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Die politische Instrumentalisierung des Fußballsports im Nationalsozialismus. Ausgewählte Vereine des Ruhrgebiets

Bachelorarbeit 2016 56 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Forschungsstand und Quellenlage
1.3 Gang der Untersuchung

2 Relevante Entwicklungen im Ruhrgebiet
2.1 Fußball vor 1933 – Entwicklung zum Volkssport
2.2 Fußball ab 1933 – Gleichschaltung im Nationalsozialismus
2.3 Wirtschaft und Politik im Ruhrgebiet

3 Ausgewählte Ruhrgebietsvereine von ihrer Entstehung bis zum Nationalsozialismus
3.1 FC Schalke 04
3.2 Borussia Dortmund
3.3 Westfalia Herne
3.4 Rot-Weiss Essen

4 Analyse der Instrumentalisierung des Fußballsports
4.1 Initiierung durch das Regime
4.2 Akzeptanz und Widerstand der Vereine
4.3 Fußball als Spiegel gesellschaftlicher Veränderungen
4.4 Resümee

5 Schlussbetrachtung

Quellen- und Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Die gegenseitige Verbundenheit und Abhängigkeit von Politik und Sport war immer schon stärker als allgemein angenommen. Besondere sportliche Ereignisse haben auch Dank der medialen Präsenz oftmals eine politische Wirkung und werden daher für politische Zwecke genutzt bzw. missbraucht. Vor allem sportliche Großereignisse globalen Ausmaßes wie Olympische Spiele oder Fußball-Weltmeisterschaften dienen als Plattform für die Politik, sich der Welt zu präsentieren. Berühmte Beispiele sind zahlreich in der Geschichte des Sports. Zu denken ist dabei z.B. an die Inszenierung der nationalsozialistischen Ideologie während der Olympischen Spiele in Berlin 1936. Ebenso dienen diese Ereignisse als politisches Instrument der Machtdemonstration, wie die zahlreichen Boykotts bei Olympischen Spielen beweisen, die ihre Höhepunkte bei den Spielen 1976 in Montreal, 1980 in Moskau und 1984 in Los Angeles fanden. Diese Exempel zeigen, dass Sport und Politik sich nicht immer trennen lassen, sondern eng verzahnt sind.

Die Politisierung des sportlichen Wettkampfes und das Messen mit anderen Nationen passte auch in die Vorstellungen der Nationalsozialisten einer überlegenen Herrenrasse, die andere Völker zu unterwerfen hat. Daher stellt sich die Frage, inwieweit das nationalsozialistische Regime den Sport als politisches und ideologisches Instrument nutzte und für seine Zwecke missbrauchte. Diese Fragestellung wird in der vorliegenden Arbeit behandelt. Darüber hinaus ist aber die andere Seite zu beleuchten und die Frage zu beantworten, ob und auf welche Weise der Sport die politische Funktionalisierung akzeptierte und sich für die nationalsozialistische Ideologie einspannen ließ. Schließlich ist der gesellschaftliche Aspekt dieser Konstellation zu berücksichtigen, indem es zu beantworten gilt, welche gesellschaftlichen Veränderungen der nationalsozialistischen Herrschaft sich auf den sportlichen Bereich übertragen haben.

Die Untersuchung bezieht sich auf den Spitzensport und nicht auf den Breitensport. Zudem beschränken sich die Analysen auf den Fußball, da dieser bereits in den 1920er Jahren zur beliebtesten Sportart in Deutschland avancierte und insbesondere in der größten deutschen Bevölkerungsgruppe, den Arbeitern, eine besonders hohe Popularität besaß. Der Fokus der Untersuchungen liegt weiterhin im Ruhrgebiet. Das Ruhrgebiet war als größter Indus-triestandort für die Nationalsozialisten von enormer Bedeutung. Der Anteil der Arbeiterschaft an der Gesamtbevölkerung war hier entsprechend groß und der Fußball hatte im Ruhrgebiet, auch bedingt durch die Nähe vieler größerer Städte und einer in Deutschland einzigartig hohen Dichte an Fußballvereinen, einen besonders hohen Stellenwert. Zudem erlebte der Ruhrgebietsfußball, insbesondere durch den FC Schalke 041 zeitlich parallel zur Machtergreifung eine erste Hochphase, was die sportlichen Erfolge betraf. Um die Analyse zu konkretisieren werden die Forschungsfragen mit Hilfe von vier damals höherklassigen Vereinen des Ruhrgebiets beantwortet. Neben dem FC Schalke 04 werden Borussia Dortmund2, Westfalia Herne3 und Rot-Weiss Essen4 betrachtet.

