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Eine inhaltsanalytische Untersuchung der Berichterstattung über die PARTEI in deutschen Qualitätszeitungen von 2004 bis 2015

Die PARTEI — Satire in der Politik oder Politik mit scharfem Witz?

Bachelorarbeit 2016 92 Seiten

Medien / Kommunikation - Medienökonomie, -management

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Untersuchungsgegenstand
2.1 Die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative
2.2 Satireparteien in Deutschland
2.3 Satirische Parteien im internationalen Kontext
2.4 Die Spaßpartei
2.5 Politische Satire

3 Theoretischer und empirischer Forschungsstand
3.1 Die politischen Dimensionen
3.2 Nachrichtenfaktoren
3.2.1 Faktizität
3.2.2 Personalisierung
3.3 Journalistische Charakterisierungen
3.3.1 Kleinparteien als vorübergehende Erscheinung
3.3.2 Unterhaltsame Politik
3.4 Bildung der Forschungshypothesen

4 Methodisches Vorgehen
4.1 Untersuchungsanlage
4.2 Untersuchungszeitraum
4.3 Untersuchungsmaterial
4.3.1 Untersuchte Medien
4.3.2 Auswahl der Untersuchungseinheit
4.4 Das Erhebungsinstrument
4.4.1 Operationalisierung und Aufbau des Codebuchs
4.4.2 Erhebungsphase und Reliabilität
4.5 Datenaufbereitung

5 Beschreibung und Interpretation der Ergebnisse
5.1 Deskriptive Ergebnisse
5.2 Hypothese 1: Polity, Policy, Politics
5.3 Hypothese 2: Ereignishaftigkeit der Berichterstattung
5.4 Hypothese 3: Ereignishaftigkeit und Politics-Themen
5.5 Hypothese 4: Personalisierung der Berichterstattung
5.6 Hypothese 5 & 5.1: Vorübergehende Erscheinung
5.7 Hypothese 6 & 6.1: Unterhaltungswert
5.8 Fazit

6 Diskussion
6.1 Ergebnisse vor dem Hintergrund der bisherigen Forschung
6.2 Kritische Reflexion des Forschungsprozesses
6.3 Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang

Abstract

Die von Redakteuren der Zeitschrift Titanic gegründete Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative ist seit 2004 Teil der deutschen Parteienlandschaft. Mit ihrem einzigartigen satiri- schen Charakter, persiflierenden Methoden und absurden Forderungen sorgt sie für mediales Aufsehen und weist auf ihre ernsthaften gesellschaftlichen An- sprüche hin Da die Berichterstattung der deutschen Qualitätszeitungen ein entschei- dender Faktor in der politischen Meinungs- und Willensbildung ist, liegt die Analyse der Zeitungsbeiträge über die PARTEI von 2004 bis 2015 im Fokus die- ser Arbeit. Die Forschung zur Politik- und Parteienberichterstattung hat schon eine Vielzahl bedeutender Ergebnisse hervorgebracht. Dennoch war die Satire- partei als nicht-etablierte Kleinpartei bisher nicht Untersuchungsgegenstand dieser Studien

Der Umfang der B dass die PARTEI in den deutschen Qualitätszeitungen eher als politisches Randphänomen stattfindet. Wie aus der bisherigen Forschung bekannt, wird auch hier die Dominanz der Politics-Themen in Verbindung mit der PARTEI bestätigt. Die Beiträge weisen eine gemäßigt hohe Ereignishaftigkeit auf. Gleichzeitig nimmt die Personalisierung in den journalistischen Texten eine sehr geringe Stellung ein. In der Berichterstattung ist keine wesentliche Charakterisierung der PARTEI als unterhaltsam oder als vorübergehende Erscheinung zu erkennen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1. Gesamtanzahl der Artikel im Zeitverlauf

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1. Polity, Policy, Politics

Tabelle 2. Intercoder-Reliabilität

Tabelle 3. Unterschiede zwischen den aufeinander folgenden Jahren in Bezug auf die Anzahl der unterhaltsamen Charakterisierungen

Anmerkungen zur Schreibweise

In dieser Arbeit wird aus Gründen der besseren Lesbar- sowie Verständlichkeit auf eine gendergerechte Schreibweise verzichtet. Formulierungen wie beispielsweise Wissenschaftler oder Codierer gelten als Bezeichnungen für sowohl das weibliche als auch das männliche Geschlecht. In keiner Weise liegen dieser Entscheidung wertende oder diskriminierende Ansichten zugrunde.

Außerdem wird die Eigenschreibweise ǷPARTEI“ für die hier zentral behandelte konkrete politische Organisation verwendet, um eine Unterscheidung gegenüber dem allgemeinen, unbestimmten Begriff ǷPartei“ zu ermöglichen. Der Artikel ǷDie“ als Teil des Eigennamens wird nicht verwendet.

1 Einleitung

ǷDie Satire hat ja in Deutschland weitreichendere Rechte als die Presse“, sagte Dr. Mathias Wedel, Chefredakteur vom Eulenspiegel1, in einem Interview nach dem terroristischen Anschlag auf die Pariser Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo (Werner, 2015). Genau diese Rechte formen die Grundlage für aufmerksamkeitsstarke und öffentlichkeitswirksame satirische Phänomene. In den vergangenen Jahren stieg die Beliebtheit von medialen Satire-Formaten deutlich an: TV-Sendungen wie heute-show, Neo Magazin Royale, Die Anstalt und die deutschsprachige Website Der Postillon sind heute ein wichtiger Bestandteil des Mediensystems (vgl. Franz, 2014; Frankfurter Rundschau, 2015; Pressepor- tal, 2016). Meistens sind es politische und soziale Themen, die den Inhalt dieser Formate bilden. Die Formate unterhalten jedoch nicht nur die Zuschauer und Leser, sondern haben auch einen Informationswert. Dass diese Form der media- len Informationsvermittlung ein Konkurrent der klassischen Fernsehnachrich- ten sein kann, zeigen zwei US-amerikanische Studien der University of Delaware und der University of Pennsylvania. Sie untersuchten die Rezeption von durch Satire vermittelten politischen Inhalten im Fernsehen und kamen zum Schluss, dass Zuschauer des satirischen Formats besser über einen politischen Sachver- halt informiert waren als Zuschauer von klassischen TV-Nachrichtenformaten, die den gleichen Sachverhalt thematisierten. (vgl. Brewer, 2014; Hardy, Gottfried, Winneg & Jamieson, 2014).

Mithilfe des Spottes, Sprachspiels, der Parodie, Ironie und weiterer Dar- stellungsmittel zwischen den Polen Humor und Polemik wollen Satiriker die herrschenden Zustände ändern, indem sie den Kontrast zwischen Anspruch und Wirklichkeit hervorheben (vgl. Behrmann, 2002, S. 9-28). Demnach erfüllt die Satire in ihren unterschiedlichsten Ausdrucksformen konstitutive Funktionen für eine demokratische Gesellschaft. ǷIf democracy is government by the people and for the people, and all human beings are imperfect, then satirists will main- tain a wealth of material to work with when offering their own unique perspec- tives on politics and government”, schreibt Holbert über die Arbeitsgrundlage der Satiriker (2014, S. 25). Ganz in diesem Sinne und noch weitreichender sorgt in Deutschland im politischen Kontext die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tier- schutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (kurz: PARTEI) re- gelmäßig für Aufsehen. Die von Martin Sonneborn gegründete Partei hat nach eigenen Angaben 12.350 Mitglieder, nimmt an Wahlen teil und ist in der deut- schen Parteienlandschaft ein Ausnahmebeispiel für das Entlarven gesellschaftli- cher Missstände mit den Methoden der Satire (vgl. Bender, 2014; Fröhlich, 2015). Die Politiker um den ehemaligen Chefredakteur der Satirezeitschrift Ti- tanic verhöhnen die deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts2 und karikieren die heute etablierten politischen Parteien (vgl. ebd.). Die Stimmenanteile der 2004 gegründeten Partei lagen nicht immer unter der Eintrittshürde der Parla- mente, sodass sie heute mehrere Mandate auf kommunaler Ebene und einen Sitz im Europäischen Parlament hat, der vom Bundesparteivorsitzenden Sonneborn bezogen wird. Mit vielen provokativen Aktionen zieht die PARTEI die Aufmerksamkeit der Medien auf sich und wird als nicht klar zuzuordnendes Phänomen zum Gegenstand der Berichterstattung (vgl. ebd.). Das Bild der Par- tei, das dem Rezipienten dadurch vermittelt wird, gilt als entscheidender Faktor der politischen Meinungs- und Willensbildung der Bürger (vgl. Hasebrink, 2015). Somit ist das Medienbild von Parteien auch mit entscheidend für ihre Wahlerfolge.

Die PARTEI stellt hierzulande eine Ausnahme der politischen Satire dar und soll deshalb der Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit sein. Nach dem deutschen Parteiengesetz ist sie durch ihre regelmäßige Wahlteilnahme mitt- lerweile juristisch einwandfrei als Partei einzustufen. Auseinandersetzungen mit diesem Phänomen aus politik-, kommunikations- und medienwissenschaft- licher Perspektive gab es bisher jedoch fast keine. Als ursprünglicher Bestand- teil der satirischen Medienlandschaft durch ihren überwiegend bei der Titanic angesiedelten Hintergrund ist die politische Vereinigung Teil des von ihr meist kritisierten politischen Systems (vgl. Fröhlich, 2015). Sonneborn betritt mit sei- ner PARTEI in gewisser Weise die Wirklichkeit und steigt in die herrschenden Rechtsstrukturen ein (vgl. Porzelt, 2013, S. 246). Die PARTEI erfüllt Funktionen der politischen Satire nicht als außenstehendes Medienangebot, sondern atta- ckiert die Verantwortlichen für die betreffenden Zustände im System und ist gleichzeitig legitimierte Organisation des politischen Systems.

Diese konkrete Ausdrucksform der politischen Satire als Untersuchungs- gegenstand der vorliegenden Studienarbeit eröffnet somit einen neuen Teilbe- reich der Forschung zur Berichterstattung über Parteien. In den Sozialwissen- schaften gibt es schon eine Vielzahl an Studien, die die Berichterstattung über Politik und vor allem über Parteien aus der medien- und kommunikationswis- senschaftlichen Perspektive beleuchten (z. B. Knoche & Lindgens, 1990; Knoche & Lindgens 1993; Jandura, 2007; Hansen, Schmid & Scherer, 2010). Doch die politische Satire als Teil der Parteienlandschaft ist in diesem Forschungsbereich noch kaum behandelt worden.

Die Presse nimmt heutzutage die Rolle der stellvertretenden Kommuni- katoren in der Mediendemokratie ein (vgl. Schulz, 1997), in der die ǷKommuni- kation mehr denn je zu einer mitentscheidenden, politischen Währung“ wird (Sarcinelli, 2009, S. 216). Da es sich bei der PARTEI um ein sehr neuartiges po- litsatirisches Phänomen in der deutschen Parteienlandschaft handelt, ist es re- levant zu untersuchen, wie dieses beschrieben, eingeordnet und bewertet wird. Als Teil der Massenmedien beeinflusst die Tagespresse zu einem gewissen Grad, wie die Öffentlichkeit diese satirische Partei wahrnimmt. Vor diesem Hinter- grund muss die Frage gestellt werden, wie die PARTEI in der Berichterstattung der deutschen Qualitätszeitungen dargestellt wird, auf welche Art und Weise darüber berichterstattet wird und welche Bedeutung die Journalisten der PAR- TEI somit beimessen. Die deutschen Tageszeitungen gelten als anspruchsvolle, glaubwürdige und kompetente Massenmedien und werden Ƿvor allem zur Hand genommen, um sich zu informieren, Nützliches für den Alltag zu erfahren und um mitreden zu können“ (Breunig, 2015). Nach wie vor ist die Tageszeitung als eine informationsorientierte und die meistzitierte Mediengattung bekannt. Laut einer Befragung von Personen, die zumindest selten eine Tageszeitung lesen, interessieren sich die meisten darin für die Lokalberichterstattung und an zwei- ter Stelle schon für die innenpolitischen Meldungen und Berichte aus Deutsch- land (vgl. Institut für Demoskopie Allensbach, 2014).

Daher lautet die übergeordnete Fragestellung dieser Forschungsarbeit:

Wie wird die PARTEI seit ihrer Gründung in den deutschen Qualitätszeitungen dargestellt und charakterisiert?

Im Folgenden wird der Aufbau der Arbeit dargestellt. Im vorausgehenden Teil der Arbeit wurde in das Forschungsthema eingeleitet und die Relevanz des Forschungsvorhabens dargelegt. Im weiteren Text wird der Untersuchungsgegenstand ausführlich beschrieben, sein Stellenwert geschildert und in einem definitorischen Rahmen eingeordnet (Kapitel 2).

Im dritten Kapitel wird der theoretische und empirische Forschungs- stand zur Darstellung von und Berichterstattung über Parteien im politischen System beleuchtet. Die folgenden zentralen Konstrukte bilden den Kern des Ka- pitels: die politischen Dimensionen (Polity, Policy, Politics), die Nachrichtenfak- toren Faktizität (Ereignishaftigkeit) und Personalisierung, die Zeitweiligkeit einer Kleinpartei und der Unterhaltungswert eines politsatirischen Phänomens. Darauf aufbauend werden die Forschungshypothesen aufgestellt, die es zu veri- fizieren oder falsifizieren gilt.

Im folgenden Teil der Arbeit wird die genaue methodische Umsetzung der inhaltsanalytischen Untersuchung dargestellt (Kapitel 4). Anschließend werden die Ergebnisse der Studie beschrieben und interpretiert (Kapitel 5). Im letzten Kapitel werden die Resultate vor dem Hintergrund der Theorie und Em- pirie betrachtet und die übergeordnete Forschungsfrage beantwortet. Schließ- lich werden Aspekte des Forschungsprozesses kritisch diskutiert und ein Aus- blick zum Forschungsfeld und Untersuchungsgegenstand gegeben (Kapitel 6).

2 Untersuchungsgegenstand

Zunächst steht die Entwicklung und Historie der PARTEI im Fokus. Im An- schluss wird das Phänomen der Satirepartei im nationalen und internationalen Kontext eingeordnet. Weiterhin muss der Begriff der Spaßpartei, der sich in diesem Zusammenhang im medialen Diskurs etabliert hat, geklärt werden. Schließlich erfolgt die Definition der politischen Satire, der das hier untersuchte Phänomen am ehesten zugeordnet werden kann.

2.1 Die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative

Redakteure des Satiremagazins Titanic gründeten die PARTEI 2004 und machten Martin Sonneborn, den ehemaligen Chefredakteur der Titanic, zu ihrem Bundesparteivorsitzenden (vgl. Fröhlich, 2015). Als Beweggründe für die Gründung führte Sonneborn an:

Zur Gründung der Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative kam es 2004, weil ich neue satirische Formen erpro- ben wollte. Ein weiteres Motiv war die Suche nach Tabus, an denen man kratzen kann, und Themen, die unthematisiert unter der Oberfläche schwelen. (Müller & Blohm, 2007, S. 289)

Schon vor diesem Ereignis waren die heutigen Verantwortlichen dieser Partei politisch aktiv und persiflierten auf satirische Art und Weise die etablierten Par- teien wie unter anderem FDP und SPD. Im Jahr 2002 gaben sich Titanic- Redakteure mit Plakaten, auf denen beispielsweise ǷDeutsche wehrt euch! Wählt FDP!“ und ǷJudenfrei und Spaß dabei“ stand, als FDP-Wahlkämpfer in Ei- senach aus. Die meisten Passanten und sogar der dortige Kreisverbandsvorsit- zende Klaus Schneider entlarvten dies nicht als satirische Aktion, woraufhin sich letzterer sogar mit den Satirikern fotografieren ließ. Ein Jahr darauf zogen Redaktionsmitglieder im Rahmen des hessischen Landtagswahlkampfes der SPD in Frankfurt von Tür zu Tür und gaben sich als deren Spitzenkandidat Ge- rhard Bökel aus, der als relativ unbekannt galt. Die zu Hause aufgesuchten po- tenziellen Wähler sollen die Besuche der PARTEI-Mitglieder nicht hinterfragt haben. (vgl. Sonneborn, 2009a, S. 18-38; Fröhlich, 2015)

Das erste politische Unterfangen der neu gegründeten PARTEI bestand in der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2005. Dazu stellte sie 2004 mit schon 1000 Mitgliedern und dem ersten Landesverband (NRW) den Antrag auf Aner- kennung als Partei und wählte auf dem ersten Landesparteitag in Münster eine Landesliste. Am Jahrestag des Mauerfalls 2004 sorgte die PARTEI mit der Ge- werkschaft IG BAU für Aufsehen und Empörung, da sie an der Landesgrenze zwischen Hessen und Thüringen symbolisch eine Mauer errichtete. Die PARTEI machte so auf eine ihrer bekanntesten Kernforderungen aufmerksam, eine Mauer zwischen den alten Bundesländern und den zu einer sogenannten Son- derbewirtschaftungszone (SBZ) zusammengefassten neuen Bundesländern zu errichten. Die Beteiligten der IG BAU wiederum wiesen auf die bestehende Lohngrenze zwischen Ost und West hin. (vgl. Sonneborn, 2009a, S. 93-112; Fröhlich 2015)

Für die Bundestagswahl am 18. September 2005 wurden zwar weitere Landesverbände gegründet, jedoch bekam die PARTEI nur in Berlin und Ham- burg genug Unterschriften für eine Landesliste zusammen. Den Wahlwerbespot im öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramm, der allen kandidierenden Parteien zusteht, nutzten die Politiker um Sonneborn auf eine unübliche Art und Weise: Sie versteigerten im Vorfeld die Sendezeit auf der Internet-Auktionsplattform Ebay und sorgten damit für viel Aufsehen. Die Angebote gingen bis zu 14.049 Euro. Man entschied sich aber letztendlich, einen Vertrag mit der Werbeagentur Scholz & Friends abzuschließen, der der Fluggesellschaft Hapag-Lloyd Express Produktplatzierung und der PARTEI 25.000 Euro zusicherte. Trotz der deutli- chen Schleichwerbung habe der Anteil an Wahlwerbung überwogen, urteilte die Sendeanstalt, weshalb die drei Spots im Fernsehprogramm ausgestrahlt wur- den. Diese Wahlkampfmaßnahme erwies sich nicht nur als lukrativ, sondern machte medial auch auf die PARTEI und auf die Thematik der Schleichwerbung im öffentlich-rechtlichen Rundfunkprogramm aufmerksam. Aus dem Bundes- wahltag ging die PARTEI in Berlin mit 7.873 (0.4%) und in Hamburg mit 2.506 (0.3%) Zweitstimmen heraus (vgl. Bundeswahlleiter, 2005). (vgl. Sonneborn, 2009a, S. 114-162; Fröhlich 2015)

Nach einer weiteren Wahlteilnahme in Berlin 2006 (vgl. Landeswahllei- ter Berlin, 2006), einem offiziellen Staatsbesuch im Jahr 2007 mit 25 PARTEI- Delegierten bei der Georgian Labour Party, der größten georgischen Oppositi- onspartei (vgl. Sonneborn, 2009b) und dem zweiten Bundesparteitag am 25. Oktober 2008 in Nürnberg stand die Bundestagswahl 2009 an (vgl. Die PARTEI Bundesverband, 2008). Der Bundeswahlausschuss unter der Leitung von Rode- rich Egeler ließ die PARTEI jedoch nicht zur Wahl kandidieren. Es fehlten Nachweise über die Existenz mehrerer Landesverbände und auch der Auftritt und die Kompetenz des Schatzmeisters bei der ersten Ausschusssitzung soll die Ausschussmitglieder hinsichtlich der Faktenlage zur Struktur der PARTEI eher verunsichert haben (vgl. Bahners, 2009). Paragraph 2 des Parteiengesetzes setzt eine ausreichende Gewähr für die Ernsthaftigkeit der Zielsetzung voraus, dass die Partei die politische Willensbildung beeinflussen und an der Vertretung des Volkes im Deutschen Bundestag oder Landtag mitwirken will. Bei der PARTEI, so die Ausschussmitglieder, sei dieser Paragraph nicht erfüllt. (vgl. Die PARTEI Hamburg, 2009a; Die PARTEI Hamburg 2009b). Auch der Eilantrag auf Zulas- sung zur Wahl, den Martin Sonneborn beim Bundesverfassungsgericht einreich- te, nützte nicht, da nicht zugelassenen Parteien nur die Wahlbeschwerde im Nachhinein der Wahl als Rechtsmittel gestattet wird. Dieser Umstand sorgte unter anderem bei vielen Juristen und Rechtswissenschaftlern für Kritik am deutschen Rechtstaat und den allgemeinen Chancen kleiner Parteien in der Poli- tik (vgl. Bahners, 2009). Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wurde eingeladen, mit Wahlbeobachtern die Wahl zu begleiten und tatsächlich äußerte sich diese kritisch zur Rechtsgrundlage für Wahlbe- schwerden und Wahleinsprüche und sprach eine Änderungsempfehlung aus (vgl. Office for Democratic Institutions and Human Rights, 2009, S. 22-24). Da- raufhin reformierte die deutsche Legislative die Gesetzeslage mit einem Gesetz zur Verbesserung des Rechtsschutzes in Wahlsachen, welches in der Version der Linksfraktion sogar ǷSonneborn-Regelung“ im Titel enthielt (vgl. Deutscher Bundestag, 2012).

