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Prognosen und Ursachen im Bundestagswahlkampf 2002. Eine inhaltsanalytische Untersuchung von Ursachenzuschreibungen.

Wissenschaftliche Studie 2003 61 Seiten

Medien / Kommunikation - Forschung und Studien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungen

1 Einleitung

2 Die Rolle von Prognosen bei Bundestagswahlen
2.1 Begriffsdefinitionen
2.1.1 Prognose
2.1.2 Umfrage
2.1.3 Hochrechnung und amtliches Endergebnis
2.2 Einfluss von Umfrageergebnissen
2.2.1 Manipulation durch veröffentlichte Umfrageergebnisse?
2.2.2 Einfluss auf Wahlentscheidung
2.2.3 Einfluss auf Wahlbeteiligung
2.2.4 Einflüsse auf Bundestagswahlkampf 2002

3 Prognosen und Ursachen im Bundestagswahlkampf 2002
3.1 Hinleitung
3.2 Konzeption der Inhaltsanalyse
3.3 Hypothesen
3.4 Operationalisierung
3.4.1 Medienauswahl
3.4.2 Zeitraum und Stichprobe
3.4.3 Analyseeinheit
3.4.4 Variabeln
3.4.5 Erkenntnisse aus Pre-Test
3.5 Auswertung
3.5.1 Politiker
3.5.2 Wähler
3.5.3 Journalisten, Institute und Experten
3.6 Fazit

Literaturverzeichnis

Stichwortregister

Anhang
Variablenbeschreibung
Codebuch
Codiersheet
Tabellen und Grafiken

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungen

Im Fließtext

Abbildung 1 „Wirkungsprozess von Umfrageergebnissen“

Abbildung 2 „Bundestagswahl – Sonntagsfrage“

Im Anhang

Grafik „Sprechergruppenanteil für alle Ursachenbegründungen aller Zeitungen“

Tabelle „Häufigkeit von Sprechern“

Tabelle „Kreuztabelle Sprechertyp und Vertrauen in Umfrageergebnisse“

Tabelle „Kreuztabelle Zeitungen und Seite“

Tabelle „Einbettung von Ursachenzuschreibungen in Nachrichtenformen“

Tabelle „Kreuztabelle Zeitungen und Ursachenzuschreibungen“

Tabelle „Kreuztabelle thematisierte Partei und Zeitung“

1 Einleitung

„Bei jeder Bundestagswahl hat Wahlforschung Konjunktur. Umfragen, Projektionen, Prognosen und Hochrechnungen sind ihre Instrumente.“[1] Die Meinungsforschung boomt. Immer mehr Medien geben selbst Wahlumfragen in Auftrag und lassen so ermitteln, welche Partei im Augenblick vorne liegt – und damit die besten Chancen hat, die nächste Wahl zu gewinnen. Wahlumfragen sind bei den Medien beliebt, weisen sie doch einen hohen Neuigkeitswert auf. In dieser vorliegenden Arbeit sollen die Einflüsse auf Umfrageergebnisse aus zwei Perspektiven beleuchtet werden. In einem ersten Teil sollen neben einigen Begriffsdefinitionen die Einflüsse aufgezeigt werden, welche die Umfrageergebnisse quasi als Ereignis auf sich selbst haben, nämlich durch die Beeinflussung der Wähler. In einem zweiten inhaltsanalytischen Teil sollen andere Ereignisse und Themen untersucht werden, welche Veränderungen in den Umfragewerten der Parteien bewirkten und damit speziell die Bundestagswahl 2002 entschieden haben könnten.

2 Die Rolle von Prognosen bei Bundestagswahlen

2.1 Begriffsdefinitionen

2.1.1 Prognose

Der Volksmund nennt alles Prognose, was in irgendeiner Weise „prophezeit“. Selbst die „Einschätzung eines Experten“ ganz ohne statistische Verfahren, wie z.B. an der Börse, werden Prognosen genannt. Auch Wissenschaftler und Institute scheinen sich nicht ganz einig darüber zu sein, was unter „Prognose“ gefasst werden soll. GÜLLNER sagt hierzu: „Was ich vor der Wahl veröffentliche ist keine Prognose!“[2] NEUWIRTH sieht dies anders: „Wahlprognosen sind der Versuch, auf der Grundlage von Meinungsumfragen das Wahlergebnis vorherzusagen. In der Regel werden sie einige Wochen bis wenige Tage vor der Wahl veröffentlicht.“[3] GALLUS/LÜHE differenzieren dies weiter: „Wahlprognosen beruhen also auf der Erklärung der Befragten über ihre „Wahlabsicht“ kurz vor der Wahl...“[4] Sie unterscheiden hiervon die sogenannten „Exit polls“, welche auf einem konkreten Wahlverhalten basieren.

