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Die Funktion der Bilder in W.G. Sebalds Erzählung „Dr. Henry Selwyn“ aus „Die Ausgewanderten“

Analyse der Ikonografie

Hausarbeit 2016 25 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 W.G. Sebald und die Charakteristika seines Werkes
2.1 „Die Ausgewanderten. Vier lange Erzählungen“
2.2 Die Erzählung „Dr. Henry Selwyn“

3 Analyse der im Primärtext enthaltenen Abbildungen
3.1 Friedhof oder Baum?
3.2 Tennisplatz
3.3 Küchengarten
3.4 Einsiedelei
3.5 Ein Gletscher oder der Aaregletscher?
3.6 Nabokov oder Dr. Selwyn?
3.7 Zeitungsausschnitt

4 Zusammenfassung und Fazit

5 Literaturverzeichnis

6 Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

Die Verwendung von verschiedenen Abbildungen im Text eines Buches findet ihre Anfänge bereits weit vor der Illustration von gedruckten Büchern im 15. Jahrhundert. Denn spätestens in den Skriptorien der spätantiken Klöster wurden Texte handschriftlich kopiert und illustriert. Dabei nutzen die Mönche die Illumination, eine Vorläuferin der heutigen Illustration, um das Buch zu schmücken oder den Inhalt des jeweiligen Textes zu veranschaulichen, dem Leser also textbezogene Darstellungen anzubieten.[1] Die Abbildungen, die nicht vom Autor des Textes, sondern später von den Mönchen, Schreibern oder Druckern hinzugefügt wurden, beeinflussten Aufbau und Inhalt der Texte jedoch nicht, sondern begleiteten sie vielmehr als Schmuck, zur Zierde und oder um das Erzählte durch Darstellungen zu verdeutlichen. Die Methode der Illustration wird noch heute in vielfältiger Weise verwendet.[2] Im Falle W.G. Sebalds, bei denen man spätestens seit seiner Erzählung „Schwindel. Gefühle“ die Verwendung von Bildern im Text als integralen Bestandteil ansehen kann, folgt die Funktion und Wirkung dieser eingebauten Abbildungen, bei denen es sich zumeist um Fotos handelt, nur oberflächlich dem konventionellen Verständnis der Illustration.[3] Bei näherer Betrachtung löst die Sebaldsche Verwendung von Abbildungen nämlich Verunsicherung hinsichtlich der vom Autor beabsichtigten Rezeptionsweise aus. Sebald scheint den in einer ganz eigenen Art in seine Texte eingebrachten Abbildungen eine völlig andere Aufgabe zugedacht zu haben. Das noch sehr junge Genre, dem diese Werke zugeschrieben werden, ist das des Foto-Textes beziehungsweise Ikonotextes, wonach zwei verschiedene Medienelemente, nämlich hier Foto und Text, in einer Wechselbeziehung zur Fiktionalität des Werkes beitragen.[4] Auffällig ist dabei, neben einer beinahe kontinuierlichen gewissen Unschärfe des Abgebildeten, mit Ausnahme der Abbildungen von Texten wie beispielsweise Zeitungsausschnitte, auch die Platzierung, der Montage-Ort der Fotografie oder des Bildes innerhalb des Erzähltextes.[5] Welcher Art diese Absichten oder Zielsetzungen Sebalds waren, darüber wird in der jüngeren Literaturwissenschaft rege diskutiert. In zahlreichen Aufsätzen und Abhandlungen bietet die neuere Forschungsliteratur beinahe ausnahmslos allgemein gehaltene Betrachtungen zur Funktion der Bebilderung in Sebalds Werken.[6] Dabei liegt der Fokus meist auf dem Verhältnis zwischen Text und Bild und einer möglichen Erinnerungs- oder Gedächtnisfunktion.[7] Analysen einzelner Abbildungen hinsichtlich der individuellen Technik, Methodik und Zielsetzung, mit der sie durch Sebald in seine Texte eingebracht wurden, sind dagegen kaum zu finden. Sollten sie den Text begleiten, ihn belegen oder das Erzählte dokumentieren? In welchen Zusammenhang sind die Bilder mit dem Text zu bringen? Nach welchen Kriterien hat der Autor die Bilder ausgewählt und welchem Schema folgt die Platzierung in das Narrativ? Die Frage nach der vom Autor erstrebten Aufgabe und Wirkung der Abbildungen bildet auch die Grundebene dieser Hausarbeit. Anhand der Untersuchung konkreter Beispiele soll der Versuch gemacht werden, sich einer Antwort darauf zu nähern. In einem ersten Schritt wird der Autor mit den Charakteristika seines Werkes kurz vorgestellt werden. Um den Rahmen dieser Arbeit nicht zu sprengen, wird zur Untersuchung lediglich die Erzählung „Dr. Henry Selwyn“ aus dem 1992 veröffentlichten Werk „Die Ausgewanderten. Vier lange Erzählungen“, die sieben Abbildungen enthält, zur Untersuchung herangezogen. Ihr Inhalt wird daher vorbereitend umrissen werden. Die im Primärtext enthaltenen Abbildungen, davon sechs Fotos sowie ein Faksimile, werden im folgenden Hauptteil der Arbeit untersucht. Hierbei wird jeweils die Abbildung selbst hinsichtlich der inhaltlichen, formalen und affektiven Ebene klassifiziert. Danach wird die jeweils konkrete Text-Bild-Stelle betrachtet und analysiert. Zum besseren Verständnis werden die Abbildungen in den Text der Hausarbeit eingegliedert. (Ein Abbildungsverzeichnis findet sich im Anschluss an das Literaturverzeichnis.) Den Abschluss der vorliegenden Arbeit bildet Kapitel 4, in welchem der Erkenntnisgewinn aus der vorangegangenen Untersuchung zusammengefasst und hinsichtlich der Ausgangsfragestellung abschließend betrachte wird.

