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John Lockes "Schöne neue Welt"und Adornos "Dialektik der Aufklärung". Die Theorie John Lockes und die Dystopien des 20. Jahrhunderts

Magisterarbeit 2005 100 Seiten

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1. Verhältnis von politischer Philosophie und den Utopien
1.2. Einführung in die politische Theorie John Lockes
1.3. Einführung in die Dystopien des 20. Jahrhunderts
1.4. Zwischenfazit - Vergleichbarkeit politischer Theorie und dystopischer Romanliteratur

2. Adorno und die Theorie(n) eines Verfalls des Individuums und der Gesellschaft in der Moderne

3. Ein Vergleich der bürgerlichen, der „verwalteten“ und der dystopischen Gesellschaft
3.1. Der Mensch, der Bürger und das Individuum - Verwirklichung oder Entindividualisierung in der Gesellschaft?
3.1.1. Die Grenzen der Freiheit in der bürgerlichen Gesellschaft
3.1.2. Der Einfluss der Sprache auf den Menschen und ihre Bedeutung für die Gesellschaft
3.2. Der moderne Staat - bürgerliches Paradies oder barbarische Hölle?
3.2.1. Die Bedeutung der christlichen Religion für die aufgeklärte Gesellschaft
3.2.2. Das Verhältnis von Arbeit und Eigentum - Die Verdinglichung des Menschen durch die Produktivkräfte
3.2.3. Die Familie - Der Verfall der ursprünglichen Gemeinschaft in der bürgerlichen Gesellschaft
3.2.4. Die Macht als Mittel der Kontrolle und Zweck der Gesellschaft
3.2.5. Die staatliche Versorgung des Menschen - Staatliche Wohlfahrt oder Wohlfahrtsstaat?
3.3. Die Erziehung zur tugendhaften Entfremdung
3.3.1. Was ist die Vernunft und was kann der Mensch in der Gesellschaft Denken?
3.3.2. Zweck der Wissenschaft und Technologie - wem dient der Fortschritt?
3.3.3. Die bürgerliche Moral und das moralische Leben
3.3.4. Die Freizeit und die „Kulturindustrie“
3.3.5. Die Veränderung der Ideologie der Gesellschaft
3.4. Historischer Kontext und fiktiver historischer Kontext

4. Ein Exkurs zur Frage nach der Realitätsbezogenheit

5. Fazit

6. Literatur

1. Einleitung

"Eine Weltkarte, in der das Land Utopia nicht verzeichnet ist, verdient keinen Blick, denn sie l äß t die eine Küste aus, wo die Menschheit ewig landen wird. Und wenn die Menschheit da angelangt ist, hält sie Umschau nach einem besseren Land und richtet ihre Segel dahin. Der Fortschritt ist die Verwirklichung der Utopie." 1

Mit diesem Plädoyer stellt Oscar Wilde die enorme Bedeutung von Utopien als Antriebskraft und Ziel menschlichen Strebens heraus. Das Zitat impliziert eine dialektische Vorstellung von Utopie. Es wird einerseits ihre Erreichbarkeit vorausgesetzt, andererseits ihre Unerreichbarkeit durch die Herausbildung eines neuen Ziels im Moment des Erreichens der Utopie betont. Die Utopie sei demnach etwas Veränderliches, das aufgrund des stetigen menschlichen Drangs zur Weiterentwicklung zum Zeitpunkt der Umsetzung durch ein scheinbar lohnenderes Ziel ersetzt wird. Die Realisierung der Utopie verortet Wilde im beständigen Fortschritt. Der Weg wird somit zum Ziel und der ständige Fortschritt zum utopischen Leitmotiv.

Die utopischen Romane des 20. Jahrhunderts, die aufgrund ihrer negativen Ausrichtung auch als schwarze Utopien oder Dystopien bezeichnet werden, bewerten den - technologischen - Fortschritt in der Regel weit weniger positiv. Sie kreieren Welten, in denen mit dem Fortschritt technologische Mittel entstehen, die von totalitären Staatsapparaten genutzt werden, um die Menschen zu manipulieren und zu versklaven. 2 Der Mensch als Individuum wird vom Kollektiv dieser dystopischen Gesellschaften assimiliert und hört auf als selbstständiges Einzelwesen zu existieren.

Die Humanität und die soziale Gesellschaftsstruktur, die als Idealvorstellungen in den positiv gestimmten Utopien seit Thomas Morus angestrebt werden, sind in den Szenarien der Dystopien vom immensen technischen und wissenschaftlichen Fortschritt verdrängt worden.3 Der dystopische Staat steigert das utopische Primat der Gemeinschaft vor dem Individuum, bis dieser zum Feind des freien und mündigen Bürgers geworden ist und die Individualität letztendlich zu Gunsten einer staatlichen Stabilität liquidiert wird.

Nicht einmal zweieinhalb Jahrhunderte vor diesen düsteren Einschätzungen der bürgerlichen Gesellschaft pries John Locke diese in seinem Werk Ü ber die Regierung 4 als einzig rationales Mittel an, um die Freiheit der Individuen zu schützen. Er begründete mit seiner Vertragstheorie den modernen liberalen Staat, der erst durch die freiwillige Zustimmung seiner Bürger legitimiert und durch sie regiert wird. Die bürgerliche Gesellschaft wurde im 17. Jahrhundert zum Hoffnungsträger für die Sicherung von Individualität und Eigentum, und John Locke selbst wurde zum Verteidiger der Freiheit erhoben.5

Die Ziele dieser Arbeit sind es, diese scheinbar konträren Positionen und Gesellschaftsdarstellungen gegenüberzustellen und eine Entwicklungslinie nachzuweisen. Das Bindeglied zwischen Lockes Theorie und den Dystopien soll das von Adorno und Horkheimer verfasste Werk Dialektik der Aufklärung 6 und die darin entwickelte These eines gesellschaftlichen Verfalls sein. Auf der Grundlage ihres Postulats einer fatalistischen Entwicklung zu einer totalitären Gesellschaft sollen beide Gesellschaftsdarstellungen auf eine Verbindung untersucht werden. Wenn man wie Adorno und Horkheimer annimmt, dass die Aufklärung in ihr Gegenteil verfällt und ihren Höhenpunkt in einer kriegerischen und unfreien Welt findet,7 muss John Locke als ein Begründer des aufgeklärten Bürgertums ein notwendiger Zwischenschritt oder gar der Beginn des gesellschaftlichen Niedergangs sein.

Durch den Vergleich der Gesellschaftsbeschreibungen soll die Stringenz der in der Dialektik der Aufklärung entwickelten These überprüft werden. Endet Lockes liberale bürgerliche Gesellschaft, unter der Voraussetzung von Adornos und Horkheimers Theorie eines gesellschaftlichen Verfalls, notwendigerweise in den totalitären Gesellschaften der dystopischen Romane, die seiner Vorstellung scheinbar so fremd sind?

Axiomatisch wird die These einer negativen Umkehr der Aufklärung, wie sie der Dialektik der Aufklärung zu Grunde liegt, als Entwicklungstendenz einer Gesellschaft vorausgesetzt. Lockes Theorie einer bürgerlichen Gesellschaft, mit der Begründung und Konstruktion des Staates, seinem Menschenbild, seiner Moralvorstellung und seinen Ausführungen zu Rechten und Pflichten, soll unter der Annahme einer Entwicklung im Sinne Adornos in einem Gedankenexperiment zeitlich verlängert und die Folgen einer solchen Verlängerung analysiert werden.