2.1.2 Umfrage

2.1.2.1 Zweck

Umfrageergebnisse „...helfen den Wählern, den Politkern und den Parteien, sich ein Bild über die Stimmenverteilung bei den bevorstehenden Wahlen zu machen.“[5] Es wird die Popularität von Politikern oder deren Entscheidungen ermittelt.

Das bekannteste Instrument der Umfrageforschung ist die sogenannte „Sonntagsfrage“. Sie ist keine Prognose, also keine Vorhersage des Wahlergebnisses. Vielmehr ist sie eine Methode, mit der Stimmungen eingefangen und zugleich langfristige Parteipräferenzen erfasst werden. Alle am Wahltag vor 18 Uhr veröffentlichten Vorhersagen zeigen nur aktuelle Stimmungen und basieren nicht auf tatsächlichem Abstimmungsverhalten.[6] Infratest-dimap beschreibt diesen Unterschied zur Prognose wie folgt: „Bitte beachten Sie, dass die hier erhobenen Daten die momentane Stimmung in der Wahlbevölkerung wiedergeben. Rückschlüsse auf ihr tatsächliches Wahlverhalten sind nur bedingt möglich, da erfahrungsgemäß bei konkreten Wahlentscheidungen die jeweiligen politischen Grundhaltungen, bzw. taktisch-strategische Überlegungen stärker zum Tragen kommen.“[7]

Befragungsmethoden bei Umfragen sind das Telefoninterview, das persönliche Interview und die schriftliche Befragung. „Die meisten Umfragen werden heutzutage telefonisch durchgeführt.“[8] Zu persönlichen Interviews zählen das Straßen- bzw. Passanten-Interview und das Interview in der Wohnung des Befragten. Bei der schriftlichen Befragung wird ein Fragebogen per Post zugeschickt, dies geschieht neuerdings auch per e-mail.[9]

2.1.2.2 Arten von Stimmungsbildern

Wähler möchten sich nicht durch riesige Datenmengen lesen; eine Aggregierung ist für sie verständlicher. Für den Wähler von besonderem Interesse sind solche Informationen, welche ein eindeutiges Bild von der Situation vermitteln. Besonders beliebt, sind die Ergebnisse der Sonntagsfrage. Die Sonntagsfrage („Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, welche Partei würden Sie wählen?“) zeigt die individuelle Meinung eines Befragten, welche er durch seine persönliche Betroffenheit von Politik bekommen hat.[10]

Die Sonntagsfrage besitzt in der Bevölkerung einen hohen Bekanntheitsgrad.[11] Daher ist anzunehmen, dass die Antwort „weiß nicht“ auf Unentschlossenheit zurückgeführt werden kann und nicht etwa darauf, dass die Frage nicht verstanden wurde.[12] Die Sonntagsfrage wird häufig verknüpft mit Fragen zur Absicht überhaupt zur Wahl zu gehen.[13]

Die Sonntagsfrage entspricht nicht genau der Situation am Wahltag, denn dort muss der Wähler nicht nur eine Stimme, sondern seine Erst- und seine Zweitstimme abgeben. Trotzdem hat die Sonntagsfrage mit anschließenden Gewichtungen und Anpassungen durch die Institute in der Vergangenheit gute Vorhersagen ermöglicht.[14] Durch „Exit-Polls“ werden am Wahltag indes solche Wähler befragt, die ihre Stimme bereits abgegeben haben und das Wahlbüro verlassen.[15] Hierbei gibt es keine Unentschlossenen mehr und auch Nichtwähler sind automatisch ausgeschlossen, daher wird die Vorhersage präziser. Hierzu werden 200-300 Wahllokale nach repräsentativen und praktischen Gesichtspunkten ausgewählt. Vor diesen werden Wähler, die ihre Stimme bereits abgegeben haben, um eine zweite Stimmabgabe für die Meinungsforschung gebeten und außerdem nach einigen sozialstrukturellen Daten (Alter, Geschlecht, Schulbildung, Berufsgruppenzugehörigkeit, Konfession) gefragt.

