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Qualität durch Standardisierung

Hausarbeit 2004 14 Seiten

Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsbestimmung und definitorische Einordnung
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Definitionsansatz

3 Vorbemerkungen zu den Evaluationsstandards
3.1 Die Entstehung der „Standards“
3.2 Das „Joint Committee on Standards for Educational Evaluation

4 Analyse der Evaluationsstandards
4.1 Inhalt und Struktur der Standards
4.1.1 Nützlichkeitsstandards (N1-N7)
4.1.2 Durchführbarkeitsstandards
4.1.3 Korrektheitsstandards
4.1.4 Genauigkeitsstandards
4.1.5 Gewichtung der Standards

5 Evaluationsstandards in der Praxis

6 Schlussbetrachtung

7 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Eine veränderte wirtschaftliche Situation, verbunden mit einschneidenden Reformen und Sparkursen, lässt die Forderung nach Optimierung und Qualität auch in der Praxis der Berufsausbildung aufleben. Gerade deshalb bestreitet die Berufspädagogik seit den 90er Jahren neben den traditionellen Inhalten der betrieblichen Aus- und Weiterbildung ein neues und lukratives Aufgabenfeld – die Kontrolle und Evaluation von Bildungsmaßnahmen. Überall dort, „wo öffentlich über pädagogische Praxis diskutiert und wirksam gehandelt wird, wird Evaluation als zentrales Maß von Bildungsmanagement und Qualitätssicherung genutzt. Das ganze Instrumentarium qualitativer und quantitativer Forschung von der Beobachtung über die mündliche und schriftliche Befragung bis hin zur Dokumentenanalyse ist gegenwärtig im Einsatz, um die Wirksamkeit pädagogischer Arbeit zu erfassen“ (Gieseke 2002, S. 68).

Die gesteigerte Nachfrage an Verbesserungsvorschlägen im Rahmen der Unternehmensentwicklung, sowie der Steuerung und qualitätssichernden Begleitung von Bildungsprozessen und Bildungsmaßnahmen, lässt das Angebot an vielseitigen Evaluationsmöglichkeiten explodieren. Die anbietenden Institute, Vereine und Unternehmungen werben mit voluminös anwirkenden Versprechungen der Kostenersparung und Optimierung bzw. Rationalisierung. Aber können diese Zusagen überhaupt in die Realität umgesetzt werden?

Festzuhalten gilt, dass viele Programme der Aus- und Weiterbildung, Erziehung und Bildung evaluiert werden, um deren Qualität festzustellen und durch Optimierungsansätze diese zu steigern. Wenn die Evaluation jene Bildungsmaßnahme qualitativ verbessern soll bleibt jedoch eine zentrale Frage offen: Was ist eine gute Evaluation und wodurch wird sie eine gute Evaluation?

Der dabei immer wiederkehrende schillernde Begriff der Qualität soll in dieser Arbeit nicht nach dem Hintergrund des Ausgangs der Evaluation sondern nach den Inhalten und Abläufen der Maßnahme selbst betrachtet werden. Dabei werden die von dem „Joint Committee on Standards for Educational Evaluation“ aufgestellten und vertretenen „Standards“ einer Evaluationsmaßnahme im Mittelpunkt stehen.

Diese „Standards“ sind als Hilfsmittel anzusehen und „stellen eine Anleitung für Evaluationen von pädagogischen Programmen, Projekten und Materialien in verschiedensten Bereichen dar. Zielgruppen sind sowohl die Nutzer von Evaluationen als auch die Evaluatorinnen selbst. Die Standards sind hilfreich für Personen, die Evaluationen in Auftrag geben oder durchführen, bzw. die Evaluationsergebnisse verwenden, um eine bessere Erziehung und/oder Aus- und Weiterbildung in Bereichen wie Schule, Hochschule, Medizin, Krankenpflege, Militär, Wirtschaft, Industrie, Politik oder Recht zu erreichen“ (Sanders 1999, S. 23).

Doch bevor im folgenden die angesprochenen „Standards“ näher erläutert und betrachtet werden, soll sich das nächste Kapitel mit dem Begriff der Evaluation, unterstützt durch ausgewählte Definitionen, befassen. Danach wird auf die Entstehung der „Standards“ und das „Joint Committee on Standards for Educational Evaluation“ eingegangen, um dadurch den Grundstein für die im Mittelpunkt der Ausarbeitung stehende Analyse der Evaluationsstandards zu legen. Diese werden neben den Strukturen und Inhalten der Konzepte auch aus dem Blickwinkel der Erwartungen an eine Evaluation und der Anwendung der Standards in der Praxis geschildert. Die abschließende Schlussbetrachtung soll einer Zusammenfassung dienen und Grenzen der Evaluationsstandards aufdecken.

