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Die neue Rolle der Frau in der Gesellschaft; in den Augen von ausgewählten Philosophinen und Schriftstellerinnen

Hausarbeit 2004 25 Seiten

Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter

Leseprobe

Gliederung:

1.Einleitung

2.Braucht man noch Frauenbewegung?
2.1.Brauchen die Frauen für sich überhaupt eine neue Rolle zu finden?

3.Die Wege zur neuen Zukunft
3.1.Die Stärke der Mutterschaft
3.2.Feminismus der Starke (Power feminism): Frauen wollen Macht
3.3.Revolution

4.Die Probleme der Feminismus

5.Zusammenfassung – summary

6.Literaturverzeichniss

7.Tabellen

1. Einleitung

Während in der zweiten Hälfte der 60er Jahre ist der Feminismus in den USA entstanden, schenkte man noch dieser Bewegung zu der Zeit noch keine Beachtung. Die Massenmedien - die Television und Zeitschriften - haben sich entschieden, den Feminismus als eine neue Mode zu behandeln, als eine Welle der Egoismus, die bald vergehen und vergessen wird.

Erst nach einigen Jahren, als der Feminismus noch nicht von der Bildfläche verschwinden möchte, würde er ernster genommen. Er würde um so ernster genommen, desto mehr kategorischen Stimmen, d.h. ähnliche Bewegungen aus Europa kämen. Doch würde schon bald die feministische Bewegung wieder als beendet erklärt, besonders in den konservatischen Jahren der Präsidentour von Ronald Reagan, als man der Eintritt von der Post-feministischen Ära bekannt machen hätte[1]. Der Feminismus jedoch ging nicht verloren.

Seit der Periode den ersten Sufragisten, wurde es viel in den Sozial- und Rechtsystemen, sowie in den politischen Strukturen vieler Länder geändert. Die Frauen geniessen von dem Zeitpunkt an die Rechte und Privilegien, von denen ihre Großmütter noch nicht einmal geträumt hatten. Zahlreiche Türen des politischen und sozialen Lebens, die früher für die Frauen verschlossen waren, stehen ihnen zumindest theoretisch offen.

Doch trotzdem gibt es noch sehr viel für die Feministinnen und für die Frauen im Allgemeinen, zu tun, um wirklich über die volle Gleichberechtigung mit Männern sprechen zu können.

2. Braucht man noch Frauenbewegung?

Viele Männer und viele Frauen sind davon überzeugt, dass die Zeit des Feminismus schon längst vorbei ist. Die Frauen haben doch keine besonderen Probleme, sie bekommen dieselbe Bildung, studieren, dürfen in Männerberufen einsteigen, in die Politik gehen. Die neueste Technik kann fast jede Tätigkeit leichter und schneller machen, die Empfängnisverhütende Mittel sind überall erhältlich, die Medizin, die Strukturen der Gesellschaft würden alles tun, nur, um den Frauen ihr Leben zu erleichtern... Wozu braucht man also noch den Feminismus?

Die Situation heutzutage scheint nur so „frauenfreundlich“ zu sein. Untersuchungen zeigen deutlich, dass obwohl die Frauen in die Männerberufe einsteigen dürfen, ihre Arbeit mit etwa 30% bei derselben Arbeitsleistung weniger bezahlt würde, als die ihrer männlichen Artgenossen[2]. Auch der Anteil der Frauen in den öffentlichen Strukturen wäre sehr begrenzt. Hier gelte die gleichbleibende Regel: Je höher auf der Prestige-Leiter, desto weniger Frauen. Oft spricht man über die sogenannte „Gläserne Decke”[3],[4],[5]. Die Bildungsmöglichkeiten sind für die beide Geschlechter stets in vielen Ländern noch nicht dieselben - und wenn sie vergleichbar sind, wird meist auf Frauen ein sehr hoher Druck ausgeübt, sodass sie schließlich traditionelle Lebenswege wählen. Das traditionelle Modell der Familie, in dem der Mann arbeitet, verdient und die Frau zu Hause bleibt, ist noch in vielen Ländern allgemein gültig und akzeptiert. Obwohl in einigen Ländern wandelt sich dieses Muster langsam, immer mehr Frauen sind zwar berufstätig, haben aber gleichzeitig noch einen zweiten Arbeitsplatz: Die Kinder und den Haushalt.

Immer noch eignet sich die Frau selbstverständlich am besten zur Erziehung und zur Pflege der Kinder. Die Kontrolle über die Gebärfähigkeit - das Recht zur Entscheidung über ihren eigenen Körper – wäre in vielen Ländern noch nicht möglich, denn es mangelt an der richtigen sexuellen Edukation. Empfängnisverhütende Mittel wären meist noch verpönt, sodass eine Abtreibung als entgültige Methode der Befreiung von einer Schwangerschaft als rechtswidrig gälte und auf diese weise noch erschwert würde[6].