In der Vorwahlzeit stattfindende Sympathie- und Kompetenzbefragungen dienen der Ermittlung des Beliebtheitswertes und der Fähigkeit von Politikern, insbesondere der Kanzlerkandidaten. Diese beiden Größen waren im Bundestagswahlkampf 2002 von besonderer und miteinander konkurrierender Bedeutung. Sie werden durch Fragen wie bspw. „Welche Partei kann Ihrer Meinung nach am besten die momentanen wirtschaftlichen Probleme in Deutschland lösen?“[16] ermittelt. So präsentierte sich Stoiber als kompetenter Probleme zu lösen, Schröder hingegen war den Wählern weitaus sympathischer. Insbesondere durch Umfragen nach dem ersten Kanzler-Duell erhöhte sich die Kompetenzeinstufung Stoibers durch die Befragten.[17] Unabhängig von der Frage nach der Partei werden die Bürger auch befragt, wen sie sich als zukünftigen Bundeskanzler wünschen. Bezüglich der Kanzlerpräferenz lag Schröder im Wahlkampf stets vor Stoiber.[18] Die Wähler werden aber nicht nur nach ihren eigenen Präferenzen gefragt, sondern auch dazu aufgefordert, das gesellschaftliche Klima zu beurteilen. Die Frage nach der Siegeserwartung zeigt die durch den Befragten geschätzte gesellschaftliche Meinung, welche sich dieser u.a. aus dem Gespräch mit Freunden oder durch die Medien gebildet hat.[19] „Was glauben Sie wer die nächste Bundestagswahl gewinnt?“, diese Frage bringt andere Ergebnisse als die Sonntagsfrage.

2.1.2.3 Formen der Darstellung von Umfrageergebnissen

Veröffentlichte Umfrageergebnisse zeigen Häufigkeiten von Nennungen, Durchschnittswerte, sicher herauskristallisierende Mehrheiten. Häufig geschieht dies auch unter Kontrolle einer demografischen Variable („Frauen würden ... wählen!“) und durch das Aufzeigen von Korrelation[20] Einige Daten sind jedoch darüber hinaus für die Darstellung unverzichtbar.[21] Bestimmte Angaben zur Umfrage sollten nach Ansicht von KIRCHGÄSSNER neben den Ergebnissen der Umfrage veröffentlicht werden. So würden Angaben zu der Anzahl der befragten Personen, dem Zeitraum der Befragung sowie dem durchführenden Institut die Möglichkeit der Manipulation einschränken.[22] Aber nicht nur um Manipulationen zu verhindern sind Zusatzangaben zweckmäßig, sondern auch wegen einer besseren Nachvollziehbarkeit und einer besseren Verständlichkeit der Umfrage.

2.1.3 Hochrechnung und amtliches Endergebnis

Das genauste Instrument zur Ermittlung der öffentlichen Meinung ist Demoskopie bei Wahlen, also die Befragung aller. Die am Wahlabend nach und nach erstellten Hochrechnungen basieren nicht mehr auf Wahlabsichten, sondern sind die Ergebnisse der amtlichen Zählung der tatsächlich abgegebenen Stimmzettel.[23] Das amtliche Endergebnis dient als Aggregat wiederum der Gewichtung und Fehlerbehebung zukünftiger Umfragen. „Die Aggregatdatenanalyse erfasst anhand amtlicher Statistiken den Stimmenanteil, den die Parteien bei vergangenen Wahlen in einem Wahlkreis oder einer Gemeinde erzielt haben, und setzt diese Daten in Beziehung zu Angaben über die wirtschaftliche und soziale Zusammensetzung der Bevölkerung im Untersuchungsgebiet.“[24] Hierbei kommt man ohne Befragungen aus.

2.2 Einfluss von Umfrageergebnissen

2.2.1 Manipulation durch veröffentlichte Umfrageergebnisse?

Es gibt Theorien, dass veröffentlichte Umfrageergebnisse geeignet sind, Wähler zu beeinflussen. Viel möchten sie daher verbieten. Diese Diskussion über den Einfluss von Wahlumfragen auf das Wahlverhalten wird meist nicht auf wissenschaftlichen Grundlagen ausgetragen.[25]

„Das ist in gewisser Weise pharisäerhaft. Auf der einen Seite Geld auszugeben für die Durchführung von Meinungsumfragen, um die eigene Wahlkampfstrategie verbessern zu können, und auf der anderen Seite aber zu sagen, die Wähler sollen von diesen Umfragen verschont bleiben in den letzten Wochen der Bundestagswahl, weil die ja dadurch manipuliert werden könnten. Also man möchte da einerseits von Seiten der Parteien die Informationen, die Demoskopie liefert, gerne verarbeiten, und auf der anderen Seite aber Wählern diese Information vorenthalten.“[26]

