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Welche Bedürfnisse sind am wichtigsten? (5. Klasse Mittelschule, Arbeit-Wirtschaft-Technik/AWT)

Unterrichtsentwurf 2016 26 Seiten

Technik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Wissenschaftlich-sachliche Grundlage

2. Lehr- und Lernziele
2.1 Was soll mit der Unterrichtsstunde erreicht werden?
2.2 Was möchte ich als Lehrer erreichen?
2.3 Welche Bedeutung hat der Inhalt der Stunde für die Schüler?
2.4 Wo sehe ich Schwierigkeiten?

3. Lernstand
3.1 Welchen Lernstand stelle ich in der Klasse insgesamt fest?
3.2 Auf welchem Lernstand befinden sich die Schüler konkret?
3.3 Welche differenzierenden Maßnahmen ergreife ich aufgrund des beschriebenen Lernstandes?

4. Lernarrangement
4.1 Warum eignet sich die gewählte Methode für die Umsetzung der Lerninhalte?
4.2 Wodurch zeigt sich der Lernzuwachs der Schüler?

5. Sequenz

6. Unterrichtsverlauf

7. Material

8. Literatur

1. Wissenschaftlich-sachliche Grundlage

Was ist eigentlich ein Wunsch, was ein Bedürfnis? Schlägt man den Begriff Wunsch beispielsweise im Duden[1] nach, findet sich folgende Antwort.

„der Wunsch: Begehren, das jemand bei sich hegt oder äußert, dessen Erfüllung mehr erhofft als durch eigene Anstrengungen zu erreichen gesucht wird“

Jeder Mensch hat unzählige Wünsche. Sie können nahezu utopisch sein wie beispielsweise einmal ins Weltall zu fliegen, aber auch bescheidene und realisierbare Wünsche. Wünsche entstehen situationsabhängig, manche jedoch sind dauerhaft. Die Grenze zwischen Wünschen und Bedürfnissen liegt dort, wo ein spezifischer Mangel entsteht, der beseitigt werden kann. Jedoch werden Wunsche und Bedürfnisse oft und gerade im Alltag synonym verwendet, wie auch der Duden zeigt[2]:

„das Bedürfnis: 1. Wunsch, Verlangen nach etwas; Gefühl, …2. [materielle] Lebensnotwendigkeit; etwas, was jemand …3. Notdurft“

Der kleine Unterschied dennoch ist, dass ein Wunsch erst dann zu einem Bedürfnis wird, „wenn man etwas unternimmt, um sich diesen Wunsch zu erfüllen.“[3] Fehlt einem beispielsweise die tägliche Nahrung, wird derjenige versuchen, etwas zu essen zu bekommen.

Bedürfnisse sind die Voraussetzung und Grundlage wirtschaftlichen Handelns. Der eigentliche Grund, warum Menschen wirtschaften, liegt in den Bedürfnissen, die sie befriedigen möchten.

In der Wirtschaftstheorie ist ein Bedürfnis ein Mangel, den man beseitigen möchte. Konsumenten suchen nach Möglichkeiten, ihre Bedürfnisse auf einem Markt zu befriedigen. Die Anbieter von Produkten suchen nach Möglichkeiten, ein für sie lohnendes Angebot für die Bedürfnisse der Verbraucher zu machen. Bedürfnisse sind folglich der Motor des Wirtschaftens.

Bedürfnisse lassen sich nach unterschiedlichen Kriterien einteilen:[4]

a) nach der Dringlichkeit

- primäre, biologische oder lebensnotwendige Existenzbedürfnisse, z.B. Nahrung, Schlaf, Kleidung, Wohnung, Zuwendung
- sekundäre, gesellschaftliche oder Kulturbedürfnisse: Sie sind von der historischen Entwicklungsstufe, den geografischen Bedingungen und den soziologischen Determinanten abhängig, z.B. Religion, Musik, Vereinsleben, Theater, Dichtung usw.
- tertiäre oder nicht lebensnotwendige Luxusbedürfnisse: Sie erleichtern das Leben, erhöhen die Lebensqualität, sind Indikatoren für den Lebensstandard und sind besonders abhängig von den gegebenen materiellen und zeitlichen Ressourcen; außerdem werden sie v.a. durch die Werbung geweckt und beeinflusst; z.B. Auto, Handy, Fernreisen, kulinarische Genüsse, usw.

