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Coaching als Instrument der Persönlichkeitsentwicklung

Protokoll über Coachingsitzungen

Praktikumsbericht / -arbeit 2016 18 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Inhalt

PROTOKOLL NULLTES GESPRÄCH

PROTOKOLL 1. COACHINGSITZUNG

PROTOKOLL 2. COACHINGSITZUNG

PROTOKOLL ABSCHLUSSGESPRÄCH

GESAMTFAZIT

ANHANG

PROTOKOLL NULLTES GESPRÄCH

26.01.2016, 13.30 - 14.00 UHR

Für das nullte Gespräch haben die Klientin und ich uns das erste Mal im privaten Rahmen getroffen. Als ehemalige Arbeitskolleginnen kennen wir uns bereits flüchtig. Zwischen uns war immer Sympathie vorhanden, jedoch kaum privater Kontakt. Dadurch, dass wir uns bereits kennen, war es einfach Vertrauen aufzubauen. Die Klientin A.B. ist weiblich, 19 Jahre alt und Studentin.

Nach meiner Einschätzung ist die Klientin eine eher emotional gesteuerte Persönlichkeit, was ich in der Auswahl der Gesprächsführung und Tools während der Sitzungen berücksichtigen werde. So kann ich gewährleisten, dass die Klientin einen affektiven Zugang zu ihrem Thema erhält.

Zu Beginn erfrage ich, was sich die ob sie Vorerfahrungen mit Coaching hat was sie verneint. Ich erzähle ihr, dass das Coaching im Rahmen einer universitären Veranstaltung stattfindet, in der wir einen ersten Eindruck vom Coaching erhalten haben und nun selber coachen dürfen. Ich frage die Klientin nach ihrer Motivation an diesem Coaching teilzunehmen. Sie hat ein Anliegen, bei dem sie sich nach ihrer Aussage immer im Kreis dreht und nicht zu einer Lösung kommt. Die Klientin denkt über einen Auszug aus ihrer aktuellen Wohngemeinschaft (WG) nach und sieht dabei allerlei Probleme, die folgen könnte. Ich schlussfolgere daraus für mich, dass es für ein Coaching angemessenes Thema ist und ich jegliche psychische Erkrankung an dieser Stelle ausschließen kann. Ich weise sie daraufhin, dass es im Laufe der Sitzungen zu Fragen kommen kann, die für sie unerwartet oder ungewöhnlich erscheinen könnten. Daher bitte ich sie, sich darauf einzulassen und mir als Coach und dem Prozess zu vertrauen.

Auf Basis des Gesprächs haben wir uns für eine Zusammenarbeit entschieden, da es zwischenmenschlich gut passt und die Klientin ein großes Interesse an dem Coachingprozess hat. Wir sprechen für die Sitzungen folgende Termine ab:

Termine:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ort:

Ich habe dem Klienten die Wahl gelassen und Vor- und Nachteile verschiedener Örtlichkeiten genannt: in Ihrer WG ist sie in ihrer gewohnten Umgebung in der sie sich wohl und sicher fühlt, andererseits kommt sie da unter Umständen nicht aus ihren Denkmustern raus. Uni oder ähnliches hat sie direkt von sich aus abgelehnt, da sie ungestört sein möchte und ihr Privatleben nicht in der Uni besprechen möchte. Meinen Vorschlag, die Sitzung in meiner Privatwohnung durchzuführen hat sie dankend angenommen.

Sonstiges:

Sie hat von sich aus angeboten, die Sitzung aufzunehmen, damit die Informationen in das Protokoll fließen können. Da sie auf Grund Ihres Studienhintergrunds Interesse am Coaching hat, habe ich ihr angeboten, meine Unterlagen nach Abschluss des Prozesses zur Verfügung zu stellen.

PROTOKOLL 1. CO CHINGSITZUNG

30.01.2016, 10.00 - 12.30 UHR

Die Klientin kommt ausgeschlafen und dennoch sehr blass in die Sitzung, man merkt sofort, dass sie etwas beschäftigt. Sie umarmt mich zur Begrüßung und wirkt gespannt und nervös zugleich. Ich führe sie im mein Wohnzimmer und biete ihr einen Platz an und serviere Tee. Um ihr etwas die Nervosität zu nehmen, frage ich sie wie es ihrem Rücken geht, mit dem sie schon länger Probleme hat. Sie erzählt von ihrem Arztbesuch und entspannt sich dabei etwas. Wir plaudern ein wenig über die Pläne für das anstehende Wochenende und finden uns nun auch gedanklich im Raum ein.

