Lade Inhalt...

Sportliche Aktivitäten und Qualifikationserwerb

Eine empirische Datenanalyse mit den Daten des Sozio-ökonomischen Panels

von N.Y. Do (Autor)

Bachelorarbeit 2016 36 Seiten

VWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Hintergrund und empirische Evidenz
2.1 Theoretischer Hintergrund
2.2 Empirische Evidenz

3 Datenanalyse
3.1 Verwendete Daten
3.2 Methodik
3.3 Ergebnisse

4 Einordnung der Ergebnisse in den theoretischen Hintergrund

5 Diskussion

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Tabellenanhang

1 Einleitung

Die vorliegende Bachelorarbeit geht der Frage nach, ob und inwiefern Sport den Bildungsgrad beeinflusst. Diese Dissertation analysiert, wie sportliche Aktivitäten und der Qualifikationserwerb zusammenhängen. Als Basisliteratur dient die Studie „The impact of participation in sports on educational attainment – New evidence from Germany“ von Christian Pfeifer und Thomas Cornelißen (2010). Dabei benutzen die Autoren Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) von den Jahren 2000 bis 2005 (Pfeifer und Cornelißen 2010). Die Studie ermittelt die positiven Auswirkungen von Sport auf die schulischen sowie akademischen Leistungen. Der Fokus soll jedoch auf der Untersuchung einer weitgehend ähnlichen Problematik liegen, indem der Zusammenhang zwischen Sport und Qualifikationen hergestellt wird. Somit liegt der Schwerpunkt der Untersuchung in der Auswirkung von Sport auf den Bildungsgrad. Im Bildungsgrad wird unterschieden zwischen akademischen Absolventen der Universität sowie den Fachhochschulen, und den Ausbildungsabsolventen. Dabei wird der akademische Abschluss als eine höhere Qualifikation angesehen. Es wird ergründet, ob tendenziell die Aussage getroffen werden kann, dass Personen, die sportliche Aktivitäten ausüben, auch bessere Leistungen im Qualifikationserwerb erzielen. Hierbei werden aktuellere Daten und andere Variablen als bei der Basisliteratur verwendet. Beispielsweise wird die Freizeitvariable Musik miteinbezogen. Einbezogen werden nun die aktuellsten Jahreszahlen, die der SOEP vorzuweisen hat, von 2008 bis 2013. Die Zeitspanne von sechs Jahren soll wie bei der Studie von Pfeifer und Cornelißen beibehalten werden. Um die Effekte herauszukristallisieren, werden die Daten mit Basismethoden der Statistik, sowie der Regressionstechniken in STATA 11 (StataCorp LP, Texas USA) ausgeführt und ausgewertet. Um zu überprüfen, ob Sport einen positiven Einfluss auf die aktuelle Ausbildung und Weiterbildung ausübt, werden zusätzlich noch weitere Variablen, wie zum Beispiel das Geschlecht oder das Alter hinzugezogen und kontrolliert. Die unabhängige Variable erfasste in der vorliegenden Abhandlung, ob die Probanden während ihrer Jugend Sport ausübten. So kann herausgestellt werden, ob Jugendsport den Abschluss beeinflusst. Wie bereits erwähnt werden weitere unabhängige Variablen hinzugezogen, wie Alter, Geschlecht, Migrationshintergrund, die Lebenszufriedenheit und das Musizieren in der Jugend, um den Einfluss dieser potentiellen Störvariablen auszuschließen. In dem Punkt Ergebnisse werden die Resultate der Datenanalyse aufgelistet und im Anschluss in die Theorie eingeordnet. Am Ende dieser Arbeit wird diskutiert welche Fördermöglichkeiten bezüglich des Sports für Deutschland bestehen, außerdem wird das Thema Gesundheit und sportliche Prävention aufgegriffen. Letztlich wird die gesamte Thematik aufgearbeitet und ein Fazit gezogen.

2 Theoretischer Hintergrund und empirische Evidenz

In den folgenden Abschnitten werden kurz der theoretische Hintergrund und die empirische Evidenz vorgestellt. Der theoretische Hintergrund beinhaltet Ansätze und Theorien, auf die sich die verschiedenen Sichtweisen bezüglich der Effizienz von Sport beziehen. Der zweite Teil behandelt die empirische Evidenz.

