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Theoretische Grundlagen und Analyse einer Konversation. Sprachliche und kommunikative Kompetenz

Hausarbeit 2013 23 Seiten

Germanistik - Linguistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0.Einleitung

1. Charakterisierung der LernerInnen und Begründung der Themenauswahl

2. Theoretische Grundlagen und Analyse des Gesprächs
2.1.Sprachliche Kompetenz
a) Lexikalische/semantische Kompetenz
b) Grammatische Kompetenz
c) Phonologische Kompetenz
2.2.Die kommunikative Kompetenz
a) Soziolinguistische Kompetenzen
b) Pragmatische Kompetenzen

3. Schlussfolgerung

4. Literatur- und Quellenverzeichnis

Anhang

0.Einleitung

Sprechen bezeichnet den Vorgang bei dem artikulierte Sprachlaute erzeugt werden. Vorwiegendes Ziel ist die zwischenmenschliche Interaktion.

Darüber hinaus gilt das Sprechen als eine der wichtigsten Zieltätigkeiten oder auch Fertigkeiten des Unterrichts.

Allgemeines Ziel der Fertigkeit Sprechen ist die Kommunikationsfähigkeit oder auch Konversation. (Ina Schreiter 1996:511)

Die folgende in mehreren Kapiteln strukturierte Arbeit, befasst sich mit der produktiven Fertigkeit Sprechen.

Ziel der Arbeit ist, die kommunikative und sprachliche Kompetenz der LernerInnen in Anlehnung auf eine von ihnen geführte Konversation, zu analysieren.

Die Arbeit beginnt mit der Charakterisierung der LernerInnen.

Im weiteren Verlauf wird die Themenauswahl des Gesprächs begründet.

Danach werden die theoretischen Grundlagen eines Gesprächs beschrieben und die geführte Konversation der LernerInnen, eine simulierte Prüfungssituation im mündlichen Ausdruck, analysiert.In Bezug auf die Literatur ist anzumerken, dass Fachbücher und das Internet als Quelle gedient haben.

1. Charakterisierung der LernerInnen und Begründung der Themenauswahl

Unsere Aufgabe war es (mindestens) zwei unserer LernerInnen auszuwählen und zwischen ihnen ein Gespräch in Gang zu bringen.

Bei den ausgewählten LernerInnen handelt es sich um drei Erwachsene im Alter von 24-27 Jahren. Zwei von ihnen sind weiblichen und einer männlichen Geschlechts. Die Teilnehmer sind alle griechischer Herkunft, das Sprachniveau ist C1.

Die eine Lernerin hat Lernerfahrung aus dem Kindergarten, dem muttersprachlichen Unter-richt in der Grundschule, dem Gymnasium, dem Lyzeum und der Universität. Sie hat Englisch als erste Fremdsprache und mehrere Jahre DaF-Erfahrung. Die beiden anderen Lerner haben Lernerfahrung aus dem deutschsprachigen Kindergarten und Schulunterricht in Deutschland und der Universität in Griechenland. Sie haben Deutsch und Griechisch als Muttersprache und Englisch als erste Fremdsprache.

Die LernerInnen sind Deutschland, der deutschen Kultur und der deutschen Sprache gegen-über positiv gestimmt. Sie möchten die Sprache so gut wie möglich beherrschen. Sie alle sind instrumentell motiviert. Eine der LernerInnen möchte das Goethe-Zertifikat C2/GDS als Zusatzqualifikation für ihre Arbeitsstelle erwerben. Die zwei anderen möchten nach Abschluss ihres Studiums ein Postgraduiertenstudium in Deutschland aufnehmen.

Bei der Institution handelt es sich um ein Sprachenzentrum in Thessaloniki. Das Sprachenzentrum bietet das Erlernen von Deutsch, Englisch und Französisch an (je nach Sprache Niveau A1-C1/C2- Teilnahme gegen Gebühr). Im Sprachenzentrum sind insgesamt sechs Fremdsprachenlehrer bzw. Kursleiter eingestellt und 65 Lernende eingeschrieben. Folgende Medien sind vorhanden: Beamer, Interaktiver Whiteboard, Laptop, CD-Player, OHP, Fernseher. Die curricularen Vorgaben schreiben vor, dass am Ende des Jahres C1+ erreicht werden muss.

