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Born Global vs. Born Regional. Intermediäre als einflussnehmender Faktor auf das Internationalisierungsmuster von International New Ventures

Masterarbeit 2016 121 Seiten

BWL - Allgemeines

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Formelverzeichnis

1. Einführung in die Thematik
1.1 Notwendigkeit der empirischen Erfassung des Einflusses von Intermediären auf das Internationalisierungsmuster von International New Ventures
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Motive einzelwirtschaftlicher Internationalisierung
2.2 Systematisierung von internationalen Markteintritts- und Marktbearbeitungsstrategien
2.3 „Klassische“ Internationalisierungsprozesstheorien
2.4 International New Ventures als Gegensatz zu „klassischen“ Internationalisierungsprozesstheorien
2.4.1 Formen und Einordnung von Unternehmensgründungen
2.4.2 Konzept und Charakteristika von International New Ventures und Einordnung von „Born Globals“
2.4.3 Erweiterung durch das Konzept von „Born Regionals“
2.4.4 Abgrenzung der Regionalität als Kennzeichnung einer Maßstabsebene

3. Einfluss von Intermediären auf das Internationalisierungsmuster von International New Ventures
3.1 Psychische Verhaltensmerkmale der Entscheidungsträger im unternehmerischen Umfeld
3.1.1 Rolle der Entscheidungsträger im unternehmerischen Umfeld
3.1.2 Einfluss der Wahrnehmung von Unsicherheit und Risiko in Entscheidungssituationen
3.1.3 Einfluss der psychischen Distanz auf die Beurteilung von Ländermärkten
3.2 Konzeption des Einflusses von Intermediären auf das Internationalisierungsmuster von International New Ventures
3.2.1 Indirekte Marktbearbeitung durch Intermediäre
3.2.2 Minderung der Wahrnehmung von Unsicherheit und Fremdheit von Ländermärkten durch Intermediäre

4. Methodische Vorgehensweise
4.1 Wahl der Forschungsmethode
4.1.1 Theoretische Vorüberlegungen zur Methodenwahl
4.1.2 Unterscheidung und bisherige Bedeutung experimenteller Sozialforschung
4.2 Forschungsdesign und Datenerhebung
4.3 Datenanalyse

5. Ergebnisse der empirischen Untersuchung und Diskussion

6. Conclusio, Limitierungen und weiterer Forschungsbedarf

Anhang I: Index-Berechnung

Anhang II: Fragebogen der experimentellen Untersuchung

Anhang III: Übersetzung der Dummy-Variablen

Anhang IV: Ergebnisse der Überprüfung auf Normalverteilung

Anhang V: Ergebnisse der Mann-Whitney-U-Tests

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Markteintritts- und Marktbearbeitungsformen

Abb. 2: Gründungsformen

Abb. 3: Typen von International New Ventures

Abb. 4: Internationalisierungsprozessmodell, Version 2009

Abb. 5: (Auslands-)Tätigkeit nach regionaler Differenzierung

Abb. 6: Makroregionale Einteilung der globalen Landmassen nach geografischen, geopolitischen und kulturellen Aspekten

Abb. 7: Rahmenstruktur unternehmerischer Anpassungshandlungen als Ausgangspunkt einer internationalen Unternehmenstätigkeit

Abb. 8: Abgrenzung der psychischen Distanz von anderen Distanzkonzepten

Abb. 9: Zusammenhang zwischen wahrgenommenen Unterschieden, wahrgenommener Unsicherheit und psychischer Distanz (wahrgenommene Fremdheit) innerhalb der selektiven Wahrnehmung

Abb. 10: Aufbau des Experiments

Abb. 11: Typen von International New Ventures mit geografischer Differenzierung des Auslandsengagements

Abb. 12: Ergebnisse des Experiments in der INV-Typologie-Matrix

Abb. 13: Randmittel der Zielvariablen (H1-H4) nach Markteintrittsmodus

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Ausgewählte Schlüsselkonzepte zur Untersuchung des „Born-Global“- Phänomens in chronologischer Reihenfolge

Tab. 2: Deskriptive Statistiken der persönlichen Merkmale (P1-P5) zwischen Test- und Kontrollgruppe

Tab. 3: MWU-Test zur Überprüfung der zentralen Tendenz der persönlichen Merkmale (P1-P5) zwischen Test- und Kontrollgruppe

Tab. 4: Levene-Test auf Varianzhomogenität der psychischen Distanzen (PD1- PD19) zwischen Test- und Kontrollgruppe

Tab. 5: ANOVA der psychischen Distanzen (PD1-PD19) mit Varianzhomogenität

Tab. 6: Welch-Test der psychischen Distanzen (PD1-PD19) ohne Varianzhomogenität

Tab. 7: Levene-Test auf Varianzhomogenität der AVs (H1-H4) zwischen Test- und Kontrollgruppe

Tab. 8: ANOVA der Zielvariablen (H1-H4)

Tab. 9: ANCOVA der Zielvariable PD (H1) mit Kovariaten P1-P

Tab. 10: ANCOVA der Zielvariable POTENZIAL (H2) mit Kovariaten P1-P5

Tab. 11: ANCOVA der Zielvariable GLOBALITÄT (H3) mit Kovariaten P1-P

Tab. 12: ANCOVA der Zielvariable STREUUNG (H4) mit Kovariaten P1-P5

Tab. 13: Korrelation zwischen H1-H4 und P1-P5 nach Spearman

Tab. 14: Beurteilung der Hypothesen

Tab. 15: Ländermärkte mit Index zur Potenzialabschätzung

Tab. 16: Übersetzung der Dummy-Variablen

Tab. 17: Test auf Normalverteilung der Residuen der AVs (H1-H4) und der psychischen Distanzen der Ländermärkte

Tab. 18: MWU-Test der psychischen Distanzen (PD1-PD19)

Tab. 19: MWU-Test der Zielvariablen (H1-H4)

Formelverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einführung in die Thematik

1.1 Notwendigkeit der empirischen Erfassung des Einflusses von Intermediären auf das Internationalisierungsmuster von International New Ventures

Die ältesten Unternehmen der Welt kommen allesamt aus Japan. Mit Gründung im Jahre 578 steht dabei das mittlerweile insolvente und aufgekaufte Bauunternehmen „K.K. Kongō Gumi“ mit seinen traditionellen Tempelbauten an der Spitze.1 Auch Deutschland verfolgt eine lange Tradition im Bereich der Unternehmensgründungen. Anders jedoch als zur damaligen Zeit sind Gründungsvorhaben heutzutage weitaus essentieller für das wirtschaftliche Wachstum eines Landes, indem neue Märkte erschlossen werden und Fortschritt die Wettbewerbsfähigkeit fördert. Unter führenden Wirtschaftsnationen liegt Deutschland mit einer Gründungsrate2 von 3,1% im Jahr 2014 jedoch weit hinter dem Spitzenreiter USA mit 9,7%.3 Im Jahr 2015 wird die Zahl von Neugründungen4 auf rund 300.000 geschätzt. Dieser Zahl stehen rund 323.000 Liquidationen entgegen, welche zu einem negativen Gründungssaldo führen.5 Deutschland wird in den Medien diesbezüglich als „gründungsfaul“ betitelt.6 An dieser Stelle stellt sich jedoch nicht nur die Frage nach dem Engagement der Bevölkerung sondern vielmehr nach den Erfolgsfaktoren einer Gründung.

In Zeiten der Globalisierung sehen sich nicht nur international tätige sondern auch vermehrt lokale Unternehmen starkem Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Dabei beschäftigen sich unter anderem die Internationalisierungs- als auch die Gründungsforschung als interdisziplinäre Forschungsbereiche ausführlich mit dem Unternehmertum und den assoziierten Bedingungen für den Erfolg eines Unternehmens. Gründungen sind in Art und Ausmaß äußerst unterschiedlich. Im Rahmen dieser Arbeit sind im Speziellen Gründungen im internationalen Umfeld von Bedeutung. In den 1990er Jahren fiel zum ersten Mal der Begriff der sogenannten „Born Globals“ - Unternehmen, welche schon von oder kurz nach Beginn ihrer Tätigkeit internationale Märkte bearbeiten. Mit diesem Begriff werden primär innovative Start-Ups aus Hightech-Branchen in Verbindung gebracht, da Innovationen als einer der Schlüsselfaktoren von den Begründern dieser Theorie für eine frühe globale Marktbearbeitung genannt wird. Außerdem stehen diese Unternehmen im Kontrast zum Modell einer stufenweisen Internationalisierung. Mit der besseren Erforschung dieses Start-Up-Typs, kam auch Kritik an eben diesem auf. Denn nicht nur unterscheiden sich die Definitionen in der Fachliteratur teilweise gravierend, sondern wurde zudem kritisiert, dass nicht alle Born Globals auch wirklich global sind. Viele der Born- Global-Unternehmen sind zwar in einer gewissen Anzahl von Auslandsmärkten aktiv und setzen einen erheblichen Teil ihrer Umsätze außerhalb des Heimatmarktes um, doch befinden sich oft die bearbeiteten Ländermärkte in der Heimatregion. Demnach sind nur die wenigsten Unternehmen als Born Global, sondern eher als „Born Regional“ zu betiteln.7 Doch bislang sind die Untersuchungen zu diesem Forschungsgebiet kaum ausreichend, um ein umfassendes Bild zu erhalten. Denn auch hier bestehen weder eine einheitliche Definition zur Typologisierung, noch wurde bislang genauer untersucht, welche Gründe dazu führen, dass eine eher regionale oder globale Strategie von Start- Ups gewählt wird. Somit ist eine tiefergehende Beschäftigung mit der Thematik unabdingbar - sowohl in definitorischer als auch exploratorischer Sichtweise.

