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International Real Business Cycles

Hausarbeit (Hauptseminar) 2004 22 Seiten

VWL - Konjunktur und Wachstum

Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Grundmodell: „Real-Business-Cycles“
2.1 Annahmen
2.2 Das Modell

3 „International Real Business Cycles“
3.1 Annahmen
3.2 Das Modell

4 Empirie
4.1 Hodrick-Prescott-Filter
4.2 Empirischer Vergleich

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Testdaten

Abbildung 2 a: Inland im Zwei-Sektoren-Modell

Abbildung 2 b: Ausland im Zwei-Sektoren-Modell

Abbildung 3: Output

Abbildung 4: Investitionen

Abbildung 5: Konsum

Abbildung 6: Arbeitsinput

1 Einleitung

Dieser Aufsatz befasst sich mit der Theorie der „International Real Business Cycles“, welche ihren Ursprung haben in Artikeln von Kydland und Plosser (1982) und Long und Plosser (1983). Diese Artikel wirkten zur Zeit ihres Erscheinens revolutionär, denn sowohl inhaltlich als auch methodisch lagen sie weit abseits des Spektrums traditioneller Konjunkturtheorie.

In modernen Volkswirtschaften lassen sich ständig relativ starke, kurzfristige Schwankungen in Output und Beschäftigung messen. Bevor man die Frage nach geeigneter Geld- bzw. Fiskalpolitik als Reaktion auf solche Schwankungen beantworten kann, muss man zunächst deren Ursachen identifizieren.

So betont die traditionelle Konjunkturtheorie die Bedeutung von Lohn- und/oder Preisstarrheiten oder die Bedeutung von Anpassungskosten z. B. beim Investitionsverhalten (Cooley 1995, S. 1 ff.). Die in der Regel als ideologisch konträr zum Keynesianismus aufgefassten Schulen des Monetarismus und der neuen klassischen Makroökonomie postulieren Unvollkommenheiten, indem sie unvollständige und gelegentlich asymmetrische Informationen annehmen. Eine Vielzahl von Modellen der unterschiedlichsten Schulen spezifiziert Phillips-Kurven oder andere Mecha­nismen beschränkter Rationalität bzw. beschränkt rationaler Erwartungen. Man vergleiche in diesem Zusammenhang z. B. zahlreiche Modelle politischer Konjunktur­zyklen. Postkeynesianische Modelle modellieren Heterogenitäten zwischen den Agenten, so dass konjunkturelle Fluktuationen auf distributive Effekte (Verteilungs­kämpfe) zurückgeführt werden.

Andere Modelle unterstellen Instabilitäten des wirtschaftlichen Gleichgewichts, so dass multiple Gleichgewichte oder Indeterminiertheiten resultieren, die Fluktuationen in der gesamtwirtschaftlichen Aktivität erklären können. Den meisten der hier erwähnten Modellklassen ist überdies gemein, dass sie entweder von Anfang an monetären Effekten eine prominente Rolle zuweisen oder dass in Verfeinerung von anfangs real formulierten Basismodellen schnell auch monetäre Varianten dieser Modelle entwickelt wurden.

Das hier diskutierte Modell verneint die konjunkturelle Bedeutung von Unvollkommenheiten gleich welcher Art. Die konjunkturelle Bedeutung von Unvollkommenheiten sei prinzipiell nicht beweisbar, solange nicht geklärt sei, in welchem Ausmaß ein an die Arrow-Debreu-Welt angelehntes Modell nicht bereits konjunkturelles Erklärungspotenzial erhält. Man schlug vor, eine dynamisierte Version der Arrow-Debreu-Welt zu betrachten. Um Scheinzyklitäten zu vermeiden, ist das zu konstruierende Modell aller Einflussfaktoren zu entkleiden, die in der traditionellen Konjunkturtheorie für konjunkturell maßgeblich gehalten wurden. Asymmetrische Informationen und Instabilitäten des wirtschaftlichen Gleichgewichts spielen somit keine Rolle mehr bei der Erklärung von Konjunkturzyklen, wie es vormals der Fall war.

In Kapitel 2 werden die neoklassischen Grundannahmen und das Grundmodell des hier behandelten Modells realer Konjunkturzyklen behandelt, die jeweils für eine geschlossene und offene Volkswirtschaft gelten. Alle Individuen einer Volkswirtschaft optimieren ihren Nutzen vor einem unendlichen Zeithorizont. Durch das Auftreten von Technologieschocks kommt es zu Schwankungen. Die Individuen reagieren auf diese Schocks mit einer intertemporalen Substitution von Arbeitszeit und Freizeit. Diese wird als Grund für die Fluktuationen in Output und Beschäftigung angesehen.

In Kapitel 3 wird das Modell der „International Real Business Cycles“ dargestellt und dessen Optimierungsproblem. Kapitel 4 folgt mit der Empirie und geht auf die Probleme ein, welche bei der Überprüfung der Realitätsnähe des Modells auftreten. Geld spielt in diesem Modell keine Rolle, es werden lediglich reale Größen betrachtet. Inwieweit diese und andere Annahmen plausibel sind, ist sehr umstritten und wird in Kapitel 5 diskutiert.

