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Existiert ein Zusammenhang zwischen der Beschäftigungsdauer und dem Stressempfinden von Mitarbeitern?

Hausarbeit 2016 36 Seiten

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kurzfassung

Abstract

Abkürzungsverzeichnis

Einleitung

1 Theoretische Einführung
1.1 Was ist Stress
1.2 Forschungsfrage & Hypothese

2 Methode
2.1 Aufbau der Rohdatenermittlung
2.2 Aufbau der Berechnungen

3 Ergebnisse
3.1 Deskriptive Datenanalyse
3.2 Explorative Datenanalyse
3.2.1 Untersuchung A: Unterschied zwischen den Gruppen
3.2.2 Untersuchung B: Unterschied zwischen Gruppe 0 und dem Normalwert

4 Diskussion
4.1 Deskriptive Daten
4.2 Explorative Daten
4.2.1 Untersuchung A: Unterschied zwischen den Gruppen
4.2.2 Untersuchung B: Untersuchung zwischen Gruppe 0 und dem Normalwert
4.3 Kritik an dieser Untersuchung

5 Literaturverzeichnis

6 Abbildungsverzeichnis

7 Tabellenverzeichnis

8 Anhang

Kurzfassung

In dieser Arbeit wird zum einen die Frage untersucht, ob es einen Zu- sammenhang zwischen der Beschäftigungsdauer von Mitarbeitern und deren Stressempfinden gibt und zum anderen, ob Mitarbeiter, die sich noch nicht so lange in ihrem aktuellen Beschäftigungsverhältnis befin- den, also maximal fünf Jahre, einen ACTH-Wert („Stresshormon“) auf- weisen, der höher ist als der Normalwert. Bevor diese Fragen untersucht werden, wird eine allgemeine theoretische Einführung in das Thema Stress erfolgen. Danach werden die Methoden beschrieben. Zuerst, wie die Daten ermittelt wurden und dann, wie diese bearbeitet wurden. Da- raufhin werden die deskriptiven Daten beschrieben und danach die Er- gebnisse der explorativen Berechnungen erläutert. Diese werden dann interpretiert und es werden Empfehlungen für Arbeitnehmer und Arbeit- geber ausgesprochen. Zu guter Letzt wird angemerkt, wie diese Untersu- chungen hätten verbessert werden können, bzw. welche weiteren Studien man zu diesem Thema durchführen könnte.

Abstract

In this paper, the question will be analyzed, if there is a correlation be- tween the duration of employment of an employee and his feelings of stress. Also a second question will be analyzed. Is the ACTH-value of employees, who work maximum five years for the same company, much higher than the norm value? Before this questions will be checked, there is a regular introduction into the theme stress. After that, there will be a description of the methods, how the data was determined and how they were worked. In the following, the descriptive data will be specified, after that the results of the explorative calculation will be explained. These will be interpreted and some recommendation for employees and employers will be listed. At least there is a note, how this study could be improved and which following studies could be done.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

Im aktuellen Unternehmen, einer mittelgroßen Marketingagentur, ist auf- gefallen, dass die Fluktuation der neuen Mitarbeiter sehr hoch ist und vor allem sehr viel höher, als bei bereits länger angestellten Mitarbeitern. Der Grund dessen sollte untersucht werden, damit die Firma diesem Problem entgegenwirken kann.

Ein starker Personalwechsel ist für Firmen nicht nur ärgerlich, sondern kann diesen auch noch hohe Kosten verursachen und die allgemeine Stimmung unter den Kollegen verschlechtern. Erstens, zum Teil durch den personellen Aufwand von Auswahlverfahren neuer Mitarbeiter und ggf. durch die Kosten für die Unterstützung durch externe Personalver- waltungs- und Personalvermittlungsfirmen, aber auch durch die Kosten für Mitarbeiter während der Einarbeitungszeit. Also dem Zeitraum, in dem der neue Mitarbeiter bezahlt wird, aber noch nicht produktiv arbei- ten kann und andere Mitarbeiter durch diese Einarbeitungsphase von der produktiven Arbeit abhält. Zweitens dadurch, dass eine hohe Fluktuation bestehende Mitarbeiter stark verunsichert und sie oft beginnen, sich Sor- gen um den eigenen Arbeitsplatz zu machen. Das kann wiederum dazu führen, dass seit langem angestellte und gute Mitarbeiter sich auf Grund dieser Nervosität einen neuen Arbeitsplatz suchen. Auch die Bildung eines Teams ist mit stetig wechselnden Arbeitskollegen kaum bzw. gar nicht möglich, da die Mitarbeiter nicht die Möglichkeit haben dauerhafte zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen

Um diese Folgen in Zukunft möglichst zu vermeiden, fand die im An- schließenden beschriebene und ausgewertete Untersuchung statt. Bevor jedoch die Details zur Studie beschrieben werden, also die Methoden, Ergebnisse und die Schlussfolgerungen, werden ein paar Grundlagen zum Thema Stress erklärt. Zu guter Letzt, bevor die Methoden beschrie- ben werden, wird noch auf die genauen Fragestellungen der durchgeführ- ten Untersuchung eingegangen.

