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Redaktionssysteme im Vergleich. Das Pro und Contra von freien und kostenpflichtigen Programmen

Projektarbeit 2016 59 Seiten

Informatik - Wirtschaftsinformatik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Motivation

3. Grundlagen
3.1. Der Begriff Redaktionssystem
3.2. Arten von Redaktionssystemen5

4. Anforderungen an ein Redaktionssystem
4.1. Allgemeine Anforderungen
4.2. Anforderungen bei AKAD

5. Vorbereitung für einen Vergleich
5.1. Festlegung der Vergleichskriterien
5.2. Auswahl der Redaktionssysteme

6. Vergleich
6.1. Author-it11
6.2. ST4 Basic Line12
6.3. InterRed13
6.4. CouchCMS14
6.5. concrete515
6.6. Redaxo16
6.7. Confluence17

7. Ergebnisse des Vergleichs
7.1. Bewertung der Systeme
7.2. Empfehlung für die AKAD
7.3. Fazit

Glossar

Literaturverzeichnis

Fußnoten

Bildquellen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: grober Aufbau eines Redaktionssystems

Abbildung 2: Einfaches Redaktionssystem

Abbildung 3: XML-CMS

Abbildung 4: Marktanteile CMS-Systeme

Abbildung 5: Author-it Benutzeroberfläche

Abbildung 6: ST4 Basic Line DokuManager Benutzeroberfläche

Abbildung 7: InterRed Dashboard

Abbildung 8: CouchCMS Gallerie

Abbildung 9: concrete5 RSS-Feeds

Abbildung 10: Redaxo - Blog hinzufügen

Abbildung 11: Confluence - Benutzer hinzufügen

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: allgemeine Kriterien für den Vergleich von Redaktionssystemen

Tabelle 2: AKAD-spezifische Kriterien für den Vergleich von Redaktionssystemen

Tabelle 3: Bewertung Author-it

Tabelle 4: Bewertung ST4 Basic Line

Tabelle 5: Bewertung InterRed

Tabelle 6: Bewertung CouchCMS

Tabelle 7: Bewertung concrete5

Tabelle 8: Bewertung Redaxo

Tabelle 9: Bewertung Confluence

Tabelle 10: Bewertungsmatrix der allgemeinen Kriterien inkl. Legende

Tabelle 11: Bewertungsmatrix der AKAD-spezifischen Kriterien inkl. Legende

Tabelle 12: Definitionen mit Quellenangaben

1. Einleitung

Die Anforderungen an die Produktion von Printpublikationen haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Ob Zeitungen oder Zeitschriften, ob Lernmittel oder Kataloge, ob Verlage, Schulen oder Industrieunternehmen, ob Artikel, Produktdaten, Geschäftszahlen oder andere Inhalte: der Bereich Print erfordert Know-how, Ressourcen und teils spezialisierte Arbeitsabläufe.

Um den Prozess von der Planung bis zur Erstellung der Printpublikationen sowie die Arbeitsabläufe weitestgehend zu unterstützen, nutzen viele Unternehmen Redaktionssysteme. Auch die AKAD University ist sich des Bedarfs bewusst und möchte nun ein leistungsfähiges System, dass den Anforderungen gerecht wird.

Diese Arbeit soll nun eine Entscheidungsgrundlage darstellen, die es möglich macht für die IT als auch für die zukünftigen Nutzer des Systems, eine fundierte Auswahl für ein Redaktionssystem zu treffen. Von diesem Ziel ausgehend werden Vergleichskriterien dazu beitragen, das System aus Sicht der AKAD zu bewerten. Hierfür werden zum einen allgemeine Kriterien genutzt, die sich neben den technischen Gesichtspunkten auch mit Usability beschäftigen. Weiterhin werden dann zusätzliche Kriterien ausgewählt, die für die Anforderungen der AKAD maßgeblich sind.

Verglichen werden führende Redaktionssysteme. Dabei werden verschiedene Lizenzvarianten in Betracht gezogen. So werden OpenSource-Varianten ebenso wie kostenpflichtige Systeme mit Userlizenzen verglichen.

