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Vorzüge und Probleme einer polyvalenten Lehrerausbildung

Hausarbeit 2004 14 Seiten

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Polyvalenz – eine Begriffsdefinition
1.1 Polyvalenz in der Lehrerausbildung

2. Einführung in das Thema

3. Der Bachelor als Schritt in Richtung Polyvalenz der Bildungsreform
3.1. positive Stimmen zum Bachelor
3.2 negative Stimmen zum Bachelor

4. Modell einer integrierten, professionalisierten und polyvalenten Lehrerausbildung nach J. Schützenmeister
4.1 positive und negative Kritik

5 . Fazit

6 . Quellenverzeichnis

1. Polyvalenz

Der Begriff "Polyvalenz" meint die Verwendbarkeit eines Abschlusses in vielfältigen Berufs - bzw. Ausbildungszusammenhängen. Ein Abschluss gilt dann als polyvalent, wenn er nicht nur den Zugang zu einem einzigen Beruf oder Berufsfeld eröffnet, sondern für verschiedene Berufsausbildungen verwendbar ist.[1]

1.1 Polyvalenz in der Lehrerausbildung

Polyvalenz bedeutet in bezug auf die Lehrerbildung, dass ein Lehrer in einer Form ausgebildet wird, die es ihm ermöglicht auch einen anderen Beruf außerhalb des Schulwesens anzunehmen.

2. Einführung in das Thema

Zur Zeit einer starken Arbeitslosigkeit wird immer mehr der Ruf nach Reformen und Veränderungen laut. So wird auch in der Lehrerbildung über systemkonforme Möglichkeiten nachgedacht, die dem Lehrer einen Einstieg in andere Berufssparten ermöglichen soll. War die Tätigkeit des Lehrers, dem Abschluss nach, nur für die Institution der Schule vorgesehen, soll er nun in Form von Polyvalenz in der Berufsausbildung, seiner bisherigen monovalenten Qualifikation zum Trotz, andere Branchen erschließen können. Diese Arbeit befasst sich nun gezielt mit den Problemen und Vorzügen einer solchen problemadäquaten, polyvalenten Lehrerbildung, welche ich versuchen werde anhand von praxisorientierten Modellen darzustellen. Aufgrund der vorgegebenen Begrenzung der Arbeit kann dies nur ein kleiner Teil des doch sehr komplexen und weitreichenden Themas sein.

3 Der Bachelor als Schritt in Richtung Polyvalenz der Bildungsreform

Die Bildung eines europäischen Hochschulraumes im Zusammenhang mit dem Bolognaprozess führt in der deutschen Hochschullandschaft zu grundlegenden Studienstrukturreformen.[2] Mitunter auf dieser Feststellung beruhend, setzt sich jetzt auch in Deutschland vermehrt der Bachelor,[3] mit dem auf ihn aufbauenden Master, an den Universitäten durch und verdrängt durch eine Option auf den Abschluss Lehramt das bisherige erste Staatsexamen. Die Absicht dahinter lässt sich mit der erhofften Verringerung von Studienzeiten, einen stärkeren Praxis - und Berufsbezug , ein Creditpointsystem, verbesserten Studienleistungen und der daraus resultierenden, steigenden Konkurrenzfähigkeit, aber auch der Kompatibilität der Universitäten, im internationalen Vergleich, begründen. Favorisiert wird unter den Lehramtsstudenten im BA - Studiengang ein zwei Fächer Konzept, welches als Regelstudienzeit sechs Semester vorsieht. Neben den zu besuchenden zwei Fächern muss der Lehramtsstudent noch diverse Fachdidaktiken, bzw. Erziehungswissenschaften, belegen. Abgeschlossen wird der BA je nach Fachrichtung entweder mit BA of Science oder mit BA of Arts. Dieser Grundausbildung in den Fächern und den „Vermittlungswissenschaften,“[4] die polyvalent gehalten werden soll, schließt sich ein professionalisiertes, intensives Fächerstudium von zwei bis vier Semestern, welches mit dem Master abgeschlossen wird, an und ersetzt, wie schon erwähnt, das erste Staatsexamen. Dies soll dem Studierenden im Sinne der Polyvalenz eine bessere Verwertbarkeit, von der Universität ausgehend, auf dem Arbeitsmarkt ermöglichen, ist er doch mit seinem Abschluss, der Theorie nach, auch für den nicht schulischen Arbeitsmarkt von Interesse. Der Lehramtstudent soll durch die Wahl verschiedener Module innerhalb seines Studiums seine Absicht Lehrer zu werden fortwährend überdenken und sich jederzeit für ein Alternativstudium ohne die Lehramtsinhalte entscheiden können. Dabei braucht er dafür nicht den Studiengang komplett zu wechseln. Auch ist im Bachelorstudium ein verstärkter Praxisbezug vorhanden, der dem Studenten eine erste Einsicht in sein künftiges, optionales Arbeitsfeld ermöglicht und zugleich auch die Theorie an der Universität mit dem Alltag und der Praxis, aus Lehrersicht in der Schule, zu verknüpfen sucht.