1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

Diese Arbeit soll sich mit dem Sachverhalt von International New Ventures (INVs) befassen und näher ergründen, wann eine regionale oder globale Internationalisierungsstrategie gewählt wird. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob INVs bei einer Internationalisierung mittels Intermediär (also einer Kooperation zum Eintritt in einen Auslandsmarkt) früher globale Strukturen aufweisen könnten als bei einer Internationalisierung ohne Intermediär, welche zu einer zunächst eher regionalen Ausrichtung führt. Diese Annahme basiert auf der Thematik der selektiven Wahrnehmung und damit verbunden der psychischen Distanz und Unsicherheitswahrnehmung von Individuen. Denn werden Internationalisierungsvorhaben auf Basis des eigenen Wissens und der eigenen Erfahrung bewältigt, so kann vermutet werden, dass nicht alle Auslandsmärkte trotz hohem Potenzial auch gleichwertig in Betracht kommen. Der Intermediär mit Wissen und Erfahrung in relevanten Auslandsmärkten hingegen kann Entscheidungsträger, bzw. INVs dabei unterstützen, wahrgenommene Fremdheit und Unsicherheiten (teilweise) zu überwinden.

In den konzeptionellen Grundlagen gilt es zunächst, Motive einzelwirtschaftlicher Internationalisierung zu beleuchten und internationale Markteintritts- und Marktbearbeitungsstrategien zu systematisieren. Fortführend werden ausgewählte „klassische“ Internationalisierungsprozesstheorien erläutert, um einen fundierten Wissensstand zur tieferen Betrachtung von INVs voraussetzen zu können. Dazu werden mögliche Unternehmensgründungsformen erläutert, INVs begrifflich abgegrenzt und definitorisch den verschiedenen Formen von Unternehmensgründungen zugeordnet. Die Beleuchtung dieser Konzepte dient als Grundlage zur weiteren Einordnung von Born Globals als spezielle Erscheinungsform von INVs. Dabei soll ein Verständnis über die Charakteristika von Born Globals und über die unzureichende Betrachtungsweise dieses Konzepts erbracht werden, da nicht jede internationale Tätigkeit auch als global gewertet werden kann. Zur hinlänglichen Ergänzung sollen aktuelle Forschungen zur Theorie von „Born Regionals“ - also Unternehmen mit einer zunächst eher regionalen als einer globalen Ausrichtung - veranschaulicht werden. Auch hier gilt es, ein verbessertes Verständnis über die Regionalität als Kennzeichnung einer Maßstabsebene zu erlangen.

Im dritten Kapitel werden die Entscheidungsträger im Unternehmenskontext näher betrachtet. Dabei ist der Anspruch, zu verstehen, wie Entscheidungen gefällt werden und welche Faktoren den Entscheidungskontext beeinflussen. Mit einer hohen Bedeutung der selektiven Wahrnehmung, werden sowohl die Wahrnehmung von Unsicherheiten und die psychische Distanz als Konzepte zur Beurteilung von Ländermärkten und Entscheidungssituationen ergründet und in Zusammenhang gebracht. Zuletzt in diesem Kapitel gilt es, zusammenfassende Gedanken zur Beeinflussung der Attraktivität von Auslandsmärkten hervorzubringen. Hierbei wird der Gedanke einer indirekten Internationalisierung von INVs - also mittels Intermediär - eingeführt. Es wird erläutert, inwiefern Intermediäre zu einer Minderung der Wahrnehmung von Unsicherheit und Fremdheit von Ländermärkten beitragen. Mit der Hypothesenformulierung wird das Kapitel abgeschlossen und zur Methodik übergeleitet.

Die Überprüfung der Hypothesen soll - vorweg genommen - anhand eines Laborexperiments untersucht werden. Diese Erforschungsmethode wird im ersten Teil des vierten Kapitels unter anderen Instrumenten der Datenerhebung evaluiert und im Kontext der empirischen Sozialforschung eingeordnet. Diese Grundgedanken werden durch Forschungsdesign und Angaben zur Datenerhebung und -analyse erweitert.

Im fünften Kapitel werden dann die Ergebnisse des Laborexperiments präsentiert und diskutiert und die Thematik mit einer abschließenden Zusammenfassung, Limitierungen und weiterem Forschungsbedarf im sechsten Kapitel komplettiert.

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Motive einzelwirtschaftlicher Internationalisierung

Der Begriff der Internationalisierung wird in der Literatur mit einer „Vielzahl verschiedener Phänomene“ umschrieben.8 So finden sich allein für den Internationalisierungsbegriff unzählige Termini, die grundsätzlich dasselbe Konstrukt benennen. Dazu zählen Begriffe, wie bspw. „internationalization“, „international diversification“ oder gar „geographic diversification“.9 Diese Diversität kann durchaus zu Verständnisproblemen führen. Prinzipiell kann Internationalisierung jedoch zunächst mittels zweier Systemeigenschaften verstanden werden: einerseits als Zustand - also statisch - und andererseits als dynamischer Prozess.10 Dabei sieht die statische Betrachtung die geografische Verteilung von Unternehmenseinheiten zu einem bestimmten Zeitpunkt. Durch Hinzufügen eines zeitlichen Ablaufs, wird der geografische Wandel der Verteilung eben dieser Unternehmenseinheiten betrachtet.11 Bis dato konnten in der Forschung vielfache und oftmals diverse12 Erkenntnisse gewonnen werden, die das Konstrukt der Internationalisierung schier unüberschaubar wirken lässt. Hierin erfährt die Disziplin der (einzelwirtschaftlichen) Internationalisierung Überschneidungen mit anderen Forschungsgebieten, wie bspw. der Volkswirtschaftslehre oder gar der Psychologie. Sie ist aber „vor allem [..] ein betriebswirtschaftliches Thema […]“.13

Historisch betrachtet finden sich erste Formen des internationalen Handels schon weitaus früher als die heutige Zeitrechnung alt ist.14 Erste Ansätze zur Erklärung internationalen Handels wiederum datieren zwar nicht so weit in die Vergangenheit zurück, legten jedoch den Grundstein für heutige Ansätze. So führt Smith (1776) den Grund für Außenhandel auf absolute Wettbewerbsvorteile zurück, die in einem Land gegenüber einem anderen existieren. Der Autor ging davon aus, „dass jedes Land bei bestimmten Produkten absolute Kostenvorteile hat, bei anderen jedoch absolute Kostennachteile.“15 Eine Erweiterung dieser Theorie begründet Ricardo (1817) mit der Theorie der relativen Wettbewerbsvorteile, wonach es zu Außenhandel kommt, weil eine Spezialisierung von Gütern in Ländern stattfindet, diese Güter exportiert und jene dafür importiert werden, bei denen relative Kostennachteile bestehen.16 Einen weiteren Ansatz liefern die Autoren Heckscher (1919) und Ohlin (1933) und gehen davon aus, dass Länder über unterschiedliche Faktoraustattungen verfügen - sprich: es werden diejenigen Güter exportiert, zu deren Produktion erhebliche Produktionsfaktoren aufzuweisen sind. Da diese Faktoren17 immobil sind, kommt Handel zum Ein- und Ersatz.18 Posner (1960) hingegen sieht Innovationen als Außenhandelsmotiv, wonach Technologien innovierender Länder so lange exportiert werden, bis diese im Laufe der Zeit imitiert werden. Die Zeit bis zur ersten Imitation wird in Posners Arbeit als technologische Lücke19 betitelt.20