Im Jahr 2010 nahm Die PARTEI an der Landtagswahl in Nordrhein- Westfalen und im Jahr 2011 in Hamburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern teil (vgl. Landeswahlleiterin des Landes Nordrhein-Westfalen, 2010; Landes- wahlleiterin Berlin, 2011; Landeswahlleiterin Mecklenburg-Vorpommern, 2011; Statistikamt Nord, 2011). Das erste parlamentarische Mandat erhielt Bastian Langbehn 2013 für die PARTEI in der Bürgerschaft Lübecks. Dort kam es sogar zu ernsthaften Gesprächen mit einem rot-grünen und schwarz-grünen Bündnis, da beiden jeweils ein Sitz fehlte. In der PARTEI entschied man sich aber gegen ein Regierungsbündnis und für die Oppositionsarbeit in einer Fraktion mit den Piraten, bei der sie weiterhin die Möglichkeit hatten, satirische Stilmittel einzu- setzen (vgl. Jacobsen, 2013). Nichtsdestotrotz galt Langbehn unter Journalisten als erster ǷRealo unter lauter fundamentalistischen Spaßpartei-Mitgliedern“ (Popien, 2014). Zu der im gleichen Jahr stattfindenden Bundestagswahl wurde die PARTEI zugelassen und stellte Oliver Maria Schmitt, den Ehrenvorsitzenden und Mitherausgeber der Titanic, als Spitzenkandidat auf (vgl. Fröhlich, 2015; Braun, o. J.). Mit einem als familienpolitisch deklarierten Wahlwerbespot, der im Fernsehprogramm gesendet wurde, sorgte sie erneut für Aufsehen. Derselbe Spot wurde auf Youtube mit dem Vorwurf der Pornografie gelöscht. Teil ihres Wahlkampfes war eine sogenannte ǷiDemo“-Demonstration, bei der am Brand- enburger Tor auf den Tablets der anwesenden PARTEI-Mitgliedern 25.000 Wahlslogans und Forderungen, die zahlreiche Bürger der PARTEI zugeschickt hatten, manifestiert wurden (vgl. Voss, 2013, S. 39). In fünf Bundesländern auf den Wahlzetteln vertreten, kamen sie am Wahltag auf 0.2 Prozent der Stimmen (vgl. Bundeswahlleiter, 2013).

Beim Bundesparteitag am 22. Juni 2013 in Bremen wurde der Entschluss gefasst, in jedem Bundesland mit einer Liste für die Europawahl 2014 zu kandi- dieren. Einem erfolgreichen Antritt bei der Wahl kamen die PARTEI und weitere Kleinparteien näher, als ihrer Klage gegen die 3-Prozent-Sperrklausel für Euro- pawahlen beim Bundesverfassungsgericht recht gegeben wurde. Somit erklärte man die Klausel am 26. Februar 2014 als verfassungswidrig und setzte sie au- ßer Kraft (vgl. Anetzberger, 2014). Kurz danach wurde die PARTEI vom Bun- deswahlausschuss zur EU-Wahl zugelassen und bekam mit 184.709 Stimmen (0.63%) einen Sitz in Brüssel zugesprochen (vgl. Bundeswahlleiter, 2014). Da- mit konnte der erste Listenkandidat Martin Sonneborn in das Parlament einzie- hen. Erstmalig war es der PARTEI aufgrund des Wahlergebnisses möglich Mittel der staatlichen Parteienfinanzierung zu beziehen. Der Sitz im Parlament sollte nicht nur dem Bundesvorsitzenden zugutekommen. Der Plan sah vor, mit einem Rotationsprinzip durch monatliche Rücktritte in einer Legislaturperiode den ersten 60 Kandidaten der PARTEI-Liste die Diät und Bürokosten eines Monates und die Übergangsgelder für sechs Monate zuzusichern (vgl. Anetzberger, 2014). Der Plan wurde von anderen Abgeordneten kritisiert und konnte nicht realisiert werden, da Rücktritte von einem EU-Ausschuss geprüft werden müs- sen. Diese Prüfung hätte den bürokratischen Rücktrittsprozess klar verlängern können. Auch das Übergangsgeld nach einem Rücktritt dürfen nur Abgeordnete beziehen, die mindestens ein Jahr im EU-Parlament gedient haben (vgl. Giegold, 2014). Sonneborns Aktivitäten im EU-Parlament umfassen seine Mitgliedschaft im Ausschuss für Kultur und Bildung, in der Delegation für die Beziehungen zur koreanischen Halbinsel und eine stellvertretende Mitgliedschaft im Haushalts- kontrollausschuss (vgl. Europäisches Parlament, o. J.). Seine Mitarbeit bei der heute-Show wurde aufgrund seines politischen Mandats vom Zweiten Deutschen Fernsehen beendet, dennoch berichtete er bis 2015 in einer von Spiegel TV aus- gestrahlten Video-Kolumne namens ǷSonneborn rettet die EU“ regelmäßig aus dem europäischen Politikbetrieb (vgl. Winterbauer, 2014).

Am 26. Oktober 2014 wurde ein österreichischer PARTEI-Ableger ge- gründet (vgl. Winter, 2015). Im Jahr 2015 machte die PARTEI vor allem durch den reduzierten Verkauf von 100-Euro-Geldscheinen zum Preis von 80 Euro auf sich aufmerksam. Die daraus stammenden Einnahmen sollen der Ausschöpfung der Mittel aus der staatlichen Parteienfinanzierung dienen, die der PARTEI ei- gentlich zustehen. Gleichzeitig äußerte sie so ihre Kritik an den Gesetzen zur Parteienfinanzierung und parodierte auch den Verkauf von Gold, den die Partei ‚Alternative für Deutschland‘ schon ein Jahr zuvor initiierte (vgl. Kaul, 2015; Roßner, 2015). Im selben Jahr erzielte die PARTEI persönliche Bestergebnisse bei den Bürgerschaftswahlen in Bremen mit 19.100 Stimmen (1.9%) und in Hamburg mit 31.700 (0.9%) Stimmen (vgl. Fröhlich, 2015).

"Das Programm der PARTEI weist einen parodistisch-satirischen Charak- ter auf. Angesichts ihres öffentlichen Auftretens und ihrer Programmatik wird ihre Ernsthaftigkeit jedoch immer wieder infrage gestellt“, fasst Bender das fort- laufende Dilemma der PARTEI zusammen (2014). Trotz teilweise absurder Pro- grammatik kann diese Kleinpartei mindestens acht Mandatsträger auf kommu- naler und einen auf europäischer Ebene vorweisen (vgl. Die PARTEI NRW, 2011; Saarbrücker Zeitung, 2012; Jacobsen 2013; Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung, 2014; Gemeinderat Karlsruhe, 2014; Mitteldeutsche Zeitung, 2014; Wahlamt Tübingen, 2014; Wahlleiter des Markts Dollnstein, 2014). Sie initiierte politische Diskussionen, die manchmal ernsthafte politische Veränderungen mit sich brachten, wie aus der Parteihistorie zu erkennen ist. Viele Ereignisse, in deren Mittelpunkt die Partei steht, wie zum Beispiel ihre Nichtzulassung zur Bundestagswahl 2009 oder die erfolgreiche Klage gegen die Sperrklausel bei EU-Wahlen und der anschließende Einzug in das EU-Parlament sorgten für eine starke Medienresonanz in Deutschland. Jan Vahlenkamp identi- fizierte die PARTEI als interessantes und relevantes Phänomen und setzte sich als Erster mit ihr und ihrer unbekannten Wählerschaft in einer wissenschaftli- chen Arbeit mit dem Titel "Satire als Ausdruck politischen Willens?“ (2015) auseinander. Seine Ergebnisse zur Charakterisierung und Motivation der Wäh- lerschaft der PARTEI werden später in dieser Arbeit aufgegriffen.

2.2 Satireparteien in Deutschland

Die PARTEI ist nicht die erste Partei in Deutschland, die klare satirischparodistische Züge aufweist. Das Phänomen zeigte sich vor allem in den 1980er- und 1990er-Jahren.

Heute noch bekannt ist die Anarchistische Pogo Partei Deutschlands (APPD), die 1981 in Hannover gegründet wurde. Als Anwalt "des ‚Pöbels‘ und der ‚Asozialen‘“ ist sie in der Punk-Szene verwurzelt und wurde erst 1998 offizi- ell als Partei anerkannt (Neu, 2013a, S. 143). Sie parodiert die etablierten Par- teien und das politische System und nimmt häufig Bezug auf die SED und NSDAP. Die APPD partizipierte mit ihren zynischen Forderungen, hinter denen meist ernsthafte Absichten stehen, an den Landes- und Bundestagswahlen in den Jahren 1997, 1998, 2005 und 2011 teil. (vgl. Neu, 2013a, S. 142-144)

Die Partei Kreuzberger Patriotische Demokraten / Realistisches Zentrum (KPD / RZ) ist trotz ihrer Selbsteinordnung in der extremen Mitte, eigentlich im linksautonomen Spektrum zu verorten. Sie wurde 1988 in West-Berlin gegrün- det und sollte durch ihre Andeutung an die Kommunistische Partei Deutsch- lands und die Revolutionären Zellen das Bürgertum provozieren. Im Jahr 1999 schaffte sie es, mit 4.2 Prozent der Stimmen in Kreuzberg ihren ersten und bis- her letzten Abgeordneten in die Bezirksverordnetenversammlung zu schicken. (vgl. Vahlenkamp, 2015, S. 9)

Der Student Andreas Häse gründete 1990 zur ersten freien Volkskammerwahl in der Deutschen Demokratischen Republik die Deutsche Biertrinker Union (DBU). Die als erste deutsche Spaßpartei geltende DBU verbuchte keine wirklichen Wahlerfolge bis auf ein Mandat, welches sie für die Rostocker Bürgerschaft erhielt. Seit 1994 trat sie nicht mehr in Erscheinung und verlor deshalb an Bedeutung. (vgl. ebd., S. 8)

Um alle Ausgegrenzten der Gesellschaft zur Politik zu führen, gründete der Theaterregisseur und Aktionskünstler Christoph Schlingensief 1998 die Chance 2000. Unter dem Motto "Scheitern als Chance“ parodierte sie die Wahl- programme der etablierten Parteien, trat jedoch immer weniger in Erscheinung, als noch während des Wahlkampfes ihre finanziellen Mittel knapp wurden. (vgl. ebd., S. 7)

Aus der Magdeburger Jugendpartei future! wurde 2002 nach kleineren Wahlerfolgen wie beispielsweise einem Sitz im Stadtrat die Spaßpartei für Deutschland. Ihr Programm bestand aus satirischen und von den Jugendlichen ernsthaft angeführten Themen. Sie ordnete sich im linken politischen Spektrum ein. Nachdem je 0.7 Prozent der Wählerstimmen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern bei den Landtagswahlen 2007 auf die Partei entfielen, kam es nach immer stärker abnehmender Parteiaktivität noch im gleichen Jahr zur Auflösung. (vgl. Miliopoulos, 2013, S. 405-407)

Die überschaubare Anzahl an Beispielen und die jeweils relativ geringfügige Bedeutung derselben zeigen, dass es bisher noch keine satirische Partei in Deutschland gab, die sowohl medial als auch politisch so bekannt war wie die PARTEI. Das Ausmaß an Berichterstattung über und Wählerstimmen für die Politiker um Sonneborn ist im Vergleich sehr groß.

2. Untersuchungsgegenstand 12

2.3 Satirische Parteien im internationalen Kontext

Dass die politische Realsatire nicht nur in Deutschland ein relevantes Phänomen ist, zeigen zahlreiche Beispiele aus der Welt. Akteure der Unterhaltung und Sati- re verzeichnen beachtenswerte Erfolge in den politischen Systemen ihrer Län- der.

Schon 1963 engagierte sich der Arzt und Schriftsteller Jacques Ferron mit der Parti Rhinocéros (Rhinozerospartei) und einem satirischen Programm in der kanadischen Politik. Er machte Wählern zwar unrealisierbare Versprechungen, stand aber auch öffentlich dazu, diese nicht einzuhalten. Bis 1990 nahm die Partei an Wahlen in Kanada teil. (vgl. Vahlenkamp, 2015, S. 6)

Seit 1983 kann man die von Rockmusiker Screaming Lord Sutch gegründete Official Monster Raving Loony Party (Offizielle Partei der rasenden verrückten Ungeheuer) in England wählen. Das Parteimitglied Alan Hope war 1987 kommunaler Abgeordneter, wurde 1998 Bürgermeister einer englischen Gemeinde und später Parteivorsitzender. (vgl. ebd., S. 8-9)

Im Vergleich zu anderen Satireparteien galt die 1990 gegründete Polska Partia Przyjaciół Piwa (Polnische Partei der Bierfreunde) als relativ erfolgreich. Der Satiriker Janusz Rewinski gründete sie mit dem Ziel, das Bier in Polen beliebter zu machen als den Wodka. Nachdem die Partei aussichtsreiche Prognosewerte für die Wahl 1991 erhielt, finanzierten Wirtschaftsvertreter sie, sodass sie mit 3.3 Prozent der Stimmen 16 Abgeordnete in das Parlament schicken konnte. Nach innerparteilichen Spaltungen während der Legislaturperiode und einem Wahlergebnis von nur 0.1 Prozent bei der nächsten Wahl kam es noch in den 1990er-Jahren zur Auflösung. (vgl. ebd.)

Das heutige Vorzeigebeispiel für Politiker, die aus der Unterhaltungs- branche kommen, ist der Italiener Beppe Grillo, der mit seiner scharfen Satire im italienischen Fernsehen zeitweilig bis zu 15 Millionen Zuschauer pro Abend erreichte und mit seiner 2009 gegründeten MoVimento 5 Stelle (Fünf-Sterne- Bewegung) bei den Parlamentswahlen 2013 als drittstärkste Kraft in den Palaz- zo Montecitorio einzog (vgl. Schwarz, 2015). Dennoch ist seine politische Verei- nigung eher als Protest- und Anti-Establishment-Partei anzusehen, die auch po- pulistische Wahlkampfmethoden einsetzt (vgl. Koschmieder, 2012, S. 14-16).

Nicht minder bekannt ist der Isländer Jón Gnarr, der als Gründer der Par- tei Besti Flokkurinn (Beste Partei), aber auch als Anarchist, Stand-Up-Komiker, Fernsehunterhalter und Schriftsteller von 2010 bis 2014 Bürgermeister der Hauptstadt Reykjavík war. Seine Partei errang 34,7 Prozent der Stimmen und war somit stärkste Fraktion im kommunalen Parlament (vgl. Dix, 2014; Schwarz, 2015).

Einige etwas weniger prominente Beispiele sind Al Franken, der als USamerikanischer Politsatire-Autor und bedeutende Figur der berühmten TVSendung Saturday Night Live seit 2008 mittlerweile seine zweite Amtszeit für die Demokraten als Senator von Minnesota absolviert und der politisch sehr umstrittene guatemaltekische Fernsehkomiker Jimmy Morales, der als PolitNeuling mit über 70 Prozent der Stimmen im Oktober 2015 in das Amt des Präsidenten gewählt wurde (vgl. ebd.).

Das wohl aktuellste Beispiel einer Satirepartei ist die Partei des zweischwänzigen Hundes in Ungarn, die mit satirischen Mitteln den Populismus des Ministerpräsidenten Orbán bekämpft und sich für die Wahrung der Menschenrechte, insbesondere im Kontext der Flüchtlingskrise 2015, einsetzt. Die ungarische Partei weist Parallelen zur deutschen PARTEI und der Partei Jón Gnarrs auf. (vgl. Kahlweit, 2015)

Bei den Beispielen wird klar, dass es sich um unterschiedliche Ausprägungsstufen der politischen Satire und des klassisch ernsten Politikerdaseins handelt. Manche weisen in diesem Spektrum einen stärkeren, andere einen schwächeren satirisch-parodistischen Charakter auf. Wiederum andere nutzen nur ihre Bekanntheit als Künstler oder Unterhalter für eine politische Karriere. Dennoch ist der hohe Stellenwert dieser eher neuartigen Ausdrucksform des politischen Willens auch international nicht zu übersehen.

2.4 Die Spaßpartei

Der Terminus "Spaßpartei“ wurde in der deutschen Medienöffentlichkeit An- fang der 2000er-Jahre etabliert. Zur Bundestagswahl 2002 verfolgte die FDP eine Wahlkampagne mit dem Konzept einer Spaßpartei, welches hauptsächlich auf eine medienwirksame Darstellung abzielte. Von diesem Bild kehrten sich die Liberalen 2004 demonstrativ ab. Trotzdem spielt die PARTEI noch heute darauf an, negiert diesen Begriff wiederum für die eigene Partei. (vgl. Vahlenkamp, 2015, S. 5; Feix & Mertens, 2012)

In der Regel werden Spaßparteien mit scheinbar grotesken Forderungen, provokanten Aktionen und einem Unterhaltungswert in Verbindung gebracht (vgl. Vahlenkamp, 2015, S. 3). Vahlenkamp definiert Spaßparteien als "Parteien, deren Anliegen und Auftreten offensichtlich ironisch oder parodistisch inten- diert sind“ (ebd., S. 5). Die wissenschaftliche Literatur weist kaum weitere ein- schlägige Definitionen auf. Bis auf die Online-Enzyklopädie Wikipedia definieren auch die gängigen Wörterbücher und Lexika dieses Phänomen nicht. Bei Wikipedia heißt es indes: "Als eine Spaßpartei werden umgangssprachlich poli- tische Parteien oder Wählergruppen bezeichnet, bei denen programmatische Inhalte weniger wichtig sind als der Unterhaltungswert ihrer Aktionen“ (2015). Diese Definition ist kritisch zu hinterfragen. Den betreffenden Parteien zu un- terstellen, dass der Unterhaltungswert für sie einen höheren Stellenwert ein- nimmt, als das Formulieren und Umsetzen programmatischer Ziele, ist eine sehr gewagte Behauptung (vgl. Neu, 2013b, S. 360).