Nachdem die gewählten Systeme anhand der Kriterien betrachtet wurden, erfolgt eine Auswertung mit schlussendlicher Bewertung der Systeme. Ziel soll es hierbei sein, eine Empfehlung für die AKAD University auszusprechen, welches System die meisten im Idealfall alle Anforderungen erfüllt. Diese Ergebnisse werden schlussendlich in einem Fazit zusammengefasst.

2. Motivation

Die AKAD Bildungsgesellschaft mbH stellt für ihre Studenten umfangreiche Studienmaterialien zur Verfügung. Dabei ist die Qualität der Materialien sehr wichtig. Für ein effizientes Arbeiten und ein qualitativ hochwertiges Resultat ist nicht nur das Know-How der Mitarbeiter der Fachabteilung essentiell, sondern auch die richtige und passende Software.

Bislang wurden die Dokumente in verschiedenen Systemen erstellt. Teilweise sind diese alt und nicht mehr auf dem aktuellen Stand. Erstellte Dateien wurden an verschiedenen Orten in unterschiedlichen Versionen abgelegt und mehrfach gesichert. Daraus resultierten ein hoher Speicherplatzbedarf und aufwendige Sicherungsmechanismen, um die Daten zu schützen und zu archivieren.

Die Lösung ist zwar praktikabel aber auch fehleranfällig und überholt. Um besseres, effizienteres, sicheres und auch schnelleres Arbeiten zu ermöglichen, war man sich schon seit langem bewusst, dass eine andere Lösung gefunden werden muss.

Gerade in technischen Redaktionen sind Redaktionssysteme weit verbreitet und fast schon ein Muss. Die Fachabteilung hat daher bereits im Vorfeld bereits den Markt nach für die AKAD geeigneten Systemen sondiert. Dabei wurden jedoch lediglich die größten sehr bekannten Anbieter in den Vergleich einbezogen. Bei der Vielfalt der auf dem Markt befindlichen Redaktionssysteme bietet sich aber ein größerer Vergleich an, der sowohl den kommerziellen als auch den Open-Source-Bereich abdeckt.

Bislang hat sich die AKAD Bildungsgesellschaft mbH nicht für ein Redaktionssystem entschieden. Die Gründe sind nicht zuletzt in den Kosten zu suchen. Dieser Projektbericht soll zeigen, dass es neben den gängigen, bekannten, kostenpflichtigen Systemen durchaus vergleichbare, kostenfreie Systeme gibt.

Außerdem soll dieser Bericht eine Grundlage für die Entscheidung für ein neues System in der AKAD Bildungsgesellschaft mbH geben.

3. Grundlagen

3.1. Der Begriff Redaktionssystem

„Bei einem Redaktionssystem handelt es sich um eine Computeranwendung, welche die redaktionelle Pflege von publizistischen Inhalten erlaubt. Zentrale charakteristische Eigenschaft eines Redaktionssystems ist die Trennung von Inhalten und ihre Darstellung.“1 „Wesentliches Merkmal ist die Trennung von Inhalten (Content), Datenstruktur und Design (Layout) sowie die Möglichkeit der Zugriffssteuerung bzw. Workflow. Redaktionssysteme gehören rein technisch gesehen zu den Content-Management-Systemen.“2

Um die Definition noch zu erweitern, kann man sagen, dass es vier typische Kernfunktionen gibt, die Redaktionssysteme auszeichnen. Das sind Funktionen für das Erstellen, das Verwalten, das Übersetzen und das Publizieren.

Anhand dieser Kernfunktionen ergibt sich folgender einfach dargestellter Aufbau (siehe Abb. 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: grober Aufbau eines Redaktionssystems

(Quelle:http://arakanga.de/uploads/RTEmagicC_Redaktionssystem_Aufbau.gif.gif)

Die Bezeichnung Redaktionssystem wird meist Hand in Hand mit dem Begriff Content-Management- System (CMS) verwendet. Man benutzt ihn zum einen für Web-CMS, die für die Gestaltung und Verwaltung von Internetseiten benutzt werden.