2 W.G. Sebald und die Charakteristika seines Werkes

Die zentralen Themen der Werke des 1944 in Wertach geborenen und 2001 bereits verstorbenen Literaturwissenschaftlers und Schriftstellers, Winfried Georg Sebald umkreisen die Geschehen in und um den Zweiten Weltkrieg, den er selbst nicht miterlebt hat. Die Traumata des Holocausts, Zerstörung, Verlust, Menschen, die geflohen, versprengt, exiliert, heimatsuchend und oder ein Leben lang heimatlos sind, ebenso wie das kollektive Geschichtsbewusstsein waren seine Themen.[8] Die der Seelenlast dieser Kriegsversehrten entspringende Melancholie begleitet stets Sebalds Narrativ, welches auch durch ein fortwährendes Spannungsverhältnis zwischen Fiktion und Fakutalität charakterisiert wird.[9] Wie nämlich alle Biographien seiner Figuren ist auch die der von ihm meist genutzten Erzählperspektive des Ich-Erzählers teilweise erdacht und teilweise wahr, erläutert Uwe Schütte.[10] Hannes Veraguth schreibt, dass Sebald in seinen Werken, abwesend und anwesend zu gleich, seine Leser geradezu verführt, ihn mit dem Ich-Erzähler zu verwechseln.[11] Sebald lässt sie also absichtlich im Unklaren darüber, in welcher Beziehung Autor, Erzähler und literarische Protagonisten zueinander stehen; wohl aus gutem Grund. Michael Niehaus präzisiert anschaulich, dass die Erzählinstanz die Unbekannte in der Gleichung der Erzählung bleiben muss, denn „erst wenn der Autor auf diese Weise implizit das Amt des Dichters beansprucht, gibt es die „Melancholie als Widerstand“, gibt es sentimentalische Dichtung als Streben nach dem, was Schiller „moralische Einheit“ nennt.“[12]

Immer lassen sich Abbildungen, Verweise zu bewunderten Schriftstellern und oft Hommagen an geliebte Menschen in seinen Erzählungen finden. Dass die Figuren und ihre Biographien in seinen Werken der Realität zumindest teilweise entlehnt sind, sagt er selbst in einem Interview.[13]

