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Das Spanische in Belize. Phonologische, morphosyntaktische und lexikalische Besonderheiten

Hausarbeit (Hauptseminar) 2016 19 Seiten

Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geographische Lage

3. Historischer Abriss

4. Besonderheiten des Spanischen in Belize
4.1 Phonologie
4.1.1 Vokalismus
4.1.2 Konsonantismus
4.2 Morphosyntax
4.2.1 Genus
4.2.2 Numerus
4.2.3 Vokativ
4.2.4 Enklitische Pronomen
4.3 Lexik

5. Fazit

6. Bibliographie
6.1 Literaturverzeichnis
6.2 Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Im Rahmen des Seminars „Spanische Sprache und Kultur in der Diaspora“ liegt der Schwerpunkt dieser Hausarbeit auf der besonderen Sprachsituation des Staates Belize, in dem neben der Amtssprache Englisch auch das Spanische im Norden des Landes eine große Rolle spielt. Dabei sollen die Besonderheiten des Spanischen in Belize aufgezeigt und beispielhaft erläutert werden.

Ich werde in meiner Arbeit der Frage nachgehen, wie das Spanische Belizes im Laufe der Jahre durch zahlreiche sprachliche Einflüsse geprägt wurde. Dazu gehören geographische und politische Faktoren sowie Einflüsse durch Ein- und Auswanderungswellen.

Zuerst werde ich mich mit der geographischen Lage Belizes genauer beschäftigen.

Im Folgenden werde ich einen kurzen historischen Überblick zur Geschichte des Landes auf dem Weg zur Unabhängigkeit geben, um den zeitlichen Rahmen einzugrenzen und die geschichtlichen Hintergründe darzulegen. Dabei werde ich chronologisch auf die entscheidenden Ereignisse in der Geschichte des Landes eingehen.

Anschließend werde ich die Merkmale des Spanischen in Belize ausführlicher betrachten und diese durch Beispiele belegen. Hier wird eine Einteilung in Phonetik/ Phonologie, Morphosyntax und Lexik vorgenommen.

Zum Abschluss werde ich die wichtigsten Punkte zusammenfassen und zu einem abschließenden Fazit gelangen.

Ich werde mich in meiner Hausarbeit hauptsächlich mit den Ansätzen von Antonio Quilis, Mauricio Andrés Cardona Ramírez und Miguel Ángel Quesada Pacheco beschäftigen, die meiner Meinung nach zu den zentralen Werken bei der Auseinandersetzung mit dieser Thematik zählen. Meine Ergebnisse stützen sich zudem auf die Werke des Instituto Cervantes und des Atlas lingüístico pluridimensional del español de Belice (ALEB).

2. Geographische Lage

Der Staat Belize, früher Britisch Honduras, erstreckt sich zwischen 18° und 15° nördlicher Breite sowie 87° und 89° westlicher Länge. Belize ist von den Ländern Mexiko (Yucatán) und Guatemala (Petén) umgeben und im Westen durch das Karibische Meer begrenzt. Die Entfernung an der breitesten Stelle zwischen Nord und Süd beträgt 280 km, zwischen Ost und West 98 km.

Belize ist mit einer Gesamtfläche von 22.965 km² der zweitkleinste Staat des amerikanischen Kontinents und mit der Größe des Bundeslandes Hessen vergleichbar. Neben dem Festland gehören zwei größere vorgelagerte Inseln zu Belize.[1] Das Festland gliedert sich in sechs Verwaltungsdistrikte, diese heißen Corozal, Orange Walk, Belize, Cayo, Stann Creek und Toledo.[2]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: http://www.mapsofworld.com/belize/maps/belize-political-map.jpg [Stand: 22.03.16].

Belize lässt sich geographisch in drei Regionen einteilen: Die erste Region umfasst das Hinterland nördlich des Flusses Sibun, der nahe der Stadt Belize-City in das Karibische Meer mündet; die zweite die Cockscomb- oder Mayaberge; und die dritte den schmalen Küstenstreifen samt der ihm vorgelagerten Inseln.

