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Lesen und Literatur. Wie Wörter das Gedicht "Septembermorgen" von Eduard Mörike verändern

Hausarbeit 2014 10 Seiten

Germanistik - Didaktik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sachanalyse des Unterrichtsthemas

3. Didaktische Analyse des Unterrichtsthemas
3.1 Legitimation des Unterrichtsgegenstandes
3.2 Didaktische Reduktion, Schwerpunktsetzung und mögliche Schwierig- keiten
3.3 Kompetenzen
3.4 Lehrplanbezug und Lernziele
3.5 Methodische Reflexion

4. Literaturverzeichnis

5. Anhang

6. Selbstständigkeitserklärung

1. Einleitung

„Mit Gedichten, diesen handlichen Gebilden aus Sprache, kann man viel anfangen. Manches kann man weiterdichten, umdichten… Man darf es, wenn dadurch das Gedicht fesselnder, liebenswerter, besitzenswerter wird.“ Josef Guggenmos (Heckt 2001, S.4) Kaum eine andere Textgattung fördert die Kreativität der Kinder wie die Lyrik. Sich mit ihr auseinanderzusetzen und sie zu verstehen, ihre Ästhetik und Symbolik zu erkennen, Wörter und Bilder zu entschlüsseln, kann auf unterschiedlichste spielerische Weise ge- schehen. Die Herausforderung für Lehrkräfte besteht darin, eine logische Verknüpfung zwischen kognitiven und kreativen Prozessen herzustellen, sodass am Ende der Stunde ein größeres Verständnis dieses Genres bei den Schüler/-innen erreicht wurde. (Heckt 2001, S.4)

Folgende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Lernbereich Lesen und Literatur im Fach Deutsch. Wie das Stundenthema „Wörter verändern ein Gedicht - Septembermorgen von Eduard Mörike“ bereits andeutet, geht es darum, die Schüler/-innen zu einem kreativen Umgang mit Gedichten zu ermutigen und herauszufordern.

2. Sachanalyse des Unterrichtsthemas

Das in der Unterrichtsstunde zu behandelnde Gedicht „Septembermorgen“ stammt von Eduard Mörike (1804-1875). Dieser knüpfte während seines Theologiestudiums bereits erste Kontakte zu Dichtern und durch das Lesen antiker Werke begann seine Liebe zur Poesie und Schriftstellerei. Widrigkeiten im Beruf als Pfarrer und in der Ehe sowie ge- sundheitliche Probleme ließen ihn dennoch nicht als Literaten scheitern, denn heute zählt Eduard Mörike zu den großen Lyrikern der deutschen Sprache. Konträr zu ande- ren Poeten seiner Zeit, welche politische Schriften verfassten, scheinen Mörikes Werke sich meist auf Themen wie Liebe und Natur zu fokussieren. Dies macht ihn zu einem typischen Vertreter der Epoche des Biedermeiers. (vgl. Gigl 2009, S. 93)

Seine Naturlyrik ist gekennzeichnet durch ihre sinnlichen, empfindsamen und idyllische Wahrnehmungen, sprachliche Präzision und träumerischen Versunkenheit des lyrischen Ichs mit der Natur. In Mörikes „Septembermorgen“ aus dem Jahr 1827 sind diese Elemente wiederzufinden. (vgl. Kittstein 2009, S. 486ff)

Im Nebel ruhet noch die Welt,

Noch träumen Wald und Wiesen.

Bald siehst du, wenn der Schleier fällt, Den blauen Himmel unverstellt, Herbstkräftig die gedämpfte Welt Im warmen Golde fließen.

Das kurze Gedicht, nur aus zwei Sätzen bestehend, beschreibt die Natur an einem Herbstmorgen. Zu Beginn liegt die Welt noch im Nebel verborgen. Das lyrische Ich , in- direkt dargestellt durch das „du“ in Zeile 2, erwartet jedoch, dass die Nebeldecke sich bald auflöst und somit der strahlend blaue Himmel zutage kommt. Somit ist dieses Werk mit einem Zukunftsblick geschrieben. Stilistisch verwendet Mörike neben der Metapher (z. B. „Schleier“ als Nebeldecke oder „gedämpft“ als nicht klar gezeichnet, schwarz- weiß), Personifikationen (die Welt „ruht“, Wald und Wiesen „träumen“) sowie einen Neo- logismus („herbstkräftig“). Die Synästhesie „warmen Golde“ in Zeile 6 lässt die letzten Sonnenstrahlen förmlich spüren. Die Form betrachtend gliedert sich das Gedicht in nur einen Vers mit 6 Zeilen. Außerdem liegt ein Stabreim vor und das Vermaß ist ein 3 oder 4 hebiger Jambus. (vgl. „norberto42“)

