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Curcuma longa. Von der traditionellen Volksmedizin bis zu klinischen Studien der modernen Medizin

Hausarbeit 2016 36 Seiten

Gesundheitswissenschaften

Leseprobe

Inhalt

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Inhaltsstoffe

3. Traditionelle Verwendung

4. Antiphlogistische und antioxidative Wirkungen

5. Hepatoprotektive Wirkungen

6. Wirkmechanismen im Gehirn

7. Präventives und therapeutisches Potential in der Krebsforschung

8. Beeinflussung des NF-κB Transkriptionsfaktors

9. Methodik

10. Ergebnisse
10.1. Nakagawa et al
10.2. Belcaro et al
10.3. Chuengsamarn et al

11. Vergleich der traditionellen Volksmedizin mit der modernen Medizin

12. Fazit/Ausblick

13. Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Wie es bei vielen Gewürzen und Lebensmitteln heutzutage der Fall ist, so neigen auch im Fall des Kurkumagewürzes Teile der Bevölkerung in Deutschland und anderen westlichen Industrienationen dazu, sich auf dessen objektiv betrachtet als oberflächlich einzustufende gewichtsreduzierende Wirkung zu fokussieren.1,2

Im Folgenden soll sich der Kurkumapflanze beziehungsweise der Kurkumawurzel und der daraus entstehenden Thematik jedoch fernab von Oberflächlichkeiten auf der Basis von wissenschaftlichen Erkenntnissen genährt werden.

Die Kurkumapflanze, dessen botanischer Name Curcuma longa lautet und die der Familie der Zingiberaceae (Ingwergewächse) zuzuordnen ist, wird auch als Goldenes Gewürz oder Das Gewürz des Lebens bezeichnet.3,4

In Indien gilt diese Pflanze seit über 4000 Jahren als heilig und spielt auch im soziokulturellen Leben der Bewohner des Subkontinents eine wichtige Rolle.5 Auch in China wird mit dem aus der Wurzel der Pflanze gewonnen Gewürz eine seit langem bestehende traditionelle Verwendung in Verbindung gebracht.6 Im 14. Jahrhundert n. Chr. brachten europäische Forschungsreisende das Gewürz von Asien nach Europa, wodurch sich dessen Verwendung auch auf diesem Kontinent etablierte.7

Durch die vermehrte Aufmerksamkeit, die in jüngster Zeit dem komplementärmedizinischen Sektor zu Teil wird, steigt auch das Interesse der westlichen Medizin an altertümlichen Heilmitteln wie der Kurkumapflanze. Forscher haben das Potenzial des in der Kurkumawurzel enthalten Polyphenols Curcumin erkannt.8 Im Zuge dessen wurden in den vergangenen 30 Jahren mehr als 3000 Publikationen veröffentlicht, die sich mit der Wirkungsweise und den daraus resultierenden Einsatzmöglichkeiten von Kurkuma beschäftigen.9

In dieser Arbeit soll nun näher auf die traditionelle Verwendung dieses Gewürzes sowie dessen Wahrnehmung durch die Moderne Medizin eingegangen werden. Um einen nachvollziehbaren Überblick über die Forschungsarbeit mit dem aus der Kurkumawurzel isolierten Curcumin zu gewährleisten, werden zunächst die Daten verschiedener in vitro und in vivo Studien vorgestellt, die an Tieren beziehungsweise tierischen Zellkulturen oder den Organen von Tieren durchgeführt wurden. Im Anschluss soll von diesen Studien auf die am Menschen durchgeführten klinischen Studien übergeleitet werden. Es soll darüber hinaus überprüft werden inwieweit sich die aus den wissenschaftlichen Studien resultierenden Erkenntnisse mit dem traditionellen Wissen der Volksmedizin bezüglich der Einsatzgebiete decken oder unterscheiden.

