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Electronic Commerce: Bedeutung, Möglichkeiten und Problematik

Seminararbeit 2001 17 Seiten

BWL - Handel und Distribution

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Gedankenflussplan

1. Einführung

2. Was ist Electronic Commerce
2.1 Definition Enge Definition Weitere Definition
2.2 Abgrenzung E- Business und E- Commerce

3. Bedeutung
3.1 Die Philosophie von Electronic Commerce
3.2 Internetnutzung - das Potential
3.3 Quantitative Trends
3.4 Wer sind die Online - Käufer
3.5 Was kann über E-Commerce vertrieben werden Die gängigsten Angebote

4. Möglichkeiten
4.1 Business to Business
4.2 Business to Consumer
4.3 Consumer to Consumer
4.4 Weitere Betrachtungen

5. Problematik
5.1 Allgemeines Problem
5.2 Computerviren
5.3 Trojanische Pferde
5.4 Sicherheit des elektronischen Zahlungsverkehr
5.4.1 Internet - Banking Schutz des Zielservers während der Übertragung am PC des Kunden
5.4.2 Zahlung mit Kreditkarte
5.4.3 Zahlung mit digitalem Geld

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Diskussionsvorschläge

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abb.1 Verkaufstrends

Abb.2 Die Vorteile des Electronic Commerce

Abb.3 Nutzerzahlen im Internet

Abb.4 Globale Verteilung der Internetnutzer

Abb.5 Umsätze des E-Commerce

Abb.6 Wer sind die Online Käufer

Abb.7 Wie werden Online Käufe bezahlt

Abb.8 HBCI System

Abb.9 Einstiegsstrategie in den Electronic Commerce

Abb.10 Meistgekauftesten Produkten im Internet

Abb.11 Meistgenutzte Dienstleistungen

Gedankenflussplan

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einführung

Obwohl der Beginn des Internet mindestens bis in das Jahr 1969 zurückverfolgt werden kann, wurde es erst in den letzten Jahren bekannt. Heute gilt es unbestritten als das Kommunikationsmedium der Zukunft. Die anfänglich euphorische Einstellung ist jedoch inzwischen einer realistischen Beschäftigung mit dem Internet und seinen Möglichkeiten gewichen. Wer schon einmal im Internet etwas bestellt, recherchiert, sich Informationen beschafft oder etwas bezahlt hat, weiß die Vorzüge des Electronic Commerce zu schätzen.

2. Was ist Electronic Commerce?

2.1 Definition

Enge Definition

Electronic Commerce ist der Versuch, mit den technischen Mitteln von Datennetzen einen zus ä tzlichen Absatzkanal für Güter und Dienstleistungen zu schaffen (will meinen: damit Geld zu verdienen). 1

Weitere Definition

Electronic Commerce ist jede geschäftliche Transaktion, die elektronisch abgewickelt wird. Das beginnt mit der Werbung und Information, reicht über Angebote, kann die Bestell- und Lieferprozesse umfassen und betrifft zunehmend auch das Bezahlen. Als Medien dienen hierzu in erster Linie das Internet, die Online - Dienste, Wap-fähige Handys (M-Commerce) und in Zukunft auch das digitale, Fernsehen. Dieses Referat befasst sich ausschliesslich mit geschäftlichen Transaktionen, die übers Internet abgewickelt werden. Grundidee ist, daß Käufer und Verkäufer von Waren und Dienstleistungen über das Internet kommunizieren können. Beide tauschen Informationen über die Ware und den Kaufwunsch aus. Der Verkäufer kommuniziert Informationen über seine Ware und den Preis an. Der Käufer informiert über seinen Kaufwunsch und seine Identität. Er füllt hierzu z.B. ein Bestellformular aus, welches an den Käufer über das Internet übermittelt wird. Der Käufer verschickt dann die Ware an den Käufer und dieser bezahlt z.B. über Internet - Banking dafür den vereinbarten Preis.

