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Sprachverfall oder Bereicherung der Sprache? Die Zukunft unseres ältesten Kulturguts unter dem Einfluss der Anglizismen

von Anna Baer (Autor)

Hausarbeit 2015 24 Seiten

Germanistik - Linguistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Anglizismen
2.1. Systematische Einteilung
2.2. Eingliederung in die deutsche Sprache
2.3. Funktion von Anglizismen, Gründe für deren Entlehnung

3. Die deutsche Sprache
3.1. Historischer Einfluss des Englischen und anderer Sprachen
3.2. Deutsche Sprachvereine
3.2.1. Verein Deutsche Sprache (VDS)

4. Verfall oder Bereicherung?
4.1. Einfluss des Englischen in den Medien
4.2. Diskussion

5. Zusammenfassung und Fazit

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang

8. Eigenständigkeitserklärung

1. Einleitung

Holla the Woodfairy! I think, I spider. Das Englisch der Deutschen is not the yellow from the egg und under all pig. Manchmal I only understand train station. Da dachte man everything sei in butter und man was washed with all waters, doch oft sind die Deutschen mit ihrem Englisch wirklich on the woodway. They have of tooting and blowing no idea was sie da manchmal reden. Doch Achtung!: Who sits in the glass house shouldn’t throw rocks [1] . Denn der Einfluss der Anglizismen auf die deutsche Sprache ist allgegenwärtig. Jeder benutzt sie, ob bewusst oder unbewusst, ob im privaten Gespräch oder in den neuen Medien[2]. In der deutschen Sprache finden sich die Wörter aus der Weltsprache der globalisierten Welt in allen Bereichen unseres Alltags[3]. Dieser enorme Einfluss der Anglizismen „wird von der Öffentlichkeit als Verstärker des Sprachverfalls angesehen“[4]. Die Forschungslage zu dem Thema Sprachverfall ist sehr ergiebig. Aufgrund des begrenzten Umfangs der Hausarbeit ist aber leider nur der Blick auf ein Kapitel des Sprachverfalls leistbar – der Einfluss der Anglizismen. Noch nie sei der Einfluss einer Sprache in der deutschen Sprachgeschichte größer gewesen als durch das Englische heutzutage[5].

Doch wie steht es wirklich um die deutsche Sprache? Ist sie durch Anglizismen derart bedroht, dass man von Sprachverfall reden kann? Oder ist genau das Gegenteil der Fall und unsere Sprache blüht durch den Einfluss der englischen Sprache auf?

Um diese Frage zu beantworten, möchte ich mich im zweiten Kapitel vorerst den Anglizismen widmen und eine systematische Einteilung vorstellen (2.1.). Danach werde ich erläutern, wie sich die Anglizismen sich in die deutsche Sprache eingliedern (2.2.) und warum diese in die deutsche Sprache übernommen werden (2.3.).

Aber nicht nur das Englische, sondern auch andere Sprachen, wie vor allem Latein und Französisch haben in der Vergangenheit Einfluss auf das Deutsche genommen (3.1.). Aufgrund dessen wurden Sprachvereine gegründet, die die Sprache von fremden Einflüssen reinigen wollten. Ein Verein, der heute noch existiert, ist der „Verein Deutsche Sprache“, welcher einen Teil des dritten Kapitels ausmacht (3.2.1.).

Durch die Erkenntnisse aus den zwei vorangegangenen Kapiteln soll auf dieser Basis der Verfall oder die Bereicherung der deutschen Sprache diskutiert werden (4.). Dabei möchte ich vor allem den Einfluss des Englischen aufgrund der Medien (4.1.) genauer in den Blick nehmen, da dieser Bereich oft Thema der öffentlichen Diskussion im Hinblick auf den Einfluss der Anglizismen in der deutschen Sprache ist. Herrscht hier ein Verfall oder eine Bereicherung vor? Am Ende dieser Hausarbeit steht eine Diskussion, die Meinungen aus der Literatur zu dem Verfall oder der Bereicherung der deutschen Sprache aufgrund von Anglizismen erörtert und gegeneinander abwägt (4.3.).

