherapie (Ruch, Proyer, 2011, S. 90).

2.3 Kritische Reflexion

Besonders der Name „Positive Psychologie“ wird kritisch betrachtet. Da aufgrund die- ser Bezeichnung eine positive Wertung erfolgt, lässt sich daraus schlussfolgern, dass sich die allgemeine Psychologie bislang ausschließlich mit „negativen“ Themen des menschlichen Verhaltens und Erlebens beschäftigt hat. Und somit verschiedene Ansät- ze, die nicht zur Positiven Psychologie gehören, als negativ angesehen werden könn- ten. In diesem Zusammenhang wird die Entstehung der Positiven Psychologie als Pen- dant zu einer bislang stark defizitorientierten allgemeinen Psychologie beschrieben. Es wird von einer einseitigen Orientierung der Psychologie auf das „Negative“, wie Krankheiten und Defizite und somit dem Anliegen der Positiven Psychologie sich dementge- gen auf das Positive zu konzentrieren gesprochen. Hier erwähnen die Autoren Brendtro und Steinebach (2008, S. 18), dass es besonders nach dem zweiten Welt- krieg viele Gründe seitens der Psychologie gab, vorherrschend die Defizite, die als Re- sultat des Krieges offensichtlich waren, wie zum Beispiel Traumata oder Depressionen, in den Blick zu nehmen. Es scheint demnach allzu plausibel, dass der Schwerpunkt eher auf Interventionen und Heilung, statt auf Präventivmaßnahmen und Gesundheits- förderung lag (Brendtro, Steinebach, 2012, S. 18). Die Positive Psychologie wird in der Literatur als noch sehr junge wissenschaftliche Disziplin bezeichnet. Dennoch gab es bereits lange bevor sich die Positive Psychologie als eigene Richtung etablierte, ver- schiedene Ansätze von Forscher_innen, die sich mit positiven Aspekten menschlichen Erlebens und Verhaltens beschäftigten. Dazu zählte unter anderem die Forscherin Ma- rie Jahoda, die bereits im Jahr 1958 feststellte, dass die Heilung von Krankheiten zwar notwendig sei, jedoch die Abwesenheit von Krankheiten keine Garantie für seelische Gesundheit ist. Auch Vertreter der Humanistischen Psychologie, wie Abraham Maslow oder Carl Rogers, haben durch verschiedene Beiträge, die sich mit positiven Aspekten des menschlichen Lebens beschäftigten, wesentliche Grundlagen für die heutige Positive Psychologie geliefert. Zudem gab es bereits verschiedene Ansätze und Theorien zur seelischen Gesundheit, die das Wohlbefinden des Menschen in den Blick nahmen (Ruch, Proyer, 2011, S. 84). Im Zentrum der Kritik steht wie sinnvoll es ist, sich ausschließlich mit dem Positiven zu befassen (Brendtro, Steinebach, 2012, S. 19). Man könnte annehmen, dass Menschen vor allem aus Krisen, die vielleicht zunächst als negativ bewertet werden, immer auch persönlich gestärkt hervor gehen. So kann man im Rückblick auf eine schwierige Lebenssituation im Nachhinein meistens auch eine daraus resultierende, positive Entwicklung erkennen. Da es im Leben der Menschen immer Situationen gibt, die als negativ oder belastend empfunden werden, wäre es sinnvoll, den negativen sowie den positiven Aspekten jeweils mit einem weitestgehend ausgeglichenen Pensum an Aufmerksamkeit je nach Bedarf des Klienten zu begegnen. So sollte zum Beispiel die Behandlung psychischer Erkrankungen parallel mit der Stärkung persönlicher Ressourcen einhergehen.

3. Die Theorie des Wohlbefindens

Als einer der Hauptvertreter und Wegbereiter der Positiven Psychologie gilt der ameri- kanische Psychologe Martin Seligmann. Nach ihm ist die Positive Psychologie eine Wissenschaft, „[…] die positive - und nicht nur negative - Emotionen zu verstehen sucht, die bemüht ist, Stärken und Tugenden aufzubauen und Wegweiser aufzustellen […]“ (Engelmann, 2012, S. 7). Auf dieser Grundannahme unterstützt die Positive Psychologie Menschen darin, das zu finden, was Aristoteles das „gute Leben“ nannte.

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Details

Seiten
17
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668281677
ISBN (Buch)
9783668281684
Dateigröße
536 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v338690
Institution / Hochschule
Fachhochschule Düsseldorf
Note
2,0
Schlagworte
positive psychologie grundlagen anwendungsbereiche

Autor

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Titel: Positive Psychologie. Grundlagen und Anwendungsbereiche