b) nach der Bezogenheit

- Individualbedürfnisse: Sie betreffen die Befriedigung durch individuelles Konsumieren, z.B. Nahrung, Kleidung
- Kollektivbedürfnisse: Ihre Befriedigung kann erfolgen durch gesellschaftliche oder kollektive Konsumtion, z.B. Rechtsprechung, Straßenbeleuchtung, Verkehrsinfrastruktur usw.

c) nach der Art der Güter

- materielle Bedürfnisse
- immaterielle Bedürfnisse

Individual-, Kollektivbedürfnisse, materielle und immaterielle Bedürfnisse werden häufig auch als Wahlbedürfnisse bezeichnet, die erst nach den Grund- bzw. Existenzbedürfnissen befriedigt werden. Es liegt jedoch im Wesen des Menschen, dass stets versucht wird Wahlbedürfnisse zu befriedigen, obwohl sie nicht lebensnotwendig sind. Sie machen jedoch das Leben angenehmer. Jeder Mensch hat ein anderes Empfinden, was er als ‚notwendig‘ empfindet. Darüber hinaus unterscheiden oder identifizieren wir uns auch durch unsere Wahlbedürfnisse zum Beispiel durch unsere Kleidung, unser Image. Es ist typisch für den Menschen nach immer mehr zu streben, z.B. Geld, Reichtum, Auto, Reisen, Kino, Schmuck, Schönheit usw.

Die hierarchische Abstufung der Bedürfnisse nach dem Psychologen Abraham Maslow wird meist als Pyramide dargestellt. Man unterscheidet primäre und sekundäre Bedürfnisse. Während man auf Wohnung, Nahrung und Kleidung nicht verzichten kann, werden andere Bedürfnisse wie soziale Bedürfnisse nachgestellt.[5] Innerhalb dieses Stufenmodells müssen erst die Grundbedürfnisse nach materieller Versorgung und Sicherheit befriedigt werden, bevor weiter Bedürfnisse wie beispielsweise nach Anerkennung, soziale Kontakte, schöpferische Leistung und Selbstverwirklichung befriedigt werden können. Das bedeutet nach seiner Theorie, dass der Mensch erst wenn die Bedürfnisse einer unteren Stufe befriedigt sind, nach der Befriedigung einer höheren Stufe strebt. Auf diese Weise erhöht erst das inzwischen befriedigte Bedürfnis die Motivation, ein weiteres zu befriedigen. Diese Ansprüche werden unter anderem auch durch den kulturellen Hintergrund sowie Werte und Normen geprägt.

Das Auftreten höherwertiger Bedürfnisse hängt zum einen von der Reife sowie vom Lebensalter ab, zum anderen aber auch vom Ausmaß, wie Grundbedürfnisse im Verlauf der persönlichen Entwicklung befriedigt werden konnten. Gerade in Entwicklungsländern müssen viele Menschen mit dem Lebensnotwendigen auskommen oder sogar darum bangen. Jemand, der materiell aber auch sozial schlecht versorgt wird, kann keine höherwertigen Lebensziele für sich formulieren, da er ist ständig mit der Abdeckung des Grundbedarfs beschäftigt ist.[6]

Das Modell von Maslow lässt sich empirisch nicht bestätigen, da die Zufriedenheit eines Menschen nicht messbar, sondern nur über dessen Selbstaussage nachzuvollziehen ist.[7] Die Pyramide von Maslow ist kein starres Konzept, die Grenzen verlaufen eher fließend. Somit sollte die Maslows Theorie eher als umfassende Struktur der menschlichen Ideale verstanden werden.