1.2 Forschungsstand und Quellenlage

Der deutsche Fußballsport, an deren organisatorischer Spitze der Deutsche Fußball-Bund (DFB) als Dachverband steht, hat sich mit seiner Rolle während der Jahre 1933 bis 1945 für eine lange Zeit nicht auseinandergesetzt bzw. hat diese marginalisiert. Die Geschichte des deutschen Fußballsports wurde erstmalig nach dem Zweiten Weltkrieg von Carl Koppehel aufgearbeitet und im Jahre 1954 veröffentlicht. Sein Werk war bis in die 1970er Jahre das umfassendste Werk zur Geschichte des deutschen Fußballs und bestimmte in mehr als 20 Jahren die Auseinandersetzung von DFB und dem deutschen Fußball mit der Zeit des Nationalsozialismus.5 Koppehels Arbeit zeichnet ein unpolitisches und integres Bild des Verbands während dieser Periode. Eine kritische Diskussion findet nicht statt. Weder der Ausschluss der Juden aus den Vereinen noch die Zerschlagung der Arbeitersportbewegung oder die Beseitigung und Zusammenlegung zahlreicher Vereine wird behandelt. In seiner Arbeit findet sich das Wort „Nationalsozialismus“ genau einmal.6 Carl Koppehel war während der NS-Zeit als Pressewart für das Fachamt Fußball tätig und damit aktiv am Gleichschaltungsprozess des Fußballsports beteiligt. Hier zeigt sich ein Problem der Auseinandersetzung von Sportfunktionären mit dem DFB. Die Funktionäre beim DFB weisen eine gewisse Kontinuität von der Zeit der Weimarer Republik über die Zeit des Nationalsozialismus bis in die Nachkriegszeit auf. Ebenso war der erste Nachkriegspräsident des DFB Peter-Joseph Bauwens während der nationalsozialistischen Herrschaft als deutscher Vertreter für den internationalen Fußballverband Fédération Internationale de Football Association (FIFA) tätig und seine Nähe zum Regime wird bis heute kritisch gesehen und diskutiert.7 Kritik am Verband wurde bis in die 1970er Jahre nicht zugelassen. Anschließend gab es vereinzelte Untersuchungen, jedoch fand erst im Vorfeld des 100-jährigen Jubiläums des DFB und der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 nach Deutschland im Jahre 2000 ein Umdenken statt und der DFB gab eine Studie in Auftrag. Die Studie von Nils Havemann, die unter dem Titel „Fußball unterm Hakenkreuz“ im Jahre 2005 veröffentlicht wurde, stieß über die wissenschaftlichen Grenzen hinweg auf Interesse.8 Havemann sieht den DFB nicht als ideologisch geleitetes Opfer der nationalsozialistischen Instrumentalisierung, sondern vielmehr als handelnden Verband, welcher sich aus ökonomischen Interessen der Funktionalisierung beugte. Die Studie wurde von Fußballhistorikern zum Teil scharf kritisiert.9 Havemann wird vorgeworfen, sich ausschließlich auf die Jahre 1933 bis 1945 zu konzentrieren und weder antidemokratische Entwicklungen noch personelle Kontinuitäten in der Weimarer Republik zu berücksichtigen. Dennoch steht sie am Anfang einer neuen weiterführenden Diskussion der Rolle des Fußballs im Nationalsozialismus. Eine weitere häufig diskutierte Analyse liefern Lorenz Pfeiffer und Dietrich Schulze-Marmeling als Herausgeber im Jahr 2008, die in mehreren Beiträgen von verschiedenen Autoren die Beziehungen zwischen Fußballsport und Politik aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Ein zentrales Ergebnis des Sammelbandes ist die Offenheit und Anpassungswilligkeit des DFB gegenüber der nationalsozialistischen Instrumentalisierung aufgrund seiner streng national-konservativen Prägung.10

Ebenso wenig wie der DFB haben sich die Fußballvereine eine lange Zeit nicht mit ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit beschäftigt. Der Nationalsozialismus wurde in den Darstellungen zur Vereinsgeschichte weitestgehend ausgeblendet bzw. nur sehr spärlich behandelt. Dies ist zum Teil auch auf einen Mangel an Informationen und Quellen zurückzuführen. Die Geschichte der Vereine als Institutionen und Organisationen im nationalsozialistischen Machtapparat wird nicht behandelt und die Auseinandersetzung in politik- und sozialgeschichtlicher Hinsicht erfolgt nicht, oftmals werden nur sportliche Erfolge und Statistiken überblicksartig präsentiert. Lediglich vereinzelt gab es Untersuchungen zu diesem Thema, die aber kaum Beachtung fanden. Meist wurde die Vereinsgeschichte positiv und unpolitisch dargestellt. Eine erste intensive Auseinandersetzung mit der Sozialgeschichte des Vereinsfußballs in der Zeit des Nationalsozialismus fand relativ früh beim FC St. Pauli Hamburg statt.11 Als wichtige Studie, die diesen Themenkomplex aufarbeitet, gilt die Arbeit von René Martens, die 1997 unter dem Titel „FC St. Pauli“ veröffentlicht wurde. Erst in den 2000er Jahren gab es vermehrt Studien einzelner Vereine zu ihrer Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus.12

Ein Problem ist das Niveau der Vereinsstudien, die oftmals nicht den geschichtswissenschaftlichen Standards genügen, da sie für einen breiten Adressatenkreis konzipiert werden. Daher ist bei der Auseinandersetzung mit der Literatur zu diesem Themengebiet stets darauf zu achten, den wissenschaftlichen Fokus nicht zu vernachlässigen und zwischen Fakten und Pathos zu unterscheiden. Ein weiteres Problemfeld ist die Rolle der Vereine in den Studien. Meist werden die Studien von den Vereinen selbst in Auftrag gegeben, so dass bei der Analyse der Arbeiten darauf zu achten ist, ob die Arbeit das erforderliche Maß an Objektivität und Unabhängigkeit besitzt, die für eine aussagekräftige wissenschaftliche Diskussion notwendig sind. Die fehlende Auseinandersetzung vieler Vereine erschwert die wissenschaftliche Untersuchung zu diesem Thema, da eine Einordnung und ein Vergleich zwischen Vereinen kaum möglich erscheinen.13

Die höherklassigen Vereine des Ruhrgebiets, insbesondere der FC Schalke 04 und Borussia Dortmund, haben sich mit dem Thema Nationalsozialismus beschäftigt.14 In der Diskussion über den Fußball im Nationalsozialismus nimmt sicherlich der FC Schalke 04 als erfolgreichster Verein während dieser Zeit eine Sonderrolle ein, die bislang nicht umfassend diskutiert wurde. Weitere Studien gibt es von Vereinen, die während der Zeit des Nationalsozialismus in den höchsten Spielklassen, den Gauligen, vertreten waren, die jedoch aktuell weniger erfolgreich sind. Hier sind die Arbeiten über Westfalia Herne und Rot-Weiss Essen zu nennen.15

Schließlich gibt es Studien über die Sportgeschichte des Ruhrgebietsfußballs.16 Zu nennen sind die Arbeiten von Siegfried Gehrmann17 und Hartmut Hering18. Gehrmann erarbeitet die Sportgeschichte des Ruhrgebiets anhand des Fußballs von 1900-1940. Die Instrumentalisierung des Sports durch die Nationalsozialisten bildet jedoch nicht den Schwerpunkt der Arbeit, sondern vielmehr liegt der Fokus auf der Zeit vor der Machtergreifung. Ähnlich sieht es bei der Arbeit von Hering aus. Die Geschichte des Ruhrgebietsfußballs wird seit seiner Entstehung bis in die Gegenwart vorgestellt. Die Funktionalisierung des Fußballs im Ruhrgebiet durch die Nationalsozialisten macht nur einen unwesentlichen Teil der Analyse aus. Daher steht eine geschichtswissenschaftliche Untersuchung, die sich vereinsübergreifend mit der politischen Instrumentalisierung des Ruhrgebietsfußballs im Nationalsozialismus befasst, nach aktuellem Kenntnisstand noch aus. Die vorliegende Arbeit schließt diese Forschungslücke.