Spaßparteien bedienen sich häufig satirischer Stilmittel, die dazu führen können, dass ihre ernsthafte Kritik und ihre Ziele nicht sofort für jeden plausibel erscheinen. Nichtsdestotrotz gibt es Wähler, die solchen Parteien, die ein künst- lerisches Stilmittel als politisches Instrument einsetzen, ihre Stimme geben (vgl. Vahlenkamp, 2015, S. 4). Dass solche Phänomene in der Regel keine Gefahr für die Demokratie sind und sie auch nicht als Verachtung der bestehenden politi- schen Institutionen zu verstehen sind, bestätigt Vahlenkamp in seiner Studie, bei der er mit zehn PARTEI-Wählern qualitative Leitfaden-Interviews führte. Dennoch "besteht [ǥȐ scheinbar eine enorm große Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien und dem realen Politikbetrieb“ (ebd., S. 57). Weiterhin schätzen diese Wähler eine Belebung der Demokratie und eine Kritik der Miss- stände auf humorvolle Weise (vgl. ebd.). Entgegen der allgemeinen Behauptung, dass Spaßparteien meistens Auffangbecken für Politikdesinteressierte sind, äu- ßerte sich Sonneborn in einem Interview mit dem politischen Magazin Cicero, dass "die Partei eigentlich eine Partei ist, die von politikinteressierten Menschen gewählt wird, die keine etablierte Partei mehr finden, die sie wählen können. Viele Leute, die ihre Wahlzettel sonst ungültig machen, wählen heute Partei“ (Steiner, o. J.). Laut Simoleit weist die Wahl von Kleinparteien auf von den Wäh- lern als dringlicher wahrgenommene Themen hin oder dient als "Überdruck- ventil“, um Protest gegenüber den etablierten Parteien auszudrücken (vgl. 2009, S. 2, zit. nach Vahlenkamp, 2015, S. 4).

Für die Anerkennung der Spaßparteien von den zuständigen Wahlaus- schüssen gilt das Parteiengesetz, welches selbstverständlich für alle Parteien gleich gilt. Die Ernsthaftigkeit, die Parteien bezüglich der Einflussnahme auf die politische Willensbildung nachweisen müssen, äußert sich beispielsweise in Umfang und Festigkeit der Organisation, in der Mitgliederanzahl und in dem Hervortreten in der Öffentlichkeit (vgl. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, 2015). Da die Gründung von Parteien laut dem Grundgesetz frei sein muss und die Bewertung des Programminhaltes einer Partei auch hin- sichtlich ihrer Ernsthaftigkeit dem Wähler überlassen ist, sollte der Begriff "Spaßpartei“ vor allem in der Parteienforschung mit größter Vorsicht genutzt werden, da er einen gewissen Zweifel an der Ernsthaftigkeit einer Partei impli- ziert (vgl. Deutscher Bundestag, 2010; Neu, 2013b, S. 360). Politiker wie Sonneborn können durchaus als "Fake-Politiker“ verstanden werden, da auch Grund zur Annahme besteht, dass sie keinen tatsächlichen Machterwerb an- streben (vgl. Porzelt, 2013, S. 18). Dass Parteien wie der PARTEI der Spaß nicht als einziger Trieb unterstellt werden darf, bringt Viola Neu auf den Punkt und sagt: "Wer sich dem Stilmittel der Satire bedient, dem können ernsthafte Ziele nicht per se abgesprochen werden“ (2013b, S. 360). Gleichwohl lässt es sich nachvollziehen, wenn man die PARTEI zwischen Politik und Unterhaltung wahrnimmt und verortet.

2.5 Politische Satire

In den Medien- und Kommunikationswissenschaften wurde der politischen Satire noch nicht viel Beachtung geschenkt. Aus diesem Grund gibt es bisher erst eine geringe Anzahl an Ansätzen, politische Satire konkret zu definieren. Da die hier untersuchte Partei in großen Teilen diesem Bereich der Satire zugeordnet werden kann, sollen diese Ansätze beleuchtet werden.

Robert L. Holbert schreibt in einem Aufsatz: "Political satire is a pre- generic form of political discourse containing multiple humor elements that are utilized to attack and judge the flawed nature of human political activities“ (2014, S. 28). Demnach bildet der politische Diskurs, der humoristische Elemen- te enthält, die Grundlage der Definition. Als Teil dieser soll die fehlerhafte menschliche Natur der politischen Aktivitäten attackiert und beurteilt werden. Sven Behrmann nähert sich der Satire eher von ihrem klassischen Ursprung. Da sie aufgrund der komplexen und historisch bedingten Vielschichtigkeit jedoch unmöglich zu definieren ist, außer auf normativer oder zu allgemeiner Ebene, bestimmt er ihre drei wesentlichen Komponenten Angriff, Indirektheit und Normrückbindung. Der Angriff äußert sich in einer aggressiven Kritik der ge- sellschaftlichen Wirklichkeit, die Behrmann als "Negation des Negativen“ be- zeichnet (2002, S. 9). Problematische, widersprüchliche und mangelhafte Sach- verhalte sollen also offenbart werden. Weiterhin drückt sich die Indirektheit in der ästhetischen Vermittlung der Kritik, Mitteln der sprachlichen Deformation und der Anwendung von Komik aus (vgl. ebd.). Die Normrückbindung der Satire wiederum ist der stets vorhandene explizite oder implizite Bezug zum utopi- schen Ideal und gleichzeitig die Geißelung der bestehenden oder drohenden Zustände und Exzesse (vgl. ebd.). Das optimale Ziel der verdeckten Moral des satirischen Angriffs ist es, den Rezipienten zu kritischer Reflexion und indukti- ver Erkenntnis zu verleiten (vgl. ebd.). Laut Behrmann sei die Veränderung, Verbesserung oder Abschaffung als Ziel eines provokativen Appells der An- spruch der Satire (vgl. ebd.). Bei der Konkretisierung zur politischen Satire fügt Behrmann nur hinzu, dass, trotz der Schwierigkeit die Attribuierung "politisch“ einzugrenzen, die politische Dimension relativ offensichtlich zu erkennen sein muss (vgl. 2002, S. 35-36).

In dieser Arbeit wird politische Satire, die sich in einer psychologischen (Hass, Aggressionslust), einer ästhetischen (Indirektheit) und einer sozialen Dimension äußert, als Teil des politischen Diskurses aufgefasst, um die kritische Reflexion und die induktive Erkenntnis über Realität und Anspruch zu erwirken (vgl. ebd., S. 36; Holbert, 2014, S. 28).

3 Theoretischer und empirischer Forschungsstand

Im bisherigen Teil der Arbeit wurde der Untersuchungsgegenstand näher betrachtet, eingeordnet und der definitorische Rahmen geklärt. Nun werden die relevanten theoretischen und empirischen Forschungsstände erläutert und sinnvoll auf das Forschungsinteresse dieser Arbeit angewendet.

In der wissenschaftlichen Literatur sind viele Studien zur Darstellung von Parteien, insbesondere etablierter Groß- und Kleinparteien, wiederzufinden (vgl. Knoche & Lindgens, 1990; Knoche, Lindgens, Schabedoth & Zerdick, 1992; Knoche & Lindgens 1993; Holtz-Bacha, 2005; Jandura, 2007; Sarcinelli, 2009; Hansen et al., 2010). Häufig wird die Darstellung einer Partei analysiert und manchmal werden ihre Darstellungen miteinander verglichen. Meistens haben die Analysen der Parteienberichterstattung Wahlen oder den Etablierungspro- zess einer Partei als Anlass. Vor dem Hintergrund, dass das Etablieren neuer Parteien zu einem großen Teil von der medialen Darstellung abhängt (vgl. Kno- che et al., 1992, S. 125; Jandura, 2007, S. 32; Institut für Deutsches und Interna- tionales Parteienrecht und Parteienforschung, 2015), soll in der vorliegenden Arbeit die Berichterstattung über die Kleinpartei PARTEI in der deutschen Pres- se untersucht werden.

Im Hinblick auf die möglichen Untersuchungsdimensionen liegt es nahe, auf vorhandene Forschungsarbeiten zur Politikberichterstattung und zu Klein- parteien zurückzugreifen und sich an den dort verwendeten Dimensionen zu orientieren. Hierbei kann Forschung zu den Grünen, der FDP und zur Linkspar- tei aus den 1980er-, 1990er- und 2000er-Jahren herangezogen werden (vgl. Knoche et al., 1992; Jandura, 2007; Hansen et al., 2010). Schon Knoche et al. set- zen sich mit den Grünen als "junge, kleine Partei“ auseinander, die "in besonde- ren Maße darauf angewiesen [ist], ihre politischen Zielsetzungen und Lösungs- ansätze in den Medien darstellen zu können, um Resonanz in der Bevölkerung zu finden“ (1992, S. 139). Trotzdem kommen die Wissenschaftler zum Ergebnis, dass die Medien bei der Etablierung einer Partei hinsichtlich ihres Einzugs in den Bundestag nicht unterstützend, sondern manchmal sogar hemmend wirken. Auch die in der Langzeitstudie erarbeiteten sechs Phasen der Berichterstattung über die Grünen von 1980 bis 1993 stellen dar, wie die neue Partei anfangs pub- lizistisch nicht beachtet, dann nicht ernst genommen wird. Danach wird sie als vorübergehende Erscheinung bezeichnet und es wird nur ereignisbezogen be- richtet. Anschließend werden die Grünen als "Ein-Themen-Partei“ und ihre poli- tischen Inhalte unterrepräsentiert dargestellt. In den letzten Phasen wird sie als ernstzunehmende politische Partei wahrgenommen. Gleichzeitig übernehmen die etablierten Parteien grüne Themenschwerpunkte in ihr Programm, was wiederum in der Berichterstattung Beachtung findet. (vgl. Knoche & Lindgens, 1993, S. 762 - 764)

Kommunikationswissenschaftliche, inhaltsanalytische Studien zu soge- nannten "nicht-etablierten Kleinparteien“ (Schulze, 2004, S. 5), zu denen man auch die PARTEI zählen kann, sind nicht vorzufinden. Janduras politologischer Terminologie zufolge kann die PARTEI auch als "Kleinstpartei“ bezeichnet wer- den, weil sie mit weniger als 5 Prozent der Wähleranteile gegenüber Klein-, Mit- tel- und Großparteien als nicht erfolgreich bei Wahlen gilt. Die Bezeichnung und ihre Merkmale sind jedoch im Rahmen dieser Arbeit der Bezeichnung der nicht- etablierten Kleinpartei gleichzusetzen (vgl. Jandura, 2007, S. 20; Gutleben, 2008, S. 5). In den folgenden Kapiteln werden Dimensionen betrachtet, die für die Analyse der Darstellung einer Satirepartei von Bedeutung sind.

3.1 Die politischen Dimensionen

In der Politikwissenschaft ist es üblich, dass alle Aspekte des politischen Sys- tems mit den politischen Dimensionen Polity, Policy und Politics analysiert werden.

Polity "bezeichnet das institutionelle (z. B. verfassungsrechtlich geschaf- fene) Normengefüge und die sich hieraus ergebenden Ordnungen, politischen Verfahren etc. (z. B. grundgesetzliche Regelungen zum Schutz von Minderhei- ten)“ (Schubert & Klein, 2011, zit. nach Bundeszentrale für politische Bildung, o. J.).

Policy meint "den inhaltlichen (den materiellen) Teil von Politik, wie er im Deutschen üblicherweise durch verschiedene Politikbereiche angegeben wird (z. B. Wirtschafts-, Umwelt-, Verkehrspolitik)“ (ebd.).

Politics bezieht sich auf "den aktiven, durch Verhandlung und Tausch, durch Konflikt und Konsens gekennzeichneten Prozess der politischen Gestaltung (z. B. die Politik der Parteien, der Interessenverbände)“ (ebd.).

Politische Parteien sind an alle drei Dimensionen gebunden und haben durch ihr politisches Handeln auch Auswirkungen auf diese. Gerade vor dem Hintergrund, dass der Anteil der Berichterstattung über Kleinparteien wie die FDP und die Grünen geringer ist als der zur gesamten Politik und parteipoliti- schen Berichterstattung (vgl. Jandura, 2007, S. 50), ist es interessant zu untersu- chen, in welche der drei Dimensionen die Hauptthemen der Beiträge zur PAR- TEI einzuordnen sind. Jandura forscht in seiner Studie mittels eines quasiexpe- rimentellen, dreistufigen Designs zum Medienbild der SPD, CDU, Grünen und FDP, also von zwei großen und zwei kleinen Parteien. Er kommt unter anderem zum Ergebnis, dass sich in der Berichterstattung über die Parteien größtenteils mit Politics-Themen auseinandergesetzt wird (vgl. Jandura, 2007, S. 210-211). Jandura legt nahe, dass durch den weitaus größeren Anteil an Politics-Themen in der Berichterstattung über Kleinparteien "die mediale Darstellung der Klein- parteien stärker von der Perspektive ihrer strategischen Position als möglicher Koalitionspartner als aus der Perspektive ihrer originären sachpolitischen Ziel- setzung erfolgt“ (Jandura, 2007, S. 60). Er stellt fest, "dass nicht nur über Klein- parteien sondern im Allgemeinen über Oppositionsparteien überdurchschnitt- lich aus der Perspektive von Kandidaten, Parteien und Wahlkampf, also den ‚po- litics‘- Themen, berichtet wird“ (Jandura, 2007, S. 181).

Auch bei der PARTEI kann eine hauptsächliche Auseinandersetzung mit Politics-Themen wie Wahlkampf, politische Konflikte und Akteure vermutet werden, da Studien zeigen, dass über diese hinsichtlich der Darstellung kleiner Parteien mehr berichtet wird (vgl. Jandura, 2007; Hansen et al., 2010; Knoche et al. 1992; Eilders, 2004). Hinzu kommt, dass die untersuchte Partei selbst offen kommuniziert, keine politischen Inhalte zu haben und die, die sie hat, größten- teils einen absurd-parodistischen Charakter aufweisen. Im Jahr 2010 untersuch- ten Hansen et al. die Kommentierung der Linkspartei von 2005 bis 2009. Auch sie stellten fest, "dass sich die Meinungsbeiträge in überwiegender Zahl auf Poli- tics-Themen (politische Prozesse) beziehen, während Policies (Sachthemen) und Polities (Politik- und Gesellschaftsordnung) nur eine untergeordnete Rolle spielen“ (Hansen et al., 2010, S. 374-375). Eine inhaltsanalytische Untersuchung der Kommentierung der Grünen in den deutschen überregionalen Tageszeitun- gen von 1993 bis 2011 von Mareike Witte bestätigt dieses Ergebnis. Bei 93 Pro- zent der Kommentare handelt es sich um Inhalte, die der prozessualen Dimen- sion von Politik zuzuordnen sind (vgl. Witte, 2012, S. 35). Die Erkenntnis, dass Politics-Themen in der Berichterstattung zu den Grünen im Bundestagswahl- kampf 1987 dominieren, gewinnen auch Manfred Knoche und Monika Lindgens (vgl. 1990, S. 589).

Insgesamt ist festzustellen, dass die Medien für ihre Berichterstattung an Vorgängen des politischen Systems interessierter sind als an politischen Sach- themen (vgl. Hansen et al., 2010, S. 370). Dies betrifft die etablierten Parteien, die im Bundestag vertreten sind oder über längere Zeit vertreten waren. Her- auszufinden ist noch, wie sich die Erkenntnisse auf die Berichterstattung über Kleinparteien übertragen lassen, die weder im Bundestag noch in den Landta- gen sitzen. Da häufig Aspekte der prozessualen Dimension Gegenstand der sati- rischen Auftritte und Handlungen der PARTEI sind, kann auch hier von einer hauptsächlichen Auseinandersetzung mit Politics-Themen in der Berichterstat- tung ausgegangen werden.

3.2 Nachrichtenfaktoren

Da diese Arbeit beleuchten soll, wie die Kleinpartei PARTEI in der deutschen Presse dargestellt wird und welche Aspekte dabei eine Rolle spielen, ist der Blick auf die im Rahmen der Nachrichtenwerttheorie aufgestellten Nachrichten- faktoren sinnvoll. Die Nachrichtenwerttheorie hat ihren Anfang in den 1920er Jahren in der Forschung von Walter Lippmann. Er stellt klar, dass Nachrichten vor der medialen Vermittlung durch einen Selektionsprozess des Journalisten müssen. In diesem Zusammenhang entsteht der Begriff Nachrichtenwert ("news values“), der die Publikationswürdigkeit von Ereignissen darstellt (vgl. Lipp- mann, 1997, S. 338; Jandura, 2007, S. 108-109). Neben Johan Galtung und Mari Holmboe Ruge (1965) entwickeln Winfried Schulz (1976) und Joachim Fried- rich Staab (1990) die Nachrichtenwerttheorie weiter und führen den Katalog an Nachrichtenfaktoren fort.

Auf Basis ihrer Forschung erscheinen hinsichtlich der politischen Berichterstattung vor allem die Nachrichtenfaktoren Faktizität und Personalisierung als interessante Untersuchungskategorien bei der Analyse der journalistischen Darstellung der PARTEI. Faktizität meint nach Staab die "Ereignishaftigkeit von Meldungen“ (1990, S. 226). Die Relevanzzuweisung der Ereignishaftigkeit für Medien ist so groß, dass in der wissenschaftlichen Literatur auch von "Pseudo-Ereignissen“ (Ehring, 2013, S. 31) die Rede ist, wenn vom politischen System Ereignisse geschaffen werden, um den Produktionsmechanismen der Medien zu entsprechen (vgl. Jandura, 2007, S. 92).

Der Faktor Personalisierung wiederum habe bei Inhaltsanalysen in den letzten Jahren einen wichtigen Stellenwert eingenommen (vgl. Jandura, 2007, S. 109). Unter Personalisierung versteht man nach Maurer und Reinemann "eine Konzentration der Medien auf Politiker bzw. politikferne Fähigkeiten der Politi- ker“ (2006, S. 123). Zwar ist die Personalisierung der Politikberichterstattung bei Tageszeitungen nicht so hoch wie im Fernsehen, jedoch zumindest ein kon- stanter und wichtiger Nachrichtenfaktor (vgl. Lengauer, 2007, S. 162-162; Jandura, 2007, S. 109). Im Hinblick auf die PARTEI mit ihren medial verankerten Persönlichkeiten liegt die Vermutung der Personalisierung nahe.