Zum Einstieg der Sitzung heiße ich sie herzlich willkommen und sage ihr, dass ich mich freue dass wir heute in unsere 1. Sitzung einsteigen können. Ich frage sie, ob sie sich fit für die Sitzung fühlt und ob sie sich wohl fühlt. Ich erkläre ihr, dass es in einem Coaching zu ungewöhnlichen Fragestellungen kommen kann und dass sie sich bitte auf die Methoden einlassen soll. Bereits im nullten Gespräch habe ich sie daraufhin gewiesen, dass unser Coaching ihr helfen soll, eine Lösung für ihr Problem selbst zu entwickeln. Bei dem Prozess werde ich sie unterstützen und mit Fragen durch den Prozess führen. Ich habe das Gefühl, dass zwischen uns eine solide Vertrauensbasis herrscht und dass wir uns zwischenmenschlich gut verstehen.

Ich frage die Klientin, an welchem Thema sie arbeiten möchte und sie bestätigt mir, dass ihr im Nullten Gespräch bekanntes Problem heute thematisiert werden soll. Ich wiederhole ihre Gedanken aus dem Nullten Gespräch, in dem sie mir ein erster Eindruck von ihrer Fragestellung vermittelt hat. Sie wohnt zurzeit in einer Wohngemeinschaft (WG) Nahe des Campus mit 8 Mitbewohnern. Je nach Gemütslage möchte sie aus der großen WG in eine kleinere WG umziehen oder in der aktuellen WG wohnen bleiben. Sie hat die Möglichkeit in einer WG mit 2 Frauen einzuziehen oder mit einem ihrer aktuellen Mitbewohner (Maxim) gemeinsam eine WG zu suchen. Sie ist sich unsicher, was die richtige Wahl ist. Sie hat ein bedrückendes Gefühl auf der Brust und hadert mit der Situation. Ihre Fragestellung hat sie daher bereits fest gedanklich verankert: Soll ich alleine oder zusammen mit Maxim ausziehen?

Da die Klientin bereits eine sehr klare Fragestellung im Kopf hat, mochte ich nun die Fragestellung in verschiedene Eben aufteilen. Zunächst bitte ich sie, ein zeitliches Ziel festzulegen, bis wann sie diese Entscheidung getroffen haben muss. sie erläutert, dass dies mit der Kündigungsfrist von drei Monaten abhängig ist und dass sie deshalb ihre Entscheidung bis spätestens Ende Februar getroffen haben will. Im nächsten Schritt bitte ich sie, die verschiedenen Parteien aufzuzeigen, die von ihrer Fragestellung berührt werden. Sie nennt als erstes sich selbst was ich als gutes Zeichen werde. Im Weiteren nennt sie ihre Eltern, ihre Mitbewohner (insbesondere Maxim) sowie ihre potentielle neue Mitbewohnerin/ Kommilitonin.

Ich bitte die Klientin, ihre zwei Möglichkeiten bzw. Handlungsalternativen (alleine ausziehen oder mit Maxim gemeinsam ausziehen) zu verschriftlichen. Ich habe den Eindruck, dass sie bereits sehr viel über diese Fragestellung nachgedacht hat und auch mit einigen Personen darüber gesprochen hat. In ihr kreisen viele Gedanken und Gefühle, daher entscheide ich mich als Coach dafür, meiner Klientin zu helfen die bestehenden Gedanken zunächst zu ordnen. Dafür wähle ich die Methode „Stuhl der Wahl“. Die Klientin ist sehr von Emotionen gesteuert und die Methode soll ihr helfen, sich mit der Situation auseinanderzusetzten und die beiden Handlungsalternativen greifbarer zu machen.