Die ursprüngliche Gesellschaftsdarstellung John Lockes, die Ergebnisse der daraus abgeleiteten zeitlichen Verlängerung und die Gesellschaften der dystopischen Romane werden daraufhin gegenübergestellt und auf eine kausale Entwicklungstendenz zum Totalitarismus, wie von Adorno und Horkheimer behauptet, überprüft. Dabei sollen vor allem die dargestellten Elemente und Erscheinungen der ins Negative verfallenen Aufklärung in den Vergleich integriert werden und eine Verlängerung der Lockeschen Gesellschaftsdarstellung ermöglichen. Mit dem Vergleich soll untersucht werden, ob die These eines unausweichlichen Verfalls der modernen Gesellschaft und der Entwicklung zu einem totalitären Staat einer Gegenüberstellung solch gegensätzlicher Gesellschaftsdarstellungen standhält und eine theoretische Verbindungslinie nachweisbar ist. Implizit wird damit auch die Frage gestellt, ob die Theorie des Gesellschaftsverfalls von Adorno und Horkheimer mit der Gesellschaftstheorie von Locke kompatibel ist und dessen bürgerlicher Gesellschaft der Verfall bereits innewohnt. Darüber hinaus sollen die Elemente und Bereiche der Gesellschaft herausgearbeitet werden, die gegen eine solche Entwicklung sprechen oder ihr hemmend entgegenstehen. Führt die Aufklärung den Menschen von Lockes bürgerlicher Gesellschaft in einen Zustand der „Barbarei“, anstatt ihn in einen wahrhaft menschlichen Zustand einzutreten zu lassen?8

Welche konkreten Auswirkungen hat die verfallene Aufklärung überhaupt auf den vernunftbegabten Menschen, und welche Konsequenzen könnten sich daraus für die Gesellschaft und den Staat ergeben? Kann sich eine Gesellschaft, die sich zum Schutz des individuellen Eigentums bildet, überhaupt in eine Gesellschaft ohne individuelle Freiheit entwickeln? Welche Rolle können Schutzmechanismen wie das Widerstandsrecht, das Locke den Bürgern in der Gesellschaft zuschreibt, spielen? Um diese Fragen beantworten zu können, ist es notwendig, die Entwicklung zur bürgerlichen Gesellschaft innerhalb von Lockes Theorie zu betrachten und die Ergebnisse in den Vergleich der Gesellschaftsdarstellungen zu integrieren. Dabei muss vor allem die Entwicklung des Menschen im Mittelpunkt stehen. Was veranlasst Lockes Menschen, sich in die Ketten der bürgerlichen Gesellschaft zu begeben? Warum gibt es in einem Naturzustand - ohne einen Mangel an Ressourcen - das Bedürfnis nach einer Konservierung von Eigentum? Welche Folgen ergeben sich aus der Einführung des unverderblichen Eigentums und der daraus resultierenden Aufhebung der Eigentumsbeschränkung für das Wesen des Menschen?9 Diese Zusammenhänge der Gesellschaftsbegründung sollen ebenso wie die Gesellschaft selbst untersucht und in den Vergleich integriert werden. Doch sind die bürgerlichen Ketten, die Locke den Menschen vernünftigerweise anzulegen versucht, derart eng und stabil, dass die bürgerliche Freiheit nur ein erster Schritt in die Knechtschaft des Einzelnen im Kollektiv ist, oder gibt es selbst unter der Annahme einer negativen Umkehr der Aufklärung alternative Entwicklungsmöglichkeiten? Ist die totalitäre Gesellschaft eine notwendige Folge einer ins Negative verfallenen Aufklärung oder nur ein mögliches Entwicklungsszenario? Welche Rolle spielt die Freiheit in der bürgerlichen Gesellschaft Lockes und in den Dystopien? Inwiefern schränkt Locke die Freiheit des Menschen bereits mit dem Eintritt in die bürgerliche Gesellschaft ein und welches Freiheitsverständnis liegt den Dystopien zu Grunde?

Am Ende der Arbeit soll mithilfe des Vergleichs die Frage beantwortet werden, ob die erdachten Gesellschaften der dystopischen Romane als Verlängerungen von Lockes Gesellschaftsvorstellung abgeleitet werden können. Gibt es unter der Annahme eines Gesellschaftsverfalls, wie ihn Adorno und Horkheimer diagnostizieren, einen - möglicherweise sogar kausalen - Zusammenhang zwischen Lockes Konstruktion der bürgerlichen Gesellschaft und den totalitären Gesellschaften in den Dystopien?

Vor dem konkreten Vergleich sollen Funktionen und Ursachen von Utopien und politischer Theorie gegenübergestellt werden und ihre generelle Vergleichbarkeit ermittelt werden. Dies wird in zwei Schritten erfolgen: Erstens mit einer allgemeinen Gegenüberstellung von utopischer Literatur und politischer Theorie; zweitens mit einer konkreteren Einführung in John Lockes Vertragstheorie und in die dystopische Literatur des 20. Jahrhunderts.

Daran anschließend werden auf der Basis der Dialektik der Aufklärung und den darin thematisierten Ausprägungen des Verfalls die Vergleichselemente ermittelt. Dabei sollen diese Verfallsymptome durch weitere soziologische und philosophische Theorien untermauert werden, um ein stabiles theoretisches Fundament für den Vergleich der Gesellschaften zu errichten.

Im Mittelpunkt der Arbeit wird ein inhaltlicher Vergleich von Lockes politischen Schriften, der Dialektik der Aufklärung und den negativen Gesellschaftsutopien stehen. Bei diesem Vergleich werden die Ausführungen zu gesellschaftsprägenden Faktoren wie Freiheitsverständnis, Staatsaufbau, Institutionalisierungsgrad, Menschenbild und Erziehung herausgearbeitet und auf Entwicklungszusammenhänge untersucht. Die Analyse der Romane wird sich im Rahmen dieser Arbeit auf eine begrenzte Auswahl beschränken. Ich werde mich mit Evgenij Samjatins Wir10 , Aldous Huxleys Brave New World11 und George Orwells 198412 auf die unbestritten, genreprägenden Klassiker konzentrieren.13

Neben der Untersuchung eines möglichen kausalen Zusammenhangs von Lockes bürgerlicher Gesellschaft und dem dystopischen Totalitarismus, unter dem Axiom eines Verfalls der Aufklärung, soll mithilfe der Betrachtung des historischen Kontexts der Gesellschaftsdarstellungen versucht werden, eine Verknüpfung der Theorie mit der Realität herzustellen.

Das Ziel ist es dabei nicht, eine Prognose zu erstellen, ob wir uns auf eine reale Dystopie zubewegen oder wie weit wir von einer solchen Gesellschaft entfernt sein könnten. Vielmehr handelt es sich um den Versuch, die Erscheinungsformen der verfallenen Aufklärung im Kontext der Entstehungszeit der Dystopie und des späten 17. Jahrhunderts zu verorten und ihren Einfluss auf die Darstellung und Wahrnehmung der Gesellschaften zu bestimmen. Damit soll versucht werden, die Frage zu beantworten, ob die These einer negativen Entwicklungstendenz der Gesellschaft in den Grenzen von Theorie und Literatur eingeschlossen bleibt, oder ob sie mit einem realen Umdenken der Rolle der bürgerlichen Gesellschaft einhergeht. Gibt es möglicherweise so etwas wie eine gefühlte Pervertierung, die einen Einfluss auf das Verständnis von der Funktion der Gesellschaft hat?

