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Instrumente zur Bewertung von Nachhaltigkeit in Unternehmen

Ein Vergleich

Diplomarbeit 2004 129 Seiten

Umweltwissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Eidesstattliche Erklärung

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

1 Nachhaltigkeit: Herausforderung für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft
1.1 Nachhaltigkeit und Sustainable Development
1.2 Zur Rolle von Wirtschaft und Politik in der Agenda 21
1.3 Akteure in der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung
1.4 Nachhaltigkeitsstrategien - benötigen Innovation und Kooperation
1.5 Modellentwurf zur Nachhaltigkeit
1.6 Zum Stand der Nachhaltigkeitsansätze und –konzepte in der Wirtschaft

2 Unternehmerische Nachhaltigkeit
2.1 Prinzipien unternehmerischer Nachhaltigkeit
2.2 Prinzipien abgeleitet aus dem Umweltmanagement
2.3 Strukturwandel, Suchprozesse und unternehmerische Nachhaltigkeit
2.4 Zwischenfazit

3 Bewertung unternehmerischer Nachhaltigkeit im ethisch- ökologischen Segment des Kapitalmarkts
3.1 Einführung
3.2 Zum Stand des Finanzmarkts im ethisch-ökologischen Segment
3.3 Absolute und relative Bewertungskonzepte
3.4 Der Corporate Responsibilty Rating - Ansatz
3.5 Kritische Würdigung

4 Selbstbewertungsinstrumente
4.1 Sustainability Assessment for Enterprises (SAFE)
4.2 Future- Nachhaltigkeitscheck 2003
4.3 Bochumer Nachhaltigkeitscheck (BNC)
4.4 Unterschiedliche Schwerpunkte der Bewertungsbögen
4.5 Kritische Würdigung

5 Prozessbewertung mittels des Sustainable Excellence Ansatzes im Projekt Benchmarking for Sustainability
5.1 Das EFQM- Modell
5.2 Der Sustainable Ecxellence Ansatz
5.3 Prozessorientierung und Prozessmanagement
5.4 Konzeption des be.st - Projekts
5.5 Prozessbewertung und Benchmarking
5.6 Kritische Würdigung
5 Sustainability Balanced Scorecard
5.1 Die Balanced Scorecard (BSC)
5.2 Sustainability Balanced Scorcard (SBSC)
5.3 Umsetzung von Strategien
5.4 Kritische Würdigung

6 Prosa - Product Sustainability Assessment
6.1 Ziel, Anwendungsfelder und Struktur
6.2 PROSA- Phasen
6.3 Angewendete Instrumente
6.4 Methodenweiterentwicklung

7 Vergleich der untersuchten Instrumente und Methoden
7.1 Bewertungsebenen
7.2 Ökonomische, ökologische und soziale Dimension

8 Zusammenfassung und Ausblick

Anhang

Literatur- und Quellenverzeichnis

Eidesstattliche Erklärung

Hiermit erkläre ich an Eides statt, dass ich die vorliegende Arbeit selbständig und nur mit Hilfe der angegebenen Literatur erarbeitet habe. Wörtlich oder sinngemäß entnommene Stellen wurden dabei kenntlich gemacht.

Berlin, Oktober 2004

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1. Das Nachhaltigkeitstetraeder

Abbildung 2. Die richtigen Werte entscheiden über nachhaltigen Unternehmenserfolg

Abbildung 3. Nachhaltigkeitsinnovationen und Strukturwandel

Abbildung 4. Unternehmerische Nachhaltigkeit als dynamischer Prozess

Abbildung 5. Indizes im Bereich des „Socially Responsible Investment“

Abbildung 6. Struktur des Corporate Responsibility Ratings

Abbildung 7. Nachhaltigkeitsmatrix zur Klassifizierung des Unternehmens

Abbildung 8. Gewichtungen im Corporate Responsibility Rating

Abbildung 9. Bewertungsschema des Corporate Responsibility Ratings

Abbildung 10. COMPASSradar zur Auswertung von SAFE

Abbildung 11. Spinnennetzdiagramme zur Auswertung des BNC

Abbildung 12. Das Excellence Modell der EFQM

Abbildung 13. Die Grundkonzepte des EFQM- Modells

Abbildung 14. Gewichtung der Kriterien im EFQM- Modell

Abbildung 15. Einsatz der Instrumente im Projekt be.st

Abbildung 16. Anwendung der Kriterien des EFQM- Modells auf Geschäftsprozesse

Abbildung 17. RADAR- Bewertungsmethodik nach EFQM –Modell

Abbildung 18. Die vier Perspektiven einer Balanced Scorecard

Abbildung 19. Die BSC als strategischer Handlungsrahmen

Abbildung 20. Vorgehen zur Formulierung einer SBSC

Abbildung 21. Übersicht über Ursache- Wirkungszusammenhänge einer SBSC

Abbildung 22. SBSC – Nachhaltigkeitsmatrix mit beispielhaften Indikatoren

Abbildung 23. Die Grundstruktur von PROSA

Abbildung 24. Die Systempyramide zur Strukturierung

Abbildung 25. Bewertungsebenen der untersuchten Instrumente und Methoden

Abbildung 26. Vergleich der untersuchten Instrumente und Methoden

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

Die Nachhaltigkeitsdiskussion der vergangenen Jahre fordert die Unternehmen zum Handeln auf. Dabei haben sich die Begriffe Nachhaltigkeit und Sustainable Development (Nachhaltige Entwicklung) etabliert. Ein Ausgangspunkt der gegenwärtigen Nachhaltigkeitsdiskussion ist die bisher dominierende Lebens- und Wirtschaftsweise in den Industrieländern. Diese steht im Konflikt zu einer Nachhaltigen Entwicklung. Die Notwendigkeit eines Umsteuerns dieser Wirtschafts- und Lebensweise steht mittlerweile außer Frage.

Es stellen sich somit folgende Fragen, die es zu untersuchen gilt.

- Wie kann eine Nachhaltige Entwicklung aussehen?
- Wer sind die herausgeforderten Akteure?
- Ist eine nachhaltige Wirtschafts- und Lebensweise nur allein durch die Unternehmen zu vollbringen?
- Wie ist Nachhaltiges Wirtschaften realisierbar?
- Was bedeutet Nachhaltigkeit in Unternehmen?
- Mit welchen Instrumenten kann Nachhaltigkeit in Unternehmen bewertet werden?
- Wie können diese Instrumente miteinander verglichen werden?

Diese Fragen werden in der vorliegenden Diplomarbeit diskutiert und analysiert. Dabei beziehe ich mich verstärkt auf die Betrachtung der Unternehmen als Akteure der Nachhaltigkeitsdebatte. Das Thema Nachhaltigkeit ist ein recht junges Tätigkeitsfeld für Wissenschaft, Politik, Unternehmen und Gesellschaft. Sie versteht sich als ein dynamischer Prozess und wir stehen erst am Anfang des Problemerkennens. Eine Vollständigkeit der Untersuchungsgrundlage kann daher zum jetzigen Zeitpunkt auf gar keinen Fall existieren und somit stellt diese Arbeit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich bin jedoch bemüht, die aktuellsten Erfahrungen und Entwicklungen zur Bewertung von Nachhaltigkeit in Unternehmen zu präsentieren und versuche mit dieser Grundlage die recherchierten Instrumente zu vergleichen.

Im ersten Kapitel wird über die Entstehung der Begriffe Nachhaltigkeit und Sustainable Development berichtet. Anschließend soll aufgezeigt werden, wie eine nachhaltige Entwicklung zukünftig gestaltet werden kann. Hierzu sollen Antworten gefunden werden, wie die Akteure in einer Gemeinschaftsaufgabe das Leitbild Nachhaltige Entwicklung umsetzen können. Dabei werden die Herausforderungen der Unternehmen, der Politik sowie gesellschaftliche Voraussetzungen näher erläutert.

