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Operationelle Risiken - Möglichkeiten der Übertragbarkeit von szenariobasierten Planungstechniken aus der strategischen Planung auf Risikobewertungen

Seminararbeit 2004 22 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung

2 Grundlagen der operationellen Risiken
2.1 Abgrenzung der operationellen Risiken
2.2 Identifikation der operationellen Risiken
2.3 Risikobewertung
2.4 Quantifizierung der operationellen Risiken nach Basel II
2.5 Externe Daten

3 Szenariobasierte Planungstechniken
3.1 Grundlagen der strategischen Planung
3.2 Szenarioanalyse
3.3 Delphi-Methode

4 Fallstudie zur Risikobewertung
4.1 Ablauf und Ziel der Fallstudie
4.2 Analyse-Phase der Szenarioanalyse
4.3 Prognose-Phase der Szenarioanalyse
4.4 Synthese-Phase der Szenarioanalyse

5 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Übersicht der Bewertungsmethoden

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Übersicht der Beta-Faktoren für den Standardansatz

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Es kommt nicht drauf an, die Zukunft zu wissen,

sondern auf die Zukunft vorbereitet zu sein. (Perikles)

1.1 Problemstellung

Operationelle Risken sind seit dem zweiten Konsultationspapier zur Neuen Baseler Eigenkapitalunterlegung im Januar 2001 stark in den Fokus der Banken gerückt. Der Basel Committee on Banking Supervision, kurz Committee, schlug in dem Papier vor, die operationellen Risiken mit Eigenkapital zu unterlegen und stellte zugleich qualitative Anforderungen an das Management der operationellen Risiken. Die schwierige Aufgabe liegt dabei an der Quantifizierung und Bewertung dieser Risiken. Von den großen internationalen Banken wird gefordert, nicht den relativ einfachen Standardansatz zur Berechnung der Eignkapitalunterlegung zu wählen, sondern mehrere weit mehr anspruchsvollere aus der Familie der Ambitionierten Messansätze parallel zu verwenden. Diese Arbeit soll die Möglichkeiten der Übertragbarkeit von szenariobasierten Planungstechniken auf die Bewertung der operationellen Risiken und der Berechnung der Eigenkapitalunterlegung in Rahmen des Ambitionierten Messansatzes untersuchen.

1.2 Gang der Untersuchung

In der Arbeit werden zuerst die Grundlagen der operationellen Risiken erläutert. Es wird auf die Abgrenzung, Identifikation und Bewertung eingegangen. Dem folgt eine Übersicht über die von dem Committee vorgeschlagenen Ansätze zur Eigenkapitalunterlegung. Am Ende des ersten Teils werden die Rolle und die Herkunft von externen Verlustdaten der operationellen Risiken geschildert.

Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit den szenariobasierten Planungstechniken. Zuerst wird ein Überblick über Planungsmethoden gewährt. Anschließend folg die Beschreibung der für diese Arbeit relevanten Techniken – der Szenarioanalyse und der Delphi-Technik.

Im vierten Abschnitt wird ein Versuch unternommen einen fremden Verlustfall mit Hilfe der Szenarioanalyse und der Delphi-Technik zu bewerten. Dieses Vorgehen wird in einer vom Autor konzipierten Fallstudie dargestellt.

2 Grundlagen der Operationellen Risiken

In diesem Kapitel werden die Grundlagen der operationellen Risiken vorgestellt. Einleitend wird eine Abgrenzung zu anderen Risiken vorgenommen. Dem folgen Methoden zur Identifikation dieser Risiken. Im zweiten Teil des Kapitels werden Grundlagen der Risikobewertung dargestellt sowie die aktuelle Vorschläge der BIS zur Bemessung der Eigenkapitalunterlegung. Anschließend wird die Rolle und die Herkunft der externen Daten am Beispiel einer Datenbank erklärt.