Huxley schrieb nach dem 2. Weltkrieg resümierend in dem Vorwort zu Brave New World dazu: „Alles in allem sieht es ganz so aus, als wäre uns Utopia viel näher, als irgend jemand sich vor nur 15 Jahren hätte vorstellen können. Damals verlegte ich diese Utopie 600 Jahre in die Zukunft. Heute scheint es durchaus möglich, daß uns dieser Schrecken binnen eines einzigen Jahrhunderts auf den Hals kommt.“.14 Ist der Zusammenbruch der bürgerlichen Gesellschaft, wie er von Adorno und Horkheimer bereits nach dem 2. Weltkrieg diagnostiziert wurde, eine wirklichkeitsfremde - „abstrakte“ - Dystopie oder greift sie Tendenzen und Erscheinungen auf, die vielleicht sogar über eine rückwirkende Erklärung des Nationalsozialismus hinausgeht? Gibt es die in der Dialektik der Aufklärung beschriebenen Verfallserscheinungen und geht mit ihnen ein Umdenken über die Rolle des Individuums und der Gesellschaft einher, die über eine wissenschaftliche und literarische Diskussion hinausgeht? Dieser Versuch eines Wirklichkeitsbezugs soll jedoch lediglich ein Nebenprodukt der Arbeit, und der Versuch einer Einschätzung der Realitätsbezogenheit der Theorie eines negativen Verfalls sein.

1.1. Verhältnis von politischer Philosophie und den Utopien

In der modernen Alltagsvorstellung wird ein Wirklichkeitsbezug der Utopie und der utopischen Ideen in der Regel geleugnet. Sie werden mit dem Prädikat der realitätsfremden Träumerei versehen und in die Welt der Fantasie verbannt.15 Die Politische Theorie hingegen gilt nicht nur als realitätsorientiert, insofern sie ihren Ausgangspunkt in der real existierenden Gesellschaft hat, sondern auch in ihrem Streben auf diese einzuwirken. Sie wird als die philosophische Reflexion des gesellschaftlichen Zusammenlebens verstanden, die ihren Ausgangspunkt in sozialen und politischen Missständen hat und auf deren Beseitigung abzielt. Ihren Ursprung hat die philosophische Betrachtung der Gesellschaft und der Politik bereits in der Antike, als Reaktion auf die Krise der "Polis-Demokratie".16 Seitdem ist das gesellschaftliche Zusammenleben mit dessen philosophischer Reflexion verknüpft und beides nicht ohne einander denkbar. Prägend für die politische Philosophie der Neuzeit wurde der vertragstheoretische Ansatz, der das Individuum in den Mittelpunkt der Gesellschaftslegitimation stellt. Mit der Grundannahme eines Selbstbestimmungsanspruchs des bürgerlichen Individuums wurde die Reichweite gesellschaftlicher Ansprüche gegenüber dem Individuum zu einer grundlegenden Frage der politischen Philosophie.

Die Utopien, als Beschreibung konkreter Alternativwelten oder ideal konstruierter, alternativer Gesellschaften, weisen eine ebenso so lange, bis zur griechischen Antike zurück reichende, Tradition auf.17 In die Geschichte des gesellschaftlichen Zusammenlebens ist nicht nur die Reflexion durch die politische Philosophie, sondern auch die Schöpfung utopischer Alternativwelten fest verankert. Wesentlich entscheidender jedoch ist, dass die Utopien ihren Bezugspunkt ebenfalls in den realen Verhältnissen finden. Die utopische Literatur reagiert wie kein anderes literarisches Genre auf die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse ihrer Entstehungszeit.18

Sie kritisiert und hinterfragt vorhandene politische und soziale Missstände und zielt genauso wie die politische Theorie auf gesellschaftliche Veränderungen ab.19 Im Gegensatz zur Theorie kreiert die Utopie dafür konkrete Gegenentwürfe zur realen gesellschaftlich-politischen Ordnung,20 und kritisiert das bestehende System durch die Konfrontation mit einer erdachten Welt und ihrer sozial gerechteren Gesellschaft. Aufgrund seines literarischen Charakters und der Darstellung einer konkreten Alternativexistenz, wird die Frage nach der Umsetzbarkeit vom utopischen Roman nicht thematisiert.21

Gerade aus dieser fehlenden Thematisierung der Umsetzbarkeit entstand oftmals der Vorwurf des realitätsfernen Träumens, aber: „Die Utopie ist ernst gemeint, und sie wird ernst genommen.“22 Sie versucht ein Ziel vorzugeben, das bewusst über die Realität hinaus geht, und sie versucht die Menschheit dahin gehend zu erziehen, dass sie ihr Segel darauf ausrichtet.23 Diese bewusste Übersteigerung der realen Welt ist der immensen Bedeutung des utopischen Fernziels einer idealen und gerechten Welt geschuldet, denn: „Man muß in so großen Angelegenheiten über das Ziel hinausschießen können, um es zu treffen.“24

Dass die Utopie aber eben nicht nur ein realitätsferner Wunschtraum, sondern eine realitätsorientierte Darstellung von potenziellen Möglichkeiten sein kann - und soll - führt Ernst Bloch aus. Er beschreibt das Utopische als Charakteristikum des Menschen und diesen als einziges Wesen, das die Zukunft als ein „Noch-Nicht“, als einen unfertigen Prozess mit einem nicht vorgegebenen Ausgang, also als potenziell veränderlich begreife. Die Utopie ist für Bloch ein „Noch-Nicht-Bewusstes“ oder ein vorbewusstes Antizipieren einer potenziellen Zukunft.25 Er unterscheidet diese in abstrakte und konkrete Utopien. Die erste Form bliebe ohne Bezug zur Realität und schafft es somit nicht, den Zustand des wirklichkeitsfernen Wunsches zu übersteigen.

Die konkrete Utopie hingegen beziehe sich auf reale Tendenzen und schließe die Möglichkeit einer verwirklichten Veränderung ein. Entscheidendes Kriterium für die konkrete Utopie ist, laut Bloch, das notwendige Korrelat in der äußeren Welt, ohne dass sie abstrakt bliebe. Die Ausrichtung der utopischen Idee müsse demnach eine Entsprechung oder Übereinstimmung in der objektiv-realen Tendenz der äußeren Welt haben. Erst durch den Einklang zwischen Utopie und gesellschaftlichen Tendenzen und Latenzen werde diese konkret. Man kann sagen, dass die konkrete Utopie, im Sinne von Ernst Bloch, sich in einer real anbahnenden Entwicklungsrichtung mitbewegt und ihm durch die Schöpfung der Utopie ein anschauliches Ziel vorgibt.26

Die konkrete Utopie sei, Bloch zu Folge, die Schöpfung einer fiktiven Welt, die einer möglichen Zukunft entspricht, welche jedoch erst dabei ist, in das Bewusstsein der Gesellschaft zu rücken. Sie ist nicht von der Wirklichkeit und von der realen gesellschaftlichen Entwicklung losgelöst, sondern begleitet sie oder geht ihr sogar voraus. Aus diesem Realitätsbezug und dem antizipierenden Charakter der konkreten Utopie, die eben eine mögliche - bessere - Zukunft veranschaulicht, leitet sich ihr Verbindlichkeitsanspruch des „So-soll-es-sein“ und „So-kann-es-sein“ ab.27

Ebenso wie der Utopie wird auch der politischen Philosophie die Aufgabe zugeschrieben, normative Kritik an sozialen und politischen Verhältnissen von Gesellschaften zu üben.28 Sowohl Utopie als auch politische Philosophie sind demzufolge als Reflexionen des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu verstehen; als solche versuchen sie, wenn auch mit unterschiedlichen Mitteln, auf den Menschen und die Gesellschaft zu wirken. Prägend für die neuzeitliche Ausrichtung der Reflexion ist das von Naturrechtslehren, wie die von John Locke, in Abkehr zum Mittelalter entwickelte Verständnis der Politik als diesseitig orientiertes und auf Gemeinwohl abzielendes Handeln.29 Der bis dato vorherrschende Erwartungsraum des Jenseitigen wird mit dem vertragstheoretischen Ansatz des gesellschaftlichen Zusammenlebens durch einen diesseitigen Erwartungsraum abgelöst und im Verlauf des 18. Jahrhunderts durch das Fortschreiten der Aufklärung gefestigt.