2. Anglizismen

Anglizismen sind heutzutage in allen Bevölkerungsschichten und Lebensbereichen anzutreffen. Keiner kommt mehr um sie herum und der Zustrom von Fremdwörtern wird „mit der wachsenden weltweiten Verflechtung aller Lebensbereiche […] weiter anschwellen“[6]. Englisch gilt als ausdrucksvolle, flexible, zum Spiel einladende und innovationsfreundliche Sprache und ist so attraktiv für Sprecher jeder Herkunft und wird vor allem gerne in den Massenmedien eingesetzt[7]. Bevor ich zu weiteren Gebrauchsgründen von Anglizismen im weiteren Verlauf dieses Kapitels kommen werde (2.3.), möchte ich eine Definition zu Anglizismen von Zindler vorstellen, auf welche sich die Autoren zahlreicher Fachliteraturen berufen:

Ein Anglizismus ist ein Wort aus dem britischen oder amerikanischen Englisch im Deutschen oder eine nicht übliche Wortkomposition, jede Art der Veränderung einer deutschen Wortbedeutung oder Wortverwendung (Lehnbedeutung, Lehnübersetzung, Lehnübertragung, Lehnschöpfung, Frequenzsteigerung, Wiederbelebung) nach britischem oder amerikanischem Vorbild.[8]

Diese Definition umfasst auch Anglizismen, die man nicht anhand ihrer Erscheinungsweise ausmachen kann, da sie beispielsweise nur die deutsche Wortbedeutung verändern und nicht anhand ihrer englischen Morpheme ausgemacht werden können. Wie man die englischen Bestandteile in der deutschen Sprache systematisch einteilt, möchte ich im Folgenden erläutern.

2.1. Systematische Einteilung

Dabei orientiere ich mich an einer Terminologie (siehe Anhang S.24 Abb.1) von Betz, die bei Yang aufgezeigt und auch bei Zschieschang ausführlich erläutert wird:

Auf der ersten Ebene teilen sich Anglizismen in äußeres und inneres Lehngut auf. Unter äußeres Lehngut fallen alle Anglizismen, die englisches Morphemmaterial enthalten. Diese Ebene spaltet sich noch einmal in drei weitere auf: Die erste ist die direkte Entlehnung. Darunter fallen Fremdwörter, also Wörter einer anderen Sprache, die ins Deutsche ohne orthographische, semantische, morphologische oder phonologische Veränderungen übernommen wurden. Beispiele sind Jeans, Callgirl oder Show [9]. Auch Lehnwörter zählen zu den direkten Entlehnungen, welche sich, im Gegensatz zu den Fremdwörtern, im Laufe der Zeit an die Replikasprache (in unserem Falle Deutsch) angeglichen haben[10]. Fremde Wörter sind solche wie: High School oder High Way, die nur im Kontext gebraucht werden, wenn es um das Land geht, aus denen die Wörter stammen.

Zu dem äußeren Lehngut zählen, als zweiter Bestandteil, die Mischkomposita, die sich aus deutschen und englischen Bestandteilen zusammensetzen[11]. Beispiele hierfür sind Reiseboom und Bahn-Card.

Scheinentlehnungen stellen die dritte Kategorie des äußeren Lehngutes dar, welche zwar durch englische Lexeme oder Lexemverbindungen gebildet werden, aber in dem Herkunftsland so nicht bekannt sind. Unter Scheinentlehnungen fallen Lehnveränderungen, welches im Deutschen veränderte englische Sprachzeichen sind: Deo aus deodrant und Fox aus foxterrier. Außerdem gibt es lexikalische und semantische Scheinentlehnungen. Erstere sind Wörter, die nach englischem Muster im Deutschen mit englischem Sprachmaterial gebildet wurden: so entsteht das Wort Callboy im Deutschen in Analogie zu dem englischen callgirl und Showmaster nach quizmaster. Durch semantische Scheinentlehnungen nehmen Wörter aus dem Englischen im Deutschen andere Bedeutungen an[12]. Beispielsweise steht Handy im Deutschen für ein Mobiltelefon, im Englischen wird dieses Wort nicht im deutschen Sinn verstanden, da handy dort unter anderem für: handlich, griffig oder nützlich steht.