2.2 Abgrenzung E- Business und E- Commerce

Die Begriffe E- Commerce und E- Business oder Online- Business werden häufig fälschlicherweise synonym gebraucht. Unter E- Business versteht man in Abgrenzung zum E- Commerce den Umsatz, der mit Dienstleistungen und Produkten erzielt wird, die für das Internet erstellt werden, z.B. Online - Werbung, Mitgliedsgebühren für Online - Dienste oder die Webseitenerstellung.

3. Bedeutung

3.1 Die Philosophie von Electronic Commerce

Electronic Commerce zeichnet sich durch die folgenden Merkmale aus:

keine geographischen Grenzen

Da das Internet ein globales Netz ist, sind auch die auf ihm aufsetzenden Dienste globale Dienste. Voraussetzung ist lediglich, daß die Teilnehmer über Internet-Provider die Möglichkeit besitzen, sich an das Internet anschließen zu lassen. Jede, noch so kleine Firma bekommt so ohne große Investitionen den Zugriff auf ein weltweites Marktpotential.

keine Zeitverz ö gerung bei Gesch ä ftsaktivit ä ten

Bei herkömmlichen Transaktionen entstehen in vielerlei Hinsicht zeitliche Verzögerungen: Vom Druck von Katalogen bis zum Eintreffen beim Kunden, vom Absenden einer Bestellung bis zur Bearbeitung usw. Im Internet entfallen diese Verzögerungen, eine Bestellung z.B. kann Online aufgrund tagesaktueller Preisinformationen erfolgen und liegt innerhalb kürzester Zeit beim Lieferanten vor.

Direktes Ansprechen von Zielgruppen

Das Kundenverhalten ist im Internet aktiv, d.h. der Teilnehmer bekommt keine Information auf Verdacht, wie z.B. bei Werbesendungen, sondern er bestimmt, welche Information er abrufen möchte.

M ö glichkeit des internen Zugriffs

Sofern es der Lieferant zuläßt, wird es für den Kunden möglich, direkt Zugang zu unternehmensinternen Daten des Lieferanten zu bekommen (z.B. Lagerbestand).

Unabh ä ngigkeit von Arbeitszeiten

Bestellungen und sonstige Geschäftsaktivitäten können rund um die Uhr vorgenommen werden.

3.2 Verkaufstrends

Da sich die Charakteristik im Verkauf von Gütern und Dienstleistungen durch die elektronischen Medien geädert hat zeigt sich ein deutlicher Trend der in Abbildung 1 dargestellt ist.

Die Entwicklung des Electronic Commerce befindet sich zwar noch in der Anfangsphase, jedoch werden jetzt schon die elektronischen Marktplätze unter den Einsteigern aufgeteilt. Je nach Branche ergibt sich ein zwingender Handlungsbedarf, der Unternehmen, um in Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben. Das gilt beispielsweise für Reiseunternehmen, Banken Versandhäuser, Broker usw. Der Einstieg ins Electronic Commerce ermöglicht die Teilnahme am globalen Wettbewerb, d.h. Anbieter können außerhalb ihrer Region, ja sogar weltweit auftreten. Das setzt natürlich voraus dass sie ihre Produkte und Dienstleistungen auch weltweit anbieten und vertreiben können. Regionale Präsenz, Partner auch ggf. Fremdsprachenkenntnisse sind dabei die Voraussetzungen. Wenn diese aber gegeben sind, bieten sich insbesondere auch für kleine und mittelständische Unternehmen neue Marktchancen. Weitere Vorteile des E- Commerce sind reduzierte Marketingaufwendungen und Vertriebskosten sowie Verbesserungen bei Konstruktion und Produktion durch Simultaneous Engineering oder verzahnte Fertigungsbetriebe. Die erhöhte Markttransparenz und der Wegfall räumlicher Marktgrenzen führen aber andererseits zu einer Zunahme des Wettbewerbs, auf den sich die Unternehmen einstellen müssen. Die Zusammenfassung der Vorteile die im E- Commerce liegen finden sich in Abbildung 2.2