Die Verlockung des Paradieses nach dem Tod wich einer Paradieshoffnung auf Erden und das Streben nach einem Himmelreich auf Erden sei letztlich auch das Ziel einer jeden Utopie.30

Aus dieser Konzentration des Menschen auf das Diesseits resultierten jedoch Probleme für das Verhältnis von der Gesellschaft zum Individuum. Da dem Einzelnen in der bürgerlichen Gesellschaft ein Selbstbestimmungsanspruch zugeschrieben wird und die Menschen vermehrt eine weltliche Erfüllung anstreben, musste die Rolle des Individuums innerhalb und gegenüber der neuen Gesellschaft überdacht werden.

Die Utopie reagierte auf diese neuen Problemstellungen, die mit dem Übergang in die moderne Gesellschaft einhergingen. Sie thematisiert seitdem nicht nur fundamentale gesellschaftliche Fragen, wie die einer gerechten Verteilung von Waren oder nach den Grenzen der gesellschaftlichen Verfügungsgewalt über den Einzelnen, sondern zeigt praktische Probleme moderner Gesellschaften auf, wie die mit der Steigerung der Humanität einhergehende Frage nach der Freizeitgestaltung.31

Die Gemeinsamkeiten der Utopie und der politischen Theorie sind kaum zu übersehen. Sie finden ihren Ursprung wie dargestellt in den sozialen, gesellschaftlichen und politischen Missständen ihrer Zeit. Die Utopie ist somit wie die politische Philosophie als Krisenphänomen zu verstehen.32 Beide Reflexionsformen haben den Selbstanspruch, auf die Gesellschaft zu wirken, die vorhandenen Missstände zu kritisieren und zu deren Überwindung beizutragen. Darüber hinaus stellt die Utopie ebenso wie die politische Theorie - zumindest in der Neuzeit - das Individuum in den Mittelpunkt und thematisiert seine Schwierigkeiten im Verhältnis zur Gesellschaft.

Folgerichtig stellt Richard Saage die Bedeutung des utopischen Romans als eigene politische Denktradition und Alternative zu den naturrechtlichen Vertragstheorien innerhalb der politischen Philosophie heraus.33

1.2. Einführung in die politische Theorie John Lockes

John Locke ist einer der bedeutendsten Vertreter der naturrechtlichen Vertragstheorie und wird in der Regel nicht zu den Utopisten gezählt, obwohl seinem politiktheoretischen Hauptwerk Zwei Abhandlungenüber die Regierung durchaus ein gewisses utopisches Moment zugesprochen werden kann. Die Vorstellung einer bürgerlichen Gesellschaft, wie sie Locke in seiner Theorie erdacht und legitimiert hat, schien zu Zeiten der Rekatholisierungstendenzen und wieder aufflammender Absolutismus-Bestrebungen unter König Jakob II. in England beinahe unvorstellbar. Doch Locke erlebte die Realisierung der in seiner Theorie entwickelten Gesellschaft nicht nur, sie überholte sein Werk sogar. Als 1689 die Zwei Abhandlungenüber die Regierung erschien, war die scheinbar unglaubliche Vorstellung einer selbstbestimmten bürgerlichen Gesellschaft von der „glorious revolution“ bereits teilweise realisiert worden.34 Inwiefern Lockes Theorie konkrete utopische Züge aufweist oder gar als Utopie betrachtet werden kann, soll in diesem Zusammenhang nicht näher geklärt werden.

Es soll allerdings deutlich werden, dass Lockes Theorie eine starke Entsprechung im Zeitgeist fand. Seine Wirkung reichte weit über eine theoretische Neubestimmung der bürgerlichen Gesellschaft hinaus. Vor allem sein Einfluss auf die Väter der amerikanischen Verfassung und besonders auf den Inhalt der „Bill of Rights“ wird in der Rezeption hervorgehoben. Durch diese nachhaltige Wirkung gilt Locke heutzutage als einer der einflussreichsten politischen Denker der westlichen Verfassungsgeschichte.35

Die in den Zwei Abhandlungenüber die Regierung entwickelte bürgerliche Gesellschaft wurde dadurch nicht nur bestimmend für den politikwissenschaftlichen Diskurs der bürgerlichen Gesellschaften, sondern veränderte die praktische Rolle und das Verständnis von Staat und Gesellschaft. Lockes politische Theorie wird dementsprechend als die Schöpfung eines klassisch gewordenen bürgerlichen Weltbildes bewertet, deren zentrale Verfassungsprinzipien ein freies bürgerliches Leben sichern sollen.36

Die Mehrzahl seiner Forderungen waren keine wirklichkeitsfernen Ideen, sondern in gewisser Weise Abstrahierungen und Rationalisierungen der englischen Verfassungswirklichkeit des 17. Jahrhunderts. Locke überblickte den politischen Raum und entwickelte seine Theorie einer bürgerlichen Gesellschaft nach den realen Möglichkeiten. Damit kann seine politische Theorie, als Ausgangspunkt des Vergleichs zumindest als realitätsnah interpretiert werden. Ob sich daraus eine mögliche Relevanz für die Frage nach einem realen Geltungsanspruch der Theorie eines Gesellschaftsverfalls ergibt, kann erst am Ende des Vergleichs untersucht werden.37

In der wissenschaftlichen Diskussion wurde Locke vor allem wegen seiner Konzentration auf die Privateigentümer, die für ihn die eigentlichen Bürger sind, kritisiert.38 Der Lockeschen Gesellschaftstheorie wurde in diesem Zusammenhang vorgeworfen, dass aufgrund der Staatslegitimation durch das Eigentum, der Staat nur dazu dienen könne, die individuellen - ungleich verteilten - Besitztümer zu sichern.39 Vor allem C.B. MacPherson regte diese Diskussion um John Locke und dessen Staats- und Gesellschaftkonstruktion an, indem er ihn als einen typischen Vertreter des Besitzindividualismus interpretierte.40 Darüber hinaus führte er die Schwierigkeiten des Individualismus innerhalb der liberalen Theorien auf die im 17. Jahrhundert entwickelte argumentative Basis des Besitzes zurück. Er unterstellt Locke, die zunehmend bedeutsame Beziehung zum Besitz in die Natur des Individuums zurückinterpretiert zu haben und seine Freiheit durch das Eigentum an seiner Person und seinen Fähigkeiten abgeleitet zu haben. Das habe zur Folge, dass das Wesen des Individuums lediglich durch seine Rolle als Eigentümer ohne eine sittliche Pflicht gegenüber einer Gemeinschaft bestimmt werde. Ebenso sei die Freiheit damit zur Funktion des Eigentums herabgesetzt worden, um die Unabhängigkeit des Individuums zu sichern. Der Staat hätte somit nur die Aufgabe einer Ordnungsinstanz, welche die Tauschbeziehungen der Eigentümer kontrolliert und sichert.41

Ob diese Bewertung von Lockes bürgerlicher Gesellschaft zutrifft, sei dahingestellt.

Fest steht jedoch, dass die Rolle des Individuums in einer Gesellschaft, die sich in erster Linie durch den Schutz des Eigentums legitimiert, einige Interpretationsspielräume offen lässt. Da sich der Vergleich im Wesentlichen auf den Zustand der bestehenden Gesellschaft konzentrieren wird, soll in dieser Einführung der vorgesellschaftliche Zustand in Lockes Theorie betrachtet werden. Dabei wird vor allem die Frage nach Lockes Menschenbild im Vordergrund stehen. Welche Wesensmerkmale hat der Mensch und welche Gründe veranlassen ihn, sich in die Ketten der bürgerlichen Gesellschaft zu begeben? Welche Unterschiede gibt es zwischen dem natürlichen und den gesellschaftlichen Menschen?