2. Inhaltsstoffe

Curcuma longa enthält Curcuminoide und ätherische Öle. Der Gehalt an ätherischen Ölen beträgt durchschnittlich drei bis fünf Prozent. Die Sesquiterpenketone α-Tumeron, β- Tumeron, ar-Tumeron, Atlanton und Curlon, machen etwa 60 Prozent der Gesamtkonzentration an ätherischen Ölen aus. Ergänzt wird diese Gesamtkonzentration durch circa 25 Prozent Zinigberen sowie Sabinen, α-Phellandren, Borneol, Cineol, Pinen und Camphen. Die für die Pharmazie interessanten Hauptkomponenten bilden mit drei bis acht Prozent Bisdesmethoxycurcumin, Desmethoxycurcumin und Curcumin. Des Weiteren sind in Curcuma longa 30 bis 40 Prozent Stärke enthalten.10

3. Traditionelle Verwendung

Die Traditionelle Anwendung von Kurkuma in der Volksmedizin wird in verschiedenen Teilen der Erde seit mehreren Jahrhunderten praktiziert. Seit mehr als 4000 Jahren findet Kurkuma Anwendung im von den Veden geprägten Medizinsystem des Ayurveda. In China wird die Verwendung des Gewürzes erstmals um 700 n. Chr. erwähnt. Von 700 n. Chr. bis 1200 n. Chr. etabliert sich die Verwendung von Kurkuma von Ostafrika über Westafrika auch auf Jamaika.11

Im Jahr 1280 beschreibt der venezianische Händler Marco Polo die Eigenschaften von Kurkuma als die dem Safran ähnlich, weshalb das Kurkumagewürz im mittelalterlichen Europa auch als Indischer Safran bezeichnet wird.12

Um Curcuma longa für die weitere medizinische Verwendung nutzbar zu machen, werden die Wurzeln der Pflanze nach einem traditionellen Verfahren bearbeitet. Hierzu werden die Rhizome der Pflanze in Tongefäßen gesammelt und mit Blättern und Kuhdung bedeckt, um eine Reaktion der Wurzelstöcke mit dem im Kuhdung enthaltenen Ammoniak herbeizuführen. Aus hygienischen Gründen wird heutzutage in den meisten Regionen Indiens von diesem Verfahren abgesehen.13

Heutzutage werden die Wurzelstöcke in einer Sodium-Bicarbonat-Lösung für 45 Minuten gekocht und anschließend in der Sonne getrocknet, wodurch die bearbeiteten Rhizome am Ende des Prozesses eine gleichmäßige Färbung und einen Feuchtigkeitsgehalt von circa 10 Prozent aufweisen.14

Im Ayurveda wird Kurkuma unter anderem als Bestandteil einer Paste zur Heilung von Augeninfektionen, Verbrennungen, Akne, Bissen, Stichen, Zahnerkrankungen, Hautkrankheiten und zur generellen Unterstützung der Wundheilung verwendet.15,16 Weitere Indikationen für die Behandlung mit Kurkuma im Ayurveda sind Meteorismus, Wurminfektionen, Menstruationsbeschwerden, Gallensteine, Arthritis und die Linderung von durch Tetrahydrocannabinol und anderen Halluzinogenen ausgelösten Wahnvorstellungen.17,18

Der Ayurveda geht davon aus, dass Kurkuma allgemein stärkend auf den gesamten Organismus wirkt, weshalb sich das Gewürz auch zur Behandlung von Erschöpfungszuständen eignet.19

Ähnlich wie im Ayurveda wird Kurkuma auch in Afghanistan und Pakistan zur Unterstützung der Wundheilung und bei Verstimmungen des Gastrointestinaltrakts eingesetzt.20

Neben den durch die Veden überlieferten Anwendungsmöglichkeiten im Ayurveda, wird Kurkuma von der indischen Bevölkerung auch zur Reinigung des Blutes eingesetzt.21 In Nordindien wird Frauen post partum ein mit heißer Milch vermischtes Stärkungsmittel aus Kurkumapaste, Ingwerwurzelpulver und Honig verschrieben, das zweimal täglich zu trinken ist. Um durch die Geburt verursachte Verletzungen im Bereich des Geburtskanals zu behandeln, wird ein mit Kurkumapaste versetzter Wickel am Perineum der Patienten angelegt.22

Um Husten und andere Atemwegserkrankungen zu behandeln, wird in der traditionellen indischen Medizin Kurkumapulver mit gekochter Milch eingenommen. Zur Behandlung von Dysenterie bei Kindern wird in der indischen Volksmedizin ein Getränk aus gekochter Milch und geröstetem Kurkumapulver verabreicht.23

4. Antiphlogistische und antioxidative Wirkungen

Viele der dem Curcumin zugeschriebenen Wirkungen werden mit der Beseitigung von akuten und chronischen Entzündungen in Verbindung gebracht.24