Eine weitere Neuerung ist das sich in Amerika / Harvard altbewährte Modell des Creditpointsystems. Dieses sieht ein studienbegleitendes Prüfungssystem vor, welches nach bestimmten Modulen am Ende des Semesters Kreditpunkte für erbrachte Studienleistungen vergibt. Dadurch wird ausländischen Studierenden die Anrechnung ihrer Leistungen vereinfacht und die Vergleichbarkeit von Universitäten, sowie der einzelnen Lehrveranstaltungen erleichtert. Zudem soll sich dieses System positiv auf die Studiendauer auswirken und ein Schritt sein zum immer bedeutsamer werdenden „Lebenslangen Lernen.“[5] Eine weitere Überlegung ist die in Nordrheinwestfalen entstandene Diskussion über die Einsetzbarkeit der Lehrer schon direkt nach dem Bachelorabschluss, das heißt ohne einen Masterstudiengang. Die Vor – bzw. Nachteile liegen auf der Hand.

3.1 positive Stimmen zum Bachelor

Die grundsätzliche Charakterisierung der Bachelor und Master Studiengänge liefert das Hauptargument für die Polyvalenz in diesen Studiengängen. Der Bachelor ist ein allgemeiner Abschluss, der auf bestimmte Berufsbereiche hinführt, aber nicht direkt auf ein Berufsfeld vorbereitet. Er ist eine Berufsqualifikation im allgemeinen Sinne mit der Fähigkeit zur Berufsausübung aber er liefert noch keine gründliche Professionalisierung im engeren Sinne. So stehen in der Theorie viele Möglichkeiten zu polyvalenter Ausbildung den Universitäten zur Verfügung. Ein Vorteil polyvalenter Abschlüsse allgemein in einer frühen Studienphase ist, dass sie Studierenden, die sich nach ersten längeren Praxiserfahrungen als für den Lehrberuf ungeeignet einschätzen, einer Weiterverwendung ihrer bisherigen Studienleistungen in einem disziplinär nahen Fach und eine andere Spezialisierung bzw. Professionalisierung (z.b. Master-Studien) ermöglichen.

So führt auch das Creditpointsystem diesen Gedanken fort und die damit einhergehende Modularisierung kann vorteilhaft gesehen werden, da dadurch der bestehenden Willkür in den Lerninhalten der Erziehungswissenschaften entgegengewirkt werden kann, sowie Basisqualifikationen in Lehramtsinhalten aufeinander abgestimmt und einen stärkeren internationalen Bezug erfahren können.

[...]


[1] Vgl. http://www.erzwiss.uni-hamburg.de/Personal/koerber/lbildg/polyvalenz.htm

[2] Vgl. „Der Europäische Hochschulraum. Gemeinsame Erklärung der Europäischen Bildungsminister, 19.Juni 1999, Bologna, Abdruck u.a. in: Haug, Guy (Hg.): Trends and Issues in Learning Structures in Higher Education in Europe, Bonn, 2000 (=HRK Beiträge zur Hochschulpolitik 1/2000), S.55ff.

[3] ff. BA

[4] vgl. Hilligus, Annegret Helen / Rinkens, Hans – Dieter / Friedrich, Claudia, Europa in Schule und Lehrerausbildung, Paderborner Beiträge zur Unterrichtsforschung und Lehrerbildung, Bd. 6, Münster, 2002, S.143ff.

[5] vgl. Hilligus, Annegret Helen / Rinkens, Hans – Dieter / Friedrich, Claudia, Europa in Schule und Lehrerausbildung, Paderborner Beiträge zur Unterrichtsforschung und Lehrerbildung, Bd. 6, Münster, 2002, S.152ff.

Details

Seiten
14
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638335751
ISBN (Buch)
9783638772235
Dateigröße
556 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v32992
Institution / Hochschule
Technische Universität Berlin – Erziehungswissenschaften
Note
bestanden
Schlagworte
Vorzüge Probleme Lehrerausbildung

Autor

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Titel: Vorzüge und Probleme einer polyvalenten Lehrerausbildung