Die gesamten Sphären des öffentlichen Lebens bleiben praktisch für die Frauen noch geschlossen - die tatsächliche politische Macht, die Armee, Polizei und vor allem die Kirche. Der Zugang zur Macht, zu den Institutionen, die mit dem Geld verfügen, haben immer noch vorwiegend die Männer - und sie wollen ihre Übermacht auch nicht aufgeben. Auf dem Feld der Wissenschaft überwiegt der Anteil der Männer und die Wissenschaften selbst sind durch männliche Interessen dominiert.

Auch die Kultur, die Massenkultur vor allem, benutzt und propagiert den traditionellen Stereotyp der Frau: Sie werden entweder als Hausfrau oder sexuelles Objekt präsentiert. Interessant ist auch, dass auch die sogenannten Frauenzeitschriften[7], die Werbung[8] ihren Teil dazu beitragen. Diejenigen, die sich von dem Stereotyp überwältigen lassen, werden immer häufiger und immer leichter auf ihre traditionelle Rolle begrenzt, ihre Persönlichkeit würde unterdrückt, ihre freie Entwicklung eingeschränkt[9].

Diese Beispiele kann man noch leider ohne Ende weiterführen, die oben angeführten sind aber vor allem aus den europäischen und amerikanischen Ländern mit ihren entsprechenden Lebensarten entnommen, was in den anderen Kulturkreisen geschieht, sieht noch anders aus. Die traditionellen Ritualien der islamischen Länder, Klitoridektomie in den Volksstammen Afrikas, Witwenverbrennung in Indien und vieles mehr, zeigen, dass es auf dem Feld der Gleichberechtigung noch viel zu tun gibt[10],[11],[12].

Müssen die Frauen für sich eine neue Rolle finden definieren?

Es hat sich schon gezeigt, dass über die Gleichberechtigung von Frauen und Männern nicht gesprochen werden darf. In der Öffentlichkeit mangelt an derselben Beteiligung beider Geschlechter in allen Sphären der Gemeinschaft, der Männer natürlich zugunsten. Der Patriarchat ist das allgemein gültige System indem die Frauen von den Männern dominiert und sozialisiert werden. Den Frauen wurde eingeredet, dass die traditionelle Aufteilung der Lebensräume auf die häusliche für die Frauen und die öffentliche für die Männer direkt von Natur aus vorher bestimmt ist. Dass Männer kein Veto erheben, das ist doch selbstverständlich. Sie wollen den bisherigen Zustand aufrechterhalten, weil er für sie vorteilhaft ist. Es entsteht aber die Frage, warum das weibliche Geschlecht, welches in der Weltskala die Mehrheit bildet[13], noch nicht imstande war, ihren Willen durchzusetzten. Vielleicht ist das heutige System des Patriachats das richtige, sowohl für die Männer als auch für die Frauen? Verschiedene Strömmungen der Frauenbewegung erklären die Situation auf unterschiedliche Weise[14] und vorschlagen unterschiedliche Methoden, um das Problem zu lösen.

Einige Feministinnen[15] sehen die Situation noch strenger - den Männern wäre es gelungen, dass sich die Frauen unterordnen, indem ihre Ideologie mit Hilfe der Macht und Bedrohung so fest in ihren Köpfen eingehämmert hätten, dass sich das weibliche Bewusstsein nicht frei entwickeln könnte. Aber, um über das weibliche Geschlecht regieren zu können, haben die Männer den Frauen ihr Selbstbewusstsein und ihre Freiheit rauben müssen. Die physische Vergewaltigung werde in eine psychische umgewandelt, sodass den Frauen jetzt überhaupt nicht mehr bewusst wäre, dass sie unterdrückt werden. Ganz im Gegenteil - sie hätten gelernt, ihre Ausbeuter zu lieben, sodass sie keinen Eindruck haben, ausgenutzt zu sein.

Ein allgemeines Fazit daraus ist, dass die Lage der Frauen sehr schlecht ist und dass man dringend eine Lösung braucht. Nur die Wege zum Ziel sind ganz unterschiedlich. Verschiedene Feminismen haben sehr interessante und gleichzeitig sehr unterschiedliche Ideen, wie man die Probleme der heutigen sozialen Struktur - die unbestreitbar ungleich ist – lösen kann. Alle haben aber einen gemeinsamen Standpunkt - die Frauen müssen nun ihre Rolle in der Gesellschaft neu definieren, nur die Wege zur Gleichheit der Geschlechter und die Methoden, die benutzt werden sollen, sind ganz unterschiedlich und die möchte ich hier vorstellen.

