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Wachstumsfinanzierung mit Hilfe eines Börsengangs. Fallbeispiel Textilmaschinenbranche

Hausarbeit 2016 28 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Kapitel 1
1. Die Textilmaschinenbranche
1.1. Herausforderungen
1.2. Strategische Ausrichtung

Kapitel 2
2. Finanzierung als Kapitalgrundlage
2.1. Finanzierungsformen
2.2. Finanzierungsmöglichkeiten.
2.2.1. Rückstellungsfinanzierung
2.2.2. Selbstfinanzierung
2.2.3. Kreditfinanzierung.
2.3. Kapitalbeschaffung mittelständischer Unternehmen

Kapitel 3
3. Der Börsengang als Finanzierungsalternative
3.1. Going Public
3.2. Hürden eines Börsengangs
3.2.1. Kostenkontrolle
3.2.2. Publizitätspflicht
3.2.2. Eigentumssicherung
3.3. Vorteile und Chancen eines Börsengangs
3.3.1. Steigerung der Aufmerksamkeit
3.3.2. Akquisitionswährung
3.3.3. Finanzierungseffekt
3.3.4. Unabhängigkeit & langfristiges Wachstum

Kapitel 4
4. Planung des Börsengang
4.1. Vorbereitungsphase
4.1.1. Berater & IPO Spezialisten
4.1.2. Emissionskonzept
4.1.3. Unternehmensanpassung
4.2. Umsetzungsphase
4.2.1. Die Wahl der Konsortialbank
4.2.2. Due Diligence
4.2.3. Equity Story
4.2.4. Das Verkaufsprospekt
4.3. Platzierungsphase
4.3.1. Bookbuilding
4.3.2. Erste Auktion
4.4. Notierungsphase

Schlussbetrachtung

Glossar

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 2. 1. Finanzierungsarten im Überblick

Abb. 2. 2. Nutzung von Finanzierungsmöglichkeiten

Abb. 3. 1. Typische Struktur der Gesamtkosten eines Börsengangs

Abb. 3. 2. Finanzierungseffekt aus dem Börsengang

Abb. 4. 1. Übersicht über die Phasen eines Börsengangs

Abb. 4. 2. Ablaufschema in der Preisfindung

1.Einleitung

Die deutsche Textilmaschinenbranche ist ein herausragender Industrie- zweig mit Wachstumspotenzial. Um sich perspektivisch auf die Branche einzustellen wird diese kurz vorgestellt. Die Untersuchung knüpft dabei an eine vorausgegangene Studie, welche den weiteren Erfolg der Branche identifiziert.

Um an Kapital zu gelangen bieten sich einem Unternehmen mehrere Va- rianten. Das weiterführende Kapitel soll daher einen Überblick geben, welche grundlegenden Finanzierungsmöglichkeiten zur Auswahl stehen. Speziell soll geklärt werden mit welchem Ausmaß die untersuchte Bran- che auf einen Börsengang als Finanzierungsalternative zurückgreift.

Kapitel 3 beschäftigt sich mit der Frage, ob der Börsengang eine lohnende Finanzierungsalternative ist. Dabei fokussiert sich die Untersuchung auf das Abwägen der Vor- und Nachteile.

Entscheidet sich ein Unternehmen für einen Börsengang ist dessen Ab- lauf wichtig. Dieser soll sich nachvollziehbar erschließen. Ebenso sollen die wichtigsten Meilensteine herausgearbeitet werden, welche für den Erfolg oder Misserfolg eines Börsengangs verantwortlich sind.

Kapitel 1

1. Die Textilmaschinenbranche

Der Maschinen- und Anlagenbau weist die höchste Anzahl an Beschäf- tigten auf. Ebenso ist er einer der umsatzstärksten Industriezweige Deutschlands. Er ist überwiegend durch mittelständische Unternehmen geprägt.1 Des Weiteren setzt er sich aus 14 spezialisierten Branchen zu- sammen. Eine davon ist die bedeutende Textilmaschinenbranche.

Diese Branche erreichte im Jahr 2014 mit ca. 19.200 Beschäftigten und einen Umsatz von knapp 4,6 Mrd. €. Davon wurden rund 3,9 Mrd. Euro durch Auslandsumsätze generiert, was einer Quote von 85% entspricht.

Die Spinnerei-, Veredlungs-, Weberei-, als auch die Maschen bildenden Maschinen sind die vier Fachzweige der Textilmaschinenbranche. Ihr gesamter Produktionswert in Deutschland, lag bei rund 3,6 Mrd. Euro. Davon wurde 86% ins Ausland exportiert.

Damit lag die Branche innerhalb des Maschinen- und Anlagenbaus deut- lich über der durchschnittlichen Exportquote des Industriezweiges. Ihre Exportstärke kennzeichnet die Textilmaschinenbranche somit maßgeb- lich. Dank dieser ausgezeichneten Nachfragesituation ist Deutschland im internationalen Vergleich der wichtigste Textilmaschinenhersteller in der Welt.

