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Louise Bourgeois. Eine Vorstellung der Künstlerin und ihrer wichtigsten Werke

Referat (Ausarbeitung) 2016 11 Seiten

Kunst - Bildende Künstler

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Das Textile in der Gegenwartskunst

3. Weiblichkeit

4. Die Künstlerin
4a. Biografie
4b. Persönlichkeit

5. Werke
5a. „Maman“, 1999
5b. „Cell XXV“, 2001

6. Strategie

7. Fazit

8. Quellen
8a. Literatur
8b. Internetquellen
8c. Bildquellen

1. Einleitung

Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit der französischen Künstlerin Louise Bourgeois, über die ich im Rahmen des Seminars „Methodenkonzeptionen: Das Textile in der Gegenwartskunst“ an der Universität Paderborn im Wintersemester 2015/2016 ein Referat gehalten und geforscht habe. Dieses Referat gehörte zu einer Referatsreihe über aktuelle Künstler und Künstlerinnen, die sich mit dem Thema der Weiblichkeit auseinander gesetzt haben. Ein widerkehrendes Motiv in Louise Bourgeois‘ Kunst ist die Mutterschaft und die Schwangerschaft. Sie selber hatte drei Kinder, fühlte sich in ihrer Rolle als Hausfrau jedoch gefangen.

Zunächst möchte ich Bezug zu dem Seminar nehmen und die Bedeutung des Textilen in der Gegenwartskunst beleuchten. Im Anschluss werde ich auf die Thematik der Weiblichkeit zu sprechen kommen. Danach werde ich mit den wichtigsten Daten und Eckpunkten der Biografie von Louise Bourgeois beginnen, mich dann mit ihrer Person, ihren Vorstellungen und Charakterzügen beschäftigen und abschließend einige ihrer Werke vorstellen. Dabei möchte ich der Frage nachgehen, inwiefern sich ihre Persönlichkeit in ihrer Kunst wiederfinden lässt und wie sehr ihre Werke von ihrem wahren Leben geprägt sind. „Maman“ und „Cells“ sind zwei ihrer bekanntesten Werke, die ich in Bezug zu ihrem Leben setzen möchte. Die erst vor sechs Jahren verstorbene Künstlerin hatte ein langes Leben und musste währenddessen viel durchleiden, sie wurde immer wieder von Ängsten und Traumata geplagt. Daher ist es für das Verstehen ihrer Kunst entscheidend, einen näheren Blick auf ihre Biografie und besonders ihre Kindheit zu werfen. Ihre Familie spielte in ihrem Leben sowie in ihrer Kunst eine Schlüsselrolle. Im Anschluss daran werde ich den Versuch unternehmen, ihre Arbeit einer künstlerischen Strategie unterzuordnen und zum Abschluss ein Fazit ziehen.

2. Das Textile in der Gegenwartskunst

Bereits seit ihrer Anfangszeit verarbeiten Menschen textile Rohmaterialien weiter. Sie nutzen sie in ihrem Alltag, bauen daraus Kleider und Zelte. Mit der Zeit wurden ihre Techniken immer besser, neue Materialien wurden entdeckt. Die Menschen erlernten Spinnen, Weben, Färben, Sticken, Nähen und mehr. Sie erkannten die Vorteile von textilen Materialien: Flexibilität, Sinnlichkeit und Vergänglichkeit[1]. Durch ihre Flexibilität kann man die textilen weiterverarbeiten, zerschneiden und wieder zusammensetzen. Durch ihre Sinnlichkeit können sie wärmend und weich sein, aber auch kühlend oder kratzend. Durch ihre Vergänglichkeit wurden sie zusätzlich als Totenkleider genutzt.

Im Laufe der Zeit kam neben dem praktischen auch der symbolische Wert hinzu, Textilien wurden als Zeichen der Macht genutzt. Mitte des 6. Jahrhunderts soll die Seidenraupe nach Byzanz gebracht werden, woraufhin kostbare Seidenstoffe produziert wurden, die sich nur der Adel leisten konnte. Neben dem praktischen und symbolischen Wert wurde zudem auch früh der künstlerische Wert von Textilien entdeckt. Im Mittelalter wurden prachtvolle Gewebe und kostbare Bildteppiche hergestellt, wie beispielsweise der „Teppich von Bayeux“ nach 1066, der uns über 70 Meter ein historisches Ereignis erzählt. Bis ins 17. Jahrhundert waren textile Techniken in der Kunst beliebter als die Malerei. Doch spätestens im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert verlor das Textile in der Kunst an Wert, da textile Produkte schnell und einfach mit Maschinen hergestellt werden konnten. Textilien zählen zur „angewandten“ Kunst, sie werden eher für praktische, anstatt für künstlerische Zwecke genutzt.

In unserem Seminar „das Textile in der Gegenwartskunst“ haben wir uns mit denjenigen Künstlern beschäftigt, die immer noch bevorzugt mit textilen Materialen arbeiten und deren Eigenschaften zu schätzen wissen, wie Louise Bourgeois. Das Spektrum der textilen Kunst erstreckt sich über zahlreiche Techniken und Materialien, die durch ihre besonderen Eigenschaften zu spannenden Werken weiterverarbeitet werden können. Auch Modedesign kann zur textilen Kunst gezählt werden, wie der Designer Hussein Chalayan 2000 mit seiner Arbeit „Afterwords“ beweist. Der Künstler Claes Oldenburg zeigt in den 50er und 60er Jahren, wie sich Pop Art auch in der textilen Kunst umsetzen lässt. Der bekannte Joseph Beuys weiß besonders den wärmenden und festen Filz zu schätzen. Und der bulgarische Künstler Christo praktiziert textile Kunst im großen Stil: Er verhüllt Wahrzeichen mit Stoff, wie 1995 den Reichstag. Dies sind nur einige wenige Beispiele von Künstler, die in der Gegenwartskunst mit textilen Materialien arbeiten. Im Anschluss möchte ich nun auf das Thema der Weiblichkeit zu sprechen kommen.