Zu den Motiven für Direktinvestitionen im Ausland stellen kapitalmarktorientierte Theorien erste Erklärungsansätze zur Verfügung. Dabei kommt es durch Zinsdifferenzen zwischen den Ländern zu Investitionen. Diese Theorien erfahren jedoch nur noch einen geringen Stellenwert, da sie als realitätsfremd gelten.21 Die Theorie des monopolistischen Vorteils nach Hymer (1976) sieht entgegen dessen Wettbewerbsvorteile22 von Unternehmen als möglichen Erklärungsansatz. Des Weiteren geht der Autor davon aus, dass Unternehmen vor Ort „größeren Einfluss auf die Tätigkeit im Gastland ausüben [können].“ Export und andere Marktbearbeitungsformen sind bei der Existenz monopolistischer Vorteile gegenüber der Direktinvestition nachteilig.23 Die Verhaltenstheorie nach Aharoni (1966) sieht des Weiteren das Management als entscheidenden Faktor für Internationalisierung. Demnach werden aufgrund von irrationalen Entscheidungsprozessen und unvollständiger Information nicht immer die günstigsten Beschlüsse getroffen.24 Ferner wird der Markteintritt durch Handelsbarrieren - tarifärer und nichttarifärer Art - erschwert, weshalb Direktinvestitionen vorteiliger gegenüber anderen Markteintrittsformen, wie bspw. dem Export sind.25 Und auch Knickerbocker (1973)26 greift die Idee des

Vorteils einer Direktinvestition gegenüber dem Export auf und geht von einem Ungleichgewicht im Markt aus: Ausgehend von der Investition eines Unternehmens in einen Auslandsmarkt aufgrund der besseren Markbearbeitungsmöglichkeit gegenüber den Wettbewerbern führt dies im nationalen Heimatmarkt zu einem Ungleichgewicht durch bspw. Größen- und somit Preisvorteilen des Erstinvestors. Zur Herstellung des Gleichgewichts im Markt kommt es dazu, dass die Wettbewerber dem Erstinvestor folgen.27 Graham (1975) sieht weiterhin, dass Ungleichgewichte auch durch „das Eindringen“ eines Wettbewerbers aus dem Auslandsmarkt in den eigenen Markt ausgelöst werden.28 Auch hier soll das Gleichgewicht wieder hergestellt werden, indem eine Gegeninvestition in den Heimatmarkt des eindringenden Investors vorgenommen wird.29 Beide Theorien gehen von einem oligopolistischen Markt aus und werden auch als „Theorie des oligopolistischen Parallelverhaltens“ betitelt.30

Die bisherig vorgestellten Theorien stellen erste Ansätze zur Erklärung für Außenhandel und Direktinvestition dar und leisteten Pionierarbeit auf ihrem Forschungsgebiet. Nichtsdestotrotz handelt es bei allen Betrachtungen teilweise um vereinfachte und vor allem eindimensionale Modellannahmen. Demnach erfährt eine mögliche De-Internationalisierung keine Beachtung. Eine realitätsnahe Abbildung der Motive von Internationalisierung ist somit nur schwer möglich. Einen ersten Ansatz zur De-Internationalisierung erfassen Benito/Welch (1997) und resümieren vor allem die Optimierung und Reduzierung von Produktionsstandorten oder auch die Fokussierung auf profitable Ländermärkte als mögliche Gründe.31

In jüngeren Studien konnten weitere alternative, aber auch teilweise sich mit anderen Studien überschneidende Motive für Internationalisierung identifiziert werden, die allesamt durchaus Relevanz besitzen.32 Für eine Begründung von Direktinvestitionen fassen Dunning/Lundan (2008) vier Kategorien zusammen:

1. Investitionen in andere Länder zur verbesserten Bearbeitung neuer und zum Schutze bereits existenter Märkte,
2. verbesserter Zugang zu Ressourcen (natürliche Ressourcen, Technologien, Wissen, Humanressourcen, usw.),
3. Verbesserung der Effizienz (bspw. Economies of Scale & Scope) und
4. Erwerb ausländischer Vermögenswerte im Sinne einer optimalen strategischen Ausrichtung des Unternehmens.33

Eine Verbesserung dieses Modells sehen einerseits Morschett et al. (2009) in der Ergänzung um die schon zuvor erwähnte „Follow-the-Leader“-Perspektive.34 Andererseits kann das Konstrukt um den Gedanken des Netzwerks erweitert werden, wonach Partnerschaften und Kooperationen außerhalb des eigenen Firmennetzes für alle Beteiligten von Vorteil sein können und diese durch Auslandsinvestitionen versucht werden zu etablieren.35 Weiterhin kategorisieren Czinkota/Ronkainen (2012) im Speziellen proaktive und reaktive Stimuli36 als Motive einer Internationalisierung. Nach den Autoren kann eine Internationalisierung insofern freiwillig erfolgen, weil bspw. monopolistische Vorteile (Technologien, Produkte, Wissen, etc.) gegenüber den Wettbewerbern bestehen oder auch der Wachstumsgedanke des Unternehmens im Fokus steht (Ausnutzen von Economies of Scale, Erschließung neuer Einnahmequellen, etc.). Andererseits internationalisieren Unternehmen reaktiv auf interne und externe Veränderungen, die das Unternehmen unter Druck setzt, wie z. B. Wettbewerbsdruck, Überproduktion oder auch der Sättigung des Heimatmarktes.37 Perlitz (2004)38 sieht zudem eine Beeinflussung der Unternehmensstrategie - und somit auch der Marktbearbeitung - durch interne (Unternehmenssituation) und externe (Unternehmensumwelt) Faktoren.39

2.2 Systematisierung von internationalen Markteintritts- und Marktbearbeitungsstrategien

In der Fachliteratur finden sich vielerlei Ansätze einer definitorischen Abgrenzung von „Markteintrittsstrategien“. So ist dieser Begriff in den Reihen von Lexika zunächst als Strategie zu verstehen, die der „Verwirklichung von neuen Geschäften für das Unternehmen“ dient. Dabei sind Markteintrittsbarrieren zu überwinden, um den Markt erschließen zu können.40 Des Weiteren ist eine „internationale Markteintrittsstrategie“ von einer lokalen derart zu unterscheiden, dass diese einen grenzüberschreitenden Charakter besitzt und sich teilweise in der Form des Zuganges zum Markt differenziert.41 Es gilt zu bestimmen, in welcher Art und Weise das Auslandsengagement eines Unternehmens zunächst stattfindet.42 Im Kontrast zu einer Markteintrittsstrategie steht der Begriff der „Marktbearbeitungsstrategie“, die sich vom initiierenden Charakter des Markteintritts unterscheidet und weitere Handlungsvorgänge in eines bereits eingetretenen Marktes vorgibt. So kann ein Markteintritt bspw. mittels Export, die weitere Marktbearbeitung wiederum durch direktinvestive Tätigkeiten erfolgen.43

Im Folgenden wird einleitend ein genereller Überblick zur Systematisierung von internationalen Markteintritts- und -bearbeitungsformen erörtert (s. Abb. 2). Dabei wird eine Außenorientierung beigemessen - also aus der Perspektive eines Unternehmens, dessen Ausgangspunkt im Heimatmarkt liegt und sich grenzüberschreitend in Richtung ausländischer Märkte orientiert.44 Im Allgemeinen können vier Kategorien für Formen des Markteintritts und der - bearbeitung unterschieden werden. Beginnend mit Export, über Vertragsformen, bis hin zu direktinvestiven Kooperationen und Auslandsgesellschaften. Dabei kann dieser Reihenfolge durchaus ein wachsendes Auslandsengagement zugeschrieben werden, das in Kriterien wie bspw. „Ressourcenbeanspruchung, Reversibilität, Flexibilität, Geschwindigkeit, Kontrollmöglichkeiten und Rivalitätserhöhung“ Beschreibung findet.45 Dies bedeutet jedoch nicht, dass jedes Unternehmen mit Export das Engagement in einem Auslandsmarkt beginnt. Die Entscheidung darüber ist grundsätzlich abhängig von internen und externen Faktoren des Unternehmens. Nichtsdestotrotz stellen Exportformen - relativ gesehen - einen durchaus einfachen Zugang in den Auslandsmarkt dar, welcher vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen (MNU) die häufigste Form des Markteintritts bedeutet.46

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Markteintritts- und Marktbearbeitungsformen.47

Unter Export wird der „Absatz eigener Güter und Dienstleistungen in fremden Wirtschaftsgebieten“ verstanden. Vor allem sind die Wertschöpfungsbereiche des Absatzes und des Vertriebs betroffen.48 Dabei kann Export in indirekter oder direkter Form stattfinden. Indirekte Exporte zeichnen sich durch die Inanspruchnahme von inländischen Absatzmittlern (Stammland) aus, die das exportierende Unternehmen durch Marktkenntnis und Erfahrung unterstützen. Im Gegenzug können hierbei jedoch nur geringe Gewinne realisiert und keine Kundennähe aufgebaut werden. Direkter Export wiederum findet ohne inländische Absatzmittler statt. Trotzdem können sogenannte Mittler, wie z. B. Generalimporteure, Handelsunternehmen oder -vertreter im Zielland ihren Einsatz bei dieser Form finden.49 Somit können generell mehr Gewinne realisiert werden als bei indirekten Exporten. Des Weiteren verbleiben alle Gewinne im Exportunternehmen, wird auch im Gastland keine Unterstützung eines Mittlers in Anspruch genommen.50