Um die Komplexität einer nachhaltigen Entwicklung erfassen zu können, werde ich versuchen, ein eigenes Modell zur zukünftigen Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung zu formulieren. Abschließend werden derzeitige Tendenzen zur Umsetzung des Leitbilds in der Wirtschaft aufgezeigt.

Das zweite Kapitel soll Aufschluss geben, wie unternehmerische Nachhaltigkeit verstanden werden sollte und was zudem ein nachhaltiges Unternehmen auszeichnet, um zu einem Strukturwandel in der Wirtschaft zu kommen. Hierzu werden Handlungsprinzipien erläutert um schließlich Aussagen darüber treffen zu können, wie Nachhaltigkeit in Unternehmen bewertet werden kann.

Die nachfolgenden Kapitel widmen sich recherchierter Instrumente zur Bewertung von Nachhaltigkeit in Unternehmen. So wird dargestellt, wie Unternehmen im ethisch- ökologischen Segment des Kapitalmarkts bewertet werden. Hier sind jedoch die Bewertungen von Unternehmen sehr spezifisch gestaltet und zudem branchenbezogen. Anhand des Bewertungsansatzes der oekom research AG wird dargestellt, welche grundlegenden Bewertungskonzepte, dem ethisch-ökologischen Segment des Kapitalmarkts zugrunde liegen.

Anschließend werden recherchierte Instrumente und Methoden erläutert, die derzeit in den Unternehmen zur Anwendung kommen. Die unterschiedlichen Bewertungsmethoden werden vorgestellt. Um die Instrumente untereinander abgrenzen zu können, werden die unterschiedlichen Zielvorstellungen, die mit dem Einsatz der Instrumente in Verbindung stehen, aufgezeigt. Nachfolgend wird die PROSA Methode zu Bewertung von Produkten und Dienstleistungen erläutert, um danach die Instrumente abschließend anhand der ökonomischen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitsdimensionen miteinander zu vergleichen.

1 Nachhaltigkeit: Herausforderung für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft

1.1 Nachhaltigkeit und Sustainable Development

Der in Deutschland häufig verwendete Begriff Nachhaltigkeit stammt aus der Forstwirtschaft des 18. Jahrhunderts. Der Begriff bezog sich zunächst auf die Nutzung natürlicher Ressourcen, die sich an deren Regenerierungsfähigkeit orientieren sollte. Heute wird Nachhaltigkeit neben der Erhaltung der Regenierungsfähigkeit auch mit Durchhaltbarkeit, Dauerhaftigkeit oder Zukunftsfähigkeit umschrieben.[1]

So sehr das Prinzip der Nachhaltigkeit allgemein benutzt und begrüßt wird, birgt es doch erhebliches Konfliktpotenzial. Verschiedenste Meinungen unterschiedlicher Interessengruppen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft konkurrieren um die Wege zur Erreichung von Nachhaltigkeit. Im sogenannten Nachhaltigkeitsdiskurs ist man sich über Wachstum oder Verzicht, Effizienz oder Innovation, Markt oder Staat uneinig.

Ausgangspunkt für die aktuelle Debatte um Nachhaltigkeit war der Erd-Gipfel in Rio de Janeiro 1992. Auf der damaligen UN- Konferenz „Umwelt und Entwicklung wurde ein gemeinsames Entwicklungsleitbild Sustainable Development (Nachhaltige Entwicklung) formuliert, um der Erkenntnis gerecht zu werden, dass eine langfristige und dauerhafte Verbesserung der Lebensverhältnisse für eine rasant wachsende Weltbevölkerung nur möglich ist, wenn sie die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen mit einschließt. Konkreter beinhaltet diese Erkenntnis, dass die gegenwärtig dominierende Lebens- und Wirtschaftsweise in den Industrieländern im Konflikt steht zu einer weltweit und langfristig tragfähigen Entwicklung. Das heisst, der Verbrauch an Naturgütern ist zu groß, die Schadstoffemissionen sind zu hoch und die Entwicklungschancen sind zwischen Süden und Norden ungerecht verteilt. Notwendig ist also stattdessen Nachhaltige Entwicklung. Deren ethisches Fundament ist die Verpflichtung auf Gerechtigkeit gegenüber künftigen Generationen und den Ländern des Südens, die häufig auch als „Dritte Welt“ bezeichnet werden.[2]

Jedoch sollte die „Dritte“ Welt nicht als ein einheitliches Gebilde betrachtet werden, sondern eher als ein breites Nationenspektrum. Dieses reicht von den ärmsten Ländern dieser Welt, bis hin zu den wenigen Ländern, die entwickelter sind als viele europäische Länder.[3]

Die durch die Vereinten Nationen ins Leben gerufene Weltkommission für Umwelt und Entwicklung verfasste 1987 den nach der Kommissionsvorsitzenden benannten Schlussbericht (Brundtland-Bericht). Ziel der Brundtland-Kommission war es, Lösungsansätze für die miteinander verknüpften und sich bedingenden ökonomischen, ökologischen und sozialen Probleme der Weltgemeinschaft zu erarbeiten. Seither werden Problemerscheinungen aus allen drei Bereichen wie Unterversorgung und Armut, Umweltverschmutzung und Übernutzung natürlicher Ressourcen, Verletzung der individuellen Freiheit und soziale Ungerechtigkeit mehr und mehr als Ausdruck eines nicht- zukunftsfähigen Zustandes angesehen, dem nur durch eine vernetzte Problemsicht und durch integrierte Herangehensweisen entgegenarbeitet werden kann. Der Brundtland-Bericht setzte die Grundlagen für die Rio- Konferenz und definierte den Begriff Sustainable Development wie folgt:

Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“[4]

1992 wurden auf der Rio-Konferenz das Aktionsprogramm für den Übergang ins 21. Jahrhundert, bekannter unter dem Namen Agenda 21 sowie folgende Beschlüsse wie die Rio-Deklaration, die Klimarahmenkonvention, das Übereinkommen über die biologische Vielfalt und eine Waldgrundsatzerklärung gefasst. Auf der bisher größten Konferenz zum Thema Umwelt und Entwicklung verständigten sich 178 Industrie- und Entwicklungsländer unterschiedlichster Religionen und Kulturen auf ein gemeinsames Leitbild. Hierbei sollte berücksichtigt werden, dass die einzelnen Nation mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Bedürfnissen zu einer nachhaltigen Entwicklung gelangen. Auf eine handhabbare Definition von Sustainable Development konnten sich die Konferenzteilnehmer jedoch nicht einigen. In der Präambel der Agenda 21 wird dennoch verdeutlicht, dass Sustainable Development weit umfassenderer ist als die Definition der Brundtland – Kommission.