2. Lehr- und Lernziele

2.1 Was soll mit der Unterrichtsstunde erreicht werden?

Die Schülerinnen und Schüler

- werden sich bewusst, dass Menschen unterschiedliche Bedürfnisse haben.
- stellen Vermutungen an, welche Bedürfnisse am wichtigsten sind.
- kennen die Begriffe Existenz-, Kultur- Luxus- und soziale Bedürfnisse und können diese voneinander unterscheiden.
- lernen die vereinfachte Bedürfnispyramide nach Maslow kennen.
- können Bedürfnisse innerhalb der Bedürfnispyramide hierarchisch zuordnen sowie ihre eigenen Bedürfnisse in die Bedürfnispyramide richtig einordnen.

2.2 Was möchte ich als Lehrer erreichen?

- Die SuS[8] dort abholen wo sie stehen, indem an Bekanntes angeknüpft wird und ihr altes Wissen um neues erweitert und beides verknüpft wird
- Die SuS machen sich die verschiedenen Bedürfnisse eines Menschen bewusst und hinterfragen künftig ihre Wünsche und Bedürfnisse bezogen auf die Frage „Brauche ich das wirklich?“
- Den SuS eine angenehme und motivierende Lernumgebung schaffen.

2.3 Welche Bedeutung hat der Inhalt der Stunde für die Schüler?

Die Thematik der Stunde konzentriert sich auf die Rolle der Schüler als Konsumenten. Dörfler und Gmelch untermalen dessen Wichtigkeit, wenn sie dies so erklären:

„Junge Konsumenten sind heute vielfältigen Beeinflussungen unterworfen, die ihnen häufig nicht einmal bewusst werden. Die anbietende Wirtschaft versucht mit absatzpolitischen Maßnahmen Einfluss auf Kinder und Jugendliche zu nehmen, da diese eine nicht zu unterschätzende wirtschaftliche Zielgruppe darstellen. Allein die Taschengeldausgaben bedeuten eine Kaufkraft in Milliardenhöhe.“[9]

Darüber hinaus entscheiden Kinder und Jugendliche bei den Einkäufen ihrer Eltern oft in erheblichem Maße mit. So werden Kinder im Marketingdeutsch zu „Entscheidern“, Eltern verkümmern hingegen zu „Besorgern“.[10] Dies zeigen auch die vielen Wünsche der Klasse, wie Konzertkarten, PC- und Spielkonsolen und viele weitere materielle Bedürfnisse, welche es zu befriedigen gilt. Auf die vorausgegangene Frage, ob die Schüler denn in der Regel das bekommen, was sie sich wünschen, bekam die Lehrkraft ein weitgehendes Nicken als Antwort.

Hinzu kommt die Tatsache, dass die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen für die Wirtschaft auch deshalb interessant ist, weil viele Verhaltensweisen der Konsumenten bereits im jugendlichen Alter geprägt werden.[11] Eine frühzeitige Verbraucherbildung ist daher unabdinglich, welche daher auch als Aufgabe der Hauptschule anzusehen ist[12]. Denn das Fach Arbeitslehre hat unter anderem auch die Aufgabe, den Schüler zum mündigen Konsumenten, Verbraucher und Wirtschaftsbürger zu qualifizieren

„Für einen toleranten Umgang miteinander, aber auch für ein bewusstes, selbst verantwortetes eigenes Leben ist es notwendig, die Unterschiedlichkeit [und] Wertigkeit (…) von Bedürfnissen der Menschen zu erkennen.“[13] Kinder und Jugendliche sollen nach der Stunde wissen, dass es verschiedene Bedürfnisse gibt, welche es zu befriedigen gilt, nicht jedes Bedürfnis aber unbedingt ein Muss darstellt. Nicht alle Bedürfnisse sind gleich wichtig und nicht jeder Wunsch muss unbedingt erfüllt werden. Auf diese Weise sollen sie zu verantwortungsvollem Konsumverhalten herangeführt werden und ihre künftigen Kaufentscheidungen überdenken, indem sie sich fragen, ob sie einen bestimmten Gegenstand wirklich benötigen. Dies ist auch im direkten Vergleich unter Freunden besonders wichtig, da gerade hier häufig Neid und Missgunst entsteht, wenn andere etwas haben, was man selbst nicht bekommt oder sich nicht leisten kann. Dies ist auch dann wichtig, wenn es im weiteren Verlauf der Sequenz darum geht, das eigene Konsumverhalten zu reflektieren sowie mit seinem Geld verantwortungsvoll umzugehen.