„Ein Content Management System (übersetzt: Inhalts-Verwaltungs-System / abgekürzt CMS) ist eine Software, die man meist Online verwendet, um vorwiegend Webseiten gemeinschaftlich verwalten zu können. Man spricht deshalb auch von einem Redaktionssystem.“3

Andererseits wird er auch für Print-Publishing-CMS verwendet, die für Handbücher, Kataloge und allgemeine Technische Dokumentation zum Einsatz kommen. Aber die Grenzen verschwinden immer weiter. Ein gutes CMS kann Inhalte sowohl für Web, als auch für Print-Medien erzeugen und verwalten. Man spricht von Cross-Media-Publishing (CMP).

Ziel der Einführung eines Redaktionssystems ist häufig die Verbesserung der Prozesse und der Qualität, die Einsparung von Zeit und Kosten sowie die rechtzeitige Lieferung von korrekten Unterlagen.

„Ohne den Einsatz eines Redaktionssystems sind die Arbeiten in einem modernen Medienunternehmen heute kaum noch oder nur auf sehr ineffiziente Art zu leisten.“4

In den letzten Jahren wurden Redaktionssysteme immer leistungsfähiger. Gerade in der technischen Dokumentation aber auch in anderen Bereichen werden Redaktionssysteme benötigt. Aber es gibt große Unterschiede zwischen den Systemen. Daher sind eine genaue Analyse und die Nutzung einer Projektmethodik wichtig. Die Prozessanforderungen des Unternehmens müssen klar definiert sein, damit das richtige System ausgewählt werden kann.

Im Folgenden werden nun verschiedene Arten von Redaktionssystemen genauer definiert.5

3.2. Arten von Redaktionssystemen

Man kann Redaktionssysteme auf verschiedene Weise einteilen. Als grobe Unterscheidung wäre folgende denkbar:

- einfache Redaktionssysteme
- XML-Redaktionssysteme
- spezialisierte Redaktionssysteme

Einfache Redaktionssysteme verwalten Dokumente und Metadaten. Sie nutzen in Teilbereichen XML und unterstützen die Steuerung von Workflows. Sie gelten als Nachfolger einfacher DTP-Lösungen. Sie verwalten neben Dokument-Modulen auch Grafiken und Multimediadateien. Außerdem sind sie leicht aber begrenzt durch den Benutzer anpassbar. Einfache CMS verwalten einzelne Dokumente, erlauben im besten Fall eine separate Grafik- und Terminologie-Verwaltung und geben am Ende ein bekanntes Format wieder aus.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Einfaches Redaktionssystem

(Quelle:http://arakanga.de/uploads/RTEmagicC_Typ_einfache_Redaktionssysteme.gif.gif)

Ein einfaches Redaktionssystem hat verschiedene Vorteile:

- kann schnell eingeführt werden
- geringer Schulungs- und Einarbeitungsaufwand
- mögliche Gestaltung der Publikationsergebnisse
- kostengünstig
- Beschränkte XML-Funktion
- wenige Schnittstellen zu anderen Systemen
- geringfügig anpassbar

XML-Redaktionssysteme verwalten ebenfalls XML-, Nicht-XML-Dokumente und Metadaten und validieren gegen DTD/Schema. Ein XML-CMS bietet also alle Eigenschaften eines einfachen Redaktionssystems. Diese Systeme können auch die Inhalte der Dokumente interpretieren.

Außerdem sind sie flexibel anpassbar. Wie der Name schon sagt unterstützen die Systeme XML und nutzen somit ein herstellerneutrales Datenformat. XML-Redaktionssysteme verwalten Info-Objekte modular und arbeiten mit einer strikten Trennung von Inhalt und Layout. Darüber hinaus verfügt es über Eigenschaften, die den Workflow einer Abteilung wesentlich beschleunigen und qualitativ verbessern können. Um dies zu gewährleisten sind meist verschiedenen Editoren integriert.