Viele der Nachrichtenfaktoren beziehen sich auf internationale Ereignis- se, welche in dieser Studie kaum zu erwarten sind, da es sich beim Untersu- chungsgegenstand dieser Arbeit eher um ein nationales und neuartiges Phäno- men handelt. Es sei zudem angemerkt, dass der Einsatz von Nachrichtenfakto- ren in dieser Studie nicht primär zum Untersuchen von journalistischen Selekti- onskriterien verwendet wird, sondern vorerst eine Analysefunktion für die Be- schreibung der journalistischen Beiträge erfüllt. Die Nachrichtenfaktoren Fakti- zität und Personalisierung erweisen sich für die Analyse der PARTEI- Berichterstattung als einsetzbar, da so untersucht werden kann, wie stark sich die journalistischen Beiträge auf faktisches Geschehen und konkrete Personen konzentrieren.

3.2.1 Faktizität

Wie stark die Ereignishaftigkeit der Berichterstattung zu kleinen Parteien aus- geprägt ist, stellt vor dem Hintergrund der Nachrichtenfaktoren eine interessan- te Untersuchungsdimension dar. Schulz definiert in Die Konstruktion von Reali- tät in den Nachrichtenmedien, "dass ,Ereignisse', wie sie uns tagtäglich von den Medien berichtet werden, oft alles andere als Handlungen, Vorfälle, Begebenhei- ten sind - also beobachtbares, faktisches Geschehen - sondern stattdessen ver- bale Äußerungen, Stellungnahmen, Kontroversen, die nicht selten den Charak- ter von Interpretationen und Spekulationen haben" (Schulz, 1976, S. 61-62). Er zählt die Faktizität nicht zu den Nachrichtenfaktoren, erhebt sie nominal und dichotom und misst deshalb keine Intensität. Die Kategorie hat die Ausprägun- gen "Vorwiegend beobachtbares, faktisches Geschehen“ und "Vorwiegend Spe- kulationen, Interpretationen, verbale Äußerungen zu Geschehen“ (ebd., S. 126).

Während Schulz sich noch wenig zur Ereignishaftigkeit der Berichter- stattung äußert, geht Staab näher darauf ein. Es ist schwierig zu sagen, dass Be- richterstattung losgelöst von Ereignissen stattfinden kann. Staab stellt die Prob- lematik des Ereignisbegriffs in seiner Ausarbeitung zur Nachrichtenwerttheorie ausführlich dar. Ereignisse bestehen erst als solche, wenn sie von einem Subjekt als Ereignis begriffen werden und deshalb schlussfolgert er, dass die Ereignisde- finition einem journalistischen Monopol unterliegt (vgl. Staab, 1990, S. 102- 103). Die Faktizität wird bei Staab weiterentwickelt zu einem Nachrichtenfak- tor, dessen Intensität auch gemessen wird. Dennoch bleibt die Interpretation, dass hohe Intensität von hohem Nachrichtenwert zeugt, aus. Für die Verdeutli- chung, wie sich hohe und niedrige Faktizität äußert, werden Primär- und Se- kundärereignisse identifiziert. Ein großer Anteil erfasster Primärereignisse (z. B. Staatsbesuch) in einem Beitrag deutet auf eine hohe Faktizität hin, wohinge- gen ein großer Anteil von Sekundärereignissen (z. B. Pressekonferenz) für eine niedrige Faktizität spricht. In dieser Arbeit wird auch davon ausgegangen, dass de facto nur ereignisorientiert berichtet wird. Eilders bedient sich der evoluti- onstheoretischen Begründung der Ereignishaftigkeit als Nachrichtenfaktor, in- dem sie sagt, dass prinzipiell größeres Interesse für Handlungen als für Worte besteht: "Wir haben gelernt, daß uns Worte, denen keine Taten folgen, kaum schaden können und richten deshalb auf Handlungen mehr Aufmerksamkeit“ (1997, S. 104). In der Studie von Schulz sind hinsichtlich der Faktizität bei Nach- richten unterschiedliche Ergebnisse zwischen den Tageszeitungen zu beobach- ten: Die Berichterstattung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) und Kis- singer Saale-Zeitung (KSZ) weist immer eine niedrigere Faktizität auf als die der Westdeutschen Allgemeinen (WAZ), Braunschweiger Zeitung (BrZ) und Bild. Die- ses Ergebnis verstärkt sich bei der FAZ, KSZ und Bild, wenn man nur politische Nachrichten betrachtet. Die ersten beiden Zeitungen weisen eine noch niedrige- re Ereignishaftigkeit auf und die Bild eine noch stärkere (vgl. Schulz, 1976, S. 62).

Ruhrmann, Woelke, Maier und Diehlmann forschen zwar zu den Nach- richtenfaktoren des öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehens, kommen aber ebenfalls zum Schluss, dass Faktizität die Nachrichtenauswahl der Journa- listen beeinflusst und diese bevorzugt über konkrete Handlungen berichten (vgl. 2003, S. 96). Die Nachrichtenauswahl weist also eine hohe Faktizität auf (vgl. ebd.). Auch bei der Analyse der Kommentierung der Linkspartei stellen Hansen et al. fest, dass die Kommentare stark ereignisorientiert sind und ein Einfluss der Nachrichtenfaktoren offensichtlich ist (vgl. 2010, S. 374). Belege hierfür lassen sich schon in den sechs Phasen der Berichterstattung zu den Grü- nen von Knoche und Lindgens finden (vgl. 1993, S. 762-764). Hansen et al. stel- len heraus, dass in der zweiten Phase nach dem Bundestagseinzug der Grünen 1983 ihr Neuigkeitswert den Journalisten Anlass gibt, über die Partei ereignis- bezogen zu berichten (vgl. 2010, S. 369).

Die Studien zeigen, dass der Nachrichtenfaktor Faktizität gerade bei der politischen Berichterstattung eine wichtige Rolle spielt. Mit dem Forschungsin- teresse von Schulz und den differenzierteren Ausprägungen Staabs, die helfen, unnötige Informationsverluste zu vermeiden (vgl. Loosen, 1998, S. 86), soll die Rolle der Faktizität auch für die Berichterstattung des hier untersuchten Gegen- standes überprüft werden. Da es sich beim Untersuchungsgegenstand um eine nicht-etablierte Kleinpartei handelt, wird vermutet, dass die Berichterstattung eine eher hohe Faktizität aufweist, da es wahrscheinlicher ist, dass über ein sol- ches Phänomen der politischen Peripherie aufgrund von Primärereignissen be- richtet wird.

In der Studie von Hansen et al. werden die Themen der Kommentierung über die Linkspartei auch vor dem Hintergrund der entscheidenden Ereignisse im Untersuchungszeitraum betrachtet. Neben dem überwiegenden Vorkommen an Politics-Themen stellen sie auch fest, dass Sachthemen in weniger ereignis- reichen, ruhigen Phasen häufiger vorkommen (vgl. Hansen et al., 2010, S. 374- 375). Daher liegt die Vermutung nahe, dass Politics-Themen und eine hohe Fak- tizität gemeinsam vorkommen, also ein Zusammenhang zwischen den Katego- rien besteht, da im Wesentlichen die politischen Prozesse konkretes, beobacht- bares faktisches Geschehen darstellen.

3.2.2 Personalisierung

Im Allgemeinen gelten Unterhaltsamkeit (siehe Kapitel 3.3.2) und Personalisie- rung in der heutigen Mediendemokratie als feste Kriterien der medialen Politik- vermittlung (Meyer, 2003, S. 14). Mehrere empirische Studien für Deutschland belegen, dass der Grad an Personalisierung und Emotionalisierung der politi- schen Informationen höher als vor zehn oder zwanzig Jahren ist (vgl. Ruhrmann et al., 2003, S. 14; Jandura, 2007, S. 37; Rosar & Hoffmann, 2015, S. 120-122). Es ist wichtig zu berücksichtigen, dass durch die Orientierung des politischen Sys- tems an den Selektions- und Darstellungsmechanismen der Medien und dem hauptsächlichen massenmedialen Informationsbezug der Bevölkerung "drei Ebenen [der Personalisierung] voneinander abhängig sind und sich gegenseitig beeinflussen“ (Hansen, 2012, S. 18). In dieser Arbeit wird Personalisierung auf der Ebene der Medienberichterstattung betrachtet, welche gegenüber der Ebe- ne des politischen Systems und der Ebene des Publikums beziehungsweise der Wählerschaft abzugrenzen ist (vgl. Holtz-Bacha, Lessinger & Hettesheimer, 1998, S. 241; Hoffmann & Raupp 2006, S. 457; Burmester 2010, S. 55).

Ulrich Sarcinelli sieht Personalisierung als notwendiges Element zur Re- duktion politischer Komplexität (vgl. 1994, zit. nach Schicha, 2008, S.260-261). Das Konzept der Personalisierung besagt, dass "im Rahmen des politischen Sys- tems, in der Medienberichterstattung und in der Wahrnehmung der Rezipienten der Fokus auf Einzelpersonen mit ihren politischen und / oder nicht-politischen Eigenschaften liegt“ (Burmester, 2010, S. 55). Schulz konkretisiert das und be- zeichnet die Fokussierung auf Kandidaten, also vor allem personalisierte Wahl- kampagnen, als ein Kennzeichen der heutigen Mediendemokratie (vgl. 1997, S. 186). Noch interessanter wird es, auch im Hinblick auf die in Kapitel 3.1 aufge- führten politischen Dimensionen, wenn man wie Mancini und Swanson die Per- son des Spitzenkandidaten als das Parteiprogramm selbst betrachtet und somit davon ausgehen muss, dass inhaltliche Positionen nicht mehr Beachtung finden (vgl. 1996, S. 272). Daraus lässt sich schließen, dass die hohe Personalisierung die politischen Sachthemen verdrängt. Im Kontext der Amerikanisierung3 un- tersuchten Marcinkowski und Greger von 1986 bis 1994 die Personalisierung der politischen Berichterstattung im Fernsehen und kamen zum Schluss, dass relevante Akteure vermehrt als private Akteure dargestellt werden, was jedoch entgegen der Aussage von Swanson und Mancini nicht zu einer Entpolitisierung führe (vgl. 2000, S. 179-181). Trotz der klaren Wirksamkeit der Personalisie- rung als Nachrichtenfaktor (vgl. Galtung & Ruge, 1965, S. 68; Schulz, 1976; Staab, 1990), kommen Eilders, Neidhardt und Pfetsch zum Ergebnis, dass sie "als Kommentarfaktor zumindest in Qualitätszeitungen kaum eine Rolle spielt“ (2004, S. 23). Es muss geprüft werden, ob Personalisierung in der Berichterstat- tung aufgrund der geringen Personenanzahl von Kleinparteien seltener vor- kommt (vgl. Kranenpohl, 1999, S. 44).

Eilders führt die Relevanz der Personalisierung als Nachrichtenfaktor auf allgemeine psychologische Gesetzmäßigkeiten zurück (vgl. 1997, S. 105). Die Aufmerksamkeit der Rezipienten erreiche man durch die unterhaltsame, dra- matisierte und personalisierte Darstellung von Informationen (vgl. Meyer, 2003, S. 14). In einer Analyse von Kommentaren der Qualitätszeitungen erhebt Pfetsch, dass 72.5 Prozent der Akteure aus dem politischen Zentrum kommen (vgl. Eilders et al., 2004, S. 85) Die restlichen vorkommenden Akteure sind überwiegend in der politischen Peripherie (z. B. Gewerkschaften, Wirtschaft, Experten) anzusiedeln. Unabhängig von der Personalisierung zeigt dieses Er- gebnis auf jeden Fall, dass ein Großteil der Akteure in der Berichterstattung der Qualitätszeitungen politische Akteure sind (vgl. ebd.). Schon 1994 stellen Pfetsch und Volmer bei der Analyse von regionalen Abonnementzeitungen fest, dass Politiker der Bundestagsparteien in zwei Dritteln der Beiträge Erwähnung finden (vgl. 1994, S. 523-526). Auf der Ebene des politischen Systems fand man bei einer Befragung von Lokalpolitikern heraus, dass Personalisierung für diese in der medialen Kommunikation einen eher niedrigeren Stellenwert habe und sie es ablehnen, aufgrund der Fokussierung auf Einzelpersonen, politische In- halte in den Hintergrund rücken zu lassen oder Privates und Politisches zu ver- mischen (vgl. Baden, Koch, Steinle & Wieland, 2015, S. 194). Diese Erkenntnis ist vor dem Hintergrund interessant, dass die PARTEI vor allem auf kommunaler Ebene Wahlerfolge verbuchen kann, Personalisierung in ihrem Fall aber nur mit bundesweit agierenden Funktionären hinsichtlich des Bekanntheitsgrades zu erwarten wäre.

Die vorhergehende erste intensivere Auseinandersetzung mit der Be- richterstattung über die PARTEI lässt vermuten, dass die zentralen Funktionäre, vor allem Martin Sonneborn, aber beispielsweise auch Rocko Schamoni, Oliver Maria Schmitt und Heinz Strunk der PARTEI zu entscheidendem Erfolg verhel- fen und sie ihr "in der Öffentlichkeit Gesicht und Stimme verleihen“ (Marcinkowski & Greger, 2000, S. 181). Mit dem oben dargelegten Verständnis der Personalisierung nach Burmester soll in dieser Studie der Grad der Persona- lisierung in der Berichterstattung der Kleinpartei PARTEI näher beleuchtet werden. Aufgrund der Zentralität der wichtigen Funktionäre, insbesondere Sonneborns, bei den Veranstaltungen und Aktionen der PARTEI, wird vermutet, dass insgesamt eine eher große Personalisierung die Zeitungsbeiträge kenn- zeichnet.

3.3 Journalistische Charakterisierungen

Die wissenschaftliche Literatur zur Politik- und Parteienberichterstattung weist einige Hinweise zur Charakterisierung von Kleinparteien als vorübergehende Erscheinung im Rahmen ihrer Etablierungsprozesse auf. Darüber hinaus liegt die Vermittlung des unterhaltsamen satirischen Charakters der PARTEI vor dem Hintergrund des Politainments und der Entertainisierung von Politik nahe.

3.3.1 Kleinparteien als vorübergehende Erscheinung

Der gesellschaftliche und vor allem mediale Umgang mit neuen politischen Er- scheinungen ist entscheidend für ihr Bestehen. Häufig neigt die Öffentlichkeit dazu, kleinen Phänomenen schnell eine begrenzte Existenzdauer vorherzusa- gen. Im Rahmen ihrer Ausarbeitung zu Minorisierungsstrategien als Herr- schaftssicherung setzt sich Regine Roemheld (1983) mit den Chancen von Kleinparteien auseinander. Sie integriert zwar die Massenkommunikationsmit- tel (Presse, Rundfunk, Fernsehen) als Faktoren des Etablierungsprozesses, be- schäftigt sich jedoch mit dem Thema hauptsächlich auf politikwissenschaftlicher Ebene. Am Beispiel der Grünen wurde bei der Analyse der Berichterstattung zur Bundestagswahl 1983 festgestellt, dass die Medien die Partei minorisieren, marginalisieren, als vorübergehende Erscheinung darstellen und ihr keine Zu- kunftschancen zugestehen (vgl. Roemheld, 1983, S. 203-204). Hinsichtlich der selben Partei spricht sie später von einer Eliminierungsstrategie vonseiten der Medien, die die Berichterstattung über die neue politische Kraft meiden oder negativ gestalten (vgl. Roemheld, 1987, S. 222-226). Insgesamt nimmt Roemheld aus politikwissenschaftlicher Perspektive mit der Minorisie- rungsstrategie eine äußerst kritische Stellung gegenüber den Medien ein und wirft ihnen vor, den Status Quo des Parteiensystems sichern zu wollen und da- mit die Parteienpluralität zu bedrohen (vgl. 1982, S. 140).

Knoche und Lindgens geben ähnliche Hinweise zur Berichterstattung über die Grünen im Rahmen ihres Parteienetablierungsprozesses (vgl. 1993, S. 762-764). In der zweiten Phase der Berichterstattung nach dem Bundestagsein- zug 1983 würde die Partei zwar journalistisch mehr berücksichtigt, jedoch nicht ernst genommen werden. "In Übereinstimmung mit den etablierten Parteien verbreiten die Medien vorrangig den Eindruck, die Grünen seien nur eine vorü- bergehende Erscheinung" (ebd., S. 763). In den Ergebnissen von Knoche und Lindgens bestätigen sich Teile der Kritik Roemhelds gegenüber der Massenme- dien. Andreas Schulze führt in seiner Dissertation die Forschung zur Lebens- dauer nicht-etablierter Kleinparteien fort (2004). Wie bei Roemheld hat auch er einen politologischen Zugang zur Thematik. Schulze nähert sich der zentralen Problematik insofern, dass kleine Parteien meistens daran scheitern, sich dau- erhaft im politischen System zu etablieren (vgl. ebd., S. 7). Eine der Thesen, die er in der Arbeit erörtert und den Aspekt der vorübergehenden Erscheinung ein- bezieht, lautet: "Kleinparteien haben Aussicht auf Erfolg, wenn sie sich bloß auf ein Ziel konzentrieren. Diesen Ein-Themen-Parteien ist allerdings oftmals nur eine kurze Lebensdauer beschert“ (ebd., S. 54). Er kommt zum Ergebnis, dass gerade Kleinparteien ihre Innovationskraft bezüglich der politischen Sachthe- men nicht verlieren dürfen. Diese kann sich auch auf ein schon besetztes Feld ausrichten, muss jedoch spezialisiert werden, um "eine Zielgruppe [zuȐ gewin- nen, die sich bislang von den etablierten Kräften nicht ausreichend berücksich- tigt fühlt“ (ebd., S. 348). Dennoch wird Schulzes These bestätigt, dass Ein- Themen-Parteien trotz möglicher zeitweiliger Wahlerfolge die dauerhafte Parti- zipation in Parlamenten nicht gelingt (vgl. ebd., S. 349-350). Als aktuelles Bei- spiel des Parteienetablierungsprozesses gilt die 2006 gegründete Piratenpartei, die nach einer Umfrage von Infratest dimap 2012 von 61 Prozent der Befragten als vorübergehende Erscheinung betrachtet wurde, was auch in vielen Medien- berichten über die Laufbahn dieser Partei aufgegriffen wurde (vgl. Zolleis, Prokopf & Strauch, 2010; Die Welt, 2012; Koschmieder, 2012, S. 10-12; Zeit On- line, 2012; Funk, 2015).

Die PARTEI weist als kleine Partei, die eine spezielle Zielgruppe an- spricht, Parallelen zu den dargelegten Beispielen auf. Die Historie satirischer Parteien (siehe Kapitel 2.2 und 2.3) zeugt tendenziell von einer kurzen Lebens- dauer beziehungsweise Wirkungszeit dieser Parteien. Die Annahme, dass auch die PARTEI in der Medienberichterstattung als vorübergehende Erscheinung charakterisiert wird, liegt nahe. Die sechs Phasen der Berichterstattung über die Grünen von Knoche und Lindgens zeigen jedoch auf, dass Parteien im Laufe ih- res Etablierungsprozesses immer mehr als ernsthafte politische Kraft betrachtet werden können (vgl. 1993, S. 762-764). Da die PARTEI durch ihre jüngsten Wahlerfolge eine tendenziell steigende Partizipation am politischen System aufweist, wird davon ausgegangen, dass sie insgesamt zwar als vorübergehende Erscheinung charakterisiert wird, diese Darstellung im Zeitverlauf jedoch ten- denziell abnimmt.