Präambel der Agenda 21

Die Menschheit steht an einem entscheidenden Punkt ihrer Geschichte. Wir erleben eine zunehmende Ungleichheit zwischen Völkern und innerhalb von Völkern, eine immer größere Armut, immer mehr Hunger, Krankheit und Analphabetentum sowie eine fortschreitende Schädigung der Ökosysteme, von denen unser Wohlergehen abhängt. Durch eine Vereinigung von Umwelt- und Entwicklungsinteressen und ihre stärkere Beachtung kann es uns jedoch gelingen, die Deckung der Grundbedürfnisse, die Verbesserung der Lebensstandards aller Menschen, einen größeren Schutz und eine bessere Bewirtschaftung der Ökosysteme und eine gesicherte, gedeihliche Zukunft zu gewährleisten. Das vermag keine Nation allein zu erreichen, während es uns gemeinsam gelingen kann: in einer globalen Partnerschaft, die auf eine nachhaltige Entwicklung ausgerichtet ist.“[5]

Während der Brundtland-Bericht lediglich die zeitliche Dimension einer dauerhaften Übertragbarkeit aller menschlichen Aktivitäten als ein Nachhaltigkeitskriterium unterstrich, stellte die unterzeichnete Agenda 21 die räumliche Dimension in den Mittelpunkt der Diskussion. Das bedeutet, dass Konsum- und Wirtschaftsstile auf jede Kultur auf jedem Erdteil, also auf die gesamte Menschheit übertragbar sein müssen, ohne dabei die Umwelt zu überlasten und ohne die vorhandenen Ressourcen zu erschöpfen.[6]

1.2 Zur Rolle von Wirtschaft und Politik in der Agenda 21

In der Agenda 21 wird der Wirtschaft eine entscheidende Rolle innerhalb einer nachhaltigen Entwicklung beigemessen: „Die Privatwirtschaft einschließlich transnationaler Unternehmen spielt eine zentrale Rolle in der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes.“[7] So sollen durch stabile politische Rahmenbedingungen Anstöße in der Wirtschaft erzeugt werden, um hier zu einem verantwortungsvollem und effizienten Handeln zu kommen. Zudem soll eine Planungssicherheit geschaffen werden, damit Unternehmen eigene - längerfristig ausgerichtete Strategien verfolgen können. Die Wirtschaftsunternehmen sollen dabei durch effizientere Produktionsprozesse, vorbeugende Unternehmensstrategien, saubere Produktionstechnologien und –verfahren während des gesamten Produktkreislaufs zur Minimierung der Abfallerzeugung oder zur Abfallvermeidung beitragen. Unternehmenspolitik und unternehmerisches Verhalten nehmen folglich entscheidenden Einfluss auf die Verminderung der Auswirkungen auf die Ressourcennutzung und die Umwelt. Gemäß der Agenda 21 sind die maßgeblichen Aufgaben der Wirtschaft die Erzeugung technologischer Innovationen und der Technologietransfer. Hierzu gilt es jedoch umfassende Partnerschaften und Kooperationen einzugehen, die somit auch in den Aufgabenbereich der Wirtschaft fallen.

Die unterzeichnete Agenda 21 basiert zudem auch auf einer Verpflichtung aller 178 Staaten, zu nationalen Anstrengungen zu kommen, die eine Umsetzung des Leitbilds Nachhaltige Entwicklung ermöglichen. In der Agenda sind hierzu folgende Angaben zu finden: Eine „[...]erfolgreiche Umsetzung ist in erster Linie Aufgabe der Regierungen. Eine entscheidende Voraussetzung dafür sind politische Konzepte, Pläne, Leitsätze und Prozesse auf nationaler Ebene.“[8]

Hier wird deutlich, dass die Hauptaufgabe der 178 Regierungen darin besteht, dem Leitbild Nachhaltige Entwicklung zur Umsetzung zu verhelfen. Die Politik soll dementsprechend dazu beitragen, das Leitbild für die jeweilige Nation zu konkretisieren. Hierbei müssen jedoch die unterschiedlichen nationalen Voraussetzungen und Bedürfnisse berücksichtigt werden.

Dieser Gedanke bezieht sich nicht nur auf rein wirtschaftliche sondern auch auf gesellschaftliche und ökologische Fragestellungen, die nicht losgelöst voneinander betrachtet werden dürfen. So stellt z. B. der in Deutschland stattfindende demografische Wandel eine nationale Herausforderung für eine nachhaltige Entwicklung dar. In anderen Nationen gelten jedoch völlig andere Voraussetzungen. So steht beispielsweise einem Teil afrikanischer Staaten aber auch Indien und China in den nächsten Jahren ein enormes Bevölkerungswachstum bevor, dass in diesen Nationen aber auch aus der globalen Betrachtung heraus zukünftige Entwicklungen und dessen Auswirkungen entscheidend prägen wird.[9]

1.3 Akteure in der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung

Zehn Jahre nach der Rio-Konferenz ist die Verpflichtung im Sinne der Agenda 21 umgesetzt worden. Im Jahr 2002 wurde eine nationale Nachhaltigkeitsstrategie durch die Bundesregierung verabschiedet.

Die nationale Nachhaltigkeitsstrategie verdeutlicht, dass die Erreichung einer nachhaltigen Entwicklung eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung darstellt. Ein zu verfolgender Entwicklungsprozess soll durch benannte Akteure gemeinschaftlich gestaltet werden. Wichtigste Akteure für diesen Prozess sind Bürgerinnen und Bürger, Produzenten und Verbraucher, Wirtschaft und Gewerkschaften, Kirchen und Verbände sowie der Staat selbst.[10]

Infolgedessen sollen die entscheidenden gesellschaftliche Fragen gemeinsam angegangen werden. Hierbei handelt sich es sich um Fragen der Lebensqualität heutiger und zukünftiger Generationen und des sozialen Zusammenhalts aber auch die Herausforderungen der Globalisierung sowie die Schaffung neuer Arbeitplätze und die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit in der Wirtschaft. So sollen Partnerschaften und Bündnisse als kooperatives Zusammenwirken vieler Akteure Antworten geben, wie Nachhaltigkeit erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden kann.[11]

Den Unternehmen kommt innerhalb der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie eine besondere Rolle zu. So tragen diese für „[...] ihre Produktion und Produkte die Verantwortung. Dazu gehört die Information der Verbraucher über gesundheits- und umweltrelevante Eigenschaften der Produkte sowie über nachhaltige Produktionsweisen.“[12] Der Verbraucher wird als Konsument auch gesondert aufgefordert, seinen eigenverantwortlichen Beitrag zu leisten. „Der Verbraucher trägt die Verantwortung für die Auswahl des Produkts und dessen sozial und ökologisch verträgliche Nutzung.“[13]

Mit der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung sind zudem konkrete nationale Nachhaltigkeitsziele mit einem klaren Zeithorizont benannt. An diesen Zielen sollen sich die Entscheidungen und Maßnahmen der oben genannten Akteure – folglich auch die Wirtschaftsunternehmen - orientieren. Mit einem an die Zeile gebundenen Indikatorensystem der Strategie soll kontrolliert werden, inwieweit der Weg zur Nachhaltigkeit in Deutschland bereits umgesetzt worden ist. Gleichzeitig soll die Nachhaltigkeitsstrategie als ein dynamischer Prozess aufgefasst werden. Das heisst, sie kann ständig neu weiterentwickelt werden und kann sich somit unvorhergesehenen Entwicklungen anpassen.[14]

Auf die einzelnen Entwicklungsziele im Verbund mit den entsprechenden Indikatoren zur Umsetzungsbewertung, soll nicht weiter eingegangen werden, da sich diese nicht speziell auf ein einzelnes Unternehmen herunterbrechen lassen, sondern sich eher auf bestimmte Wirtschaftzweige oder auf die gesamte Volkswirtschaft bzw. auf die Gesellschaft beziehen. In der Wissenschaft sind jedoch Nachhaltigkeitsstrategien erarbeitet worden, die eine ökologische Modernisierung der Volkswirtschaft beabsichtigen. Auf diese Strategien wird nachkommend näher eingegangen, um aufzeigen zu können, welche Herausforderungen an die Wirtschaft aber auch an die Politik und Gesellschaft gestellt sind, um gemeinschaftlich zu einem nachhaltigen Entwicklungsprozess zu kommen.

