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Thema Taufe mit einer Kindergartengruppe

Gemeindepädagogischer Entwurf

Unterrichtsentwurf 2013 23 Seiten

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Analyse des Bedingungsfeldes
1.1 Strukturelle Rahmenbedingungen
1.2 Personale Aspekte und Binnendifferenzierung
1.3 Zwischenbilanz

2. Didaktische Analyse
2.1 Vorherige Thementreffen
2.2 Elementare Strukturen vom Thema Taufe
2.3 Zwischenbilanz
2.4 Elementare Zugänge
2.5 Elementare Erfahrungen: Kinder interpretieren Erfahrungen
2.6 Zwischenbilanz
2.7 Elementare Wahrheiten
2.8 Elementare Lernformen: didaktische Entscheidungen

3. Verlaufsplanung

4. Anhang

5. Literaturnachweis

1. Analyse des Bedingungsfeldes

1.1 Strukturelle Rahmenbedingungen

Mein Praktikum absolviere ich in der Ev. Kirchgemeinde Xxxxxxx in Xxxxxxx 37. Die Gemeinde hat eine Dorfkirche, die sich zwischen der Einkaufspassage und dem Xxxxxx See befindet. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich das Gemeindehaus mit Gemeindegarten und die Ev. Kita. Die Küsterei liegt einen Fußweg von 10 Minuten entfernt, was sich als nicht sehr günstig erweist und für viele Mitarbeiter als unpraktisch empfunden wird.

Am 31.12.2011 hatte der Bezirk Xxxxxx genau 10 000 Bewohner, wovon 83,5 Prozent Deutsche ohne Migrationshintergrund sind. 8,8 Prozent der Bewohner haben einen Migrationshintergrund, was unter dem Berliner Durchschnitt von 12,5 Prozent liegt. Nun bleiben 7,7 Prozent der Bewohner, die eine ausländische Staatsangehörigkeit haben, was ungefähr die Hälfte des Berliner Durchschnitts von 14 Prozent aufweist. Von den 10.000 Bewohnern gehört ein gutes Drittel zu den Gemeindemitgliedern. Die Gemeindeglieder mit Migrationshintergrund oder ausländischer Staatsangehörigkeit, von denen es einige gibt, fallen nicht auf, da sie gut integriert sind. Die Wohngegend ist überwiegend überdurchschnittlich gut in Xxxxxxx. Die Xxxxxxer sind gut bürgerlich und eher wohlhabender.

Die Pfarrerin ist erst seit Dezember 2011 in dieser Gemeinde. Meine Mentorin ist im Februar 2010 ursprünglich als Gemeindepädagogin für die Jugend- und Konfirmandenarbeit eingestellt worden. Die Jugend wurde jedoch immer kleiner und schließlich treffen sich nur noch 3-5 Jugendliche freitags im Gemeindehaus. Die Konfirmandengruppen sind 4 Vorkonfirmanden und waren 8 Hauptkonfirmanden, die am 21. April 2013 konfirmiert wurden. Deswegen orientierte die Gemeindepädagogin sich um und legte den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Arbeit mit Kindern und Familien. Sommer 2011 gründete sie die KirchenForscherKinder (KFK), welche nun um die 10 Kinder zwischen 6 und 11 Jahren ausmachen. Mit einer Gruppe von 4 Ehrenamtlichen werden die Treffen geplant. Der Entdecker-Club ist nun ganz neu und für die Kinder gedacht, die älter als die KFK sind. Das erste Treffen fand am 16.3.13 mit drei begeisterten Jungs statt. Beide Angebote finden einmal im Monat statt. Zu diesen Angeboten wird einmal monatlich das Familienfrühstück veranstaltet, welches sehr guten Anklang fand. Um die 40 Personen kamen zusammen mit der Tendenz steigend. Immer montags treffen sich die Mütter aus Xxxxxxx (nicht nur Gemeindeglieder) mit ihren kleinen Kindern zur Krabbelgruppe. Nachdem ich zwei Mal mit dabei war, begann ich mit meiner Mentorin ein wenig thematisch mit den Kleinsten und ihren Müttern zu arbeiten, was freudig aufgenommen wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte man sich nur zum Reden und Spielen getroffen. Nun kommen Lieder, Basteleien und Gebete mit Händen und Füßen zum Einsatz.

Seit Februar hat die Gemeinde eine neue Kantorin, die mit großem Eifer an ihre Arbeit geht und bereits neben dem Erwachsenenchor zwei Kinderchöre mit 13 Vorschulkindern aus der Kita und 6 -8 Grundschulkindern aufgestellt hat.