3. Die Wege zur neuen Zukunft

3.1 Die Stärke der Mutterschaft

Es gibt einige Strömungen in der Frauenbewegung, die die gesamte männliche und materialistische Zivilisation ablehnen. An der Stelle propagieren sie die führende Rolle der Frauen und der Weiblichkeit generell. Die Anhängerinnen dieser Meinung[16] heben hervor, dass die Männer auf der ganzen Welt regierten, eine dominante Stärke wären, hätten aber nur die Tendenz zum Vernichtung. Kriege, zivilisationelle Expansion, Töten, immer schnellere, rapide Technisierung des Lebens, Vernichtung der Natur - das wären die Effekte ihrer Tätigkeit. Das Männliche - durch die Zivilisation repräsentiert, würde dem Weiblichen - der Kultur - gegenübergestellt. Die Zivilisation „einen Punkt erreicht hat, wo Größe in Monstrosität überzugehen und einen lebensfeindlichen Charakter anzunehmen droht (...) Die gewaltsame Anspannung der Produktivität verführt zu einer Missachtung des Wertes welcher der Rezeptivität[17] zukommt“[18]. Dadurch, dass Männer keine Kinder bekämen, würden sie sich mit dem Leben nicht so stark verbunden fühlen. So käme ihnen leichter die anderen vom Leben zu berauben[19]. Im Gegenteil zur Frauen, die Männer ausbeuten. Mary Daly bemerkt, dass Männer vom Verhalten her Vampieren ähneln würden. Sie würden den Frauen ihre Energie aussaugen[20]. Die Feministinnen dieser Denkrichtung wollen keine Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Sie sagen einfach - die Weiblichkeit ist besser, die Weiblichkeit ist von einem höheren Wert!

[...]


[1] Ślęczka, Kazimierz: Feminizm, Katowice 1999

[2] Sehe Tabelle 1, Seite 20

[3] Women in National Parlaments

[4] Women in National Parlaments World Classification

[5] Sehe Tabelle 2, Seite 21

[6] Ślęczka, Kazimierz: Feminizm, Katowice 1999

[7] Zierkiewicz, Edyta: Prasa kobieca versus pisma feministyczne. Między „dobrowolnym“ zniewoleniem a „wymuszoną“ emancypacją? in: Zierkiewicz, Edyta; Kowalczyk Izabela: Kobiety w kulturze popularnej, Wrocław 2002

[8] In 842 Werbespots in polnischen Fernsehen 87% der Werbungen had die Frauen in der Hausrolle vorgestellt – zu Hause, mit Kinder, beim Hausarbeiten. Nur 9,2% der Spots hat die Frau beim Berufsarbeit gezeigt.

Desperak, Izabela: Stereotypy kobiet i ich ról społecznych i zawodowych w reklamie telewizyjnej in: Zierkiewicz, Edyta; Kowalczyk Izabela: Kobiety w kulturze popularnej, Wrocław 2002

[9] Ślęczka, Kazimierz: Feminizm, Katowice 1999

[10] Sehe Tabelle 3, Seite 22

[11] Sehe Tabelle 4, Amnesty Unternational, Seiten 23-25

[12] Sehe auch: WHO First ever Global Report on Violence and Health released, GENEVA 3 October 2002

In: http://www.who.int/mediacentre/news/releases/pr73/en/

[13] 49% der Männer gegenüber 51% der Frauen in der Weltskala. Nach: Deckard, Barbara Sinclair: The woman‘s movement. Political, socioeconomics and psychological issues; New York 1979, s. 466

[14] Nach: Ślęczka, Kazimierz: Feminizm, Katowice 1999; Der Author unterteilt die ganze Frauenbewegung in fünf Verschiedene Strommungen: der radikale, der liberale, der sozialistische, der kulturelle und der Femminismus der Stärke (power feminism). Ich stelle hier nur die interessantesten dar.

[15] Vor allem die Strömung des radikalen Feminismus.

[16] Z.B. Mary Daly, Nancy Chodorow, Dorothy Dimmerstein

[17] Rezeptivität - die Aufnahmefäigkeit, Empfänglichkeit für Sinneseindrücke

[18] Mayreder, Rosa: Geschlecht und Kultur, Essays, Wien 1998

[19] Z.B.: Für viele Männer sind auch verlorene Babys ersetzbar, sie können einfach nicht nachvollziehen, warum eine nicht gewordene Mutter darunter ihr ganzes restliches Leben leiden wird, wenn sie auch nur eins ihrer Kinder bei der Geburt , oder schon früher, verloren hat und dieses einfach durch nichts ersetzbar ist. Ein Mann tröstet sich mit einem zweiten Kind, das überlebt hat aber eine Frau wird sich immer nach ihrem ersten Kind sehnen, das vielleicht nie das Licht der Welt erblickt hat.

[20] Daly, Mary: Beyond God the Father. Toward a philosophy of Women‘s Liberation, Boston 1973

Details

Seiten
25
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638339513
Dateigröße
622 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v33499
Institution / Hochschule
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Note
1,7
Schlagworte
Rolle Frau Gesellschaft Augen Philosophinen Schriftstellerinnen Kultur Geschlecht

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Titel: Die neue Rolle der Frau in der Gesellschaft; in den Augen von ausgewählten Philosophinen und Schriftstellerinnen