In vitro Studien zeigen, dass Curcumin die Aktivität von Cyclooxygenase sowie Lipoxygenase in entzündlichen Fibroblasten von Mäusen hemmt.25

Bei Untersuchungen der NIH/3T3 Fibroblastenzelllinie konnte eine Hemmung der Xanthineoxygenase durch Curcumin beobachtet werden.26

In RAW264.7 Makrophagen hemmt Curcumin die Produktion von Nitricoxiden.27,28 Curcumin hemmt des Weiteren die Produktion des von proinflammatorischen Makrophagen abgeleiteten Zytokins in durch Lipopolysaccharid und Phorbol-12-myristat- 13-acetat stimulierten peripheren Blutmonozyten und alveolären Makrophagen.29 Bei den beschriebenen Enzymen (Proteinen) und chemischen Verbindungen handelt es sich um Stoffe, die das Auftreten von Entzündungserscheinungen entweder direkt verursachen oder begünstigen. Bezogen auf den antioxidativen Effekt von Curcumin, lässt sich bei den in menschlichen Gehirnmembranen situierten Guanosintriphosphatbindenden Proteinen eine abnehmende Empfindlichkeit gegenüber dem schädlichen Einfluss von metabolischen Prooxidantien, Homocystein und Hydrogenperoxid beobachten.30

Durch den Einsatz von Curcumin in den Lebermikrosomen von Ratten konnte eine Hemmung der oxidativen Degradation von Lipiden beobachtet werden.31 Beim Einsatz von Curcumin in Rattenhirnen, die einem Zellaufschlussverfahren mittels Homogenisierung unterzogen wurden, wies das Curcumin ein höheres antioxidatives Potential als Vitamin E auf.32

Auch in vivo Studien belegen einen inhibitorischen Effekt von Curcumin auf Entzündungsprozesse. Curcumin hemmt durch Carrageenan verursachte Entzündungen33,34 und vermindert durch Optimierung der CFTR-Proteinproduktion bei durch Cyclophosphamid induzierter Lungeninsuffizienz die Intensität der bestehenden Symptomatik.35

Bei Versuchen mit Ratten konnte Curcumin eine dem Phenylbutazon, bei dem es sich um ein gängiges Antiphlogistika handelt, ähnliche Wirkung nachgewiesen werden. Im Gegensatz zu Phenylbutazon konnte beim Einsatz von Curcumin kein erhöhtes Leukopenierisiko nachgewiesen werden.36

Bei Ratten mit durch Cyclophosphamid induzierter Lungeninsuffizienz konnte durch eine siebentägige Therapie mit Curcumin eine Steigerung der antioxidativen Abwehrmechanismen erwirkt werden.37

Bei lokaler Anwendung von Curcumin in Mäuseohren, deren Epidermis durch Arachidonsäure geschädigt wurde, konnte ein Rückgang der entzündlichen Prozesse beobachtet werden.38

Somit lässt sich festhalten, dass das in der Curcumawurzel enthaltene Curcumin bei unterschiedlichen Fehlregulationen und Krankheiten, die aetheologisch auf Oxidations- und Entzündungsprozesse zurückzuführen sind, positives Wirkungspotenzial besitzt.

5. Hepatoprotektive Wirkungen

Bei der Behandlung von Schmerzzuständen mit dem Analgetikum Paracetamol kann es bei Überdosierung oder Überempfindlichkeit gegenüber diesem Arzneimittel zu Gewebenekrosen in der Leber kommen.39

Dieses pathologische Phänomen kann im Blutbild durch erhöhte Leberenzymwerte und gesteigerte LDH-Aktivität nachgewiesen werden. Paracetamol führt des Weiteren auch zu einer Abnahme des Gesamtproteingehalts im Blutplasma bei gleichzeitiger Erhöhung des Bilirubinspiegels.40

Bei einer an Ratten durchgeführten in vivo Studie konnten hepatoprotektive Effekte von Curcumin im Zusammenhang mit der Verabreichung von Paracetamol beobachtet werden. Durch die Ernährung der Ratten mit curcuminhaltigem Futter konnte die Auftretenswahrscheinlichkeit von Gewebenekrosen in der Leber gesenkt werden.41 Bei einer anderen an Ratten durchgeführten in vivo Studie konnte dieser hepatoprotektive Effekt auch im Zusammenhang mit durch Arsen provozierten Gewebenekrosen der Leber nachgewiesen werden.42