2.4 Wo sehe ich Schwierigkeiten?

Die Bedürfnispyramide von Abraham Maslow wurde stark vereinfacht und mit den allgemeinen Inhalten der Lehrbücher verknüpft, sodass der Inhalt für die Schüler greifbarer und nachvollziehbarer wird. Dennoch kann es aufgrund der Fachbegriffe zu Schwierigkeiten kommen. Abhilfe wurde dadurch geschaffen, dass die Begriffe entweder auf dem Arbeitsblatt als Fußnote oder im Text selbst erklärt werden.

Sowohl Leistungsstand als auch Motivation befinden sich in der Klasse auf unterschiedlichen Ebenen. Während einige Schüler sehr motiviert sind und sich gern am Unterrichtsgeschehen beteiligen, gibt es ein paar Schüler, welche öfters den Unterricht durch unqualifizierte Beiträge stören möchten. Außerdem zeigt sich, dass es fast immer dieselben Schüler sind, von denen gute Beiträge zu erwarten sind.

Die drei Mädchen der Klasse sind meist sehr ruhig, beteiligen sich wenig verbal am Unterricht, bearbeiten jedoch ihre Arbeitsaufträge weitgehend eigenständig und zuverlässig.

Die Klasse zeigt sich allgemein in der Ausführung der Arbeitsaufträge noch recht unselbstständig, welches häufig zu Nachfragen führt. Es gibt außerdem ein paar stark sozial-emotionale Kinder sowie sehr leistungsschwache Schüler und ein Schüler kommt direkt aus einer Förderschule. Die leistungsschwachen Schüler haben Schwierigkeiten, längere Zeit alleine und leise zu arbeiten. Auch fehlt es ihnen hin und wieder an Konzentration, eine für sie schwierigere Aufgabe zu meistern. Dennoch müssen sie darin geschult werden, auch alleine arbeiten zu können. Es wurde gemerkt, dass gerade diese Schüler die Arbeit in Partnerarbeit nutzen, um sich selbst zurückzunehmen und vom Banknachbarn abzuschauen.

Eine allgemeine Schwierigkeit kann sich möglicherweise in der Einhaltung des Zeitrahmens ergeben, da durch die verschiedenen Methoden die benötigte Zeit vorab schwer einzuschätzen ist.

3. Lernstand

3.1 Welchen Lernstand stelle ich in der Klasse insgesamt fest?

Die Ganztagesklasse setzt sich mittlerweile aus 15 Jungen und drei Mädchen zusammen. Zwar kam ein Schüler durch Umzug erst am 23.11.2015 an die Schule bzw. in die Klasse, ist er aber vom ersten Tag an fester Bestandteil der Klasse und gut integriert. Dieser ist sprachlich recht fit und arbeitet im Großen und Ganzen auch gut mit. Die Klasse ist insgesamt aufgeweckt und freundlich. Gegen Ende der Osterferien wird uns ein weiterer, recht unauffälliger Schüler verlassen, da dieser umziehen wird.

