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Vergleichende Modellierung des Geschäftsprozesses Personalbeschaffung mit den Methoden Business Process Model and Notation ( BPMN) und Ereignisgesteuerte Prozessketten (EPK)

Studienarbeit 2016 26 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Motivation

2. Zielsetzung

3. Business Process Modeling and Notation (BPMN) – Grundlagen
3.1. Flussobjekte
3.2. Verbindende Objekte
3.3. Artefakte
3.4. Teilnehmer
3.5. Daten

4. Modellierung nach BPMN

5. Ereignisgesteuerte Prozesskette (EPK)- Grundlagen
5.1. Funktionen
5.2. Ereignisse
5.3. Organisationseinheiten
5.4. Informationsobjekte
5.5. Operatoren und Kontrollfluss
5.6. Prozessschnittstellen

6. Modellierung nach EPK

7. Vergleich der Methoden

8. Kritik und Vergleich der Modelle

9. Reflexion der eigenen Arbeit

Literatur

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1 Geschäftsprozess Personalbeschaffung (AKAD University, GPMN Assignment)

Abbildung 2: Basiselemente der BPMN ( Freund & Rücker, 2012).

Abbildung 3: Zusätzliche BPMN Symbole und Varianten

Abbildung 4: BPMN Modellierung Personalbeschaffung Teil 1

Abbildung 5: BPMN Modellierung Personalbeschaffung Teil 2

Abbildung 6: BPMN Modellierung Personalbeschaffung Teil 3 (Teilprozess)

Abbildung 7: Elemente Ereignisgesteuerten Prozesskette (EPK)

Abbildung 8: Modellierung nach EPK Teil 1

Abbildung 9: Modellierung nach EPK Teil 2

Tabelle 1: Vergleich der Modelle

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Motivation

Eine überwiegende Mehrheit der wissenschaftlichen Arbeiten im Spannungsfeld Betriebswirtschaft fangen so an, dass zunächst die Herausforderungen der Globalisierung, des schnellen Wandels, der Vernetzung und der zunehmenden Komplexität bzw. des zunehmenden Wettbewerbs genannt werden. Nicht viel anders soll die Eileitung dieser Arbeit sein. Es sind eben die Anforderungen der Globalisierung, des schnellen Wandels und der Internationalisierung sowie zusätzliche Faktoren der rasanten technologischen Entwicklung, die das Denken in Geschäftsprozessen fordern und fördern. Die heutigen Herausforderungen können nicht durch Kostensenkung und Personalabbaus überwunden werden. Vielmehr sind Herausforderungen durch effektiv und effizient arbeitende Prozessen zu bewältigen. Schmelzer & Sesselmann (2013) formulieren es eindeutig, welcher Nutzen durch optimierte Geschäftsprozessen erreicht werden kann: „Geschäftsprozessmanagement befähigt Organisationen, flexibel auf Veränderungen zu reagieren und erfolgreiche Anpassungen vorzunehmen. Es leistet wichtige Beiträge zur Steigerung der Organisationskompetenz und Effizienz.“[1] Heutzutage sind es Wissen über die Prozesse und die Fähigkeit diese zu beherrschen und gestaltet für den unternehmerischen Erfolg entscheidend. Das sind z.B. komplexe und agile Prozesse der Kommunikation mit Kunden, die Prozesse der Produktherstellung oder komplex und global gewordene Prozesse der Produktbereitstellung und Distribution.

Prozesse sollen verstanden, standardisiert, automatisiert und stetig verbessert und angepasst werden. Die Modellierung von Prozessen ist dabei ein fundamentaler Werkzeug-Einsatz, der bei der Abbildung der Realität sowie dem Verstehen, der Wahrnehmung und der Beherrschung von zunehmend komplexen Vorgängen hilfreich sein soll. Modellierung ist notwendig, um erstens komplexe Prozesse mit einem Modellierungswerkzeug zu durchdringen, und zweitens ist die Modellierung für die anschließende Herstellung bzw. Programmierung von Software notwendig. Eine Software kann immer nur auf Grundlage eines Modells der Realität erstellt werden.[2]

Für die Modellierung gibt es unterschiedliche Methoden und Modelle. Im Rahmen dieser Arbeit werden zwei bekannte Methoden behandelt. Eine davon ist die BPMN (Business Process Model and Notation) Methode und die zweite heißt EPK (Ereignisgesteuerte Prozessketten).

