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Systemintegration innerhalb des Electronic Business

Seminararbeit 2002 23 Seiten

Informatik - Wirtschaftsinformatik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Lösungstechnologien für die Systemintegration
2.1 Internet
2.2 XML
2.3 Middleware und CORBA

3 Blick auf das gesamte Unternehmenssystem: die betrieblichen Prozesse

4 Die Schnittstelle betriebswirtschaftliches System – IT-System

5 Die Integration der Komponenten eines IT-Systems
5.1 Integration der Anwendungssysteme
5.2 Integration der Datenbasis

6 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Unternehmenswelt befindet sich derzeit im Wandel. Angetrieben durch schnell fortschreitende Entwicklungen der Technik und veränderte Rahmenbedingungen, wie Globalisierung und die heutige Informationsgesellschaft, verändern Unternehmen ihre traditionellen Arbeitsmethoden. Das moderne Unternehmen setzt auf Electronic Business (E-Business). In einer weit gefassten Definition ist Electronic Business der Oberbegriff für alle Formen elektronisch abgewickelter Geschäftsvorgänge. Ein E-Business wird aufgebaut durch den Einsatz elektronischer Informations- und Kommunikations-Technologien in allen Unternehmensbereichen.[1] So einfach und allgemein diese Annäherung an das Phänomen E-Business ist, so vielfältig und komplex sind die Probleme, die sich bei der konkreten Gestaltung eines „E-Business“ ergeben. Betrachtet man das Unternehmen als System,[2] so sind eine Vielzahl von Subsystemen, Komponenten und Schnittstellen erkennbar. All diese Systemelemente müssen miteinander verknüpft werden, um ein Ganzes zu schaffen und das Ziel des Systems Unternehmen, Gewinne zu erwirtschaften, zu erreichen. Diesen Vorgang bzw. das Ergebnis dieses Vorgangs bezeichnet man als Systemintegration.[3]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Modell Unternehmenssystem mit Schnittstellen

Die folgende Hausarbeit soll einen Überblick über die Problematik der Systemintegration geben. Um die Komplexität der Thematik zu bewältigen, wird ein stark vereinfachender Modellrahmen als Hilfe zur Strukturierung verwendet (Abbildung 1). Das System Unternehmen enthält in diesem Modell die zwei Subsysteme betriebswirtschaftliches System, bestehend aus Organisation und Mitarbeitern, und dem System der Informationstechnologie (IT-System), die miteinander interagieren. Außerdem bestehen Beziehungen zur Unternehmensumwelt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: IT-System mit Schnittstelle zwischen Anwendungssystem und Datenbanksystem

Besondere Bedeutung hat hierbei die Betrachtung des IT-Systems als Grundlage für ein E-Business, weshalb hier der Schwerpunkt der Hausarbeit liegen wird. Im allgemeinen besteht ein IT-System aus Komponenten zur Unterstützung von Kommunikations- und Informationsprozessen.[4] Im Modell wird es beispielhaft durch die Subsysteme Anwendungen und Datenbank[5] gebildet.

Das Problem der Systemintegration wird als Problematik des Schnittstellen-Management innerhalb eines Unternehmens bzw. zur Unternehmensumwelt aufgefasst: an jeder Schnittstelle besteht die Notwendigkeit zur Systemintegration. Es werden zunächst einige Basistechnologien vorgestellt, die zur Lösung von Schnittstellen-Problemen geeignet sind. Danach werden die Probleme auf den verschiedenen Systemebenen beschrieben und Lösungsansätze aufgezeigt . Dabei wird mit der obersten Systemebene begonnen, indem eine Betrachtung der betrieblichen Prozesse auf Unternehmensebene vorgenommen wird. Dann wird die Schnittstelle zwischen dem betriebswirtschaftlichen System und dem IT-System untersucht und schließlich das IT-System betrachtet. Da eine unüberschaubare Vielfalt an technischen Produkten und Herstellern besteht, werden jeweils beispielhaft verbreitete Systeme einzelner Hersteller erläutert. Dies ist einem generellen Verständnis förderlicher als ein umfassender Überblick über alle am Markt existierenden Lösungen.