3.3 Quantitative Trends

Das Internet ist endgültig zum Alltagsmedium geworden. Innerhalb der letzten 18 Monate hat sich die weltweite Gemeinde der Internetnutzer mit nunmehr ca. 400 Millionen Nutzern mehr als verdoppelt. In Deutschland gibt es mittlerweile 24,2 Millionen Internet- Nutzer. In absoluten Zahlen gemessen ist man damit in Europa die unangefochtene Nr. 1 und liegt deutlich vor Großbritannien (21,2 Millionen). 3 (Abbildung 3,4) Im Jahr 2002 werden erstmals Waren und Dienstleistungen im Wert von über einer Billion Euro über das Internet verkauft.4 Nach Meinung der Berater werden schon bald 75 Prozent der betrieblichen Kernfunktionen wie Vertrieb, Marketing und Kundenservice über das Internet abgewickelt oder zumindest auf dem elektronischem Weg unterstützt werden. 5

3.4 Wer sind die Online- Käufer?

Noch immer scheint in Deutschland das Internet vornehmlich eine Männerdomäne zu sein. In den Online- Shops sind sieben von zehn Befragten Männer. Ein Hinweis darauf, dass das Internet immer stärker ein Medium für alle Schichten wird, ist in der Tatsache zu erkennen, das der Anteil der Schüler, Studenten und Azubis unter den Besuchern von Internetshops im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken ist. Darüber hinaus liegt die Erwerbsquote unter den Shop - Besuchern ausgesprochen hoch.

Jeder Zweite ist angestellt, jeder Zehnte selbständig. Die Kaufkraft ist im Vergleich zum Bevölkerungs-

Durchschnitt überdurchschnittlich, fast drei von zehn Online- Shop - Besuchern stehen mehr als 5.000 DM Haushaltsnettoeinkommen zur Verfügung. (Abbildung 6)

3.5 Was kann über E- Commerce vertrieben werden?

Die Frage sollte nicht lauten was über Electronic Commerce vertrieben, sondern was nicht über Electronic Commerce vertrieben werden kann. Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Wo Nachfrage besteht wird sich ein Angebot finden. Lediglich gesetzliche Regelungen und gute Sitten gebieten Einhalt. Offeriert wird von der Unterhose bis zum Gebrauchtwagen alles erdenkliche. Leider finden sich auch immer wieder unseriöse Angebote im World Wide Web, die dem Ruf nachhaltig schaden. Die großen Versandhäuser wie Quelle und Otto, die Karstadt AG und viele andere namhafte Anbieter, aber auch zahlreiche kleine Firmen bemühen sich, den Ruf des Marktplatzes Internet zu verbessern.

Die gängigsten Angebote gegenwärtig sind: Sie hierzu auch (Abbildung 10, 11)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4. Möglichkeiten

6Electronic Commerce umfasst im Grunde alle Formen von elektronisch übermittelten Geschäftsaktionen. Diese werden heute im wesentlichen in folgenden Szenarien gesehen:

4.1 Business to Business (B2B)

Hierunter wird der Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen bezeichnet. In diesem Bereich reicht das Spektrum der E-Commerce - Anwendungen von Bestellsystem über Auftragsverfolgung, Lieferung und Bezahlung (Electronic Cash) bis hin zu Serviceaufgaben und Konzepten wie kooperative Entwicklung von Produkten oder Schaffung von elektronischen Märkten wie z.B. Wertpapiere oder Software. Eine weitere typische e-Commerce- Anwendung im Business-to-Business - Bereich ist die Nutzung des Inter-/Intranets für firmeninterne, kostenstellenübergreifende Bestellvorgänge. Umsätze siehe (Abbildung 5)

Es ist mittlerweile klar, dass im B2B-Commerce nicht nur einzelne Unternehmen sich als Ein- oder Verkäufer präsentieren. Es geht auch darum, viele Anbieter und Nachfrager zusammenzubringen, mit dem Ziel, die Produktionskosten zu senken. Auf der anderen Seite stehen die Effizienzsteigerungen, die durch bessere Zusammenarbeit über die ganze Wertschöpfungskette hinweg realisiert werden können. Was dabei allerdings im Einzelnen als "Marktplatz" bezeichnet wird, differiert häufig.