Inneres Lehngut enthält dagegen kein englisches Morphemmaterial und teilt sich in zwei Kategorien auf: Lehnbedeutung und Lehnbildung. Die Lehnbedeutung zeichnet sich dadurch aus, dass eine englische Bedeutung eines Wortes auf ein deutsches Wort übertragen wird[13]. Plümer erklärt diese Anglizismenart anhand des Wortes feuern, welches im Deutschen für Feuer machen und auch schießen steht. Durch das englische Wort to fire erhält das deutsche Wort darüber hinaus die Bedeutung „eine Person kurzfristig aus einem Beschäftigungsverhältnis entlassen“[14].

Lehnbildungen umfassen drei Kategorien: die Lehnübersetzung, die Lehnübertragung und die Lehnschöpfung: Lehnübersetzungen zeichnen sich dadurch aus, dass ein englisches Wort entweder Glied für Glied ins Deutsche übersetzt wird oder jedes Glied durch die nächste lexikalische Entsprechung ausgetauscht wird. So wird aus dem pocket book ein Taschenbuch und aus dem cable television das Kabelfernsehen. Bei einer Lehnübertragung wird ein Teil frei und der andere wörtlich übersetzt. Das englische Wort skyscraper wird so zu dem Wolkenkratzer und aus airlift wird Luftbrücke. Englische Sprachzeichen können auch Prozesse auslösen, durch die ein deutsches Wort gebildet wird, welches sich nicht an der Form des fremdsprachlichen Vorbildes orientiert, aber versucht die englische Bedeutung bestmöglich wiederzugeben. Dieses nennt man Lehnschöpfung. Beispiel hierfür wäre das englische Wort hovercraft, welches im Deutschen durch Luftkissenboot wiedergegeben wird[15].

Dewald fügt der Betzschen Terminologie noch Lehnwendungen hinzu, welche feste Wendungen darstellen, die ins Deutsche übersetzt werden. Damit sind aber nicht jene (pseudo-)englischen Redewendungen aus der Einleitung gemeint, sondern Redewendungen, die sich im Deutschen fest etabliert haben wie: Das macht keinen Sinn!, welches nach dem englischen Vorbild That makes no sense! gebildet wurde[16].

2.2. Eingliederung in die deutsche Sprache

Dass es viele verschiedene Wege gibt, wie die englische Sprache die deutsche beeinflussen kann, wurde anhand der systematischen Einteilung im vorausgegangenen Kapitel deutlich. In diesem Kapitel soll es nun darum gehen, wie sich das fremdsprachliche Wortgut in die deutsche Sprache einfügt.

Laut Yang sind Anglizismen, die schon länger in der deutschen Muttersprache verweilen, besser integriert als die neueren[17]. Anglizismen fügen sich bestenfalls in den „Tiefencode der Muttersprache“ ein, also in das Sprachsystem des Deutschen mit den jeweiligen sprachlichen Regeln. Wenn sich das fremde Wort in diesen Tiefencode einfügt, dann hört es nach Zimmer auf, ein Fremdwort zu sein[18]. Doch Dewald führt aus, dass es „[e]in Phänomen des heutigen Sprachwandels ist […], dass die Anglizismen sich immer seltener an das deutsche Sprachsystem anpassen“[19]. So wird die ursprüngliche fremdsprachliche Schreibung oft beibehalten[20]. Gründe hierfür gibt es viele. Nach Zimmer „bleibt keine Zeit mehr für einen langen Assimilationsprozess“[21], da es viel zu lange dauern würde, den Strom der Anglizismen einzudeutschen. Carstensen zeigt, dass der Einfluss der Anglizismen sich vor allem auf die Lexik bezieht und andere Einflüsse wie auf die Grammatik und die Syntax des Deutschen gering sind[22]. Wie es sich mit den Anglizismen im Hinblick auf nicht lexikalische Bereiche verhält, werde ich im Folgenden darstellen.

Bei den meisten Anglizismen im Deutschen handelt es sich um Substantive[23]. Diese werden durch die Großschreibung orthographisch integriert[24]. Damit sie sich im grammatischen Feld des Deutschen bewegen können, müssen sich Substantive nach Kasus, Numerus und Genus flektieren lassen. Im Hinblick auf den Kasus „fügen sich [Anglizismen] in das Flexionsschema der Replikasprache ein“[25]. Die Pluralbildung gestaltet sich schon schwieriger: Oft wird die englische Pluralbildung durch ein angehängtes „-s“ bevorzugt: Tests anstatt Teste[26]. Wenn die Anglizismen sich aber etabliert haben und vollkommen integriert sind, dann „bleibt meistens ausschließlich die deutsche Pluralendung erhalten“[27].