Neben diesem reichlichen Angebot für Kinder und Familien, welches einen hohen Stellenwert bei Pfarrerin und Mentorin genießt, findet auch eine gute Zusammenarbeit mit der Kita statt. Eine jahrelange Tradition hat zum Beispiel das Sommerfest, welches gemeinsam organisiert wird.

Seit Beginn ihres Pfarrdienstes in Xxxxxxx besucht die Pfarrerin jeden zweiten Donnerstag die ca. 50 Kitakinder und erzählt ihnen eine biblische Geschichte. In meinen ersten Praktikumstagen kam die Idee auf, einzelne Kitagruppen zu bestimmten Themen immer donnerstags zwischen den Donnerstagen, in denen die Pfarrerin Geschichten erzählt, einzuladen. Gemeinsam mit der Pfarrerin überlegten wir uns Themen für 6 Treffen mit den 5- und 6-Jährigen. Wir hatten drei Treffen zum Thema Kennenlernen, Wasser und Taufe und drei Treffen zum Thema Gottes Liebe, Liebe zwischen Menschen und Trauung angedacht. Durch andere Projekte der Kita und Erziehermangel, konnten nun leider nur drei Thementreffen realisiert werden. Durch Umplanung und neuer anderer Termine konnte die Pfarrerin das Projekt nicht länger mitgestalten. Also erhielt ich die Chance das Projekt allein durchzuführen und die drei Treffen zu planen. Somit war das Projekt als ein von mir selbstständig geplant und durchgeführtes Projekt bestens geeignet für die Prüfung im Modul 4.1 Kirchliche Arbeit mit Kindern und Familien.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das erste Treffen fand in einem Raum des Gemeindehauses statt, den sich Kita und Gemeinde teilen. Genutzt wird dieser Raum als Werkstatt für Kindergruppen. Durch regelmäßige Nutzung und Projekte des Kitaalltages ist der Raum den Kindern bekannt. In einem Stuhlkreis saßen wir in dem kleinen Raum eher gedrängt und so entschloss ich mich das zweite und dritte Treffen in der Kirche zu organisieren. Mehr Platz und dazu die richtige Atmosphäre für das Thema Taufe bietet der Altarraum (Fotos sind im Anhang). Ich hatte sogar Platz um eine Strandmuschel gefüllt mit Wasser als Anschauungsmaterial beim Thema Wasser neben mich zu stellen. Im Altarraum können die Kinder dann schon sehen, dass in der Kirche ein Taufstein steht mit der Aufschrift: EIN HERR EIN GLAUBE EINE TAUFE und dass ein großer Fisch an der Wand hängt, an dem kleine Tauffische hängen. Auf diesen steht Name, Taufdatum und Taufspruch des Täuflings.

Zu jedem Treffen kommen die Kinder nach ihrem Mittagessen, wobei sie am Vormittag meist im Garten spielen konnten. Die anderen Kindergruppen halten zu der Zeit ihren Mittagsschlaf. Wenn eines der Kinder zu müde ist, so kommt es nicht zum Projekt, sondern legt sich zu den Jüngeren, was beim ersten Treffen bei zwei Kindern der Fall war. Da ich das Projekt neu gegründet habe, hatte ich keine Gruppentraditionen zu berücksichtigen. Ich gestaltete den Ablauf folgendermaßen: Abholen der Kinder von der Kitatür und Ankommen im Raum/ in der Kirche, Einleitung, Thema (mit biblischer Geschichte), Symbol für das Treffen auf die Decke malen oder stempeln, Gebet und Schluss.

„Kinder haben es gerne, wenn sie einzelne Elemente und Rituale wiedererkennen. Das gibt Sicherheit und Geborgenheit.“[1] Darum habe ich eine Decke für die Gestaltung der Mitte, die für jedes Kind ein Quadrat enthält, eingeführt. In diesen Quadraten wurden beim ersten Treffen der Name des Kindes und seine Hand als Symbol passend zum Thema abgemalt. Bei jedem Treffen kommt ein Symbol passend zum Thema dazu. Das hat den positiven Effekt, dass sich die Kinder beim Anschauen der Decke und des eigenen Quadrates zurückerinnern an Themen, die wir hatten. Neben dem eher kognitiven Gespräch bietet das eine ganz pragmatische Methode.

Ein weiteres Ritual ist die Begleitung von einem kleinen Entchen, dem die Kinder beim ersten Treffen den Namen Maria Magdalena gegeben haben.

