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Lärm in der Lernumgebung. Lärmquellen, Auswirkungen und mögliche Schutzmaßnahmen

Hausarbeit 2015 11 Seiten

Biologie - Krankheiten, Gesundheit, Ernährung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen des Hörens

3. Lärm in der Lernumgebung
3.1 Lärmquellen
3.2 Auswirkungen auf den Menschen
3.3 Mögliche Schutzmaßnahmen

4. Literaturverzeichnis

5. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Wie schon das berühmte Zitat des Mediziners Robert Koch "Die Seuche der Zukunft wird der Lärm sein, und die Menschheit wird den Lärm eines Tages ebenso erbittert bekämpfen müssen wie die Pest oder die Cholera.“[1] zeigt, ist Lärm als gesundheitliches Risiko nicht zu unterschätzen. Auch wenn sich die Hypothese nicht bewahrheitet hat, da sich der Lärm nicht in Epidemien ausbreitet und auch wohl nie durch eine Impfung besiegt wird, erweist sich der Ausspruch dennoch als zukunftsweisend. So fühlen sich nach einer Studie 40% der Befragten vom Straßenverkehr stark gestört, nur 15% gaben an davon gar nicht gestört zu werden[2]. Jedoch ist Lärm in der Lernumgebung auch nicht pauschal zu verurteilen da sich moderater Lärm sogar positiv auf die Kreativität auswirken kann wie eine Studie der Universität Chicago ergab[3]. Beim Lärm handelt es sich also um ein Phänomen mit verschiedenen Facetten.

"[Lärm ist] Schall, der für Betroffene unerwünscht ist oder geeignet, sie psychisch, physisch, sozial oder ökonomisch zu beeinträchtigen"[4]. Diese Definition trägt der Tatsache Rechnung, dass Schall nicht unbedingt als störend erlebt werden muss, um Schädigungen hervorzurufen. So wie etwa ein Konzert- oder Festivalbesucher den erwünschten Lärm billigt und dabei eine Schädigung seines Gehörs in Kauf nimmt. Auf diese Form von Lärm werde ich in der folgenden Arbeit jedoch weniger eingehen sondern auf den weit unterschätzten Lärm am alltäglichen Lernplatz in zum Beispiel der eigenen Wohnung, der Bibliothek oder in Räumlichkeiten der Universität. Dabei werde ich zunächst einige Grundlagen des Hörens zusammen fassen, mich dann mit den Lärmquellen und den Auswirkungen auf den menschlichen Organismus und den daraus folgenden Auswirkungen auf den Lernprozess auseinander setzen und mich schlussendlich mit möglichen Schutzmaßnahmen gegen den Lärm beschäftigen.

2. Grundlagen des Hörens

Unser Hörempfinden basiert zunächst einmal auf Schall, der durch Schwingungen und Stoßprozesse der Moleküle des uns umgebenden Übertragungsmediums (zumeist Luft) auf mechanischem Weg über die Ohrmuschel, das Trommelfell, die Gehörknochen (Hammer, Amboss und Steigbügel) schlussendlich auf die Flüssigkeit übertragen wird, die sich im inneren der Hörschnecke befindet. Die dabei entstehende Schwingung der darin befestigten Basilarmembran sowie Sinneszellen an den Härchen auf der Membran wird durch die physikalische Einwirkung in ein elektrisches Potential gewandelt. Das dabei - im Gegensatz zum Ruhepotenzial ohne Schalleinwirkung - erhöhte oder erniedrigte elektrische Potenzial wird in Form elektrischer Impulse über den Nervus acusticus, der alle Nervenfasern sämtlicher Hörzellen bündeln, über die Hörbahn zum primären auditorischen Areal im Großhirn geleitet.