1 Theoretische Einführung

Als kurze Einführung in das Thema wird hier nochmal auf das Thema Stress eingegangen. Im Anschluss werden die Forschungsfragen mit den dazugehörigen Hypothesenpaaren erläutert.

1.1 Was ist Stress

Bevor wir uns mit den Zusammenhängen von Stress und der Beschäftigungsdauer von Mitarbeitern in einem Unternehmen beschäftigen können, müssen wir uns zuerst die Frage stellen, was Stress überhaupt ist, wodurch er ausgelöst wird, was die Folgen sind und wie man Stress vermindern bzw. vermeiden kann.

Stress ist eine physische oder psychische Reaktion des Körpers, die ein- tritt, wenn ein Individuum einer neuen biologischen, physikalischen oder sozialen Situation gegenübersteht und gezwungen ist, sich an diese anzu- passen. Diese Situationen können positive Ereignisse sein, wie z.B. ein neuer Partner bzw. eine neue Partnerin, eine neue Arbeitsstelle oder ein neues Haus. Es kann sich dabei aber auch um negative Situationen han- deln, wie z.B. einen Autounfall, Überlastung im Arbeitsalltag oder Zeit- knappheit im Privatleben (vgl. Gerrig & Zimbardo, 2008).

Die physiologischen Reaktionen des Körpers auf Stress basieren in der Evolution des Menschen darauf, dass Stress damals nicht aus den o.g. Situationen entstand, die der Mensch, bzw. unsere Vorfahren damals noch nicht kannten, sondern darauf, dass Stress in Gefahrensituationen entstand. Damals ging es darum, dass die Funktionen des Körpers plötz- lich andere Schwerpunkte setzen mussten. Es war egal, ob die Nahrung im Körper verdaut wurde und für die Notdurft war auch keine Zeit. Es war wichtig, dass der Mensch besser kämpfen oder schneller weglaufen konnte. Deswegen reduziert der Körper die Verdauungsfunktionen, schließt die analen und urinalen Schließmuskeln und erhöht dafür andere Funktionen, wie das Erweitern der Pupillen und Bronchien, die Steige- rung der Herzrate und das Ausschütten von Zucker in die Blutbahn. Au- ßerdem weiten sich die Blutgefäße in Haut, Gehirn und in den Skelett- muskeln (Gerrig & Zimbardo, 2008). Diese Funktionen bzw. Reaktionen sind bis heute im menschlichen Körper verankert. Zu den Reaktionen, siehe die folgende Abbildung von Gerrig und Zimbardo (vgl. Gerrig & Zimbardo, 2008).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1.1: Die Reaktion des Körpers auf Stress

Diese Prozesse werden durch freigesetzte Hormone in Gang gesetzt. Zum einen produziert die Hirnanhangdrüse das Thyreotropin (TSH), was die Schilddrüse stimuliert mehr Energie für den Körper freizusetzen und zum anderen produziert sie adrenocorticotrope Hormon (ACTH), was auch als „Stresshormon“ bezeichnet wird und die Nebennierenrinde stimuliert. Diese produziert weitere Hormone um Kreislaufprozesse zu kontrollieren und Zucker aus der Leber in das Blut zu führen (vgl. Gerrig & Zimbardo, 2008). Der Normalwert des ACTH im Blut eines Menschen beträgt 35 ng/L. Aus der Höhe des ACTH-Wertes im Blut eines Menschen lässt sich also erkennen, wie gestresst dieser ist.

Zusätzlich zu diesen körperlichen Reaktionen gibt es noch unterschiedli- che psychische Reaktionen, die bei jedem Menschen unterschiedlich auf- tauchen. Dazu gehören, Aggressivität, Passivität und Ängstlichkeit (vgl. Litzke, Schuh, & Pletke, 2013). Die folgende Abbildung zeigt die möglichen Reaktionen im Detail (vgl. Litzke, Schuh, & Pletke, 2013).

Abbildung 1.2: Auswirkungen von starkem Stress auf das Verhalten von Menschen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

All diese Reaktionen oder auch Übermüdungserscheinungen genannt, erschweren es entweder dem Mitarbeiter selbst, seine Arbeit vernünftig auszuführen oder er hat einen negativen Einfluss auf Arbeitskollegen, Vorgesetzte oder im schlimmsten Fall sogar Kunden.