2.1 Theoretischer Hintergrund

Ökonomische Datenanalysen im Bereich des Sports sind seit einigen Jahren sehr populär geworden (Sloane 2006) und es liegen viele Ansichten über Sport und dessen Effekte vor. Es gibt Ökonomen, die im Sport einen Zusammenhang mit dem späteren beruflichen Erfolg erkennen. Demgegenüber gibt es allerdings auch Wissenschaftler, die Sport als kontraproduktiv erachten.

Letztlich gibt es zwei in sich widersprüchliche Positionen. Auf der einen Seite wird Sport, insbesondere der Leistungssport, als zeitraubend empfunden. Dies wiederum hat zur Folge, dass weniger Zeit für die schulische und berufliche Ausbildung bleibt. Mc Knight et al. (2009) etwa fanden heraus, dass Sport sogar beruflichen Erfolg behindern kann. Sportler verlieren nach ihrem sportlichen Ruhestand an Selbstbewusstsein noch außerhalb des Sports erfolgreich zu sein (Mc Knight et al. 2009). Infolgedessen wird dadurch ein geringerer akademischer Bildungsgrad erlangt (Dewenter und Giessing 2015). Auf der anderen Seite jedoch wird argumentiert, dass durch die Ausübung von Leistungssport besondere Charaktereigenschaften ausgebildet werden oder verstärkt werden, die für eine Ausbildung oder eine berufliche Karriere außerhalb des Sports förderlich sein könnten (Dewenter und Giessing 2015).

Die Theorie „A theory of the allocation of time“ von Becker besagt, dass Individuen über ein beschränktes Maß an Zeit und Ressourcen verfügen. Dieses beschränkte Maß lässt Individuen nur ein bestimmtes Bündel an Tätigkeiten durchführen (Becker 1965). Des Weiteren deutet die Theorie auf wachsende Skaleneffekte hin: Je länger geübt oder eine Handlung wiederholt wird, desto besser wird die Leistung. Ein Mensch wird mit der Zeit in seinen Tätigkeiten schneller und effizienter. Wenn die Tätigkeiten auf ihren Wert hin betrachtet werden, dann würden die Kosten für die steigende Produktivität zwar gleich bleiben, aber es käme zu einem Zeitersparnis (Becker 1965). Ein weiterer wichtiger Ansatz der Theorie bezieht sich auf den Aspekt der Freizeit. Der Theorie zur Folge ist Freizeit nicht gleich Freizeit. Es gibt typische Aktivitäten, die als Freizeitaktivitäten angesehen werden, welche intensiv in Kosten und verbundenem Aufwand sind, wie zum Beispiel der Besuch in einer Diskothek (Becker 1965). Es gibt aber auch Freizeitaktivitäten, welche die Zeit der Personen in Anspruch nehmen und diese dabei auf zusätzliches Einkommen verzichten. Dazu zählt zum Beispiel die Kinderfürsorge oder der Besuch beim Frisör (Becker 1965). Es wird des Weiteren unterschieden zwischen Arbeiten und Nicht-Arbeiten. In diesem Zusammenhang fällt das Stichwort „Productive Consumption“, was so viel bedeutet, dass Aktivitäten, die nicht als Arbeit gewertet werden, auch einen Mehrwert generieren können (Becker 1965). Die Bedeutung der Theorie auf den Leistungssport bezogen wäre demzufolge, dass Leistungssportler den größten Teil ihrer verfügbaren Zeit in den Sport aufwenden. Wenn der Sportler jedoch viel übt und sich weiterentwickelt, dann wird er in seiner Sportart besser und wendet damit später weniger Zeit in die Ausführung auf (Dewenter und Giessing 2015). Kurzfristig resultiert dies in mehr Freizeit für ihn, die er entweder in Bildung investieren kann oder alternativ erneut in Sport, wodurch er noch bessere Ergebnisse erzielen kann. Wenn er sich für den Sport entscheidet, bleibt keine Zeit für die akademische Bildung. Diese Argumentation verdeutlicht, dass Leistungssport keinen Mehrnutzen zum Qualifikationserwerb beitragen kann. Anders hingegen wirken sich sportliche Aktivitäten in geringer „Dosis“ aus: Wenn Sport geringfügig ausgeübt wird, dann wird die verbliebene Zeit anders genutzt und es entstehen andere Konsumbündel. Sport könnte in diesem Fall dabei helfen, andere schlechte Angewohnheiten oder Freizeitaktivitäten zu mindern oder zu ersetzen. Anstatt abends in die Diskothek feiern zu gehen oder fernzusehen, könnte stattdessen Sport ausgeübt werden (Pfeifer und Cornelißen 2010) – somit könnte Sport die Zeit anders füllen. Laut der „Productive Consumption Theorie“ kann auf diese Art das Individuum seine Ressourcen anders verwenden: Es kann sich somit eher auf den schulischen beziehungsweise akademischen Aspekt konzentrieren und sich dementsprechend spezialisieren (Pfeifer und Cornelißen 2010). Diese Art von Freizeit generiert somit einen Mehrwert bezüglich schulischer und akademischer Leistung (Pfeifer und Cornelißen 2010).