2.1 Abgrenzung und Management der operationellen Risken

Risiko kann auf mehrere Arten definiert werden[1]. Manche betrachten das Risiko mathematisch und definieren es als die Wahrscheinlichkeit multipliziert mit dem Ausmaß. Andere wiederum als die Gefahr einer Fehlentwicklung. In dieser Arbeit wird das Risiko als „die Möglichkeit eines Schadens oder Verlustes als Konsequenz eines bestimmten Verhaltens oder Geschehens“ definiert.

Kreditinstitute sind neben den „altbekannten“ Markt- uns Kreditrisiken (MKR) auch vielen anderen Risken ausgesetzt[2]. Diese Risiken, zu den z.B. das Recht-, System-, Strategisches oder operationelles Risiko zählen, waren den Banken bereits vor der Neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung, kurz Basel II, bekannt. Es war den jedoch freigestellt diese Risiken mit dem Eigenkapital zu unterlegen. Dadurch war dieses Thema für die meisten Kreditinstitute von nicht zu großer Bedeutung. Es herrschte auch die Vorstellung, diese Risiken seien bereits vollständig durch die Eigenkapitalunterlegung der MKR unterlegt.

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht hat im Juni 1999 im Konsultationspapier zu Der Neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung, zum ersten Mal vorgeschlagen auch die sonstigen Risiken, zu den alles Risiken außer MKR zählten, mit Eigenkapital zu unterlegen.[3] Im zweiten Konsultationspapier vom Januar 2001 wurden aus den sonstigen Risiken die operationellen Risiken, als besonders geschäftskritisch, für die Eigenkapitalunterlegung gewählt. Diese wurden als „die Gefahr von unmittelbaren oder mittelbaren Verlusten, die in Folge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und externen Ereignisse eintreten“[4] definiert. Das rechtliche Risiko ist auch zu den operationellen Risiken zu zählen, die Strategische und Reputationsrisiken schließt diese Definition jedoch aus.

Die operationellen Risiken können also unabhängig von Kunden- oder Eigengeschäften auftreten.[5] Sie sind stets latent vorhanden und dies erschwert den Umgang mit ihnen. Um jedoch diese potenziellen Verlustquellen auszuschalten, müssen die Institute diese Risiken beherrschen. Sie zu Identifizieren, Messen, Steuern und Managen ist zur großen Herausforderung für Banken geworden. Der richtige Umgang mit Risken ermöglicht der Bank langfristig Wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Management operationeller Risiken hat zum Ziel nicht nur die Erfüllung der Anforderungen der Aufsichtsbehörden aber auch die Vermeidung unerwarteter Verluste, die Erhöhung operationeller Effektivität und die Steuerung des Gewinn-/Risikoverhältnisses[6]. Denken wir an prominente Schadensfälle aus der Familie der operationellen Risiken wie z.B. die Barings Bank, so sehen wir, dass Fehler im Risikomanagementsystem zur Untergang einer ganzen Bank führen können. Natürlich wäre ein Schaden von 1,5 Mrd. Euro nicht mit unterlegtem Eigenkapital zu begleichen. Doch eine Auseinadersetzung mit dem System hätte den Fehler korrigieren können.

Obwohl das Reputationsrisiko laut Definition des Committees in operationellen Risiken nicht enthalten ist, so muss festgehalten werden, dass jeder Schadenfall, der an die Öffentlichkeit vordringt, auch der Reputation der Bank schadet. Die operationellen Risiken sind also mit verschiedenen Risikoarten verbunden. Sie können bestimmte Schadensfälle verursachen - bei der Barings Bank war es der Eintritt von Marktpreisrisiken infolge von externen Ereignissen, der den größten Verlust verursachte.[7] Oder aber verursacht werden durch z.B. Fehler in der Strategie der Bank. Bei der Risikobetrachtung ist es also wichtig zu fragen was den (potentiellen) Ausfall verursachte und nicht warum der Schaden eingetreten ist.

Die Ursachen für operationelle Risiken lassen sich in externe und interne Ursachen unterscheiden.[8] Zu den externen zählen z.B. Naturkatastrophen und Terroranschläge. Sie sind von der Bank unabhängig, im großen Maße nicht beeinflussbar und nicht vorhersehbar. Zu den internen Ursachen gehören z.B. fehlerhafte Informations- und Kommunikationssysteme, falsche Abläufe und Prozesse aber vor allem die von Menschen verursachte Fehler.