Der Mensch ist nach Lockes Verständnis von Gott geschaffen. Damit kann Gott als Schöpfer der Menschen über ihr Leben verfügen.42 Ebenso erschafft Gott die Erde mit all ihren Ressourcen und Gütern und macht sie der Menschheit zum Geschenk, damit sie ihr Überleben sichern kann.43 Locke hält sich bei seiner Argumentation an ein grundlegend religiöses Fundament und leitet aus diesen theologischen Axiomen seinen Individualismus ab. Das angedeutete „workmanship-model“ wird zum Leitmotiv und Begründungsmuster seiner Eigentumstheorie und der Freiheitsbegründung. Aus dem Akt der Schöpfung entstehen das Recht des Schöpfenden und die Verpflichtung der Schöpfung.44 So resultiert beispielsweise die erste Pflicht der Menschheit zur eigenen Erhaltung und damit zum Respekt von Leben, Freiheit und Gesundheit aus der Beziehung von Gott als Schöpfenden und der Menschheit als sein Werk.

Die Frage danach, wie sich dieses Verhältnis des Menschen zu seinem Schöpfer in einer Gesellschaft verändert, wie der Schönen Neuen Welt, in der Menschen zum Schöpfer geworden sind, soll an dieser Stelle nur die Brisanz einer technologisch veränderten Umwelt auf fundamentale gesellschaftstheoretische Begründungen andeuten.

Wobei angemerkt werden muss, dass MacPhersons Interpretation einer Eigentumsbegründung und die daraus abgeleiteten Konsequenzen nicht unumstritten sind. James Tully deutet Lockes Argumentation beispielsweise als den Versuch einer Erklärung für die natürliche Individuation von Besitz.45 Locke begründe demnach nicht das private Eigentum, sondern erkläre mit seiner Theorie eine natürliche - im Menschen angelegte - Entwicklung. Die Frage nach einer Verpflichtung gegenüber einem Leben-schöpfenden Menschen würde durch diese Interpretationsweise jedoch nicht an Brisanz verlieren.

Den entscheidenden Schritt bei der Argumentation für die rechtmäßige Aneignung von Gemeingut vollzieht Locke, indem er jedem Menschen Eigentum an seiner Arbeitskraft und seinen Fähigkeiten zuspricht.46 Ursprünglich seien demnach alle Menschen mit gleichen Rechten ausgestattet und haben als Gottes Werk den gleichen Anspruch auf Boden, Land und andere natürliche Ressourcen.47 Erst durch die Anreicherung des Bodens durch die eigene Arbeitskraft werde etwas Neues erschaffen, das vom Gemeingut abgegrenzt ist und als Eigentum bezeichnet werden kann. Erst dieser Akt der Abgrenzung leite den Prozess der Vergesellschaftung ein. Die zu klärende Frage ist die nach der Begründung der bürgerlichen Gesellschaft, die in Lockes Menschenbild vermutet werden muss. Der Mensch ist, wie bei den meisten Denkern seiner Zeit, auch bei John Locke grundlegend von einem Selbsterhaltungstrieb geleitet, den er aus dem theologischen Axiom der Schöpfung ableitet. Jedoch führt ihn dieser nicht zwangsläufig in einen kriegerischen oder konfliktreichen Zustand,48 da Locke einerseits von einem von Natur aus für alle Menschen verpflichtendem Gesetz ausgeht49 und als Ausgangspunkt seiner Theorie einen idealen Zustand ohne Knappheit voraussetzt. Dieser friedliche Zustand, in dem alle Menschen nach der Vernunft leben, entspreche der wahren menschlichen Natur. Jedes andere Verhalten wiederum käme einer Entfremdung und Lossagung von der Natur des Menschen gleich.50

In diesem Zustand beschreibt Locke den Menschen als einen - möglicherweise notgedrungen - genügsamen Menschen, der kein Verlangen danach habe, seinen Besitz an Land, über die Menge hinaus zu vermehren, die er benötigt, um seiner Familie und sich ein angenehmes Leben zu ermöglichen.51

Doch wie entsteht dann überhaupt ein Verlangen nach einer Konservierung von Eigentum? Locke selbst äußert sich zu dieser entscheidenden Frage nur recht undeutlich, indem er ausführt, dass unverderblichen Gütern wie Gold nicht nur durch Übereinkunft der Menschen der Wert zugeschrieben werden könne, sondern auch durch die Laune eines Einzelnen, dem beispielsweise die Farbe eines Metalls gefällt.52 Es scheint aber etwas ungenügend zu sein, diesen entscheidenden Schritt zur Begründung einer bürgerlichen Gesellschaft von der willkürlichen Laune eines Einzelnen abhängig zu machen. Lockes rationales Menschenbild scheint mit einer solchen Annahme, einer unbegründeten Wertzuschreibung ohne weiteren Nutzen, nur schwer vereinbar zu sein. Darüber hinaus hat es den Anschein, dass Locke für jede Handlung, Entscheidung oder Regel des Zusammenlebens einen angemessenen Grund voraussetzt.53 Daher muss hinter der Einigung auf den Gebrauch unverderblichen Eigentums als Tauschmittel ein bestimmter Nutzen stehen.

Warum sollten sich Menschen darauf einigen, vermeintlich nutzlosen Gegenständen einen Wert zu zuschreiben, und warum sollten diejenigen, die vor der Einführung unverderblichen Eigentums nicht mehr begehrten als sie benötigten, durch die Möglichkeit der Anhäufung ein solches Bedürfnis entwickeln?

MacPherson sieht den Grund für die Aufhebung der Eigentumsschranken in dessen Voraussetzung für die Entwicklung von Handel und Gewerbe und der vollen Nutzung des Gemeinguts. Während es in Gebieten ohne Geld und Handel ungenutzte Ressourcen gebe, werde in Geldgesellschaften das volle Potenzial der Erde genutzt. Diese Maßnahme solle jedoch nicht den Konsum des Einzelnen oder die Steigerung des individuellen Reichtums fördern, sondern eine merkantilistische Wirtschaft ermöglichen und damit den Reichtum der gesamten Gesellschaft steigern.54 Die Möglichkeit, durch Handel eine Steigerung des gesellschaftlichen Wohlstands zu erreichen, sei somit der eigentliche Grund des Menschen, mehr Eigentum zu akkumulieren als er benötige.

Die Eigentumsschranken, die Locke vorgibt, sind zwei durch Gottes Rolle als Schöpfer abgeleitete, verpflichtende Regeln. Die erste Regel besagt, dass man nichts anhäufen darf, wenn es ungenutzt verdirbt. Eigentum könne demnach nur im Rahmen des eigenen Bedürfnisses und Verbrauchs legitim sein, da Gott nichts geschaffen hat, dass es zugrunde geht.55 Die zweite Regel beinhaltet das Gebot, dass man jedem anderen Menschen noch genauso viel von gleicher Qualität lassen muss, wie man selbst sein Eigen nennt.56 Diese Begrenzung des Eigentums führt zu einem weitgehend friedlichen Naturzustand mit einem Überfluss an Ressourcen. Das Leben der Menschen bleibt jedoch durch die Beschränkungen auf einem niedrigen sozialen Niveau. Durch die Vereinbarung, unverderblichem Eigentum Wert zu zuschreiben, wird die erste Regel umgangen und die Anhäufung von Eigentum sowie ein angenehmeres Leben ermöglicht.