3. Weiblichkeit

Das Textile wird traditionell mit dem Weiblichen verbunden. Selbst in dem berühmten „Bauhaus“, das von 1919 – 1933 existierte, war der textile Zweig rein für weibliche Teilnehmer. Weiblichkeit, Handarbeit und Familie gehörten früher untrennbar zusammen und so wird auch die Textilkunst eher Frauen zugeschrieben und mit Weiblichkeit in Verbindung gebracht. Nach den altmodischen Vorstellungen sind Frauen für den Haushalt zuständig und somit neben dem Kochen, Waschen und Putzen auch für das Flicken von Löchern und Nähen verantwortlich. Hausfrauen strickten und stickten jedoch auch gerne für ihren Zeitvertreib und das Handwerk wurde an ihre Töchter weitergegeben. Heutzutage ist diese Vorstellung überholt, und doch noch in den Köpfen der Menschen verankert. Dabei sollte der moderne Mann von heute ebenfalls lernen, wie er mit Nadel und Faden umzugehen hat. Deswegen ist der Textilunterricht an Haupt-, Real- und Gesamtschulen auch üblicherweise für beide Geschlechter verpflichtend, genau wie der Technikunterricht.

In der Gegenwartskunst spielen Künstler mit dem Klischee, dass das Textile mit dem Weiblichen zusammenhängt, sie machen es sich zu Nutze oder brechen es.

Die Künstlerin Louise Bourgeois beschäftigt sich in ihrer Kunst bevorzugt mit weiblicher Thematik: Mutterschaft und Schwangerschaft sind zwei Motive, die immer wieder auftauchen. Sie selber hatte eine sehr enge und liebevolle Beziehung zu ihrer Mutter, die schon früh verstorben ist und ist selber Mutter geworden.

4. Die Künstlerin

4a. Biografie

Im Folgenden möchte ich den Lebenslauf der französischen Künstlerin Louise Bourgeois vorstellen, aus dem sie immer wieder Elemente aufgegriffen und in ihrer Kunst verarbeitet hat. Louise wird am 25. Dezember 1911 in Paris geboren und geht von 1921 bis 1932 zur Schule. Ihre Eltern betreiben ein Tapisseriegeschäft, in dem alte Teppich restauriert und ausgestellt werden. Die Beziehung zu ihrem Vater ist schwierig, da dieser eine Affäre mit dem Kindermädchen unterhält, das bei der Familie sogar lebt, während Louises Mutter gesundheitliche Probleme hat. Außerdem lässt Louises Vater sie immer wieder spüren, dass er wünschte, sie wäre ein Junge und kein Mädchen. Die Beziehung zu ihrer Mutter hingegen ist sehr eng, und Louise kümmert sich so gut wie es geht um ihre kranke Mutter. Als Louise grade einmal 21 Jahre alt ist, stirbt ihre Mutter. Aufgrund dessen muss sie ihre Schulausbildung in diesem Jahre unterbrechen, schafft aber dennoch das französische Abitur. Von 1932 bis 1938 besucht sie dann verschiedene Kunstakademien und gründet 1938 in einem Teil des Geschäftes ihres Vaters eine kleine eigene Galerie. Noch im selben Jahr trifft sie in dieser Galerie den Kunsthändler Robert Goldwater, heiratet ihn und zieht mit ihm nach New York. In den Folgejahren widmen sich die beiden der Familiengründung, sie adoptieren einen Jungen und bekommen zwei weitere Söhne. Für Louise wiederholt sich die Geschichte ihrer Eltern, als ihr Ehemann ebenfalls eine Affäre mit einer jüngeren Frau unterhält. Ab 1945 widmet sich Louise wieder mehr ihrer Kunst, hat ein paar Ausstellungen und arbeitet am liebsten mit Skulpturen. Ihr Vater stirbt 1951, was sie in eine tiefe Depression stürzt und eine Pause ihrer künstlerischen Arbeit zur Folge hat. Erst ab 1964 beginnt sie wieder, ihre Werke auszustellen. Als sie 62 Jahre alt ist, im Jahre 1973, stirbt ihr Ehemann Robert Goldwater. Seit dessen Tod betritt sie sein Zimmer nur selten, lässt es unverändert[2]. Ihre Söhne sind zu diesem Zeitpunkt bereits ausgezogen, und Louise widmet sich nun ganz ihrer Kunst. 1982 gelingt ihr eine größere Ausstellung im Museum of Modern Art in New York und sie erlangt eine größere Bekanntheit. In den Jahren danach stellt sie weiter aus, wird immer bekannter und produziert immer weiter Kunst. Die letzten zwölf Jahre ihres Lebens verlässt Louise das Haus nicht mehr[3], in dem sie seit 1962 mit ihrer Familie gelebt hatte, und stirbt am 31. Mai 2010 im Alter von unglaublichen 99 Jahren.

[...]


[1] Reader zum Seminar „Kunst und Design”, S. 5

[2] Vgl. Küster, Ulf: Louise Bourgeois. S. 12

[3] Vgl.: Küster, Ulf: Louise Bourgeois. S. 12

Details

Seiten
11
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668228054
ISBN (Buch)
9783668228061
Dateigröße
446 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v322740
Institution / Hochschule
Universität Paderborn – Kunst / Textil
Note
2,0
Schlagworte
louise bourgeois eine vorstellung künstlerin werke

Autor

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Titel: Louise Bourgeois. Eine Vorstellung der Künstlerin und ihrer wichtigsten Werke