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Kürzen von Texten und Kürzungstechniken im DaF-Unterricht

Hausarbeit 2013 13 Seiten

Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Kürzen und Kürzungstechniken im beigefügten Text

2. Einüben des Kürzens des beigefügten Textes im Fremdsprachenunterricht
2.1. Beschreibung der Lernergruppe
2.2. Formulierung der Aufgabenstellung und Berücksichtigung von Faktoren zum Kürzen
2.3. Vorbereitung der Schüler auf die Gedankensammlung
2.4. Beschreibung einer Übung zum Kürzen

3. Schlusswort

4. Literatur- und Quellenverzeichnis

Anhang

Einleitung

Schreiben ist ein Prozess der stark von kognitiven Aktivitäten wie dem Nachdenken überden Inhalt des Ausdrucks, die sprachliche Form etc. begleitet wird. (Vgl. Storch 1999: 248)Es ist eine mitteilungsbezogene und produktionsorientierte Tätigkeit zum schrittweisen entstehen von Texten. Pragmatisch gesehen gilt Schreiben als Verfahren der Informationsvermittlung. (Vgl. Kast 1999:22)

Die folgende in mehreren Kapiteln strukturierte Arbeit, befasst sich mit der produktiven Fertigkeit Schreiben.

Ziel der Arbeit ist es die Kürzungstechniken im Allgemeinen aber auch in Anlehnung auf den Text mit dem Titel „Bewerbungsmappe: Sieben aktuelle Expertentipps“ zu beschreiben, die Durchführung einer realen Unterrichtssituation in der die Schüler das Kürzen dieses Textes einüben, zu schildern und eine Aufgabe zu formulieren bei der Kürzungstechniken eingesetzt werden müssen.

Die Arbeit beginnt mit der Beschreibung der Kürzungstechniken die beim Kürzen des Beispieltextes[1] angewandt wurden.

Im weiteren Verlauf werden die Lernergruppe, die Lehrinstitution und die reale Unterrichtssituation dargelegt.Es folgt die Formulierung und Beschreibung einer Übung.

1. Kürzen und Kürzungstechniken im beigefügten Text

Das Kürzen von Texten kann als Vereinfachung eines Schriftstücks oder auch als das in eine „bündigere“ oder „dichtere“ Form Bringen von schriftlichem Material, bezeichnet werden. Theisen nennt zwei Möglichkeiten des Kürzens: die Streichung und die Zusammenfassung. (Vgl. Theisen 1999:95) Die Faktoren die dabei jemand berücksichtigen muss sind im Wesentlichen: 1) der Erscheinungsort 2) die Funktion 3) das (anvisierte) Publikum 4) die Länge.[2]

Darüber hinaus greift Theisen die Makroregeln von Teun van Dijk auf. Diese lauten wie folgt: I. Auslassen II. Selektieren III. Generalisieren IV. Konstruieren oder Integrieren.

Beim Auslassen kann jede für die Interpretation des gesamten Textes irrelevante essentielleInformation weggelassen werden (und verloren gehen), da sie für den Text weiter keine Funktion hat.

Beim Selektieren wird eine bestimmte Menge an Informationen ausgelassen, das sie Bedingung, Bestandteil, Präsupposition oder Folge einer anderen nicht ausgelassenen Information ist.Die ausgelassenen Informationen sind eingeschränkt wieder zu erhalten.

Beim Generalisieren werden mehrere Propositionen mit Hilfe von Abstraktion durch eine neue Proposition ersetzt (Informationen gehen verloren).Eine Anzahl von Konzepten wird durch das gemeinsame Superkonzept ersetzt.

Beim Konstruieren oder Integrieren werden Informationen durch neue Informationen ersetzt und nicht ausgelassen oder selektiert. Der Text erwähnt eine Reihe von Aspekten, die zusammen einen globaleren Begriff bilden.[3]

Auch Kast bezeichnet die Zusammenfassung als Kürzungstechnik; das was dabei passiert ist:1. der wesentliche Inhalt des Ausgangstextes wird ermittelt 2. die wesentlichen Inhaltspunktewerden in knapper, gedrängter Form schriftlich wiedergegeben. (Vgl. Kast 1999:95)

Unsere Aufgabe war es, den Beispieltext[4] so zu kürzen, dass er als private E-Mail erscheinen könnte.Die Kürzungstechniken die dabei angewandt wurden, sind u.a. das Selektieren und Zusammenfassen, das Auslassen bzw. Streichen und das Generalisieren.Der Text wurde gelesen und gegliedert. Schlüsselbegriffe wurden unterstrichen; Haupt- und Nebensachen wurden unterschieden.