3.3.2 Unterhaltsame Politik

Satirische Unterhaltung ist im Allgemeinen bekannt aus medialen Infotainment- Formaten wie zum Beispiel die Fernsehsendungen heute-show, Die Anstalt oder die Internetseite Der Postillon. Längst sind die Aspekte der Unterhaltung nicht mehr nur im Mediensystem verankert, sondern werden auch Teil des politi- schen Systems. Begriffe wie die Entertainisierung der Politik und Politainment werden mit diesem Prozess assoziiert. Im Rahmen der Anpassung der politi- schen Kommunikation an die Mechanismen der Massenmedien ist festzustellen, dass auch die Politikvermittlung den Regeln der Unterhaltung folgt (vgl. Meyer, 2003, S. 14). Nun ist der satirische Charakter der PARTEI mit seinem Unterhal- tungswert offensichtlich (vgl. Porzelt, 2013, S. 14). Die Satire und Komik hilft, den Ernst des Lebens zu verarbeiten, sich ihm gegenüber zu distanzieren und verleitet zum Lachen (vgl. Wolff, 2015). Trotz dieser wertvollen Eigenschaft ist man in der Politik primär verantwortungsvolle, sinnvolle und ernsthafte Ausei- nandersetzungen gewöhnt (vgl. Walter, 2001, S. 6). Insbesondere die Ernsthaf- tigkeit wird als genuines Wesensmerkmal der Politik gesehen (vgl. Hoinle, 2004, S. 3). Die Unterhaltung, wie sie bei der PARTEI mithilfe satirischer Stilmittel Eingang in die Politik erhält, kann auf unterschiedliche Weisen von den Rezipi- enten beziehungsweise dem Elektorat wahrgenommen werden. Dieser Umgang mit ernsthaften Themen scheint in Deutschland auf größere Akzeptanz zu sto- ßen:

The German understanding of political satire appears to be in the process of con- verging with the US and British approach to political satire: As a more playful and less grave satirical treatment of politics becomes possible, laughter moves to the center of German political satire, drawing in a wider pool of television viewers and recruiting new audiences to public political contestation. (Kleinen-von Königslöw & Keel, 2013, S. 77)

Auch politisch Desinteressierte und enttäuschte Wähler versucht man, an das politische Geschehen wieder heranzuführen und sie zur Wahl zu mobilisieren, indem Spitzenpolitiker in Unterhaltungsformaten zunehmende Präsenz vorwei- sen (vgl. Hasebrink, Dreier, Krotz & Weiss, 2001, S. 100-101). Kritiker wie Rus- sell Peterson oder auch Jody Baumgartner und Jonathan Moris geben zu beden- ken, dass der komische Umgang mit der Politik mögliche Risiken für die Wahr- nehmung dieser birgt (vgl. Porzelt, 2013, S. 15-16). Vor allem kritische Kleinpar- teien laufen demnach Gefahr, dass ihre Ernsthaftigkeit durch unterhaltsame Aspekte infrage gestellt werden kann (vgl. Neu, 2013a, S. 142; Neu, 2013b, S. 360). Aus Sicht von Kommunalpolitikern fanden Baden et al. in einer Befragung heraus, dass Entertainisierung zwar nicht so negativ betrachtet wird wie die Personalisierung in der politischen Kommunikation, es aber trotzdem eher nicht angewandt wird, was auch daran liege, dass selten Gelegenheit zur Rezep- tion medialer Unterhaltungsformate bestünde (vgl. 2015, S. 194).

Auch die Berichterstattung über die PARTEI soll auf eine unterhaltsame Darstellung überprüft werden. Ihr satirisch-parodistischer Charakter, aber auch der berufliche Hintergrund der Vorsitzenden des Bundesvorstands, der größ- tenteils in der journalistischen Unterhaltungsbranche angesiedelt ist, kann Ein- fluss auf die Darstellung dieser in ihrer politischen Funktion haben. Obwohl oh- ne eine gewisse Medienkompetenz und einen Unterhaltungswert politische Le- gitimität kaum noch zu sichern ist (vgl. Patzelt, 1995, S. 18-20), kann sich letzte- res im Fall der PARTEI auch nachteilig für die Darstellung als seriöse, politische Alternative auswirken. Nichtsdestotrotz tragen die satirisch angewandten Me- thoden der PARTEI im politischen System als Charakteristikum ihrer Aussagen und Handlungen überwiegend zu ihrer Bekanntheit bei. Vor dem Hintergrund der Beliebtheit von Politainment-Formaten kann angenommen werden, dass sich die Funktionsbeimessung vonseiten der Medien durch eine unterhaltsame Darstellung in der Berichterstattung ausdrückt. Aufgrund der häufigen Verwen- dung des Begriffs der Spaßpartei ist ein Infragestellen der Ernsthaftigkeit dieser politischen Vereinigung anzunehmen. Auch hier kann davon ausgegangen wer- den, dass die unterhaltsame Charakterisierung der PARTEI prinzipiell in einem Großteil der Berichterstattung vorzufinden ist, diese jedoch im Zeitverlauf ten- denziell abnimmt, da sie ihren Neuigkeitswert verliert, aufgrund von Wahlerfol- gen ernster genommen wird und sie so auch von den Medien seltener als unter- haltsam dargestellt wird.

3.4 Bildung der Forschungshypothesen

Der Forschungsstand zeigt, dass die Darstellung von Kleinparteien in der Be- richterstattung der deutschen Presse zwar schon untersucht wurde, es sich je- doch immer nur um Kleinparteien des deutschen Bundestags handelt. Der sati- rische Charakter der PARTEI bildet einerseits eine neue Facette in der deut- schen politischen Parteienlandschaft und andererseits handelt es sich hierbei um einen neuen Handlungsrahmen für die aus der Medienlandschaft kommen- den Satiriker. Die allgemeine Forschung zur Berichterstattung über Politik und Parteien hat relevante und interessante Dimensionen aufgezeigt, die in dieser Arbeit auch am Beispiel einer satirischen, nicht-etablierten Kleinpartei erforscht werden.

Mithilfe der Inhaltsanalyse im Rahmen dieser Studie werden die folgenden Forschungshypothesen überprüft:

1. In der Berichterstattung über die PARTEI wird eine hauptsächliche Ausei- nandersetzung mit Themen der prozessualen Dimension von Politik (Poli- tics) vermutet.

2. Es wird eine starke Ereignishaftigkeit in der Berichterstattung (Faktizität) über die PARTEI vermutet.

3. Zwischen großer Faktizität und Politics-Themen besteht in der PARTEI- Berichterstattung ein Zusammenhang. Es wird vermutet, dass sie in gleichen Fällen vorkommen.

4. Es wird vermutet, dass der Fokus bei der Berichterstattung über die PARTEI bei Einzelpersonen liegt, die als Akteure mit politischen und / oder nicht- politischen Eigenschaften die Partei in der medienöffentlichen Wahrneh- mung repräsentieren (Personalisierung).

5. Es wird vermutet, dass die PARTEI als eine vorübergehende Erscheinung charakterisiert wird.
5.1. Es wird vermutet, dass die Charakterisierung der PARTEI als vorüber- gehende Erscheinung im Zeitverlauf tendenziell abnimmt.

6. Es wird vermutet, dass die PARTEI in der Berichterstattung als unterhaltsam charakterisiert wird.
6.1. Es wird vermutet, dass die unterhaltsame Charakterisierung der PARTEI im Zeitverlauf tendenziell abnimmt.

4 Methodisches Vorgehen

Da mithilfe des bisherigen Forschungsstandes zur Darstellung von Kleinparteien in den Medien die aufgestellten Forschungshypothesen zu einer Satirepartei nicht überprüft werden können, werden diese in der vorliegenden Arbeit mit einer eigenen Studie untersucht. Dieses Kapitel beschreibt das zu diesem Zweck entwickelte Forschungsdesign und methodische Verfahren.

4.1 Untersuchungsanlage

Um die Mediendarstellung eines bestimmten Gegenstandes oder Sachverhalts untersuchen zu können, eignet sich die empirisch quantitative Methode der Inhaltsanalyse. Sie ermöglicht es, formale und inhaltliche Merkmale der Mitteilungen systematisch und intersubjektiv nachvollziehbar zu beschreiben (vgl. Früh, 2007, S. 27), um so auch auf "Merkmale eines nichtmanifesten Kontextes“ zu schließen (Merten, 1995, S. 15). Die inhaltsanalytische Untersuchung der Berichterstattung verhilft durch die Reduktion der Komplexität sozialer Wirklichkeit zum Erkennen zentraler Muster, die im Zusammenhang mit dem Untersuchungsgegenstand stehen (vgl. Rössler, 2005, S. 16-17).

Die folgende Beschreibung des Untersuchungszeitraums, -materials und Erhebungsinstruments dient der Sicherstellung intersubjektiver Nachvollzieh- barkeit. Das Ziel der Studie ist primär die Beschreibung der Berichterstattung, die auch auf Veränderungen im Zeitverlauf hin analysiert wird. Außerdem kön- nen anschließend auf Basis der erkannten Muster der Medieninhalte Inferenzschlüsse hinsichtlich der Kommunikatoren, Rezipienten und gesell- schaftlichen Verhältnisse gezogen werden (vgl. Maurer & Reinemann, 2006, S. 11). Aufgrund der standardisierten, werkimmanenten Vorgehensweise können die Einflussfaktoren der Berichterstattung selbst nicht erfasst werden (vgl. Rössler, 2005, S. 16), was aber auch nicht das Forschungsinteresse dieser Studie ist.

4.2 Untersuchungszeitraum

Das in der vorliegenden Studie untersuchte Material wurde zwischen dem 2. August 2004 und dem 18. Dezember 2015 publiziert. So umfasst der Zeitraum die gesamte Entwicklung der PARTEI seit ihrer Gründung im August 2004 bis zur Durchführung der Studie im Dezember 2015.

4.3 Untersuchungsmaterial

4.3.1 Untersuchte Medien

Neben den genannten Gründen für die Wahl der Tageszeitung als Untersu- chungsmediengattung dieser Studie (siehe Kapitel 1), nimmt sie weiterhin nach dem Fernsehen (35.9%) in der Gewichtung der Mediengattungen für die Infor- mations- und Meinungsbildung in Deutschland mit 21 Prozent den zweiten Platz ein (vgl. Die Medienanstalten, 2015, S. 6). Es kann auch davon ausgegan- gen werden, dass die meisten Thematisierungen des Untersuchungsgegenstan- des, vor allem aufgrund seiner politischen Dimension, in den deutschen überre- gionalen Zeitungen vorzufinden sind, weshalb die quantitative inhaltsanalyti- sche Untersuchung von Fernsehinhalten nicht infrage kommt.

In Deutschland gibt es acht überregionale Tageszeitungen (vgl. Bundes- verband Deutscher Zeitungsverleger, 2014, S. 5), von denen die Frankfurter All- gemeine Zeitung (FAZ), Die Welt, Süddeutsche Zeitung (SZ) und die tageszeitung (taz) im Allgemeinen als Qualitätszeitungen bezeichnet werden (vgl. Pürer & Raabe, 1994, S. 170; Voltmer, 1999; Hocke, 2002, S. 115-116; Witte, 2014) und auch deshalb für diese Studie ausgewählt wurden. SZ, FAZ und Die Welt sind nach der Bild die Zeitungen mit der höchsten verkauften Auflage (vgl. IVW, 2015). Die Bezeichnung der taz als Qualitätszeitung wird zwar von einigen Wis- senschaftlern bestritten (vgl. Siebel, 2007, S. 153), jedoch nimmt sie nach dem Handelsblatt den fünften Rang hinsichtlich der verkauften Auflage ein (vgl. IVW, 2015) und sorgt durch ihre linke Verortung auf dem politischen Links-Rechts- Spektrum für ein Gleichgewicht unter den einbezogenen Zeitungen (vgl. Eilders et al., 2004, S. 145). So sind die vier Zeitungen vom ausgeprägt linken (taz) über gemäßigt Mitte-links (SZ) bis zum moderat (FAZ) und ausgeprägt konservativen Pol (Die Welt) des Spektrum zu verorten (vgl. ebd., S. 144-145; Hansen, 2009, S. 12). Bild, Handelsblatt und Neues Deutschland fielen aus der Auswahl raus, da Bild als Boulevardzeitung nicht zu den Qualitätszeitungen zählt, Handelsblatt eine auf Wirtschaft und Finanzen spezialisierte Zeitung ist und Neues Deutsch- land der Linkspartei zu nahe steht4 und mit weniger als 29.000 Zeitungen (4. Quartal 2015) die geringste verkaufte Auflage vorweisen kann (vgl. IVW, 2015).

Die Wahl von Qualitätszeitungen für das Untersuchungsmaterial begrün- det sich darin, dass diese gerade durch ihre intra- und extramediäre Meinungs- führerschaft eine wichtige gesellschaftliche Funktion erfüllen (vgl. Jandura & Brosius, 2011, S. 195). Den politisch-publizistischen Stellenwert untermauern Jandura und Brosius mithilfe von fünf Anhaltspunkten: Journalisten (1) und Eli- ten (2) lesen Qualitätszeitungen; andere Tageszeitungen zitieren sie5 (3); The- men und Tendenzen in der Berichterstattung werden von ihnen vorgegeben (4); die Bürger akzeptieren das Image der Qualitätsmedien (5) (vgl. ebd., S. 195- 197).

4.3.2 Auswahl der Untersuchungseinheit

Da das Ergebnis dieser Studie die Darstellung der PARTEI in der Berichterstat- tung der vier genannten überregionalen Tageszeitungen beschreiben soll, wird hinsichtlich der journalistischen Darstellungsform kein Beitrag ausgelassen. Somit bilden alle Artikel dieser Tageszeitungen im Zeitraum vom 2. August 2004 bis zum 18. Dezember 2015, die sich inhaltlich auf die PARTEI beziehen, die Grundgesamtheit. Eine Stichprobe musste nicht gezogen werden, da der er- wartete Materialumfang und die Forschungskapazitäten eine Vollerhebung er- laubten. Die Durchführung einer Vollerhebung gewährleistet verlässlichere verallgemeinerbare Aussagen über die Darstellung des Untersuchungsgegen- standes in den deutschen Qualitätszeitungen (vgl. Rössler, 2005, S. 54-55).

Die Beiträge konnten aus der Online-Datenbank WISO (für Die Welt und taz) und den Online-Zeitungsarchiven der SZ und der FAZ bezogen werden. Um die relevanten Artikel zusammenzustellen, musste für die digitale Suche der Datenbanken6 ein Suchbegriff definiert und der Untersuchungszeitraum einge- geben werden. Dabei war es wichtig, dass die Artikel des Suchergebnisses mög- lichst schon das Aufgreifkriterium (siehe unten) erfüllen und somit der inhaltli- che Bezug zur PARTEI gegeben war. Von der Suche wurden Magazine und Son- derbeilagen ausgeschlossen. Nach Versuchen mit unterschiedlichen Suchbegrif- fen erschien der folgende als geeignet, da das Ergebnis eine hohe Anzahl an Ar- tikeln mit dem inhaltlichen Bezug zum Untersuchungsgegenstand aufwies: partei UND sonneborn ODER satire UND sonneborn ODER spaßpartei ODER "spaß-partei" ODER "satire-partei" ODER satirepartei Die Vorauswahl potenziell relevanter Texte enthielt 61 Artikel aus der FAZ, 81 Artikel aus Die Welt, 67 Artikel aus der SZ und 197 Artikel aus der taz. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass auch Artikel ohne inhaltlichen Bezug zum Untersuchungsgegenstand unter den Suchergebnissen waren, wurde ein end- gültiges Aufgreifkriterium für den Codierer definiert. Beiträge, die im Titel, Un- tertitel oder den ersten fünf Zeilen des Artikeltextes den Parteinamen "Die PARTEI“, "PARTEI“ oder "Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförde- rung und basisdemokratische Initiative“ enthielten, wurden inhaltsanalytisch erfasst. Wichtig für das Aufgreifkriterium ist die Majuskelschrift des Kurzna- mens (PARTEI), welcher ein Akronym des vollständigen Namens darstellt. In Sonderfällen kann die Schreibweise des Wortes "Partei“ in Majuskeln (z. B. in Titeln) auch auf andere Parteien abzielen. Dann muss aus dem Kontext er- schlossen werden, ob es sich um die hier untersuchte Partei handelt. Da bei der umfassenden Sichtung der Vorauswahl der Untersuchungseinheiten festgestellt wurde, dass sich manche Zeitungen nicht an die Majuskelschreibweise des Na- mens halten, wurde das Aufgreifkriterium erweitert. Deshalb wurden auch alle Beiträge erfasst, die im Titel, Untertitel oder den ersten fünf Zeilen des Artikel- textes den Begriff "Partei“7 und "Spaßpartei“, "Spaß-Partei“, "Satirepartei“, "Satire-Partei“ (alle vier Begriffe auch in der Pluralform) oder einen der im Codebuch genannten 29 Namen (siehe Anhang A) enthalten. Die genannten Personen sind alle PARTEI-Mitglieder und haben aufgrund ihrer Funktion in der Partei oder ihrer anderweitigen Profession einen Bekanntheitsgrad in Deutschland. Aus diesem Grund ist es denkbar, dass sie in der Berichterstattung vorkommen und in Verbindung mit dem Begriff "Partei“ auf einen inhaltlichen Bezug zum Untersuchungsgegenstand hinweisen.

4.4 Das Erhebungsinstrument

Für die Bearbeitung des Untersuchungsmaterials wurde ein Codebuch (siehe Anhang A) erstellt, welches generell das Instrument einer Inhaltsanalyse bildet (vgl. Rössler, 2005, S. 87). Die darin enthaltenen Definitionen und Kategorien gewährleisten die intersubjektive Nachvollziehbarkeit der Forschung. Bei der Erfassung der Zeitungsbeiträge wurden für die Untersuchung zwei Analyseebe- nen gebildet: Die Zuordnung des Hauptthemas zu einer der drei politischen Di- mension und die Erfassung des Grades der Faktizität fand auf Artikelebene statt, da angenommen wird, dass in der Regel ein Ereignis den Anlass für die Bericht- erstattung bietet, dieses also das Hauptthema jedes Absatzes eines Artikels dar- stellt. Außerdem wurden sie auf einer Ebene codiert, da in Hypothese 3 ein Zu- sammenhang zwischen den Kategorien vermutet wurde. Der Grad der Persona- lisierung und das Vorkommen einer Charakterisierung als unterhaltsam oder als vorübergehende Erscheinung wurden auf Absatzebene erhoben, da eine Voruntersuchung des Materials gezeigt hat, dass sich Charakterisierungen und die Personalisierung, je nachdem welcher Aspekt eines Ereignisses thematisiert wird, zwischen den Absätzen unterscheiden können.