Der nördliche Teil liegt zwischen den Flüssen Sibun und Hondo und ähnelt dem angrenzenden mexikanischen Yucatán und dem guatemaltekischen Petén. Charakteristisch für diese Region ist die leichte Wellung des Bodens, die auf einer Kalkschicht aufbaut. In den zahlreichen Tälern finden sich viele Sümpfe und Lagunen. Die Vegetation ist dort eher spärlich und deshalb tropisch.

Der südliche Teil Belizes umschließt die Cockscombberge, die auf eine Höhe von 1122 m hinaufragen. Dort findet sich eine Reihe von tertiärer Falten bis hin zu den Bergen Guatemalas. Typisch dafür sind die hohen Steilwände, die nicht selten 100 m erreichen. Die Vegetation in den höheren Lagen ist tropisch, unterhalb von 400 m subtropisch.

Die Küste hat einen unregelmäßigen Verlauf und wird von Korallenbänken geschützt. Der Küstenstreifen südlich des Río Belize lässt sich erneut in drei Abschnitte einteilen: einen äußeren sumpfigen Teil mit Mangroven und tropischem Dschungel; eine Schwemmlandschaft und einer Art Savanne, die hohe Bäume und Palmen besitzt.[3]

Der Regierungssitz der Hauptstadt Belize-Stadt wurde im August 1970 nach Belmopán verlegt. Ursache dafür war die Gefährdung der Stadt Belizes durch Hurrikane und die mit ihnen einhergehenden Flutwellen aufgrund der geographischen Nähe zum Karibischen Meer.[4]

Ca. 90% des Territoriums werden von den Wäldern Belizes eingenommen, die im Vordergrund der wirtschaftlichen Nutzung stehen. Besonders wichtig sind die wertvollen Edelhölzer wie Mahagoni, Zedern, Pinien und Rosenholz.[5] Zu den wichtigsten Anbauprodukten gehören Mais, Reis, Bohnen, Zuckerrohr, Zitrusfrüchte, Chicle (Rohstoff für Kaugummi), Kaffee, Kakao, Bananen und Kokosnüsse.[6]

Die Bevölkerung wuchs in den letzten Jahren stetig an. Dazu beigetragen haben vor allem die Flüchtlingsströme aus den übrigen mittelamerikanischen Ländern.[7] In Belize leben neben der größten Gruppe der Schwarzen und Mulatten auch Mestizen, Kariben, Mayas, Weiße sowie eine kleine Gruppe Inder, Araber und Chinesen. Amtssprache in Belize ist Englisch, doch Spanisch besitzt besonders im Norden des Landes einen hohen Stellenwert. Außerdem werden Kreolisch, eine auf dem Englischen basierende Mundart sowie indianische Sprachen und Dialekte gesprochen.[8]

3. Historischer Abriss

Belize stand seit dem 16. Jahrhundert unter spanischer Herrschaft. Die ersten englischen Siedler ließen sich um 1638 auf dem damaligen Gebiet Britisch Honduras nieder.[9] Der größte Teil der Siedler waren Holzfäller aus Jamaika, das damals für die Verwaltung Britisch Honduras zuständig war. Ihr Ziel war es die reichen Holzbestände des Landes wirtschaftlich auszubeuten. Spanische Versuche diese Ausbeutung zu verhindern, scheiterten.

Am 10. Februar 1763 erkannte Spanien im Frieden von Paris den britischen Besitz an und Britisch Honduras gehörte von nun an offiziell zu Großbritannien.[10] Ab dem 18. Jahrhundert kam es vermehrt zur Sklaverei, vor allem die Kaffee- und Kakaopflanzung sowie die Waldarbeit wurde durch afrikanische Sklaven verrichtet. Die Bevölkerung bestand zu dieser Zeit teilweise zu 75% aus Sklaven.[11]

Am 30. April 1859 bestätigte auch das Nachbarland Guatemala den britischen Besitz. Im Gegenzug wurde dem Bau von Verkehrsverbindungen zwischen Guatemala und Britisch Honduras zugestimmt. Da sich die Briten aber nicht an die Absprache hielten, kam es zur Annullierung des Vertrags durch die Guatemalteken und infolgedessen zur Erhebung eines Besitzanspruches auf Britisch Honduras durch Guatemala.[12]