Zunächst bitte ich sie erneut, ihre beiden Möglichkeiten (alleine ausziehen oder mit Maxim gemeinsam ausziehen) auf Karteikarten zu versschriftlichen und jeweils auf einen Stuhl zu legen. Nun bitte ich sie sich auf den ersten Stuhl zu setzten und sich in die Situation zu versetzen, in diesem Falle ist das der Auszug aus der WG gemeinsam mit Maxim. Die Klientin setzt sich und verschränkt die Beine, verzieht den Mund und stößt den Atem laut aus. Dann lächelt sie. Sie nimmt sich Zeit bevor sie ihre Gefühle schildert; sie sagt sie freut sich nicht allein zu sein, aber die Angst und Unsicherheit überwiegen. Sie hat Bedenken, wie die neue WG sein wird, in die sie mit Maxim einzieht. Auch macht sie sich Gedanken darüber, wie sie das Verhältnis zu Maxim und zu der großen WG verändert.

Bevor sie sich auf den zweiten Stuhl setzt, lenke ich sie gezielt mit einer Bemerkung über den Dauerregen heute ab. Als sie sich in die zweite Situation (alleine ausziehen) hineinversetzt, verschränkt sie die Beine und legt die Arme in den Schoß, ihr Gesicht zeigt wenige Emotionen. Dann berichtet sie von den potentiellen Mitbewohnern und dass sich bei dem Gedanken hier zu wohnen sicher fühlt. Sie lächelt, als sie erzählt dass in der WG ein Hund wohnt. Sie weiß was hier in der WG auf sie zukommen würde, da sie die Frauen bereits kennt. Auf der anderen Seite hat sie Bedenken, wie sich das Verhältnis zu ihrer großen WG und insbesondere das Verhältnis zu Maxim entwickelt.

Nachdem die Klientin gedanklich aus den Situationen rausgekommen ist, gehen wir wieder zum Flip Chart und ich bitte sie, ihre geschilderten Gefühle noch einmal zu reflektieren und zu verschriftlichen sofern sie mag. Da wir noch sehr am Anfang der Sitzung sind, verzichte ich als Coach an dieser Stelle bewusst darauf, ihr ein Feedback zu ihrer Körpersprache zu geben, da ich sie nicht beeinflussen möchte. Ich bitte die Klientin, sich noch einmal ihr eingangs festgelegte Fragestellung anzuschauen und diese zusammenzufassen. Sie bestätigt mir, dass sie mit der Fragestellung weiterarbeiten möchte und nichts verändern will. Da sich mein Eindruck verstärkt hat, dass sie bereits sehr viel über diese Fragestellung nachgedacht hat und sie ihre Gedanken, Gefühle und die an der Entscheidung beteiligten Personen nur schwer erfassen und ordnen kann, schlage ich ihr vor, die Methode die 5 Säulen der Stabilität anzuwenden. Nach einer kurzen Erklärung frage ich sie ob sie dazu Lust hat was sie bejaht. Ich bitte sie, die fünf Bereiche Familie, Gesundheit, Materielle Sicherheit, Innere Haltung und Arbeit & Leistung auf Metaplankarten zu schreiben und gut sichtbar vor sich hinzulegen. Nun wollen wir über die Säulen in Bezug auf ihre Fragestellung sprechen und ich biete ihr an, dass wenn sie einen Gedanken zu einer Säule hat diesen gern verschriftlichen kann. Das hat einen enormen Denkprozess bei ihr angestoßen, so dass sie nach circa 60 Minuten und nur wenigen Fragen meinerseits positive und negative Aspekte zu jeder Säule benannt und visualisiert hat (Fotos der Ergebnisse im Anhang). Dieser Prozess hat mich in meiner Annahme bestätigt, dass sie bereits viele unausgesprochene Gedanken und Lösungsansätze im Kopf hatte. Um aus den vielen Gedankengängen eine Quintessenz zu ziehen, schlage ich vor, dass sie je Säule konkrete Wünsche notiert. Nachdem die Klientin fertig war, hat sie einen lauten Seufzer ausgestoßen („Puh!“) und gesagt, dass sie gar nicht wusste, wie viele Gedanken, sie sich schon gemacht hat.