4.4.1 Operationalisierung und Aufbau des Codebuchs

Das Codebuch beginnt mit der in Kapitel 4.3.2 erläuterten Auswahl der Untersu- chungseinheit und hält für den Codierer das entscheidende Aufgreifkriterium fest. Danach folgt eine kurze Beschreibung der allgemeinen Vorgehensweise beim Codieren. Der wesentliche Bestandteil des Codebuchs ist das Kategorien- system, welches die formalen und die in Kapitel 4.4 erwähnten inhaltlichen Ka- tegorien enthält. Dieses teilt sich in die zwei Analyseeinheiten: die Artikel- und die Absatzebene. Um beim Untersuchen der zwei Einheiten einen sinnvollen Codierprozess zu ermöglichen, wurde auf die inhaltliche Logik geachtet, sodass dieser immer "vom Allgemeineren zum Spezifischen, vom Zentralen zum Peri- pheren und vom Formalen zum Inhaltlichen“ erfolgt (Rössler, 2005, S. 92).

Im ersten Schritt wird der Artikel einmal komplett gelesen. Dann werden sechs Kategorien auf Artikelebene codiert. Im Anschluss wird jeder Absatz eines Artikels separat gelesen und anhand fünf weiterer Kategorien erfasst. Die erste Analyseeinheit ist definiert als der vorliegende Dokumentausdruck. Sollte ein Artikel mehrere bedruckte Seiten umfassen, sind diese durch eine Seitenzahl oder eine Heftklammer einander zuzuordnen.

Zunächst werden die formalen Merkmale "Artikelnummer“, "Zeitung“, "Erscheinungsdatum“ und "Absatzanzahl“ erfasst. Die Einordnung des Haupt- themas des Artikels in die drei politischen Dimensionen "Politik- und Gesell- schaftsordnung (Polity)“, "Politische Prozesse (Politics)“ und "Politikfelder (Policy)“ stellt die erste inhaltliche Kategorie dar. Dafür musste als Erstes ein Hauptthema erkannt werden, welches in der Regel das Thema ist, auf das sich der größte Teil des Artikels bezieht. Sofern das nicht eindeutig festzustellen war, erfasste man das zuerst genannte Thema (vgl. Eilders et al., 2004, S. 398- 399). Dann folgt die Zuordnung des Themas zur politischen Dimension. Dafür wurden die Dimensionen ausführlich definiert und angelehnt an das Codebuch von Eilders et al. konkretisiert (2004). Am Ende des Codebuchs stand dem Codierer eine Tabelle als Hilfestellung zur Verfügung, die die Dimensionen in einige Kategorien und exemplarische Schlüsselfragen aufteilt. Für die Überprü- fung der Hypothesen war eine detailliertere Ausprägungsstufe der Dimensionen nicht zu erfassen.

Als zweites inhaltliches Merkmal auf Artikelebene wurde die Ausprägung der Faktizität erfasst. Diese Kategorie hat sich schon in verschiedenen Studien für die Messung der Ereignishaftigkeit eines Beitrags bewährt (vgl. Staab, 1990; Eilders 1997; Loosen, 1998; Beiler, 2013). In dieser Studie wurde konkret auf die Operationalisierung von Staab und Beiler zurückgegriffen, bei der niedrige Faktizität vorliegt, wenn der Großteil des Beitrags eher aus verbalen Äußerun- gen, Stellungnahmen, Kontroversen zum Geschehen, Interpretationen und Spe- kulationen (Sekundärereignisse) besteht, die jedoch von Personen im Beitrag und nicht vom Autor stammen. Große Faktizität wiederum steht für einen ho- hen Anteil an beobachtbarem faktischem Geschehen, Handlungen, Vorfälle und Begebenheiten (Primärereignisse). Das Ermitteln von Primär- und Sekundärer- eignissen erleichtert die Codierung der Faktizität in eine der vier Abstufungen ihrer Intensität. (vgl. Staab, 1990, S. 226; Beiler, 2013, S. 473-474)

Es folgt die Codierung auf zweiter Ebene, bei der Absätze eines Artikels, die einen inhaltlichen Bezug zum Untersuchungsgegenstand haben, analysiert und erfasst wurden. Der Absatz wurde als ein aus einem oder mehreren Sätzen bestehender Abschnitt eines fortlaufenden Textes definiert. Formal wird er als Zeilenumbruch, das heißt als Neubeginn des Fließtextes in einer neuen Zeile dargestellt. Überschriften jeglicher Art zählen nicht als Absatz. Die vollständigen Absätze wurden hinsichtlich des in Kapitel 4.3.2 formulierten Aufgreifkriteri- ums untersucht. Sollte sich der Absatz trotz fehlender Erfüllung des Kriteriums thematisch explizit auf die PARTEI beziehen, wurde dieser auch erfasst. Zur besseren Einordnung konnte der gesamte Artikel als Kontexteinheit herangezo- gen werden.

Auch hier wurden vorab die formalen Kategorien "Artikelnummer“8 und "Absatznummer“ codiert. Als Nächstes wurde mithilfe der Kategorie "Personali- sierung“ die Bedeutung von Einzelpersonen für den berichteten Sachverhalt ermittelt. Bei der Formulierung der Ausprägungen beziehungsweise Abstufun- gen wurde sich an Codebücher von Schulz, Staab und Beiler orientiert (vgl. 1976, S. 138-139; 1990, S. 221; 2013, S. 467-468). So liegt keine Personalisie- rung vor, wenn im Beitrag keine Personen, Namen, Titel und / oder Funktionen genannt werden. Einzelne Handlungsträger, außer gegebenenfalls Gruppen oder Institutionen, sind somit nicht zu identifizieren. Große Personalisierung eines Beitrags zeugt von namentlich genannten Personen, die handelndes Subjekt sind und im Mittelpunkt eines Ereignisses stehen oder ihre Ursache darstellen. Auch hier kann der Grad der Personalisierung in vier Abstufungen erfasst wer- den.

Die zwei Kategorien der Charakterisierung der PARTEI als vorüberge- hende Erscheinung und als unterhaltsam wurden dichotom erfasst. Dies setzte eine möglichst vollständige Definition solcher Charakterisierungen voraus. Wichtig ist, dass für die Ausprägung "Trifft zu“ nur explizite Darstellungen als vorübergehende Erscheinung und als unterhaltsam codiert werden durften. In den Definitionen wurde mit synonymen Bezeichnungen und Redewendungen gearbeitet, um sicherzustellen, dass jede explizite Ausdrucksart einer solchen Charakterisierung mit äußerst geringer beziehungsweise keiner Interpretati- onsleistung des Codierers erkannt wurde. Beispiele im Codebuch dienen der Veranschaulichung solcher Darstellungen.

4.4.2 Erhebungsphase und Reliabilität

Nach Ausscheiden der Artikel, die das Aufgreifkriterium nicht erfüllten, wurden im Zeitraum vom 26. Dezember 2015 bis zum 2. Januar 2016 vom Autor der Arbeit 154 Zeitungsbeiträge erfasst. Pro Beitrag handelte es sich um einen durchschnittlichen Zeitaufwand von 20 Minuten.

Das Codebuch wurde vor der Erhebungsphase einem Kommilitonen des Autoren für eine allgemeine Überprüfung der Verständlichkeit gegeben. Darü- ber hinaus wurde ein Intercoder-Reliabilitätstest durchgeführt, um die inter- subjektive Nachvollziehbarkeit des Codebuchs zu überprüfen (vgl. Rössler, 2005, S. 183-186). Dafür wurden unabhängig voneinander die gleichen Artikel codiert und mithilfe der erhobenen Datensätze der Reliabilitätskoeffizient der Codierung nach Holsti berechnet (vgl. ebd., S. 190). Aufgrund der relativ kurzen Erhebungsphase wurde ein Test der Intracoder-Reliabilität für nicht notwendig erachtet. Für den Reliabilitätstest wurden jeweils zwei Artikel aus jeder Zeitung zusammengestellt, die das Aufgreifkriterium erfüllten. Die Beiträge waren unterschiedlich lang und sind ungefähr gleichmäßig im Untersuchungszeitraum verteilt erschienen. So sollte die Messung mithilfe des Codebuchs auf eine möglichst vielfältige Merkmalsausprägung des Materials hin getestet werden. Für die Erfassung der formalen und inhaltlichen Merkmale der Beiträge wurden die Daten manuell in die Masken des Computerprogramms SPSS eingegeben. Die Trennung der Analyseeinheiten in zwei Masken diente der Wahrung der Übersichtlichkeit während des Codierprozesses.

Der Reliabilitätstest beruht auf acht Artikeln und ergab die folgenden Werte9 (siehe Anhang B, Tabelle 1). Auf Artikelebene entspricht die Überein- stimmung der formalen Kategorien einem Wert von 1. Bei der Codierung des Hauptthemas ist eine Übereinstimmung von .5 und bei der Codierung der Fakti- zität ein Wert von .38 festzustellen. Die Übereinstimmungen auf der Absatzebe- ne ergeben auch hier für die formalen Merkmale 1, für die Personalisierung .49, für die Charakterisierung als vorübergehende Erscheinung wiederum .99 und für die unterhaltsame Charakterisierung .60. Die hohe Reliabilität des Wertes für die Charakterisierung des Untersuchungsgegenstandes als vorübergehende Erscheinung kann darauf zurückgeführt werden, dass die Ausprägung "Trifft zu“ nur einmal codiert wurde. Insgesamt weisen die formalen Kategorien eine Übereinstimmung von 1 und die inhaltlichen Kategorien den Wert .59 auf. Bei der Interpretation der Werte ist zu beachten, dass aus forschungsökonomischen Gründen auf eine ausgiebige Codiererschulung und Pretest verzichtet werden musste. Aus diesem Grund kam es beim hinzugezogenen Codierer zu Unsicher- heiten bei der Erhebung. Darüber hinaus sind die Fallzahlen zumindest auf Arti- kelebene für einen verlässlichen Reliabilitätstest zu niedrig (vgl. ebd., S. 191). Insgesamt lässt sich sagen, dass die durchschnittliche Reliabilität der formalen Kategorien mit dem Wert 1 eine hinreichende Qualität aufweist. Aufgrund der fehlenden Codiererschulung ergibt der Reliabilitätstest für die inhaltlichen Ka- tegorien einen durchschnittlichen Wert von .59, der im Allgemeinen als zu nied- rig bewertet würde (vgl. ebd., S. 192), jedoch den Umständen entsprechend am unteren Ende des Toleranzbereiches eingeordnet werden kann.

Für die verbesserte Codierung der hier verwendeten inhaltlichen Kate- gorien sollte, sofern die Inhaltsanalyse in zukünftigen Studien mit mehreren Codierern erfolgt, selbstverständlich eine Schulung und ein Pretest durchge- führt werden. Dennoch haben die niedrigen Intercoder-Reliabilitätswerte der inhaltlichen Kategorien keine große Bedeutung für die im Kapitel 5 dargestell- ten Ergebnisse und Interpretation, da die komplette Erhebung vom Autor durchgeführt wurde.

4.5 Datenaufbereitung

Bevor mit den vollständigen Datensätzen die statistischen Berechnungen zur Auswertung durchgeführt werden können, muss die Datenbereinigung und -aufbereitung erfolgen.

Die Daten wurden vorab auf Artikel, für die keine zugehörigen Absätze erfasst wurden, überprüft. Dabei kann es sich beispielsweise um Artikel han- deln, die das Aufgreifkriterium aus Bestandteilen der Überschrift und des Tex- tes erfüllen, dann jedoch das Aufgreifkriterium für Absätze nicht aufweisen. Dies war nur bei einem Artikel der Fall, weshalb mit 153 Fällen auf Artikelebene gerechnet werden konnte.

Die Daten der Artikelebene und der Absatzebene wurden mithilfe der für beide Ebenen erhobenen laufenden Artikelnummer als Schlüsselvariable fusio- niert, sodass jedem Absatz auch die Variablenausprägungen des Artikels zuge- ordnet sind. Natürlich dürfen für die auf Artikelebene erfassten inhaltlichen Va- riablen keine Berechnungen mit den aus der Fusion entstandenen 717 Fällen durchgeführt werden.

Außerdem wurden drei Variablen in neue Variablen umcodiert. Die Da- tumsvariable wurde in einer Variable auf das Erscheinungsjahr reduziert und in einer weiteren Variable mit den Ausprägungen von 0 bis 11 als metrisch umco- diert. Für die Berechnungen zur dritten Hypothese wurde eine dichotome Vari- able zum Vorkommen von Politics-Themen erstellt. Auch die Faktizität wurde im Hinblick auf diese Hypothese in einer neuen Variable gruppiert, sodass große und größte Faktizität oder geringe und geringste Faktizität jeweils eine Ausprä- gung darstellten. In einer anderen Variablen wurde die Faktizität mit den gleichen Ausprägungsbedeutungen auf die Werte 0 bis 3 umcodiert, um auch mit dieser auf metrischem Datenniveau arbeiten zu können.

5 Beschreibung und Interpretation der Ergebnisse

Im Erhebungszeitraum wurden insgesamt 154 Beiträge aus den vier überregio- nalen deutschen Tageszeitungen erfasst. Davon stammen 16 aus der FAZ, 22 aus der SZ, 23 aus Die Welt und 93 aus der taz. Bei der Datenbereinigung wurde ein Artikel aus der FAZ ausgeschlossen, weshalb mit 153 Artikeln gerechnet wurde. Mit 61 Absätzen aus der SZ, 63 aus der FAZ, 123 aus Die Welt und 470 aus der taz flossen insgesamt 717 Absätze in die Erfassung. Zunächst werden einige be- schreibende Ausführungen zu den erfassten Daten dargelegt, die zur Beantwor- tung der übergeordneten Forschungsfrage beitragen und als Hintergrundinfor- mationen der darauffolgenden Überprüfung der einzelnen Hypothesen dienen. Zum Schluss werden im Fazit die Ergebnisse zusammenfassend betrachtet.

5.1 Deskriptive Ergebnisse

Wenn man die Gesamtanzahl der Artikel im Zeitverlauf betrachtet (siehe Abbil- dung 1), ist keine deutliche Zu- oder Abnahme zu erkennen. Jedoch sind in den Jahren mit den höchsten Anteilen an erfassten Artikeln auch bedeutende Ereig- nisse für die Entwicklung der PARTEI festzustellen. Im Jahr 2005 wurde mit 29 Artikeln (19%) die größte Anzahl für ein Jahr erfasst. Sowohl die Gründung vie- ler Landesverbände als auch die Wahl in Nordrhein-Westfalen und vor allem die Bundestagswahl prägten dieses Jahr für die PARTEI. Mit der Ausstrahlung des umstrittenen Wahlwerbespots zog sie viel Aufmerksamkeit auf sich. Der Rück- schlag durch die Nichtzulassung zur Bundestagswahl und die Klage beim Bun- desverfassungsgericht kennzeichneten das Jahr 2009, in dem 26 Artikel (17%) analysiert wurden. Das letzte deutliche Hoch zeigt sich mit 28 Artikeln (18%) im Jahr 2014, als die PARTEI die Klage gegen die 3-Prozent-Sperrklausel bei den deutschen EU-Parlamentswahlen gewann und Martin Sonneborn mit dem ange- kündigten Rotationsprinzip in das Parlament einzog. Die deskriptive Betrach- tung der Artikelanzahl für die einzelnen Jahre gibt erste Hinweise zu einer mög- lichen Ereignisorientierung der Berichterstattung und zur Art der Ereignisse, die für die Medien von Bedeutung waren.

Abbildung 1. Gesamtanzahl der Artikel im Zeitverlauf

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Erfassung der Absatzanzahl und die Fallzahl der tatsächlich erfassten Absätze boten an, die Zentralität des Untersuchungsgegenstandes im jeweiligen Artikel zu berechnen. Dafür wurde eine neue Variable erstellt, die jedem Absatz die höchste Absatznummer, die für den dazugehörigen Artikel vorkam, zuord- net. Die Division dieser neuen Variable durch die Variable Absatzanzahl zeigt mit einem metrischen Wert zwischen 0 und 1 die Zentralität der PARTEI im Ar- tikel. Somit ergibt sich ein durchschnittlicher Zentralitätswert von 82.1 Prozent (SD = 0.30). Bei 65.4 Prozent der Artikel beträgt der Wert 1, was bedeutet, dass alle Absätze dieser Artikel erfasst wurden. Mit 81.7 Prozent weist ein Großteil der Artikel eine Zentralität von mindestens 50 Prozent aus. Auch ein Mittel- wertvergleich der Zentralität zwischen den Zeitungen mit einer einfaktoriellen Varianzanalyse (ANOVA) wurde in Erwägung gezogen, jedoch aufgrund der niedrigen Fallzahlen bei der SZ (N = 22), Die Welt (N = 23) und FAZ (N = 15) nicht durchgeführt. Mit einer gruppierten Variable, die die Fälle der taz (N = 93) oder den anderen Zeitungen (N = 60) zuweist, wurde dieses Verfahren gerech- net, sodass geringe signifikante Unterschiede zwischen den Mittelwerten der Zentralität zu erkennen (F(1, 151) = 9.17, p < .05) waren. Einen etwas höheren Mittelwert weisen die Beiträge aus der taz (M = 0.88, SD = 0.26) gegenüber den Beiträgen aus den anderen Zeitungen (M = 0.73, SD = 0.34) auf.

Für die weiteren Berechnungen wird es nicht für nötig erachtet, Artikel, die nicht eine Mindestzentralität aufweisen, auszuschließen, da auch die politische Dimension und Faktizität der Artikel von Interesse sind, in denen der Untersuchungsgegenstand eine eher periphere Rolle einnimmt, was jedoch wie oben beschrieben in vergleichsweise wenigen Fällen vorkommt.

5.2 Hypothese 1: Polity, Policy, Politics

Die erste Forschungshypothese lautet: In der Berichterstattung über die PARTEI wird eine hauptsächliche Auseinandersetzung mit Themen der prozessualen Dimension von Politik (Politics) vermutet.

Es lässt sich schnell feststellen, dass die Hauptthemen der Artikel der Ausprägung "Politische Prozesse“ am häufigsten zugeordnet wurden. Dies trifft bei 142 Fällen zu, was 92.8 Prozent entspricht. Mit 6.5 Prozent der Beiträge wird "Politik- und Gesellschaftsordnung“ am zweithäufigsten als Hauptthema erfasst und nur in einem Fall wurde die Ausprägung "Politikfelder“ codiert. Auf- grund der niedrigen Fallzahl in den letzten beiden Ausprägungen sollten hin- sichtlich eines Zweit- und Drittplatzierten keine Schlussfolgerungen gemacht werden. Einerseits wurden in der SZ (N = 22), FAZ (N = 15) und Die Welt (N = 23) vergleichsweise wenig Artikel erfasst. Andererseits bestand auch bei den Ausprägungen der Polity- und Policy-Themen ein Mangel an Fallzahlen (siehe oben), weshalb weder eine Schlussfolgerung hinsichtlich einer zweit- und dritt- platzierten politischen Dimension gemacht noch auf eine mögliche Unterschied- lichkeit zwischen den Zeitungen geprüft werden sollte.

Mit der klaren Modalkategorie "Politische Prozesse“ kann die erste Hy- pothese als bestätigt betrachtet werden. Insgesamt sind es 92.8 Prozent der Ar- tikel der vier überregionalen Tageszeitungen, die sich im elfeinhalbjährigen Untersuchungszeitraum im Rahmen der Berichterstattung über die PARTEI hauptsächlich mit der prozessualem politischen Dimension auseinandersetzen.