2 Lösungstechnologien für die Systemintegration

Aufgrund der Vielfältigkeit der existierenden Systemkomponenten und daraus resultierenden Schnittstellen gibt es auch ein großes Angebot von technischen Lösungen zur Systemintegration. Wünschenswert wäre ein universell einsetzbares Mittel zur Kommunikation zwischen Systemkomponenten, am besten nicht nur zwischen verschiedenen technischen Systemen, sondern auch zwischen Mensch und Technik. Ein solches Kommunikationsmittel zu realisieren ist nahezu unmöglich, eine praktikablere Lösung ist die Entwicklung von verbindenden Technologien. Problematisch bei der Verwirklichung der Zusammenarbeit verschiedener Systeme ist, dass sich Hersteller von Informations- und Kommunikationstechnologien bisher nicht auf einen gemeinsamen Standard einigen konnten, sondern es vorziehen, proprietäre Lösungen für spezielle Anwendungen zu entwickeln.[6] Hier scheint sich jedoch ein Wandel anzukündigen, da Hersteller sich teilweise zusammenschließen und gemeinsam bestimmte Standards entwickeln oder fördern. In dieser Hinsicht aussichtsreiche Standards bzw. Technologien sind Internet, XML und der Middleware-Standard CORBA, die im folgenden erläutert werden.

2.1 Internet

Als Internet wird die Gesamtheit aller autonomen Netze und Rechner bezeichnet, die über TCP/IP-Verbindungen[7] erreichbar sind.[8] Mit dem Internet ist es gelungen, ein offenes Kommunikationssystem zu schaffen, in das unterschiedlichste Systemwelten integriert werden können.[9] Es abstrahiert von eingesetzter Hardware und Software und ist somit plattformunabhängig. Aus dem Internet sind weltweit gültige Standards und Protokolle hervorgegangen, welche sich auch für betriebliche Zwecke der Kommunikation und Information eignen.[10]

Eine Möglichkeit der Nutzung der Vorteile des Internets besteht in dem Aufbau eines Intranets. Ein Intranet entsteht, wenn man im unternehmensinternen Netzwerk hauptsächlich die aus dem Internet bekannten Protokolle und Dienste benutzt und die Informationen des Unternehmens soweit wie möglich auf Web-Servern[11] lagert. Im Gegensatz zum Internet hat das Intranet einen identifizierten Benutzer und Betreiber (das Unternehmen) und steht nur einem von diesem definierten Benutzerkreis (den Mitarbeitern) zur Verfügung.[12] Die Mitarbeiter haben mithilfe eines Browsers[13] Zugriff auf die gespeicherten Informationen. Ein Intranet hat im Hinblick auf die Systemintegration folgende Vorteile:[14]

- Unabhängigkeit von Plattformen und Betriebssystemen[15]
- Offene, erweiterbare Standards
- Es bestehen Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Netzen, z.B. mit dem Internet oder dem Intranet eines Geschäftspartners.[16]

Ein Intranet erfordert ein strukturiertes und leistungsfähiges unternehmensinternes Netzwerk und ein für das Intranet passendes Betriebskonzept des Netzwerkes, wie z.B. klar definierte Benutzer- und Administratorrechte sowie eine klare Auswahl der bereitzustellenden Informationen.

