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Entlehnungen in der deutschen Sprache

Diplomarbeit 2014 35 Seiten

Germanistik - Linguistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
1.3 Methode der Arbeit

2. Die Sprachwandelforschung (Die Sprachkontaktforschung)

3.. Teildisziplinen der Lexikologie
3.1 Begriffsbedeutung Etymologie
3.2 Die Onomasiologie (Bezeichnungslehre)

4. Entlehnungen
4.1 Definition der Entlehnungen
4.2 Sprachliche Entlehnungen (lexikalische, semantische und syntaktische)
4.3 Lexikalische Entlehnungen
4.3.1 Fremdwort oder Lehnwort?
4.3.2 Lehnwörter
4.3.3 Fremdwörter
4.3.4 Anglizismen
4.3.5 Internationalismen
4.4 Semantische Entlehnung
4.4.1 Lehnprägung
4.4.2 Lehnbedeutung
4.4.3 Lehnbildung
4.4.4 Lehnschöpfung
4.4.5 Lehnübersetzung
4.4.6 Lehnübertragung
4.5 Syntaktische Entlehnung
4.6 Scheinentlehnungen (Pseudoentlehnungen)

5.Suggestion der Entlehnungen auf die Sprachverwendung

6.Schlussfolgerung

7. Literaturverzeichnis

7.1 Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

Hermann Hesse, ein deutscher Schriftsteller und Nobelpreisträger, sagte einmal über die Sprache:

„Es wird alles immer gleich ein wenig anders, wenn man es ausspricht.1

Mit diesem Zitat wird klar, wie sehr die Sprachen auf der Welt ununterscheidbar aber auch unterscheidbar sind.

Heutzutage gibt es über 6500 Sprachen auf der Welt. Sprachen können entweder isoliert, genetisch Verwandt oder einer Sprachfamilie zugeordnet sein. Klar ist, das jede Sprache aus Wörtern besteht, bzw. Lexemen. Sie sind Kennzeichen einer Sprache. Es ist sehr schwer, die konkrete Zahl der Wörter einzelner Sprache zu nennen, aber eins ist sicher: Viele Wörter werden aus einer anderen Sprache übernommen. Die Gründe dafür sind verschieden, und einige davon werden in der Arbeit genannt.

Wie der Prozess der „Übernahme“ funktioniert und was eigentlich mit den Wörtern passiert, wird in der vorliegenden Arbeit anhand von Beispielen gezeigt. Linguisten haben besondere Regeln dargestellt, was nötig ist, um ein Wort zu übernehmen. Diese können entweder in der vollkommenen Form übernommen werden, dann sind es Fremdwörter und wird als solche auch oft von den Sprechern/ Schreibern erkannt, oder es werden nur einige Bestandteile (sprachliche Bestandteile) in die Zielsprache übernommen, dann ist die Rede von sogenannten Entlehnungen. Entlehnungen werden wiederrum in verschiedene Kategorien (Arten)aufgeteilt. Egal, ob es Fremdwörter oder auch Entlehnungen sind, eins ist sicher:

Die Übernahme von Wörtern aus einer anderen Sprache in die Zielsprache dient nicht nur für freundschaftliche Beziehungen zwischen den Ländern, sondern auch zu der eigenen Kommunikation.

Oft benützen Deutschsprachige Wörter, und wissen eigentlich nicht, dass es ein Fremdwort oder Entlehnung ist. Dies ist auch ein Grund, warum ich dieses Thema behandle. Ich möchte Beispiele für Entlehnungen geben, und zeigen, wie und warum diese Wörter „eingedeutscht“ wurden.

Meiner Meinung nach ist es sehr nützlich Wörter in eine Sprache zu übernehmen, denn dadurch können wir auch andere Sprachen kennenlernen, und schauen wie sich die Sprachen unterscheiden, oder auch nicht unterscheiden.

1.1 Ziel der Arbeit

Ziel der Arbeit ist es, die Entlehnungen in der deutsche Sprache darzustellen. Die Entlehnungen sind allgemein feste Bestandteile der deutschen Sprache. Duden zufolge, gibt es in der deutschen Sprache 500.000 Lexeme. Die Entlehnungen bilden einen Teil dieser Zahl. Es wird versucht zu zeigen, aus welcher Sprache die Entlehnungen am meisten übernommen wurden.