Locke beschreibt den Menschen als ein unter starkem Zwang von Bedürfnis, Annehmlichkeit und Neigung erschaffenes Wesen, das das Verlangen nach Gesellschaft in sich trägt.57 Seine Annahme, dass der Grund für den Wert eines an sich wertlosen Objekts auch von der Laune eines Einzelnen abhinge, könnte demzufolge dem Bedürfnis nach Annehmlichkeit und Gesellschaft zugeordnet werden. Die Konservierung des Eigentums sei demnach nur die Auswirkung des natürlichen Strebens nach einem angenehmen Leben innerhalb einer Gesellschaft.

Auffällig ist, dass Locke an dieser entscheidenden Stelle lückenhaft zu argumentieren scheint. Dies spricht zumindest dafür, dass er von einer natürlichen Entwicklung ausgeht. Abgesehen von der nicht eindeutigen Begründung des unverderblichen Eigentums und den abweichenden Interpretationen zur Rolle des Individuums in Lockes politischer Theorie, baut er seine Begründung der Gesellschaftsbildung unbestritten auf zwei Säulen auf. Die erste ist die fehlende Unparteilichkeit in Rechtsfragen im Naturzustand58 ; die zweite ist die des Schutzes von Eigentum.59 Locke wird zwar zum Herold der bürgerlichen Freiheit, wie es in der Rezeption heißt,60 allerdings steht diese Freiheit in engem Zusammenhang mit dem Eigentum. Der genügsame Mensch des Naturzustands - falls es ihn gegeben hat - wird in der bürgerlichen Gesellschaft zum Auslaufmodell.

Resümierend lässt sich festhalten, dass Locke den Menschen als ein nutzenmaximierendes Wesen beschreibt, das von Gott geschaffen und mit allen nötigen Fähigkeiten ausgestattet wurde, um ein angenehmes Leben zu führen und die Erde zu kultivieren. Ein Wesen, dass diesen Zustand des angenehmen Lebens erreichen und sichern könne, wenn es „ohne metaphysische Flausen im Kopf forscht“, seine erarbeiteten Produkte gegen Geld tauscht und diese im Schutze einer durch seinesgleichen geschaffenen staatlichen Sicherheitsinstanz akkumuliert.61

Dass in der Rezeption eine Abkehr von „metaphysischen Flausen“ als notwendiges Kriterium beschrieben wird, untermauert die Vermutung von Lockes bürgerlicher Gesellschaft als theoretischen Zwischenschritt eines Gesellschaftsverfalls im Sinne der Dialektik der Aufklärung. Die Abkehr von der Metaphysik schaffe, laut Adorno, in der Moderne ein Vakuum, das von den Produktivkräften gefüllt und als ideologischer Vorhang genutzt werde,62 daher sei die Abkehr von der Metaphysik ein wesentliches Element des Gesellschaftsverfalls. Darüber hinaus weist MacPhersons Interpretation von Locke als einen Vertreter des Kollektivismus, der einer Majorität in der bürgerlichen Gesellschaft beinah absolute Souveränität gegenüber dem Individuum zubillige,63 zumindest auf eine mögliche Verbindung zu den kollektivistischen Gesellschaften der dystopischen Romane hin.

1.3. Einführung in die Dystopien des 20. Jahrhunderts

Die erste wirkliche negative Utopie und folglich der Beginn der Dystopien wird Jewgeni Samjatin zugeschrieben. Sein 1920 veröffentlichter Roman Wir beeinflusste nicht nur die folgenden Dystopien, sondern stand am Anfang einer Entwicklung, in der die positiv ausgerichteten Utopien zunehmend von den Dystopien verdrängt wurden.64 Das utopische Ideal eines gerechten und sozialen Staates wird in den negativen Utopien zu einer Bedrohung für die humanitäre bürgerliche Gesellschaft verkehrt. Die totalitären Staaten der dystopischen Romane erzwingen eine kollektivistische Gesellschaft, bei der die Bürger wie in Samjatins Roman zu identitätslosen Nummern werden und Individualität zu Gunsten der Stabilität unterdrückt wird.

Die Dystopien zeigen ebenso wie die Utopien ideale Gesellschaften und Entwicklungsendpunkte. Sie schließen das metaphysische und realitätsübersteigende Denken aus und erschaffen damit Gesellschaften, die von einer statischen Rationalität geprägt sind, die dazu führt, dass sie im Status Quo verweilen und sich stetig selbst reproduzieren. Eine weitere Entwicklung der Gesellschaft ist aufgrund des idealen Zustandes ausgeschlossen und muss verhindert werden.65 Während die klassische Sozialutopie auf eine humanitäre Gesellschaft abzielt, sind die Macht und der Machterhalt in den negativen Utopien zum Selbstzweck geworden. Das politische System der Dystopien ist der omnipotente und perfektionierte „Leviathan“66, und die Politik als Gesamtordnung des menschlichen Zusammenlebens erreicht absolute Universalität.67

Dieser Antiindividualismus war jedoch bereits in der klassischen Utopietradition ein Merkmal der Sozialutopie. Allerdings ging er stets mit einem Emanzipationsgedanken einher, der dem Einzelnen durch gemeinschaftliche Anstrengung zu seiner Würde verhelfen werde. Darüber hinaus verbanden die Sozialutopisten mit der Priorität des Ganzen vor dem Einzelnen die Hoffnung auf ein harmonisches Gemeinwesen ohne irrationale Herrschaft.68

Ziel der positiven Utopien war es, die Person innerhalb der Gemeinschaft durch eine Änderung der Gesellschaftsstruktur zu entwickeln und nicht zu unterdrücken. Es werden in den utopischen Romanen Umweltbedingungen geschaffen, die eine Verwirklichung der Person ermöglichen sollen. Die erziehende Kraft dieser idealen Ordnung soll das Wesen des Menschen bis in den Kern bestimmen. „Wer die Person will, muß die Institutionen gestalten“, ist die grundlegende Selbstgewissheit, von der die Utopie lebt.69 Damit wird deutlich, dass die Rolle der Institutionen zu einem entscheidenden Vergleichspunkt wird. Auch Locke erkennt die immense Bedeutung von Institutionen als Sicherungsinstanz eines gerechten Zusammenlebens. Ob er dabei wie die Utopien von einer Personen bildenden Funktion ausgeht oder sie lediglich als Sicherungsinstanzen sieht, soll in der konkreten Gegenüberstellung untersucht werden.

Um ein Verständnis für die Funktion und das Wesen der Utopie entwickeln zu können, muss die Frage geklärt werden, warum es ausgerechnet, als erstmals die materiellen Mittel zur Einlösung des umfassenden irdischen Paradieses zur Verfügung standen schienen, zu diesem negativen Umschlag kam. Eine entscheidende Rolle muss vor allem dem Einfluss historischer Zusammenhänge und Ereignisse zugesprochen werden, aber auch die Veränderung der Utopie selbst führte zu diesem Umdenken. Die Funktion der klassischen Utopie lag darin, dass sie den Leser provozieren sollte, die eigene Wirklichkeit mit dem utopischen Gegenentwurf zu vergleichen und zu kritisieren.70 Sie diente als Leitbild für eine bessere und gerechtere Gesellschaft. Im 19. Jahrhundert setzte eine Verzeitlichung des Utopiekonzepts ein und die Suche nach dem Irgendwo von Morus‘ Utopie wurde in die Zukunft projiziert.71 Die Menschen, die sich im Rahmen der Aufklärung ihrer eigenen Schöpferkraft bewusst zu werden schienen, erschufen sich zukunftsorientierte Erwartungsräume und die Zukunft entwickelte sich nicht nur für das utopische, sondern für das gesamte neuzeitliche Denken zur entscheidenden Zeitdimension. Mit dieser Entwicklung setzten eine Übernahme und eine Vitalisierung des utopischen Veränderungsgedankens durch Wissenschaft, Technik und Politik ein, die diesen in die Wirklichkeit verlagerten.