Werden diese Übermüdungssignale übersehen, gerät der Mensch in den Zustand des Dauerstresses, das heißt, benötigte Entspannungsphasen werden ignoriert, die für den gesunden Erhalt des Körpers notwendig sind. So begibt sich der Mensch in einen für die Gesundheit gefährlichen Bereich (vgl. Litzke, Schuh, & Pletke, 2013). Dieser Zustand wird von Ärzten oft als Burn-Out oder Depression diagnostiziert und hat spätestens von diesem Zeitpunkt an einen negativen Einfluss auf das Privatleben und die berufliche Zukunft des betroffenen Menschen. Das Berufsleben wird unterbrochen, wodurch die Arbeitssuche nach der Genesung er- schwert wird. Dies führt oft wieder zu zu hoher Belastungen und Dauer- stress und darüber zurück in erneute Depressionen oder Burn-Out- Phasen.

Unter Burn-Out versteht man den Zustand der vollständigen Erschöp- fung. Ein Burn-Out lässt sich nicht gänzlich von einer Depression ab- grenzen, vielmehr ist es ein moderner, weniger negativ belasteter Begriff, einer bestimmten Depressionsart (vgl. Litzke, Schuh, & Pletke, 2013).

All diese Folgen sind nicht nur gesundheitliche Belastungen für den betroffenen Menschen, dessen Privatleben und wahrscheinlich auch dessen Familie, sondern auch wirtschaftliche Belastungen für Unternehmen, Krankenkassen und den Staat, durch Personalausfälle und eventuelle teure Zeitarbeitskräfte als Ersatz.

Um zu vermeiden, das sich Stress in Dauerstress oder. Burn-Out entwi- ckelt, sollte rechtzeitig mit Stressbewältigungsmaßnahmen begonnen werden, für die es jedoch kein einheitliches „Patentrezept“ gibt (vgl. Klink, Blonk, Schene, & Dijk, 2001). Dabei geht es im Grunde um die Selbstorganisation des privaten und beruflichen Lebens (vgl. Litzke, Schuh, & Pletke, 2013). Zusätzlich dazu gibt es doch ein paar Stressbe- wältigungsansätze, die in kurzfristige und langfristige Wirkungen aufge- teilt sind. Zu den Ansätzen mit einer kurzfristigen Wirkung zählen z.B. Abreaktion, Ablenkung, Gedankenstopp, Zufriedenheitserlebnisse, posi- tive Selbstinstruktion, spontane Entspannung und Entschleunigung. Zu den Ansätzen mit einer langfristigen Wirkung zählen unter anderem, dass die Opferrolle ablegt werden soll, Einstellungsänderung, Verhaltensände- rung, soziale Unterstützung, Zeitmanagement, systematische Entspan- nung und Lebensstil ändern (vgl. Litzke, Schuh, & Pletke, 2013).

Auch die kognitive Bewertung einer Situation durch einen Menschen kann beeinflussen, in wie weit diese Situation ihn stresst oder nicht. So kann z.B. ein und dasselbe Ereignis unterschiedlich hohe Stressauswir- kungen auf zwei Personen haben, nur, weil sie die Situation unterschied- lich bewerten und beurteilen. So kann es sein, dass die eine Person keine Möglichkeit sieht, ein Problem zu lösen, und diese als besonders stressig wahrnimmt. Einer zweiten Person kann es aber ganz anders ergehen, wenn diese sich bewusstmacht, dass und wie sie dieses Problem lösen kann. Auch der Einfluss durch die soziale Umgebung hat einen Einfluss darauf, als wie stressig Menschen Situationen wahrnehmen. Die Unter- stützung von Arbeitskollegen, Familie und Freunden kann, in einem an- gemessenen Maße, als Stressmoderator, also zur Reduktion des Stresses, dienen (vgl. Gerrig & Zimbardo, 2008).

1.2 Forschungsfrage & Hypothese

Wenn ein Mitarbeiter neu in einem Unternehmen ist, muss er nicht nur neue Leute, Prozesse und Produkte kennen lernen, sondern er muss sich gegenüber von Kollegen und Vorgesetzten auch erst noch beweisen. Hinzu kommt oft eine Probezeit, die er zu überstehen hat. All das sind Faktoren, die einen Menschen zusätzlich beschäftigen, bewusst oder un- bewusst, was wahrscheinlich eine Menge Stress bedeutet. Und das schon ohne den Stress, dem fast jeder Mitarbeiter ausgesetzt ist, also Zeitman- gel, Termindruck, qualitätsbewusstes Arbeiten, etc. Somit sind diese Mitarbeiter gegenüber dem allgemeinen Stress wahrscheinlich noch viel sensibler als Kollegen, die diese Phase schon hinter sich haben.