2.1 „Die Ausgewanderten. Vier lange Erzählungen“

Durch das 1992 erschienene Werk führt ein homodiegetischer Ich-Erzähler. Behandelt werden darin die teilweise fiktiven Lebensbilder von vier Männern, die ins Ausland exiliert beziehungsweise aus ihrer jeweiligen Heimat vertrieben worden waren und die der Ich-Erzähler kannte beziehungsweise kennen lernt.[14] Dabei werden Gespräche, Fotos, Zeitungsausschnitte und einmal auch ein Tagebuch zur Rekonstruktion genutzt.

2.2 Die Erzählung „Dr. Henry Selwyn“

Die Erzählung bildet das erste Kapitel des Werkes. Der bereits erwähnte Ich-Erzähler lernt die Figur des Dr. Henry Selwyn als Vermieter in Norwich kennen. Die beiden entwickeln eine Sympathie füreinander und so erfährt der Ich-Erzähler in verschiedenen Gesprächen, dass der jüdische Arzt, als Hersch Seweryn in Litauen geboren, 1899 mit seiner Familie nach Amerika auswandern sollte. Aufgrund eines Missverständnisses landete die Familie jedoch in England, wo sie beschloss sich niederzulassen. Noch vor Aufnahme seines medizinischen Studiums ändert Hersch Seweryn seinen Namen in Henry Selwyn und baut sich eine berufliche Karriere auf. Er heiratet eine Schweizerin, von der er sich, wie auch von der Gesellschaft an sich, zuletzt entfremdet fühlt. Er zieht sich in eine Einsiedelei, die sich am Ende seiner Gartenanlage befindet, zurück. Der lange befreundete Insektenkundler Edward Ellis stellt, während der Mietdauer des Ich-Erzählers im Hause Dr. Selwyns, den einzigen sozialen Kontakt Dr. Selwyns dar. Dass er sich ausschließlich in der Gesellschaft eines Schweizer Bergführer namens Johannes Naegeli habe je in seinem Leben wohl und vertraut fühlen können, erzählt er im Rahmen des Besuches von Edward Ellis beim Tischgespräch.[15] Dr. Selwyn berichtet auch, dass Naegeli zu Beginn des Zweiten Weltkrieges ein eine Gletscherspalte stürzte und nicht mehr aufgefunden wurde. Einige Zeit nachdem der Ich-Erzähler aus dem Haus augezogen ist, begeht Dr. Selwyn Suizid. Die Erzählung findet ihren Abschluss, in dem der Ich-Erzähler berichtet, wie er Jahre später, ganz zufällig, einen Artikel über den überraschenden Fund der sterblichen Überreste des verunfallten Berführers Johannes Naegeli in einer Lausanner Tageszeitung findet.[16]