Einige Dinge wurden zusammengefasst wiedergegeben. Andere wurden paraphrasiert und generalisiert. Unwichtiges wurde ganz weggelassen.Die Zusammenfassung umfasst eine kurze und kompakte Übersicht über die Inhalte, die Thesen, die Kernfragen, die Argumente und die wichtigsten Ergebnisse.[5] Bei der Paraphrasierung werden Dinge mit anderen Wörtern oder Ausdrücken, umschrieben.[6] Bei der Generalisierung werden keine Details angegeben, sondern nur das Wesentliche und Wichtige. Es wird verallgemeinert.

Beim Auslassen und Streichen werden unwichtige Dinge übergangen oder auch ganz weggelassen.

Das Ergebnis der oben angewandten Techniken, ist eine E-Mail1, in der die Senderin der Empfängerin, Tipps zum Bewerbungen schreiben, gibt.

2. Einüben des Kürzens des beigefügten Textes im Fremdsprachenunterricht

Aufgaben können unterschiedliche didaktische Funktionen übernehmen. Eine wichtige Rolle dabei spielt das Ziel, das gestellt wird. Die zwei Grundsituationen des Unterrichts sind das Lernen und das Prüfen. Beide Situationen stellen verschiedene Anforderungen an den Kursleiter und die Kursteilnehmer.

Die Aufgaben die zum Lernen eingesetzt werden, sollen den Aufbau von Wissen und Fähigkeiten unterstützen.

Die Aufgabendie zum Prüfen eingesetzt werden, zielen auf das Aufzeigen der Kompotenzen der Teilnehmer ab. Erforscht dabei sollen die Anwendung und der Erwerb dieser[7].

Folgende Aufgabenstellung sollte von uns bearbeitet werden: „Beschreiben Sie eine reale Unterrichtssituation, in der Sie mit ihren Schülern das Kürzen des Textes „Bewerbungsmappe: Sieben aktuelle Expertentipps“, einüben.

2.1. Beschreibung der Lernergruppe

Bei der Lerngruppe handelt es sich um fünf Erwachsene im Alter von 21-25 Jahren. Drei davon sind weiblichen, zwei männlichen Geschlechts. Die Teilnehmer sind alle griechischer Herkunft, das Sprachniveau ist B2+. Sie haben Lernerfahrung aus dem Kindergarten, demmuttersprachlichen Unterricht in der Grundschule, dem Gymnasium, dem Lyzeum undder Universität. Sie haben Englisch als erste Fremdsprache und mehrere Jahre DaF- Erfahrung. Bei der Institution handelt es sich um ein Sprachenzentrum in Thessaloniki. Das Sprachenzentrum bietet das Erlernen von Deutsch, Englisch und Französisch an (je nach Sprache Niveau A1-C1/C2- Teilnahme gegen Gebühr). Im Sprachenzentrum sind insgesamt sechs Fremdsprachenlehrer bzw. Kursleiter eingestellt und 65 Lernende eingeschrieben. Folgende Medien sind vorhanden:Beamer, Interaktiver Whiteboard,Laptop, CD-Player, OHP, Fernseher. Die curricularen Vorgaben schreiben vor, dass am Ende des Jahres C1 erreicht werden muss.

Zum Lernerprofil: Die Teilnehmer sind Deutschland, der deutschen Kultur und der deutschenSprache gegenüber positiv gestimmt. Sie möchten die Sprache so gut wie möglichbeherrschen. Zwei Teilnehmer möchten als Erasmus-Studenten nach Deutschland gehen, zwei weitere möchten ein Postgraduiertenstudium in Deutschland absolvieren. Der fünfte Teilnehmer will das C1-Sprachdiplom als Zusatzqualifikation für seine Arbeitsstelle erwerben.

Zu der Gruppendynamik ist folgendes festzuhalten: Es gibt ein gutes Verhältnis zwischen den Kursteilnehmern und es herrscht eine angenehme Atmosphäre.

2.2. Formulierung der Aufgabenstellung und Berücksichtigung von Faktorenzum Kürzen

Lehrkräfte formulieren täglich Aufgabenstellung. Wichtig dabei ist, dass die ausgedrückteArbeitsanweisung eindeutig und treffend formuliert ist, sodass die Lernenden richtigarbeiten können.

Nachdem der Kursleiter die Teilnehmer begrüßt und sie fragt wie es ihnen geht, fragt er nach dem Datum und bittet einen Teilnehmer aufzustehen und es auf dem Whiteboard zunotieren.

Durch die herzliche Begrüßung und das Gespräch wird der Einstieg in die Zielsprachegeschaffen. Das Datum wird auf dem Whiteboard geschrieben, damit die Lernenden diegelernte Begriffe (Wochentage, Monate) anwenden.