Mitarbeiter, die schon länger in einem Unternehmen angestellt sind und die nicht plötzlich zig oder gar hunderten neuer Kollegen, Prozessen und Produkten gegenüber stehen, die sich keine Sorgen um das Bestehen der Probezeit machen müssen und die grundsätzlich schon etwas entspannter mit dem allgemeinen Arbeitsstress umgehen, weil ihnen bekannt ist, wie die Kollegen und Vorgesetzten in kritischen Situationen reagieren, haben wahrscheinlich ein sehr viel weniger empfindliches Stressempfinden, als die o.g., relativ neu eingestellten Kollegen.

Deswegen stelle ich mir die Frage, ob es einen Zusammenhang gibt, zwi- schen der Dauer der Beschäftigung eines Mitarbeiters in einem Unter- nehmen und der Stärke, wie dieser eine Situation als stressig empfindet.

Die dazugehörigen Zusammenhangshypothesen lauten wie folgt.

H0: Es besteht kein Zusammenhang zwischen der Beschäftigungsdauer und dem Stressempfinden von Mitarbeitern.

H1: Je länger ein Mitarbeiter in einem Unternehmen beschäftigt ist, desto geringer ist sein Stressempfinden.

Außerdem stelle ich mir die Frage, ob sich das Stressempfinden von Mit- arbeitern, die erst seit kurzem in einem Unternehmen angestellt sind, noch im Normalbereich befindet. Denn wenn man sich die o.g. Stressfak- toren ansieht, denen dieser Mitarbeiter ausgesetzt ist und eventuelle pri- vate Herausforderungen und Probleme noch dazu berücksichtigt, kommt leicht die Vermutung, dass diese Situation schnell zu viel für einen Men- schen werden kann.

Deswegen wird in dieser Arbeit noch eine zweite Hypothese, diesmal eine Unterschiedshypothese, untersucht:

H0: Wenn Mitarbeiter erst 5 Jahre oder weniger in einem Unternehmen beschäftigt sind, ist ihr ACTH-Wert, also ihr Stressempfinden, nicht signifikant höher als der Normalwert.

H1: Wenn Mitarbeiter erst 5 Jahre oder weniger in einem Unternehmen beschäftigt sind, ist ihr ACTH-Wert, also ihr Stressempfinden, signifikant höher als der Normalwert.

2 Methode

2.1 Aufbau der Rohdatenermittlung

Für die vorliegende Studie wurde ein Quasi-Experiment durchgeführt, weil die Versuchsgruppen nicht randomisiert sind. Weil jede Versuchs- person nur eine Versuchsbedingung durchlaufen muss handelt es sich hierbei um ein Between-Subject-Design und die Stichproben sind unab- hängig.

Bei der Untersuchung wurden die Daten von 60 Versuchspersonen ermit- telt. Diese 60 Personen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. 30 Personen befanden sich in der Gruppe „schon lange“ im Unternehmen, was bedeu- tet, dass diese Personen bereits über fünf Jahre in einem Unternehmen angestellt sind. Die anderen 30 Personen befanden sich in der Gruppe „weniger lange“ im Unternehmen, was bedeutet, dass diese Personen seit höchstens fünf Jahren für das gleiche Unternehmen arbeiten.

Von diesen 60 Personen wurde Blut abgenommen und damit ihr ACTH- Wert bestimmt, wobei ein höherer ACTH-Wert im Blut ein höheres Stressempfinden ausdrückt. Bei den Ausprägungen Gruppe 0 („weniger lange“ im Unternehmen) und Gruppe 1 („schön länger“ im Unterneh- men) handelt es sich um die unabhängige Variable. Bei dem ermittelten ACTH-Wert im Blut handelt es sich um die abhängige Variable.

2.2 Aufbau der Berechnungen

Mit den ermittelten Rohdaten wurde zuerst ein Streudiagramm erstellt und dann folgende Berechnungen durchgeführt.

[...]

Details

Seiten
36
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668219267
ISBN (Buch)
9783668219274
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v322762
Institution / Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,3
Schlagworte
Beschäftigungsdauer Stressempfinden Zusammenhang Mitarbeiter Stress Dauer des Beschäftigungsverhältnisses ACTH-Wert Stresshormon

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Titel: Existiert ein Zusammenhang zwischen der Beschäftigungsdauer und dem Stressempfinden von Mitarbeitern?