Motivation sich eben mit diesen zwei Modellierungsmethoden auseinanderzusetzen, ist zum einen die aktuell zunehmende Bedeutung der einen Methode (BPMN) und die historisch wichtige Bedeutung der anderen (EPK).

2. Zielsetzung

Die vorliegende Arbeit hat folgendes Ziel:

- Den zur Verfügung gestellten Geschäftsprozess Personalbeschaffung anhand der beiden Methoden BPMN und EPK zu modellieren. Dazu sollen die Methoden BPMN und EPK in Kürze vorgestellt werden.
- Ein Vergleich der Modelle bzw. Methoden soll erarbeitet werden.

Anschließend soll eine kritische Auseinandersetzung zwischen den beiden Methoden erarbeiten werden, sowie eine Reflexion der eigenen Arbeit stattfinden.

Der zu Verfügung gestellte Prozess für die vorliegende Arbeit ist wie folgt beschrieben

Geschäftsprozess Personalbeschaffung

Die Schulungsabteilung (SchAbt) der Firma ERPL1 stellt fest, dass sie einen weiteren Dozenten für die C++-

Schulungen einstellen muss. Sie wendet sich deshalb an die Geschäftsleitung (GL) und an die Personalabteilung (PA), um einen neuen Mitarbeiter einstellen zu können. Der Einstellungsvorschlag geschieht auf Basis des PBB (Personalbeschaffungsbogen), den die Schulungsabteilung ausfüllen und mit dem Vorschlag mitgeben muss. Die Geschäftsleitung muss in Absprache mit der Personalabteilung dem Einstellungsvorschlag zustimmen. Die Zustimmung oder Ablehnung wird schriftlich formuliert.

Falls die GL zustimmt, entwerfen Schulungs- und Personalabteilung unter Berücksichtigung des Personalbeschaffungsbogens und früher verfassten Stellenanzeigen die Anzeige. Diese wird dann durch die PA in mehreren einschlägigen Computerzeitschriften inseriert. Es wird darauf geachtet, dass der Erscheinungstermin der Anzeige in den verschiedenen Zeitschriften in einem Zeitrahmen von maximal vier Wochen liegt.

Vier Wochen, nachdem die letzte Anzeige erschienen ist, werden die eingegangenen Bewerbungen durch die SchAbt und PA durchgesehen. Liegen keine Bewerbungen vor, wird die Anzeige nochmals in den Zeitschriften geschaltet. Liegen zwar Bewerbungen vor, aber keine geeigneten, wird (parallel) den Bewerbern abgesagt und die Anzeige überarbeitet. Die Absagen übernimmt die Personalabteilung, die Überarbeitung der Anzeige leisten Personalabteilung und Schulungsabteilung zusammen. Dabei wird v.a. geprüft, ob man die Konditionen (Stellenvoraussetzungen, Gehalt, …) verändern muss. Anschließend wird die Anzeige wieder veröffentlicht und derselbe Prozessabschnitt wie oben bis zur Sichtung der Bewerbungen nochmals durchlaufen.

Liegen geeignete Kandidaten vor, wählen Schulungsabteilung und Personalabteilung Kandidaten aus, die eingeladen werden sollen.

1 E ndlich R ichtig P rogrammieren L ernen

Abbildung 1 Geschäftsprozess Personalbeschaffung (AKAD University, GPMN Assignment)[3]

3. Business Process Modeling and Notation (BPMN) – Grundlagen

Um BPMN zu verstehen ist es zunächst erforderlich Business Process and Management (BPM) zu verstehen.