Bei den Vertragsformen wird in der Regel eine Übertragung von Know-How verstanden, das generell keiner Kapitalbindung im Ausland bedarf. Bei einer Lizenzierung werden Lizenznehmern Vermögenswerte, wie bspw. Patente oder Urheberrechte zur Verfügung gestellt, die in festgelegtem Umfang51 genutzt werden dürfen. In anderer Form wird beim Franchising ausländischen Franchisenehmern ein komplettes und erprobtes Konzept zur Verfügung gestellt. Dabei können diese Konzepte sich auf den Bereich der Beschaffung, dem Absatz, die Organisation oder auch auf das Management beziehen.52

Unter den direktinvestiven Markteintritts- und -bearbeitungsformen finden sich einerseits Kooperationen, andererseits Auslandsgesellschaften. Als Möglichkeit der Kooperation ist ein sogenanntes Joint Venture einzuordnen. Hierbei erfolgt die Neugründung eines Unternehmens durch wenigstens zwei unabhängige Partner. Durch die Neugründung bleibt die rechtliche Selbstständigkeit der Kooperationspartner erhalten und unterscheidet sich demgemäß von der Fusion.53 Dabei können Joint Ventures in vielerlei Hinsicht (sachlich, geografisch, zeitlich, etc.) differenziert werden und Vorteile, wie „Economies of Scale“ und „~Scope“ ermöglichen oder auch den Kapitalbedarf und die Rivalität in einem Markt senken. Im Gegenzug hierzu verhindert das Gemeinschaftsunternehmen die Selbständigkeit der Parteien im betroffenen Markt und kann zu hohem Koordinationsaufwand führen.54 Im Kontrast hierzu stehen strategische Allianzen, bei denen eine Zusammenarbeit zwischen Unternehmen ohne Neugründung zustande kommt. Dabei wird sich erhofft, durch die Kooperation gemeinsame Ziele gezielter und schneller zu erreichen.

Unter Auslandsgesellschaften können rechtlich unselbständige Einheiten - in Form von Niederlassungen oder auch Produktionsbetrieben als mögliche Vorstufe zum Aufbau von Tochtergesellschaften - von rechtlich selbständigen Einheiten unterschieden werden. Letztere können im Sinne einer Minderheitsbeteiligung auftreten, wonach ein Unternehmen maximal 49,9% der Stimmrechtsanteile des ausländischen Unternehmens aufkauft. Eine weitere Form von rechtlich selbständigen Einheiten sind Tochterunternehmen, die einerseits durch Akquisition eines Auslandsunternehmens oder durch Neugründung oder auch „Green Field Investment“ realisiert werden können. Eine besondere Form stellen des Weiteren Fusionen dar, die zwar zunächst an eine Kooperationsform erinnern, weil sich Unternehmen zur Erreichung gemeinsamer Ziele zusammenschließen. Jedoch bleiben die Partner nicht rechtlich selbständig, sondern wird entweder eine Einheit aufgelöst (Fusion durch Aufnahme) oder „verlieren beide Unternehmungen ihre ursprüngliche Identität“ und bilden eine neue Unternehmung (Fusion durch Neubildung). Alles in allem haben Auslandsgesellschaften einen hohen Kapitalaufwand und eine langfristige Marktbindung gemeinsam und weisen relativ gesehen zu den anderen Markteintritts- und -bearbeitungsformen das höchste Risiko auf.55

2.3 „Klassische“ Internationalisierungsprozesstheorien

Wie bereits zuvor erwähnt, kann der Internationalisierungsbegriff einerseits statisch und andererseits dynamisch als Prozess betrachtet werden.56 Letztere Betrachtung befasst sich mit der Veränderung der geografischen Verteilung der Marktbearbeitungen eines Unternehmens über die Zeit hinweg. In der Praxis finden sich vorwiegend statische Messgrößen des Internationalisierungsgrades. Häufig wird dabei auf eindimensionale Finanzkennzahlen zurückgegriffen,57 wie bspw. dem FSTS.58 Durchaus finden sich auch Ansätze für mehrdimensionale Messgrößen, die jedoch seltener eine Anwendung finden.59 Einen ersten Ansatz zur Messung des Internationalisierungsgrades als Prozess wurde von den Autoren Vermeulen/Barkema (2002) entwickelt. Dabei gilt die Betrachtung des Prozesses der Internationalisierung den Faktoren Geschwindigkeit, geografische Streuung und produktbezogene Streuung.60

Wie der Internationalisierungsprozess prinzipiell abläuft, begründet sich zunächst in der Theorie der Firma nach Cyert und March (1963). Nach den Autoren wird das Unternehmen als adaptives System angesehen, das sich durch (kollektive) Lernprozesse an die Umwelt anpasst. Primär sollten bei Anpassungsverfahren vor allem Unsicherheiten vermieden werden, indem kurzfristig orientierte Handlungen derer mit langfristigem Charakter vorgezogen werden.61 Diese Theorie legte den Grundstein für weitere Ansätze der Internationalisierungsprozesstheorien. So findet bis heute die „Uppsala“- Schule ihre Relevanz in Forschung und Praxis. Dieses Konzept beruht auf Studien der Autoren Johanson/ Wiedersheim-Paul (1975) und Johanson/Vahlne (1977, 1990), wonach die Internationalisierung als Lernprozess betrachtet werden kann und inkrementell vom Heimatmarkt in zunächst psychisch nahe und mit Fortschreiten des Prozesses in immer weiter psychisch entfernte Märkte erfolgt.62 Das Muster der Internationalisierung erfolgt im zeitlichen Ablauf beginnend von keiner internationalen Aktivität über Exporte und Vertriebsgesellschaften bis hin zu Produktionsgesellschaften im Ausland. Dabei findet ein „permanentes Zusammenspiel von statischen63 und dynamischen64

Faktoren“ statt.65 In späteren Veröffentlichungen wurde zudem der Netzwerkgedanke involviert. Demzufolge wird der Prozess der Internationalisierung einerseits durch interne Netzwerke zwischen den Unternehmenseinheiten und andererseits durch externe Netzwerke im Zusammenspiel zwischen externen Partnern signifikant beeinflusst.66 Als weiteres Konzept, welches eine inkrementelle Internationalisierung vorsieht und eine generelle Erweiterung des Uppsala-Modells darstellt, ist das Helsinki- Konzept. Auch hier wird ein Lernprozess des Unternehmens vorausgesetzt. Bei der Entscheidungsfindung werden vor allem vertraute Handlungen weniger vertrauten vorgezogen. Mit der Zeit werden jedoch Unsicherheiten durch stetiges Lernen abgebaut. Im Unterschied zur Uppsala-Schule wird jedoch nicht nur die Internationalisierung differenzierter betrachtet (bestehend aus den Dimensionen Produkt, Betrieb und Markt), sondern gilt auch eine gesonderte Betrachtung der psychischen Distanz67 und des Internationalisierungsprozesses.68 Weitere Theoriegebäude, die die Sichtweise des Uppsala- und Helsinki-Modells aufgreifen, sind Studien von Bilkey/Tesar (1977) und Wiedersheim-Paul et al. (1987).69 Diese Modelle betreffen jedoch primär die Export-Aktivität und vernachlässigen dabei andere Formen der Internationalisierung.

Einen im Vergleich generell divergenten Ansatz verfolgen Macharzina/Engelhard (1991) mit dem sogenannten GAINS-Konzept. Anders als bei den zuvor erwähnten Theorien, findet nach Ansicht der Autoren die Internationalisierung nicht inkrementell, sondern sprunghaft statt - und zwar immer dann, wenn die Ausrichtung des Unternehmens (strategischer und struktureller Art) mit den Umweltanforderungen nicht mehr in prekärer Weise übereinstimmt.70

Wie schon in Kapitel 2.2 ist auch bei den hier erwähnten („klassischen“) Prozessmodellen der Internationalisierung anzumerken, dass diese Wegbereiter für weitere Forschungsarbeiten darstellen. Dessen ungeachtet unterstellen diese Konzepte dem Prozess der Internationalisierung eine eindimensionale Perspektive, also einen Wachstumsprozess. Eine durchaus mögliche DeInternationalisierung findet unter diesen Annahmen keine Beachtung.