2.2 Identifikation der operationellen Risiken

Bevor operationelle Risiken behandelt werden, müssen sie erst im Kreditinstitut identifiziert werden. Die Identifikation ist ein Teil der Risikoanalyse zu der das Risikobewusstsein, die Risikobewertung und die Risikokommunikation zählen[9]. Ziel der Risikoanalyse ist die Erstellung eines Risikoinventars in dem alle Risiken samt Bewertung, Beurteilung, Prozessen und Analysen dokumentiert sind[10].

Für die Risikoidentifikation wurden mehrere Methoden entwickelt die nachfolgend kurz vorgestellt werden.

Prozessrisikoanalyse ist eine qualitative Methode bei der die Prozesse einer Bank detailliert analysiert werden. Diese Methode betrachtet alle Prozesse eines Institutes Sie ist demnach sehr aufwendig.

Simulationsansatz-Methode konzentriert sich auf die Untersuchung möglicher zukünftiger Entwicklung des Umfeldes der Bank. Es ist eine Was-Wäre-Wenn-Analyse. Auf diese Methode wird im dritten Kapitel im Rahmen der Szenarioanalyse näher eingegangen.

Risikoinventur ist eine Methode zur systematischen Erfassung aller Risken einer Bank. Die Risiken werden meist von einzelnen Abteilungen erfasst und auf Bereichsebene agregiert. Der Nachteil dieser Methode besteht in der Subjektivität der Datenerhebung und in dem hohen Zeitaufwand.

Frühwarnsysteme sind Informationssysteme die auf der Basis von Indikatoren mögliche Risikopositionen aufzeigen. Die Grundlage dieses Verfahrens ist die Indikatorhypothese die besagt, dass Veränderungen durch Signale angekündigt werden.

2.3 Risikobewertung

Risikobewertung umfasst eine möglichst genaue quantitative Bewertung und qualitative Beurteilung aller identifizierten Risiken.[11] Die Bewertungsmethoden werden in zwei Ansätze unterschieden.

Der Top-Down-Ansatz [12] ist ein Ansatz bei dem die von dem Unternehmen bereits bekannte Risiken und deren Folgen im Vordergrund stehen. Dieser Ansatz wird in zwei Methoden unterteilt. Die quantitative Bewertung erfolgt nach mathematisch-statistischen Methoden wie z.B. Value-at-Risk, Earnings-at-Risk oder CAPM-basiert. Diese Methode kann nur bei dem Vorhandensein einer ausreichenden Datenmenge angewandt werden. Die qualitativen Bewertungsmethoden beruhen auf einer subjektiven und erfahrungsbezogenen Einschätzung. Dazu zählen die Key Risk Indicatoren, Nutzwertanalysen oder die Drei-Werte-Verfahren. Sie werden angewandt wenn wenig Datenmaterial für die Bewertung vorhanden ist.

[...]


[1] Vgl. Romeike (2004), S. 102

[2] Vgl. Stickelmann (2002), S. 10-11

[3] Basel Committee on Banking Supervision (1999), S. 50

[4] Basel Committee on Banking Supervision (2001), S. 103

[5] Vgl. Minz (2004), S. 1

[6] Vgl. Minz (2004), S 6

[7] Vgl. Brink (2001), S. 40

[8] Vgl. Minz (2004,) S. 10-11

[9] Vgl. Norma (2003) und Romeike (2004), S. 103

[10] Vgl. Romeike (2004), S. 109-110

[11] Vgl. Romeike (2004), S. 104

[12] Vgl. Romeike (2004), S. 104-105

Details

Seiten
22
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638335904
Dateigröße
548 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v33012
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
2,0
Schlagworte
Operationelle Risiken Möglichkeiten Planungstechniken Planung Risikobewertungen Seminar

Autor

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Titel: Operationelle Risiken - Möglichkeiten der Übertragbarkeit von szenariobasierten Planungstechniken aus der strategischen Planung auf Risikobewertungen