Auch die Genuszuteilung ist nicht einheitlich. Zürn listet Regeln auf, nach welchen die Genuszuteilung für einen Anglizismus oft erfolgt[28]. Der Umfang der Hausarbeit lässt nicht zu, alle Gründe aufzulisten. Wichtig ist an dieser Stelle aber, dass es etliche Gründe gibt, nach denen die Genuszuweisung geschehen kann und dass es teils mehrere gebräuchliche Artikel für einen substantivischen Anglizismus gibt, welches zu Verwirrungen führen kann.

Mit substantivischen Anglizismen kann man nach den deutschen Regeln Wörter bilden. Dieses geschieht beispielsweise durch Komposition, welche entweder zwei englische Wörter oder ein englisches mit einem deutschen Wort verbinden kann. Durch englischen Einfluss tendiert die Kompositabildung dazu, dass die einzelnen Elemente nicht mehr zusammen, sondern getrennt geschrieben werden wie es bei Full-time Job der Fall ist[29]. Durch Komposition oder durch Verbindung mit Affixen (Derivation) kann der Ausdruck eines Anglizismus erweitert werden. Teils vermutet man den Einfluss des Englischen auch im Bereich der Affixe, da die „suffixartigen Komposita -bewußt, -orientiert, und -weit […] auf englische Vorbilder zurückzuführen sind“[30].

Verknappung, Vereinfachung, Verdeutlichung und Ökonomie des Ausdrucks sind Kennzeichen für Komposita, aber auch von Abkürzungen[31]. Anglizismen werden in der deutschen Sprache oft gekürzt, die Bedeutung verändert sich dabei nicht. Es gibt verschiedene Arten von Kürzungen[32]. So zum Beispiel die Kopfwörter (Spot(light)) und die Endwörter ((Air)plane). Doch nicht nur englische Wörter werden abgekürzt: „Die Vorliebe des Englischen zur Kürzung hat sich auch auf die deutsche Wortbildung und somit auf das deutsche Wortgut übertragen“[33]. Hier wird der Einfluss des Englischen über die Lexik hinaus deutlich, da auch die Wortbildung beeinflusst wird.

Neben den Substantiven, die den Großteil der Anglizismen ausmachen, existieren englische Verben und Adjektive ebenfalls in der deutschen Sprache:

Adjektive fügen sich größtenteils in das deutsche Flexionsschema ein. Auch die Komparation der englischen Adjektive geschieht nach deutschen Regeln[34].

Die englischen Verben sind, sofern sie sich in der deutschen Sprache etabliert haben, „in das Konjugationsmuster der deutschen Verben integriert“ und werden schwach flektiert[35]. Schwierigkeiten machen einige englische Verben, die „ein für allemal unkonjugierbar"[36] scheinen: Heißt es recycled oder recyclet ?

2.3. Funktion von Anglizismen, Gründe für deren Entlehnung

Trotz Schwierigkeiten, die die Integration der Anglizismen in die deutsche Sprache betreffen, werden diese gerne in die deutsche Sprache aufgenommen. Wie Zimmer es formuliert: „Wörter kommen über Sprachgrenzen herein, und zwar nicht als Flüchtlinge, sondern als geladene Gäste […]“[37]. Der nächste Abschnitt befasst sich mit den nennenswertesten Gründen, wieso englische Wörter „geladene Gäste“ sind.

Ganz zu Anfang ist es wichtig zu wissen, dass Deutsch und Englisch der germanischen Sprachgruppe angehören und deshalb eine ähnliche Struktur aufweisen, welche die Integration der Anglizismen in die deutsche Sprache erleichtert[38].