Drei Jahre später erhielt Britisch Honduras den Status einer Kolonie. Bis zum Jahre 1870 wandelte sich Britisch Honduras zu einer Kronkolonie um, die aber weiterhin von Jamaika verwaltet wurde.[13] Im Jahre 1884 erhielt Britisch Honduras einen eigenen Gouverneur und wurde somit zur Kronkolonie.[14]

„Ein bemerkenswertes Jahr der Verfassungsgeschichte ist das Jahr 1954, als eine neue Verfassung in Kraft trat, die eine gesetzgebende Versammlung schuf, bestehend aus drei Mitgliedern ex officio, drei vom Gouverneur ernannten und neun durch eine allgemeine Wahl erkorene Abgeordnete. Die Verfassungsänderung von 1960 erhöhte die Mitgliederzahl der gesetzgebenden Versammlung auf achtzehn.“[15]

Guatemala betrachtete Britisch Honduras fortan als eine seiner Provinzen. In der Neujahrsansprache des guatemaltekischen Präsidenten Miguel Ydígoras Fuentes am 31. Dezember 1961 drohte dieser die diplomatischen Beziehungen mit Großbritannien abzubrechen, falls diese sich nicht zu einer Verhandlung bereit erklären würden. Ab 1970 drohte Guatemala wiederholt damit in Britisch Honduras einzumarschieren. Die Verhandlungen zwischen Briten und Guatemalteken blieben zunächst erfolglos.

Der Kampf um die Unabhängigkeit Belizes, der zur zentralen politischen Frage des Landes wurde, fand am 21. September 1981 endlich ein Ende. Nachdem ein Abkommen zwischen Großbritannien und Guatemala die notwendigen Voraussetzungen geschaffen hatte, wurde Belize als Monarchie im Britischen Commonwealth unabhängig und vier Tage später zum 156. UNO-Mitglied. Mit dem Erreichen der Unabhängigkeit kam es auch zur internationalen Anerkennung und Akzeptanz durch Guatemala.[16]

Im darauffolgenden Jahr erneuerte Guatemala seine Gebietsansprüche auf Belize. Großbritannien warnte Guatemala vor einem Angriff, in dem es auf die in Belize stationierten Truppen aufmerksam machte.

Zehn Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung erkannte auch der guatemaltekische Präsident Jorge Serrano die Unabhängigkeit Belizes an, hielt aber weiterhin an den territorialen Ansprüchen auf Belize fest. Am 11. September 1991 wurde Guatemala ein größerer Atlantikzugang zugesprochen, indem Belize seine Territorialgewässer auf drei Seemeilen begrenzte. „Als vertrauensbildende Maßnahme gegenüber Guatemala

[...]


[1] Statistisches Bundesamt (Hg.): Länderbericht Belize. Stuttgart 1989, S. 14.

[2] Ebd., S. 18.

[3] Wettstein A: Britisch Honduras. In: Geographisch-Kulturelle Gesellschaft im Kunstkreis Luzern (Hg.): Länder und Völker. Enzyklopädie für Geographie, Geschichte, Kunst, Kultur, Sitten und Bräuche. Bd. Zentralamerika. Luzern 1964, S. 91-92.

[4] Statistisches Bundesamt (Hg.) 1989, S. 18-19.

[5] Christaller, Walter: Das Gesicht unserer Erde. Räume, Völker, Kontinente in Wort, Bild und Karte. Ein Kompendium der Geographie unserer Tage. München 1961, S. 280.

[6] Witthauer, Kurt: Die Staaten der Erde. Ein Handbuch zur aktuellen Information. Gotha 1961, S. 290.

[7] Statistisches Bundesamt (Hg.) 1989, S. 16.

[8] Ebd., S. 19-20.

[9] Wettstein 1964, S. 94.

[10] Anonym: Britisch-Honduras (Belize). In: Geiss, Dieter (Hg.): Der grosse Ploetz. Enzyklopädie der Weltgeschichte. Göttingen 2008, S. 1314.

[11] Wettstein 1964, S. 92.

[12] Anonym 2008, S. 1314.

[13] Ebd., S. 1315.

[14] Wettstein 1964, S. 94.

[15] Ebd., S. 94.

[16] Anonym 2008, S. 1826-1827.

Details

Seiten
19
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668267978
ISBN (Buch)
9783668267985
Dateigröße
916 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v337558
Note
2,0
Schlagworte
spanische belize phonologische besonderheiten

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