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Gierige Institutionen und Unternehmensberatung. Das Fallbeispiel McKinsey & Company

von Maximilian Maxa (Autor)

Hausarbeit 2016 14 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

2. DIE UNTERNEHMENSBERATUNG
2.1. WIESO MCKINSEY?
2.2. DIE UNTERNEHMENSBERATUNG ALS ORGANISATION

3. GREEDY INSTIUTIONS

4. MCKINSEY UND SEINE GIER
4.1. DAS BEWERBUNGSVERFAHREN
4.2. DER BERUFLICHE ALLTAG
4.3. WIDERSPRÜCHLICHKEITEN EINER GIERIGEN INSTIUTION
4.4. FREIZEIT BEI MCKINSEY

5. FAZIT

6. LITERATURVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

ÄDie kaputte Elite“, ÄGestatten: Elite“, ÄBeraten und verkauft“, ÄFolienkrieg und Bullshitbingo“, die Liste der Bestseller-Bücher über die Mächtigen unserer Zeit ist schier unendlich: Unternehmensberatungen stehen nicht erst seit der letzten Weltwirtschaftskrise im Fokus der Gesellschaft.

Kaum ein Unternehmensfeld wird von Betriebswirtschaftsabsolventen so angestrebt wie die Unternehmensberatung. McKinsey, Boston Consulting, Bain & Company. Die Branche boomt. Die drei größten consulting firms beschäftigen insgesamt circa 33 Tausend Mitarbeiter und setzten allein im Jahr 2014 zusammen in etwa 15 Milliarden US-Dollar um. (Forbes 2016)

Doch was auffällt ist: Die Literaturrecherche ist geprägt von Aussteigerberichten und Abrechnungs-Essays, die sich die Branche vorknöpfen. Von Leistungsdruck, 60- Stunden-Wochen und Up-or-Out-Prinzip ist die Rede. Wer hier Karriere machen will, hat es schwer. Unternehmensberatungen, allen voran die Nummer eins McKinsey & Company, haben einen Ruf um sich kreiert der geradezu mystifiziert wird. Dass nur die berühmten 1% aller Bewerber überhaupt dort arbeiten dürfen, und das dort beschäftigt zu sein kein Job, sondern eine Lebenseinstellung sei.

Genau hier kommt die Organisationssoziologie ins Spiel: Greedy Institutions, also gierige Institutionen (zum Teil auch als besitzergreifende Institution übersetzt). Diese Theoriekonzeption von Lewis A. Coser ist erstmals im Jahre 1973 erschienen. Gierige Institutionen beschreiben eine solche Organisationsform, die Loyalität und Aufopferung im besonderen Maße von ihren Mitgliedern verlangt und einfordert.

Hier setzt meine Forschungsfrage an: Ist McKinsey & Company, als Marktführer unter den Unternehmensberatungen, eine greedy institution?

Als erste Hinweise liefert die Literaturrecherche folgende These: McKinsey scheint eine solche Institution zu sein, liefert aber auch schon von Anfang an ihren Bewerbern das Bild als solches. Sie schafft es, diesen negativ konnotierten Begriff derartig umzudrehen, dass er ein anzustrebendes Ziel wird.

Zu Beginn werde ich den Begriff der Unternehmensberatung konzipieren, mit besonderen Merk auf McKinsey & Company.

Danach werde ich Cosers Theoriekonzeption genau herausarbeiten, indem ich zuerst den Begriff der Organisation definiere und folgend die besondere Organisationform der greedy institution erkläre. Was genau sind gierige Institutionen und welche Eigenschaften bringt eine gierige Institution mit sich?

Darauf folgt die Zusammenführung der Theorie mit meinem Fall. Ist McKinsey eine greedy institution? Wie passt Cosers Theorie auf McKinsey und wo gibt es vielleicht auch Unterschiede.

2. DIE UNTERNEHMENSBERATUNG

Unternehmensberatungen, wie der Name schon sagt, beraten Unternehmen. "Sie beschäftigen sich mit zentralen Topmanagementfragen [...]." (McKinsey & Company) Dies kann von IT-Management, Marketing und Vertrieb über Ressourcenproduktivität, Strategie, bis hin zu Risiko-Management und Personal führen. Sie können jeden Aspekt einer Organisation umfassen und können versuchen diesen extern zu optimieren. Sie werden als Dienstleister angestellt und arbeiten immer nur für einen gewissen Zeitraum für eine Firma, bis der Fall abgeschlossen ist.