1.4 Nachhaltigkeitsstrategien - benötigen Innovation und Kooperation

Mittlerweile steht außer Frage, dass das gegenwärtige Wachstums- und Entwicklungsmodell der Industrieländer den Umweltraum[15] über alle Maßen beansprucht. Über die Notwendigkeit einer Umsteuerung wird deshalb heutzutage - anders als vor 20 Jahren - wenig gestritten. Zentraler Streitpunkt ist heute eher wie, auf welches Niveau und innerhalb welchen Zeitraums ein Wirtschaftwandel erzeugt werden soll.[16]

Es besteht folglich nicht nur die Notwendigkeit für einen Strukturwandel der Industrieländer, sondern dieser sollte so schnell wie möglich und mit beachtlichen Ressourcenproduktivitätssteigerungen und absoluten Umweltentlastungen erfolgen. In der Wissenschaft bestehen derzeit für einen erforderlichen Strukturwandel drei Nachhaltigkeitsstrategien - die Effizienz-, die Substitutions- oder Konsistenzstrategie und die Suffizienzstrategie, auf die nachfolgend eingegangen wird. Wichtig ist jedoch vorab aufzuzeigen, dass diese Nachhaltigkeisstrategien ohne produkt- und produktionsprozessbezogene Innovationen nur geringe politische und ökonomische Erfolgschancen haben.

Innovationen helfen einen Strukturwandel zu erzeugen. Dies geschieht insbesondere dann, wenn aus ihnen Entlastungseffekte für die Allgemeinheit resultieren. Aufgabe von Wirtschaft und Politik ist es nicht nur technische Neuerungen zu erzeugen, sondern auch einen Prozess der kreativen Zerstörung in Gang zu bringen. Von politischer Seite müssen hierfür Rahmenbedingungen geschaffen werden, um positive Anreize für Innovationen in der Wirtschaft zu erzeugen. Gleichzeitig muss ein zügiger Einführungsprozess der Innovationen auf neuen Märkten unterstützt werden. Jedoch haben die Unternehmen für die eigene Innovationsfähigkeit neue Herausforderungen zu meistern. Für innovationsorientierte Aktivitäten sind Unternehmen mittlerweile auf außer-marktförmige Institutionen (Forschungsinstitute, Universitäten usw.) angewiesen, mit denen es zu kooperieren gilt. Ein weiterer Punkt ist dennoch ausschlaggebend. Innovationen sind bei dessen Einführung oft mit Widerständen konfrontiert, die eine Einführung häufig hinauszögern.[17]

Innovationsgeist erfordert heutzutage folglich eine Veränderung der Unternehmen in Richtung befähigte Unternehmenskommunikation und Kooperation. Durch die Politik muss unternehmerische Innovationsfähigkeit in eine Richtungen beeinflusst werden, die eine drastische Senkung des Material-, Energie und Flächenverbrauchs sowie der Emissionen ermöglicht. In einem evolutionären Reorganisationsprozess „erfindet“ die Marktwirtschaft dann in einer offenen und freien Gesellschaft, erneut die Randbedingungen für ihre eigene Weiterentwicklung.[18]

Aufgabe der Politik ist es also „ökologische Leitplanken“ so zu setzen, dass Innovationen begünstigt werden, die einen Strukturwandel unterstützen und gleichzeitig hemmende Innovationen benachteiligen, ohne die Innovationsdynamik der Wirtschaft insgesamt zu bremsen. Es geht dabei nicht um die Förderung bestimmter Technologien, sondern um die Förderung bestimmter Typen von Innovationen.[19]

So können strukturelle und technologische Innovationen zu enormen Ressourcenproduktivitätssteigerungen bzw. zu einer Entkopplung des Umweltverbrauchs vom Wirtschaftswachstum führen. Jedoch existieren Grenzen für eine derartige „Effizienzrevolution“. Ein Strukturwandel mit der Folge einer enormen Ressourceneffizienzsteigerung ist bereits eine gewaltige gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderung. Die Stoffströme innerhalb der Wirtschaft auf ein zukunftsfähiges Niveau zu reduzieren, ist unter den Bedingungen von Wachstum eine noch schwerer zu lösende Aufgabe. Jedes erwirtschaftete Wachstum müsste durch eine entsprechend verstärkte Verbesserung der Ressourceneffizienz ausgeglichen werden – und dies auf Dauer.[20]

Effizienzstrategie

Mit Hilfe veränderter Rahmenbedingungen soll demnach ein Entwicklungs- und Forschungswettlauf innerhalb der Unternehmen erzeugt werden, der das Ziel hat, dass immer ressourceneffizientere und schadstoffärmere Produkte hergestellt werden. Mit der Effizienzstrategie wird daher auf die Ressourcen- und Schadstoffeffizienz innerhalb des Produktionsprozesses bzw. im Produktentwicklungsprozess gezielt. Hierbei bleibt jedoch das Produkt in der allgemein bekannten Form erhalten. Es entstehen somit Produkte, die in ihrer Herstellungs-, Nutzungs- und Entsorgungsphase im ökologischen Sinne verbessert werden (z.B. Entwicklung von emissionsärmeren Kraftfahrzeugen, entsorgungsfreundlichen und energieeffizienten Elektrogeräten).

Substitutions- oder Konsistenzstrategie

Im Gegensatz zur Strategie der „Effizienzrevolution“ geht es in der Substitutions- oder Konsistenzstrategie nicht um die umweltfreundlichere Gestaltung eines bestehenden Produkts. Vielmehr geht es in dieser Strategie darum, den Nutzen eines Produkts mit einem völlig neuen nachhaltigeren Produkt oder mit einer Dienstleistung (Innovation) zu ersetzen.

Suffizienzstrategie

Die Suffizienzstrategie dagegen setzt auf die Bildung einer Umweltethik innerhalb der Gesellschaft und fordert im Grunde genommen eine Konsum- und Lebensstiländerung. Geänderte Rahmenbedingungen sollen zu einem Wandel im Nachfrageverhalten der Konsumenten führen. Es geht hierbei um eine Selbstbegrenzung des Konsumenten.[21]

„Gut leben - statt viel besitzen“ könnte im Sinne der Suffizienzstrategie als eine Art Leitgedanke aufgestellt werden. Es geht hier um weniger oder selektierteren Konsum. Materieller Besitz verkörpert jedoch als solcher auch einen sozialen Status innerhalb der Gesellschaft. Zugleich sind kulturelle Aspekte wie z. B. Statussymbole oder der moderne Freiheitsbegriff, der die Aufhebung aller Knappheiten und Konsumbeschränkungen mit einschließt, als Hemmnisse dieser Strategie zu sehen. In umgekehrter Richtung, nämlich aus der Angebotsperspektive ist diese Strategie jedoch nicht geringfügiger von Bedeutung. Unter marktwirtschaftlichen Bedingungen ist die Einführung neuer, nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen solange zum Scheitern verurteilt, solange wie diese von der Nachfrageseite nicht akzeptiert wird. Somit wird Suffizienz – ganz gleich ob in Form einer Selbstbegrenzung auf der Konsumentenseite oder durch Substitutionen zugunsten nachhaltiger Produkte bzw. Produktnutzungen auf der Angebotsseite zur notwendigen Bedingung für die Wirksamkeit aller aufgezeigten Nachhaltigkeitsstrategien.[22]

Um eine künftige Entwicklung auch zukunftsfähig gestalten zu können, ist also die Politik, die Wirtschaft und die Gesellschaft gemeinsam herausgefordert. „Erst wenn sich die Kooperation auf den verschiedenen Ebenen (zwischen Unternehmen, Staat und Privaten, zwischen Unternehmen und Haushalten) durchsetzt, kann ein ökologischer Strukturwandel zu einer gesellschaftlichen Gemeinschaftsaufgabe werden und sich auf ganzer Linie durchsetzen.“[23]

1.5 Modellentwurf zur Nachhaltigkeit

Um modellhaft darstellen zu können, wie ein Strukturwandel in Richtung nachhaltiger Wirtschafts- und Lebensweise gestaltet werden kann, gilt es die bereits dargestellten Voraussetzungen aufzugreifen. Zuvor sollen jedoch folgende Grundannahmen gemacht werden. Eine Fülle an natürlichen Ressourcen bilden die Grundlage des heutigen Wirtschaftens. Auf diese Ressourcen kann in Zukunft nicht verzichtet, noch können diese zukünftig auf andere Art und Weise gleichwertig ersetzt werden. Die Belastungsgrenzen der natürlichen Lebensgrundlagen sind erreicht. Daher muss sich zukünftig eine ökologische Modernisierung der Volkswirtschaft an der Grenzen des Umweltraums orientieren.[24]