Die in den Untersuchungen verwendeten Quellenmaterialien lassen sich grob in drei Kategorien einteilen. Zunächst lassen sich Archivmaterialien wie Akten und Dokumente auswerten. Darüber hinaus existieren Zeitschriften zu den Themen Sport und Fußball aus dieser Zeit, die sich historiographisch analysieren lassen, aber auch Ton- und Filmaufnahmen aus Radio und Fernsehen. Schließlich liefern Zeitzeugeninterviews, die mit der Methode der Oral History erhoben und ausgewertet werden können, einen Beitrag. Insgesamt muss von einer dürftigen Quellenlage gesprochen werden, was den Fußball und seine Vereine betrifft. Viele Akten wurden vernichtet. Das Problem bei der Verwendung von Zeitungsartikeln ist, dass diese regimetreu geschrieben sind, insbesondere in diktatorischen Staatsformen ist dies zu beobachten. Bei der Nutzung und Auswertung von Untersuchungen für die vorliegende Arbeit ist der kritische Umgang mit den Quellen innerhalb der Untersuchungen zu hinterfragen.19

1.3 Gang der Untersuchung

Ausgehend von den beiden vorangehenden Abschnitten hat die Arbeit den folgenden Aufbau. Das erste Kapitel liefert die Problemstellung, den aktuellen Forschungsstand und die Quellenlage zum Thema Fußball im Nationalsozialismus und den Gang der Untersuchung. Das anschließende zweite Kapitel zeigt den historischen Verlauf und den Stellenwert des Fußballs im Ruhrgebiet. Die Darstellungen beginnen bereits vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten, um Kontinuitäten und Entwicklungslinien aufzuzeigen und seine soziale Bedeutung sowie den Stellenwert in der Bevölkerung des Ruhrgebiets besser nachvollziehen zu können. Ergänzt werden die Ausführungen um wirtschaftliche und politische Entwicklungen im Ruhrgebiet. Im dritten Kapitel werden die in den weiteren Untersuchungen behandelten Ruhrgebiets-Fußballvereine vorgestellt. Dabei geht es in erster Linie um die Darstellung der sportlichen, wirtschaftlichen, sozialen und politischen Entwicklungen vor und während der NS-Zeit. Die in den Kapiteln 2 und 3 durchgeführten Beschreibungen werden in Kapitel 4 genutzt, um die eingangs gestellten Forschungsfragen zu beantworten. Dabei ist jeder Frage ein Abschnitt gewidmet. Zunächst werden die Funktionalisierung durch das Regime (4.1) und die Anpassungswilligkeit der Vereine (4.2) analysiert. Schließlich wird in einem weiteren Abschnitt die Widerspiegelung gesellschaftlicher Veränderungen im Vereinsleben (4.3) untersucht. Dort ist insbesondere auf die Situation der Juden und anderer Minderheiten einzugehen. Das fünfte Kapitel beinhaltet die Schlussbetrachtung.

2 Relevante Entwicklungen im Ruhrgebiet

2.1 Fußball vor 1933 – Entwicklung zum Volkssport

Für eine umfassende historiographische Analyse des Fußballs im Nationalsozialismus ist zunächst der gesellschaftliche Stellenwert des Fußballs in Deutschland und insbesondere im Ruhrgebiet während dieser Zeit darzustellen. Eine Sportart muss eine gewisse mediale Präsenz besitzen und im Fokus der Öffentlichkeit stehen, so dass sie für politische und propagandistische Zwecke genutzt werden kann. Dies ist eine erforderliche Grundvoraussetzung für die Instrumentalisierung. Ursprünge von wichtigen Entwicklungslinien und Kontinuitäten des Fußballsports lassen sich bereits nach dem Ersten Weltkrieg ausmachen, wodurch seine gesellschaftliche Bedeutung und Attraktivität für das NS-Regime nach 1933 verdeutlicht werden kann. Daher beginnt die Entwicklungsgeschichte des Fußballs im Ruhrgebiet in der vorliegenden Arbeit bereits vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten.

In einem ersten Schritt ist das Ruhrgebiet als Begriff und seine geographische Lage abzugrenzen. Das Ruhrgebiet ist keine offizielle Bezeichnung, ebenso wenig ist sie exakt definiert. In der Regel wird die Bezeichnung für die Region in Nordrhein-Westfalen gewählt, die sich mit dem im Jahre 1920 gegründeten Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk bzw. dem heutigen Regionalverband Ruhr20 deckt, der sich über die Landesteile Rheinland und Westfalen erstreckt. Zum Ruhrgebiet zählen demnach die 11 kreisfreien Städte Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Hamm, Herne, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen und die Kreise Recklinghausen, Unna, Wesel und Ennepe-Ruhr-Kreis.21

Der Fußballsport kam Ende des 19. Jahrhunderts als Strömung aus England, wo er sich bereits seit Mitte des Jahrhunderts etabliert hatte und organisiert betrieben wurde, nach Deutschland und in das Ruhrgebiet. Das Spiel wurde durch den Kontakt zu englischen Geschäftsleuten und Gastarbeiter vorwiegend aus der Montanindustrie importiert und adaptiert.22 Da es sich bei diesen um Angehörige der bürgerlichen Schicht handelte, war der Kontakt in Deutschland ebenso bürgerlich. Das hatte zur Folge, dass der Fußball zunächst ein bürgerliches Phänomen war und dies bis in das 20. Jahrhundert blieb.23 Im Laufe des Ersten Weltkriegs kamen breitere Bevölkerungsschichten, insbesondere die Arbeiterschicht stärker mit diesem in Kontakt.24 Der Fußball blieb anfangs eine Randerscheinung und war noch kein Volkssport.25