An manchen Stellen sind englische Wörter notwendig, da sie eine Leerstelle im deutschen Wortschatz füllen[39]. Errungenschaften in Bereichen wie Technik, Mode, Musik und Sport, werden im Herkunftsland benannt und sind in anderen Ländern dann nicht immer sofort begrifflich vertreten. Man nutzt deshalb die fremdsprachlichen Wörter, die aus dem Herkunftsland entlehnt wurden und darüber hinaus auch noch international verständlich sind. Durch Kultur- und Sachentlehnung dringen neue Wörter in die deutsche Sprache ein. Da Amerika nach dem Zweiten Weltkrieg an Prestige gewonnen hat und der „ American way of life “ für Modernität, Fortschritt, Attraktivität und Vitalität steht, sind fremdsprachliche Wörter häufig englisch[40].

Obwohl Kritiker der Anglizismen meinen, dass so gut wie alle Anglizismen eine deutsche Entsprechung haben, ist es oft so, dass der Gefühlswert des angeblich synonymischen deutschen Wortes anders ist, als der des englischen - die Konnotation stimmt nicht komplett überein: Das Wort Boss ist stilistisch anders gefärbt, als das Wort Betriebsleiter[41]. Die englischen Wörter können somit zu einer Differenzierung des Wortschatzes beitragen und die Präzision im Ausdruck fördern[42]. Doch trotz der unterschiedlichen Nebenbedeutungen, sind die Wörter semantisch ähnlich und können oft für einen abwechslungsreichen Stil sorgen. Man kann durch die annähernd synonymischen Wörter seinen Ausdruck variieren[43]. Dieses ist vor allem in Zeitungen wichtig, die ihren Text so bereichern können.

Anglizismen übernehmen in den Massenmedien wichtige Funktionen. Durch ihre andersartige Schreibung und durch ihre meist stärkere sprachliche Ausdruckskraft, fallen Anglizismen auf, welches vor allem für die Presse und die Werbung wichtig ist[44]. Aufgrund der Aktualitätssucht der Zeitungen, die unter anderem über die neusten Trends berichten, für die es nur fremdsprachliche Wörter gibt, bleibt keine Zeit für den langwierigen Eindeutschungsprozess und Fremdwörter können durch die Massenmedien etabliert werden[45].

Außerdem können Anglizismen eine bestimmte Atmosphäre schaffen. Man spricht dann auch von Kolorit. Vor allem das Lokalkolorit wird durch englisches Sprachmaterial erzeugt. Wörter wie: College und Hollywood lassen Assoziationen mit dem englischen Sprachraum zu[46]. Fachkolorit wird durch den Gebrauch von wissenschaftlichen Wörtern erzeugt. So sorgen Wörter wie Biopeeling und Concealer dafür, dass beispielsweise in einer Beautyzeitschrift fachliche Kompetenz vermittelt werden kann[47]. Durch Gebrauch von englischem Wortmaterial, welches Gruppenzugehörigkeiten kennzeichnet (Hippie, VIP) kann das Sozialkolorit erzeugt werden[48]. Sprachökonomie ist ein weiterer Grund für den Gebrauch von Anglizismen. Journalisten können dadurch Raum und auch Zeit sparen, da sehr viele kurzsilbige Lexeme in der englischen Sprache existieren[49]. Diese sind oft präziser und man kann langen Paraphrasierungen entgehen: das englische Wort Bestseller müsste im Deutschen sonst durch „Ware mit besonders hohen Verkaufszahlen“ umschrieben werden[50].

[...]


[1] Redewendungen aus: Meyerhöfer, Franca Lavinia: "Denglisch for Better Knowers": So absurd klingen deutsche Sprichwörter auf Englisch. 2014. Online unter: http://www.huffingtonpost.de/2014/06/25/denglisch-deutsche-sprichwoerter-englisch_n_5528208.html (Abruf am 08.10.2015).

[2] Vgl. Dewald, Ragna: Anglizismen in der deutschen Sprache. Sprachwandel oder Sprachverfall? Saarbrücken 2008, S.1.

[3] Vgl. ebd., S.45.

[4] Ebd., S.85.

[5] Vgl. ebd., S.109.

[6] Zimmer, Dieter Eduard: Neuoanglodeutsch. Über die Pidginisierung der Sprache. In: Dieter Eduard Zimmer: Deutsch und anders. Die Sprache im Modernisierungsfieber. Reinbek bei Hamburg 1997, S.18f.

[7] Vgl. ebd., S.34.

[8] Zindler zitiert nach Zschieschang, Tamara: Anglizismen in neusten deutschen Zeitschriften. Vorfindlichkeiten und Vergleich. Stuttgart 2011, S.15.