Im deutschen wird der Begriff des Business Process and Management (BPM) mit Geschäftsprozessmanagement oder Prozessmanagement übersetzt. Als Prozess wird im Allgemeinen eine Folge von festgelegten Aktivitäten verstanden, die stattfinden oder ausgeführt werden, um ein Ziel zu erreichen. Definierte Inputs werden dabei in festgelegt Outputs verwandelt.[4]

Business Prozess Management (BPM) ist dabei ein systematische Ansatz um Prozesse zu erfassen, zu gestalten, zu dokumentieren, überwachen und zu steuerten. BPM dient der Erreichung der strategischen Unternehmensziele.[5]

BPMN (Business Process Modeling and Notation) ist die darauf nachfolgende neuartige Notation zur Modellierung von Geschäftsprozessen.[6] Auf der offiziellen Internetseite von BPMN (www.bpmn.org) heißt es: „BPMN depicts the end to end flow of a business process. The notation has been specifically designed to coordinate the sequence of processes and the messages that flow between different process participants in a related set of activities.”[7] Die Bezeichnung „end-to-end” ist in der englischen Sprache etwas irreführend, weil damit eigentlich „Anfang bis Ende” gemeint ist. Es geht darum, Prozesse als Ganzes zu betrachten, zu verstehen und bewerten. Die Betrachtung von Prozessfragmenten fällt nicht darunter.

BPMN wurde maßgeblich von Stephen A. White von IBM entwickelt und im Jahr 2004 von der Business Prozess Management Initiative (BPMI) ergänzt und veröffentlicht. Seit 2006 ist BPMN einen weltweiter Standard der Object Management Group (OMG) mit Sitz in Needham, Massachusetts, USA. OMG ist unter andere der Erfinder des bekannten Unified Modeling Language (UML). Seit 2010 existiert die Version BPMN 2.0.

Was leistet nun die BPMN? Knapp ausgedrückt kann man sagen, die BPMN konzentriert sich auf die Modellierung von Prozessen. Sie kann nicht Prozesslandschaften, Aufbauorganisationen, Daten, Strategien, Geschäftsregeln oder IT- Landschaften abbilden.[8]

Für die Zeichnung von Prozessdiagramen werden Symbole verwendet. Die Methode BPMN verfügt in der aktuellen Version BPMN 2.0 über 100 Elemente.[9] Selbstverständlich kann in der vorliegenden Arbeit nicht auf alle 100 Elemente eingegangen werden; es ist aber Notwendig, auf die meist eingesetzten Elemente einzugehen. Dazu möchte ich die folgende Abbildung mit Basiselementen von Freund & Rücker (2012) einführen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Basiselemente der BPMN ( Freund & Rücker, 2012).

Die Basiselemente können unterteilt werden in Flussobjekte, Verbindende Objekte, Artefakte, Teilnehmer und Daten. Ihre Darstellung ist in der obigen Abbildung zu sehen.

3.1. Flussobjekte

Flussobjekte sind:

- Aktivitäten: Sie beschreibt einen Arbeitsschritt, der in einem Geschäftsprozess getan werden muss;
- Ereignisse: „das Ereignis ist irgendetwas, was während des Geschäftsprozesses passiert und den Ablauf startet, beendet, verzögert oder unterbricht.“[10] ;
- Gateways: sie steuern den Prozessablauf. Zum Beispiel wird der Prozess durch Gateways aufgeteilt oder zusammengeführt. Gateways können als Bedingungen und Steuerelemente verstanden werden.[11]

3.2. Verbindende Objekte

Verbindende Objekte sind:

- der Sequenzfluss: er verbindet die Flussobjekte nur innerhalb eines Pools miteinander;
- der Nachrichtenfluss: er verbindet Prozesse bzw. deren Elemente über Poolgrenzen hinweg und
- die Assoziation: sie verbinden Flussobjekte mit Artefakte.[12]

3.3. Artefakte

Die Arteffekte, sind in BMPN 2.0 graphische Elemente, die frei verwendbar sind und eingesetzt werden, um Prozess- oder Elementinformationen festzuhalten. Zu den Artefakten gehören die Anmerkung und die Gruppierung. Auch eigene Symbole können als Informationsquelle verwendet werden. Artefakte werden mit Flussobjekte über Assoziationen verbunden. Sie beeinflussen den Prozessverlauf nicht.