Dies änderte sich in der Weimarer Republik. Hier erlebte der Fußball seinen Aufstieg zum Massensport und die Durchdringung im Arbeitermilieu. Bedingt durch den gesellschaftlichen Wandel entwickelte sich auch der Fußball weiter. Durch Änderungen in politischer und sozialer Hinsicht hatten weite Teile der Bevölkerung Interesse am Sport sowohl aktiv als auch passiv. Die neuen demokratischen Freiheiten und insbesondere die Durchsetzung von Urlaub und dem 8-Stunden-Tag veränderten die gesellschaftlichen Gewohnheiten.26 Der Fußball erlebte einen enormen Anstieg der Attraktivität und fand Anhänger in allen Bevölkerungsgruppen. Die Zahl der Vereine erhöhte sich, immer mehr Arbeitervereine entstanden. Die bürgerlichen Schichten zeigten ebenso ein gesteigertes Interesse. Dies drückt sich auch in den Mitgliederzahlen des DFB aus. Waren im Jahr 1913 noch 161000 Mitglieder beim DFB registriert, so hatte der Verband im Jahre 1932 bereits über 1 Million Mitglieder. Zudem kam es zu einem enormen Anstieg der Zuschauerzahlen bei Fußballspielen, so dass bei wichtigen Partien wie Lokalderbys oder Endspielen um die Meisterschaft bereits regelmäßig über 10000 Zuschauer zu den Spielen kamen.27 Der Sport wurde als Zuschauerereignis gesellschaftsfähig. Darüber hinaus erzeugte der Fußball durch seinen Mannschaftscharakter eine stärkere Identifikation und die Entwicklung eines Wir-Gefühls, da er stark in den sozialen Milieus verankert war. Der Fußball war spätestens zum Ende der 1920er Jahre zum Volkssport aufgestiegen.28 Die gestiegene Popularität führte zu einem steigenden Interesse in Politik und Wirtschaft. Das mediale Interesse wuchs in Presse und Radio. Insbesondere die Wirtschaft entdeckte den Fußball als Werbeträger oder zur Durchsetzung eigener Interessen und fungierte als Geldgeber.29 Die Politik entdeckte den Fußball zumindest auf kommunaler Ebene als Image- und Wirtschaftsfaktor. Dies hatte eine stärkere Professionalisierung des Fußballs zur Folge, da die Vereine ihre Funktion als Wirtschaftsfaktor kommerziell ausnutzen wollten. Die größeren Vereine unterstützten die Einführung des Berufsfußballs und die Etablierung einer professionellen Liga. Einzelne regionale Verbände und der DFB standen diesen Entwicklungen negativ gegenüber, da die Professionalisierung den Einfluss des DFB reduziert und eine größere finanzielle Belastung kleinerer Vereine durch Änderungen der Besteuerung bewirkt hätte.30 Es kam immer wieder zu Verstößen und Strafen gegen die Amateurprinzipien des DFB.31 Der Professionalisierungsdruck auf den DFB wurde durch einzelne Verbände, zu denen der Westdeutsche Spielverband (WSV) zählte, Privatunternehmern und Vereinen, zu denen der FC Schalke 04 zählte, größer. Die Verhandlungen zur Einführung einer eingleisigen Profiliga waren für Mai 1933 geplant, wurden jedoch durch die Machtergreifung und den Einfluss der Nationalsozialisten verhindert.32

Der Ruhrgebietsfußball erlebte in der Weimarer Zeit einen deutlichen Aufschwung, sowohl was Attraktivität betraf als auch in sportlicher Hinsicht. Insbesondere die durch das Arbeitermilieu geprägten Vereine steigerten sich und ließen die bürgerlichen Vereine größtenteils hinter sich, obwohl sie weiterhin aufgrund der bürgerlichen Dominanz auf sportfunktionaler Ebene benachteiligt wurden.33 Der zunehmende Erfolg der Ruhrgebietsmannschaften im nationalen Vergleich förderte die Identifikation mit der Ruhrregion bei der Bevölkerung und stärkte das regionale Selbstbewusstsein auch im bürgerlichen Umfeld, da das Ruhrgebiet auf nationaler Ebene gegen Ressentiments zu kämpfen hatte.34 Dennoch spielte der Ruhrgebietsfußball weiterhin eine Nebenrolle im Deutschen Fußball. Die dominanten Vereine stammten aus Berlin, Hamburg, München, aber vor allem der 1. FC Nürnberg und die Spielvereinigung Fürth bestimmten den Fußball in dieser Zeit. Erst Anfang der 1930er Jahre änderte sich dies mit den sportlichen Erfolgen des FC Schalke 04.

2.2 Fußball ab 1933 – Gleichschaltung im Nationalsozialismus

Mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 änderte sich die Organisation und Strukturierung des Vereinssports in Deutschland, davon war auch der Fußball betroffen. Der Fußball hatte spätestens seit Ende der 1920er Jahre politisches Interesse erlangt, da er sich bestens dazu eignete, die Massen zu beeinflussen. Die Nationalsozialisten erkannten dieses Potential bereits sehr früh und wiesen dem Sport die Aufgabe zu die Bevölkerung körperlich und geistig auf den bevorstehenden Krieg vorzubereiten. Neben Motorsport und Boxen war der Fußball die bevorzugte Sportart der Nationalsozialisten. Er stand im Fokus, da sich der Fußball im Arbeitermilieu großer Beliebtheit erfreute und er sportlich-kämpferische Ertüchtigung mit der Begeisterung für ein bestimmtes Ziel verband.35