Schnittstellen ermöglichen die Arbeit mit anderen Systemen. So könnte man beispielsweise ein Produktdatenmanagementsystem (PDM) integrieren. Somit stehen Daten aus dem gesamten Unternehmenspool zur Weiterverarbeitung auf Knopfdruck zur Verfügung. Auch die Anbindung an ein externes Translation-Memory-System ist problemlos möglich. Aufgrund der verschiedenen zusätzlichen Funktionen unterscheiden sich auch im Aufbau (siehe Abb. 3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: XML-CMS

(Quelle: http://arakanga.de/uploads/RTEmagicC_Typ_XML-Redaktionssysteme.gif.gif)

Spezialisierte Redaktionssysteme orientieren sich an den spezifischen Anforderungen eines bestimmten Marktes. Ihr grundsätzlicher Aufbau und der Umfang der Basisfunktionen entsprechen zumeist dem der XML-Redaktionssysteme. Allerdings handelt es sich dabei meist um Insellösungen, die spezifisch angepasst werden müssen, was oft sehr teuer ist.

4. Anforderungen an ein Redaktionssystem

4.1. Allgemeine Anforderungen

Die Auswahl eines passenden Redaktionssystems ist nicht einfach. Die Verantwortung ist groß, denn die Entscheidung beeinflusst viele Bereiche. So kann es beispielsweise notwendig sein, dass Arbeitsprozesse und Dokumentenformate eventuell geändert werden müssen. So stellen sich zwei sehr zentrale Fragen:

- Welches Produkt ist das Richtige?
- Wie kann man bei der Auswahl vorgehen?

Der erste Schritt ist jedoch zu definieren, welchem Zweck das System später dient und wie bzw. wo das künftige Redaktionssystem eingesetzt werden soll. Dabei ist es wichtig, nicht zu kurzfristig zu denken, denn das System muss in der Lage zu sein, sich auch zukünftigen Unternehmenssituationen anzupassen.

So entstehen weitere Fragen, die beachtet werden müssen:

- Möchte man nur eine Dokumentationsart produzieren?
- Wer arbeitet mit dem System?
- Wird das System in verschiedenen Abteilungen und für unterschiedliche Inhalte eingesetzt?
- Welche Anforderungen bestehen im Bereich Bedienbarkeit der Anwendung für Personen mit

sehr unterschiedlichem Hintergrund und Wissensstand? Neben dem technischen Know-How, das die Personen benötigen müssen, um mit einem Redaktionssystem zu arbeiten, ist natürlich auch die Art des Systems von zentraler Bedeutung.

Häufig geht die Tendenz sehr schnell in Richtung XML. Doch auch hier sollte man kritisch hinterfragen, ob diese Variante für die eigenen Anforderungen sinnvoll ist.

„Für Anwender mit komplexen Anforderungen bietet sich der Einsatz eines XML-basierten Redaktionssystems an. Diese Systeme sind insbesondere dann sinnvoll, wenn sowohl hohe Anforderungen an die Datenstrukturierung (Langlebigkeit, Sekundärnutzen usw.) als auch an die Datenorganisation (Modularisierung, Individualisierung usw.) gestellt werden.“6

XML ist formatneutral. Die Information lässt daher gut strukturieren und in Datenbanken verwalten. So kann man sie für verschiedene Medien aufbereiten. Aber XML muss auch sinnvoll eingesetzt werden, damit die Vorteile dieses Formats nicht verloren gehen. Anstatt die Information mit Hilfe aussagekräftiger Tags wie <Ersatzteil>, <Programmschritt> zu kennzeichnen, werden oft reine Layoutinformationen wie <para>, <title> oder <footnote> benutzt. XML wird in solchen Fällen nur als Layoutinstrument genutzt, d.h. nicht die Information sondern das Aussehen der Information wird verwaltet.

Auch die Möglichkeit der Bearbeitung von Informationen in ferner Zukunft muss bedacht werden. XML-Dateien beispielsweise sind nicht unbedingt in 5 oder mehr Jahren ohne weiteres bearbeitbar, denn auch die XML-Struktur sich für einen bestimmten Dokumententyp entwickelt sich weiter.