3 Analyse der im Primärtext enthaltenen Abbildungen

3.1 Friedhof oder Baum?

Die Erzählung beginnt mit einem leicht unscharfen, etwas unterbelichteten quadratischen Schwarz-Weiß-Foto.[17] Es ist dem Text vorangestellt. Zu sehen ist ein weit ausladender Baum, um dessen Stamm herum augenscheinlich alte, bereits leicht geneigte Grabsteine stehen. Es handelt sich offenbar um einen Friedhof. Am linken Bildrand sind in der Ferne weitere Bäume zu sehen. Das Foto scheint nicht außerhalb des Friedhofes, sondern während der Fotograf sich auf dem Friedhof befand, entstanden zu sein. Insgesamt vermittelt das Foto den Eindruck, als habe ein Hobby-Fotograf den Baum zentriert und zwei Drittel des Fotos einnehmend, als Hauptmotiv, festgehalten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Seine Entsprechung findet das Foto auf der folgenden Seite. Hier erwähnt der Ich-Erzähler eine auf dem Friedhof stehende Kirche als eine Art Wegmarke, die er auf der Fahrt zu Dr. Selwyns Haus, das ihm von einer Agentur zur Einmietung vorgeschlagen wurde, passiert. Auf dem Foto ist die erwähnte Kirche jedoch ebenso wenig zu sehen, wie die schottischen Pinien. Im Lesefluss erwartet der unbewanderte Rezipient, für den die in einer Erzählung verwendeten Bilder sich gewohnheitsmäßig auf den Text beziehen, zumindest eine Parallele zum Text, ein Wiedererkennen.[18] Er ist insofern irritiert, als dass diese Erwartung nicht tatsächlich erfüllt wird. Sein Lesefluss ist gestört. Ob der Friedhof tatsächlich in Norwich liegt, wie im Text beschrieben, bleibt wegen der schlechten Bildqualität und fehlender lokaler Erkennungsmerkmale offen. Ebenso offen bleibt die Frage, ob es sich bei dem abgebildeten Baum um eine Eiche oder um eine der im Text erwähnten Eiben, den auf englischen Friedhöfen häufig zu findenden „yew trees“ handelt. Eine Eibe könnte als Verweis auf Sir Thomas Browne gesehen werden. Dessen Werk „The Garden of Cyrus“, in dem es um die Geschichte der Gartenkunst geht, erwähnt Sebald in seinem Werk „Die Ringe des Saturn“.[19] Carol Jacobs sieht dagegen in dem abgebildeten Baum eine Eiche, diese wiederum als Verweis auf Gustave Courbets „Die Eiche von Vercingetorix“, die im letzten Kapitel in „Die Ausgewanderten“ abgebildet ist.[20] Steht der Baum an sich für Leben, Kraft, Schutz, Neubeginn und Ewigkeit, bringt Sebald dagegen in beiden Fällen eine eher negative Deutung ein, wenn er den Baum auf einem Friedhof stehend abbildet oder, wie in der letzten Erzählung des Werkes, ihn inmitten der Feststellung, dem Protagonisten habe das Bilder der „Eiche von Vercingetorix“ als Ausgangspunkt für seine Zerstörungsstudie gedient, einsetzt. Die Symbolik des, auf dem Bild eher als sekundäres Motiv wahrgenommenen Friedhofes als heiliger Ort, als Ort des Todes und auch der Erinnerung steht demnach nur scheinbar oder zumindest partiell in starkem Kontrast mit dem flächenmäßig dominierenden Baum. Letztlich überlässt Sebald die Deutung dem Rezipienten und fordert ihm mit dieser Aufgabenstellung heraus.[21] Festgestellt werden kann, dass die Einbringung der Abbildung in den Text für das Verständnis der Erzählung nicht erforderlich ist. Die Diskrepanz zwischen Foto und Text motiviert den Leser zu einer eigenständigen Deutung. Im Zusammenspiel mit dem ersten Wort der Erzählung, dem Wort „Ende“, drängt sich beispielsweise der Eindruck auf, das Foto weise absichtlich gleich zu Beginn des Narratives versteckt auf das Ende des Protagonisten hin.