3.4. Teilnehmer

Die Pools definieren die Grenzen eines Prozesses während die Lanes die dazugehörige Verantwortung und Zuordnung des Prozesses wiedergeben. Der Prozess findet also in Pools und Lanes statt. Die Flussobjekte werden über Sequenzflüsse innerhalb eines Poles bzw. einer Lane miteinander verbunden. Verbindungen über Poolgrenzen hinweg erfolgen über Nachrichtenfluss.

3.5. Daten

Daten sind Informationsquellen, die innerhalb eines Prozesses verwendet, erzeugt, verarbeitet oder abgelegt werden. Die Verbindung von Datenobjekten mit den Flussobjekten findet über Assoziationen statt.

Mit der Einführung der Basiselemente ist noch relativ wenig über die Syntax (die Regeln wie die Symbole miteinander verbunden werden müssen) und die Semantik (die Bedeutung der verwendeten Symbole) ausgesagt worden. Dies soll bei der Verwendung der Methode an nötige Stellen erfolgen.

4. Modellierung nach BPMN

Die Modellierung des Prozesse Personalbeschaffung ist in den nachfolgenden Seiten dargestellt. Symbole bzw. Symbolvarianten, die zusätzlich zu den im vorherigen Abschnitt erläuterte Basiselement eingesetzt wurden, sind ebenfalls auf der Folgeseite dargestellt und erklärt; auf der linken Seite sehen Sie jeweils das Symbol, und auf der rechten Seite ist sowohl die Erklärung zum Symbol als auch der Bezug zu der Modellierung niedergeschrieben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Startereignis: Variante mit Nachricht.

Der Prozess wird durch da Eintreffen der Nachricht gestartet.
In dem hier vorliegenden Fall startet der Prozess bei GL und PA durch das Eintreffen der Nachricht (Personalbedarf) von SchAbt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zwischenereignis: Variante mit Nachricht.

Hier läuft der Prozess weiter sobald die Nachricht eintrifft.

In unserem Fall läuft der Prozess bei PA und SchAbt. weiter sobald das das Zwischenereignis mit Nachricht von der GL eintrifft.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Zusätzliche BPMN Symbole und Varianten

Die Modellierung ist auf die Folgeseiten zu sehen, es ist mit der Software Aris Express 2.4b erstellt

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: BPMN Modellierung Personalbeschaffung Teil 1

[...]


[1] Schmelzer / Sesselmann (2013), S.2.

[2] Vgl. Staud (2001), S. 2

[3] Der Beschrieben Prozess ergibt sich aus der Aufgabenstellung des Assignment durch die AKAD University

[4] Vgl. Freund & Rücker (2012), S.1., Schmalz und Sesselmann ( 2013), S. 51

[5] Vgl. Freund & Rücker (2012), S. 1

[6] Vgl. Weilkiens u.a. (2015) , S. 99

[7] http://www.bpmn.org/, abgerufen am 02.07.2016

[8] Vgl. Freund & Rücker (2012), S. 20

[9] Vgl. Kocia, Prof. Claudia, Hochschule Neu-Ulm (2011), S. 8 bis 17

[10] Weilkiens u.a. (2015) , S. 130

[11] Vgl. Freund & Rücker (2012), .21 ff

[12] Vgl. Kocia, Prof. Claudia, Hochschule Neu-Ulm (2011), S. 8 bis 17

Details

Seiten
26
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668283329
ISBN (Buch)
9783668283336
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v338510
Institution / Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
1,0
Schlagworte
Business Process Model and Notation BPMN Ereignisgesteuerte Prozesskette EPK

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