2.4 International New Ventures als Gegensatz zu „klassischen“ Internationalisierungsprozesstheorien

2.4.1 Formen und Einordnung von Unternehmensgründungen

Um den Begriff „International New Ventures“ (INVs) genauer einordnen zu können, gilt es zunächst ein generelles terminologisches Verständnis für das Unternehmen im engeren Sinne und Unternehmensgründungen zu entwickeln, um wesentliche Arbeitsdefinitionen der für diese Arbeit relevanten Begrifflichkeiten zu erarbeiten. Der Terminus des Unternehmens erfährt in der einschlägigen Fachliteratur vielfältige und durchaus diverse Definitionen, die allesamt dieselbe Thematik umreißen. Nach klassischer Definition Gutenbergs (1971) ist ein Unternehmen als System von Produktionsfaktoren zu sehen, für welches das „Prinzip des Privateigentums“, das „Autonomieprinzip“ und das „erwerbswirtschaftliche Prinzip“ als kennzeichnend gesehen werden.71 Alle drei Prinzipien erfahren jedoch durchaus Einschränkungen.72 Zur Klassifikation eines Unternehmens kann nach unterschiedlichen Gesichtspunkten u. a. in Größe, Rechtsform, Güterart, Gewinnorientierung, Internationalisierungsgrad und Lebensphase unterschieden werden.73 Letzterer Punkt beinhaltet wiederum die folgenden drei Phasen: Gründung, Umsatz74 und Auflösung.75 Dabei wird diesen Phasen eine zeitliche Reihenfolge zugeschrieben.76 Der Begriff der „Unternehmensgründung“ bezieht sich auf die erste dieser Phasen, wobei definitorisch unterschiedliche Sichtweisen herangezogen werden können. Formal-juristisch kann damit „der förmliche Gründungsakt“ gesehen werden.

Diese Definition beschränkt sich jedoch lediglich auf einen Zeitpunkt. Die Gründung als solche ist dabei durchaus als Zeitspanne zu sehen, da mit dem Akt der Konstitution ex-ante (und auch ex-post) „grundlegende Entscheidungen über die anzubietenden Leistungen, den Standort, die Rechtform und die Leistungserstellung zu treffen [sind].“77 So ist die Gründung als ein „kreativer Vorgang“ zu sehen, „bei dem gegenüber seiner Umwelt [eine] abgrenzbare eigenständige Institution […] gebildet wird, welche in dieser Form vorher nicht vorhanden gewesen ist.“78 Diese umfassendere Definition umschreibt das Gründungsgeschehen mit einer prozessualen Perspektive und entspricht deutlicher der Praxis, da sich dieser Prozess durchaus über mehrere Jahre erstrecken kann.79 In der Literatur lassen sich sehr unterschiedliche Prozessmodelle zur Gründung eines Unternehmens auffinden. Typischerweise finden sich hierzu Anlehnungen an Produkt-, Markt-, oder Lebenszyklus mit einer idealtypischen Unternehmensentwicklung.80

Ebenfalls finden sich in Forschung und Praxis unterschiedliche Formen von Gründungen. Ein in der Fachliteratur häufig zitiertes und weiterentwickeltes Modell wurde von Szyperski/Nathusius (1999) begründet. Nach Ansicht der Autoren können diese Formen zunächst in drei grundlegende Merkmale mit jeweils zwei unterschiedlichen Ausprägungen unterteilt werden:

1. Selbständigkeit (unselbständig/selbständig),
2. Systemgestaltung (derivativ/originär) und
3. Innovationsgrad (innovativ/imitierend).81

Das Merkmal der Selbständigkeit beschreibt das Arbeitsverhältnis der Gründer, wonach ein Gründer als selbständig gilt, wenn der Gründung der „Aufbau oder [die] Sicherung einer selbstständigen unternehmerischen Existenz“ zugrunde liegt. Bei Unselbständigkeit wird die Gründung in Abhängigkeit einer Anstellung der Gründer Teil des Aufgabenbereiches geleistet. Ferner wird mittels der

Strukturexistenz unterschieden, inwiefern ein Unternehmen schon zuvor existent (derivativ) oder vollkommen neu (originär) aufgebaut wird. Durch eine derivative Gründung werden wesentliche Strukturen einer Wirtschaftseinheit verändert und neu formiert. Im Gegensatz hierzu unterliegen originäre Gründungen geringeren Restriktionen in ihrem Aktionsraum und erfahren durch „mangelnde Erfahrung über Strukturkomponenten“ ein höheres Risiko.82 Das dritte Merkmal umfasst den Innovationsgrad der Neugründung. Als innovativ gelten Gründungen, die nach Definition Schumpeters (1993) eine Neukombination von Produktionsmitteln mit den nachfolgenden Möglichkeiten beinhalten:

1. Herstellung eines neuen Gutes bzw. der neuen Qualität eines bestehenden Gutes
2. Einführung einer neuen Produktionsmethode
3. Erschließung eines neuen Absatzmarktes
4. Nutzung neuer Bezugsquellen von Rohstoffen oder Halbfabrikaten
5. Durchführung einer auf die bestehenden Marktverhältnisse bezogenen Neuorganisation.83

Als imitierend werden Gründungen definiert, die Konzepten von existierenden Unternehmen folgen. Nathusius (2013) definiert weitergehend einen bewussten Vervielfältigungsprozess (bspw. durch Franchising) als „Klonen“.84

In Abb. 1 werden die drei genannten Ausprägungen als Modell abgebildet. Dabei repräsentieren Selbständigkeit und Systemgestaltung die primären Dimensionen als Spalten und Zeilenüberschriften. Der Innovationsgrad als dritte Dimension - hier dargestellt durch eine diagonale Trennung der fünf Felder - ändert zunächst nichts an den möglichen Basiskombinationen.85 Das ursprüngliche Modell86 wurde auf Basis von Hering/Vincenti (2005)87 durch ein weiteres Feld „Mischformen“ (5) ergänzt, da „durchaus Zwischenstufen der jeweiligen Merkmalsausprägungen vorstellbar sind […].“88

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Gründungsformen.89

Folgend werden die einzelnen Basiskombinationen aus Abb. 1 zusammengefasst erläutert:90

1. Zu unselbständigen Übernahmegründungen werden Fusionen, Umgründungen und Ausgründungen gezählt und können auch als „unechte Gründungen“ bezeichnet werden. Dabei findet keine „wesentliche Korrektur der Unternehmenskonzeption“ statt. Ebenfalls unterscheiden sich auftretende Probleme wesentlich von spezifischen Gründungsproblemen.
2. Bei unselbständigen Aufbaugründungen werden durch bestehende Unternehmen bspw. im Rahmen einer Diversifikationsstrategie neue Wirtschaftseinheiten gegründet, um neue Märkte zu bearbeiten oder neue Produkte zu erstellen. Diese Gründungen agieren einerseits relativ autonom, sind jedoch trotzdem abhängig vom Mutterunternehmen. Hierzu zählen z. B. Betriebs(-stätten)-gründungen oder Tochterunternehmen.
3. Selbständige Übernahmegründungen sind ähnlich der unselbständigen Übernahmegründungen mit dem entscheidenden Unterschied, dass die Gründungspersonen selbständige Gewerbetreibende sind und die Gründung eine berufliche Veränderung in Abhängigkeit der aktuellen Beschäftigung darstellt. Management-Buy-Outs (MBO) und -Ins (MBI) sind hierfür typische Beispiele.
4. Bei einer selbständigen Aufbaugründung kann auch von einer Unternehmensgründung (oder auch Existenzgründung) im engeren Sinne gesprochen werden. Anders als bei einer unselbständig-originären Gründung ist für diese Form primär die isolierte Betrachtung des Gründers kennzeichnend, da keine existierenden Strukturen bestehen und neben einer extrem hohen Gestaltungs- und Entscheidungsbreite auch „sehr spezielle Probleme“ ergeben können, da sich die Gründer u. a. mit privatexistenziellen Risiken konfrontiert sehen.

Durch Hinzufügen der Dimension des Innovationsgrades ergibt sich ein zusätzliches, aber wesentliches Kriterium, welches in der Praxis teilweise kaum Unterscheidung findet. Denn nicht jede Unternehmensgründung ist bezüglich Aufgabenstellung, Risiko, Kapitalisierung und weiteren Faktoren gleich zu bewerten. Sogenannte imitierende Existenzgründungen91 sind dominierend unter Gründern und häufig in Einzelhandel, Handwerk, Gastgewerbe oder unter freien Berufen zu finden.92 Im Gegensatz hierzu stehen innovative Existenzgründungen93 mit einem „Neuigkeitsgrad des Gründungskonzepts“ im Sinne Schumpeters (1993).94 Mit einer verstärkten Fokussierung auf ein Produkt und weniger auf die gründenden Einzelpersonen95 sind „technologieorientierte Unternehmensgründungen“ unter innovativen Existenzgründungen nochmalig different zu betrachten.96 Als zusätzliche Sonderform sind sogenannte „Start-Up“- Unternehmen zu nennen, die unter innovativen Existenzgründungen vor allem durch ein deutlich größeres Wachstumspotenzial charakterisiert sind.97 Somit ist nicht jede Existenzgründung als Start-Up zu bezeichnen,98 da hierbei Innovation und Wachstumsgedanke für diesen Unternehmenstyp auszeichnend sind.