Auch bei toxischen Prozessen, die ätiologisch in einer zu hohen Eisenkonzentration in den Epithelzellen der Leber begründet sind, konnte durch die Verabreichung von Curcumin eine hemmende Wirkung auf diese Prozesse in einer an Ratten durchgeführten in vivo Studie beobachtet werden.43

6. Wirkmechanismen im Gehirn

Bei Untersuchungen von Schädel-Hirn-Traumata im Zusammenhang mit Curcumin konnte diesbezüglich therapeutisches Potential nachgewiesen werden. Nach einem SchädelHirn-Trauma leiden Patienten üblicherweise an Symptomen wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Im Zuge dieser Energiekrise kommt es zu einer negativen Beeinflussung der kognitiven Fähigkeiten.44

In einer an Ratten durchgeführten in vivo Studie sollte in Erfahrung gebracht werden, inwieweit Curcumin auf molekulare Gleichgewichtsprozesse des Energiehaushalts im Gehirn wirkt. Um dies zu überprüfen wurden bei den Ratten leichte Hirntraumata provoziert. Die Ratten wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, von denen eine Gruppe mit curcuminhaltigem Futter ernährt wurde. Bei dieser Gruppe konnte im Gegensatz zu der nicht mit Curcuminfutter ernährten Gruppe eine Erhöhung der AMP-aktivierten Proteinkinase-Konzentration AMPK nachgewiesen werden. Dieses Enzym verhindert intrazellulären ATP-Mangel und verringert somit den durch Schädel-Hirntraumata entstehenden Energiemangel im Gehirn.45,46

Curcumin scheint darüber hinaus auch antidepressives Potential zu besitzen. In einer in vivo Studie wurde Ratten mit einem erhöhten Corticosteronspiegel Curcumin verabreicht. Ein erhöhter Corticosteronspiegel steigert das Stressempfinden und führt so zum vermehrten Auftreten von depressiven Verhaltensweisen bei den Ratten. Durch die orale Curcumingabe konnte die Auftrittsrate depressiver Verhaltensweisen bei den Ratten gesenkt werden. Diese antidepressive Wirkung steht wohl im Zusammenhang mit einem das Wachstumsfaktorprotein BDNF beeinflussenden Effekt, da Dysbalancen in der Konzentration dieses Proteins Depressionen begünstigen.47,48

7. Präventives und therapeutisches Potenzial in der Krebsforschung

Curcumin besitzt bezogen auf Krebserkrankungen sowohl blockierendes als auch unterdrückendes Potential, indem es den Ausbreitungsprozess vom intrazellulären Raum über den interstitiellen Bereich bis hin zu morphologischen Zell- und Organveränderungen stört.49

Verschiedene Tierstudien zeigen, dass Curcumin einen dosisabhängigen chemoprotektiven Effekt auf die Karzinogense in Dickdarm, Zwölffingerdarm, Magen, Speiseröhre und der Mundregion hat.50 Curcumin führt bei durch polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe ausgelösten Tumorerkrankungen zu einer Verminderung der Tumormasse.51,52,53

Der aus der Kurkumawurzel gewonnene Farbstoff behindert die Tumorentwicklung auf mit Phorbolestern behandelter Mäusehaut.54

Curcumin reduziert nicht nur die Anzahl der Tumore pro Maus und den prozentualen Anteil an Mäusen, die eine Tumorerkrankung entwickelten, sondern auch das Volumen von bestehenden Tumoren im Intestinum und dem Vormagen.55

Weitere Studien zeigen, dass Curcumin eine durch Methylnitronitrosoguanidin verursachte Krebsentwicklung in Rattenmägen hemmt56 und bei einer durch N- nitrosomethylbenzylamin verursachten Karzinogenese in den Speiseröhren von Ratten die Anzahl der entstehenden Tumore begrenzen kann.57

Im Sinne der Diätetik eingesetztes Curcumin unterdrückt durch Azoxymethan induzierte präneoplastischer Läsionen sowie die Auftretenshäufigkeit und Vermehrung von Dickdarmtumoren signifikant.58 In einer Studie, bei der die Mäuseblasentumorzelllinie MBT-2 sowie der Menschenblasentumorzelllinie UMUC untersucht wurden, konnte Curcumin effektiv als zytotoxischer Wirkstoff eingesetzt werden.59