Neben der „Productive Consumption“ Theorie stellt die „Humankapitaltheorie“ einen wichtigen weiteren Ansatz in Hinblick auf die mögliche Verbindung zwischen Sport und dem Bildungsgrad dar. Die Humankapitaltheorie ist wegen der Verbindung zur Bildung sehr populär (Gerlach 2009). Nach der Theorie entscheidet sich das Individuum für oder gegen eine Bildung, welche mit dem Humankapital gleichzusetzen ist (Blauermel und Sesselmeier 1997). Je größer das Humankapital eines Individuums, desto größer ist seine Produktivität. Um dieses Humankapital zu generieren bedarf es finanzieller und zeitlicher Investitionen. Diese Nachteile werden nach einer gewissen Zeit kompensiert (Anger et al. 2010).

Wird die Humankapitaltheorie nun auf die Ausübung von Sport hin betrachtet und das Aneignen von Wissen als akademische Bildung angesehen, dann hat sich das Individuum bereits gegen die Bildung entschieden und investiert lieber in Sport. Folglich ist das Individuum nicht produktiv und es wird weder finanziell noch zeitlich für höhere Bildung investieren. Wenn Sport jedoch als Teil der Bildung gesehen wird und die Charakterbildung als Humankapital angesehen wird, dann investiert das Individuum hauptsächlich Zeit, aber verliert keine Zeit in das Aneignen von spezifischen Wissen. Sport kompensiert den Verlust durch Charakterbildung (Pfeifer und Cornelißen 2010). Ebenso wird Sport als produktiver Konsum angesehen, welches den Bestand an Humankapital erhöht (Dewenter und Giessing 2015). Dies steigert somit die individuelle Arbeitsproduktivität. Zum Humankapital, der aus Sport gewonnen wird, zählen beispielsweise die Eigenschaften Zielstrebigkeit, die Fähigkeit Pläne zu entwickeln und das Durchsetzungsvermögen (Dewenter und Giessing 2015).

2.2 Empirische Evidenz

Wie bereits in der Einleitung herausgestellt kann die Frage, welchen Einfluss (Leistungs-)Sport auf den Bildungsgrad ausübt, aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden, zu denen entsprechend empirische Belege zu nennen sind. Im Folgenden werden nun einige der wichtigsten empirischen Belege für eine positive Wirkung von Sport auf den Erwerb von Qualifikationen vorgestellt.

Zu Beginn soll die Studie von Emrich et al. „Determinanten des beruflichen Einstiegs in den Arbeitsmarkt – dargestellt an Absolventen des Saarbrücker Diplomstudienganges Sportwissenschaft“ (2009) angeführt werden. In ihrer Studie führten die Autoren eine Querschnittsuntersuchung durch, in welcher Saarbrücker Diplomsportstudenten zu den Determinanten des beruflichen Einstiegs in den Arbeitsmarkt befragt worden sind. Das Ergebnis zeigte, dass nicht allein die erworbenen Qualifikationen ausschlaggebend für den Einstieg in das Berufsleben sind, sondern auch das Sozialkapital. Sportler mit vielen schwachen Beziehungen fällt es leichter in den Arbeitsmarkt einzutreten, als im Vergleich zu Sportlern, die wenige starke Beziehungen pflegen (Emrich et al. 2009). Verallgemeinert kann gesagt werden, dass Beziehungen in der Arbeitswelt wichtig sind.