5.3 Hypothese 2: Ereignishaftigkeit der Berichterstattung

Die zweite Forschungshypothese lautet: Es wird eine starke Ereignishaftigkeit in der Berichterstattung (Faktizität) über die PARTEI vermutet.

Die Modalkategorie dieser Variable ist "Geringe Faktizität“ mit 39.9 Pro- zent der 153 Artikel. Somit liegt sie nur knapp über der Ausprägung der großen Faktizität mit 38.6 Prozent. An dritter Stelle beträgt die relative Häufigkeit der größten Faktizität 19 Prozent und die geringste Faktizität wird nur in vier Fäl- len (2.6%) erfasst. Der Mittelwert beträgt 1.74 (SD = 0.79), wobei 0 der gerings- ten und 3 der größten Faktizität entspricht. Mehr als die Hälfte der Beiträge weisen also den großen oder größten Grad an Faktizität auf (57.5%).

Die Hypothese, dass es in der Berichterstattung überwiegend um faktisches Geschehen geht, kann eher angenommen werden, da in mehr als der Hälfte der Beiträge der Anteil beziehungsweise die Bedeutung an Primärereignissen größer ist als an Sekundärereignissen. Dennoch zeigt sich auch die Tendenz, dass die extremen Ausprägungen der Faktizität nur einen geringen Anteil der Berichterstattung ausmachen (21.6%). Das heißt, dass über verbale Äußerungen, Stellungnahmen, Interpretation und über Handlungen, Vorfälle oder Begebenheiten relativ ausgeglichen berichtet wird, wobei eine leicht stärkere Neigung zum faktischen Geschehen festzuhalten ist.

5.4 Hypothese 3: Ereignishaftigkeit und Politics-Themen

Die dritte Forschungshypothese lautet: Zwischen großer Faktizität und PoliticsThemen besteht in der PARTEI-Berichterstattung ein Zusammenhang. Es wird vermutet, dass sie in gleichen Fällen vorkommen.

Um diese Hypothese zu überprüfen wurden Berechnungen mit vier Vari- ablen auf Artikelebene (N = 153) durchgeführt. Hinsichtlich der politischen Di- mension konnte einerseits mit der ursprünglichen nominalen Variable (A) mit drei Ausprägungen und mit einer dichotomen Variable (B), die in Politics- Themen und andere Themen aufgeteilt ist, gerechnet werden. Die Faktizität wurde als metrische (C) von 0 (geringste Faktizität) bis 3 (größte Faktizität) und als dichotome Variable (D), wie anfangs beschrieben, verwendet. Weder zwischen Variable A und C (r(151) = -.04, p = .6) noch zwischen A und D (r(151) = -.04, p = .61) konnte ein signifikanter Zusammenhang erkannt werden. Auch die Berechnungen mit der dichotomisierten Variable B ergaben mit Variable C (r(151) = .00, p = .96) und mit Variable D (r(151) = .02, p = .84) keine signifikan- ten Korrelationen.

Die Hypothese 3, dass in den Zeitungsbeiträgen über die PARTEI ein positiver Zusammenhang zwischen faktischem Geschehen und Politics-Themen besteht, konnte nicht bestätigt werden.

5.5 Hypothese 4: Personalisierung der Berichterstattung

Die vierte Forschungshypothese lautet: Es wird vermutet, dass der Fokus bei der Berichterstattung über die PARTEI bei Einzelpersonen liegt, die als Akteure mit politischen und / oder nicht-politischen Eigenschaften die Partei in der medienöffentlichen Wahrnehmung repräsentieren (Personalisierung).

Der Grad der Personalisierung wurde für 717 Absätze codiert. Es zeigt sich, dass vergleichsweise viele Absätze keine Personalisierung aufweisen (40.7%). Danach kommen 29.1 Prozent der Absätze, in denen eine geringe und 24.5 Prozent, in denen eine mittlere Personalisierung erfasst wurde. Nur bei wenigen Absätzen wurde eine große Personalisierung festgestellt (5.6%). Im Durchschnitt wurde gering personalisiert (M = 0.95, SD = 0.94). Zusätzlich zeigt eine Berechnung der bivariaten Korrelation einen hochsignifikanten, mittleren negativen Zusammenhang mit r(715) = -.21, p < .000 zwischen der taz oder den anderen drei Zeitungen und dem Grad an Personalisierung.

Insgesamt ist festzustellen, dass sich die Hypothese der starken Personalisierung in der PARTEI-Berichterstattung nicht bestätigt, da "Keine Personalisierung“ als Modalkategorie auf die meisten Fälle zutrifft und mehr als zwei Drittel der Fälle eine geringe oder gar keine Personalisierung aufweisen. Weiterhin bietet eine hochsignifikante mittlere negative Korrelation Grund zur Annahme, dass ein Erscheinen in der taz und eine geringe bis keine Personalisierung des Absatzes eines Artikels zusammenhängen.

5.6 Hypothese 5 & 5.1: Vorübergehende Erscheinung

Die fünfte Forschungshypothese lautet: Es wird vermutet, dass die PARTEI als eine vorübergehende Erscheinung charakterisiert wird. Die Unterhypothese knüpft daran an: Es wird vermutet, dass die Charakterisierung der PARTEI als vorübergehende Erscheinung im Zeitverlauf tendenziell abnimmt.

Die Daten zeigen, dass von 717 Artikeln in nur einem eine Charakterisie- rung des Untersuchungsgegenstandes als vorübergehende Erscheinung erfasst wurde. Aufgrund der mangelnden Variabilität der Ausprägungen werden wei- tergehende Betrachtungen im Zeitverlauf hinfällig. Sowohl Hypothese 5 als auch 5.1 lassen sich somit nicht bestätigen.

5.7 Hypothese 6 & 6.1: Unterhaltungswert

Die sechste Hypothese lautet: Es wird vermutet, dass die PARTEI in der Berichterstattung als unterhaltsam charakterisiert wird. Die Unterhypothese knüpft daran an: Es wird vermutet, dass die unterhaltsame Charakterisierung der PARTEI im Zeitverlauf tendenziell abnimmt.

Die Resultate zeigen, dass im überwiegenden Großteil der 717 Absätze die PARTEI nicht explizit als unterhaltsam charakterisiert wird (89.8%). Nur in 73 Absätzen (10.2%) ist solch eine unterhaltsame Darstellung festzustellen. Auch die bivariate Korrelationsberechnung zwischen dem Zeitverlauf und dem Vorkommen einer unterhaltsamen Charakterisierung zeigt mit r(715) = .03, p = .42, dass zwischen den Variablen kein Zusammenhang besteht. Mithilfe einer einfaktoriellen Varianzanalyse und Post-hoc-Tests sollen dennoch die Unter- schiede zwischen den einzelnen Jahren auf Signifikanz geprüft werden. Der Levene-Test fällt mit p < .000 hochsignifikant aus, weshalb die Varianzgleichheit ausgeschlossen werden kann. Demnach sind die Ergebnisse der Varianzanalyse unter Vorbehalt zu interpretieren. Da die Varianzanalyse mit F(11, 705) = 2.07, p < .05 ausfällt, scheinen hier signifikante Unterschiede zwischen Jahres- Gruppen hinsichtlich der Variable der unterhaltsamen Charakterisierung zu bestehen. Für die einzelne Betrachtung der aufeinander folgenden Jahre, da vor dem Hintergrund der Forschungshypothese nur diese als sinnvoll erachtet wird, bietet sich aufgrund der nicht angenommenen Varianzhomogenität der Post- hoc-Test Tamhane-T2 an. Die Resultate des Post-hoc-Tests lassen erkennen, dass nur zwischen den Jahren 2012 und 2013 mit p < .01 ein signifikanter Un- terschied der Anzahl an Absätze, in denen der Untersuchungsgegenstand als unterhaltsam dargestellt wird, existiert (siehe Anhang B, Tabelle 2). Dieser Gruppen-Unterschied kommt jedoch nur einmal vor und kann deshalb die Überprüfung der Hypothese nicht beeinflussen. Darüber hinaus sollte berück- sichtigt werden, dass die Anzahl der Ausprägung, dass eine Charakterisierung vorkommt, in den einzelnen Jahren zu niedrig ist.

Wie auch bei der vierten Hypothese zur Personalisierung (siehe Kapitel 5.5) deutet eine weiterführende Berechnung der bivariaten Korrelation zwischen der Variable zur unterhaltsamen Charakterisierung und der gruppierten Zeitungsvariable (taz oder andere Zeitung) auf einen hochsignifikanten schwachen negativen Zusammenhang (r(715) = -.16, p < .000) hin.

Schließlich können auch Hypothese 6 und Hypothese 6.1 nicht bestätigt werden. Der Anteil der Absätze, die eine unterhaltsame Charakterisierung auf- weisen, ist sehr gering. Im Zeitverlauf ist kein nennenswerter Zusammenhang herausgefunden worden. Auch die nähere Betrachtung, ob Unterschiede hin- sichtlich des inhaltlichen Merkmals zwischen einzelnen aufeinanderfolgenden Jahren signifikant sind, lässt keine erwähnenswerten Resultate erkennen.

5.8 Fazit

Die Forschungshypothesen wurden mit dem Ziel aufgestellt, auf Basis der er- fassten Beiträge die Darstellung der PARTEI in den deutschen überregionalen Zeitungen zu beschreiben. An diesem Punkt der Arbeit soll nochmal zusammen- fassend festgehalten werden, welche der Thesen als bestätigt und nicht bestä- tigt gelten.

Die Zuordnung des Hauptthemas in eine der politischen Dimensionen zeigt, dass in der Berichterstattung über die PARTEI zu einem Großteil Themen der prozessualen Dimension (Politics) wie beispielsweise Parteien oder Wahlen thematisiert werden. Als Nächstes wurde von einer stark ereignishaften, fakti- schen Berichterstattung über die PARTEI ausgegangen. Auch diese These hat sich mit leichten Abstrichen bestätigt, da ein höherer relativer Anteil an Artikeln eine große Faktizität aufweist. Dennoch nehmen auch verbale Äußerungen, Stel- lungnahmen und Interpretationen einen erwähnenswerten Teil eines Artikels ein und sind deshalb nicht zu unterschätzen. Auf den ersten beiden Hypothesen aufbauend wurde ein Zusammenhang zwischen Politics-Themen und großer Faktizität vermutet. Dieser konnte jedoch nicht bewiesen werden. Auch der in der vierten Hypothese angenommene hohe Grad an Personalisierung in der Be- richterstattung über die PARTEI wurde nicht bestätigt, da fast die Hälfte der Absätze keine Personalisierung kennzeichnete und sie gemeinsam mit gering personalisierten Absätzen mehr als zwei Drittel der Fallzahl ausmachen. Die Vermutung, dass die PARTEI als eine nicht-etablierte Kleinpartei häufig als vo- rübergehende Erscheinung charakterisiert wird, konnte nicht bestätigt werden. Aufgrund der einmalig vorkommenden Erfassung einer solchen Charakterisie- rung, konnte auch das Abnehmen dieser Darstellung im Zeitverlauf nicht bewie- sen werden. Abschließend wurden die Thesen überprüft, dass der Untersu- chungsgegenstand in den Presseartikeln als unterhaltsam charakterisiert wird, diese Charakterisierung jedoch im Zeitverlauf seltener vorkommt. Die erwartete unterhaltsame Darstellung wurde in nur wenigen Fällen erfasst. Eine erkennba- re lineare Abnahme konnte nicht erkannt werden. Demnach wurden auch Hypo- these 6 und 6.1 nicht bestätigt.

Die hier dargelegte Beschreibung der Ergebnisse bietet nun die Möglich- keit, die Resultate der Studie unter verschiedenen Gesichtspunkten zu diskutie- ren.

6 Diskussion

Im abschließenden Kapitel dieser Arbeit werden die Ergebnisse vor dem Hintergrund des bisherigen Forschungsstandes eingeordnet und diskutiert. Der gesamte Prozess dieser Forschung wird reflektiert, um mit der konstruktiven Kritik anschließend Vorschläge für zukünftige Forschungsprojekte zu bieten. Zuletzt soll diese Arbeit auch als Basis für einen Ausblick auf die Entwicklung dieses wissenschaftlichen Bereichs und der PARTEI dienen.

6.1 Ergebnisse vor dem Hintergrund der bisherigen Forschung

Vor dem Hintergrund der bisherigen Forschung zur Berichterstattung über Parteien war das Ziel dieser Arbeit, auch nicht-etablierte Kleinparteien in diesen Forschungsbereich zu integrieren. Sie sind wichtige Indikatoren für die Stabilität, Innovationskraft und Attraktivität des deutschen Parteiensystems (vgl. Sonntag-Wolgast, 2013). Am Beispiel der Pressebeiträge über die PARTEI wurde die Berichterstattung über einen Sonderfall der deutschen Kleinparteien untersucht, da dieser sich die Satire bei der Einflussnahme auf die politische Meinungs- und Willensbildung zunutze macht.

Die Überprüfung der politischen Dimensionen, denen die Hauptthemen der PARTEI-Berichterstattung zugeordnet wurden, lässt auf Befunde schließen, die auch der jetzige Forschungsstand so widerspiegelt. Wie in Kapitel 3.1 darge- legt kommt auch Witte hinsichtlich der Kommentierung der Grünen zum glei- chen Ergebnis, dass der überwiegende Anteil von Politics-Themen eingenom- men wird (vgl. 2012, S. 35). Die Dominanz dieser Art von Themen stellen Kno- che und Lindgens zu den Grünen schon 1990 fest (vgl. S. 586-589). Auch Hansen et al. bestätigen diesen Befund für die Kommentierung der Linkspartei (vgl. 2010, S. 374-375). Dass Aspekte wie Wahlkampf, Parteien und Kandidaten für Kleinparteien, aber insbesondere auch Oppositionsparteien von hoher Bedeu- tung sind, findet Jandura heraus (vgl. 2007, S. 181).

Nach wie vor werden Themen der Politics-Dimension am häufigsten auf- gegriffen, was wahrscheinlich mit dem Abstraktionsgrad der Aspekte der unter- schiedlichen Dimensionen zusammenhängt. Themen, die die Regierung, Opposi- tion, Wahlen, Parteien und das politische Handeln betreffen, können als wesent- lich greifbarer betrachtet werden als Themen bezüglich abstrakter Normenge- füge, politischer Struktur und Ordnung (Polity) oder aber als sachpolitische Themen (Policy), deren Komplexität ein fachspezifisches Wissen voraussetzt.

Mit der Messung der Faktizität sollte überprüft werden, ob die Berichter- stattung über die PARTEI, die mit einer Vielzahl an beobachtbaren Aktionen auf sich aufmerksam macht, einen großen Anteil an faktischem Geschehen aufweist. Vor dem Hintergrund der Untersuchung zur Kommentierung der Linkspartei, in der eine starke Ereignisorientierung erkannt wurde (siehe Kapitel 3.2.1), kann auch hier beobachtet werden, dass vor allem faktische Ereignisse in den Arti- keln über die PARTEI genannt werden (vgl. Hansen et al., 2010, S. 374). Die PARTEI befindet sich nicht in einer Etablierungsphase auf der Ebene der Grünen in den 1980er Jahren. Dennoch werden Charakteristika der zweiten Phase nach Knoche und Lindgens wie die Neuartigkeit des Phänomens und die Ereignishaf- tigkeit der Berichterstattung auch in dieser Studie erkannt (vgl. Knoche & Lindgens, 1993, S. 762-764).

Die Rolle der Ereignishaftigkeit in der Berichterstattung einer eher als Randphänomen einzustufenden Partei lässt sich zum Teil mit der evolutions- theoretischen Begründung nach Eilders erklären, die den Taten einen hohen Stellenwert zuspricht (vgl. 1997, S. 104). Dennoch zeigt das hiesige Ergebnis auch, dass die PARTEI in Äußerungen, Stellungnahmen und Interpretationen nicht unbedeutend selten thematisiert wird. Mögliche Gründe dafür sind die indirekte Kritik und der Angriff auf das bestehende System. Diese Ebene hinter den faktischen Ereignissen, an denen die PARTEI häufig beteiligt ist, äußert sich in einer nicht selten vorkommenden niedrigen Faktizität der Berichterstattung.

Trotz des theoretisch plausiblen Zusammenhangs zwischen der Faktizität und der Ausprägung der Politics-Themen kann hier kein Zusammenhang bewiesen werden.

Die größtenteils nicht vorkommende oder geringe Personalisierung in der Berichterstattung über den Untersuchungsgegenstand geht mit dem allge- meinen Trend der Personalisierung nicht einher (siehe Kapitel 3.2.2). Tatsäch- lich könnte davon ausgegangen werden, dass nach Kranenpohl die geringe Mit- gliederzahl von Kleinparteien wie der PARTEI in diesem Fall weniger Personali- sierung in der Berichterstattung erkennen lässt (vgl. 1999, S. 44). Wenn man tatsächlich davon ausgehen würde, dass die PARTEI eher daran interessiert ist, ihre Kritik zu äußern und an ein großes Publikum zu tragen, dann steht sie in keinem so großen Wettbewerb um die Wählergunst wie die etablierten Parteien (vgl. Schulz, 1997, S. 186-187). Deshalb könnte Personalisierung eventuell auch keine große Bedeutung für die Berichterstattung über die PARTEI haben.

Die Vermutung der Charakterisierung der PARTEI als vorübergehende Erscheinung basierte auf Erkenntnisse zu den Grünen, die auch in einer ihrer Etablierungsprozessphasen von Medien als vorübergehende Erscheinung dar- gestellt wurden. Dies bestätigten sowohl Roemheld anlässlich der Bundestags- wahl als auch Knoche und Lindgens in den erarbeiteten sechs Phasen zur Be- richterstattung über die Grünen (vgl. 1983, S. 203-204; 1993, S. 762-764). Die Charakterisierung bestätigte sich nicht am Untersuchungsgegenstand der vor- liegenden Studie. Einerseits könnte dies damit zusammenhängen, dass keine Erwartungen gegenüber der PARTEI als ein an der Peripherie des politischen Systems agierender Akteur hinsichtlich seiner politischen Existenz bestehen. Andererseits kann es mit einer unzureichenden Operationalisierung der Cha- rakterisierung zu tun haben (siehe Kapitel 6.2).

Genau wie bei der Personalisierung spiegelt sich auch der Trend zur Entertainisierung der Politik in der Medienberichterstattung nicht in den Er- gebnissen dieser Studie wieder. Ein äußerst geringer Anteil der Absätze weist eine explizite Charakterisierung der PARTEI als unterhaltsam auf. Ein klares Abnehmen dieser schon niedrigen Anzahl an Charakterisierung im Zeitverlauf ist nicht zu erkennen. Möglicherweise ist dieses Ergebnis mit einer doch relativ sachlichen Umgangsweise der Journalisten mit diesem politsatirischen Thema zu erklären, wie es aus politikwissenschaftlicher Perspektive gewünscht ist (vgl. Neu, 2013b, S. 360). Die Satire wird als solche zwar wiedergegeben, sie kann den Rezipienten auch unterhalten, wird jedoch in der Berichterstattung über die PARTEI kaum noch zusätzlich als unterhaltsam dargestellt. Einige Kritikpunkte zur Messung dieser Charakterisierung folgen im nächsten Kapitel.