1.2 Aufbau der Arbeit

Da die Sprache sich oft verändert und entwickelt, wird im ersten Kapitel dieser Diplomarbeit die Sprachwandelforschung dargestellt. Neben der Begriffsdefinition des Sprachwandels, werden auch einige Gründe genannt, warum sich die Sprach immer wieder verändern muss. Danach wird die sprachwissenschaftliche Disziplin die Lexikologie vorgestellt. Im Hauptteil werden die einzelnen Entlehnungstypen gezeigt und mit einem Diagramm oder Beispiel näher erklärt. Zum Schluss wird auf die Besonderheiten der Entlehnungen auf die Sprachverwendung hingewiesen.

1.3 Methode der Arbeit

In dieser Arbeit ist es wichtig zu erklären, was Entlehnungen eigentlich sind und aus welchen Sprachen sie stammen? Wieso sind sie eigentlich so wichtig für die Sprache? Reicht es nicht, dass die deutsche Sprache ihre Germanismen hat, ist es wirklich notwendig andere Wörter zu übernehmen? Gilt eine Sprache nicht mehr als originell, wenn sie andere Wörter übernimmt? In dieser Arbeit bezieht man sich auch auf die albanische Sprache. Es ist wichtig zu klären, wie sich die albanische Sprache mit der Problematik der Entlehnungen auseinander setzt. Zu dem Lehngut einer Sprache gehören nicht nur die direkten Entlehnungen, also Fremdwörter und Lehnwörter, sondern auch die sogenannten Lehnprägungen, auf die auch eingegangen wird. Wenn man die Entlehnungen nach dem Prinzip des direkten Sprachkontakts betrachtet, kann man feststellen, dass viele Lehnwörter, die oft als Germanismen bezeichnet werden, eigentlich nicht direkt aus der deutschen Sprache übernommen wurden.

Diese und weitere Probleme, werden in dieser wissenschaftlichen Arbeit geklärt. Die theoretischen Grundlagen werden durch bestimmte Quellen bewiesen, und natürlich in dem Literaturverzeichnis angegeben.

2. Die Sprachwandelforschung (Die Sprachkontaktforschung)

Warum sind die Sprachkontaktforschung und die Sprachwandelforschung für uns so wichtig? Weil sie sich mit der Frage beschäftigen, woher eigentlich ein Wort herkommt. Viele Sprecher interessiert es nicht, woher die Wörter stammen, die sie im Alltag benützen, und sehr schnell mit Hilfe der Medien verbreiten (Facebook, E-Mail, SMS, usw.). Tatsache ist, dass ohne die Sprachwandelforschung und ohne die Sprachkontaktforschung wir eigentlich nicht wissen würden, woher dieses Wort kommt, und wie es sich verändert hat.

„Alle natürlichen Sprachen befinden sich in ständigen Wandel. Diese Tatsache gehört zu den Universalien der Sprache. Die meisten Leute assoziieren jedoch mit Sprachwandel merkwürdige Dinge: Ersten halten sie Sprachwandel durchweg für etwas Verwerfliches, für Sprachverfall, für den Niedergang der deutschen (Sprach-)Kultur und ähnliches. Zweitens setzen sie ihn in aller Regel mit lexikalischem Wandel gleich, und zwar meist mit der Entlehnung von Anglizismen, die auch ausschließlich negativ bewertet wird.“2

Wenn eine Sprache sich verändert oder entwickelt, dann bezeichnet dieses die Sprachwandelforschung, die ein Teil der Historischen Linguistik und der Soziolinguistik ist. Triebkräfte des Sprachwandels sind die Analogie, Entlehnungen und Lautgesetze.

„Aus der Sicht des Strukturalismus ist unter Sprachwandel die Geschichte (Diachronie) eines Elements einer synchronen Sprachstufe zu verstehen oder aber das Verhältnis zweier synchroner Sprachstufen zueinander. Aus der Sicht der Quantitativen Linguistik sind vor allem zwei Aspekte des Sprachwandels bedeutsam: der Verlauf des Sprachwandelprozesses in der Zeit (Sprachwandelgesetz, Piotrowski-Gesetz) und die Wirkung der vielen Einflussfaktoren, die Sprachwandel auslösen und kontrollieren (linguistische Zynegetik/Köhlers Regelkreis).Peter von Polenz(ein deutsche Sprachwissenschaftler) benennt als Faktoren für Sprachwandel:

Ökonomie: Veränderungen, die entstehen, weil Sprecher oder Schreiber aus Gründen der Zeitersparnis und Bequemlichkeit eine reduzierte Sprache verwenden. (In der neuesten Literatur wird „ Ökonomie “ im Zusammenhang allerdings verstanden als (Ergebnis einer) Kosten-Nutzen-Analyse, also: wie muss ich mich ausdrücken, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen? Vgl. dazu das unten genannte Werk von Rudi Keller) Innovation: Veränderungen, die entstehen, weil das gewohnte Inventar der Sprache für kreative und nonkonformistische Tätigkeiten nicht hinreichend geeignet ist und entwicklungsbedürftig zu sein scheint. Wichtige Kräfte bei der Entstehung und Ausbreitung von Innovationen sind also die Maximen „Rede nicht so wie die anderen, damit du herausstichst“ und „Rede so wie die anderen, damit du dazugehörst“. Variation: Die Sprachbenutzer sind flexibel in Bezug auf die Wahl sprachlicher Mittel, je nach kommunikativen Bedingungen und Zwecken.

4. Evolution: Sprachgebrauch und die Beeinflussung des Sprachgebrauchs durch gesellschaftliche Kräfte bewirken Sprachwandel.“3

Zuletzt ist es wichtig zu klären, dass es keinen „Sprachwandel an sich“ gibt, sondern dass man von Anfang an die verschiedenen Ebenen der Sprach (ihre sog. Teil- oder Subsysteme) unterscheiden muss. In diesen Subsystemen verläuft der Sprachwandel nach jeweils eigenen Prinzipien. Zum Beispiel verfolgt der Lautwandel ganz andere „Interessen“ als etwa der morphologische Wandel, oder als der Bedeutungswandel, der mit der materiellen Seite der Sprache gar nichts zu tun hat.

Wie schon oben erwähnt, setzen sich alle natürlichen Sprachen aus verschiedenen Teil- oder Subsystemen zusammen. Wenn man die Sprache als eine Einheit betrachtet, die intern

gegliedert ist, kann man sagen, dass sich so eine Art Zwiebel ergibt. Manche sprachlichen Teilsysteme sind eher in den äußeren Zonen zu platzieren, andere im Zentrum.

Diese unterschiedlichen Schichtungen werden im folgenden Bild gezeigt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild Qbemommen, siehe FuBnote4

Im oben geschilderten Bild sieht man, dass die äußeren Schichten für außersprachliche Einflüsse wie z.B. Sprachkontakt, Sprachplanung, kulturhistorische Veränderung etc. anfälliger sind. Die Pragmatik als die Schnittstelle zum Sprachgebrauch bzw. zum außersprachlichen Kontext bildet dabei die äußerste Schicht. Darauf folgt die Lexik, die sehr empfänglich ist für dich Aufnahme, aber auch für den Verlust sprachlicher Zeichen. Hier spricht man von offenen Klassen, das sind vor allem die Substantive, Verben und Adjektive. Ihre Bedeutung wird stark geformt durch die menschliche Wahrnehmung der Wirklichkeit, auch durch soziale, politische und kulturelle Gegebenheiten. Dagegen besteht der innere Kern aus Subsystemen, die wenig anfälliger für äußere Einflüsse sind: Phonologie, Morphologie uns Syntax, auch als „Grammatik“ zusammenfassbar.5

Völlig stabil sind aber diese Kembereiche nicht, denn auch sie können Mitglieder verlieren und neue aufnehmen. Eine lexikalische Einheit benötigt mehr Zeit, um sich ins „grammatische Innere“ der Sprache einzuprägen als zum Beispiel ein Fremdwort, das über sogenannte Entlehnungen schnell von außen in die äußere lexikalische Schicht gelangt. Obwohl dieser Kernbereich oft erweitert wird oder erweiterbar ist, ist die Anzahl der Einheiten in der lexikalischen Schicht viel größer als in diesen drei genannten Schichten. Die Grammatik bildet das stärkste Identitätsmerkmal einer Sprache. Die Ebenen müssen sich nicht isoliert verändern, sondern können stark ineinander greife. Dabei geht es dann um die sprachliche „Kettenreaktion“ wie Ablaut, Umlaut und Grammatikalisierung.