Diese Grenzen dürfen wir nicht überschreiten, wenn wir die natürlichen Lebensgrundlagen nicht gefährden wollen. Innerhalb dieser Grenzen kann sich die wirtschaftliche Entwicklung entfalten. Es kommt folglich darauf an, in diesem Rahmen möglichst intelligente und kreative Lösungen zu finden, um die ökologische, die ökonomische und die soziale Dimension gleichwertig miteinander zu verbinden. Dies ist jedoch eine andere Vorstellung, als das häufig genannte Nachhaltigkeitsmodell dreier gleichberechtigter Säulen der Nachhaltigkeit. Durch die Grenzen des Umweltraums wird das Drei-Säulen-Modell als integrativer Ansatz der Zieldimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales nicht in Frage gestellt. Eine Balance zwischen diesen Zieldimensionen ist zu finden. Jedoch soll hier die Vorstellung einer Gleichwertigkeit der drei Zieldimensionen bemängelt werden. Die Umwelt mit ihren natürlichen Ressourcen und vielmehr die belasteten Ökosysteme setzen dem menschlichen Handeln Grenzen. Dadurch sollte der ökologischen Zieldimension innerhalb des Zieldreiecks einer nachhaltigen Entwicklung eine besondere Bedeutung zugestanden werden oder es muss mindestens eine sorgfältige Balance zwischen Ökologie, Ökonomie und Sozialem gefunden werden, die sich an den Grenzen des jeweiligen Umweltraums orientieren.

In Deutschland wurde das Drei Säulen- Modell insbesondere von der Kommission „Schutz des Menschen und der Umwelt“ des 13. Deutschen Bundestags vertreten. In seinen Grundzügen besagt dieses Modell, das nachhaltige Entwicklung nicht nur den dauerhaften Schutz von Umwelt und Ressourcen betrifft, sondern gleichwertig auch die Verwirklichung sozialer und ökonomischer Ziele fordert. Die Säulen Ökonomie, Ökologie und Soziales stehen hier gleichberechtigt nebeneinander. So stellt das Modell einen Fortschritt gegenüber vergangenen Zeiten dar, als der Umweltschutz nur eine nachrangige Rolle spielte. Fraglich ist allerdings, ob es der angestrebten Gleichrangigkeit der Säulen gerecht werden kann. In der Praxis wird das Modell häufig verwendet, um beliebige ökonomische Belange gegen die Notwendigkeiten des Umweltschutzes in Stellung zu bringen. Das Drei Säulen- Modell hat zwar den umweltpolitischen Diskurs in Deutschland zu einer Entwicklung verholfen, jedoch plädiert der Sachverständigenrat für Umweltfragen im erstellten Umweltgutachten 2002 den Fokus zukünftig auf ökologische Ziele zu richten, da hier im Vergleich zur Umsetzung sozialer und ökonomischer Ziele ein großer Nachholbedarf besteht.[25]

Die drei Nachhaltigkeitsdimensionen (Säulen) sind zum Teil auch um eine politisch-institutionelle Dimension ergänzt, die insbesondere auf die Bedeutung von Partizipation und die Rolle der Bürger sowie institutionelle Reformen abzielt. Dadurch wurde hier der Blick auf gesellschaftliche Umsetzungsaspekte für eine nachhaltige Entwicklung verstärkt. Gesellschaftlichen Voraussetzungen sind also für eine nachhaltige Entwicklung von entscheidender Bedeutung.[26]

In Abschnitt 1.4 wurden diese Voraussetzung als verstärkte Kooperationen auf den verschiedensten Ebenen (zwischen Unternehmen, Staat und Privaten, zwischen Unternehmen und Haushalten) aufgezeigt. Schneidewind erarbeitete in diesem Zusammenhang vier Basisstrategien für institutionelle Reformen. Die vier Lösungsstrategien der Selbstorganisation / Partizipation, der Reflexivität, der Macht- und Konfliktregelung sowie der Innovation soll hier nur genannt werden. Im anknüpfenden Kapitel sollen diese Strategien jedoch zur Darstellung der unternehmerischen Nachhaltigkeit aufgegriffen und als erforderliche Handlungsprinzipien der Unternehmen näher erläutert werden.[27]

Dementsprechend benötigt ein Modell einer nachhaltigen Entwicklung eine zusätzliche vierte Dimension, um die anzustrebenden Voraussetzungen als vierte zu verfolgende Zieldimension mit aufnehmen zu können. Somit wird hier eine nachhaltige Entwicklung mit einem Nachhaltigkeitstetraeder modellhaft dargestellt. Die vier notwendigen Nachhaltigkeitsdimensionen liegen dabei innerhalb der Grenzen des Umweltraums (siehe dazu folgende Abbildung ).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1. Das Nachhaltigkeitstetraeder

Eigene Darstellung:

Der Umweltraum bezeichnet demzufolge den Raum, den Menschen in ihrer natürlichen Umwelt benutzen können, ohne wesentliche Charakteristika nachhaltig zu beeinträchtigen. Die abgebildeten Grenzen des Umweltraums ergeben sich aus der ökologischen Tragfähigkeit der Ökosysteme, der Regenerationsfähigkeit natürlicher Ressourcen und der Verfügbarkeit von Ressourcen. Der abgebildete Modellentwurf wird somit durch die, ökologische, soziale, ökonomische und durch die institutionellen Dimension erläutert.

Ökologische Dimension[28]

- Die Nutzung einer erneuerbaren Ressource darf nicht größer sein als ihre Regenerationsrate.
- Die Freisetzung von Stoffen darf nicht größer sein als die Aufnahmefähigkeit der Umwelt.
- Nicht-erneuerbare Ressourcen muss minimiert werden. Ihre Nutzung soll nur in dem Maße geschehen, in dem ein physisch und funktionell gleichwertiger Ersatz in Form von nicht-erneuerbaren Ressourcen geschaffen wird.
- Das Zeitmaß anthropogener Einträge und Eingriffe muss in einem ausgewogenen Verhältnis zum Zeitmaß der natürlichen Prozesse stehen, sei es der Abbauprozess von Abfällen, der Regenerationsrate von erneuerbaren Rohstoffen oder Ökosystemen.

Ökonomische Dimension[29]

- Das ökonomische System soll individuelle und gesellschaftliche Bedürfnisse im Rahmen des Umweltraums so effizient wie möglich befriedigen.
- Preise sollen die wesentlichste Lenkungsfunktion wahrnehmen. Diese sollen die Knappheit der Ressourcen und Produktionsfaktoren widerspiegeln. Wenn dies die Märkte aufgrund von Externalitäten ( Überwälzung von sozialen Kosten, z.B. Umweltkosten nicht leisten können, müssen die demokratisch legitimierten Entscheidungsträger dafür sorgen, das z.B. durch Umweltabgaben die Produkte die ökologische Wahrheit sagen bzw. die angestrengten Nachhaltigkeitsstandards durch höhere preise erreicht werden.
- Die Rahmenbedingungen sind so zu gestalten, dass funktionsfähige Märkte entstehen, die Innovationen in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung anregen und die Grenzen des Umweltraums gewahrt werden. Wirtschaftliche Abhängigkeiten sind zu vermeiden.
- Die ökonomische Leistungsfähigkeit einer Gesellschaft, insbesondere ihr Sozial- und Humankapital, soll ständig qualitativ verbessert werden. Dabei ist eine ausreichende Ausstattung mit kollektiven bzw. meritorischen Gütern sicherzustellen (alle Güter, die wie die Bildung und Gesundheitsfürsorge positive Effekte für die Gesellschaft erzeugen).