1.2 Personale Aspekte und Binnendifferenzierung

Die Kinder, mit denen ich mein Projekt mache, sind die Kinder der Sternschnuppengruppe in der ev. Kita Xxxxxxx. Die Sternschnuppengruppe besteht aus 16 Kindern, 4 6-jährige Mädchen, 4 5-jährige Mädchen und 8 5-jährige Jungen, somit ist die Geschlechterverteilung 1:1.

Nach Bronfenbrenners ökologischer Entwicklungstheorie könnten die Mikro-, Meso- und Exosysteme der Sternschnuppenkinder im Chronosystem vom 10. April bis Sommer 2013 folgendermaßen aussehen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Chronosystem ist auf diesen Zeitraum beschränkt, weil mein Projekt erst am 10. April begonnen hat. Die Mikrosysteme, die jedes Kind der Sternschnuppengruppe besitzt, sind Ovale mit oranger durchgezogener Umrandung. Die gestrichelte Umrandung zeigt, dass nicht alle Kinder dieses Mikrosystem kennen. Das Mikrosystem „Sommerfest mit der Gemeinde“ ist bläulich unterlegt, weil es am 16. Juni stattfindet und die Planung für die Kinder präsent ist. Zu dem kennen die Kinder dieses jährliche Ereignis aus den letzten Jahren.

Im Mikrosystem Sternschnuppengruppe gehört ein eigener Gruppenraum dazu, indem die Kinder Ordner und Fächer haben. Sie essen, spielen, lesen u.v.m. in diesem Raum gemeinsam. Die Erzieherin und eine Praktikantin begleiten sie jeden Tag (Montag bis Freitag). Insgesamt sind in der Kita eine Kitaleiterin, eine Haushaltskraft, eine Köchin und 6 Erzieherinnen angestellt, die den Kindern im Kitaalltag begegnen. Einen großen Raum teilen sich alle Gruppen zum Morgenkreis, Mittagsschlaf und bei schlechtem Wetter zum Spielen. Bei gutem Wetter gehen alle Kindergruppen in den Garten und spielen gemeinsam. Durch die gemeinsame Nutzung heißt es für die Großen keine Ballspiele oder Fußball, was die Kinder einschränkt, aber nicht frustriert.

Neben meinem Projekt haben die Kinder viele Besucher: Geschichtenerzähler, die Zahnfee mit Kroko (zur Zahnkontrolle), künstlerische Projekte mit einer Großmutter eines ehemaligen Kitakindes u.v.m.

Zu den Projekten gehören auch Ausflüge in Theateraufführungen, Museen, Bibliotheken u.v.m.

Seit März gehen die Sternschnuppenkinder freitags nach dem normalen Kitatag mit ihrer Erzieherin in das Gemeindehaus zum Kinderchor. 13 von 16 Kindern singen mit Freude mit und üben ein Singspiel für das Sommersfest ein. Die Planung des Sommerfestes verbindet das Mikrosystem Familie mit anderen Gemeindegliedern, da gemeinsam mitgestaltet und organisiert wird.

In der Elternarbeit der Kita wurden Elternsprecher gewählt, die auch im Gemeindebeirat sind. Die Eltern haben einen Förderverein ins Leben gerufen, mit dem sie zum Beispiel eine Werkbank für die Kita finanziert haben.

Das Angebot des Familienfrühstücks habe ich bereits in 1.1 erläutert und möchte hinzufügen, dass nur ein Sternschnuppenkind bis jetzt dabei war. Der Junge, der auch am 5. Mai getauft wurde kommt immer mit seiner Mutter. Es wird jedoch viel für das Familienfrühstück in der Kita geworben und darüber gesprochen.

Die Sternschnuppengruppenkinder wurden seit dem ersten Kitatag durchgehend von derselben Erzieherin betreut und die Kita hatte eine konstante Leitung, die die Kinder auch als Leitung wahrnehmen.

In der halben Stunde mit den Kindern leite ich an und die Erzieherin der Sternschnuppen begleitet die Kinder. Sie unterstützt mich in der Zeit, in der die Symbole des Themas auf die Decke gemalt oder gestempelt werden. Beim ersten Treffen wurden von der Erzieherin und mir die Hände abgemalt und die Kinder schrieben ihren Namen eigenständig. Da nicht alle gleichzeitig an der Decke arbeiten konnten, malten die restlichen Kinder die vorher erzählte Geschichte als Bildergeschichte aus (siehe AB1). Beim zweiten Treffen gestaltete ich mit den Kindern die Decke. Wir stempelten Wassertropfen und Wellen. Die Erzieherin kümmerte sich derzeit um die Kinder, die mit Plastikentchen in der Muschel voll Wasser spielten.