Zu einer Hörempfindung kann es bei diesem Verarbeitungsprozess nur kommen, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind. Erstens muss die Frequenz des Schalls, das heißt die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde gemessen in Hertz (in Hz), zwischen etwa 20 und 20000 Hz liegen[5]. Zweitens muss ein bestimmter Schwellenwert des Schalldruckpegels überschritten werden, die so genannte Hörschwelle. Beide Parameter, Frequenz und Schalldruck, interagieren miteinander da das menschliche Gehör nicht in allen Frequenzbereichen gleich empfindlich ist. Die maximale Empfindlichkeit liegt dabei etwa bei 3 kHz. Fasst man den Einfluss der Frequenz und des Schalldrucks graphisch zusammen, so erhält man das Hörfeld, welches von der Hörschwellenkurve (als Untergrenze der Schallwahrnehmung) bis zur Schmerzschwellenkurve (als Obergrenze der Schallwahrnehmung) reicht. Besonders beeinträchtigend wirken Störungen des Hörfeldes, wie sie temporär oder dauerhaft durch Lärm auftreten können, wenn sie das Hauptsprachfeld - der Frequenzbereich der etwa zwischen 200 und 2000 Hz liegt - betreffen.

Als Dimension für die Schallintensität dient dabei jedoch nicht der absolute Schalldruck, sondern ein relativer Schalldruckpegel. Der dafür nötige Bezugspunkt der Drucks ist jener, bei dem ein gesunder junger Mensch gerade noch einen Ton von 1 kHz hört. Hierbei wird die logarithmische Dezibel-Skala (in dB) genutzt welche beim Hören bei 0 dB (absolute Hörschwelle) anfängt und bis circa 140 dB (absolute Schmerzgrenze) reicht. Da diese jedoch noch nichts über die empfundene Lautstärke und die frequenzspezifische Empfindlichkeit des Menschen aussagt, ist die Dezibel-A-Skala (in dB(A)) besser geeignet, da diese ungefähr dem Verlauf der absoluten Hörschwelle folgt. Für höhere Lautstärken, bei denen die menschliche Frequenzempfindlichkeit geringer ausgeprägt ist, sind die weniger gebräuchlichen Dezibel-B, Dezibel-C und Dezibel-D Skalen vorgesehen. In Abbildung 1 sind diese 4 Schalldruckpegel abhängigen Skalen noch ein Mal im Vergleich dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die Dezibel-A-, Dezibel-B-, Dezibel-C- und Dezibel-D-Skala[6]

Für die menschliche Sinnesempfindung ist jedoch die wahrgenommene Lautheit wichtiger als der absolute Schalldruck. Da diese beiden Maße nicht direkt ineinander umrechenbar sind, wurde eine phänomengetreuere Skala entwickelt, die so genannte Phonskala. Diese entspricht bei der Bezugsfrequenz von 1 kHz genau der Dezibel-Skala. Ein Ton anderer Frequenz hat die gleiche Laut- beziehungsweise Phonstärke, wenn er sich für einen Probanden genauso laut anhört wie der Bezugston von 1 kHz. Auf diese Weise lassen sich Isophone (Kurven gleicher Lautstärke) ermitteln welche Beispielhaft in Abbildung 2 dargestellt sind. Es fällt auf, dass diese bei zunehmender Phonstärke immer flacher ausfallen. Das ist damit zu erklären, dass bei hohen Lautstärken die menschliche Empfindlichkeit im gesamten Frequenzbereich abnimmt.

[...]


[1] H. H. R. Koch: zitiert nach VDRI: VDRI Jahrbuch 1976, 1976, S. 23

[2] IPOS-Institut: Umfrageergebnisse zur Lärmbelästigung in der Bundesrepublik Deutschland, 1993, S.146,ff

[3] R. Mehta, R. Zhu, A. Cheema: Is Noise Always Bad? Exploring the Effects of Ambient Noise on Creative Cognition, 2013, S. 1,ff

[4] M. Herrman: Corporate Sound Identity: Psychoakustik und Sound-Design für eine neue CI, 2014, S. 37

[5] M. Herrmann: Corporate Sound Identity: Psychoakustik und Sound-Design für eine neue CI, 2014, S. 38

[6] Autor unbekannt: Frequenzbewertung, http://de.wikipedia.org/wiki/Frequenzbewertung (21.05.2015)

Details

Seiten
11
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668230811
Dateigröße
648 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v323892
Note
1,3
Schlagworte
lärm lernumgebung lärmquellen auswirkungen schutzmaßnahmen

Autor

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