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Aktive Sterbehilfe. Der Wunsch zu sterben in der letzten Phase menschlichen Lebens

Eine Auseinandersetzung auf theologisch-biblischer Ebene

Hausarbeit (Hauptseminar) 2014 33 Seiten

Theologie - Biblische Theologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Formen der Sterbehilfe: Definitionen und Differenzierung

3. Exegese ausgewählter Bibelstellen
3.1 Aspekte des Alten Testaments
3.1.1 Die Bedeutung des Lebens
3.1.2 Die Bedeutung des Sterbens
3.1.3 Aspekte des Leidens
3.2 Aspekte des Neuen Testaments
3.2.1 Die Bedeutung des Lebens
3.2.2 Die Bedeutung von Krankheit und Leiden
3.2.3 Aspekte des Sterbens
3.3 Zur Verbindlichkeit biblischer Aussagen

4. Exempel theologischer Positionen

5. Abschließende Betrachtung und eigene Stellungnahme

6. Fachdidaktische Analyse

7. Anhang

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Zu den vielen Errungenschaften der heutigen Medizin zählt es, den Tod des Menschen immer weiter hinauszuzögern und so das Leben der Menschen zu verlängern. Der demographische Wandel ist Ausdruck einer Entwicklung, die von einem stets zunehmendem Anteil älterer Menschen geprägt ist. Mit der voraussichtlichen Lebenserwartung der Menschen steigt allerdings auch die Anzahl Pflegebedürftiger und Demenzkranker. Die Frage nach dem Sinn bestimmter lebensverlängernder Maßnahmen und die Diskussion um ein menschenwürdiges Sterben wird für viele Patienten, behandelnde Ärzte und Angehörige immer dringender. Das Problemfeld Sterbehilfe ist von enormer (öffentlicher) Brisanz für grundlegende Fragen der Medizinethik, des Rechtes und der Theologie. Es ist aber ebenso von Bedeutung für jeden Einzelnen von uns und für die eigene Lebensplanung.

Die vorliegende Arbeit strebt eine Auseinandersetzung mit der Aktiven Sterbehilfe auf einer theologischen Ebene an. Die Bibel als Basis christlichen Glaubens steht im Mittelpunkt der Untersuchungen. „Du sollst nicht töten“ heißt es im Alten Testament. Dies ist der zentrale ethische Grundsatz für unsere Gesellschaft und er meint: Das Leben ist zu schützen. Es gibt keine Einschränkungen zu diesem Gebot. Jeder Mensch und jedes Leben ist lebenswert und daher schützenswert. Und dennoch: Ist der Mensch nicht gerade aufgrund seiner herausgehobenen Stellung in der Schöpfung dazu befähigt, sein Leben aktiv selbst zu gestalten? Macht nicht gerade das die ihm von Gott zugesprochene Freiheit aus, dass er auch in dieser letzten Phase seines Lebens autonom entscheiden kann, wann und wie sein Leben ein Ende findet? Ist der Sterbewunsch kranker und/oder altersschwacher Menschen grundsätzlich aus christlicher Sicht zu verurteilen? Dies sind die zentralen Fragestellungen der vorliegenden Auseinandersetzung.

Es ergeben sich demnach folgende Schritte für die Bearbeitung: Zunächst einmal ist eine faktlich fundierte Basis zu schaffen. Was genau bezeichnet die Aktive Sterbehilfe und wie sehen die Richtlinien zur Zeit in Deutschland aus? Im Anschluss daran folgt die Exegese einiger ausgewählter Bibeltextstellen des Alten und Neuen Testaments in Bezug auf die Bedeutung von Leben, Sterben und Leiden in der Bibel. Diese Textstellen sollen den Hintergrund für die theologische Sicht auf die Debatte bilden. Eine besondere Stellung werden in der Argumentation unter anderem die Geschichte des Hiob und des Lazarus sowie die Passion Christi und das paulinische Leidensverständnis einnehmen. Über die Bedeutung dieser Bibelstellen kommen die Erarbeitungen zu einem kurzen Ausblick auf die Verbindlichkeit biblischer Aussagen für die christliche Arbeit mit ethischen Fragen. Im Anschluss folgt die theologische Reflexion. An dieser Stelle werden theologisch fundierte Meinungen verschiedener christlicher Autoritäten in Deutschland aufgezeigt werden. Dies wird im Vergleich zu der biblischen Exegese einen kleineren Teil der Arbeit umfassen. Es folgt die eigene Reflexion und abschließende Betrachtung des Problemfelds. Den letzten Abschnitt bildet die Fachdidaktische Aufbereitung des Themas „Aktive Sterbehilfe.“ Die Arbeit findet ihren Abschluss in der Beurteilung des gesellschaftlichen Stellenwertes des Themas, sowie der gegenwärtigen und zukünftigen Bedeutung dessen für Schüler und Schülerinnen.