4.2 Business to Consumer (B2C)

Dies den Electronic Commerce zwischen Unternehmen und Endverbraucher verstanden. Hierunter werden Informationssysteme sowie Marketing - und Vertriebsanwendungen verstanden, die sich direkt an die Endverbraucher wenden. Zunehmend gewinnen auch Serviceanwendungen und sonstige Dienstleistungen an Bedeutung. Das Paradebeispiel in diesem Zusammenhang ist der Internet-Buchhandel www.amazon.com, das in nur drei Jahren aus Amazon einen der umsatzstärksten Buchhändler der Welt gemacht hat. Amazon ist ein extrem interessanter Fall, da die Stärken des Mediums Internet auf sehr geschickte Weise genutzt werden.

4.3 Consumer to Consumer (C2C)

Der Vollständigkeit halber muss auch dieser Bereich genannt werden, jedoch fällt darauf wegen des geringen kommerziellen Potentials noch sehr geringe Bedeutung zu. In Consumer to Consumer werden die Beziehungen zwischen privaten Haushalten wie z.B. Babysitting oder partnerschaftliche Hilfen verstanden.

4.4 Weitere Betrachtungen

Weitere Szenarien werden bisher ebenfalls nur in geringem Umfang durch Electronic Commerce unterstützt. Allen voran stehen die Beziehungen zu Regierungsstellen mit erheblichen Rationalisierungspotential in den Bereichen Government to Business und Government to Ctitizen. Weitere interessante Anwendungen für E- Commerce sind Trainer to Learner und Enterprise to Employee

Government to Business (G2B)

Für die Beziehungen des Bürgers zum Staat sind neben Steuern und Transferleistungen vor allem die ungenutzten Potentiale bei Wahlen und bei der Information und Meinungsbildung betrachtenswert.

Government to Citizen (G2C)

Im Bereich der Beziehungen des Staates zu Unternehmen stellen neben der Steuerpolitik vor allem öffentliche Ausschreibungen und Auftragswesen sowie Übermittlung statistischer Daten ein erhebliches Potential für Electronic Commerce dar.

Trainer to Learner (T2L)

Hier sind Fernlehrinstitute und Fernuniversitäten zu finden, ebenso Angebote, die die Übertragung von Vorlesungen an andere Standorte und den Zugriff der studierenden auf Universitätsbibliotheken und Datenbanken ermöglichen.

Enterprise to Employee.(E2E)

Ein ebenfalls neuer Bereich kann für die Beziehungen zwischen Unternehmen und Mitarbeitern gesehen werden. Hierbei sind in erster Linie Neuerungen im medizinischen Bereich, wie z.B. die Übertragung von Patientendaten oder die Operation via Internet durch ferngesteuerte Roboter zu nennen.

5. Problematik

5.1 Allgemeines Problem

Für eine Implementierung von Electronic Commerce -Anwendungen existieren zuweilen noch Hindernisse und Beschränkungen, für die zum Teil Lösungen auf Unternehmensebene entwickelt werden können. Lange Zeit war die Auslastung des Internets ein stark diskutiertes Thema, diese Diskussion ist zur Zeit etwas in den Hintergrund getreten. Die heute primär diskutierten Themen sind die Standardisierung einerseits und die Sicherheitsroutinen im Internet andererseits. So leidet das WWW als Plattform für Shopping - Anwendungen inzwischen darunter, dass es zu Inkompatibilitäten zwischen Browsern verschiedener Hersteller und sogar in Einzelfällen zwischen Browsern eines Herstellers auf verschiedenen Plattformen kommen kann. Außerdem besteht wie bei allen Anwendungen der Informationsverarbeitung das Problem, dass Anwender nicht immer die selbe Programm - version haben und Lösungen selten so zu realisieren sind, dass sie auch noch mit älteren Browser- Version zu lesen sind. Dies kann unerwünschten Effekte und Fehler hervorrufen und dadurch zu erheblichen Mehraufwand bei Systementwicklung und Pflege führen.