2.4.2 Konzept und Charakteristika von International New Ventures und Einordnung von „Born Globals“

Erfolgt bei einer Unternehmensgründung letztlich die Ergänzung um den Gedanken der Marktbearbeitung, können unter den (innovativen) Existenzgründungen folgernd internationale von lokalen unterschieden werden.99 In den 1990er Jahren wurde erstmals das Phänomen der sogenannten „Born Globals“ untersucht, das im Kontrast zu den „klassischen“ Internationalisierungs- prozesstheorien steht. In einer Studie von McKinsey & Company (1993) in Australien wurde festgestellt, dass 25% aller untersuchten Firmen innerhalb der ersten zwei Jahre rund 75% ihres Umsatzes im Ausland erwirtschafteten.100 Diese Untersuchung wurde zunächst von den Autoren Oviatt/McDougall (1994) aufgegriffen101 und derartige Unternehmen als „International New Ventures“ (INVs) bezeichnet und wie folg definiert:

„ An international new venture [is] a business organization that, from inception, seeks to derive significant competitive advantage from the use of resources and the sale of outputs in multiple countries. “ 102

Grundannahmen für das Konzept dieser früh internationalisierenden Start-Up- Unternehmen wurden schon vor den 1990er Jahren getroffen (s. Tab. 1):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Ausgewählte Schlüsselkonzepte103 zur Untersuchung des „Born-Global“- Phänomens in chronologischer Reihenfolge.104

Knight/Cavusgil (1996) sehen dabei, dass dieses Phänomen vor allem auf die wachsende Anzahl an Nischenmärkten im Ausland, Verbesserung von Technologien in Produktion und Kommunikation und internationale Netzwerke zurückgeführt werden kann.105 Harveston et al. (2000) sehen vor allem die Entscheidungsträger als ausschlaggebend. Diese zeichnen sich primär durch eine positivere Haltung gegenüber internationaler Tätigkeit aus als Manager graduell internationalisierender Unternehmen, haben mehr internationale Erfahrung gesammelt und besitzen eine höhere Risikotoleranz.106 Auch Knight/Cavusgil (2004) sehen einerseits eine internationale unternehmerische („entrepreneural“) Orientierung als Teil der Organisationskultur als ausschlaggebend. Des Weiteren sind eigene technische Kompetenzen, einzigartige Produkte als auch Kompetenzen Dritter im Auslandsvertrieb von hoher Bedeutung.107 In weiteren Studien wurden die Motive um Innovationen, Strategien und Wettbewerbsvorteile, Wissen und Fähigkeiten der Unternehmer und der Organisation (insbesondere die Fähigkeit des Lernens), das Umfeld des Unternehmens und Netzwerke der Organisation ergänzt.108 Mittlerweile ist das Konstrukt um die Einflussfaktoren auf INVs stark angewachsen.109

In der Fachliteratur findet sich eine hohe Diversität an Termini, die synonym zu dem Begriff der INVs Verwendung findet, jedoch dasselbe Konzept umschreibt. Begriffe sind bspw. „Global Start-Ups“, „Early Internationalization Firms“ oder gar „Born Internationals“.110 Am häufigsten wird jedoch der Begriff der „Born Global“- Unternehmen verwendet, der vor allem auf die Studien von McKinsey & Company (1993) und Knight/Cavusgil (1996) zurückzuführen ist.111 Die Autoren Knight/Cavusgil (1996) sehen Born Globals als Unternehmen, die von Beginn ihrer Tätigkeit an durch Exporte international aktiv sind.112 Zunächst lässt die Definition vermuten, dass diese relativ ähnlich der Annahmen von Oviatt und McDougall (1994) sind. Dennoch stehen diese im Kontrast bezüglich der Marktbearbeitungsform. Denn Oviatt/McDougal (1994) sehen nicht nur Exporte als mögliche Markteintritts- und Marktbearbeitungsform, sondern bspw. auch Importe, Joint Ventures oder sogar Tochtergesellschaften. Zwar unterscheiden sich somit die Definitionen von INVs und Born Globals; trotzdem verwenden sowohl Knight/Cavusgil113 als auch weitere Autoren diese synonym.114 Diese Vermischung von Begrifflichkeiten und Definitionen sollte schon an dieser Stelle kritisch hinterfragt werden. So lassen sich einerseits nach Oviatt/McDougal (1994) unterschiedliche Typen von INVs differenzieren, denen der Begriff der Born Globals nicht gerecht wird (s. Abb. 3).

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Abb. 3: Typen von International New Ventures.115

Dieses Modell umfasst die Dimensionen der „Anzahl der Ländermärkte“ und die „Koordination von Wertschöpfungsaktivitäten“, wobei letztere in der Literatur ebenfalls als FSTS-Ratio betrachtet wird, da gemäß dem steigenden Auslandsengagement auch die Auslandsumsätze im Verhältnis zum Gesamtumsatz steigen.116 Es wird jedoch nicht definiert, wann eine Anzahl als wenig oder viel erachtet werden kann. In der Matrix gelten demgemäß vier Typen von INVs:

1. „Export-/Import-Start-Ups“ bedienen lediglich wenige Länder (mit denen die Entscheidungsträger meist auch vertraut sind). Zusammen mit
2. „multinationalen Handels-Start-Ups“ (welche viele Märkte bearbeiten) bilden diese Formen von INVs sogenannte „Market Makers“ - also Unternehmen, die gezielt nach Absatzmöglichkeiten in Ländern suchen, bevor Konkurrenz ebenfalls dort aktiv wird. Direktinvestitionen werden stark eingeschränkt.
3. „Geografisch-fokussierte Start-Ups“ sind mit einem hohen Engagement in wenigen Auslandsmärkten tätig, wohingegen
4. „globale Start-Ups“ sowohl im Sinne der Auslandstätigkeit als auch der bearbeitenden Ländermärkte signifikante Vorteile gegenüber dem Wettbewerb zu erlangen versuchen. Dabei sind diese beiden Typen (3 und 4) durch sehr wissensintensive als auch stark differenzierte Produkte und Dienstleistungen charakterisiert.117

Nach Rasmussen/Madsen (2002) wäre ein in der Literatur betiteltes Born-Global- Unternehmen dem Typus „Globales Start-Up“ zuzuordnen.118 Doch hier ergibt sich ein Widerspruch, denn nicht alle Start-Ups, die in vergangenen Studien als Born Global betitelt wurden, sind auch wirklich in die Kategorie „Globales Start- Up“ einzuordnen, sondern fällt darunter nur ein geringer Anteil der INVs. Die Mehrzahl jener als Born Globals bezeichneten Unternehmen ist lediglich als multinationales Handels-Start-Up zu kategorisieren. Dies verdeutlicht die Uneinigkeit in Forschungskreisen bei der Begriffsdefinition.119

Hinsichtlich der Abgrenzbarkeit von INVs von schrittweise internationalisierenden Unternehmen findet sich ebenfalls vorerst keine klare Einigung in der Literatur. Dabei soll sich dieser Unternehmenstypus jedoch explizit von sukzessiv- internationalisierenden Unternehmen unterscheiden. Ein vielfach verbreiteter Ansatz ist die Messung anhand zweier Kriterien - nämlich einerseits dem FSTS und andererseits die vergangene Zeit bis zur ersten Auslandstätigkeit. Dabei reichen die Angaben von einem FSTS von 10% bis hin zu 90%.120 Auch bezüglich der Zeitdimension (Dauer bis zur ersten internationalen Aktivität) herrscht durchaus Diversität in den Angaben. Diese reichen von einem bis hin zu zwölf Jahren,121 wobei sechs Jahre als am gebräuchlichsten erachtet werden können.122 Hierzu merkt Coviello (2015) jedoch an, dass bestenfalls zwischen neuen, heranwachsenden und etablierten INVs dreigeteilt unterschieden werden sollte.123 Dieser Punkt ist durchaus relevant in Anbetracht der Entdeckung von Sonderformen der INVs, die als „Born-Again Global“ oder „Late Internationalizer“ bezeichnet werden. Diese Unternehmen expandieren erst zu einem späteren Zeitpunkt plötzlich und in rasantem Ausmaße, wobei diese Internationalisierung vermeintlich124 nicht der klassischen stufenweise Expansion entspricht.125