2. Formen der Sterbehilfe: Definitionen und Differenzierung

Es gibt verschiedene Arten der Sterbehilfe, auch Euthanasie genannt. Für die vorliegende Arbeit wurde das Thema auf eine spezielle Art der Sterbehilfe eingegrenzt. Es ist hilfreich für eine gelingende Untersuchung des Themas, die für diese Zwecke bedeutsame „Aktive Sterbehilfe“ zu definieren und von der „Passiven Sterbehilfe“ zu unterscheiden. Anhand dieser Unterscheidung sollte verdeutlicht werden, an welchem Problem ethische Fragen zur aktiven Sterbehilfe aufbrechen. Dabei soll auch ein kurzer Überblick über die rechtliche Situation in Deutschland gegeben werden.

Eines sollte im Vorfeld klargestellt werden: Es geht in dieser Arbeit nur um Sterbehilfe für Menschen, die sich in der letzten Phase ihres Lebens befinden, ob krankheits- und/oder altersbedingt. Der Tod ist also für diese Menschen unabwendbar.

Eine Form der Sterbehilfe ist die der passiven Sterbehilfe oder anders: der Euthanasie mit Lebensverkürzung als eine Art Nebenwirkung. Gemeint ist der Abbruch künstlicher lebensverlängernder oder - erhaltender Maßnahmen. Der Arzt bleibt bei dieser Maßnahme passiv und der Patient stirbt eines „natürlichen“ Todes. Ein Beispiel wäre das Ausschalten der lebensverlängernden Maschinen eines hirntoten Komapatienten. Diese Art der Sterbehilfe ist legal und unumstritten ethisch vertretbar. Der Unterschied zu der aktiven Sterbehilfe wird in folgendem Zitat deutlich: „Einen sterbenden Menschen sterben lassen – im Sinne von to let him die – ihn seinem Sterben zu überlassen, das sich dann ohne unser weiteres Eingreifen vollendet, bedeutet nicht: ihn >töten<.“

Als Letzteres, als die Tötung des Patienten nämlich, wird demgegenüber die aktive Sterbehilfe aufgefasst, deren Anwendung auf vielen Seiten diskutiert wird. Nach §216 StGB ist sie als sogenannte „Tötung auf Verlangen“ strafbar. Der behandelnde Arzt tötet den unheilbar kranken Patienten dabei gezielt und auf dessen Wunsch. Dieser Wunsch zu sterben entspringt dabei dem Glauben oder der Hoffnung, im Tod Erlösung von einem schmerzhaften und leidensvollen Leben in Krankheit zu finden. Die aktive Sterbehilfe ist in der Schweiz erlaubt. Dem unheilbar Kranken wird auf dessen Wunsch hin von einem freiwilligen Arzt beispielsweise ein Gift verabreicht. Mit diesem Gift wird dann bei dem Patienten eine Kette von Ereignissen in Gang gesetzt, die unmittelbar zum Tod führen.