5.2 Computerviren

Ein Computervirus ist ein Programm, das sich in andere Programme hineinschmuggelt und dann zusammen mit diesen aufgerufen wird. Diese Vieren vervielfältigen sich über die infizierten Programme (Wirte) selbst, können aber auch noch andere Befehle ausführen. Zum Beispiel könnte es die Kontozugangsdaten unbemerkt an Dritte übertragen, z.B. über E-Mail.

Der „I love you“ - Virus der über E-Mail versendet wurde, hatte sich Daten aus dem Adressbuch geholt und sich selbst weiter verschickt. Das Ausmaß das Schadens ging in die Milliardenhöhe und ist bis heute der größte.

5.3 Trojanische Pferde

Trojanische Pferde wirken wie ganz normale Programme, führen aber verbotene Aktionen aus, die der Nutzer des Programmes nicht ahnt. Sie können sich z.B. in einer Shareware befinden. Einmal heruntergeladen und aktiviert können sie permanent den Tastatur - Controller des Rechners lesen und dabei jeden Tastendruck protokollieren. Sensible Daten wie Kreditkartennummern oder PINs (Persönliche Identifikations Nummer) sind auf diese Weise leicht zu ermitteln, die bei der nächsten Internet-Sitzung heimlich, z.B. per E-mail dem Programmierer zu gesendet werden.

5.4 Sicherheit des elektronischen Zahlungsverkehr

5.4.1 Internet - Banking

Immer mehr Bundesbürger möchten von der Bequemlichkeit und zeitlichen Flexibilität des Internet - Banking profitieren. Nach Auskunft des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) wurden Ende des Jahres 1999 bereits zehn Millionen Konten online geführt. Gegenüber dem Vorjahr mit 6,9 Millionen Online - Konten bedeutet dies einen Zuwachs von 45 Prozent. Seit 1995 habe sich die Zahl sogar versiebenfacht, so der BdB weiter. Mit 4,4 Millionen Online - Konten haben die privaten Banken den größten Anteil von 40 Prozent.7 Im Hinblick auf Electronic Commerce ist hier zu prüfen, inwieweit die Techniken und Übertragungswege der EC - Anwendungen Schutz vor unberechtigten Zugriffen und Manipulation der Daten bieten oder nicht. Um die Möglichkeiten, einen Informationsfluß im Internet effektiv schützen zu können, genauer zu analysieren, ist es zunächst notwendig, den Ablauf und die Schnittstellen einer Transaktion genauer zu betrachten. Dabei zeigen sich drei wesentliche Angriffspunkte, eine Information abzuhören, zu manipulieren oder zu zerstören, nämlich

- am Zielserver
- während der Übertragung
- am PC des Kunden.

Um diese Problematik zu überwinden, wurden für jede der Schnittstellen Schutzmechanismen und Technologien entwickelt. Im folgenden werden diese näher betrachtet:

-Schutz des Zielservers

Bei dem Schutz des Servers geht es im wesentlichen darum, fremde, unauthorisierte Zugriffe und das Eindringen von Fremdprogrammen zu verhindern. Um dies zu erreichen, werden sogenannte Software-Firewall - Systeme eingesetzt. Es ist Hackern jedoch schon des öfteren gelungen, in diverse Firewall - systeme einzudringen und erheblichen Schaden anzurichten. So ist laut Zimmermann das Rechnernetz der amerikanischen Telefongesellschaft AT&T durch 6 Firewalls geschützt und es gäbe dennoch fast täglich unerwünschten Hackerbesuch. Dennoch ist ein solcher Angriff meist mit sehr hohem Aufwand verbunden.