2.4.3 Erweiterung durch das Konzept von „Born Regionals“

Als weitere Kritik an der Begrifflichkeit der Born Globals stellte sich in Studien heraus, dass nicht alle international tätigen Unternehmen wirklich global sind. Aus diesem Grund stiftet diese Bezeichnung ebenfalls Verwirrung.126 In einer Untersuchung von Rugman/Verbeke (2004) wurde ergründet, dass multinationale Unternehmen (MNUs) als wesentliche Treiber der Globalisierung mehrheitlich gar nicht global, sondern regional aktiv sind. So werden durchschnittlich rund 80% des Umsatzes von knapp 90% der Unternehmen in der Heimatregion eingenommen. Als regional gilt jene Handelszone, in der das jeweilige Unternehmen beheimatet ist.127 Die restlichen Unternehmen waren entweder bi-regional (jeweils mind. 20%, aber weniger als 50% des Umsatzes in zwei von drei Regionen), Gastregion-orientiert (mind. 50% des Umsatzes außerhalb der Heimatregion) oder global (jeweils mind. 20%, aber weniger als 50% des Umsatzes in allen drei Regionen), wobei die Anzahl der global tätigen Unternehmen lediglich bei weniger als 5% von der Gesamtzahl lag.128 Ähnliches soll auch für INVs gelten, die demnach eher regional als global agieren - schon allein aufgrund (möglicher) höherer Transport- und Transaktionskosten durch die Distanz zu Märkten außerhalb der Heimatregion.129

[...]


1 Vgl. Hutcheson, J. O. (2007), o. S.

2 Prozentualer Anteil der erwachsenen Personen in der jeweiligen Bevölkerung (18-64- Jährigen), die in Existenzgründungen involviert bzw. als Unternehmer eines neuen Unternehmens vermerkt sind.

3 Vgl. Statista (2015), o. S.

4 Im allgemeinen Sprachgebrauch werden teilweise Existenz- und Unternehmensgründungen begrifflich gleichgesetzt, wobei Existenzgründungen i. e. S. auf existierenden Konzepten beruhen und Unternehmensgründungen grundlegende Innovationen zugrunde liegen.

5 Vgl. Institut für Mittelstandsforschung Bonn (2015), o. S.

6 Vgl. Handelsblatt (2010), o. S.

7 Die ursprüngliche Untersuchung zu dieser Thematik nach Rugman, A. M., Verbeke, A. (2004) behandelte zunächst MNUs und wurde dann auf die „Born Global“-Thematik übertragen.

8 Vgl. Perlitz, M. (2004), S. 8.

9 Vgl. bspw. Sullivan, D. (1994); Wally, S., Becerra, M. (2001); Hitt, M. A. et al. (2006).

10 In der Literatur findet sich für beide Betrachtungsebenen kaum begriffliche Unterscheidung. An dieser Stelle wird vorgeschlagen, die statische Dimension mit „Internationalität“, die dynamische mit „(De-)Internationalisierung“ zu benennen.

11 Vgl. Glaum, M. (1996), S. 11.

12 Vgl. Oesterle, M.-J. (2013), S. 221ff.

13 Kutschker, M., Schmid, S. (2008), S. 3f.

14 Vgl. Kutschker, M., Schmid, S. (2008), S. 7ff.

15 Vgl. Smith, A. (1776), zitiert nach: Kutschker, M., Schmid, S. (2008), S 383f.

16 Vgl. Ricardo, D. (1817), zitiert nach: Kutschker, M., Schmid, S. (2008), S. 385ff.

17 Arbeit, Boden, Kapital.

18 Vgl. Heckscher, E. F. (1919) zitiert nach: Kutschker, M., Schmid, S. (2008), S. 387ff.; Ohlin, B. (1934) zitiert nach: Kutschker, M., Schmid, S. (2008), S. 387ff.

19 „[…] time lag in technology transfer/diffusion […]“

20 Vgl. Posner, M. V. (1961), S. 236ff.

21 Vgl. Kutschker, M., Schmid, S. (2008), S. 404ff.

22 Dazu zählen bspw. effizientere Beschaffungsmethoden und Produktionstechnologien, Produktdifferenzierung oder auch ein besseres Distributionssystem.

23 Vgl. Hymer, S. H. (1976) zitiert nach: Kutschker, M., Schmid, S. (2008), S. 412ff.

24 Vgl. Aharoni, Y. (1966).

25 Vgl. Corden, W. M. (1967); Johnson, H. G. (1967).

26 Vgl. Knickerbocker, F. T. (1973); Kutschker, M., Schmid, S. (2008), S. 417ff.

27 Es wird auch von der „Follow-the-Leader-These“ gesprochen.

28 Vgl. Graham, E. M. (1975); Kutschker, M., Schmid, S. (2008), S. 417ff.

29 Es wird auch von der „Cross-Investment-These“ gesprochen.

30 Vgl. Kutschker, M., Schmid, S. (2008), S. 417ff.

31 Vgl. Benito, G. R. G., Welch, L. S. (1997).

32 Vgl. hierzu bspw. Kubíčková, L. et al. (2014); Knight, G. A., Liesch, P. W. (2015).

33 Vgl. Dunning, J. H., Lundan, S. M. (2008), S. 67ff.

34 Vgl. Morschett, D. et al. (2009), S.71ff.

35 Vgl. Hansson, A., Heding, K. (2007), S. 5ff.

36 Diese können auch als „Pull“- und „Push“-Faktoren bezeichnet werden, deren Nomenklatur in der Migrationstheorie begründet wurde. Vgl. hierzu Lee, E. S. (1966).

37 Vgl. Czinkota, M., Ronkainen, I. (2012), S. 279ff.

38 Vgl. Perlitz, M. (2004), S. 110ff. zitiert nach: Neuner, C. (2009), S. 30ff.

39 In dem Modell finden sich sowohl Motive für als auch Einflussfaktoren einer Marktbearbeitung.

40 Vgl. bspw. Gabler Wirtschaftslexikon (2015c), o. S.

41 So erfahren bspw. Exportstrategien bei einem lokalen Markteintritt logischerweise keine Relevanz.

42 Vgl. bspw. Backhaus, K. et al. (2000), S. 129; Gabler Wirtschaftslexikon (2015b), o. S.

43 Vgl. Kutschker, M., Schmid, S. (2008), S. 848f.

44 Vgl. Kutschker, M., Schmid, S. (2008), S. 855.

45 Vgl. Schmid, S. (2006), S. 15.

46 Vgl. Höfferer, M. et al. (2014), S. 1.

47 Eigene Darstellung, in Anlehnung an Pan, Y., Tse, D. K. (2000), S. 538; Kutschker, M., Schmid, S. (2008), S. 820ff.

48 Vgl. Kutschker, M., Schmid, S. (2008), S. 855.

49 Es wird auch von direktem Export mit Mittler im Gastland gesprochen.

50 Vgl. Kutschker, M., Schmid, S. (2008), S. 855ff.

51 Lizenzen können räumlichen, zeitlichen, sachlichen und exklusiven Restriktionen unterliegen.

52 Vgl. Schmid, S. (2006), S. 15f.; Kutschker, M., Schmid, S. (2008), S. 867ff.

53 Vgl. hierzu eine detailliertere Erläuterung weiter unten im Text.

54 Vgl. Schmid, S. (2006), S. 16; Kutschker, M., Schmid, S. (2008), S. 893ff.

55 Vgl. Schmid, S. (2006), S. 16; Kutschker, M., Schmid, S. (2008), S. 902ff.

56 Vgl. hierzu Kapitel 2.2.

57 Vgl. bspw. Hitt, M. A. et al. (2006).

58 „Foreign Sales to Total Sales“-Ratio (Auslandsumsatz im Verhältnis zum Gesamtumsatz).

59 Vgl. bspw. Sullivan, D. (1994).

60 Vgl. Vermeulen, F., Barkema, H. (2002), S. 637ff.

61 Vgl. Cyert, R. M., March, J. G. (1963).

62 Die „psychische Distanz“ findet in Kapitel 3.1.3 nähere Betrachtung.

63 Marktwissen (Erfahrungs- und generelles Wissen) und Marktengagement (Bindungsgrad und Ressourcentransfer)

64 Aktuelle Aktivitäten (Erfahrungsquelle) und Entscheidungen über Auslandsengagement (Ressourcenbindung und Ausweitung der Aktivitäten).

65 Vgl. Johanson, J., Wiedersheim-Paul, F. (1975);Johanson, J., Vahlne, J.-E. (1977);Johanson, J., Vahlne, J.-E. (1990);Kutschker, M., Schmid, S. (2008), S. 465ff.

66 Vgl. bspw. Johanson, J., Mattsson, L.-G. (1985); Johanson, J., Mattsson, L.-G. (1988) zitiert nach: Kutschker, M., Schmid, S. (2008), S. 467f; Johanson, J., Vahlne, J.-E. (2009), S. 1423ff.