2 Begriffsbestimmung und definitorische Einordnung

Neben einer kurzen semantischen Klärung der Begrifflichkeit soll in diesem Abschnitt die Ausgangsbasis für einen weitgefächerte Definitionsansatz der Evaluation geschaffen werden. Dabei stehen Erläuterungen aus dem Bereich der Bildung sowie der betrieblichen Weiterbildung im Vordergrund.

2.1 Begriffsbestimmung

Die ursprüngliche Bedeutung des Fremdwortes Evaluierung kann aus dem lateinischen Wort valeo, -ere abgeleitet werden und mit dem im Geldverkehr bekannten Vergleich „soundso viel gelten wie, wert sein“ umschreiben werden. In abgewandelter Form hielt der Begriff, der anderen Quellen nach auch mit dem Sprichwort „die Spreu vom Weizen aussondern“ in Verbindung gebracht wird, zunächst Einzug in den französischen Sprachgebrauch. Dabei taucht er erstmals 1361 mit dem Verb „èvaluer“ auf und beschreibt damit die Tätigkeit des Abschätzens. Dieser französische Wortstamm stellt in der Semantik den Grundstein für den im Mittelalter entstandenen deutschen Begriff des „valor“ für „Wert, Preis“ dar. Verschiedenste Herkunftswörterbücher unterstützen die französische Übernahme und füllen den Begriff inhaltlich mit der Tätigkeit des Berechnens und Wertschätzens (vgl. Götz 1999, S.17ff).

2.2 Definitionsansatz

Die Definitionsansätze des Konstrukts Evaluation sind durch eine hohe Vielzahl an Zuordnungsebenen unterschiedlichster Bereiche geprägt. „So weichen die Verständnisse des Begriffes in den Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften je nach deren spezifischen Betrachtungsweisen und -gegenständen voneinander ab“ (Götz 1999, S. 20). Im Folgenden werden der Evaluationsdiskussion aus dieser Vielfalt lediglich der Bereich der Bildung und deren Qualitätsmanagement zugrunde gelegt.

Hierbei versteht sie sich als „die systematische und zielgerichtete Sammlung, Analyse und Bewertung von Daten zur Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle. Sie gilt der Beurteilung von Planung, Entwicklung, Gestaltung und Einsatz von Bildungsangeboten bzw. einzelner Maßnahmen dieser Angebote (Methoden, Medien, Programme, Programmteile) unter den Aspekten von Qualität, Funktionalität, Wirkungen, Effizienz und Nutzen“ (Tergan 2000, S. 23).

Im Kontext mit der betrieblichen Weiterbildung „meint Evaluierung die Bewertung der Wirksamkeit von Bildung unter der Maßgabe der in dem jeweiligen Bildungssystem (-kultur) vorherrschenden Wert- und Normenvorstellungen“ (Götz 1999, S. 24).

Verschiedene Quellen der Berufsbildung unterscheiden bereits im Definitionsansatz inhaltlich die differierenden Gegenstände der Evaluation und bringen die Programmevaluation eng mit der beruflichen Weiterbildung in Zusammenhang. Jene Form der Evaluierung „bezieht sich auf die Erfassung des Lernergebnisses am Ende einer Bildungsmaßnahme. Absicht [...] sind die Überprüfung der Qualität einer Bildungsmaßnahme, die Identifikation von Schwachstellen der Maßnahme mit dem Ziel der Verbesserung und der Vergleich der Wirksamkeit von Programmen mit gleicher Zielrichtung“ (Götz 1999, S. 87).

Zusammenfassend lässt sich hinsichtlich der verschiedensten Evaluationsgegenstände, Definitionen und Begriffsbestimmungen feststellen, dass das primäre Ziel der Evaluation die Verbesserung institutioneller Abläufe und Informationssysteme ist, um dadurch Mängel im Koordinationssystem von Dienstleistungen aufzudecken und wenn möglich oder nötig diese zu beheben. Frei davon, welche Form der Evaluation der jeweilige Evaluator im Hintergrund des Untersuchungsgegenstandes für seine Überprüfung wählt, – sie wird immer für den inneren Wissenszuwachs genutzt, um Qualität zu erzielen (vgl. Gieseke 2002, S. 69).

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Details

Seiten
14
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638329620
Dateigröße
519 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v32178
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
gut (2,0)
Schlagworte
Qualität Standardisierung

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