In zwei seperaten Studien wurden weibliche Wistar-MS Ratten am zwanzigsten Tag der Schwangerschaft einer Ganzkörperbestrahlung unterzogen. Den weiblichen Wistar-MS Ratten wurde im Anschluss ein Diethylstilbestrol-Pellet implantiert, das sich nach einem Monat kontinuierlicher Wirkstoffabgabe aufgelöst hatte, um die Bildung von Mammakarzinomen zu stören. In der ersten Studie wurde den Ratten nach der Säugephase ein Diätetikum mit einem Prozent Curcumin Gehalt über zwölf Monate hinweg gefüttert. Während einem Jahr entwickelten nur 28 Prozent der weiblichen WistarMS Ratten Mammakarzinome. Bei den Ratten der Kontrollgruppe, denen kein Curcumin verabreicht wurde, entwickelten 84,6 Prozent Mammakarzinome.60

In der zweiten Studie, die von den gleichen Forschern initiiert wurde, wurde den weiblichen Wistar-MS Ratten das Curcumin enthaltende Diätetikum nur während dem elften Tag der Schwangerschaft bis zur Geburt gefüttert. Auch hier entwickelten in der mit dem Curcumindiätetikum gefütterten Gruppe nur 18,5 Prozent Mammakarzinome und 70,3 Prozent in der Kontrollgruppe.61

Curcumin hat des Weiteren auch das Potential Tumorzellen empfänglicher für das erfolgreiche Wirken von chemotherapeutischen Maßnahmen zu machen. So kann es die Wirkung von Antineoplastika, die unter anderem gegen durch Tumorzellen entstehende Gewebewucherung eingesetzt werden, verstärken. Kaskaden, die zu Behandlungsresistenzen führen, kann es gleichermaßen behindern.62

In vitro konnte eine Hemmung der Fanconi-Anämie-BRCA-Kaskade in Eierstocktumorzelllinien und MCF7-Brusttumorzelllinien durch die Gabe von Curcumin beobachtet werden. Die Fanconi-Anämie-BRCA-Kaskade ist eine DNS-Reparatur- Kaskade von Tumorzellen, die Cisplatin-Querverbindungen abbaut und so das Wirken von platinbasierten Chemotherapeutika erschwert. Somit führt Curcumin zu einer besseren Wirksamkeit von platinbasierten Chemotherpeutika.63,64 Auch bei den Chemotherpeutika Doxorubicin65, Tamoxifen66, Camptothecin, Daunorubicin, Vincristine und Melphalan67, führte eine kombinierte Therapie mit Curcumin zu einer Verbesserung der Behandlungserfolge.

Auch in Bezug auf Prostatakrebszellen kam eine Studie, in der das Zusammenwirken von Curcumin und gängigen Chemotherapeutika untersucht wurde, zu dem Ergebnis, dass Curcumin zu einer Verstärkung der Wirkung der verwendeten Chemotherapeutika führt.68 Bei Untersuchungen der menschlichen Multiple Myelom Zelllinie U266 im Zusammenhang mit dem Chemotherapeutikum Vincristin konnte die eher geringe Wirkintensität des Mittels, bezogen auf die entstehende Zytotoxizität von zehn Prozent, auf über 70 Prozent gesteigert werden.69

Die additive Gabe von 5 µM Curcumin vor dem konventionellen Therapiebeginn verringerte bei Forschungen an der Gebärmutterhalskrebszelllinie HeLa die zur Herbeiführung des Zelltods nötige Konzentration des Chemotherapeutikums Paclitaxel in erheblichem Maße.70

[...]