67 Gegliedert in physische, kulturelle und ökonomische Distanz.

68 Vgl. Luostarinen, R. (1979), S. 94ff.

69 Vgl. Bilkey, W. J., Tesar, G. (1977); Wiedersheim-Paul, F. et al. (1978).

70 Vgl. Macharzina, K., Engelhard, J. (1991).

71 Vgl. Gutenberg, E. (1971), S. 511f., zitiert nach: Vahs, D., Schäfer-Kunz, J. (2007), S. 6ff.

72 Nicht jedes Unternehmen ist in vollkommen privater Hand, ist nie vollständig autonom und strebt nicht immer die Gewinnmaximierung als primäres Handlungsziel an.

73 Vgl. Vahs, D., Schäfer-Kunz, J. (2007), S. 6ff.; Gabler Wirtschaftslexikon (2015d), o. S.

74 Teilweise auch als „Betriebsphase“ betitelt.

75 Entsprechend dem Fokus der Arbeit wird die Auflösungsphase nicht näher betrachtet.

76 Vgl. Bleicher, K. (1991), S. 793.

77 Vahs, D., Schäfer-Kunz, J. (2007), S. 7.

78 Hering, T., Vincenti, A. J. F. (2005), S. 5.

79 Vgl. Hering, T., Vincenti, A. J. F. (2005), S. 5.

80 Vgl. Etter, C. (2003), S. 31ff.

81 Vgl. Szyperski, N., Nathusius, K. (1999), S. 26ff.; Hering, T., Vincenti, A. J. F. (2005), S. 8ff.

82 Vgl. Szyperski, N., Nathusius, K. (1999), S. 4ff.; Etter, C. (2003), S. 34.

83 Vgl. Schumpeter, J. A. (1993), S. 100f.

84 Vgl. Nathusius, K. (2013), S. 5.

85 Der Innovationsgrad wurde durch die Urheber dieses Modells Szyperski, N., Nathusius, K. (1999) und durch die Weiterentwicklung von Hering, T., Vincenti, A. J. F. (2005) nicht dargestellt. Diese Dimension verändert die bestehenden Basiskombinationen nicht, sondern zeigt lediglich an, inwiefern eine Gründung innovativ oder imitierend ist. Ungeachtet dessen wurde die Dimension des Innovationsgrads zur Vollständigkeit im Modell hinzugefügt.

86 Vgl. Szyperski, N., Nathusius, K. (1999), S. 27.

87 Vgl. Hering, T., Vincenti, A. J. F. (2005), S. 10f.

88 Hering, T., Vincenti, A. J. F. (2005), S. 9.

89 Eigene Darstellung, in Anlehnung an Szyperski, N., Nathusius, K. (1999), S. 27; Hering, T., Vincenti, A. J. F. (2005), S. 10.

90 Vgl. Etter, C. (2003), S. 34ff.

91 Ein typisches Beispiel hierzu wäre eine örtliche Bäckerei.

92 Vgl. Nathusius, K. (2013), S. 6.

93 Im englischen Sprachgebrauch wird bei innovativen Existenzgründungen auch von „New Ventures“ gesprochen.

94 Vgl. Schumpeter, J. A. (1993), S. 100f.

95 Hierbei ist primär der Existenzaufbau einer Gründungsperson gemeint, weswegen derartige Unternehmen meist durch Teamstrukturen gekennzeichnet sind.

96 Vgl. Nathusius, K. (2013), S. 6ff.

97 Vgl. U. S. Small Business Administration (2015), o. S.

98 Diese Verallgemeinerung ist Vielfach in den Medien - vor allem jedoch im Internet - vorzufinden.

99 Imitierende Existenzgründungen werden aufgrund der primär lokalen und wenig innovativen Wesenszüge von dieser Betrachtung ausgeschlossen.

100 Vgl. McKinsey & Company (1993).

101 Vgl. Mejri, I. (2010), S. 302.; Baum, M. (2011), S.43.

102 Vgl. Oviatt, B. M., McDougall, P. P. (1994), S. 49.

103 Es wurden durchaus mehr Studien zu dieser Thematik veröffentlich, die jedoch entweder vorangegangene Konzepte bestätigen oder als Basis weiterer Forschungsarbeiten dienten.

104 Eigene Darstellung, in Anlehnung an Hedlund, G., Kverneland, A. (1985); Ganitsky, J. (1989); Jolly, V. K. et al. (1992); McKinsey & Company (1993); Oviatt, B. M., McDougall, P. P. (1994); Knight, G. A., Cavusgil, S. T. (1996); Rasmussen, E. S., Madsen, T. K. (2002), S. 13.

105 Vgl. Knight, G. A., Cavusgil, S. T. (1996).

106 Vgl. Harveston, P. D. et al. (2000).

107 Vgl. Knight, G. A., Cavusgil, S. T. (2004).

108 Vgl. bspw. Zahra, S. A. et al. (2000); Knight, G. A., Cavusgil, S. T. (2004); Weerawardena, J. et al. (2007); Johanson, J., Vahlne, J.-E. (2009); Mejri, I. (2010).

109 Eine Übersicht hierzu liefern Knight, G. A., Liesch, P. W. (2015), S. 7.

110 Vgl. Mejri, I. (2010), S. 302.

111 McKinsey & Company (1993); Knight, G. A., Cavusgil, S. T. (1996).

112 Vgl. Knight, G. A., Cavusgil, S. T. (1996), S. 12.

113 In einer späteren Veröffentlichung wird von den Autoren selbst bestätigt, dass der Begriff „Born Global“ inakkurater im Vergleich zu INVs ist. Vgl. hierzu Cavusgil, S. T., Knight, G. (2015), zitiert nach: Coviello, N. (2015), S. 21.

114 Vgl. bspw. Knight, G. A., Cavusgil, S. T. (1996); Andersson, S., Wictor, I. (2003); Knight, G. A., Cavusgil, S. T. (2004); Mejri, I. (2010); Cannone, G., Ughetto, E. (2014).

115 Eigene Darstellung, in Anlehnung an Oviatt, B. M., McDougall, P. P. (1994), S. 59.

116 Vgl. bspw. Baum, M. (2011), S. 43ff.

117 Vgl. Oviatt, B. M., McDougall, P. P. (1994), S. 57ff.; Baum, M. (2011), S. 43ff.

118 Vgl. Rasmussen, E. S., Madsen, T. K. (2002), S. 15f.

119 Vgl. Rasmussen, E. S., Madsen, T. K. (2002), S. 15f.

120 Vgl. bspw. McKinsey & Company (1993); Kanndasaami, S., Huang, X. (2000); Madsen, T. K. et al. (2000); Lummaa, H. J. (2002); Baum, M. (2011), S. 53.

121 Vgl. bspw. McKinsey & Company (1993);Knight, G. A., Cavusgil, S. T. (1996); Zahra, S. A. et al. (2000).

122 Vgl. Zahra, S. A. et al. (2000), S. 932; Coviello, N. (2015), S. 21.

123 Vgl. Coviello, N. (2015), S. 21.

124 Im folgenden Unterkapitel wird eine Erweiterung des klassischen Modells nach Johanson, J., Vahlne, J.-E. (1977) vorgestellt (s. Kapitel 2.4.4).

125 Vgl. bspw. Bell, J. et al. (2001).

126 Vgl. Rugman, A. M., Verbeke, A. (2004); Rugman, A. M., Verbeke, A. (2007); Johanson, J., Vahlne, J.-E. (2009), S. 1420ff.; Coviello, N. (2015), S. 21.

127 Für die Untersuchung wurden die 500 weltweit größten MNUs untersucht, die sich in einer von drei möglichen Handelszonen (EU, NAFTA, Asien) befinden. Diese Regionen werden von den Autoren auch als „triad“ (deutsch: Triade) bezeichnet.

128 Vgl. Rugman, A. M., Verbeke, A. (2004); Rugman, A. M., Verbeke, A. (2007).

129 Vgl. Rugman, A. M., Verbeke, A. (2007), S. 201.

Details

Seiten
121
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668226975
ISBN (Buch)
9783668226982
Dateigröße
2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v323104
Institution / Hochschule
Universität Stuttgart – Betriebswirtschaftliches Institut, Lehrstuhl für ABWL, insb. Internationales und Strategisches Management
Note
1,3
Schlagworte
bwl strategie international new venture born global born regional intermediär internationalisierung unternehmen internationalisierungsprozess regionalität unsicherheit risiko fremdheit wahrnehmung ländermarkt experiment

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Titel: Born Global vs. Born Regional. Intermediäre als einflussnehmender Faktor auf das Internationalisierungsmuster von International New Ventures