[9] Vgl. Zschieschang: Anglizismen in neuesten deutschen Zeitschriften, S.20.

[10] Vgl. ebd., S.21.

[11] Vgl. ebd., S.23.

[12] Vgl. ebd., S.22f.

[13] Vgl. ebd., S.24.

[14] Vgl. Plümer, Nicole: Anglizismus – Purismus – Sprachliche Identität. Eine Untersuchung zu den Anglizismen in der deutschen und französischen Mediensprache. Europäische Hochschulschriften: Reihe 13, Französische Sprache und Literatur, Bd. 251. Frankfurt am Main 2000, S.247.

[15] Vgl. Zschieschang: Anglizismen in neuesten deutschen Zeitschriften, S.25.

[16] Vgl. Dewald, Ragna: Anglizismen in der deutschen Sprache., S.37.

[17] Vgl. Yang, Wengliang: Anglizismen im Deutschen: am Beispiel des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL. Reihe germanistische Linguistik ; 106. Tübingen 1990, S.170.

[18] Vgl. Zimmer: Neuoanglodeutsch, S.55.

[19] Dewald: Anglizismen in der deutschen Sprache, S.64.

[20] Vgl. Plümer: Anglizismus – Purismus – Sprachliche Identität, S.204.

[21] Zimmer: Neuoanglodeutsch, S.25.

[22] Vgl. Plümer: Anglizismus – Purismus – Sprachliche Identität, S.11.

[23] Vgl. Yang: Anglizismen im Deutschen, S.170.

[24] Vgl. Zschieschang: Anglizismen in neuesten deutschen Zeitschriften, S.55.

[25] Zürn, Alexandra: Anglizismen im Deutschen. Karlsruhe 2001, S.191.

[26] Vgl. ebd., S.224.

[27] Dewald: Anglizismen in der deutschen Sprache, S.64.

[28] Vgl. Zürn: Anglizismen im Deutschen, S.178-187.

[29] Vgl. Zimmer: Neuoanglodeutsch, S.76.

[30] Plümer: Anglizismus – Purismus – Sprachliche Identität, S.221.

[31] Vgl. Yang: Anglizismen im Deutschen, S.169.

[32] Vgl. Zürn: Anglizismen im Deutschen, S.139ff.

[33] Ebd., S.168.

[34] Vgl. ebd., S.203f.

[35] Vgl. ebd., S.200ff.

[36] Zimmer: Neuoanglodeutsch, S.60.

[37] Ebd., S.18.

[38] Vgl. Thielemann, Lars: Anglizismen im Deutschen. Online unter: http://lars-thielemann.de/heidi/hausarbeiten/Anglizismen2.htm (Abruf am 03.10.2015).

[39] Vgl. Yang: Anglizismen im Deutschen, S.73.

[40] Vgl. Dewald: Anglizismen in der deutschen Sprache, S.43.

[41] Vgl. Pfitzner, Jürgen: Der Anglizismus im Deutschen. Ein Beitrag zur Bestimmung seiner stilistischen Funktion in der heutigen Presse. Amerikastudien ; 51. Stuttgart 1978, S.27.

[42] Vgl. ebd., S.174.

[43] Vgl. Yang: Anglizismen im Deutschen, S.126.

[44] Vgl. Dewald: Anglizismen in der deutschen Sprache, S.41.

[45] Vgl. Zschieschang: Anglizismen in neuesten deutschen Zeitschriften, S.72.

[46] Vgl. Pfitzner: Der Anglizismus im Deutschen, S.40.

[47] Vgl. Zschieschang: Anglizismen in neuesten deutschen Zeitschriften, S.69.

[48] Vgl. Pfitzner: Der Anglizismus im Deutschen, S.40.

[49] Vgl. Plümer: Anglizismus – Purismus – Sprachliche Identität, S.265.

[50] Vgl. Zschieschang: Anglizismen in neuesten deutschen Zeitschriften, S.78.

Details

Seiten
24
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668279926
ISBN (Buch)
9783668279933
Dateigröße
701 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v338287
Institution / Hochschule
Universität Bielefeld
Note
1,3
Schlagworte
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Autor

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    Anna Baer (Autor)

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