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Das Kooperationsprinzips von Herbert Paul Grice. Analyse von Werbesprache hinsichtlich der Konversationsmaxime

Hausarbeit 2014 19 Seiten

Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Vorüberlegungen
2.1. Das Kommunikationsmodell von H.P. Grice
2.1.1. Kooperationsprinzip
2.1.2. Konversationsmaximen
2.1.3. Implikaturen
2.2. Werbesprachen
2.2.1. Vorüberlegungen
2.2.2. Sprachliche Besonderheiten
2.2.3. Funktionen
2.2.4. Bilanz

3. Anwendung: Analyse von Werbesprache ausgehend von Grices Ansätzen
3.1. Analysen von Slogans
3.1. Analyse einer Werbung

4. Schlusswort

5. Bibliographie

1. Einleitung

viédunque, per lui1, una distinzione fondamentale tra cióche un certo enunciato significa e cióche il parlante fa intendere utilizzandolo nelle singole situazioni. Grice attribuisce un signifcato tecnico, ben definito ai termini „ dire “ ed „ implicare2 Das Kooperationsprinzip wurde erstmalig durch Herbert Paul Grice als Teil der Pragmatik beschrieben. Ziel der vorliegenden Hausarbeit ist es zum einen, das Grice’sche Modell der Pragmatik vorzustellen und mit anderen sprachwissenschaftlichen Gebieten zu vergleichen. Anschließend sollen Fragen wie die folgenden beantwortet werden können: Wie kann ich wirklich meinen Gesprächspartner verstehen? Was muss ich beachten? Oder was spielt eine wichtige Rolle während der Kommunikation? In wie fern ist der Modell von Grice anwendbar?

Im ersten Teil der Arbeit wird gezeigt, was Grice unter sagen und meinen versteht, folgend wird ein Gesamtüberblick über sein Verständnis der Theorie geschaffen. Anschließend werden auch die Konversationsmaximen sowie die Theorie der Implikatur vorgestellt, wobei der Schwerpunkt auf den konversationellen Implikaturen liegen wird.

Im zweiten Teil der Arbeit wird die (medial weitverbreitete) Werbesprache auf sprachlich Besonderheiten hin untersucht. Etwaige grammatikalische Besonderheiten werden den Anforderungen an die Sprache, wie sie durch Grice festgestellt wurden, gegenübergestellt. Hier werden Fragen wie: w ie Funktioniert die Werbung? Was spielt bei einer Werbung die wichtigste Rolle? Gibt es andere Faktoren oder Modelle, die man beachten müsste? Was kommt auf grammatikalischen Ebene vor? Es wird versucht werden, auf all diese Fragen eine Antwort zu geben.

Schließlich werden die aus der Analyse mehrerer Untersuchungsobjekte im ersten und zweiten Teil gewonnenen Kenntnisse zusammengefasst und miteinander verglichen. Anhand der jeweiligen Kommentare bzw. Feststellungen werden die Konvergenzen, aber noch mehr Divergenzen, zwischen der Grice’schen Theorie und den Untersuchungsobjekte konstatiert. Die Untersuchung der letzten Werbebotschaft wird am detailliertesten sein, da in diesem Schritt die gesamten Charakteristika der Werbesprache anhand des Grice’schen Modells untersucht und konsolidiert werden. Im ersten Teil der Beschreibung des Modells wird die Kernperspektive auf die Anwendbarkeit und Wirkung der Konversationsmaximen auf Slogans gelegt. In Bezug auf das untersuchte Werbeobjekt Mr. Musculo werden hier, nicht nur die Konversationsmaximen verglichen, sondern auch sonstige prägnante Eigenschaften der Werbesprache, gefolgt von Feststellungen von grammatischen Besonderheiten. Am Ende soll der Leser einen besseren Überblick über die wichtigsten Merkmale des Grice’schen Modells gewinnen und erfahren, inwieweit diese Theorie für Untersuchungen in der Medienwelt einsetzbar ist.

