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Gestaltberatung

Hausarbeit 2003 16 Seiten

Psychologie - Beratung, Therapie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Gestaltberatung
1. Wurzeln der Gestaltberatung
1.1 Psychoanalyse
1.2 Gestaltpsychologie
1.3 Existentialismus und Phänomenologie
2. Konzepte
2.1 Awareness
2.2 Hier und Jetzt
2.3 Prinzip der Ganzheitlichkeit
2.4 Figur – Hintergrund Prinzip
2.5 Tendenz zur Bildung guter Gestalten
2.6 Bearbeitung von Vermeidungsmechanismen
2.6.1 Retroflektion
2.6.2 Projektion
2.6.3 Introjektion
3. Gestaltberatung, für wen?
4. Methoden
4.1 Bewusstheitskontinuum
4.2 Hot seat / leere Stuhl
4.3 Monodrama
4.4 Direkt ansprechen
5. Möglichkeiten, dem Klienten die Arbeit mit Gestalt zu erleichtern

III. Schluß

Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Begründet wurde die Gestaltberatung von Fritz und Laura Perls, sowie dem Soziologen Paul Goodman in den 40er Jahren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten Abb.1 Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten Abb.2 Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten Abb.3

Fritz Perls Laura Perls Paul Goodman

Da Fritz Perls ein Jude deutscher Abstammung war, der während des 2.Welkrieges in die USA emigrierte, hat die Gestalttherapie europäischen Ursprung. Häufiger liest man auch die Namen Friedrich oder Frederick Perls, womit aber auch Fritz Perls gemeint ist. Dies lässt sich damit erklären, da er seinen Namen, ebenso wie seine Frau, in den USA amerikanisierte.

Die Gestaltberatung gehört zu den humanistischen Verfahren in der man den Mensch als Einheit von Körper, Seele und Geist, der in ein soziales und ökologisches Umfeld gebunden ist, betrachtet.

Doch was ist Gestaltberatung eigentlich, an wen wendet sie sich und wie läuft sie ab? Diese Fragen soll diese Hausarbeit klären.

II. Gestaltberatung

1. Die Wurzeln der Bestaltberatung

Die Gestaltberatung hat mehrere Quellen auf die sie sich bezieht. Sie sind für das Verständnis der Gestaltberatung von großer Bedeutung. Deshalb möchte ich es nicht versäumen sie zu nennen.

1.1 Psychoanalyse

Die Bezeichnung Psychoanalyse wurde von Freud eingeführt. Es geht darum psychoneurotische Störungen, die dem Unbewussten entspringen, aufzudecken und deren zwanghafte Wiederholung einzudämmen. Perls stand der Psychoanalyse, obwohl er selbst psychoanalytisch ausgebildet war, zwiegespalten gegenüber. Viele Konzepte von Perls sind als Gegenposition zur Psychoanalyse entwickelt worden, z.B. die Selbstinterpretation im Unterschied zur Fremdinterpretation. Perls über Freud „Ich bin dankbar für meine persönliche Entwicklung, die ich dadurch gewinnen konnte, dass ich mich gegen ihn auflehnte“ (Perls 1969; nach Rahm, 1986, S.157)

1.2 Gestaltpsychologie

Die Gestaltpsychologie beschäftigt sich im wesentlichen mit der Organisation von Wahrnehmung. Bekannte Vertreter der Gestaltpsychologie sind Wertheimer, Kofka, Lewin, Köhler und Metzger. In der Methodik handelt es sich hauptsächlich um Experimente zur Wahrnehmung. Bekannt sind die geometrischen-optischen Täuschungen sowie die Kippfiguren, die aus der Gestaltpsychologie entwickelt wurden. Es hat sich eine große Anzahl von Gestalt-Gesetzen entwickelt. 1933 waren es bereits 114, u.a. gehört das Prinzip der Ganzheitlichkeit oder das Figur Hintergrund Prinzip dazu. Auf diese werde ich aber später noch genauer eingehen, da sie auch für die Gestaltberatung von Bedeutung sind.