Es gibt zwei Knaben in der Klasse, welche etwas anders entwickelt sind als die anderen. Beide Schüler zeigen aggressives Verhalten, wenn es um Konflikte im sozialen Umfeld geht. Ihnen fällt es sehr schwer, die Grenzen anderer zu achten, geschweige denn Gefühle anderer richtig einzuschätzen. Ein Schüler kommt aus Brandenburg und lebt erst seit September bei seinem Vater, er war zuvor in verschiedenen Kinderheimen und hat starke soziale Verhaltensdefizite. Gerade die ersten Monate hatte er sich selbst nicht im Griff und fiel durch aggressives, beschimpfendes Verhalten auf. Sein Verhalten hat sich jedoch gebessert. Dies kann mit der Einnahme von Medicinet zu tun haben. Während er anfangs stark mit negativem Auftreten auffiel, wirkte er zu Jahresbeginn im Unterricht meist abwesend und ruhig. Er arbeitet nicht mit, die Klassenlehrerin ließ ihn mittlerweile gehen. Seit Mitte Januar jedoch fiel er besonders in meinem Unterricht positiv auf, indem er sich hin und wieder meldete und vor allem seine Hefteinträge selbstständig und ohne Aufforderung vollständig abschrieb, welche anfangs in keinem Fach angefertigt wurden. Trotz seines mittlerweile besseren Sozialverhaltens wird der Schüler zwar im Klassenverbund toleriert, aber nicht unbedingt akzeptiert. Die Zusammenarbeit mit anderen hat sich gebessert, ist aber immer noch als schwierig anzusehen.

Der Schüler mit atypischem Autismus hatte am 5.2.2016 seinen letzten Schultag, da er nach den Ferien an der gegenüber befindlichen Förderschule unterrichtet wird.

Es gibt einen weiteren Schüler, welcher stark auffällt. Nicht nur wegen seiner Größe, sondern auch wegen einer Wahrnehmungsverarbeitungsstörung. Er wird noch auf das Asperger-Syndrom geprüft. Ihm fällt es häufig schwer, sich in andere hineinzuversetzen, er ist jedoch in die Klasse recht gut integriert. Er ist ein sehr höflicher Schüler mit einem Spezialwissen über die Titanic und Planeten sowie einem generell hohen Interesse an der Geographie. Er arbeitet sehr langsam und man muss ihn fast immer mehrmals gesondert auffordern seiner Aufgabe nachzugehen. Aus diesem Grund hatte er auch die ganze Grundschulzeit über einen Schulbegleiter. Es wird derzeit nach einem neuen gesucht. Vor den Ferien führte ich zum ersten Mal sowohl in GSE als auch einmal in AWT Gruppenarbeit ein, was sich als schwierig herausstellte. Dieser Schüler ist mit anderen nicht kompatibel. Er lässt sich von keinem etwas sagen, beharrt auf sein Recht und hindert die Gruppe am Vorankommen. Hinzu kommt, dass er mit einigen Schülern aus der Klasse derartige Reibereien hat, sodass man ihn möglichst weit von diesen Kindern wegsetzen sollte, um beispielsweise Beschimpfungen zu vermeiden. Dennoch möchte ich die Arbeit in Gruppen schrittweise routinieren, wobei die Betreuungslehrkraft sagt, ich könne ihn künftig auch alleine arbeiten lassen, damit jede Gruppe auch zu einem Ergebnis komme.

Die Partnerarbeit klappt größtenteils in der Klasse, wobei die Einzelarbeit nach wie vor zu sicheren und guten Ergebnissen führt. Dadurch dass jedoch jeder Schüler eine Bank für sich alleine hat, ist eine Partnerarbeit zudem immer mit Schwierigkeiten verbunden. Die Schüler haben keinen festen Banknachbarn, wodurch eine Partnerarbeit erleichtert werden würde und man hier auch davon ausgehen könnte, dass jeder Schüler neben jemandem sitzt, den er mag. Ist der nächste „Banknachbar“ eines Schülers zum Beispiel krank, müsste dieser mit einem anderen nahe sitzenden Schüler zusammenarbeiten, was in dieser Klasse oftmals zu Streit und Auseinandersetzungen führt.