Im Frühjahr 1933 begannen die Nationalsozialisten damit den Sport ihrer Ideologie zu unterwerfen und in den Organisationen und Verbänden das Führerprinzip umzusetzen. Die bestehenden Strukturen waren für die Nationalsozialisten nur zum Teil von Interesse. Grundsätzlich waren sie entschiedene Gegner des bürgerlichen DFB wie auch des bürgerlichen Sports allgemein. Es war im Interesse der Nationalsozialisten den Sport durch die Gleichschaltung in Einklang mit der nationalsozialistischen Ideologie zu bringen. Das Problem war allerdings, dass sie für die Umstrukturierung des Sports keinen Plan hatten und somit auf den DFB angewiesen waren. Selbst die Ernennung des Reichssportkommissars Hans von Tschammer und Osten am 28. April 1933 und der späteren Ernennung zum Reichssportführer am 19. Juni 1933 wurde viel diskutiert und war umstritten. Daher sollte die Umsetzung der Gleichschaltung im Fußball mit dem bereits bestehenden Personal beim DFB erfolgen, um Kontinuität zu gewährleisten.36 Zu einer Auflösung der bestehenden Strukturen sollte es dann sukzessive mit fortschreitender Gleichschaltung kommen.

Die Neugestaltung des Sports und damit des Fußballs lässt sich in zwei Phasen unterteilen. Die erste Phase umfasst die Periode von der Machtergreifung bis zu den Olympischen Spielen 1936. Die zweite Phase beginnt im Frühjahr 1936. Die erste Phase bezeichnet man auch als erste Gleichschaltung im deutschen Sport. Die Umsetzung der nationalsozialistischen Ideologie im deutschen Sport sollte keine Revolution darstellen, um das Volk nicht zu verunsichern. Ein weiterer Grund für das Festhalten an der Personalpolitik war der Blick auf die Olympischen Spiele in Berlin 1936, die für das nationalsozialistische Regime von enormer Bedeutung waren. Die Kontinuität in der Personalpolitik sollten Irritationen und Vorbehalte anderer Nationen gegenüber den „Nazi-Spielen“ vorbeugen.37 Dennoch war bereits frühzeitig die Strategie klar, dass langfristig eine Neustrukturierung des Sports vorgenommen würde, die unter die Führung der Sturm-Abteilung (SA) gestellt wird.

Der DFB wurde daher zunächst vom Deutschen Reichsausschuss für Leibesübungen (DRA) in den provisorischen Reichssportführerring, der sich dann am 19. Juli 1934 zum Deutschen Reichsamt für Leibesübungen (DRL) unter der Leitung des Reichssportführers Hans von Tschammer und Osten formierte, überführt. Die sogenannte erste Gleichschaltung vom DFB und den regionalen Fußballverbänden funktionierte nahezu reibungslos, da es kaum Gegenwehr gegen die angeordneten Maßnahmen gab, sondern sich willig in den Dienst des nationalen Staats gestellt wurde.38 Der DFB beseitigte seine innerdemokratischen Strukturen, um sich auf das Führerprinzip umzustellen und gliederte sich in den neu geschaffenen Organisationsapparat des DRL als Fachamt 2 ein. Als Führer des Fachamts 2 wurde am 9. Juli 1933 auf einem DFB-Bundestag der damalige DFB-Präsident Felix Linnemann bestimmt. Das Fachamt erhielt aber große Freiheiten seitens der Machthaber und konnte seine Geschäfte unter dem gleichen Namen nahezu ungehindert fortführen. Der Bund stand jedoch unter der ständigen Kontrolle des NS-Regimes.39

Mit der Einführung des Führerprinzips wurden die föderalen Strukturen des DFB aufgelöst. Die Landesverbände sollten bereits im August 1933 aufgelöst und durch entsprechende Gauorganisationen ersetzt werden, um den Fußball unter die zentralistische Verwaltung des Führerprinzips zu stellen. Anstelle der sieben Landesverbände wurden reichsweit insgesamt 16 Gaue gebildet, die ab dem Jahr 1940 als Bereiche bezeichnet wurden. Die Umsetzung erfolgte sukzessive in den Jahren 1933 und 1934. In sechs der sieben Landesverbände ging die Neugestaltung ohne größere Probleme vonstatten. Diese halfen jedoch zuvor bei der Umsetzung der ersten Stufe der Gleichschaltung auf Vereinsebene und gaben die Anordnungen des DRL und DFB weiter und kontrollierten die Umsetzung der Maßnahmen.

Anders gestaltete sich die Auflösung des WSV, dem für das Ruhrgebiet zuständigen Landesverband, der sich vehement gegen seine Auflösung wehrte.40 Das Gebiet des ehemaligen WSV umfasste drei Gaue, das Ruhrgebiet war Teil der Gaue Niederrhein und Westfalen. Hier stand insbesondere der Verbandsführer und NSDAP-Mitglied Dr. Josef Klein im Mittelpunkt der Ereignisse. Die Hintergründe der Auflehnung des Verbands gegenüber dem DFB und dem DRL waren aber nicht durch politische oder ideologische Überzeugungen getrieben, sondern hatten vielmehr machtpolitische und finanzielle Gründe. Klein war schon früh überzeugter Nationalist und teilte die Überzeugungen der Nationalsozialisten. Er trat bereits 1923 dem Stahlhelm bei und war seit April 1930, also bereits vor der Machtergreifung in die NSDAP eingetreten. Im Februar 1935 erließ von Tschammer und Osten erneut die Auflösung des WSV. Die übrigen Mitglieder des WSV wendeten sich aber schon von Klein ab, so dass der WSV schließlich im April 1935 als letzter Landesverband aufgelöst wurde.41