Mit der einsetzenden Verzeitlichung der Utopie kam es zur Verarbeitung historischer Prozesse im utopischen Roman. Die Utopie entwickelte sich schließlich vom Leitbild zur Prognose und der normative Anspruch des „So-kann-es-sein“ oder „So-soll-es- sein“ verkam zum prognostizierenden „So-wird-es-werden“. Die Realität wurde zum utopischen Streben und die Utopie zur reinen literarischen Prognose.72 Neben dieser genrespezifischen Entwicklung führte die Geschichte zu einem Umdenken gegenüber den utopischen Idealgesellschaften und ihren grundlegenden Annahmen. Bereits die scheinbare Aussicht einer Realisierbarkeit von Utopien zu Beginn des 20. Jahrhunderts schürte die Angst vor einer tatsächlichen Umsetzung. Das Streben nach einem utopischen Ideal wurde zunehmend von Überlegungen verdrängt, wie die Utopie zu verhindern sei und die Menschen zu einer nicht utopischen Gesellschaft, die zwar weniger vollkommen, aber dafür freier ist, zurückkehren können.73

Die grundlegende Angst vor einer zunehmenden Unfreiheit ging stets mit dem utopischen Streben nach sozialer Gleichheit einher. Seit Thomas Morus´ genreprägenden Roman Utopia wurde in den Utopien die soziale Ungleichheit als Ursache individueller „Depravation“ und gesellschaftlicher Fehlentwicklungen angeprangert.74 Die Lösung der utopischen Gesellschaften sollte die soziale Gleichheit sein. Der damit verbundene Antiindividualimus, der in der utopischen Tradition verankert ist, wurde von bürgerlichen Autoren mit dem Schreckensszenario einer vollkommen reglementierten Welt, mit der Egalisierung des Elends und mit der Entmündigung und Zerstörung des autonomen Einzelnen assoziiert. Die Hoffnung auf die Realisierung der utopischen Gesellschaften führte in weiten Teilen des Bürgertums zu der Befürchtung einer „totalen Vergesellschaftung“ des Menschen.75 Diese Angst vor einer Liquidierung des Einzelnen in der utopischen Welt wurde von der Wissenschaft und den realen Erfahrungen am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch untermauert. So hatte bereits Max Weber den Weg in die Technokratie mit der Verwaltung der Menschen als „Quasi-Sachen“ als einzigen Ausweg für den real existierenden Sozialismus prophezeit.

Dieses Bild eines totalitären Sozialismus wurde durch die bolschewistische Herrschaft in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch gefestigt.76 Die befürchtete Hilflosigkeit des Individuums gegenüber der Kontrolle und Manipulierung eines totalitären Staates und seiner letztendlichen Assimilierung im Kollektiv wird in den Dystopien thematisiert.77 Sie haben keinen Verwirklichungs-, sondern einen Verhinderungsanspruch. Sie sind gegen die Gesellschaft, die sie darstellen, verfasst worden.78

Doch nicht nur die Dystopien, sondern auch die klassischen Utopien kannten repressive Überwachungsinstrumente. Diese sollten eine begleitende Funktion einnehmen und die Integration in das Gemeinwesen fördern. Der eigentliche gesellschaftliche Zusammenhalt sollte durch die vollkommene Befriedigung der Bedürfnisse durch den wissenschaftlich-technischen Fortschritt erreicht werden. Die Utopien unterstellten dem technologischen Fortschritt und der Abschaffung der privaten Verfügung über die Produktions- und Arbeitsmittel die Kraft, Produktionsschranken zu überwinden und die Entfaltung der Produktivkräfte erreichen zu können. Die Hoffnung bestand darin, mehr zu erzeugen als die Menschen zu konsumieren vermögen.79 Den Naturwissenschaften und der Technologie wurde demnach die Funktion und die Fähigkeit zugeschrieben, die Entfaltung von Produktivkräften zu ermöglichen, die zur Überwindung von Hunger und Elend führen sollten, und die Rahmenbedingungen für eine soziale und humanitäre Gesellschaft zu schaffen.80 Auf die Schrecken des 1. Weltkrieges folgte jedoch ein Technik-Schock, der diese zentrale Säule der Utopie erschütterte und zu einer Krise des Fortschrittsoptimismus führte. Die Ansicht einer Technikneutralität wich einem zunehmenden Zweifel an der Instrumentalisierbarkeit der Technik und der Befürchtung einer zivilisatorischen Abhängigkeit von Technologie und daraus entstehenden Sachzwängen. Mit dieser skeptischen Haltung gegenüber der Technologie ging ein Zweifel an der Entwicklung des Menschen einher. Die Schrecken des 1. Weltkrieges führten zur der Ansicht, dass die technologisch- wissenschaftlichen Errungenschaften nicht, wie von den Utopisten erhofft, die Entwicklung eines „neuen“ Menschen mit sich bringe.

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1 Zitiert: Oscar Wilde, nach: Saage, Richard, Politische Utopien der Neuzeit, Darmstadt 1991, S. 1.

2 Vgl. Seubold, Günter, Art. Utopie; in: Rehfus, Wulff D. (Hrsg.), Handwörterbuch Philosophie, Göttingen 2003, 662.

3 Vgl. Gessmann, Martin, Art. Utopie, in: Gessmann, Martin (Hrsg.), Philosophisches Wörterbuch, Darmstadt 2009, S. 734.

4 Locke, John, Über die Regierung, Tidow, Dorothee (Übers.), Mayer-Tasch, Peter Cornelius (Hrsg.), Stuttgart 1970.

5 Vgl. Hartmann, Jürgen/Meyer, Bernd/Oldopp, Birgit, Geschichte der politischen Ideen, Wiesbaden 2002, S. 70.

6 Horkheimer, Max/Adorno, Theodor W., Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente, Tiedemann, Rolf (Hrsg.), Frankfurt am Main 1996.

7 Vgl. Steinert, Heinz, Das Verhängnis der Gesellschaft und das Glück der Erkenntnis: Dialektik der Aufklärung als Forschungsprogramm, Münster 2007, S. 7.

8 Vgl. Horkheimer/Adorno, Dialektik der Aufklärung, S. 11. 4

9 Vgl. Locke, Über die Regierung, Nr. 31, S. 25. 5

10 Samjatin, Jewgenij, WIR, Drohla, Gisela (Übers.), Köln 2008.

11 Huxley, Aldous, Brave New World, Hamblock, Dieter (Hrsg.), Stuttgart 2007.

12 Orwell, George, 1984, Walter, Michael (Übers.), Franke, Herbert W. (Hrsg.), München 2008.

13 Vgl. Hachtel, Julia, Die Entwicklung des Genres Antiutopie. Aldous Huxley, Margaret Atwood, Scott McBain und der Film „Das Leben der Anderen“, Marburg 2007, S. 15./Hommes, Ulrich, Art. Utopie, in: Krings, Hermann (Hrsg.), Handbuch philosophischer Grundbegriffe Bd. 3. Transzendenz-Zweck, München 1974, S. 1573.

14 Zitiert: Aldous Huxley, nach: Saage, Utopien der Neuzeit, S. 292.

15 Vgl. Garber, Klaus, Art. Utopie, in: Sandkühler, Hans Jörg (Hrsg.), Europäische Enzyklopädie zu Philosophie und Wissenschaften Bd. 4 R-Z, Hamburg 1990, S. 678.

16 Vgl. Goldschmidt, Werner, Art. Politik, in: Sandkühler, Hans Jörg (Hrsg.), Europäische Enzyklopädie zu Philosophie und Wissenschaften Bd. 3 L-Q, Hamburg 1990, S. 739.

17 Vgl. Sargent, Lyman Tower, Art. Utopianism, in: Craig, Edward (Hrsg.), Routledge Encyclopedia of Philosophy. Volume 9 Sociology of knowledge to Zoroastrianism, London/New York 1998, S. 558.