Ein weiterer wichtiger Punkt für den Erfolg eines Redaktionssystems, wie man schlussendlich auf die Daten zugreift. Es stellen sich Fragen, wie:

- Wie finde ich meine Informationsbausteine in einer Datenbank wieder?
- Mit welchen Attributen werden sie versehen?

Man muss sich bewusst sein, dass, wenn man Informationen in einem Redaktions- oder Content- Management-System verwaltet werden möchte, diese dann auch eine gewisse Struktur haben müssen.

Jedoch reichen selbst die bisher beschriebenen Punkte nicht aus, um sich für ein Redaktionssystem zu entscheiden. So ist auch die Effizienz, mit der aus einer großen Menge an Bausteinen genau die richtigen gefunden und wie schnell diese dann zu einem Dokument zusammengesetzt werden, von zentraler Bedeutung. Dies beeinflusst die Leistungsfähigkeit des Systems.

Außerdem sollte man auch wissen, ob die Datenbank des Redaktionssystems mit alten Daten aufgefüllt werden kann oder ob man sich einen Datenbestand aufbauen muss. Dabei können Schnittstellen zu anderen Systemen hilfreich sein.

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Anforderungen an ein Redaktionssystem so vielschichtig und unterschiedlich sind, wie es die jeweiligen Unternehmen am Markt sind. Da her ist es schwer, eine Entscheidungsmatrix für alle zu finden.

Zusammenfassend gibt es aber zentrale Fragestellungen, die bei der Auswahl berücksichtigt werden sollten:

Wer wird das Redaktionssystem verwenden?

Sollte XML genutzt werden, sind alle Anwender in der Lage damit umzugehen oder besteht Schulungsbedarf?

Nutzt das System einen eigenen Editor und/oder kann man auch mit externen Editoren wie Word oder FrameMaker arbeiten?

Ist das System nur für bestimmte Dokumententypen geeignet oder kann ich alle wichtigen Publikationsarten damit erstellen?

Kann das System in die IT-Umgebung des Unternehmens integriert? Muss das System angepasst werden?

Muss die eigene Informationsstruktur angepasst werden oder kann das System damit umgehen?

Wie findet das System die benötigten Bausteine? Wie präzise sind die Filter, die dabei verwendet werden können?

Wie stellt das System ein neues Dokument zusammen und wie hoch ist der zusätzliche manuelle Aufwand?

Gibt es Automatisierungsmöglichkeiten?

Kann man Informationen aus dem Altsystem migrieren?

Natürlich sind Fragen nach Preis und Lizenzmodell der Software ebenfalls Auswahlkriterien, die beachtet werden müssen.

Es ist oft sinnvoll, die Entscheidung zur Auswahl nur gut durchdacht zu treffen. So können der Aufbau eines Pflichtenhefts und die Konsultation von den Leuten im Unternehmen, die mit dem Redaktionssystem bzw. mit dem Output des Systems arbeiten sollen, hilfreich sein.

Anhand dieser Schritte ergibt sich meist eine unternehmensspezifische Entscheidungsgrundlage mit eigenen Kriterien für die Auswahl.

4.2. Anforderungen bei AKAD

Die AKAD Bildungsgesellschaft mbH hat im Rahmen von verschiedenen Sitzungen mit den Fachabteilungen und Audits eine eigene Anforderungsübersicht erstellt, die bei der Auswahl eines passenden Redaktionssystems helfen sollte.

Dabei wurde in die Bereiche Eingabe, Technik und Administration näher beleuchtet und als zentrale Kriterien festgelegt.