Die sogenannte zweite Gleichschaltung wurde am 23. April 1936 mit Hitlers „Erlass über die Errichtung des Reichssportamtes“ eingeleitet. Dieses übernahm unter der Leitung des Reichssportführers von Tschammer und Osten die Bearbeitung aller Sportfragen und es war dem Reichsinnenministerium unterstellt. Die einzelnen Sportfachämter wurden damit zu Reichsfachämtern und in die nationalsozialistische Organisationsstruktur eingebunden. Um die Olympischen Spiele nicht zu gefährden wurde der Erlass für den DFB erst am 31. März 1937 umgesetzt. Der DFB hörte auf zu existieren und wurde als Reichsfachamt Fußball fortgeführt, seine formale Auflösung erfolgte allerdings erst im April 1940. Die zweite Gleichschaltung führte letztlich zur vollständigen Entmachtung des Verbands und zur Auflösung der bürgerlichen Strukturen, die während der ersten Gleichschaltung weiterhin erhalten blieben. Am 21. Dezember 1938 wurde der DRL in den Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen (NSRL) umbenannt und in die NSDAP eingliedert. Mit diesem Akt war die Gleichschaltung des Sports abgeschlossen, den Verbänden war jegliche Eigenständigkeit entzogen worden.42

Das Vereinswesen wurde wie die Verbandsebene nach der nationalsozialistischen Neustrukturierung und Gleichschaltung der Vereine auf das Führerprinzip umgestellt. An die Stelle des Vereinsvorstands trat der Vereinsführerring, an dessen Spitzen der Vereinsführer stand. Um ein gewisses Maß an geistiger Gleichschaltung zu erreichen, ordnete von Tschammer und Osten im Januar 1934 die Einrichtung des Dietwesens durch Bestimmung eines Dietwarts zur Pflege der deutschen Volkstumswerte und die Verbreitung der Rassenlehre an.43 Im Januar 1935 legte von Tschammer und Osten Einheitssatzungen für die Vereine vor, die sie zur „leiblichen und seelischen Erziehung“ ihrer Mitglieder „im Geiste des nationalsozialistischen Volksstaates“ verpflichteten.44 Es kam zu einer Neuordnung des Spielbetriebs und der Ligastruktur im Rahmen der ersten Gleichschaltung. Die sogenannten Gauligen wurden als höchste deutsche Spielklasse eingeführt. Damit gab es erstmalig eine einheitliche höchste deutsche Spielklasse im deutschen Fußball. Das Ziel und die Vorgehensweise der Nationalsozialisten war das Erreichen einer Leistungssteigerung durch Reduktion und Konzentration der Vereine sowie die Durchsetzung einer besseren Kontrolle des Vereinswesens. Dies führte zu Vereins-auflösungen durch Zusammenlegung. Das endgültige Ziel war es, Vereine eines Ortes zu einem Sportarten übergreifenden völkischen Sportverein zusammenzuschließen. Diese Maßnahmen wurden jedoch verworfen.45 Die Vereine sahen sich in der Folgezeit der Konkurrenz von NS-Organisationen wie der Hitler-Jugend (HJ) oder Kraft durch Freude (KdF) ausgesetzt, die ebenfalls um Mitglieder buhlten. Die meisten Vereine hatten daher mit Mitgliederschwund und finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen.46

2.3 Wirtschaft und Politik im Ruhrgebiet

Neben der spezifischen Entwicklung des Fußballs sind die allgemeinen ökonomischen und politischen Gegebenheiten, Entwicklungen und Zusammenhänge des Ruhrgebiets zu beleuchten und aufzuzeigen, dass das Ruhrgebiet für die Nationalsozialisten von enormer Bedeutung war. Es war die bevölkerungsmäßig größte und rüstungspolitisch mächtigste Region im Reich und sie zeichnete sich durch eine reichsweit einzigartige wirtschaftliche und politische Konstellation aus.

Das Ruhrgebiet war innerhalb des Deutschen Reichs besonders stark von den Entwicklungen der Weltwirtschaftskrise zum Ende der Weimarer Republik betroffen. Hierfür war eine Reihe von Faktoren verantwortlich. Die enorme Abhängigkeit von den zyklischen Sektoren Bergbau und Eisenindustrie machte die regionale konjunkturelle Entwicklung problematisch. Der Rückgang der Auftragseingänge ließ die Wirtschaftsleistung, bedingt durch Reduktion der Förderquoten bei Kohle und Stahl, einbrechen. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote war im Reich auf einen Wert von 25,7% gestiegen, während diese in den Ruhrgebietsstädten zwischen 30% und 34% lag.47

Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme führte die Ankurbelung der Rüstungswirtschaft zusammen mit den Maßnahmen der nationalsozialistischen Wirtschafts- und Sozialpolitik, dem sogenannten Vierjahresplan, in den Folgejahren der nationalsozialistischen Herrschaft zu einer kontinuierlichen Senkung der reichsweiten Arbeitslosenzahlen bis auf 1 Million im Jahre 1937 und einer Steigerung der volkswirtschaftlichen Leistung.48 Zu den wichtigsten Konjunkturpaketen zählten u.a. die Erhöhung staatlicher Investitionen in das Netz der Reichsbahn und der Reichspost sowie der Aufbau des Autobahnnetzes.49 Im Ruhrgebiet zeigten die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Nationalsozialisten in den Folgejahren der Machtergreifung im Rahmen des Vierjahresplanes ihre Wirkung. Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Ruhrgebiet zeigte den gleichen Trend wie im Gesamtreich und sie gingen in den Reichsgebieten Rheinland und Westfalen von etwa 1,2 Millionen im Jahr 1932 auf etwa 200000 zurück.50 Die Wirtschaftsleistung stieg, die Kohleförderung verdoppelte sich und die Stahlproduktion vervierfachte sich bis zum Kriegsjahr 1939.51 Insbesondere der kontinuierliche Ausbau der Rüstungsproduktion ließ das Ruhrgebiet profitieren.52 Der Erfolg muss aber relativiert werden, da die konjunkturellen Bedingungen sich bereits zum Ende des Jahres 1932 verbesserten und der wirtschaftliche Tiefpunkt durchschritten war.53

[...]


1 Der offizielle Name des Vereins lautet: FC Gelsenkirchen-Schalke 04. Aus Vereinfachungsgründen wird in dieser Arbeit die kurze Version FC Schalke 04 verwendet.