"Ein Meeresbiologe kann ebenso Wirtschaftsprüfer werden wie ein Altertumswissenschaftler. [...] der Beruf schreibt kein bestimmtes Studium vor, sondern nur einen beliebigen Bachelorabschluss." (Peters 2013) Dadurch sind große Unternehmensberatungen auch fachlich sehr breit aufgestellt, dennoch liegt hier der Schwerpunkt bei BWL- und Jura-Absolventen.

2.1 WIESO MCKINSEY?

Zur Klärung warum die Firma McKinsey & Company als bestes Exemplar gilt, um die Heuristik der greedy institutions zu verdeutlichen, genügt ein Blick in die Literatur:

ÄMcKinsey & Company is the biggest, oldest and most prestigious of the three firms [Anm.: Bain & Company, BCG, McKinsey & Company], with one of the most powerful alumni networks in the world […].“(Szczerba 2014)

Hinzukommt, dass McKinsey im Ranking von Vault.com seit 14 Jahren am Stück die unangefochtene Nummer eins im Bereich Prestige bei Beratungsunternehmen ist. Da Prestige oft mit einem sehr hohen Arbeitspensum einhergeht, eignet sich hier der Blick auf McKinsey, denn wie ich gleich genauer erörtern werde, ist die Einnahme der zeitlichen Ressourcen einer Person, ein zentrales Merkmal der gierigen Institution.

2.2 UNTERNEHMENSBERATUNG ALS ORGANISATION

Um in die theoretischen Aspekte einzusteigen möchte ich zunächst klar machen, ob man eine Unternehmensberatung als Organisation sehen kann. Der Organisationssoziologe Niklas Luhmann gebraucht folgende Merkmale, um eine Organisation zu erkennen: Mitgliedschaft, Zwecke, und Hierarchien. (Vgl. Kühl 2011, S. 17)

Ein zentrales Merkmal von der Mitgliedschaft ist die Ein- und Austrittmöglichkeit in eine Organisation. Sie kann bestimmen, wer Mitglied sein kann bzw. darf und wer - aufgrund von zum Beispiel Regelverstößen und der Nichterbringung von Leistung - wieder ausgeschlossen werden kann. (Vgl. Kühl 2011, S. 18) Dies ist durch Leistungsanforderungen und Arbeitsverträge in einer Unternehmensberatung gesichert.

Als zweites Merkmal einer Organisation braucht diese einen Zweck. Wie bereits oben angeführt ist der Zweck einer Unternehmensberatung andere Firmen zu optimieren und effizienter zu gestalten. Dieser Zweck wird offen und für jeden ersichtlich über die Webseite kommuniziert.

Das letzte Merkmal ist die Hierarchie in der Organisation. Auch diese ist gegeben. Bei McKinsey & Company sogar im besonderen Maß. Es gibt eine strikt durchdeklinierte Hierarchie die vom Director (Senior-Partner) zum Principal hin zum Associate Principal führt, die wiederum von den Projektleitern/Experts zu den Associate/Specialist hin zum Fellow bis nach ganz nach unten zum Junior Fellow geht.

Da also die Unternehmensberatung eindeutig als Organisation einzustufen ist, folgt nun der Blick auf eine ganz besondere Form der Organisation: Die greedy institutions.

3. GREEDY INSTITUTIONS

Was genau sind überhaupt gierige Institutionen? Coser bietet hier einen ersten Einblick in das Verständnis dieses Konzepts:

"Sie können gierige Institutionen genannt werden, insofern sie auf das exklusive und ungeteilte Engagement aus sind, und sie versuchen, die Anforderung konkurrierender Rollen und Statuspositionen an jene, die sie sich einverleiben wollen, zu verringern. Ihre Ansprüche sind allumfassend." (Coser und Egger de Campo 2015, S. 14)

[...]

Details

Seiten
14
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668258495
ISBN (Buch)
9783668258501
Dateigröße
606 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v336206
Institution / Hochschule
Universität Potsdam – Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Note
1,0

Autor

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    Maximilian Maxa (Autor)

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