Im ersten Teilbereich Eingabe wurden für die AKAD Bildungsgesellschaft mbH wichtige Punkte festgelegt, die für die Auswahl eines Redaktionssystems essentiell sind. So wurden verschiedene Systeme auf folgende Eigenschaften hin überprüft:

- Können Texte auch von externen Autoren mittels Web-Client eingegeben werden?
- Können Grafiken und Bilder eingebunden werden und wie erfolgt hier die Darstellung der Farben?
- Gibt es feste Formatvorlagen und wenn ja, wie viele?
- Kann man Stichworte markieren?
- Gibt es einen Formeleditor?
- Ist das System Latex-kompatibel?
- Verfügt das System über eine Rechtschreibprüfung?

Im Bereich Technik wurden weitere zentrale Kriterien festgelegt:

- Ist das System intuitiv bedienbar? Wie hoch ist der Schulungsaufwand?
- Handelt es sich um eine Serverlösung?
- Kann das Redaktionssystem in einer Cloud betrieben werden?
- Verfügt das System über eine Seitenlayout-Ansicht?
- Gibt es eine Druckfunktion?
- Kann man mit dem System Verzeichnisse generieren?
- Nutzt das System XML?
- Welche Dateiausgabeformate gibt es und kann man Varianten verwalten?
- Existieren Schnittstellen für Druckereien? Wenn ja, welche?

Da das System später effizient und sicher eingesetzt werden soll, wurden im dritten Teil Auswahlkriterien für den Bereich Administration festgelegt. So soll das Redaktionssystem auf folgende Punkte hin überprüft werden:

- Gibt es verschiedene Formatumgebungen (z. B. für Studienbrief, Lehrgangsanleitung, wissenschaftliche Publikation, Klausuren)?
- Gibt es eine Rechteverwaltung? Können Dateizugriffe geregelt werden?
- Kann man Rollen spezifizieren und verwalten (z.B. Autor, steuernder Mitarbeiter, Rechtschreibkorrektor, Studienleiter)
- Unterstützt das System die Dokumentenversionierung? Gibt es eine Historie zu Änderungen?
- Besteht die Möglichkeit der Anlage eines "Power-User" zur Qualitäts- und Terminkontrolle?
- Existiert eine automatisierte Terminkontrolle mit Frühwarnsystem?
- Wie erfolgt das Content Management?
- Existieren Workflowkonzept?
- Kann man Auswertungen und Statistiken erstellen?

Zur genauen Eingrenzung wichtiger Auswahlkriterien wurde in diesem Zusammenhang der Prozess zur Erstellung von Studienbriefen genau definiert. Anhand dieser Definition konnten die wichtigsten, für die AKAD Bildungsgesellschaft mbH relevanten Kriterien bestimmt werden.

Natürlich sollten auch hier der Preis bzw. die entstehenden Einmalkosten sowie die monatlichen Aufwände berücksichtigt und als Kriterium betrachtet werden.

5. Vorbereitung für einen Vergleich

5.1. Festlegung der Vergleichskriterien

Grundlegend kann man sagen, ergeben sich die Vergleichskriterien automatisch durch die Anforderungen. Die Anforderungen sollten die Basis für den Vergleich darstellen. Anhand der Analyse des Prozesses der Erstellung von Studienbriefen innerhalb der AKAD Bildungsgesellschaft mbH konnte so sehr schnell die Entscheidungsmatrix aufgebaut werden.

Da es aber auch sehr viele Kriterien gibt, die für jedes Unternehmen wichtig sind, wurden in dieser Arbeit weitere allgemeine Kriterien festgelegt, die für einen Vergleich genutzt werden sollten.

Die allgemeinen und AKAD-spezifischen Kriterien werden im Folgenden benannt. In einer zusammenfassenden Tabelle werden am Ende jedes Kapitels die Kriterien ausgewählt und definiert, die für den Vergleich genutzt werden und die Grundlage des Vergleiches bilden.

5.1.2. Allgemeine Kriterien

Die Ausführungen werden die allgemeinen Auswahlkriterien für den Vergleich festlegen. Eventuelle Überschneidungen mit Kriterien der AKAD Bildungsgesellschaft werden farbig in einer zusammenfassenden Tabelle am Ende des Kapitels hervorgehoben.