Institutionelle Dimension[30]

- Die Beteiligung an einem gesellschaftlichen Wandel, der zur Anpassung an zukünftige Erfordernisse erforderlich ist, soll durch die demokratisch legitimierten Entscheidungsträger, durch die Wirtschaft sowie durch die Gesellschaft selbst gefördert werden. Zu diesem Zweck sollten Barrieren der Verständigung untereinander verringert und zukünftig vermeiden werden.
- Entscheidungsprozesse, die zur Anpassung an zukünftige Erfordernisse erforderlich sind, sollten möglichst alle Interessen einer Gesellschaft berücksichtigen. Zu diesem Zweck sollten Machtungleichgewichte in diesen Entscheidungsprozessen, durch die demokratisch legitimierten Entscheidungsträger systematisch ausgeglichen werden.
- Prozesse der Invention (die bloße Erfindung) und der Innovation (die erfolgreiche Einführung einer Invention auf Märkten) müssen gefördert und miteinander verknüpft werden. Hierzu sollten durch Rahmenbedingungen der demokratisch legitimierten Entscheidungsträger, Vernetzungen von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik sichergestellt werden, um zu erforderlichen Entscheidungsprozessen zu kommen.

Sozial- kulturelle Dimension[31]

- Jedes Mitglied der Gesellschaft erhält Leistungen von sozialen Sicherungssystemen entsprechend seiner geleisteten Beiträge bzw. von der Gesellschaft entsprechend seiner Bedürftigkeit. Diese Leistungen können nur im Umfang der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit wachsen.
- Die Menschenrechte und Rechtsstaatsprinzipien sowie die Beteiligung der Entscheidungsmitglieder an Entscheidungsprozessen und die innere Sicherheit der Bürger sind zu gewährleisten. Alle Strukturen und Politiken, die die internationale Sicherheit destabilisieren, sind zu vermeiden.
- Die demokratisch legitimierten Entscheidungsträger haben die Verpflichtung die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass im Rahmen des Umweltraumes eine gerechte Verteilung der Lebenschancen für heutige und zukünftige Generationen sichergestellt ist.
- Jedes Mitglied der Gesellschaft muss entsprechend seiner Leistungsfähigkeit einen (finanziellen und ideellen) Beitrag für die Gesellschaft leisten.

1.6 Zum Stand der Nachhaltigkeitsansätze und –konzepte in der Wirtschaft

Im Rahmen der ersten Basisstudie „Konzepte der Nachhaltigkeit von Unternehmen“ des Forschungsvorhabens „Sustainable Markets eMERge“ (Summer) wurden eine Vielzahl von Konzepten und Ansätzen in Organisationen untersucht, die jeweils einen spezifischen Zugang zum nachhaltigen Wirtschaften widerspiegeln. Unterschiedliche Schwerpunkte, Abstraktionsgrade und Problemwahrnehmungen kommen in diesen Konstrukten zum Tragen. Ein gemeinsames Merkmal dieser unterschiedlichen Wege zum nachhaltigen Wirtschaften ist, dass sie den aus Unternehmenssicht häufig recht unscharfen Begriff der Nachhaltigkeit trotzdem auf die Ebene der Umsetzung projizieren, indem bestimmte Nachhaltigkeitsprinzipien oder unternehmerische Handlungsoptionen aufgegriffen werden. Eine Vielzahl von Konzepten und Ansätzen wurde hier versucht zu Verdichten, um derzeitige Tendenzen in der Praxis auszumachen. Die Ausarbeitungen der Studie machte drei verschiedene Tendenzen sichtbar. Dem mit Abstand wichtigsten Tendenzbereich der Technik / Produktion wurden Leitkonzepte wie z. B. nachhaltiges Produktdesign, Umweltmanagement oder Stoffstromansätze zugeordnet. Im zweiten Tendenzbereich der Kommunikation / Prozessgestaltung sind viele Konzepte an das normative[32] und strategische[33] Management der Unternehmen gerichtet. Unternehmerische Nachhaltigkeit bedarf also auch einer langfristigen Verankerung, die oberhalb produktionstechnischer oder operativer Anpassungen ansetzen muss. Eine Öffnung der Unternehmen in Richtung externer Anspruchsgruppen und gesellschaftlicher Diskurse ist hierbei entscheidend. Konzepte wie Corporate Social Responsibility[34] (CSR) und Sustainable Reporting[35] fallen in diesen Bereich. Schließlich wurden weit abgeschlagen unternehmensübergreifende Ansätze wie beispielsweise die Integrierte Produktpolitik[36] (IPP) erfasst, die Kooperationsbemühungen in Unternehmen voraussetzen. Die Auswertungen innerhalb der Studie ergab die Dominanz des Produkt- und Technikbereichs und bestätigt somit, das Nachhaltigkeit in vielen Unternehmen noch immer nicht als ein langfristiges orientiertes Leitbild eines gesamtgesellschaftlichen Entwicklungsprozesses verstanden wird. Die Unternehmen werden ihrer Rolle noch immer nicht gerecht, sich maßgeblich an der Kooperationsaufgabe in Richtung Nachhaltigkeit zu beteiligen. Die Öffnung der Unternehmen nach außen in Richtung gesellschaftlicher Anspruchsgruppen findet in Ansätzen statt, jedoch ist die Dominanz des Produkt- und Technikbereichs bezeichnend. Eine entscheidende Erkenntnis der Studie kommt jedoch noch hinzu. Unter den derzeitigen politischen Rahmenbedingungen mangelt es an Auslese- oder Anreizmechanismen, die für einen Austausch der bisherigen Produkte oder Techniken durch neue, das heißt nachhaltigere Produkt- oder Technikvarianten sorgen. Dennoch ergaben sich in der Studie Anhaltspunkte dafür, dass ein zukünftiger Strukturwandel durch Innovationen entstehen könnte. Diese Innovationen in Form von nachhaltigeren Produkt- und Technikvarianten sowie neuen Dienstleistungen, müssen jedoch durch neue Rahmenbedingungen in die Lage versetzt werden, bestehende Produkte in neuen Märkten zu ersetzen. Vorrangig geht es hier im Sinne der Nachhaltigkeit nicht darum, das Ausmaß und Wachstum an Bedürfnissen der Gesellschaft zu hinterfragen, sondern deren Folgen auf technischem oder organisatorischem Wege abzumildern. Somit ergibt sich laut Studie die Notwendigkeit eines gesellschaftlich-kulturellen Wandels, der vorrangig der dargestellten Nachhaltigkeitsstrategie der Suffizienz gerecht werden muss.[37]

2 Unternehmerische Nachhaltigkeit

Da ein nachhaltiger Zustand nicht konkret definiert werden kann, so ist auch ein nachhaltiges Unternehmen nicht definierbar. Unternehmen können jedoch Nachhaltige Entwicklung als Leitbild aufnehmen und eigene Maßnahmen ergreifen, um sich zu einem nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen zu verändern. Diese Unternehmen stellen sich zukünftigen Herausforderungen und sind sich dabei der eigenen Rolle in der Gesellschaft bewusst und beteiligen sich aktiv an einem kontinuierlichen Such-, Lern- und Verständigungsprozess innerhalb der gesamten Gesellschaft.[38]

Dazu muss sich jedoch ein Wertewandel in den Unternehmen vollziehen. Viele Unternehmen konzentrieren sich bislang ausschließlich auf ihren „klassischen Unternehmenswert“, das heisst auf die Interessen von Investoren oder Kreditgebern - kurz gesagt auf den Shareholder Value (siehe Abbildung).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2. Die richtigen Werte entscheiden über nachhaltigen Unternehmenserfolg

Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an: Ebinger, F.; Schwarz, M.: Nachhaltiges Wirtschaften in kleinen und mittelständischen Unternehmen. Ansätze organisationaler Such- und Lernprozesse, in: Handbuch Nachhaltige Entwicklung. Wie ist nachhaltiges Wirtschaften machbar?, Opladen 2003, S. 315.