Die Internet/Intranet-Technologien haben das Potential, bestehende Systemgrenzen zu überwinden. Dadurch kann der Betriebsaufwand des IT-Systems verringert werden. Gleichzeitig erhöht sich allerdings der Aufwand für die Organisation der Informationen. Für die Benutzer im Unternehmen sind durch ein Intranet sehr viel mehr Informationen zugänglich, die deshalb entsprechen organisiert und evtl. benutzerspezifisch gefiltert werden müssen.[17]

2.2 XML

Eine Möglichkeit der Kommunikation zwischen verschiedenen Systemen bietet XML (Extensible Markup Language). Bei XML handelt es sich um einen flexiblen, textbasierenden, plattformunabhängigen Standard zur Formatierung von Dokumenten.[18] Mit XML werden inhaltliche Strukturen von Daten und Dokumenten anwendungs- und herstellerneutral beschrieben. Dadurch wird der Austausch und die Weiterverarbeitung von Informationen zwischen Systemen ermöglicht.[19] Inhalt und Darstellung der Daten werden getrennt übermittelt. Die Regeln für Form und Inhalt der Daten in einer XML-Datei werden in der DTD (Document Type Definition) festgehalten. Das Beispiel in Abbildung 3 veranschaulicht den Aufbau eines XML-Dokuments.

[...]


[1] Vgl. REBSTOCK, 2000, S.6.

[2] System: „Ein System besteht aus einer Menge von Elementen, die über Beziehungen für die Erreichung eines bestimmten Ziels interagieren. Ein System kommuniziert und interagiert üblicherweise mit seiner Umwelt, ist aber von dieser klar abgegrenzt.“ SCHWARZE, 2000, S.127.

[3] Vgl. HEINRICH/ROITHMAYR, 1998, S.276, S.516.

[4] Vgl. HEINRICH/ROITHMAYR, 1998, S.523.

[5] Definition Datenbank: „Eine Datenbank ist die gemeinsame Speicherung logisch zusammenhängender Daten, um die Informationsbedürfnisse verschiedener Anwender einer Organisation zu befriedigen.“ SCHWARZE, 2000, S.246.

[6] Vgl. THOME, 1999, S.176.

[7] Definition TCP/IP Protokolle: Das Transport Control Protocol (TCP) stellt die Verbindung zwischen zwei Rechnern her. Das Internet Protocol (IP) ist verantwortlich für das Format und die Adressierung von Datenpaketen. Vgl. WEBOPEDIA, 2000.

Definition Protokoll: „Ein Protokoll bzw. Kommunikationsprotokoll (Communication Protocol) umfasst sämtliche Vereinbarungen, Verabredungen und Regeln, die bei der Kommunikation zwischen Partnern zu beachten sind.“ SCHWARZE, 2000, S.106.

[8] Vgl. SCHWARZE, 2000, S.121.

[9] Vgl. KAUFFELS, 1998, S.91; THOME, 1999, S.177.

[10] Vgl. HESS, 1999, S.186.

[11] Definition Server: „Ein Server ist ein Rechner, der in einem Rechnerverbund Dienstleistungen für andere Rechner erbringt.“ SCHWARZE, 2000, S.79.

[12] Vgl. KAUFFELS, 1998, S.112-113.

[13] Definition Browser: Browser sind eine spezielle Software, die den Zugang zum Internet ermöglichen. Vgl. SCHWARZE, 2000, S.124.

[14] Vgl. KAUFFELS, 1998, S.123.

[15] Definition Betriebssystem: „Die Steuerungs- und Kontrollprogramme für die Hardware bzw. für die Hardwarekomponenten ergeben das Betriebssystem.“ SCHWARZE, 2000, S.85.

[16] Vgl. KAUFFELS, 1998, S.118.

[17] Vgl. KAUFFELS, 1998, S.124.

[18] Vgl. SCHINZER/THOME, 1999, S.209; NOMMENSEN, 2000, S.69.

[19] Vgl. ANDELFINGER/KITTLAUS, 2000, S.509.

Details

Seiten
23
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638120166
Dateigröße
591 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v3307
Institution / Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover – Wirtschaftsinformatik
Note
1,0
Schlagworte
Electronic Business Systemintegration Schnittstellen

Autor

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