1 Vgl. Neosmart Consulting AG 2016

2 Vgl. Kleine-Vogelpoth 2016

3 Vgl. Köhler 1887, S. 1 ff.

4 Vgl. Ravindran et al. 2007, S. 1

5 Vgl. ebd., S. 5

6 Vgl. Ammon & Wahl 1991, S. 1 ff.

7 Vgl. Aggarwal et al. 2007, S. 1 ff.

8 Vgl. Chempakam & Parthasarathy 2008, S. 97

9 Vgl. Prasad & Aggarwal 2011, S. 263 f.

10 Vgl. Li et al. 2011, S. 28 ff.

11 Vgl. Prasad & Aggarwal 2011, S. 263 ff.

12 Vgl. ebd., S. 263 ff.

13 Vgl. ebd., S. 263 ff.

14 Vgl. ebd., S. 263 ff.

15 Vgl. Thakur et al. 1989, S. 24 ff.

16 Vgl. Tilak et al. 2004, S. 798 ff.

17 Vgl. Prasad & Aggarwal 2011, S. 263 ff.

18 Vgl. Tilak et al. 2004, S. 798 ff.

19 Vgl. Prasad & Aggarwal 2011, S. 263 ff.

20 Vgl. ebd., S. 263 ff.

21 Vgl. ebd., S. 263 ff.

22 Vgl. Pandeya 2005

23 Vgl. Thakur et al. 1989, S. 24 ff.

24 Vgl. Shishodia et al. 2005, S. 206 ff.

25 Vgl. Huang et al. 1991, S. 5292 ff.

26 Vgl. Lin & Shih 1994, S. 1717 ff.

27 Vgl. Brouet & Ohshima 1994, S. 533 ff.

28 Vgl. Sreejayan & Rao 1997, S. 105 ff.

29 Vgl. Abe et al. 1999, S. 41 ff.

30 Vgl. Jefremov et al. 2007, S. 449 ff.

31 Vgl. Reddy & Lokesh 1992, S. 117 ff.

32 Vgl. Sreejayan & Rao 1994, S. 1013 ff.

33 Vgl. Srimal & Dhawan 1973, S. 447 ff.

34 Vgl. Reddy & Lokesh 1994, S. 349 ff.

35 Vgl. Venkatesan & Chandrakasan 1995, S. 79 ff.

36 Vgl. Srimal & Dhawan 1973, S. 447 ff.

37 Vgl. Venkatesan & Chandrakasan 1995, S. 79 ff.

38 Vgl. Huang et al. 1991, S. 813 ff.

39 Vgl. Könneker 1999

40 Vgl. Thapa & Walia 2007, S. 663 ff.

41 Vgl. Yousef et al. 2010, S. 3246 ff.

42 Vgl. Yousef et al. 2008, S. 3506 ff.

43 Vgl. Messner et al. 2008, S. 63 ff.

44 Vgl. Hsieh et al. 2012, S. 408 ff.

45 Vgl. Sharma et al. 2009, S. 1037 ff.

46 Vgl. Hardie & Carling 1997, S. 259 ff.

47 Vgl. Huanga et al. 2011, S. 145 ff.

48 Vgl. Brunoni et al. 2008, S. 1169 ff.

49 Vgl. Duvoix et al. 2005, S. 181 ff.

50 Vgl. Maheshwari et al. 2006, S. 2081 ff.

51 Vgl. Singh et al., 1998, S. 1357 ff.

52 Vgl. Deshpande et al. 1997, S. 79 ff.

53 Vgl. Azuine & Bhide 1992, S. 77 ff.

54 Vgl. Huang et al. 1988, S. 5941 ff.

55 Vgl. Huang et al. 1994, S. 5841 ff.

56 Vgl. Ikezaki et al. 2001, S. 3407 ff.

57 Vgl. Ushida et al. 2000, S. 893 ff.

58 Vgl. Rao et al. 1993, S. 2219 ff.

59 Vgl. Sindhwani et al. 2001, S. 1498 ff.

60 Vgl. Inano et al. 1999, S. 1011 ff.

61 Vgl. Inano et al. 2000, S. 1835 ff.

62 Vgl. Garg et al. 2005, S. 1630 ff.

63 Vgl. Chirnomas et al. 2006, S. 952 ff.

64 Vgl. Bharti et al. 2003, S. 1053 ff.

65 Vgl. Harbottle et al. 2001, S. 777 ff.

66 Vgl. Verma et al. 1998, S. 807 ff.

67 Vgl. Bharti et al. 2003, S. 1053 ff.

68 Vgl. Hour et al. 2002, S. 211 ff.

69 Vgl. Bharti et al. 2003, S. 1053 ff.

70 Vgl. Bava et al. 2005, S. 6301 ff.

Details

Seiten
36
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668241923
ISBN (Buch)
9783668241930
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v334298
Institution / Hochschule
Hochschule für Gesundheit und Sport, Berlin
Note
1,3
Schlagworte
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Titel: Curcuma longa. Von der traditionellen Volksmedizin bis zu klinischen Studien der modernen Medizin