In einer Studie von 2009 untersuchte Michael Lechner, mit Hilfe des Sozio-ökonomischen Panels, die langfristigen Auswirkungen von Einzelsportaktivitäten. Dabei legte er sein Hauptaugenmerk auf den Arbeitsmarkt und gesundheitlichen Effekte. Er stellte heraus, dass sportliche Aktivitäten signifikant positiv mit dem Erfolg auf dem Arbeitsmarkt, sowie dem gesundheitlichen Wohlbefinden korreliert sind (Lechner 2009).

Um diese Ergebnisse genauer zu beleuchten, kann der Aufbau der Studie im Detail betrachtet werden. Lechner hat zum Zwecke seiner Studie die Untersuchungspersonen in zwei Gruppen eingeteilt: Sportler und Nicht-Sportler. Um diese beiden Gruppen untersuchen zu können, war die Übereinstimmung von Charaktereigenschaften notwendig (Lechner 2009). Um dies sicherzustellen, wurde ein Zeitraum von mehreren Jahren betrachtet. Anschließend wurden getrennte Auswertungen für Frauen und Männer vorgenommen. Dabei wurde gemessen, wie oft Probanden Sport ausüben. Eine wöchentliche Sportfrequenz von 38 Prozent bei Männern und 36 Prozent bei Frauen wurde beispielsweise als oft angesehen, d.h. aktive Männer und Frauen treiben an zwei bis drei Tagen in der Woche Sport. Um was für Sportarten es sich handelt, bleibt den Lesern jedoch vorenthalten. Es stellt sich heraus, dass bei Frauen die Tendenz besteht, im Alter vermehrt Sport auszuüben. Bei Männern bleibt es mit kleinen Schwankungen konstant. Es wurden im weiteren Verlauf der Studie weitere Werte untersucht, wie der der Bildung. Es fällt auf, dass die Gruppe akademischer Absolventen am meisten Sport betätigt, insgesamt zu 69 Prozent. Dies indiziert möglicherweise, dass sportliche Aktivität den Bildungsgrad beeinflusst. Insgesamt zeigte sich eine positive Auswirkung sportlicher Aktivität.

Ob Leistungssportler erfolgreich den Umstieg von Sport in den Beruf meistern und welche Voraussetzungen dafür gegeben sein müssen, damit befasste sich Eva Paff (2004). Sie befragte Ex-Sportler aus verschiedenen Sportarten, um herauszufinden, wie diese den Einstieg in die Berufswelt gemeistert haben. Es kristallisierten sich drei verschiedene Gruppen heraus, die a) einen erfolgreichen Umstieg vollbracht haben, b) einen teilweise erfolgreichen Umstieg und c) einen nicht erfolgreichen Umstieg bewältigt haben (Paff 2004). Ob ein Umstieg erfolgreich war oder nicht, zeichnet sich mit der Zufriedenheit des Umstiegs der Sportler aus. Die erste Gruppe konnte den Einstieg gut meistern, da diese schon während ihrer Sportkarriere eine Doppelbelastung auf sich nahmen, indem sie während des Sports eine Berufsausbildung absolvierten oder gar studierten. Die zweite Gruppe fand nach der sportlichen Karriere schnell einen Ausbildungsplatz. Nicht zufriedene Sportler zeichnen sich in der dritten Gruppe aus. Diese fanden nach der sportlichen Laufbahn keine zufriedenstellende Arbeitsstelle, bildeten jedoch die Minderheit. Insgesamt kann festgehalten werden, dass Sportler tendenziell erfolgreich in ihrem Qualifikationserwerb und späteren Berufung sind und es nur vereinzelt Ausnahmen gibt, die auf einen gleichzeitigen oder späteren Qualifikationserwerb verzichten (Paff 2004).