18 Vgl. Zeißler, Elena, Dunkle Welten. Die Dystopie auf dem Weg ins 21. Jahrhundert, Marburg 2008, S. 9.

19 Vgl. Garber, Art. Utopie, in: Sandkühler, Europäische Enzyklopädie, S.679.

20 Vgl. Deeg, Max, Art. Utopie, in: Prechtl, Peter/Burkard, Franz-Peter (Hrsg.), Metzler Lexikon Philosophie. Begriffe und Definitionen, Stuttgart/Weimar 2008, S. 641.

21 Vgl. Gessmann, Art. Utopie, in: Gessmann (Hrsg.), Philosophisches Wörterbuch, S. 734.

22 Nipperdey, Thomas, Die Funktion der Utopie im politischen Denken der Neuzeit, in: Archiv für Kulturgeschichte Bd. 44 (1962), S. 361.

23 Vgl. ebd., S. 371.

24 Bloch, Ernst, Antizipierte Realität - Was geschieht und was leistet utopisches Denken?, in: Villgradter, Rudolf/Krey, Friedrich (Hrsg.), Der utopische Roman, Darmstadt 1973, S. 26.

25 Vgl. ebd., S. 22.

26 Vgl. ebd., S. 24f.

27 Vgl. Nipperdey, Funktion der Utopie, in: Archiv für Kulturgeschichte Bd. 44 (1962), S. 359.

28 Vgl. Mehring Reinhard, Art. Politische Philosophie, in: Prechtl, Peter/Burkard, Franz, Peter (Hrsg.), Metzler Lexikon Philosophie. Begriffe und Definitionen, Stuttgart 2008, S. 468-470.

29 Vgl. Baltzer, Ulrich, Art. Politik, in: Prechtl, Peter/Burkard, Franz, Peter (Hrsg.), Metzler Lexikon Philosophie. Begriffe und Definitionen, Stuttgart 2008, S. 467-468.

30 Vgl. Bloch, Antizipierte Realität, in: Villgradter/Krey (Hrsg.), Der utopische Roman, S. 26.

31 Vgl. Nipperdey, Funktion der Utopie, in: Archiv für Kulturgeschichte Bd. 44 (1962), S. 372.

32 Vgl. Deeg, Art. Utopie, in: Prechtl (Hrsg.), Metzler Lexikon Philosophie, S. 642.

33 Vgl. Saage, Richard, Utopische Profile Bd. 1: Renaissance und Reformation, Münster 2001, S. 71. 11

34 Vgl. Ottmann, Henning, Geschichte des politischen Denkens. Die Neuzeit. Von Machiavelli bis zu den großen Revolutionen, Stuttgart, 2006, S. 343f.

35 Vgl. Mayer-Tasch, Peter Cornelius, Nachwort, in: John Locke, Über die Regierung, Mayer-Tasch, Peter Cornelius (Hrsg.), Stuttgart 2003, S. 223.

36 Vgl. Euchner, Walter, John Locke zur Einführung, Hamburg 2004, S. 179. 12

37 Vgl. Mayer-Tasch, Nachwort, in: Locke, Über die Regierung, Mayer-Tasch (Hrsg.), S. 222.

38 Vgl. Euchner, John Locke zur Einführung, S. 179.

39 Vgl. Druwe, Ulrich, Politische Theorie, Neuried 1995, S. 107.

40 Vgl. Euchner, John Locke zur Einführung, S. 179.

41 Vgl. MacPherson, C.B., Die politische Theorie des Besitzindividualismus. Von Hobbes bis Locke, Frankfurt am Main 1990, S. 15.

42 Vgl. Locke, Über die Regierung, Nr. 27, S. 22.

43 Vgl., ebd., Nr. 26, S. 21.

44 Vgl. Tully, James, A Discourse on Property. John Locke and his adversaries, Cambridge 2006, S. 4f.

45 Vgl. ebd., S. 3.

46 Vgl. Locke, Über die Regierung, Nr. 6, S. 6f.

47 Vgl. ebd., Nr. 4, S. 4.

48 Vgl. Pfetsch, Frank R., Theoretiker der Politik. Von Platon bis Habermas, Paderborn,2003, S. 163.

49 Vgl. Ottmann, Geschichte des politischen Denkens, S. 353.

50 Vgl. Locke, Über die Regierung, Nr. 10, S. 9.

51 Vgl. ebd., Nr. 48, S. 38.

52 Vgl. ebd., Nr. 46, S. 36.

53 Vgl. Tully, Discourse on Property, S. 4.

54 Vgl. MacPherson, Theorie des Besitzindividualismus, S. 234. 16

55 Vgl. Locke, Über die Regierung, Nr. 31, S. 25.

56 Vgl. ebd., Nr. 27, S. 22.

57 Vgl. ebd., Nr. 77, S. 59.

58 Vgl. ebd., Nr. 21, S. 18.

59 Vgl. ebd., Nr. 13, S. 11f.

60 Vgl. Mayer-Tasch, Nachwort, in: Locke, Über die Regierung, Mayer-Tasch (Hrsg.), S. 222. 17

61 Vgl. Euchner, John Locke zur Einführung, S. 179.

62 Vgl. Horkheimer/Adorno, Dialektik der Aufklärung, S. 15f.

63 Vgl. MacPherson, Theorie des Besitzindividualismus, S. 222f. 18

64 Vgl. Saage, Utopien der Neuzeit, S. 265.

65 Vgl. Nipperdey, Funktion der Utopie, in: Archiv für Kulturgeschichte Bd. 44 (1962), S. 358f.

66 Vgl. Saage, Utopien der Neuzeit, S. 282.

67 Vgl. Nipperdey, Funktion der Utopie, in: Archiv für Kulturgeschichte Bd. 44 (1962), S. 369f.

68 Vgl. Saage, Utopien der Neuzeit, S. 271.

69 Vgl. Nipperdey, Funktion der Utopie, in: Archiv für Kulturgeschichte Bd. 44 (1962), S. 373.

70 Vgl. ebd., S. 363.

71 Vgl Gessmann, Art. Utopie, in: Gessmann (Hrsg.), Philosophisches Wörterbuch, S. 734. 20

72 Vgl. Nipperdey, Funktion der Utopie, in: Archiv für Kulturgeschichte Bd. 44 (1962), S. 365f.

73 Vgl. Saage, Utopien der Neuzeit, S. 265f.

74 Vgl. Saage, Richard, War Hitler ein „Utopist“?, in: Salewski, Michael (Hrsg.), Was Wäre Wenn. Alternativ und Parallelgeschichte: Brücken zwischen Phantasie und Wirklichkeit, Stuttgart 1999, S. 144.

75 Vgl. Nipperdey, Funktion der Utopie, in: Archiv für Kulturgeschichte Bd. 44 (1962), S. 372. 21

76 Vgl. Saage, Utopien der Neuzeit, S. 265f.

77 Vgl. Seubold, Art. Utopie; in: Rehfus (Hrsg.), Handwörterbuch Philosophie, S. 662.

78 Vgl. Saage, Utopien der Neuzeit, S. 292.

79 Vgl. ebd., S. 271f./S. 285.

80 Vgl. ebd., S. 274f.

Details

Seiten
100
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783668214873
ISBN (Buch)
9783668214880
Dateigröße
823 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v322096
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena – Institut für Poltikwissenschaft
Note
1,7
Schlagworte
john lockes schöne welt adornos dialektik aufklärung theorie dystopien jahrhunderts Topic_Dystopien

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Titel: John Lockes "Schöne neue Welt"und Adornos "Dialektik der Aufklärung". Die Theorie John Lockes und die Dystopien des 20. Jahrhunderts