3.2 Tennisplatz

Die rechteckige Abbildung, eine augenscheinlich ältere Schwarz-Weiß-Fotografie, zeigt einen Tennisplatz. Der übermäßig helle Himmel weist auf eine leichte Überbelichtung hin. Die Konturen sind nicht ganz klar.[22] Das Foto erscheint nicht nur mitten im Monolog des Ich-Erzählers über einen von Nussschalen übersäten Boden, sondern bildet auch das Ende der Buchseite. Die auf dem Foto nicht zu sehenden Nussschalen selbst werden auf der darauffolgenden Seite erwähnt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Gegensätzlichkeit zwischen Text und Foto sorgt für eine Verunsicherung im Lesefluss. Die nachfolgende Beschreibung des Tennisplatzes löst diese Verunsicherung zwar teilweise wieder auf, lässt jedoch die Frage aufkommen, warum sich der Autor entschied, das Foto an offensichtlich nicht passender Stelle einzubringen. Der gezeigte Ort, ein Tennisplatz, wird explizit erwähnt und so der Bezug zwischen den beiden Mediensorten hergestellt. Die Beschreibung des Platzes selbst scheint mit der Abbildung identisch, wenn auch nicht verifiziert werden kann, ob er als Teil des Anwesens zu Dr. Selwyns Haus in Hingham gehört. Die Abbildung zeigt einen vertrockneten Rasenplatz, der linksseitig von einer Mauer begrenzt wird, deren weißer Farbanstrich jedoch bereits verwitternd beziehungsweise abblätternd die vergehende Zeit dokumentiert. Das Netz, noch immer gespannt, zeigt die Spielfeldrichtung, an dessen gegenüberliegendem Ende Bäume und Sträucher eine weitere Begrenzung bilden. Das Netz selbst erscheint ebenfalls als optische Grenze, da sie quer zur Position des Betrachters gespannt ist. Das Verhältnis Himmel zu Erde im Bildausschnitt ist beinahe gleich. Der einzige Fluchtpunkt liegt zwischen den dunklen Baum- beziehungsweise Strauchgruppen und ist wiederum, in der Ferne, durch einen Wald oder anderen Grünbestand begrenzt. Die Trostlosigkeit des menschenleeren, vertrockneten Rasens und der abblätternden Mauer zeigen einen zeitbedingten Verfall. Andererseits wirken die sehr dunklen Stellen in den Bäumen und die beinahe weißen Stellen auf Rasen und Mauer wie eine Analogie zur Alzheimer-Erkrankung, bei der mit fortschreitender Krankheitsdauer immer mehr vergessen wird, es also immer mehr weiße Flecken oder leere Stellen im Bücherregal der Erinnerung gibt. Der vordergründig dargestellte Platz ist im Gegensatz zu den optischen Begrenzungen ein Sinnbild für Weite und Offenheit und in seiner Funktion als Tennisplatz auf für Jugend, Lebensfreude und Energie. Die Gegensätzlichkeit der Symbolik wirkt wiederum irritierend. Das eigentliche Sujet des Fotos scheint jedoch die Begrenzung zu sein. Denn auch das Leben als Henry Selwyn scheint von Beginn an einer zeitlichen Begrenzung unterlegen zu haben, quasi bis Hersch Seweryn wieder zurückkehrt. Genau wie im Fall der ersten Abbildung ergeben sich Wiedersprüche im Bild selbst. Dazu bemerkt Dr. Selwyn im nachfolgenden, in englischer Sprache eingebrachten Einwurf „But now the court has fallen into disrepair, like so much else around here“.[23] Dass er sein einstmals leidenschaftlich verfolgtes Hobby nicht mehr ausübt und den Platz dem Verfall überlässt, demonstriert zum einen eine passive Haltung, zum anderen aber auch seinen Rückzug aus dem sozialen Leben. Im Verlauf der Erzählung wird geschildert, dass er sich allmählich gänzlich in eine Einsiedelei zurückgezogen hat. Außerdem berichtet er, dass er am Gesellschaftsleben nicht mehr teilnimmt und bewusst „seine letzten Kontakte mit der sogenannten wirklichen Welt“ gelöst hat, und auch vom Ich-Erzähler nimmt er zum Ende hin Abstand. Das Tennisspiel, ein Gesellschaftssport, aktiv zu betreiben und damit auch den Platz weiter zu pflegen ist mit dem Rückzug, der selbst gewählten sozialen Isolation nicht vereinbar und nur ein Relikt einer fernen Vergangenheit. Die Überlassung ehemals genutzter und gepflegter Terrains an die Natur ist ein repetitiver Vorgang innerhalb der Erzählung.

[...]


[1] Thomas von Steinaecker: Literarische Foto-Texte : zur Funktion der Fotografien in den Texten Rolf Dieter Brinkmanns, Alexander Kluges und W. G. Sebalds. Bielefeld: transcript Verlag, 2007, S. 9.

[2] Thomas von Steinaecker: Literarische Foto-Texte, S. 9.