1.1. Herausforderungen

Der bisherige Erfolg der Branche ist bemerkenswert. Sie muss sich dennoch elementaren Herausforderungen stellen.2

Der internationale Wettbewerb verschärft sich. Durch Nutzung ihrer Kos- tenvorteile drängen sich vor allem asiatische Markteilnehmer auf die in- ternationalen Absatzmärkte. Besonders chinesische Hersteller befriedi- gen zunehmend selbst Ihre Binnennachfrage.3 China ist das wichtigste Exportland für den Absatz von deutschen Textilmaschinen, daher wiegt dies entsprechend schwer.

Die örtliche Präsenz von Unternehmen wird zwingend gefordert.4 Die deutschen Textilmaschinenbauer produzieren vorherrschend hochwertige und innovative Produkte.5 Laut Branchenanalyse wächst damit die Nachfrage nach kundenspezifischen System- & Integrationslösungen. Synchron steigt die Bedeutung des After-Sales-Service.

1.2. Strategische Ausrichtung

Um den Erfolg der deutschen Textilmaschinenbauer weiterhin zu sichern, erarbeitete eine großangelegte Studie die 6 Handlungsansätze für die Branche.

Zum einen gehört die Standardisierung und Modularisierung von Ange- boten. Hinzu kommt der Ausbau des After Sales-Service-Geschäftes.6

Der wichtigste Handlungsansatz ist eine zielgerichtete Internationalisierungs- und Wachstumsstrategie.

„Die starke Exportorientierung der deutschen Textilmaschinen- bauer stellt nicht nur in puncto Wechselkurse ein Risiko dar, son- dern kann auch Kostennachteile mit sich bringen. Durch mehr Wachstum lassen sich Kosten […] schneller amortisieren. Entspre- chend sind globale Spieler im Durchschnitt profitabler als Export- eure.“7

Voraussetzung für anvisierte Investitionen ist die Verfügbarkeit von Kapital. Um dieses sicherzustellen und langfristig zu gewährleisten ist eine solide Finanzplanung notwendig. Dabei stehen den Unternehmen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

Kapitel 2

2. Finanzierung als Kapitalgrundlage

Unternehmenswachstum ist einer von verschiedenen Finanzierungsanläs- sen.8 Um einen grundlegenden Überblick über das Spektrum an Finanzie- rungsmöglichkeiten zu erhalten, werden diese mittels Kriterien kategori- siert.

2.1. Finanzierungsformen

Bezüglich der Kapitalherkunft wird die Unternehmensfinanzierung in zwei grundlegenden Varianten unterschieden. Eine davon ist die Innenfi- nanzierung. Sie wird auch Selbstfinanzierung genannt. Zusätzliches Ka- pital wird allein aus der eigenen Unternehmenstätigkeit aufgebracht. Die zweite Variante ist die Außenfinanzierung. Hier bedienen sich die Unter- nehmen externen Kapitalquellen, um finanzielle Mittel ihren Unterneh- men zufließen zu lassen.9

Ein weiterführendes Unterscheidungskriterium ist die rechtliche Stellung des Kapitalgebers. Die Einteilung erfolgt dabei in Eigen- und Fremdfi- nanzierung. Letztere zeichnet sich dadurch aus, dass unternehmensfrem- de Kapitalgeber dem Unternehmen finanziellen Mittel zur Verfügung stellen. Diese haben in der Regel keine Mitspracherechte bei Unterneh- mensentscheidungen, begründen jedoch ihren Anspruch auf Verzinsung und Tilgung.10 Dem gegenüber steht die Eigenfinanzierung. Das Kapital wird durch die Eigentümer aufgebracht. Es begründet einen Anspruch auf Gewinn, als auch die Pflicht zur Verlustübernahme.11

Die Dauer der Finanzmittelüberlassung bildet eine weitere Unterschei- dungskomponente. Die kurzfristige Kapitalbereitstellung erfasst einen Zeitraum von bis zu 1 Jahr. Die Mittelfristige eine Laufzeit von 1-4 Jahre. Ab einer Laufzeit von min 4 Jahren wird von einer langfristigen Finanzierung gesprochen.12

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2. 1. Finanzierungsarten im Überblick13

2.2. Finanzierungsmöglichkeiten

Neben den Genannten gibt es noch weitere Finanzierungsformen. Zum Beispiel lassen sich die Mezzanine- und die Beteiligungsfinanzierung ebenso spezifizieren. Der deutsche Mittelstand weist jedoch einen klaren Trend bezüglich seiner Wahl von Finanzierungsmöglichkeiten auf.