-Während der Übertragung

Um eine Information oder Transaktion, die im Internet meist über eine Vielzahl von verschiedenen Servern läuft, vor Manipulationen zu schützen, wird diese vor dem Absenden verschlüsselt. Dabei kommen zumeist standardisierte Verfahren, wie RSA (Rivest, Shamir, Adleman) und DES (Data Encryption Standard) zur Anwendung.

Die Banken und Sparkassen sind derzeit dabei, ein Homebanking Computer Interface (HBCI) zu entwickeln, um so zeitgemäße Sicherheitsmechanismen und -Methoden zu schaffen, welche den Mißbrauch der im Bereich des

Homebanking eingesetzten Systeme verhindern. Neben der Pflicht, jede Nachricht zwischen Bank und Kunde mit einer digitalen Signatur zu versehen und der Möglichkeit, die Informationen mit dem Tripple - DES zu verschlüsseln, sieht das HBCI noch weitere Sicherheitsmaßnahmen vor. Auf Dauer sollen alle Sicherheits - funktionen einer intelligenten Chipkarte übertragen werden. Dazu sollte nach Vorstellung der Banken dann ein kleines Kartenlesegerät neben dem PC stehen, das die Daten aus dem Rechner digital signiert und die digitalen Signaturen, die von der Bank kommen, prüft. Auch die Verschlüsselung übernimmt dann die Karte. Das HBCI ist somit auf jeden Fall sicherer als der Einsatz von PIN und TAN allein. (Abbildung 8)

-Am PC des Kunden

Der Kunden-PC ist eindeutig das schwächste Glied in der Kette und am schwierigsten zu schützen. Der PC ist immer genau so sicher, wie das Netz, an dem er hängt. Ein an das Internet angeschlossener PC bietet einem Hacker eine Fülle von Angriffspunkten. Man kann von einem Nutzer, der im Internet surft, nur sehr schwer verlangen, daß er einen Überblick über die Dinge behält, die sich beim Laden der verschiedenen Seiten auf seinem PC abspielen. So ist es durchaus jederzeit möglich, daß sich beim Downloaden von Shareware oder anderen Programmen gleichzeitig auch Viren oder trojanische Pferde auf dem PC ausbreiten, ohne daß der Nutzer dies zunächst bemerkt.

5.4.2 Zahlung mit Kreditkarte

Im Prinzip ist das Zahlen mit der Kreditkarte ganz einfach: Zusammen mit der Bestellung schickt der Kunde auch gleich die Daten seiner Kreditkarte (Name des Kontoinhabers, Kartennummer und Gültigkeitsdatum) über das Netz. Dies hat den Vorteil, daß es genauso schnell geht, wie man es vom Zahlen per Karte auf herkömmliche Weise her kennt. Es birgt jedoch große Sicherheitsrisiken in sich. So kann ja bekanntlich jeder die Daten an den Knotenpunkten im Netz abfangen. Zwar gehen die sensiblen Daten in der Informationsflut des Internets unter, doch läßt sich sehr einfach das typische 16-stellige Nummernmuster der Kreditkarte wieder heraus fischen. Das zweite große Risiko ist, daß man nicht absolut sicher sein kann, wem man seine Kreditkartendaten schickt. Denn nicht immer liefert das Geschäft, dem man seine Daten sendet, auch die bestellte Ware; manchmal sammelt es auch bloß Kreditkartennummern. Die Lösung des Problems sollen sogenannte Protokolle bieten, die den Datenfluß bei der Datenübertragung verschlüsseln. Die zur Zeit gängigsten sind:

-S-HTTP "Secure Hypertext Transfer Protocol"
-SSL "Secure Sockets Layer"
-SET "Secure Encryption Transaction Protocol"