Daraufhin habe ich die Klientin gebeten, die Säulen noch einmal für sich kritisch zu reflektieren und zu neue Aspekte zu identifizieren. Sie sagte, dass die Säulen Gesundheit, Familie und Arbeit Leistung ihr bewusst waren und keine neuen Aspekte zeigen. Materielle Sicherheit und Innere Haltung hingegen haben in ihr andere Gedankengänge hervorgerufen und sie hat neue Verknüpfungen von Probleme und Aspekten gezogen und sowohl innerlich als auch mit den Metaplankarten ihre Gedanken geclustert. Ich bat die Klientin, sich noch einmal die Fragestellung anzuschauen und zu reflektieren, ob diese noch die gleiche ist oder ob etwas angepasst werden müsse. Sie wollte die Fragestellung unverändert lassen, bemerkte aber dass ihr nicht klar war, was für eine große Rolle Maxim bei der Entscheidung spielt. Sie hat bereits mehrfach für sich eine Entscheidung getroffen, diese jedoch wegen Maxim immer wieder verworfen.

Die Klientin zeigte Anzeichen für Müdigkeit so dass ich ihr vorschlug, die Sitzung für heute zu beenden. Ich fragte sie, ob sie die Rolle die Maxim bei der Entscheidung spielt, in der kommenden Sitzung bearbeiten möchte. Natürlich werde ich in der nächste Sitzung erneut fragen, welchen Aspekt sie besprechen möchte. Ich wollte ihr mit dem Vorschlag nur aufzeigen, dass dieser Gedanke nicht ungehört ist und präsent bleiben darf, sofern sie darüber sprechen möchte.

Zum Abschluss der ersten Sitzung setzten wir uns wieder auf unsere Stühle und ich frage die Klientin, was sie aus der heutigen Sitzung mitnimmt und ob sie hilfreich auf dem Weg zur Lösungsfindung war. Sie führt aus, dass die Clusterung mit den Säulen ihr die Aspekte Materielle Sicherheit neu eröffnet hat und sie insbesondere diesen mit ihrem Vater besprechen will, der sie finanziell unterstützt. Weiterhin ist sie sich bewusst geworden, was ihre Vorstellungen sind und was positiv/negativ an ihrer Situation ist. Sie hat in der heutigen Sitzung ein besseres Verständnis für ihre aktuelle Lage gewonnen. Weiterhin fragte ich sie, was sie bis zur nächsten Sitzung tun wolle. Neben dem Gespräch mit ihrem Vater, möchte sie mit ihrer Mutter und ihrer besten Freundin die sich ihr heute neu eröffneten Gedankengänge besprechen.

Ich fragte sie, ob sie mit einer kleinen Hausaufgabe einverstanden sei was sie bejahte. So schlug ich ihr vor, die beiden Handlungsalternativen (alleine ausziehen oder mit Maxim gemeinsam ausziehen) getrennt voneinander im Kopf zu behalten und sich Gedanken über die nächsten Schritte der Lösungsfindung zu machen.

Während der ersten Sitzung ist sich die Klientin über ihre Situation, ihre Handlungsalternativen und ihr Problem bewusst geworden. Sie hat ihre Gedanken strukturiert und neu verknüpft was ihr andere Gedankenfelder eröffnet hat. Ich spiegele ihr wieder, dass ich Ankerwort „Sicherheit“ sehr häufig in ihren Ausführungen wahrgenommen habe. Sie entgegnet dass dies ja normal sei und dass sich jeder nach Sicherheit sehnt. Daraufhin habe ich sie darauf hingewiesen, dass es ja in dieser Sitzung um sie geht und dass für sie Sicherheit eine Rolle spielt, für andere sind es vielleicht andere Themen. Dem hat sie zugestimmt und ich bat sie, meine Beobachtung dennoch kritisch zu sehen und für sich selbst zu entscheiden, ob dieses Thema für sie wichtig ist oder nicht. Weiterhin hat sie häufig gesagt, dass sie selbst „hinter der Entscheidung stehen will“ und sie sich wünscht, dass sie in ihrer Entscheidung von ihrer Umwelt unterstützt wird.

Aus meiner Sicht hat die erste Sitzung gut funktioniert. Ich habe viel mehr Tools angewendet, als ich es mir vorgenommen habe. Aber man kann eine Sitzung nun mal nicht planen, sondern muss situations- bedingt auf den Klienten reagieren. Da meine Klientin ja selbst schon viel Vorarbeit geleistet hatte und ihre Fragestellung schon fest stand, sah ich es als meine Aufgabe als Coach an, mit den bestehenden Gedanken zu arbeiten, sie zu strukturieren und meiner Klientin zu helfen, einen Überblick bzw. eine Struktur zu generieren.