Der Kursleiter teilt den Kursteilnehmern mit, dass er ihnen ein Bild[8] zeigen wird. Das Bildwird mit Hilfe des Laptops, auf dem interaktiven Whiteboard gezeigt. Ziel hier ist es dieTeilnehmer in die Thematik einzuführen, ihr Interesse zu wecken, sie dazu zu bringen ihrvorhandenes Wissen in Bezug auf das Thema zu aktualisieren, eine Erwartungshaltungaufzubauen und Vermutungen anzustellen.

Das Bild erleichtert das Erraten des Themas und dient als Vorentlastung.Der Kursleiter fragt die Teilnehmer was das Thema des Unterrichts sein kann. Die Lernendenantworten. Die Hypothesen die gebildet werden sind u.a. das Bewerben und die Arbeits-bzw. Stellensuche.

Der Kursleiter teilt den Teilnehmern zwei Kopien aus. Auf der einen ist der Text abgebildet,auf der anderen ist eine inhaltsbezogene Aufgabe gedruckt.

Die Aufgabe wird mitgereicht, damit das Lesen zielgerichtet ist. Das Ganze wird in Einzelarbeit erledigt. Grund dafür ist die Tatsache, dass Lesen und Verstehen Einzelarbeit voraussetzen, denn jeder Teilnehmer hat sein eigenes Lesetempo.

Es folgt die Kontrollphase: Die Aufgabe wird gemeinsam im Plenum, mit Hilfe des Inter-aktiven Whiteboards gelöst. Unklarheiten werden geklärt, Fragen bezüglich des Texteswerden beantwortet.

Ziel der Kontrollphase ist die Verständnissicherung. Nur so können Fehler korrigiert, Fragenbeantwortet und Probleme beseitigt werden.

Der Kursleiter teilt den Teilnehmern mit, dass sie den Text zusammenfassen sollen. AlsVorbereitung darauf, sollen sie zunächst im Kurs eine Mind-Map mit den Hauptaussagen desTextes erstellen und die sprachlichen Mittel die für die Zusammenfassung geeignet sindsammeln und an die Tafel notieren.

Die Aufgabenstellung die auf dem Whiteboard gezeigt und als Kopie[9] ausgeteilt wird,lautet wie folgt: „Fassen Sie den Text zusammen! a) Welche Informationen aus dem Textsind besonders wichtig/interessant? Erstellen Sie eine Mind-Map. b) Welche sprachlichenMittel sind für die Zusammenfassung geeignet? Berücksichtigen Sie dabei

1. DenErscheinungsort
2. die Funktion
3. das Publikum
4. die Länge.

Beispiel: In dem Artikel gehtes um…“Die Mind-Map wird im Kollektiv erstellt, die sprachlichen Mittel werden unter Berücksichti- gung der vier Faktoren gesammelt. Darüber hinaus wird vom Kursleiter erklärt, dass sie Aussagen des Textes selektiert, generalisiert, ausgelassen, konstruiert oder integriert werden können. Es folgt das Erstellen der Zusammenfassung in Einzelarbeit. Danach wird die Kontrollphasedurchgeführt: Die Teilnehmer tauschen die Zusammenfassung untereinander aus undkorrigieren sie gegenseitig. Der Fokus liegt dabei auf die inhaltliche Relevanz und derangemessenen Verwendung der sprachlichen Mittel.

[...]


[1] https://www.berlinonline.de/themen/jobs-und-ausbildung/bewerbung-und-arbeit/bewerbung/2538282-1013991-bewerbungsmappe-sieben-aktuelle-experten.html

[2] Ebd.: 101

[3] Ebd.: 102ff

[4] https://www.berlinonline.de/themen/jobs-und-ausbildung/bewerbung-und-arbeit/bewerbung/2538282-1013991-bewerbungsmappe-sieben-aktuelle-experten.html

[5] https://deutschlektorinnen.wordpress.com/2011/05/12/zusammenfassung-schreibentipps-und-redemittel/

[6] http://www.duden.de/rechtschreibung/paraphrasieren

[7] http://www.sinus-an-grundschulen.de/fileadmin/uploads/Material_aus_STG/NaWi-Module/N1.pdf

[8] Nichtsprachliche Erklärungsverfahren; verdeutlichen Originalsituationen und die Zusammenhänge; stützen das Gedächtnis; können motivieren

[9] siehe Anhang S. VI

Details

Seiten
13
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668285811
ISBN (Buch)
9783668285828
Dateigröße
706 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v338558
Institution / Hochschule
Ελληνικό Ανοικτό Πανεπιστήμιο (Fernuniversität Patras)
Note
Schlagworte
Kürzen Kürzungstechniken im FSU Fertigkeit Schreiben im DaF Zusammenfassen

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