3. Didaktische Analyse des Unterrichtsthemas

Gegenstand der Deutschstunde ist die Arbeit an und mit dem Gedicht „Septembermor- gen“.

3.1 Legitimation des Unterrichtsgegenstandes

Im Verlauf der Unterrichtsstunde lernen die Schüler/-innen exemplarisch mit einem Ge- dicht kreativ zu arbeiten und sich über die Wortwahl genauere Gedanken zu machen. Der Prozess, wie ein Gedicht entsteht, wird ihnen dadurch näher gebracht. Die Kompe- tenz, unbekannte Wörter aus dem Kontext zu klären sowie sich Metaphern (Sinnbilder) zu erschließen, wird gefördert. „Herbst“ scheint in eben dieser Jahreszeit den Kindern präsent zu sein. Dieses Thema ist sehr geeignet, fächerübergreifend zu bearbeiten. Nicht nur im Fach Deutsch mit einem Herbstgedicht, sondern auch im Heimat- und Sachunterricht sowie in Kunst kann man sich gut mit dem herbstlichen Motiven und Fa- cetten auseinandersetzen. Von zukünftiger Bedeutung ist das Kennenlernen einer der bedeutendsten Textsorten sowie verschiedener Lyriker u. a. Eduard Mörike.

3.2 Didaktische Reduktion, Schwerpunktsetzung und mögliche Schwierigkeiten

Das Gedicht „Septembermorgen“ bietet eine Menge an Möglichkeiten, dies im Unterricht zu behandeln, zu analysieren und zu erarbeiten. Folgender Unterrichtsvorschlag legt seinen Fokus besonders auf die verwendete Wortwahl im Gedicht. Die Schüler/-innen sollen anhand dieses Werkes erkennen, dass verschiedene Wörter im Satz diesem eine andere Sinnrichtung geben und erlernen Metaphern zu entschlüsseln. Dafür ist ein Ar- beitsblatt mit dem lückenhaften Gedicht vorgesehen. Die leeren Felder sollen von den Kindern mit einem der drei vorgegebenen Wörter ausgefüllt werden oder ein eigenes eingefügt werden. Der formale Teil eines Gedichts wird weitgehend ausgespart bis auf die Sicherungsphase, in der die Schüler/-innen das Gedicht in ihr Schreibheft in Vers- form abschreiben sollen. Zur Hilfestellung schreibt die Lehrkraft Datum, Überschrift und die ersten beiden Zeilen in Versform an die Tafel.

3.3 Kompetenzen

Die Arbeit mit dem Gedicht „Septembermorgen“ fördert und fordert zuerst einmal die Kompetenz des sinnentnehmenden Lesens. Neben der Lesefertigkeit spielt hier auch die Texterschließung eine große Bedeutung. Des Weiteren bildet sich die Sprachkom- petenz weiter aus durch das Verstehen der Metaphern und anderer Stilmittel. Gemein- sam mit der Lehrkraft wird das Unterrichtsthema Schritt für Schritt selbst von den Schü- ler/-innen erarbeitet. Durch die Rundgespräche, den Vortrag und die Niederschrift der eigenen Gedichtsfassung werden sowohl mündliche Kompetenzen als auch schriftliche Fertigkeiten angesprochen. Schlüsselkompetenz wie die Regelbefolgung in Gesprächs- runden und ein sozial angemessener Umgang mit den Klassenkameraden im Unterricht werden unbewusst erworben und die Klasse als Gemeinschaft begriffen.

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Details

Seiten
10
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668230057
ISBN (Buch)
9783668230064
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v323738
Institution / Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Note
Schlagworte
lesen literatur wörter gedicht septembermorgen eduard mörike

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Titel: Lesen und Literatur. Wie Wörter das Gedicht "Septembermorgen" von Eduard Mörike verändern