Das Thema über das die LernerInnen eine Konversation führen mussten lautete wie folgt: „Ihr wollt gemeinsam einen Urlaub machen. Einigt euch auf ein Ziel.“

Dieses Thema habe ich ausgewählt, weil es auch im alltäglichen Leben präsent ist. Heutzuta-ge macht fast jeder Mensch-natürlich nur wenn er dazu finanziell in der Lage ist-mindestens einmal im Jahr Urlaub.

Ob mit der Familie, dem Partner oder Freunden. Die meisten Leute verbringen den Urlaub mit anderen und nicht allein. Doch gemeinsam den Urlaub zu verbringen heißt auch Kom-promisse zu machen, denn jeder Mensch hat unterschiedliche Erwartungen und Bedürfnisse.

Kompromisse machen heißt sich zu unterhalten und sich auf etwas zu einigen. Die Lerner-Innen sollten sich genau in diese Situation hineinversetzen und gemeinsam ein Reiseziel bestimmen.

Die Teilnehmer wurden ausgewählt, weil sie am kommenden Juni, die Prüfung für den Erwerb des Goethe-Zertifikats C1 ablegen wollen.

2. Theoretische Grundlagen und Analyse des Gesprächs

Als Gespräch wird allgemein die verbale Kommunikation von Menschen bezeichnet. Für den mündlichen Gedankenaustausch in Rede und Gegenrede über ein bestimmtes Thema, gibt es bestimmte Regeln, die befolgt werden müssen.[1]

Theisen greift die von Grice formulierten Kommunikationsprinzipien (Quantitäts-, Qualitäts-, Relevanz-, Ausdrucksprinzipien) auf und meint, dass für diese Form der zwischenmensch-lichen Kommunikation, die Kürze, die Wahrheit, die Wichtigkeit und die Verständlichkeit von Relevanz sind. (Vgl. Theisen 1999:105f)

Das Prinzip der Verständlichkeit, dessen Komponenten die Lautstärke, die Artikulation, die Betonung, die Lexik, die Syntax, der Inhalt der Äußerung und die Einbindung in den Kontext oder die Situation sind, ist Grundlage aller Kommunikationsprinzipien.[2]

Die Gesprächsanalyse ist Teil der Linguistik und befasst sich mit der Beurteilung der gespro-chenen Sprache. Ziel dabei ist es, die Konversation nach wesentlichen Gesichtspunkten zu analysieren.

Die geführte Konversation wird auf eine bestimmte Art aufgeschrieben, dies wird Transkrip-tion genannt. Dabei wird das Gehörte mit allen Dialekten oder umgangssprachlichen Fär-bungen festgehalten.[3]

Um ein Gespräch leichter zu analysieren wurden Charakteristika eigeführt, die für die Kon-versation übergreifend, erklärend sind.[4]

Theisen spricht von der kommunikativen und sprachlichen Kompetenz. (Vgl. Theisen 1999: 164ff)

Im Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen werden die kommunikativen Sprachkompetenzen aufgezeigt.

Die kommunikative Kompetenz besteht aus den folgenden drei Komponenten: 1. Sprachliche bzw. linguistische Kompetenzen 2. Soziolinguistische Kompetenzen 3. Pragmatische Kom-petenzen. (Vgl. Europarat 2001: 109)

Das Gespräch ist eine Mischung dieser Kompetenzen, daher werden sie im Zusammenhang betrachtet und ausgewertet.

2.1.Sprachliche Kompetenz

Sprachliche bzw. linguistische Kompetenz wird definiert als Kenntnis der formalen Mittel, aus denen wohlgeformte, sinnvolle Mitteilungen zusammengesetzt und formuliert werden können, und als die Fähigkeit, diese Mittel zu verwenden.

Unterschieden wird zwischen: a) der lexikalischen/semantischen Kompetenz b) der gramma-tischen Kompetenz c) der phonologischen Kompetenz. (Vgl. Europarat 2001: 110)

a) Lexikalische/semantische Kompetenz

Die lexikalische Kompetenz umfasst die Kenntnis des Vokabulars einer Sprache, das aus lexikalischen und grammatischen Elementen besteht, sowie die Fähigkeit es zu verwenden. Lexikalische Elemente sind feste Wendungen (z.B. Satzformeln, idiomatische Wendungen, feststehende Muster, feste Kollokationen) und Einzelwörter.