Nachhaltiges Wirtschaften bedeutet somit, sich von dieser einseitigen Wertvorstellung zu lösen und den Kreis seiner Interessengruppen zu erweitern. Um seinen „nachhaltigen Unternehmenswert“ stetig zu vergrößern, muss sich ein Unternehmen nach innen und außen öffnen - um weitere interne und externe Interessengruppen - wahrnehmen zu können. Weiche Wertetreiber sind dann folglich soziale und ökologische Aspekte, die es in der Unternehmensstrategie aufzugreifen gilt. Dazu muss jedoch im Unternehmen ein erweiterter Bezug auf Kunden, Mitarbeiter, Partner und Akteure des gesellschaftlichen Umfelds geschaffen werden.[39]

2.1 Prinzipien unternehmerischer Nachhaltigkeit

Der oben genannte Wertewandel und die dazu erforderliche Öffnung des Unternehmens nach innen und außen erfordert daher Handlungsprinzipien wie Reflexivität, Partizipation, Macht- / und Konfliktausgleich. Die genannten Nachhaltigkeitsprinzipien wirken auf den ersten Blick abstrakt, jedoch lassen sie sich konkretisieren und somit auch auf der Ebene des unternehmerischen Handelns umsetzen. Reflexivität bedeutet, dass Unternehmen anerkennen, dass jede ihrer Handlungen immer (auch unbeabsichtigte) ökologische, soziale und ökonomische Nebenwirkungen haben. Zudem geht eine solche Reflexivität mit einem Bewusstsein einher, dass die Zuständigkeit für diese Nebenwirkungen in einer globalisierten Weltwirtschaft nicht allein beim Staat und der durch ihn ausgehenden Regulierungen liegen kann. Nachhaltige Unternehmen legen selbstverantwortlich und umfassend über die Nebenwirkung des Handelns Rechenschaft ab bzw. leiten daraus konkrete Handlungen ab. Reflexivität stellt sich nicht nur im Unternehmen ein, wenn über sich selbst im Rahmen einer umfassenden Umwelt- und Sozialberichterstattung über die Nebenfolgen des eigenen Handelns berichtet wird. Vielmehr stellt sich ein reflexives Unternehmen der offenen Diskussion mit den unterschiedlichsten Anspruchsgruppen, da aus der eigenen Unternehmensperspektive oftmals wichtige Nebenfolgen unberücksichtigt bleiben. Ein offener Stakeholder-Diskurs kann folglich ein Aufdecken von ökologischen und sozialen Nebenfolgen, die das Unternehmen in der Form bisher noch nicht wahrgenommen hat, zur Folge haben. Schließlich ist für ein reflexives Unternehmen entscheidend, wo und mit wem die Diskussion über ökologische und soziale Nebenfolgen stattfindet. Nicht ausreichend wäre ein Dialog der innerhalb einer vorhanden Umweltabteilung oder einer Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit erfolgt. Vielmehr sollte allen Mitarbeitern eines Unternehmens die Möglichkeit eingeräumt sein, sich an der Diskussion über eigenes Handeln und dessen Nebenfolgen bzw. sich daraus ergebenden Konsequenzen für das Unternehmen teilzuhaben.[40]

Für Unternehmen stellt sich das Prinzip Partizipation in zweierlei Hinsicht dar. Es geht nicht nur darum, dass wie kurz angedeutet, nicht nur zentral in einzelnen Abteilungen von Unternehmen Nachhaltigkeitsfragen intern diskutiert werden, sondern Partizipation beinhaltet zum anderen auch einen Blick aus dem Unternehmen heraus. Das wiederum bedeutet eine aktive Suche nach Kooperationen mit Anspruchsgruppen und externen Partnern, um ökologische und soziale Folgen unternehmerischen Handelns gemeinsam zu lösen. Eine Partizipation zielt schließlich auf eine aktive Rolle des Unternehmens ab, um zu Lösungen von Nachhaltigkeitskonflikten zu kommen. Dies kann abhängig von der Unternehmensgröße auf kommunaler aber auch auf internationaler Ebene passieren. International agierende Unternehmen können in Ländern in denen aktiv produziert wird Einfluss auf soziale und gesellschaftliche Fragen nehmen. Die Idee des Partizipationsprinzips beruht auf der Erkenntnis, dass eine nachhaltige Entwicklung nicht nur alleine durch eine staatliche Regulierung verordnet werden kann. Der Erfolg der Umsetzung hängt vielmehr davon ab, dass durch eine große Anzahl an Akteuren eine nachhaltige Entwicklung vorangetrieben werden kann.[41]

Mit der Art und Weise wie Unternehmen mit Machtungleichgewichten umgehen, ist ein weiteres Kriterium für ihre Nachhaltigkeitsbemühungen. Hierbei entscheidet sich Nachhaltigkeit daran, inwieweit andere Interessenvertretungen ( z.B. Umwelt- oder Sozialorganisationen ) als ebenso legitim anerkannt werden und ein Einfluss in der aktiven Nachhaltigkeitsdebatte eingeräumt wird. Ökonomische, ökologische und soziale Interessen befinden sich in vielen Fällen nicht in Harmonie, sondern müssen in Nachhaltigkeitskonflikten gegeneinander abgewogen werden. Die Gefahr hierbei besteht, dass nicht das findigere Argument solche Konflikte entscheidet, sondern das Ausmaß an Ressourcen über das der einzelne Akteur als Interessenspartei verfügt. Die Ressourcen zeigen sich dabei in unterschiedlicher Art und Weise. Finanzielle Mittel, fachlicher Sachverstand aber auch Beziehungen zu wichtigen Entscheidungsträgern oder ein hohes Ansehen in der öffentlichen Meinung sind in der Praxis der Konfliktbewältigung entscheidend. Für ein Unternehmen ist es völlig legitim, seine vorrangig ökonomischen Interessen durchzusetzen. Nachhaltig orientierte Unternehmen erkennen ökologische und soziale Interessen als ebenso legitim an und räumen den entsprechenden Vertretern einen gleichwertigen Einfluss ein. Oftmals ist das jedoch in Unternehmen, die eine aktive Diskussion und Auseinandersetzung mit den Anspruchsgruppen suchen, nicht der Fall. Gerade die Vielfalt an ökonomisch-ökologisch-sozialer Herausforderungen und Konflikten mit denen sich ein nachhaltig orientiertes Unternehmen auseinandersetzen sollte, erfordert eine ständige Suche nach neuen Wegen.[42]

[...]


[1] Vgl. Rogall, H.: Neue Umweltökonomie – Ökologische Ökonomie. Ökonomische und ethische Grundlagen der Nachhaltigkeit, Instrumente zu ihrer Durchsetzung, Opladen 2002, S. 41.

[2] Vgl. BUND, Unternehmensgrün (Hrsg.): Zukunftsfähige Unternehmen. Wege zur nachhaltigen Wirtschaftsweise von Unternehmen, München 2002, S. 10f.

[3] Vgl. Schmidheiny S., mit dem Business Council for Sustainable Development: Kurswechsel. Globale unternehmerische Perspektiven für Entwicklung und Umwelt, München 1992, S.214ff.

[4] Vgl. Hauff, V. (Hrsg.): Unsere gemeinsame Zukunft – Der Brundtland-Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung, Greven 1987, S. 46.

[5] BMU (Hrsg.) Umweltpolitik. Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung im Juni 1992 in Rio de Janeiro – Dokumente - Agenda 21, S.9.

[6] Vgl. Peach, N.; Pfriem, R. : Konzepte der Nachhaltigkeit von Unternehmen. Theoretische und empirische Trends – Endbericht der Basisstudie 1 des vom BMBF geförderten Vorhabens „Sustainable Markets eMERge“, Oldenburg 2004, S. 18.