Es folgt ein Beispiel für die Sprachwandel in einzelnen Subsystemen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Bild wurde übernommen siehe Fußnote6

„Dass Sprachwandel nie zum Stillstand kommt, liegt zum größten Teil daran, dass jedes der oben beschriebenen Subsysteme sein Optimum anstrebt und dabei andere Subsysteme bei ihrer Optimierung behindert. So „ konfligieren “ besonders oft diephonologische und die morphologische Ebene.“7

Feststellend bedeutet Sprachwandel keineswegs Sprachverschlechterung, obwohl wir an einer funktionierenden Kommunikation interessiert sind.

3. Teildisziplinen der Lexikologie

Die Lexikologie tritt in Europa als sprachwissenschaftliche Universitätsdisziplin erst nach dem zweiten Weltkrieg auf. Zunächst waren die Aufgaben durch sprachpädagogische Vorhaben bestimmt. Insbesondere die internationale Kommunikation forderte bessere Fremdsprachkenntnisse.

I960 wird die Lexikologie in der deutschen Sprachwissenschaft eine eigenständige Universitätsdisziplin.

Sie ist eine sprachwissenschaftliche Disziplin, die den Wortschatz einer Sprache - hier speziell der deutschen Sprache - und seine Entwicklung betrachtet. Das Wort Lexikologie stammt aus dem Griechischen lexikos - sich auf das Wort beziehend, und logos - die Lehre.

Wie schon gesagt, sind die Wortschätze Gegenstandsbereich der Lexikologie. Feststellend kann man sagen, dass Wortschätze irgendwie aus Wörtern bestehen, dann scheint klar zu sein, dass Wortschätze einen gewissen Status der Realität genießen, uns also in gewisser Weise vorgegeben sind. Dies ist ein wichtiger Unterschied zum Status des Gegenstandsbereiches der Lexikographie (die sich allgemein mir den Wörterbüchern beschäftigt). Die Theorie der Lexikologie versucht unter anderem die Frage zu beantworten, was ein Wortschatz ist. Dabei ergibt sich die Notwendigkeit, drei Auffassungen von „Wortschatz“ voneinander zu unterscheiden:

a) „ Wortschatz als die mentale Speicherung von Wörtern beim Individuum, also der Wortschatz bezogen auf ein Individuum. Als identifizierende Bezeichnung verwenden wir hierfür „mentales Lexikon “8

b) „ Wortschatz als der Grundstock eines beliebigen Ausschnitts einer natürlichen Sprache, also der Wortschatz bezogen auf eine natürliche Sprache. Hierfür wollen wir die vertraute Bezeichnung „ Wortschatz“ weiterhin verwenden “9

[...]


1 http://www.zitate-online.de/literaturzitate/allgemein/1161/es-wird-immer-alles-gleich-ein-wenig-anders.html (19.08.2013)

2 Vgl. Nübling Damaris: „Historische Sprachwissenschaft des Deutschen", Gunter Narr Verlag, Tübingen, 2006, S.

3 http://de.wikipedia.org/wiki/Sprachwandel(19.08.2013)

4 Vgl. Nübling Damaris: „Historische Sprachwissenschaft des Deutschen", Gunter Narr Verlag, Tübingen, 2006, S.

5 Vgl. Nübling Damaris: „Historische Sprachwissenschaft des Deutschen", Gunter Narr Verlag, Tübingen, 2006, S.

6 Vgl. Nübling Damaris: „Historische Sprachwissenschaft des Deutschen", Gunter Narr Verlag, Tübingen, 2006, S. 4

7 Zt. Nübling Damaris: „Historische Sprachwissenschaft des Deutschen", Gunter Narr Verlag, Tübingen, 2006, S. 4

8 Lutzeier Peter Rolf: „ Lexikologie", Stauffenburg Verlag, Tübingen, 1995, S.3

9 Lutzeier Peter Rolf: „ Lexikologie", Stauffenburg Verlag, Tübingen, 1995, S.3

Details

Seiten
35
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668223479
ISBN (Buch)
9783668223486
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v322705
Note
9
Schlagworte
Entlehnungen Anglizismen Internationalismen Fremdwörter Lehnwörter Onomasiologie Etymologie Lexikologie

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Titel: Entlehnungen in der deutschen  Sprache