In den ersten beiden Treffen und bei meinem Hospitationstermin fiel auf, dass die Kinder sehr aufgeweckt und neugierig sind. Viele Fragen werden gestellt und auf meine Fragen wurde auch immer gut und viel geantwortet. Gleich beim ersten Treffen war ein großer Redebedarf, sodass ich um 15 Minuten überziehen musste und Gebet und Lied am Schluss trotzdem nicht schaffte. Beim zweiten Treffen ließ ich dem mehr Raum. Gott ist wie Wasser erläuterte ich mit Beispielen und die Kinder fragten und beschrieben in ihren Worten.

Fast ausnahmslos nehmen die Kinder sehr schnell Körperkontakt auf, indem sie sich anschmiegen und mich und andere umarmen. Bevor wir im Raum mit dem Thema anfangen hole ich die Kinder an der Kitatür ab und begleite sie auf dem Weg zum Raum oder zur Kirche. Gerade in dieser Zeit werde ich geherzt und muss den Kindern bestimmte Grenzen zeigen. Bei der Hospitation fiel es sehr auf, dass die Kinder ausprobierten, wann ich „Nein“ sage beziehungsweise, wann es zu viel Umarmen ist.

Wahrscheinlich liegen diesem Suchen nach Nähe zwei Tatsachen zu Grunde. Zum einen sind sich die Kinder bewusst, dass in zwei Monaten die Kitazeit zu Ende ist und die Gruppe sich trennen muss und so versuchen sie, so viel Zuneigung untereinander zu bekommen, wie es nur geht. Im Kitagarten spielten sie zum Beispiel Kussfalle: Im Buddelkasten wird ein Loch gegraben. Fällt ein Kind hinein, so wird es abgeknutscht.

Zum anderen ist der Kitaalltag von einer Betonung des Miteinanders der Kinder geprägt. Im Morgenkreis wählen die einzelnen Kindergruppen ein Lied aus. Dazu gehen die einzelnen Gruppen in die Mitte und stecken die Köpfe zusammen, verhaken die Arme und besprechen sich ganz dicht beieinander.

1.3 Zwischenbilanz

Dadurch, dass das Treffen im Altarraum stattfindet, müssen bestimmte Taufelemente im Raum geklärt werden. Dazu zählen der Taufstein und der Tauffisch. Bei der Betrachtung der Taufelemente im Altarraum wird sich die Gruppe um den Taufstein stellen und zum Tauffisch rüber wandern, sodass jeder den Tauffisch sehen kann. Auch wenn es ein kleines Durcheinander werden kann, halte ich es für sinnvoll, die Kinder nah an die Gegenstände zu bringen, die wir im gemeinsamen Gespräch nach Funktion und Bedeutung hinterfragen.

Das Ritual mit der Decke wird weitergeführt, indem die Kinder einen Fisch als Symbol für die Taufe auf die Decke stempeln. Um die Aktion nicht unnötig lang zu gestalten, werden sich die Kinder dafür vor ihr Quadrat setzen und drei Stempel werden jeweils mit Stempelkissen rumgegeben. Die Erzieherin und ich haben dabei helfende Hände parat, um die Kinder zu unterstützen. Die Rolle der Erzieherin wird sich außerdem nur auf die hospitierende Begleitung der Gruppe beschränken.

Die Tatsache, dass die Kinder Nähe suchen, bewegt mich für meine Aktion eines zu bedenken: Ein Junge setzt sich immer neben mich und schmiegt sich an. Beim zweiten Treffen brachte mich das etwas aus der Fassung und ich musste ihn ansprechen, damit er es unterbindet. Da es mir nun bewusst ist, dass er sich wahrscheinlich anschmiegen wird, kann ich ohne aus der Fassung zu geraten, reagieren.

Offen bleibt, ob ich genauer darauf eingehen sollte, dass ein Junge erst vor kurzem getauft wurde und wer in der Sternschnuppengruppe überhaupt getauft ist. Zu bedenken ist, dass der Junge eher schüchterner ist und sich im Mittelpunkt nur selten wohlfühlt, wie an seinem Geburtstag deutlich wurde, als die Kinder für ihn sangen.

[...]


[1] Führer, Kindern, 51

Details

Seiten
23
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668231740
Dateigröße
1.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v322999
Institution / Hochschule
Evangelische Hochschule Berlin
Note
1,3
Schlagworte
thema taufe kindergartengruppe gemeindepädagogischer entwurf

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