2 Der offizielle Name des Vereins lautet: Ballspielverein Borussia 09 Dortmund. Aus Vereinfachungsgründen wird in dieser Arbeit die kurze Version Borussia Dortmund verwendet.

3 Der offizielle Name des Vereins lautet: SC Westfalia 04 Herne. Aus Vereinfachungsgründen wird in dieser Arbeit die kurze Version Westfalia Herne verwendet.

4 Der Verein steht mit dem orthografischen Fehler im Vereinsregister.

5 Carl Koppehel, Die Geschichte des deutschen Fußballsports, Frankfurt am Main 1954 sowie Erik Eggers, Publizist – Journalist – Geschichtenerzähler: Der Funktionär und Schiedsrichter Carl Koppehel als Lehrstück der deutschen Fußballhistoriographie, in: Markwart Herzog, Hrsg., Fußball zur Zeit des Nationalsozialismus: Alltag – Medien – Künste – Stars, Stuttgart 2008, S. 195-214.

6 Eggers, Carl Koppehel (wie Anm. 5), S. 208-212.

7 Zur Diskussion Nils Havemann, Fußball unterm Hakenkreuz: Der DFB zwischen Sport, Politik und Kommerz, Bonn 2005, S. 244-254.

8 Ebenda.

9 Zur Diskussion vgl. u.a. Markwart Herzog, Fußballsport in der Zeit des Nationalsozialismus: Quellen – Methoden – Erkenntnisinteressen, in: Andreas Bruns; Wolfgang Buss, Hrsg., Sportgeschichte erforschen und vermitteln: Vom 19.-21. Juni 2008 in Göttingen, Hamburg 2009, S. 51-64, hier: S. 54-62, Nils Havemann, Der DFB in der Weimarer Republik und im „Dritten Reich“ – ein unideologischer Massensportverband, in: Lorenz Pfeiffer; Dietrich Schulze-Marmeling, Hrsg., Hakenkreuz und rundes Leder: Fußball im Nationalsozialismus, Göttingen, 2008, S. 81-106, Rudolf Oswald, Ideologie, nicht Ökonomie: Der DFB im Kampf gegen die Professionalisierung des deutschen Fußballs, in: Lorenz Pfeiffer; Dietrich Schulze-Marmeling, Hrsg., Hakenkreuz und rundes Leder: Fußball im Nationalsozialismus, Göttingen, 2008b, S. 107-126, Markwart Herzog, Forschung, Märchen und Legenden: von den divergierenden Perspektiven auf den Fußballsport in der NS-Zeit, in: Johannes Gießauf; Walter M. Iber; Harald Knoll, Fußball, Macht und Diktatur: Streiflichter auf den Stand der historischen Forschung, Innsbruck 2014, S. 91-116.

10 Lorenz Pfeiffer; Dietrich Schulze-Marmeling, Hrsg., Hakenkreuz und rundes Leder: Fußball im Nationalsozialismus, Göttingen, 2008.

11 René Martens, FC St. Pauli, Göttingen 1997.

12 Markwart Herzog, Der „Betze“ unterm Hakenkreuz: Der 1. FC Kaiserslautern in der Zeit des Nationalsozialismus, Göttingen 2006, Stefan Goch; Norbert Silberbach, Zwischen Blau und Weiß liegt Grau: Der FC Schalke 04 in der Zeit des Nationalsozialismus, Essen 2005, Daniel Koerfer, Hertha unter dem Hakenkreuz: Ein Berliner Fußballclub im Dritten Reich, Göttingen 2009, Anton Löffelmeier, Die „Löwen“ unterm Hakenkreuz: Der TSV München von 1860 im Nationalsozialismus, Göttingen 2009, Matthias Thoma, „Wir waren die Juddebube“: Eintracht Frankfurt in der NS-Zeit, Göttingen 2007.

13 Herzog, Fußballsport (wie Anm. 9), S. 51-54.

14 Stefan Goch; Norbert Silberbach, Blau und Weiß (wie Anm . 12) und Gerd Kolbe, Der BVB in der NS-Zeit, Göttingen 2002.

15 Ralf Piorr, Hrsg., Viel mehr als nur ein Spiel: 100 Jahre SC Westfalia 04 Herne, Herne 2004 und Georg Schrepper, Uwe Wick, Immer wieder RWE! Die Geschichte von Rot-Weiß Essen, Göttingen 2004.

16 Christian Koller, Fußball und Stadt im deutschsprachigen Raum im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert: Ein Forschungsbericht, in: Informationen zur modernen Stadtgeschichte, 1, 2006, S. 84-96, hier: S. 87-89.

17 Siegfried Gehrmann, Fußball, Vereine, Politik: Zur Sportgeschichte des Reviers 1900-1940, Essen 1988.

18 Hartmut Hering, Hrsg., Im Land der tausend Derbys: Die Fußballgeschichte des Ruhrgebiets, Göttingen 2002.

19 Goch; Silberbach, Blau und Weiß (wie Anm. 12), S. 249-280.

20 Der Regionalverband Ruhr ist ein gesetzlicher Zweckverband als überregionale kommunale Organisation mit Sitz in Essen.

21 Wolfgang Köllmann, Beginn der Industrialisierung, in: Wolfgang Köllmann et al., Hrsg., Das Ruhrgebiet im Industriezeitalter: Band 1 – Geschichte und Entwicklung, Düsseldorf 1990, S. 11-79, hier: S. 12-13.

22 Christiane Eisenberg, Von England in die Welt: Entstehung und Verbreitung des modernen Fußballs, in: Werner Lang; Wolfgang Schlicht, Hrsg., Über Fußball: Ein Lesebuch zur wichtigsten Nebensache der Welt, Schorndorf 2000, S. 59-84, hier: S. 70-71 und Hartmut Hering, Wo ein ball ist, ist auch ein game: Der Fußball bürgert sich ein, in: Hartmut Hering, Hrsg., Im Land der tausend Derbys: Die Fußballgeschichte des Ruhrgebiets, Göttingen 2002, S. 27-48, hier: S. 28-29.