Es ist anzumerken, dass die Grenzen aktiver und passiver Sterbehilfe oftmals fließend sind. Das Abstellen der Geräte kann für einen Arzt durchaus als eine aktive Tat wahrgenommen werden. Außerdem kann bereits die Entscheidung eines Familienangehörigen, den Sterbenden nicht in eine Klinik einzuweisen, Sterbehilfe darstellen. Eine andere Art der Auslegung Sterbehilfe zeigt uns Nikolaus Schneider, der zwischen „Beim-Sterben-Helfen“ und „Zum-Sterben-Helfen“ unterscheidet. Diese Feinheiten in der Diskussion um eine passende Differenzierung innerhalb der des Begriffes Sterbehilfe würden den Rahmen dieser Untersuchung sprengen. In diesem Sinne begrenzen wir uns an dieser Stelle auf die problematisch diskutierte aktive Sterbehilfe. Die Gründung vieler Organisationen, die eine Legalisierung ebendieser aktiven Sterbehilfe herbeiführen wollen, zeigt, dass das Thema kontrovers diskutiert wird. Theologie, als eine Disziplin, die den christlichen Glauben in die Gegenwart tragen will, muss an den fundamentalen Diskussionsfragen der Gesellschaft teilnehmen und Stellung zu ihnen beziehen. Die Bibel ist die Grundlage allen christlichen Redens. Bevor wir allerdings stärker in die Frage um die Verbindlichkeit biblischer Aussagen für das ethische Nachdenken von Christen und Christinnen eintauchen, ist die Bibel auf ihre Aussagen zum dargestellten Thema zu untersuchen.

3. Exegese ausgewählter Bibelstellen

Dieses Kapitel bildet den Schwerpunkt dieser Arbeit. Es werden exemplarisch einige Bibelstellen aus dem Alten und Neuen Testament aufgezeigt werden, die in den Zusammenhang Sterbehilfe passen. Das Wort „Sterbehilfe“ wird an keiner Stelle in der Bibel genannt, noch gibt es konkrete Hinweise darauf. Deshalb gilt es, Schlüsse aus den allgemeineren anthropologischen Aussagen und Motiven der Bibel zu ziehen. Es gilt also, die biblischen Aspekte des Lebens, des Sterbens und des Leidens zu untersuchen und für die Diskussion fruchtbar zu machen.

3.1 Aspekte des Alten Testaments

Das Alte Testament wird getrennt von dem Neuen Testament behandelt, um auch Unterschieden zwischen den beiden Verständnissen in Leben, Tod und Leiden besser gerecht werden zu können.

3.1.1 Die Bedeutung des Lebens

Bereits ganz zu Anfang des Alten Testaments, in den beiden Schöpfungsberichten, wird deutlich: das Leben ist nicht unendlich und der Mensch stirbt früher oder später. Aus Staub hat Gott ihn geschaffen und „zum Staub wirst du [der Mensch] zurückkehren!“ Von Anbeginn an also gehört das Sterben zum Leben des Menschen. Das wird auch in Koh 3,1-2 deutlich. Dort steht, dass alles im Leben seine Zeit hat; das Geboren-Werden wie auch das Sterben. Das Sterben ist also eine Phase, eine Zeit im Leben des Menschen. Kein Mensch kann leben ohne auch zu sterben. Das Leben selbst wird als etwas verstanden, das dem Menschen als Geschenk von Gott gegeben wurde. Leben und Sterben liegen beide in Gottes Hand. Dementsprechend obliegt es auch allein Gott ein Leben zu beenden. Das menschliche Leben ist zu schützen. Dies zeigt sich uns unter anderem im Tötungsverbot des Dekalogs in 2.Mose 20,13 oder aber im Verbot Blut zu vergießen in 1.Mose 9,6. Dort heißt es: „Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll [...]vergossen werden; denn nach dem Bilde Gottes hat er den Menschen gemacht.“ Damit wird gleich die Erklärung für das Verbot mitgeliefert. Das Leben des Menschen ist aufgrund seiner Gottesebenbildlichkeit zu schützen, sie ist der Grund für die Unantastbarkeit und Würde menschlichen Lebens. Wer einen Menschen tötet, richtet sich damit gegen Gott selbst, denn nach seinem Bild hat er den Menschen geschaffen und als Schöpfer ist er der Herr über dieses Leben. Der Begriff, der in der Forschung für dieses Prinzip genutzt wird, ist die „Heiligkeit des Lebens.“ Ohne zu weit in die Diskussion vorzudringen, ob dieser Begriff in der Diskussion von Problemfragen der Ethik eine Rolle spielen sollte oder ob es besser wäre, ihn in eine „Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben“ umzuwandeln, ist zu betonen, dass das Prinzip der Heiligkeit des Lebens zum Grundstück der christlichen Anthropologie gehört und einen wichtigen Teil des Selbstverständnisses der jüdischen und christlichen Anhänger ausmacht, sowie auch deren Gottesverständnis beeinflusst. Die Auslegung dieses Prinzips, wie man es auch nennen möge, sollte daher in Fragen des Lebens und Sterbens eines Menschen durchaus seine Rolle innehaben. Auf den ersten Blick meint das Prinzip vor allem, wie bereits ausgeführt: Die Würde oder Heiligkeit des Lebens besteht darin, dass Gott den Menschen nach seinem Bild geschaffen hat und ihm dabei auch seinen eigenen Lebensatem eingehaucht hat. Daraus ergibt sich eine Art „heilige Scheu“ vor dem menschlichen Leben, das zu Gott als dem Herrn des Lebens gehört. Worin besteht nun diese Ebenbildlichkeit des Menschen zu Gott? Dem Menschen wird im ersten Schöpfungsbericht von Gott der Auftrag erteilt, über die Tiere der Erde zu herrschen. Wortwörtlich heißt es in 1.Mose 1,26f:

„Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen in unserm Bild, uns ähnlich! Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alle kriechenden Tiere, die auf der Erde kriechen!“

Und direkt an den Menschen gerichtet heißt es: „Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt die Erde und macht sie (euch) untertan.“ Die Ebenbildlichkeit steht also in der direkten Verbindung mit dem Herrschaftsauftrag über die Erde, den die Menschen von Gott erhalten. Die Menschen sind dazu geschaffen Gott in dieser Funktion auf der Erde zu vertreten und haben dadurch eine königliche Stellung innerhalb der Schöpfung und eine besondere Nähe zu Gott inne. Der Auftrag zur verantwortungsvollen Herrschaft über die Pflanzen und Tiere der Erde und zur Bebauung und Erhaltung ihrer kann auch als „Bestimmung des Menschen zur eigenverantwortlichen kreativen Ausgestaltung des Lebens gelesen werden […]. Insofern vollzieht sich das Leben des Menschen in der Spannung von Verdanktheit und Freiheit.“ Der Mensch verdankt sein Leben und seine besondere Stellung in der Schöpfung, die damit einhergeht, Gott, aber in und gerade durch diese Stellung ist er zur Freiheit und zur freien Lebensgestaltung bestimmt.

Ein letztes wichtiges Merkmal der alttestamentlichen Lebensvorstellung ist die Betonung der Diesseitigkeit des Lebens. Das zeigt sich besonders im kultischen Bereich: Allein den lebenden Menschen ist es möglich, Gott zu loben.

Gott ist der Herr des Lebens und der Tod wird folglich im Alten Testament als ein Bereich der Ferne von Gott wahrgenommen.

3.1.2 Die Bedeutung des Sterbens

Kommen wir damit also zu den anthropologischen Aussagen und Aspekten den Sterbens im Alten Testament. Wir haben festgestellt, dass Gott mit dem Leben verbunden wird. Der Tod ist das Ende des zeitlichen und körperlichen Lebens. Leben und Tod sind die beiden Enden einer Lebensspanne, zwei gegenüberliegende Extreme. Trotzdem sollte das Sterben, das ja unweigerlich zum Tod führt, dem Leben nicht einfach feindlich gegenüber gestellt werden, ist es doch ein Prozess; eine Phase des Lebens. Es ist sich die Frage zu stellen, in welchem Maße Tod und Sterben im Alten Testament als etwas allein Böses oder Schlechtes empfunden werden und ob sie nicht auch positiv wahrgenommen werden können.