Der erste Bereich umfasst die Inhaltserstellung. Die Inhaltserstellung ist bei den meisten Unternehmen der häufigste Anwendungsbereich. Eine intuitive Eingabe und Verwaltung der Inhalte wird daher vorausgesetzt egal ob es sich um nutzergenerierten Inhalt (User Generated Content) handelt oder nicht. Jedoch muss geklärt werden, welche Inhalte integriert werden können. Ein weiterer Punkt ist die Mehrsprachigkeit, denn über das Internet können einfach neue und interessante Märkte und Zielgruppen auf der ganzen Welt ohne hohe Kosten erschlossen werden. Aufgrund dessen ergeben sich folgende Vergleichskriterien im Bereich Inhaltserstellung:

- WYSIWYG - Editor vorhanden
- Integration eigener Skripte
- Direkte Einbindung anderer Medienformate außer Bilder
- Blog-System vorhanden
- Rechtschreibprüfung
- Vorschaufunktion
- Mehrsprachigkeit
- Manuelle Eingabe von Metadaten wie Schlagwörter und Beschreibung.

Auch die Benutzerverwaltung ist ein wichtiges Kriterium zur Auswahl eines Redaktionssystems. Die Anzahl der Autoren, Redakteure, Moderatoren, zu verwaltender Inhalt und die Komplexität der gewünschten Workflows bilden hier die Basis für die Entscheidung.

Daher werden für die Beurteilung der Redaktionssysteme folgende Punkte genutzt:

- Mandantenfähigkeit
- Möglichkeit zur Definition von Benutzergruppen bzw. Rollen
- Vererbung von Benutzerrechten
- Einschränkung von Benutzerrechten
- Mehrstufige Freigabekontrolle und Workflows.

Die Benutzeroberfläche ist ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung für ein Redaktionssystem, denn wenn die Oberfläche nicht leicht verständlich und übersichtlich aufgebaut ist kann das Erstellen, Bearbeiten und Verwalten von Seiten, Inhalten und Benutzern sehr zeitaufwendig werden. Aufgrund dessen wurden für diesen Bereich folgende Vergleichskriterien ausgewählt:

- Intuitive Bedienung
- Funktionsumfang
- Konfiguration des Backends (z.B. durch Reduzierung der Eingabefelder).

Nicht zu unterschätzen ist auch der Service und Support. Wenn ein CMS über entsprechende

Informationen und Ressourcen verfügt, profitiert man von einer guten Dokumentation und Tutorials in der gewünschten Sprache. Eine aktive Community gerade bei Open-Source-Projekten bietet nicht nur Antworten bei Fehlermeldungen und Warnungen, sondern entwickelt kontinuierlich die CMS Lösungen weiter und bietet immer neue Funktionen, Erweiterungen und Module.

Für den Vergleich sollen folgende Kriterien genutzt werden:

- Dokumentation und Tutorials
- Community
- Support
- Integrierte Update & Patches.

Letztlich ist der Bereich Installation ein grundlegendes Kriterium, das beachtet werden muss. Je umfangreicher und komplexer das Redaktionssystem ist, desto mehr Fachwissen und Erfahrung ist erforderlich um das CMS selbstständig zu installieren oder zu warten. Daher werden hier folgende Kriterien im Vergleich berücksichtig:

- Installationsaufwand
- Konfigurationsaufwand
- Benutzerfreundlichkeit für Redakteure
- Benutzerfreundlichkeit für Administratoren
- Strukturelle Flexibilität
- Systemvoraussetzungen.

Viele Redaktionssysteme haben eine eigene Template-Sprache, die sozusagen das Alleinstellungsmerkmal des Systems ist. Dies erhöht natürlich den Schulungsbedarf bei der Einführung des Systems. Ein weiteres Thema sind die Schnittstellen, wenn Daten auf anderen Portalen veröffentlicht oder lokale Daten in das Redaktionssystem importiert oder synchronisiert werden sollen.