Dewenter und Giessing führten im Jahr 2015 nach Lechner (2009) eine Studie durch, welche die Langzeiteffekte der Sportförderung untersuchte. Die Frage dabei war, ob Leistungssportler später im selben Beruf mehr verdienen als Nicht-Sportler. Um der Frage auf den Grund zu gehen, wurden auch hierbei wie bereits bei Lechner zwei Gruppen erstellt. Die Probanden der Kontroll- und Treatmentgruppen sollten, analog zu Lechner’s Untersuchung, ebenfalls dieselben Charaktereigenschaften aufweisen. Anschließend wurden die Berufe und die entsprechenden Gehälter klassifiziert. Es zeigte sich, dass Sportler ein erhöhtes Einkommen aufweisen (Dewenter und Giessing 2015), jedoch fehlen bei dieser Studie wichtige Informationen. Es gibt keine Informationen darüber, ob die Sportler auch ohne Ausübung von Sport ein höheres Gehalt aufgewiesen hätten. Somit bleibt unklar, ob das erhöhte Gehalt tatsächlich auf die Ausübung von Sport zurückzuführen ist. Es kann lediglich argumentiert werden, dass die Ausübung von Sport Charaktereigenschaften ausbildet, die dem späteren Beruf dienlich sein können (Dewenter und Giessing 2015).

Eine ähnliche Studie, in der ein Vergleich der Gehälter durchgeführt wurde, trägt den Titel „The Impact of Participation in Intercollegiate Athletics on Income and Graduation“ und wurde 1991 von Long und Caudill durchgeführt. Dabei wurden wiederum Athleten mit Nicht-Athleten verglichen, wobei die Athleten Spitzensportler am College waren. Der Vergleich zwischen Männern und Frauen zeigte interessante Unterschiede: Sportliche Männer verdienen 4 Prozent mehr als ihre unsportlichen Mitstudierenden, wohingegen bei Frauen ein kleinerer Effekt zu verzeichnen ist. Auch sind die universitären Leistungen insgesamt von sporttreibenen Frauen und Männern deutlich höher als jene der Nicht-Sportler (Long und Caudill 1991). Auch die Autoren dieser Studie setzen den Zusammenhang der Leistungssteigerung mit der zusätzlichen Ausprägung positiver Charaktereigenschaften in Verbindung.

Eine weitere Studie, die sich mit dem Hochleistungssport und den Berufschancen auseinandersetzt, wurde von Siegfried Nagel und Achim Conzelmann (2006) durchgeführt. Hierbei bedienten die Autoren sich eines Fragebogens, mit welchem sie ehemalige Olympiateilnehmer und Sportler, die nicht an der Olympia teilnahmen befragten. Es wurde dann ein cluster-analytisches Verfahren benutzt. In der Folge wurden die Gruppen von Sportlern analysiert und verglichen. Die Olympiateilnehmer sind durch die hohen zeitlichen Belastungen, im Vergleich zu normalen Athleten, nur bedingt beeinträchtigt. Zwar können sie die Zeit nicht in ihre Karriere investieren, da ihnen nur ein bestimmtes Budget an Zeit verbleibt, wie in der Theorie „Allocation of time“ schon beschrieben, doch können sie diese Lücke durch Erfahrungen und Kontakte ausgleichen.

Ein weiteres Indiz, weshalb Sport zum Qualifikationserwerb behilflich sein kann, ist der BIP-6F Test (2013), welcher von Schmidt und Saller durchgeführt und ausgewertet wurde. Es wurde mit dem Test ein Persönlichkeitsprofil von Leistungssportlern und Bachelor-, sowie Masterstudenten der European Business School hergestellt. Der BIP-6F testet die Athleten sowie Studenten auf ihre Persönlichkeitsmerkmale. So bewegten sich die Werte für Leistungsmotivation, Disziplin und Stabilität bei Sportlern und Studenten im selben Bereich. Nur die Sozialkompetenz und das Durchsetzungsvermögen überwogen bei den Studenten. Die Ergebnisse deuten folglich darauf hin, dass Leistungssportler und Studenten insgesamt vergleichbare Werte aufweisen.

[...]

Details

Seiten
36
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668237261
ISBN (Buch)
9783668237278
Dateigröße
990 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v334061
Institution / Hochschule
Universität Trier
Note
2,0
Schlagworte
Sport Personalökonomik Datenanalyse Schule Bildung Studium Stata Soep

Autor

  • N.Y. Do (Autor)

Teilen

Zurück

Titel: Sportliche Aktivitäten und Qualifikationserwerb