[3] Heiner Boehn>

[4] Silke Horstkotte, Karin Leonhard (Hrsg.): Lesen ist wie Sehen. Intermediale Zitate in Bild und Text. Köln: Böhlau Verlag, 2006, S. 8.

[5] Doreen Wohlleben: Effet de flou. Unschärfe als literarisches Mittel der Bewahrheitung in W. G. Sebalds Schwindel. Gefühle. In: W. G. Sebald. Politische Archäologie und melancholische Bastelei. Hrsg. von , Claudia Öhlschläger, Michael Niehaus. Berlin: Ernst Schmidt, 2006, S. 128.

[6] Thomas von Steinaecker: Literarische Foto-Texte, S. 29-30.

[7] Yahya Elsaghe u.a.: W. G. Sebald. Neue Wege der Forschung. Hrsg. von Luca Liechti, Yahya Elsaghe, Oliver Lubrich. Darmstadt: WBG Verlag, 2012, S.10-11.

[8] Uwe Schütte: W. G. Sebald : Einführung in Leben und Werk. Stuttgart: UTB Verlag, 2011, S. 9, 14, 222.

[9] Sigrid Löffler: „Melancholie ist eine Form des Widerstands“. In: Zeitschrift für Literatur: W. G. Sebald, Heft 158, 2. Aufl. München: Verlag Edition Text + Kritik im Richard Boorberg Verlag, 2012, S. 106, 107.

[10] Uwe Schütte: W. G. Sebald : Einführung in Leben und Werk, S. 12, 89.

[11] Hannes Veraguth: W.G. Sebald und die alte Schule. In: Zeitschrift für Literatur: W. G. Sebald, Heft 158, 2. Aufl. München: Verlag Edition Text + Kritik im Richard Boorberg Verlag, 2012, S. 33.

[12] Michael Niehaus: W. G. Sebalds sentimentalische Dichtung. In: W.G. Sebald: Politische Archäologie und melancholische Bastelei. Hrsg. von Claudia Öhlschläger, Michael Niehaus. Berlin: Ernst Schmidt, 2006, S. 184.

[13] Lynne Sharon Schwartz: The Emergence of Memory: Conversations with W.G.Sebald. New York: Seven Stories Press, 2007, S. 104.

[14] Uwe Schütte: W. G. Sebald : Einführung in Leben und Werk, S. 87, 89.

[15] W. G. Sebald: Die Ausgewanderten. Vier lange Erzählungen. 7. Aufl. Frankfurt a.M.: Fischer Taschenbuch Verlag, 2002, S. 24.

[16] W. G. Sebald: Die Ausgewanderten. Vier lange Erzählungen, S. 36, 37.

[17] W. G. Sebald: Die Ausgewanderten. Vier lange Erzählungen, S. 7.

[18] J. J. Long: History, Narrative, and Photographie in W.G. Sebalds Die Ausgewanderten. In: The Modern Language Review, Ausg. 98/1, 2003, S. 121.

[19] W.G. Sebald: Die Ringe des Saturn. Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag, 2003, S. 21, 30, 31.

[20] Carol Jacobs: Was heißt zählen? W.G. Sebalds ‚Die Ausgewanderten‘. In: Verschiebebahnhöfe der Erinnerung: zum Werk W.G. Sebalds. Hrsg. von Sigurd Martin, Ingo Wintermeyer. Würzburg: Königshausen & Neumann, 2007, S. 58.

[21] J. J. Long: History, Narrative, and Photographie, S. 117-137.

[22] W. G. Sebald: Die Ausgewanderten. Vier lange Erzählungen, S. 12.

[23] W. G. Sebald: Die Ausgewanderten. Vier lange Erzählungen, S. 13.

Details

Seiten
25
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668239623
ISBN (Buch)
9783668239630
Dateigröße
582 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v334226
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen – Institut für Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft
Note
1,3
Schlagworte
funktion bilder sebalds erzählung henry selwyn ausgewanderten ikonografie

Autor

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Titel: Die Funktion der Bilder in W.G. Sebalds Erzählung „Dr. Henry Selwyn“ aus  „Die Ausgewanderten“