2. Theoretische Vorüberlegungen

2.1. Kommunikationsmodell

Es ist möglich, in der Sprachwissenschaft verschiedene Modelle und Theorien im Bereich Kommunikationsanalyse anzuwenden. Die Konversationstheorie von Paul Grice fokussiert sich, im Gegensatz zu anderen Modellen, hauptsächlich auf Faktoren, die eine wichtige Rolle im Bezug auf die Wahrnehmung und den Informationsaustausch sowie versteckte Bedeutungen bei der Formulierung eines Ausdrucks spielen können3. Dieser Bereich kann exklusiv der Pragmatik zugeordnet werden und dank Grice fand dieser Bereich eine deutliche Entwicklung.4

Durch dieses Modell hebt Grice wichtige Faktoren hervor, die bei der Kommunikation zwischen Hörer und Sprecher wirken. Das Besondere an diesem Modell ist, dass es sich nicht nur mit „regulären“ Sprach- oder Grammatiknormen befasst, sondern es werden auch Faktoren (wie beispielsweise Ort und Situation) berücksichtigt, die die Formulierung (oder Aussage) und ihre Bedeutung deutlich beeinflussen können. Das bedeutet, dass der Schlüsselfaktor dieses Modells ist, in Gegensatz zu anderen Modellen, dass das Untersuchungsobjekt nicht auf einem Code basiert, welcher anhand von Zeichen und grammatikalischen Regeln herausgestellt wird, sondern bei Grice der Schlüsselfaktor Intention und Inferenz sind.5

Das Kommunikationsmodell von Grice besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil beschäftigt sich mit dem Kooperationsprinzip. Nennenswert ist, dass hier die Grundnormen des Verhaltens zwischen Menschen bzw. Sprecher und Hörer, die miteinander einen Diskurs (oder Unterhaltung) führen, festgestellt werden. Im zweiten Teil werden die eigentlichen vier Maximen vorgestellt: die Maxime der Quantität, die Maxime der Qualität, die Maxime der Relevanz und Maxime der Art und Weise. Zunächst zu betonen ist, dass Grice eine ideale Kommunikation annimmt, d. h. er geht davon aus, dass die Gesprächsteilnehmer grundsätzlich kooperativ sind6. Schließlich umfasst dieses Modell auch die „sekundären“ Aspekte und Faktoren einer Unterhaltung, welche auf diese doch enormen Einfluss haben können.

Hier deutet Grice die gewünschte Handlungsweise der Gesprächsteilnehmer an:

Am Ende kann man feststellen, dass das Kooperationsprinzip und die Konversationen Maximen stellen einen Gesprächshintergrund dar, einen Gesprächshintergrund, der von den Gesprächsteilnehmern, zumindest implizit, als ´ operativ` angesehen wird7. “ Der Kern des Grundgendanken, welcher später auch zur Entwicklung der Maximen beigetragen hat, entwickelte sich aus einem Rahmen der Sprachphilosophie, nämlich, der Unterscheidung zwischen der konventionellen und natürlichen Bedeutung. Laut einem Beispiel von Grice handelt es sich um die natürliche Bedeutung, wenn man beispielsweise sagen würde: „Rote Flecken auf der Haut“ und dies „Masern“ bedeutet8, da hier keine Konvention über eine derartige Bezeichnung der Krankheit existiert (den Gesprächsteilnehmern nicht vorher bekannt ist), aber die Symptome „rote Flecken auf der Haut“ auf Masern deuten. In der Theorie wird hier ein Begriff verwendet, der aus dem englischen Verb „ meaning9 “ entstanden ist, welcher in der Pragmalinguistik, im Gegensatz zur Semantik, eine mehrschichtige Bedeutung enthält.10 Auf der andere Seite steht die konventionelle Bedeutung, wenn nicht das Symptom, sondern das Zeichen einer Umgebung oder Personen bekannt ist. Als Beispiel wird angeführt: wenn eine Klingel im Bus läutet, bedeutet das, dass der Bus voll ist. Dies wird von den Hörern so entsprechend der Konvention verstanden. Diese konventionelle Bedeutung wird als bekannt vorausgesetzt, beim Klingeln wissen die Passagiere automatisch, worum es geht.11 Damit die Konvention Bestand hat, muss ihr Zeichen bekannt sein und wie eine Art Regelung gelten. Zeigt beispielsweise eine Ampel das Signal Rot, so handelt es sich dabei auch um ein Signal, das auf einer (zum Gesetz erhobenen) Konvention basiert und konstituiert eine nicht natürliche Bedeutung. Wenn es keine Regelungen gibt, handelt es sich um eine nicht konventionelle Bedeutung, also um die natürliche Bedeutung.