PROTOKOLL 2. COACHINGSITZUNG

10.02.2016, 15.00 - 16.45 UHR

Sehr enthusiastisch und fröhlich kommt die Klientin in die Sitzung. Es ist ein großer Unterschied im Vergleich zu ersten Sitzung vor 10 Tagen spürbar und erkennbar. Ich biete ihr Getränke und einen Sitzplan an und frage wie ihre Klausuren bisher verlaufen sind. Begeistert erzählt sie mir von den guten Ergebnissen und von ihrer Planung für die nächsten Tage. Sie wirkt ausgesprochen motiviert und voller Energie.

Um die Überleitung in den Einstieg in die Sitzung zu realisieren, frage ich wie der Besuch bei ihren Eltern war, zu denen sie direkt nach der letzten Sitzung gefahren ist. Sie berichtet, dass sie mit ihren Eltern über die Problematik gesprochen hat und bestätigt, dass ihr die erste Sitzung geholfen hat ihre Gedanken zu strukturieren und zu einer Entscheidung zu kommen. Ausgehend von der Fragestellung der ersten Sitzung („Soll ich alleine oder zusammen mit Maxim ausziehen?“) hat sich die Klientin entschieden, alleine in eine kleinere WG zu ziehen. Stolz berichtet sie, dass ihre Eltern hinter der Entscheidung stehen sie finanziell) dabei unterstützen werden. Diese Befürwortung ihrer Entscheidung hat der Klientin sehr geholfen. Ihre Entscheidung ist die richtige und der Aufenthalt bei ihren Eltern und die erste Sitzung hat ihr geholfen, den Sachverhalt distanziert zu betrachten. Sie hat jetzt große Lust, alleine in die WG mit den 2 Frauen zu ziehen. Sie hat für sich erkannt, dass ihr Lebensstil und der von Maxim nicht miteinander vereinbar sind. Die Klientin fügt hinzu, dass sie jedoch immer wieder ein bisschen Unsicherheit verspürt, weil sie Angst hat, dass das mit der neuen WG nicht funktioniert.

Die Klientin beginnt von sich aus über das für und wider zu sprechen und sucht Argumente für ein Gespräch mit Maxim. In dem Gespräch möchte die Klientin ihm ihre Entscheidung persönlich mitteilen. Sie hat Angst, dass ihre Argumente in dem Gespräch von ihrem dominanten Gesprächspartner entkräftet werden und sie nach dem Gespräch wieder unsicher ist, was das richtige für sie ist. Ich schlage vor, ihre Gedanken zu visualisieren, um so ein Gespräch mit ihrem Mitbewohner Maxim vorzubereiten. Dafür stellt sie Kategorien auf (Gründe für den Auszug aus der WG, Gründe für das ausziehen alleine, Gründe gegen das Zusammenziehen mit Maxime sowie Sorgen wegen Umzugstermin/Timing Nachmieter. Ich bitte die Klientin sich die Kategorien noch einmal anzuschauen und zu versuchen, daraus eine Fragestellung abzuleiten. Recht schnell fasst sie ihre Gedanken in einer Fragestellung für die heutige Sitzung zusammen: „Wie kann ich möglichst zeitnah in eine neue WG ziehen und das so unkompliziert wie möglich?“

Daraufhin sprechen wir intensiv über die Kategorien und die Klientin findet viele Punkte und Argumente, die sie von sich aus visualisiert. Sehr schnell wiederholt die Klientin die Gründe (WG- und Zimmergröße, Sauberkeit, Transparenz, Verantwortung, Wohlfühlen), die für einen Auszug sprechen und die das Ergebnis der ersten Sitzung waren. Daraufhin spiegle ich ihr wieder, wie zügig sie diese nun benennen konnte und wie lange es noch in der ersten Sitzung dafür benötigt hat. Sie stimmt zu und freut sich, dass sie hier für sich sehr klare und definierte Argumente gefunden hat und selbst einen Fortschritt bei sich feststellen kann.

[...]

Details

Seiten
18
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668263314
ISBN (Buch)
9783668263321
Dateigröße
2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v336449
Institution / Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg – Institut für Performance Management
Note
1,3
Schlagworte
coaching protokoll persönlichkeit personalentwicklung

Autor

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Titel: Coaching als Instrument der Persönlichkeitsentwicklung