1.3 Phänomenologie und Existentialismus

Existentialismus: stützt sich vorwiegend auf die Introspektion und „versucht Fragen des menschlichen Daseins aus dem Bezug des Individuums zu sich und seiner Welt zu klären“ (Wörterbuch der Psychologie, S. 170).

Phänomenologie:“ Bezeichnung für eine philosophisch – psychologische Richtung, die von den Phänomenen ausgeht und annimmt, dass das Verhalten stärker von der Art des Erfassens von Erscheinungen bzw. von Erfahrungen bestimmt ist als durch die physikalisch definierbare, äußere „Wirklichkeit““ (Wörterbuch der Psychologie, S. 333).

Von der Phänomenologie übernimmt die Gestaltberatung beispielsweise, dass es wichtiger ist zu beschreiben, als zu erklären und vom Existentialismus die Einzigartigkeit jeder menschlichen Existenz.

Weitere Quellen der Gestaltberatung wären das Psychodrama, der Zen-Buddhismus und die Alternativbewegung. Diese möchte ich nicht weiter erläutern, da die drei genannten die Gestaltberatung am meisten geprägt haben.

2.Konzepte der Gestaltberatung

2.1 Awareness

Awareness lässt sich am besten mit dem deutschen Begriff „Bewusstheit“ übersetzen. In der Gestaltberatung soll diese awareness gefördert werden. Dieser Begriff lässt sich folgendermaßen definieren: „Es handelt sich um einen Zustand aufmerksamer Wachheit gegenüber den Dingen, die im jeweiligen Augenblick hier und jetzt in mir, mit mir und um mich herum vorgehen. Gegenüber dieser gespannten Wachheit ist das Wachsein, in dem wir gewöhnlich leben, getrübt, gedämpft und in seiner Wahrnehmungskapazität eingeschränkt“ (Rahm, 1986,S. 164)

Perls unterscheidet drei Ebenen der awareness:

Interne awareness: hier handelt es sich um die Selbstbewusstheit und die Selbstwahrnehmung

Externe awareness: das genaue Gegenteil der internen, also die Wahrnehmung des anderen und der Umwelt

Mediative awareness: die Wahrnehmung von nicht Vorhandenem . Es kann eine Form der Abwehr sein und damit die interne und externe awareness reduzieren. Es beinhaltet aber auch den Bereich der Vorstellung und der Phantasie

Awareness ist das wichtigste Konzept der Gestaltberatung und letztlich zielen alle Methoden darauf ab, diese zu verwirklichen. Um awareness zu erreichen gibt es bestimmte Gestalt Übungen. Auf diese werde ich in Kapitel 4.1 eingehen.

2.2 Hier und Jetzt

Das Konzept des „Hier und Jetzt“ muss in Verbindung mit dem Konzept der awareness betrachtet werden, denn „Bewusstheit kann sich nur im Jetzt manifestieren und auf reale Fakten, Verhalten und Umwelt stützen“ (Rahm, 1986, S. 165)

Es geht nicht darum zu schauen, was alles in der Vergangenheit schief gelaufen ist und auch nicht, was alles sein könnte oder was man tun müsste. Man versucht in der Gestaltberatung mit verschiedenen Techniken entfernte Situationen bzw. Probleme ins „Hier und Jetzt“ zu verlagern. Vergangenheit und Zukunft sollen vergegenwärtigt werden. Man redet aber nicht nur darüber, sondern man soll es auch im „Hier und Jetzt“ erleben. Ein Beispiel soll zeigen wie der Klient aufgefordert wird im „Hier und Jetzt“ zu bleiben:

[...]

Details

Seiten
16
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638342179
Dateigröße
694 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v33836
Institution / Hochschule
Universität Augsburg – Psychologie
Note
2,0
Schlagworte
Gestaltberatung

Autor

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Titel: Gestaltberatung