Im Bereich Erweiterbarkeit und Kompatibilität wurden daher folgende Punkte für den Vergleich ausgewählt:

- Erweiterung über Extentions/Module möglich
- Erweiterung und Integration
- Backend komplett browserbasiert
- Reporting Funktionen
- XML-Schnittstelle
- Webstandards
- Template-Sprache.

Da nicht alle Kriterien, die eine Auswahl beeinflussen könnten, können in diesem Vergleich berücksichtigt werden. Dies würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Dennoch sollen noch die finanziellen und lizenzrechtlichen Kriterien abgedeckt werden. Diese bilden dann den Abschluss der allgemeinen Vergleichskriterien. Im Bereich Preis/Kosten ergeben sich folgende Kriterien:

- Einmalkosten
- Monatliche Kosten
- Lizenzmodell.

Zusammenfassend ergeben sich nun folgende allgemeinen Vergleichskriterien:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: allgemeine Kriterien für den Vergleich von Redaktionssystemen

(graue Markierungen zeigen Überschneidungen mit den Anforderungen der AKAD)

5.1.2. Wichtige Kriterien für AKAD

Die AKAD Bildungsgesellschaft mbH hat in verschiedenen Konferenzen, Sitzungen und Audits den Prozess zur Erstellung von Studienbriefen definiert und dokumentiert. Anhand dessen und durch Gespräche und Diskussionen mit entsprechenden Fachabteilungen wurde eine Übersicht über die Anforderungen an ein Redaktionssystem bei der AKAD Bildungsgesellschaft mbH erstellt. Diese Anforderungen stellen gleichzeitig die Vergleichskriterien dar. Da die Anforderungen bereits beschrieben wurden, wird hier auf eine genaue Erläuterung der Kriterien verzichtet.

Als Zusammenfassung zeigt die folgende Tabelle die Kriterien, die für die AKAD Bildungsgesellschaft mbH für einen Vergleich und die spätere Auswahl eines Redaktionssystems dienen sollen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: AKAD-spezifische Kriterien für den Vergleich von Redaktionssystemen

(graue Markierung zeigen Überschneidungen mit den Anforderungen der AKAD)

5.2. Auswahl der Redaktionssysteme

Die Zahl der am Markt erhältlichen Redaktionssysteme ist sehr groß. Wenn man den Nutzen von Redaktionssystemen erkannt und sich zur Einführung entschlossen hat, steht man vor der schwierigen Aufgabe, das passende System auszuwählen.

Die Grundlage für einen Vergleich ist die Auswahl verschiedener Systeme, die verglichen werden sollen. Dabei ist eine grobe Marktanalyse sinnvoll. Abbildung 4 zeigt die Marktanteile von CMS- Systemen. Dabei fällt auf, dass Wordpress prozentual am häufigsten genutzt wird gefolgt von Joomla und Drupal.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Marktanteile CMS-Systeme

(Quelle: http://www.opensourcecms.com/general/cms-marketshare.php)

[...]


1 Quelle: https://www.arocom.de/de/fachbegriffe/redaktionssystem

2 Quelle: http://www.belsignum.de/typo3-internetagentur/redaktionssysteme.html

3 Quelle: http://www.janik.cc/webdesigner-blog/2012/04/cms-content-management-system/

4 Quelle: Ehrhardt F. Heinold/PD Dr. Svenja Hagenhoff, Change Management in Fachverlagen

5 Quelle: http://arakanga.de/redaktionssystemen/?L=%2Fproc%2Fself%2Fenviron

6 Quelle: Error! Hyperlink reference not valid. AFQjCNEtcwmXbdPtxfJRr0FN7imWgqq6lQ&bvm=bv.119408272,d.d2s - S.2

Details

Seiten
59
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668242661
ISBN (Buch)
9783668242678
Dateigröße
1.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v334161
Institution / Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart – AKAD Bildungsgesellschaft mbH
Note
2,0
Schlagworte
Redaktionssysteme AKAD Author-it ST4 Basic Line InterRed CouchCMS concrete5 Redaxo Confluence

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Titel: Redaktionssysteme im Vergleich. Das Pro und Contra von freien und kostenpflichtigen Programmen