23 Gehrmann, Sportgeschichte (wie Anm. 17), S. 19-24.

24 Havemann, Fußball (wie Anm. 7), S. 44-50 und Franz-Josef Brüggemeier, Fußball – mehr als ein Spiel, München 2006a, S. 12.

25 Hering, Fußball (wie Anm. 22), S. 44-48.

26 Gehrmann, Sportgeschichte (wie Anm. 17), S. 61-63.

27 Erik Eggers, Fußball in der Weimarer Republik, Kassel 2001, S. 64-71 und Hartmut Hering, Durchbruch zum Massensport: Die zwanziger Jahre, in: Hartmut Hering, Im Land der tausend Derbys: Die Fußballgeschichte des Ruhrgebiets, Göttingen 2002, S. 101-124, hier: S. 112-115. Beispielsweise kamen zum Lokalderby des Ballverein 06 Altenessen gegen ETB Schwarz-Weiß Essen am 21. Februar 1926 25000 Zuschauer.

28 Nils Havemann, Fußball unterm Hakenkreuz, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 19, 2006, S. 33-38, hier: S. 34-35.

29 Ebenda, S. 117-122.

30 Havemann, Fußball (wie Anm. 7), S. 58-62 und Erik Eggers, Profifußball im Amateurverband: Der deutsche Sonderweg, in: Christian Koller, Fabian Brändle, Hrsg., Fussball zwischen den Kriegen, Münster 2010, S. 221-243, hier: S. 223-232.

31 Gehrmann (wie Anm. 17), Sportgeschichte , S. 24-28.

32 Ebenda, S. 99-101, Goch, Silberbach, Blau und Weiß (wie Anm. 12), S. 58-63 und Eggers, Profifußball (wie Anm. 30), S. 242.

33 Ludger Claßen; Stefan Goch, Von der Fußlümmelei bis zum Massensport – Fußball im Westen bis 1945, in: Stefan, Goch; Ralf Piorr, Wo das Fußballherz schlägt. Fußball-Land Nordrhein-Westfalen, Essen 2006, S. 16-36, hier: S. 24-27.

34 Hering, Die zwanziger Jahre (wie Anm. 27), S. 122-124.

35 Hartmut Hering, Ein Volk, ein Ball, ein Führer? Fußball unterm Hakenkreuz, in: Hartmut Hering, Im Land der tausend Derbys: Die Fußballgeschichte des Ruhrgebiets, Göttingen 2002, S. 177-195, hier: S. 178.

36 Arthur Heinrich, Der Deutsche Fußballbund: Eine politische Geschichte, Köln 2000, S. 127-134 und Havemann, Fußball (wie Anm. 7), S. 114-119.

37 Karl-Heinz Schwarz-Pich, Der DFB im Dritten Reich: Einer Legende auf der Spur, Kassel 2000, S. 57-61.

38 Hering, Fußball unterm Hakenkreuz (wie Anm. 35), S. 180-181.

39 Ebenda, S. 114-117.

40 Schwarz-Pich, DFB (wie Anm. 37), S. 37-38.

41 Havemann, Fußball (wie Anm. 7), S. 119-129.

42 Ebenda, S. 207-213.

43 Ebenda, S. 130. Die Bezeichnung Dietwart stammt vom althochdeutschen „diet“ bzw. „diot“ und bedeutet „Volk“.

44 Schrepper; Wick, Immer wieder (wie Anm. 15), S. 47.

45 Hering, Fußball unterm Hakenkreuz (wie Anm. 35), S. 181-182.

46 Ebenda, S. 179-180.

47 Wilfried Böhnke, Die NSDAP im Ruhrgebiet 1920-1933, Bonn 1974, S. 137-143, Werner Abelshauser, Wirtschaft und Arbeit 1914-1945, in: Wolfgang Köllmann et al., Hrsg., Das Ruhrgebiet im Industriezeitalter: Band 1 – Geschichte und Entwicklung, Düsseldorf 1990, S. 435-489, hier: S. 476-481 sowie Gilbert Ziebura, Weltwirtschaft und Weltpolitik 1922/24-1931: Zwischen Rekonstruktion und Zusammenbruch, Frankfurt am Main 1984, S. 147 und Hans-Ulrich Wehler, Deutsche Gesellschaftsgeschichte 1700-1990: 4. Vom Beginn des Ersten Weltkriegs bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten: 1914-1949, München 2008, S. 257-258.

48 Wolfgang Petzina, Die deutsche Wirtschaft in der Zwischenkriegszeit, Wiesbaden 1977, S. 124-139.

49 Adam Tooze, Ökonomie der Zerstörung – Die Geschichte der Wirtschaft im Nationalsozialismus, München 2007, S. 68-72.

50 Detlev Humann, „Arbeitsschlacht“: Arbeitsbeschaffung und Propaganda in der NS-Zeit 1933-1939, Göttingen 2007, S. 38.

51 Abelshauser, Wirtschaft und Arbeit (wie Anm. 47), S. 482-483.

52 Michael Geyer, Zum Einfluss der Nationalsozialistischen Rüstungspolitik auf das Ruhrgebiet, in: Rheinische Vierteljahresblätter, 45, 1981, S. 200-263, hier: S. 202-204 sowie Abelshauser, Wirtschaft und Arbeit (wie Anm. 47), S. 483-484.

53 Andreas Kranig, Arbeitnehmer, Arbeitsbeziehungen und Sozialpolitik unter dem Nationalsozialismus, in: Karl Dietrich Bracher; Manfred Funke; Hans-Adolf Jacobson, Hrsg. Deutschland 1933-1945 – Neue Studien zur nationalsozialistischen Herrschaft, Düsseldorf 1993, S. 135-152, hier: S. 146-148.

Details

Seiten
56
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668215108
ISBN (Buch)
9783668215115
Dateigröße
617 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v322128
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,5
Schlagworte
instrumentalisierung fußballsports nationalsozialismus ausgewählte vereine ruhrgebiets

Autor

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Titel: Die politische Instrumentalisierung des Fußballsports im Nationalsozialismus. Ausgewählte Vereine des Ruhrgebiets