5.4.3. Zahlung mit digitalem Geld

Digitales Geld (E - cash, Cybercash, Digicash,...) wird auf der Festplatte des Computers gespeichert und kann verwendet werden wie Geldscheine im Portemonnaie. Will man im Internet bezahlen, schickt man dem Händler einfach den Betrag in Form von Digicash durchs Datennetz zu. Um von diesen digitalen Geldscheinen auf der Festplatte nicht einfach Kopien erzeugen zu können, haben sich die Entwickler von Digicash einiges einfallen lassen: Jede digitale Banknote enthält eine Seriennummer, welche das Geldinstitut bei der Einlösung speichert. So kann die Bank verhindern, das ein digitaler Geldschein mehrfach eingelöst wird. Als weiteren Schutz enthält Digicash eine digitale Unterschrift des ausgebenden Kreditinstitutes. Der Käufer des Geldes bleibt durch die sogenannte blinde Signatur unbekannt. Der Händler kann die Signatur des Geldes prüfen, ohne sich mit der Bank in Verbindung setzen zu müssen. Dennoch sollte kein Kunde wagen, mit einem digitalen Schein zweimal zu bezahlen. Denn durch ein spezielles Verfahren kann die Bank bei einer zweifachen Bezahlung, und nur dann, die Daten des Kunden ermitteln. Auch einer zweifachen Einlösung durch den Händler ist ein Riegel vorgeschoben. Damit die Währung nicht von der Festplatte oder auf dem Weg durchs Netz zum Händler gestohlen bzw. abgehört wird, ist die Währung auf der Festplatte, genauso wie der Datenverkehr im Internet, verschlüsselt. Sofern diese Verschlüsselungen unknackbar sind, ist das System von Digicash eine sichere Art, in Zukunft im Internet zu bezahlen.

6. Fazit

Die sehr stark wachsenden Beziehungen zwischen Unternehmen auf globaler Basis, lassen immer mehr darauf schliessen, dass Electronic Commerce ein großer, unverzichtbarer Faktor für den Erfolg des Unternehmens ist. Absatzkanäle, Märkte und Geschäftsfelder können somit neu gestaltet werden. Im Internet vollzieht sich zur Zeit die Wandlung von der Spielwiese jugendlicher High - Tech - Freaks, Militärs und Wissenschaftler in konkrete Business-Anwendungen mit großem Gewinn und Wachstumspotential.

Die Frage ob Electronic Commerce die heutigen Einkaufsstrukturen in Zukunft verdrängen wird, bietet viel Diskussionsstoff. Als Autor dieser Ausarbeitung vertrete ich die Meinung, daß Electronic Commerce zwar stark wachsen, aber nicht die heutigen Handelsstrukturen verdrängen wird. Electronic Commerce wird ein wichtiger, aber trotzdem nur ein zusätzlicher Absatzmarkt sein. Der Konsument möchte auch in Zukunft auf das Erlebnis Einkaufen (fühlen, riechen, schmecken, soziale Aspekte, usw.) nicht verzichten.

[...]


1 Vgl. www.addisonwesley.de

2 Vgl. Strub, Der Internet - Guide für Einkaufs und Beschaffungsmanager

3 Vgl. www.electronic-commerce.org/marktbarometer

4 Vgl. www.it-news.de

5 Vgl. www.electronic-commerce.org/marktbarometer

6 Vgl. Strub, Der Internet - Guide für Einkaufs und Beschaffungsmanager S.41ff

7 http://www.electronic-commerce.org/news

Details

Seiten
17
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638120081
Dateigröße
475 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v3297
Institution / Hochschule
Fachhochschule Rosenheim – FB Wirtschaftsingenieurwesen
Note
1,7
Schlagworte
Electronic Commerce Bedeutung Möglichkeiten Problematik BWL-Seminar Absatzmarketing

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Titel: Electronic Commerce: Bedeutung, Möglichkeiten und Problematik