2.1.1. Das Kooperationsprinzip

Nach der Vorstellung des Gedanken von Grice und der Bedeutungstheorie werden im kommenden Kapiteln die Merkmale sowie Zwecke des Kooperationsprinzips präsentiert.

Das Kooperationsprinzip beschäftigt sich vor allem mit Verhaltensweisen, die für alle Teilnehmer als selbstverständlich gelten müssen, die während eines Diskurses oder Unterhaltung stattfinden.12 Grice baut seine Struktur anhand dieser Faktoren, die die Konversation begleiten, auf und setzt den Schwerpunkt genau auf diese. Das Kooperationsprinzip lautet wie folgt:

Mache deinen Gesprächsbeitrag jeweils so, wie es von dem akzeptierten, Zweck oder der akzeptierten Richtung des Gespräch, an dem du teilnimmst, gerade verlangt wird “.13

Wichtig zu betonen ist, dass die Bedeutungstheorie von Grice mit dem Kooperationsprinzip zusammenhängt. Eine wichtige Rolle spielt dabei einerseits die Intention des Sprechers sowie die durch den Sprecher zu äußern beabsichtigte „ meaning “, also der Kontext der gemeint ist, und andererseits „ Speaker Meaning “ der Formulierung, also die Bedeutung, die während der Formulierung - die zusammen mit der Intention - hervorgehoben wird. Des Weiteren ist diese, laut Grice, wichtiger als der Inhalt des Satzes (also „ Speaker Meaning“), da diese durch den Effekt der Intention, die vom Hörer wahrgenommen wird, einen stärkeren Effekt produziert.14 Infolgedessen hat für Grice die Intention des Sprechers Priorität. Dies zeigt einen Kontrast zur Code- Theorie, in der nur die Grammatik sowie die Konvention der Bedeutung der Ausdrücke oder Terme die führenden Rolle spielen. Demnach wird die Theorie von Grice auch als internationale Theorie bezeichnet.15 Zu betonen ist auch die Aussage von Escandell Vidal:

De echo el principio de cooperación de Grice es, en el fondo, un cierto tipo de

[...]


1 Gemeint ist Herbert Paul Grice

2 Vgl. Labinaz 2012. o.s

3 Vgl. Escandell Vidal 2008. 79

4 Ebd.

5 Vgl. Auer 1999. 91

6 Vgl. Escandell Vidal 2008. 79

7 Vgl. Rolf 1994. 106

8 Vgl. Andorno. 2007. 185

9 Intendieren sowie Meinen , übernommen aus Rolf 1994. 91

10 Vgl. Rosales 2010. 51

11 Ebd.

12 Vgl. Escandell Vidal 2008. 80

13 Vlg.. Rolf 1994. 102

14 Vgl. Sbisà 2012. o.s. http://www2.units.it/eserfilo/art106/antonelli106.pdf [Abruf: 22.09.2014].

15 Vgl. Auer 1999. 93

Details

Seiten
19
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668282186
ISBN (Buch)
9783668282193
Dateigröße
605 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v338660
Institution / Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf – Romanistik
Note
2,5
Schlagworte
Paul Grice Konversationsmaxime Werbesprache Pragmalinguistik

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Titel: Das Kooperationsprinzips von Herbert Paul Grice. Analyse von Werbesprache hinsichtlich der Konversationsmaxime