2.2.1. Rückstellungsfinanzierung:

Ein Unternehmen kann zum Beispiel in Form von Pensionsrückstellungen fremdes Kapital einbehalten. Dieses kommt erst später zur Auszahlung. Die Fälligkeit der Auszahlung ist bekannt, jedoch nicht ihre Höhe zum Stichtag. Daher kann das Kapital während der Einbehaltung zur Finanzierung von Investitionsobjekten genutzt werden.14

2.2.2. Selbstfinanzierung

Unternehmensgewinne werden thesauriert, d.h. sie werden einbehalten um den Kapitalbedarf zu decken. Die Eigenfinanzierung wird dabei in stille und offene Selbstfinanzierung differenziert.15

2.2.3. Kreditfinanzierung

Banken, Sparkassen oder Lieferanten können Kreditgeber sein. Für eine bestimmte Frist leihen diese einem Unternehmen Kapital. Ein Darlehen ist eine mögliche Form der Kreditvergabe. Der Kreditzweck oder die Kreditbesicherung sind weitere Unterscheidungsmerkmale.

2.3. Kapitalbeschaffung mittelständischer Unternehmen

Wie bereits Eingangs genannt ist die Textilmaschinenbranche, als Teil der übergeordneten Industrie, durch mittelständische Unternehmen ge- prägt. Eines der größten Unternehmen für Wirtschaftsprüfungen fand die dominierende Finanzierungswahl des deutschen Mittelstandes heraus. „Der deutsche Mittelstand finanziert Investitionen überwiegend durch Eigenkapital (48%) und Bankkredite (31%).“16 Des Weiteren differen- zierte die Studie inwieweit die Unternehmen von den möglichen Finan- zierungsalternativen Gebrauch machen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2. 2. Nutzung von Finanzierungsmöglichkeiten17

Kapitel 3

3. Der Börsengang als Finanzierungsalternative

Gemäß der Abbildung 2.1. wird ersichtlich, dass der Börsengang eine eigenkapitalorientierte Form der Außenfinanzierung ist. Die Studie aus dem Kapitel 2.3 zeigt auf, dass die Unternehmen Eigenkapital zum In- vestieren favorisieren. Diesbezüglich wird die Innenfinanzierung sehr stark genutzt. Die Beschaffung von Eigenkapital über den Kapitalmarkt findet jedoch nur sehr schwachen Anklang. Um diese Beschaffung über die Börse als sinnvolle Finanzierungsalternative zu begründen, muss sie daher publiziert und abgewogen werden.

3.1. Going Public

Going Public ist ein Prozess, welcher fachspezifisch als „IPO“ oder um- gangssprachlich als „Gang an die Börse“ bezeichnet wird.18 Ein Unter- nehmen begründet, analog zur Eintragung ins Unternehmensregister, seine Präsenz an einem börsennotierten Handelsplatz. Es müssen ver- schiedene Voraussetzungen erfüllt werden um aufgenommen und an der jeweiligen Börse eingetragen zu werden. In Endkonsequenz stellt sich ein Unternehmen seinem Publikum (Public) zur Verfügung und ermächtigt dieses Anteile am Unternehmen zu erwerben. Der Verkauf dieser Aktien lassen dem Unternehmen Einnahmen zu fließen und die Aktionäre er- werben in der Regel Eigentümer- und Mitbestimmungsrechte.

3.2. Hürden eines Börsengangs

Der Börsengang stellt eine Veränderung im bisherigen Geschäftsablauf dar. Dies birgt Risiken. Sich dieser bewusst zu sein und mit ihnen zu kal- kulieren ist unverzichtbar für die Finanzierung über den Kapitalmarkt.

[...]


1 Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, 2016, Website

2 Vgl. McKinsey & Company, 2014, Seite 6

3 Vgl. McKinsey & Company, 2014, Seite 6

4 Vgl. McKinsey & Company, 2014, Seite 6

5 Vgl. McKinsey & Company, 2014, Seite 7

6 Vgl. McKinsey & Company, 2014, Seite 27-29

7 McKinsey & Company, 2014, Seite 26

8 Vgl. Schneck, 2014, Seite 51

9 Vgl. Koss, 2011, Seite 19-20

10 Vgl. Schneck, 2014, Seite 54

11 Vgl. Schneck, 2014, Seite 53

12 Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon, Onlinepublikation

13 eigene Darstellung nach Schneck, 2014, Seite 53

14 Vgl. Schneck, 2014, Seite 56

15 Vgl. Schneck, Wirtschaftslexikon, 2011, Seite 890

16 Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, 2012, Seite 23

17 eigene Darstellung nach Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, 2012, Seite 24

18 Vgl. Schneck, Wirtschaftslexikon, 2011, Seite 426

Details

Seiten
28
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668245570
ISBN (Buch)
9783668245587
Dateigröße
710 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v334796
Institution / Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
Schlagworte
wachstumsfinanzierung hilfe börsengangs fallbeispiel textilmaschinenbranche

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