Es wird im Alten Testament zwischen einem „guten“ Tod unterschieden, den alte und lebenssatte Menschen sterben und einem vorzeitigen, gewalttätigen Tod. Ersterer Tod wird nicht als negativ angesehen, da der Mensch, eines langen und erfüllten Lebens satt, stirbt. Im Hiob-Buch findet sich eine Vorstellung davon, wie der ideale Tod aussehen könnte. Dort heißt es: „Du wirst in Rüstigkeit ins Grab kommen, wie die Garben eingebracht werden zu ihrer Zeit.“ Der Mensch soll alt und lebenssatt sterben, aber nicht krank oder schwach, sondern mit „Rüstigkeit“ und der Reife einer Garbe. Anders ausgedrückt: Der Mensch soll „in voller Blüte sterben.“ Dieser gute Tod wird dann als ein Geschenk Gottes angesehen und Tod und Sterben werden als Teil des Kreislaufs des Lebens akzeptiert. Der Lebensatem Gottes kehrt mit dem Tod des Menschen zu Gott zurück.

Daneben steht der vorzeitige und gewaltsame Tod, durch den das Leben ohne erfüllt zu sein beendet wird. Er zeigt den negativen, schlechten Aspekt des Todes und findet häufiger im Alten Testament Erwähnung. Dieser vorzeitige Tod, vor allem bei jungen Menschen, wird als besonders schrecklich wahrgenommen. So spricht Hiskia, nachdem er von seiner Krankheit genesen war in Jes 38, 10: „Ich sagte: In der Mitte meiner Tage soll ich hingehen zu den Pforten des Scheols. Ich bin beraubt des Restes meiner Tage.“ Und weiter in Vers 18: „Denn der Scheol preist dich nicht, der Tod lobsingt dir [nicht]; die in die Grube hinabgefahren sind, hoffen nicht auf deine Treue.“ Wieder einmal zeigt sich, dass das Leben der Bereich Gottes ist und die, die tot sind, nicht auf die Treue Gottes hoffen können. Denn der „Scheol“, welcher den Ort des Todes bezeichnet, ist ein Bereich, der von Gottesferne oder vielmehr der absoluten Beziehungslosigkeit zu seinen Mitmenschen und zu Gott geprägt ist. Erst später wird in den Texten in Betracht gezogen, dass Gott auch Zugriff auf diesen Bereich haben muss, insofern er Menschen daraus erretten kann.

Obwohl das Alte Testament, wie herausgestellt, das Leben dem Tod eindeutig vorzieht, kennt es den Todeswunsch, auch wenn dieser sehr selten Erwähnung findet. Der Wunsch zu sterben ist in diesen Fällen mit der Hoffnung auf Erlösung von Leid und Krankheit verbunden. So zum Beispiel in Sir 41,3f : “Oh Tod, wie wohl tust du dem Armen, 4 der schwach und alt ist, der in allen Sorgen steckt und nichts Besseres zu hoffen noch zu erwarten hat!“ oder auch in Sir 30,17: „Der Tod ist besser als ein bitteres Leben und ewige Ruhe besser als stete Krankheit.“ Der Tod wird in diesen Fällen als eine Wohltat wahrgenommen und als solche positiv angenommen. Besonders im Buch Hiob kommt zum Ausdruck, wie ein Mensch, der mit Krankheit und Leid geschlagen wird, mit dem Wunsch nach Erlösung im Tod kämpft. Dieses Buch gilt es im Folgenden näher zu untersuchen.

3.1.3 Aspekte des Leidens

Im Zentrum dieses Kapitels steht eine eingehende Auseinandersetzung mit dem menschlichen Leiden. Welche Aspekte des Leidens lassen sich finden? Und vor allem: Wie wird mit dem vorgestellten Leid umgegangen und welche Folgen hat dies für die Gottesbeziehung? Eine der eindringlichsten Darstellungen des menschlichen Leidens lässt sich im Buch Hiob finden. Es bietet sich an, das Buch auf die aufgezeigten Fragen hin zu untersuchen und, ohne dass eine umfassende Exegese angestrebt werden kann, die wichtigsten Aspekte herauszustellen.

[...]

Details

Seiten
33
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668269811
ISBN (Buch)
9783668269828
Dateigröße
590 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v337674
Institution / Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Note
1,3
Schlagworte
Ethik Sterbehilfe Theologie Biblisch

Autor

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Titel: Aktive Sterbehilfe. Der Wunsch zu sterben in der letzten Phase menschlichen Lebens