Aufgrund der beschriebenen Sachlage beschlossen die Betreuungslehrkraft und ich, zumindest für die Gruppenarbeit feste Gruppen einzuteilen, mit denen nahezu alle Schüler einverstanden waren. Dabei wurde vor allem darauf geachtet, welche Schüler nahe beieinander sitzen, sodass keine Tische verschoben werden müssen oder gar Schüler durch das Klassenzimmer laufen müssen, um bei ihrer Gruppe anzukommen. Die Gruppenzusammensetzung unterlag also hauptsächlich zeitsparendem und organisatorischem Faktor, nicht unbedingt wer gerne mit wem arbeitet. Bei zwei Schülern, welche zwar nach diesem Schema in einer Gruppe gewesen wären, aber schon seit der Grundschule Konflikte miteinander austragen, haben wir umdisponiert.

Einige wenige Schüler stechen mit stetiger Mitarbeit hervor, der Großteil arbeitet eher weniger konstant mit. Ein Unterrichtsgespräch ist häufig, aufgrund weniger Meldungen anderer Schüler, nur mit diesen zu führen. Daher liegt es oft an der Lehrkraft, auch die ruhigen Schüler aufzurufen, selbst wenn sie dann riskiert, jemanden aufzurufen, der die Antwort nicht weiß. Es fällt auf, dass die Mitarbeit in allen von mir unterrichteten Fächern hauptsächlich von diesen wenigen Schülern getragen wird. Es lässt sich also ein generell in allen Fächern unterschiedlicher Leistungsstand zwischen den Schülern erkennen. Dieser sowie die Mitarbeit sind also nicht unbedingt fach- oder interessenabhängig, abgesehen bei dem Jungen mit vermutlichem Asperger-Syndrom. Während einige Schüler die Arbeitsanweisungen sofort umsetzen und gute Beiträge bringen, haben andere gerade erst begonnen den Arbeitsauftrag zu lesen oder fragen noch einmal gesondert nach, was sie jetzt tun sollen. Wie oben bereits angemerkt, sind es besonders die Mädchen, die sich nur sehr zögerlich am Unterricht beteiligen, ihre Arbeitsaufträge führen sie jedoch meist gewissenhaft durch. Allerdings möchten sie überwiegend zu dritt arbeiten, die Einzelarbeit fällt ihnen, wie sehr vielen anderen Schülern der Klasse, noch schwer. Zwei bis drei Schüler sind häufig schneller fertig als die anderen, gerade für diese ist Zusatzmaterial wichtig.

[...]


[1] http://www.duden.de/rechtschreibung/Wunsch

[2] http://www.duden.de/suchen/dudenonline/bed%C3%BCrfnis

[3] Frauenknecht, Thomas, Heinrich Kohl u.a. (2005b): Wege zum Beruf 5 Lehrerband, Bildungsverlag Eins Troisdorf, S. 45.

[4] Dörfler, Roland und Andreas Gmelch (2004): Praxis 5 Arbeit Wirtschaft Technik, Westermann Verlag Braunschweig, Lehrerband, S. 59.

[5] Vgl. Dr. Peter Pfriem: Wirtschaftliches Grundwissen für den AWT-Unterricht

[6] Vgl. Klose, Veronika und Lydia Ostermeier (2004): AWT aktuell 5 Lehrermaterialien, Oldenbourg Verlag München u.a., S. 28.

[7] Vgl. Holzkamp, Klaus (2003): Grundlegung der Psychologie, Campus Verlag Frankfurt am Main, S. 142.

[8] Fortwährende Abkürzung für Schülerinnen und Schüler

[9] Dörfler, R. / Gmelch, A. (2004): S. 58.

[10] Ebd. S. 59.

[11] Ebd. S. 59.

[12] Vgl. Lehrplan für die bayerische Mittelschule, Kapitel I:Grundlagen und Leitlinien, S. 9.

[13] Lüttringhaus, Ulrich, Helmut Maier, u.a. (2005): Arbeit, Wirtschaft, Technik 5. Lehrerband für die 5. Jahrgangsstufe, Auer Verlag GmbH Donauwörth, S. 17.

Details

Seiten
26
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668232501
ISBN (Buch)
9783668232518
Dateigröße
617 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v323271
Note
Schlagworte
welche bedürfnisse klasse mittelschule arbeit-wirtschaft-technik/awt

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