[7] BMU (Hrsg.) Umweltpolitik. Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung im Juni 1992 in Rio de Janeiro – Dokumente - Agenda 21, S.235.

[8] Ebenda, S. 9.

[9] Vgl. Schmidheiny S., mit dem Business Council for Sustainable Development: Kurswechsel. Globale unternehmerische Perspektiven für Entwicklung und Umwelt, München 1992, S. 217.

[10] Vgl. Bundesregierung: Perspektiven für Deutschland. Unsere Strategie für eine nachhaltige Entwicklung, Berlin 2002, S. 40.

[11] Vgl. Ebenda, S. 62.

[12] Ebenda, S. 40.

[13] Ebenda, S. 40.

[14] Vgl. Bundesregierung: Perspektiven für Deutschland. Unsere Strategie für eine nachhaltige Entwicklung, Berlin 2002, S. 218f.

[15] Das Konzept des Umweltraums wurde 1992 in seinen Grundzügen von Hans Opschoor in den Niederlanden entwickelt. Der Umweltraum bezeichnet den Raum, den die Menschen in der natürlichen Umwelt benutzen können, ohne wesentliche Charakteristika nachhaltig zu beeinträchtigen. Der Umweltraum ergibt sich aus der ökologischen Tragfähigkeit von Ökosystemen, der Regenerationsfähigkeit natürlicher Ressourcen und der Verfügbarkeit von Ressourcen.

[16] Hübner K.; Nill J. : Nachhaltigkeit als Innovationsmotor. Herausforderungen an das deutsche Innovationssystem – FHW –Forschung 38/39, edition sigma, Berlin 2001, S. 65.

[17] Vgl. Hübner K., Nill J. : Nachhaltigkeit als Innovationsmotor. Herausforderungen an das deutsche Innovationssystem – FHW –Forschung 38/39, edition sigma, Berlin 2001, S. 65ff.

[18] Vgl. Bund/Misereor (Hrsg.): Zukunftsfähiges Deutschlang. Ein Beitrag zu einer global nachhaltigen Entwicklung, Berlin 1996, S. 369.

[19] Vgl. Ebenda, S. 370.

[20] Vgl. Ebenda, S. 371.

[21] Vgl. Rogall, H.: Von der globalen zur betrieblichen Leitidee der Nachhaltigkeit, in: Dybe, G.; Rogall, H. (Hrsg.): Die ökonomische Säule der Nachhaltigkeit. fhw –Forschung 36/37, edition sigma, Berlin 2000, S. 26.

[22] Vgl. Peach, N.; Pfriem, R. : Konzepte der Nachhaltigkeit von Unternehmen. Theoretische und empirische Trends – Endbericht der Basisstudie 1 des vom BMBF geförderten Vorhabens „Sustainable Markets eMERge“, Oldenburg 2004, S. 22f.

[23] Bund/Misereor (Hrsg.): Zukunftsfähiges Deutschlang. Ein Beitrag zu einer global nachhaltigen Entwicklung, Berlin 1996, S. 375.

[24] Vgl. Rogall, H.: Ökonomie der Nachhaltigkeit. Handlungsfelder für Politik und Wirtschaft, Wiesbaden 2004, S. 32f.

[25] Vgl. SRU : Umweltgutachten 2002 – Für eine Vorreiterrolle, Stuttgart 2002, S. 67f.

[26] Gehrlein, U., (Hrsg.): Wege zur Zukunftsbeständigkeit. Strategien und Instrumente zur Umsetzung des Leitbilds nachhaltiger Entwicklung, Münster 2000, S. 19f.

[27] Vgl. Schneidewind, U.: Zukunftsfähige Unternehmen – ein Bezugsrahmen, in: BUND, UnternehmensGrün (Hrsg.): Zukunftsfähige Unternehmen. Wege zur nachhaltigen Wirtschaftsweise von Unternehmen, München 2002, S. 22ff.

[28] Bund/Misereor (Hrsg.): Zukunftsfähiges Deutschlang. Ein Beitrag zu einer global nachhaltigen Entwicklung, Berlin 1996, S. 30.

[29] Rogall, H.: Ökonomie der Nachhaltigkeit. Handlungsfelder für Politik und Wirtschaft, Wiesbaden 2004, S.30.

[30] Vgl. Schneidewind, U.: Zukunftsfähige Unternehmen – ein Bezugsrahmen, in: BUND, UnternehmensGrün (Hrsg.): Zukunftsfähige Unternehmen. Wege zur nachhaltigen Wirtschaftsweise von Unternehmen, München 2002, S. 27.

[31] Rogall, H.: Ökonomie der Nachhaltigkeit. Handlungsfelder für Politik und Wirtschaft, Wiesbaden 2004, S.30.

[32] unternehmenspolitische Ebene

[33] unternehmensstrategische Ebene

[34] Für das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren auch der Begriff Corporate Citizenship eingebürgert. Er erfreut sich bei den Unternehmen großer Beliebtheit und wird oft fälschlicherweise als Synonym von CSR verwendet. Als Corporate Citizenship wird das über die eigene Geschäftstätigkeit hinausgehende soziale Engagement auf lokaler Ebene angesehen (Spenden und Sponsoring). CSR wird als ein Konzept angesehen, da es sich mit der grundsätzlichen Verantwortung des Unternehmens auseinandersetzt und alle Beiträge zur Nachhaltigkeit betrachtet, unabhängig davon, ob diese Teil der Geschäftstätigkeit sind oder über diese hinausgehen.

[35] Sustainable Reporting ist die Nachhaltigkeitsberichterstattung. So publizieren Unternehmen Berichte zur Nachhaltigkeitsperformance oder zur erläuterten Corporate (Social) Responsibility unter den Namen Nachhaltigkeitsbericht, Umweltbericht oder Konzernumweltbericht, Sustainable Development Report, Sustainable Value Report oder Sozial- und Umweltbericht. Einige Unternehmen, die auf einen ausgewiesenen Nachhaltigkeitsbericht verzichten, veröffentlichen Magazine oder das Thema wird in einem eigenen Kapitel des Geschäftsberichtes behandelt.

[36] Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit sind in diesem Konzept gleichermaßen aufgefordert, neue, am Leitbild der Nachhaltigkeit orientierte Konsumformen, zu entwickeln. Notwendige Konzepte und Strategien zur Umsetzung sollen hier Partnerschaftlich erarbeitet werden.

[37] Vgl. Peach, N.; Pfriem, R.: Konzepte der Nachhaltigkeit von Unternehmen. Theoretische und empirische Trends – Endbericht der Basisstudie 1 des vom BMBF geförderten Vorhabens „Sustainable Markets eMERge“, Oldenburg 2004, S.2ff.

[38] Vgl. Wild, W. :Nachhaltigkeitsberichterstattung in: BUND, UnternehmenGRün (Hrsg.): Zukunftsfähige Unternehmen. Weg zur nachhaltigen Wirtschaftsweise von Unternehmen, München 2002, S. 95.

[39] Vgl. Ebinger, F.; Schwarz, M.: Nachhaltiges Wirtschaften in kleinen und mittelständischen Unternehmen. Ansätze organisationaler Such- und Lernprozesse in: Handbuch Nachhaltige Entwicklung. Wie ist nachhaltiges Wirtschaften machbar?, Opladen 2003, S. 315.

[40] Vgl. BUND, Unternehmensgrün (Hrsg.): Zukunftsfähige Unternehmen. Wege zur nachhaltigen Wirtschaftsweise von Unternehmen, München 2002, S. 30.

[41] Vgl. Ebenda, S. 31.

[42] Vgl. Ebenda, S. 32f.

Details

Seiten
129
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638332323
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v32535
Institution / Hochschule
Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
Note
1,3
Schlagworte
Instrumente Bewertung Nachhaltigkeit Unternehmen Vergleich Thema Nachhaltigkeit

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Titel: Instrumente zur Bewertung von Nachhaltigkeit in Unternehmen