Grammatische Elemente gehören zu den geschlossenen Wortklassen (z.B. Artikel, Personal-pronomen). (Vgl. Europarat 2001:111f)

Nach Theisen befasst sich diese Kompetenz mit der Lexik.

Die semantische Kompetenz umfasst die Fähigkeit der Lernenden, sich der Organisation von Bedeutung bewusst zu sein und diese zu kontrollieren. Sie wird in drei Kategorien unterteilt: 1. Lexikalische Semantik 2. Grammatische Semantik 3. Pragmatische Semantik.

Die lexikalische Semantik behandelt Fragen der Wortbedeutung z.B. die interlexikalischen Beziehungen (Synonymie/Antonymie) und die Beziehung zwischen Wörtern und allgemein-en Kontext (z.B. Referenz, Konnotation usw.).

Die grammatische Semantik behandelt die Bedeutung von grammatischen Elementen, Kategorien, Strukturen und Prozessen.

Die pragmatische Semantik behandelt logische Beziehungen wie Folgerung, Prässupposition usw. (Vgl. Europarat 2001:116)

Nach Theisen befasst sich diese Kompetenz mit dem Inhalt bzw. der Bedeutung.

In Anlehnung auf das geführte Gespräch[5] ist zur lexikalischen Kompetenz folgendes festzu-halten: Die lexikalischen Elemente die vorhanden sind, sind feste Wendungen und konkreter Satzformeln, also direkte Exponenten von Sprachfunktion wie die Begrüßung „Guten Tag!“, die in den Zeilen 1,5,10,14 herauszulesen ist und das Begrüßungswort „Hallo!“, das in den Zeilen 41-43 des transkribierten Gesprächs, zu entnehmen ist. Die Danksagung „Vielen Dank“ in den Zeilen 9, 11, 13, 63, 64, 66 kann ebenfalls als Satzformel bezeichnet werden.

Idiomatische Wendungen sind nicht vorhanden.

Bei den Zeilen 1 „Guten Tag! Mein Name ist Vlachou Eleni und ich bin heute ihre Prüferin.“, 5-8 „Guten Tag! Ich heiße…bin 25 Jahre alt…komme aus…“, 10-12 „Guten Tag! Ich heiße…bin 27 Jahre alt. Meine Heimatstadt ist…ich lebe und arbeite in… und 14-16 „Guten Tag! Ich heiße…ich bin… ich lebe in…“, handelt es sich neben den Begrüßungen um feststehende Muster und konkreter um Sprachbausteine die das „sich vorstellen“ (Name, Herkunftsort, Wohnort, Alter, Beruf), vermitteln.

Feste Kollokationen (in der Form Substantiv+ Verb) wie z.B. „… Urlaub zusammen zu machen.“[6], „… Hotel….Tickets…buchen.“[7], „…Spaß haben…“[8], „…Ort erkunden…“[9], „…Museen besuchen…“[10], sind dem Gespräch ebenfalls zu entnehmen.

Neben den festen Wendungen (Satzformeln, Feste Muster bzw. Sprachbausteine und feste Kollokationen) sind in der Konversation auch Einzelwörter vorhanden und konkreter die geschlossene lexikalische Gruppe der Jahreszeiten. Das Wort „Sommer“[11] wird von den Sprechern, mehrmals benutzt.

Offene Wortklassen, also Nomen, Verben, Adverbien und Adjektive die erweitert werden können, sind ebenfalls enthalten. Beispiele für Nomenkomposita: „Partymensch“[12], „Sommerurlaub“[13], „Innenstadt“[14], „Nachtleben“[15].

Zu den geschlossenen Wortklassen gehören u.a. die Artikel „…den Urlaub…“[16], „…das Hotel…“[17], „…die Tickets…“[18] etc., die Pronomen „…ich…“[19], „…du…“[20] usw., die Präpositionen „…bei einer Anwaltskanzlei.“[21], „…im Sommer…“[22] etc., die Konjunktionen „…und…“[23], „…dass…“[24], „…allerdings…“[25].

Die grammatischen Elemente, die im Deutschen zu den geschlossenen Wortklassen gehören, sind ebenfalls vorhanden.[26]

Die semantische Kompetenz wird als die Fähigkeit, jedem wohlgeformten Satz eine Bedeutung zuweisen zu können, definiert.

Zur lexikalischen Semantik ist folgendes festzuhalten: Das transkribierte Gespräch beinhaltet Wörter die eine eigene Referenz haben und selbstständig stehen bleiben können. Bei den Wörtern „Sommer“[27] und „Urlaub“[28] handelt es sich um solche.