Wie wird die PARTEI seit ihrer Gründung in den deutschen Quali- tätszeitungen dargestellt und charakterisiert? Der Umfang der Berichter- stattung verdeutlicht, dass die PARTEI in den deutschen Qualitätszeitungen eher als Randphänomen der politischen Landschaft stattfindet. Wie aus der bis- herigen Forschung zur Politik- und Parteienberichterstattung bekannt, wird auch hier die Dominanz der Politics-Themen in Verbindung mit der PARTEI be- stätigt. Die Beiträge weisen eine gemäßigt hohe Ereignishaftigkeit auf. Gleichzei- tig nimmt die Personalisierung in den journalistischen Texten eine sehr geringe Stellung ein. In der Berichterstattung ist keine wesentliche Charakterisierung der PARTEI als unterhaltsam oder als vorübergehende Erscheinung zu erken- nen.

6.2 Kritische Reflexion des Forschungsprozesses

Der Forschungsprozess zu einem noch kaum untersuchten Gegenstand der Politik zeigt im Rahmen dieser Arbeit auch einige Schwierigkeiten auf. Hierbei näherte man sich einem Thema an der Schnittstelle zwischen Politikwissenschaften und Medien- und Kommunikationswissenschaften mit vereinzelten Aspekten der Literaturwissenschaft.

Bei der Operationalisierung der als relevant angesehenen Untersu- chungsdimensionen konnte bei der Erfassung des Hauptthemas, der Faktizität und Personalisierung auf bestehende Instrumente der Forschung zurückgegrif- fen werden. Die Operationalisierung der Charakterisierungen, die für eine sati- rische Partei in der Medienberichterstattung angenommen werden konnten, weisen einige kritische Punkte auf. Mit der Kategorie der vorübergehenden Er- scheinung konnten nur explizite Äußerungen erfasst werden, die sich auf die Dauer der Existenz der PARTEI bezogen. Da es im Einzelfall doch als eher un- wahrscheinlich angesehen werden kann, dass ein Journalist einer Partei ein En- de vorhersagt, sollten eventuell eher Aussagen zur Stabilität der politischen Vereinigung und zur Regierungsfähigkeit analysiert werden. Von diesen könnte dann geschlussfolgert werden, ob die PARTEI eher ein kurzes Phänomen ist, zeitweiliges oder dauerhaftes Potenzial zum Bestehen im deutschen politischen System hat. Vor allem aber die zweite Kategorie der Charakterisierung, mit der erfasst werden sollte, ob der Autor des Beitrags die PARTEI, ihre Mitglieder oder ihr Handeln und Wirken explizit als unterhaltsam darstellt, erwies sich bei der Erhebung teilweise als problematisch. Bei einem Thema, das die Satire be- trifft, bietet es sich auch für die Journalisten an, in den Texten auf sprachliche Mittel zurückzugreifen, die die Satiriker selbst nutzen. So kann es vorkommen, dass der Unterhaltungseffekt beim Rezipienten durch die Darstellung des Au- tors verstärkt wird, diese Darstellung jedoch aufgrund der mangelnden Explizi- theit, die sie kennzeichnet, inhaltsanalytisch schwierig zu erfassen ist.

Als kleinerer Kritikpunkt ist der unterschiedliche Aufbau der Datenban- ken, aus denen das Untersuchungsmaterial bezogen wurde, anzuführen. Die drei Datenbanken unterschieden sich in der Verwendbarkeit von Suchbefehlen und den Filteroptionen. Dies führte zu einem Suchbegriff, der viele Wörter umfasste und dementsprechend viele zutreffende Beiträge fand, die nicht das Aufgreifkri- terium der Inhaltsanalyse erfüllten (siehe Kapitel 4.3.2). Auch die verschiede- nen Formatierungen der Artikel mussten bei der Definition der zweiten Analy- seeinheit berücksichtigt werden. Einen Spezialfall stellten Interviews dar, da sie sich durch viele Absätze kennzeichnen und somit entsprechend kurze, weniger aussagekräftige Textelemente in hoher Zahl in die 717 erfassten Absätze fielen.

Insgesamt hat die geringe Fallzahl der Artikel und einzelner Ausprägungen für Einschränkungen bei der statistischen Datenauswertung gesorgt. Da es sich hierbei schon um eine Vollerhebung der Beiträge deutscher überregionaler Tageszeitungen seit der Gründung der PARTEI handelte, könnte in Zukunft mit einer größeren Auswahl von Zeitungen gearbeitet werden. Auch das Miteinbeziehen anderer Mediengattungen für einen Vergleich der Darstellung der PARTEI zwischen diesen ist denkbar.

6.3 Ausblick

Für die Forschung zur Politik- und Parteienberichterstattung erschließt die vor- liegende Arbeit einen neuen Untersuchungsgegenstand. Am Beispiel der PARTEI wurde zum ersten Mal die mediale Darstellung nicht-etablierter Kleinparteien, die bisher nur aus politologischen Gesichtspunkten beleuchtet wurden, unter- sucht. Die Satirepartei stellt zusätzlich eine Sonderform dar, die in unterschiedlichen Ausprägungsgraden immer häufiger als relevantes Phänomen in den heutigen politischen Systemen auftritt.

Für die Forschung in diesem Feld ist es weiterhin relevant, solche peri- pheren Parteien zu erfassen, da sie ein bedeutender Ausdruck politischen Wil- lens von gesellschaftlichen Gruppen darstellen. Zukünftige Studien könnten mithilfe eines konkreten Themenkatalogs beispielsweise untersuchen, in wel- chen Zusammenhängen die Kritik solcher Satireparteien geäußert wird, um so von der etablierten Politik vernachlässigte Themenbereiche zu identifizieren. Der Einfluss von redaktionellen Linien unterschiedlicher Medien kann auch bei der Berichterstattung über eine Satirepartei wie die PARTEI, deren Einordnung im politischen Links-Rechts-Spektrum sehr schwierig ist, eine Rolle spielen. Die Identifikation der journalistischen Wertungen solcher Phänomene gilt es in Nachfolgestudien zu untersuchen.

Ferner könnte die medien- und kommunikationswissenschaftliche Forschung zu Satireparteien neue Handlungsrahmen für Formate der Unterhaltungsbranche eröffnen. Eine starke Medienresonanz solcher Phänomene wäre ein positives Zeichen für die Öffentlichkeitswirksamkeit dieser. Eine größere Einbindung einer Satirepartei in das Unterhaltungsprogramm eines Mediums (z. B. "Sonneborn rettet die EU“ auf Spiegel TV) wäre vor dem Hintergrund der zunehmenden Popularität satirischer Formate denkbar.

Am Beispiel der Berichterstattung über die PARTEI lässt sich sehen, wie ein durch die Satire bedingt systemfremdes Phänomen Teil der politischen Par- teienlandschaft ist. Sie ist trotz ihrer fehlenden Etablierung ein politisch und medial anerkannter Akteur, der als dauerhaftes und beständiges Randphäno- men in der Gesellschaft ereignisorientiert stattfindet und eine wichtige Funkti- on der Kritik und der politischen Meinungs- und Willensbildung erfüllt. Auf Ba- sis der Ergebnisse der Studie lässt sich annehmen, dass die PARTEI den Rezipi- enten nicht verzerrter dargestellt wird als andere Parteien. Eine Minorisierung oder Infragestellung der Ernsthaftigkeit ist nicht zu erkennen. Die Akteure der PARTEI scheinen nicht als Einzelpersonen im Fokus der Berichterstattung zu stehen. Auch hier sind die Aspekte der politischen Prozesse Hauptgegenstand der Berichterstattung, wobei faktisches Geschehen etwas bedeutender er- scheint.

Sowohl anhand des Umfangs der Berichterstattung als auch an ihren po- litischen Erfolgen lässt sich die PARTEI vorerst als Randerscheinung der politi- schen Landschaft in Deutschland einordnen. Nichtsdestotrotz nimmt sie ihre stetige Position in der öffentlichen Kommunikation ein. Wie kein anderes Bei- spiel aus der Geschichte und Gegenwart der satirischen Parteien beweist sie nun schon mehr als zehn Jahre immer wieder ihre Fähigkeit, in der Politik zu bestehen, ohne den kritisch persiflierenden Impetus zu verlieren. Auf gelungene Art und Weise integriert sie Komponenten der Satire wie Komik, Polemik und Spott in die Politik und bewahrt dennoch das offizielle Bild einer politischen Kleinpartei. Sie untergräbt nicht ihren Anschein, ernsthaft politisch handeln zu wollen, muss jedoch mit langsam wachsendem politischem Erfolg durch Wäh- lerstimmen den Gebrauch des parlamentarischen Mandats in ihrem Sinne erler- nen und so das zentrale Problem politischer Realsatire lösen - ohne ihren satiri- schen PARTEI-Charakter abzulegen.

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Zolleis, U., Prokopf, S. & Strauch, F. (2010). Die Piratenpartei. Hype oder Heraus- forderung für die deutsche Parteienlandschaft? (Aktuelle Analysen). München: Hanns-Seidel-Stiftung.

Anhang

A) Codebuch

Vorauswahl der Untersuchungseinheiten

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung und Charakterisierung der PARTEI in deutschen Qualitätszeitungen von 2004 bis 2015. Somit stellt die PARTEI den Untersuchungsgegenstand dieser Studie dar. Alle Artikel der Zei- tungen Frankfurter Allegmeine Zeitung (FAZ), Süddeutsche Zeitung (SZ), die ta- geszeitung (taz) und Die Welt im Zeitraum vom 2. August 2004 bis zum 18. De- zember 2015, die sich inhaltlich auf die PARTEI beziehen, bilden die Grundge- samtheit.

Die Zusammenstellung der zu untersuchenden Beiträge erfolgte mithilfe der Online-Datenbanken WISO10 für Die Welt und taz, SZ LibraryNet11 für SZ und F.A.Z.-BiblioNet12 für FAZ. Um die relevanten Artikel zusammenzustellen, musste für die digitale Suche der Datenbanken ein Suchbegriff und der oben genannte Untersuchungszeitraum eingegeben werden. Alle journalistischen Darstellungs- formen wurden miteinbezogen. Von der Suche wurden Magazine und Sonder- beilagen ausgeschlossen. Die Vorauswahl der potenziell relevanten Beiträge erfolgte mit folgendem Suchbegriff:

partei UND sonneborn ODER satire UND sonneborn ODER spaßpartei ODER "spaß-partei" ODER "satire-partei" ODER satirepartei

Die Suche ergab 61 Artikel aus der FAZ, 81 Artikel aus Die Welt, 67 Artikel aus der SZ und 197 Artikel aus der taz.

Aufgreifkriterium

Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass auch Artikel ohne inhaltlichen Be- zug zum Untersuchungsgegenstand unter den Suchergebnissen sind, wird ein endgültiges Aufgreifkriterium für den Codierer definiert. Beiträge, die im Titel, Untertitel oder den ersten fünf Zeilen des Artikeltextes den Parteinamen "Die PARTEI“, "PARTEI“ oder "Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförde- rung und basisdemokratische Initiative“ enthalten, werden inhaltsanalytisch erfasst. Wichtig für das Aufgreifkriterium ist die Majuskelschrift des Kurzna- mens (PARTEI), welcher ein Akronym des vollständigen Namens darstellt. In Sonderfällen kann die Schreibweise des Wortes "Partei“ in Majuskeln (z. B. in Titeln) auch auf andere Parteien abzielen. Dann muss aus dem Kontext er- schlossen werden, ob es sich um die hier untersuchte Partei handelt. Da bei der umfassenden Sichtung der Vorauswahl der Untersuchungseinheiten festgestellt wurde, dass sich manche Zeitungen nicht an die Majuskelschreibung des Na- mens halten, wird das Aufgreifkriterium um folgenden Teil erweitert: Zusätzlich werden alle Beiträge erfasst, die im Titel, Untertitel oder den ersten fünf Zeilen des Artikeltextes den Begriff "Partei“ und "Spaßpartei“, "Spaß-Partei“, "Satire- partei“, "Satire-Partei“ (alle vier Begriffe auch in der Pluralform) oder einen der folgenden 29 Namen enthalten: Martin Sonneborn, Titanic, Peter Mendelsohn, Thomas Hintner, Martina Werner, Martin Keller, Norbert Gravius, Leo Fischer, Rocko Schamoni, Oliver Maria Schmitt, Heinz Strunk, Mark Benecke, Maxim Drüner, Nico Seyfrid, Andrea Schagalkowitsch, Riza A. Cörtlen, Lars Krause, Marco Manfredini, Alexander Gruppe, Christian Scheeff, Björn Wieland, Tobias Speckin, Deniz Y. Dix, Alex Senzig, Steffen Retzlaff, Martin Bochmann, Bastian Langbehn, Eggs Gildo, Michele Scholtz. Dies trifft nicht zu, wenn der Begriff "Par- tei“ in einem anderen Parteinamen (z. B. Sozialdemokratische Partei Deutsch- lands) oder in festen Ausdrücken (z. B. Partei ergreifen) enthalten ist.

Vorgehen bei der Codierung

Das Material liegt in ausgedruckter Form auf Papier vor. Für die beiden Analyseeinheiten gibt es jeweils eine Eingabemaske von SPSS, in die direkt codiert werden kann. Die Erfassung der einzelnen Analyseebenen erfolgt analog zu deren Reihenfolge im Codebuch. Zunächst wird der einzelne Artikel identifiziert und codiert. Dann werden die Absätze, die das Aufgreifkriterium der zweiten Analyseebene erfüllen, bestimmt und codiert. Für jeden Artikel und für jeden Absatz wird ein neuer Fall bei SPSS angelegt. Auf Artikelebene werden sechs Kategorien und auf Absatzebene fünf Kategorien erfasst.

Analyseeinheit 1: Artikel

Der Artikel einer Zeitung ist in der Regel auf einem Dokumentausdruck vorzu- finden. Ein Artikel ist eine geschlossene Einheit und formal von anderen Arti- keln abzugrenzen. Sofern der Artikel mehrere Seiten umfasst, ist die Zusam- mengehörigkeit der Ausdrucke durch Seitenzahlen oder Heftklammern zu er- kennen. Textelemente der Datenbank wie zum Beispiel die Dokumentnummer, Hinweise zu Vervielfältigungs- und Nutzungsrechten oder die dauerhafte Inter- netadresse des jeweiligen Dokuments aber auch Bildunterschriften und Bild- quellen, können im Dokument enthalten sein, werden jedoch nicht erfasst.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten13

Analyseeinheit 2: Absatz

Ein Absatz ist ein aus einem oder mehreren Sätzen bestehender Abschnitt eines fortlaufenden Textes. Formal wird er als Zeilenumbruch, d. h. als Neubeginn des Fließtextes in einer neuen Zeile dargestellt. Sofern der Zeilenumbruch aufgrund der Länge eines Wortes, das nicht mehr in die Zeile passt, gemacht wurde, han- delt es sich nicht um das Ende des Absatzes. Überschriften selbst zählen nicht als Absatz.

Auf Absatzebene werden nur diejenigen Absätze eines Artikels codiert, die

(a) im gesamten Absatz die oben als Aufgreifkriterium genannten Stichwörter(-Kombinationen) enthalten und / oder
(b) sich trotz fehlender Erfüllung von Kriterium (a) thematisch explizit auf die PARTEI beziehen. Zur besseren Einordnung kann der gesamte Artikel als Kontexteinheit herangezogen werden.

Bei Interviews kann die Kennzeichnung der Fragen / Antworten mit durch ei- nen Zeilenumbruch getrennt stehenden Namen / Positionen / Ämtern der Be- teiligten erfolgen (z. B. Interviewer:ǥ, Martin Sonneborn:ǥ, Generalsekretär:ǥ). In diesem Fall können diese Kennzeichnungen als eine Art Überschrift angese- hen werden und gelten deshalb nicht als Absatz oder Teil eines Absatzes.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1. Polity, Policy, Politics

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: vgl. Leimgruber, o. J.

B) Zusätzliche Tabellen

Tabelle 2. Intercoder-Reliabilität

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3. Unterschiede zwischen den aufeinander folgenden Jahren in Bezug auf die Anzahl der unterhaltsamen Charakterisierungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tamhane-T2-Test (Post-hoc)

aV: Charakterisierung als unterhaltsam N = 717

[...]


1 Deutschlands auflagenstärkste Satirezeitschrift vor der Titanic (vgl. manager-magazin.de, o. J., zit. nach Brandt, 2015)

2 Die PARTEI bezieht sich auf die Diktatur des Nationalsozialismus (1933-1945) und die EinParteien-Herrschaft in der Deutschen Demokratischen Republik (1949-1990).

3 Den Autoren nach ist der Bedeutungsgehalt des Konzepts "Amerikanisierung“ im Einzelnen umstritten, jedoch sei die "ausufernde Personalisierung politischer Kommunikation“ als zentra- les Merkmal der Amerikanisierung weithin unbestritten (Marcinkowski & Greger, 2000, S. 179). Aus diesem Grund wird in dieser Arbeit auch nicht näher auf das Konzept der Amerikanisierung eingegangen.

4 Die FEVAC GmbH ist treuhänderisch für die Linkspartei mit 50 Prozent des Nominalkapitals an der Neues Deutschland Druckerei und Verlag GmbH beteiligt (Die Linke, 2014, S. 22)

5 SZ, Die Welt und FAZ waren 2009 bis 2013 unter den zehn und 2015 unter den sieben meistzitierten nationalen und internationalen Medien in Deutschland (vgl. PMG Presse-Monitor, 2014; Media Tenor, o. J., zit. nach Statista, o. J.)

6 Die Datenbanken sind unter den folgenden Internetadressen zu finden: https://www.wiso-net.de/login?target Url=%2Fdosearch http://librarynet.szarchiv.de/Portal/restricted/Start.act http://faz-archiv-approved.faz.net/intranet/biblionet/r_suche/FAZ.ein

7 Dies trifft nicht zu, wenn "Partei“ in einem anderen Parteinamen (z. B. Sozialdemokratische Partei Deutschlands) oder in festen Ausdrücken (z. B. Partei ergreifen) enthalten ist.

8 Das Erfassen der Artikelnummer auf dieser Ebene dient bei der Datenauswertung der gegenseitigen Zuordnung der Artikel und Absätze.

9 Der hier verwendete Reliabilitätskoeffizient ist das Überschneidungsmaß nach Holsti (vgl. Rössler, 2005, S. 190).

10 Verfügbar unter www.wiso-net.de

11 Verfügbar unter http://librarynet.szarchiv.de

12 Verfügbar unter http://faz-archiv-approved.faz.net/intranet/biblionet/

13 Quellen: vgl. Alemann, o. J.; Leimgruber, o. J.; Schubert & Klein, 2011, zit. nach Bundeszentrale für politische Bildung, o. J.

Details

Seiten
92
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668257825
ISBN (Buch)
9783668257832
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v336151
Institution / Hochschule
Hochschule für Musik und Theater Hannover – Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung
Note
1,8
Schlagworte
Partei Berichterstattung Qualitätszeitung Politischer Journalismus Martin Sonneborn Satirepartei Kleinpartei Spaßpartei Inhaltsanalyse

Autor

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Titel: Eine inhaltsanalytische Untersuchung der Berichterstattung über die PARTEI in deutschen Qualitätszeitungen von 2004 bis 2015