2 Das Grundmodell: „Real-Business-Cycles“

2.1 Annahmen

Es handelt sich um ein Modell mit diskreter Zeit. Das Modell geht von neoklassischen Grundannahmen aus; Preise und Löhne werden als völlig flexibel angesehen (Cooley 1995, S. 5 ff.). Die Volkswirtschaft besteht aus einer großen Zahl identischer, preisnehmender Unternehmen und einer großen Zahl ebenfalls identischer, preisnehmender Haushalte. Der Zeithorizont der Haushalte bei der Maximierung ihres Nutzens ist unendlich groß. Dies wird damit erklärt, dass die Wirtschaftssubjekte nicht nur ihren individuellen Nutzen, sondern zusätzlich auch den ihrer Nachkommen maximieren wollen. Es existiert ein repräsentativer Agent, das heißt: die Annahme identischer Individuen mit gleichen Präferenzen. Von Aggregationsproblematiken wie Heterogenitäten und Raum für distributive Effekte wird vollständig abgesehen. Das Modell, wie in der Einleitung schon beschrieben, wird von Einflussfaktoren der traditionellen Konjunkturtheorie entschlackt. Ebenso besteht kein Raum für suboptimales oder beschränkt rationales Verhalten der Wirtschaftssubjekte.

Ein benevolenter Auktionator garantiert die jederzeitige Markträumung. Die Konjunktur ist von jedwedem monetärem Einfluss frei. Es gibt also weder Liquiditätsfallen noch Liquiditätsbeschränkungen. Modelliert wird – sowohl in der geschlossenen als auch der offenen Modellökonomie – eine Ökonomie ohne Staat.

2.2 Das Modell

Die Produktionsfunktion ist vom Typ Cobb-Douglas (Mark 2001, S. 129 ff.):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dabei steht Y für den Output, K für die Höhe des Kapitalstockes sowie L für den Arbeitseinsatz. Die Variable X soll den Grad der technologischen Entwicklung beschreiben. Dieser hat gemäß (1) direkte Auswirkung auf den effektiven Arbeitseinsatz (Xt, Lt).

Der Kapitalstock erhöht sich in jeder Periode um die Summe der Investitionen (I) und verringert sich um die Abschreibungen. Es wird angenommen, dass in jeder Periode ein konstanter Anteil δ des Kapitalstocks verschleißt. Der Kapitalstock in Periode t + 1 beträgt demnach:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Verwendungsidentität des Outputs besagt, dass sich dieser auf Konsum (C) und Investitionen (I) aufteilt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aus (3) ergibt sich für den Kapitalstock:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Arbeit und Kapital werden gemäß neoklassischer Annahmen mit deren Grenzproduktivität entlohnt. Daraus ergibt sich für Reallohn (w/p) und Realzins (r):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die zu maximierende Nutzenfunktion des repräsentativen Haushaltes sieht

wie folgt aus (Lucke 1998, S. 81 ff.):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

C bezeichnet den geplanten Konsum und N die geplante Arbeitszeit als Prozentsatz der auf Eins normierten Zeitausstattung des Haushaltes; [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] ist dabei die Diskontierungsrate, welche die Präferenzen des Haushaltes beschreibt. Auf dem Arbeitsmarkt bietet der repräsentative Haushalt eine Arbeitsleistung von Nt an. Das Grenzleid der Arbeit nimmt mit wachsendem ökonomischem Wandel zu ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]). Der Ausdruck in der eckigen Klammer von (7) stellt den Nutzen der Individuen in der jeweiligen Periode dar. Zur Vereinfachung wird durch Logarithmieren ein linearer Ausdruck gebildet.

Das Nutzenmaximierungsproblem des Haushalts lautet demnach:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

unter der Nebenbedingung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Leider kann man das beschriebene Modell nicht analytisch lösen, da es sowohl aus linearen (Abschreibungsrate, Konsumquote) als auch aus logarithmischen Bestandteilen (Produktionsfunktion, Präferenzen) besteht.

Eine mögliche Lösung besteht nun darin, das Gleichungssystem an seinem Steady State mit einer Taylor-Approximation ersten Grades in ein lineares Differenzengleichungssystem zu entwickeln. Im Steady State wird unterstellt, dass alle Modellvariablen mit einer konstanten Wachstumsrate wachsen. Die Abweichungen stellen dann die Konjunkturzyklen dar.

So ergibt sich für den repräsentativen Haushalt bezüglich der transformierten Daten folgendes Optimierungsproblem:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

unter der Nebenbedingung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Zielfunktion unterscheidet sich in dem modifizierten Nutzenmaximierungsproblem nur durch eine additive Zufallsvariable von ihrer Formulierung in ihrer ursprünglichen Form.

Die Abweichungen des Produktivitätsschocks von seinem Steady-State-Niveau folgt einem Prozess erster Ordnung mit autoregressiven Parameter:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]

Details

Seiten
22
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638333023
ISBN (Buch)
9783640165353
Dateigröße
618 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v32628
Institution / Hochschule
Universität zu Köln
Note
2,3
Schlagworte
International Real Business Cycles Hauptseminar SS04 Prof Axel Weber(Bundesbankpräsident)

Autor

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Titel: International Real Business Cycles