Zur Denotation und Konnotation ist folgendes festzuhalten: Denotation ist jener Teil der Wortbedeutung der bestimmt, was für Gegenstände, Eigenschaften und Ereignisse durch das Wort bezeichnet, werden. Denotation ist in diesem Sinne, eine Beziehung zwischen einem sprachlichen Objekt (dem Wort) und etwas Außersprachlichen (dem sogenannten Denotat).[29]

Das Denotat des Wortes Urlaub[30] ist hier z.B. die arbeitsfreie Zeit, die jemand zum Zwecke der Erholung erhält.

Die Konnotation ist jener Teil der Wortbedeutung, der alle sonstigen Informationen umfasst, die das Wort ausdrückt. Dazu gehören: der emotionale Gehalt und der Status des Wortes, die Zugehörigkeit zu einer Fach- oder Gruppensprache und die Zugehörigkeit zu einem Dialekt und einer Stilebene. (Vgl. Bußmann 2002:368)

Die sonstigen Informationen die das Wort hier ausdrückt sind: bei Sprecherin A „die Erholung“ und „die Kultur“, bei Sprecherin B „das Feiern“ bzw. „Party machen“. Sprecherin A assoziiert also mit dem Wort Urlaub, das Entspannen und Erkunden von Neuem. Sprecher-in B assoziiert damit das Nachtleben.

Die Wörter „tagsüber“[31] und „abends“[32] können als Antonyme bezeichnet werden.

Die Elemente, Kategorien, Strukturen und Prozesse, die Teilbereich der grammatischen Semantik sind, werden u.a. in Kapitel 2.1 b) erläutert.

Zur pragmatischen Semantik ist folgendes festzuhalten: Der Ausdruck Präsupposition bezeichnet in der Linguistik eine implizite Voraussetzung.[33] Im Gespräch gibt es folgende Präsupposition: Sprecherin A sagt in Zeile 43: „Wir planen gerade unseren Sommerurlaub.“.

Das was hier von Sprecher C präsupponiert wird ist, dass Sprecherin A und B gemeinsam die Ferien verbringen wollen und deshalb einen gemeinsamen Urlaub planen.

[...]


[1] www.duden.de

[2] Ebd.: 129

[3] www.germanistik-kommprojekt.uni-oldenburg.de

[4] www.hilfreich.de

[5] siehe Anhang S.II-IV

[6] siehe Anhang S. II Zeile 19-20

[7] siehe Anhang S. II Zeile 22-23

[8] siehe Anhang S. II Zeile 28

[9] siehe Anhang S. II-III Zeilen 31, 47

[10] siehe Anhang S. II Zeile 31

[11] siehe Anhang S. II-III Zeilen 19, 43, 52

[12] siehe Anhang S. II Zeile 30

[13] siehe Anhang S. III Zeile 43

[14] siehe Anhang S. III Zeile 57

[15] siehe Anhang S. II Zeile 56

[16] siehe Anhang S. II Zeile 19

[17] siehe Anhang S. II Zeile 22

[18] siehe Anhang S. II Zeile 23

[19] siehe Anhang S. II Zeilen 10-12, 14-16 etc.

[20] siehe Anhang S. II-III Zeile 19, 29, 34

[21] siehe Anhang S. II Zeile 12

[22] siehe Anhang S. II Zeile 19

[23] siehe Anhang S. II Zeilen 1, 6, 7 etc.

[24] siehe Anhang S. II Zeile 22, 28 etc.

[25] siehe Anhang S. III Zeile 45

[26] siehe geschlossene Wortklassen

[27] siehe Anhang S. II Zeile 19

[28] siehe Anhang S. II Zeile 19

[29] http://193.6.132.75/lexikologie/handout9.pdf

[30] siehe Anhang S. II Zeile 19

[31] siehe Anhang S. III Zeile 52

[32] siehe Anhang S. III Zeile 54

[33] http://universal_lexikon.deacademic.com

Details

Seiten
23
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668269583
ISBN (Buch)
9783668269590
Dateigröße
502 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v337503
Note
Schlagworte
theoretische grundlagen analyse konversation sprachliche kompetenz

Autor

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Titel: Theoretische Grundlagen und Analyse einer Konversation. Sprachliche und kommunikative Kompetenz