Eine ausschließliche Weitergabe der Prognosen nur an Politiker wäre demokratisch nicht vereinbar, weder wegen einer Beeinflussung des Abstimmungsverhaltens, noch einer Auswirkung auf die Wahlbeteiligung.[27] Beeinflussungen oder gar gezielte Lenkungen der Wähler durch die Umfrageergebnisse sind bisher noch nicht[28] oder nur für bestimmte Bereiche nachgewiesen worden.[29] Den besten Schutz vor einseitiger Darstellung der Stimmungslage durch ein Institut bietet die Vielfalt von veröffentlichten Umfrageergebnissen.[30] Durch eine Befragung hat sich gezeigt, dass Personen häufiger glauben, dass andere sich von Medienkonsum und Wahlkampf beeinflussen lassen als sie selbst (Third-Person-Effekt)[31]. Eine Befragung wie sehr sie sich bei ihrer Wahlentscheidung nach Umfrageergebnissen richten konnte nicht gefunden werden. Es bestünde aber die Möglichkeit nach der Wahl zu ermitteln, wie viele Wähler sich gewünscht hätten anders gestimmt zu haben, nachdem die Wahlergebnisse bekannt gegeben waren.[32] Solche Untersuchungen werden bereits seit 1957 von LUPRI, seit 1983 von der Forschungsgruppe Wahlen und seit 1984 von DONSBACH durchgeführt. Die Forschungsgruppe Wahlen stellte Fragen zur Wahrnehmung (1990 auch Stärke der Wahrnehmung) von Umfrageergebnissen und zu deren Einfluss (1990 auch Richtung der Veränderung) auf die Wahlentscheidung .[33]

Es scheint als seien Parteien weit stärker beeinflussbar durch die Ergebnisse der Meinungsforscher als die Wähler. Und so entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, wenn Politiker zu bedenken geben, dass veröffentlichte Wahlumfragen die Willensbildung der Bürgerinnen und Bürger auf illegitime Weise beeinflussen könnten. Es gibt eine Ausnahme, das sind die so genannten taktischen Wähler, viele Wechselwähler gehören dazu, welche versuchen, den Wert ihrer Stimme zu maximieren, d.h. ihr besonders viel Gewicht zu verleihen.[34]

2.2.2 Einfluss auf Wahlentscheidung

Es ist generell schwer nachzuweisen, dass sich die Wähler bei ihrer Wahlentscheidung an den Ergebnissen von Meinungsumfragen orientieren.[35] Erschwert werden Untersuchungen zudem davon, dass erwartet werden muss, dass von Umfrage zu Umfrage neue Informationen (Themen) zur Verfügung stehen, welche auch die Wahlabsichten beeinflussen können.[36]

Bekannte Theorien zur Veränderung des Stimmverhaltens durch Umfrageergebnisse sind:

- der Mitläufereffekt oder auch Bandwagon-Effekt
- der Mitleidseffekt (Underdog-Effekt) besagt: „Je weniger Stimmen für die kleinere Partei erwartet werden, desto eher sind Anhänger der größeren Partei bereit, nicht für ihre Partei, sondern für die kleinere Partei zu stimmen.“[37]
- die typische Eigenheit des deutschen Wahlsystems, die 5%-Hürde, bewirkt den sogenannten „Fallbeileffekt“. Demnach wird einer Partei, von welcher die Wähler glauben, dass sie nicht über 5%-Hürde kommt und damit den Einzug in den Bundestag verpasst, die Stimme des Wählers entzogen. Diese handeln so, weil sie ihre Stimme nicht verschenken möchten. KICHGÄSSNER vermutet einen solchen Effekt im Bundestagswahlkampf 1983.[38] In Verbindung mit Mitleids- und Mitläufereffekt entsteht so ein kurvenförmiges Abwägen des Wählers.[39] So sagen BRETTSCHNEIDER aber auch KIRCHGÄSSNER, dass die deutsche Besonderheit der 5%-Hürde Möglichkeiten für Umfragemanipulation bietet. Wenn die Erwartung der Wähler so beeinflusst wird, dass diese im Glauben sind, ihre Stimme bei einer bestimmten Partei verschenken zu können, könnte dies wirklich an der Hürde scheitern.[40]
- 2/3-Mehrheit wg. Verfassungsändernder Mehrheit (Viele Wähler hätten 1983 nicht für die UNION gestimmt, wenn zu befürchten gewesen wäre, dass diese eine 2/3-Mehrheit erhält.[41]) In Verbindung mit Mitleids- und Mitläufereffekt entsteht auch hier ein kurvenförmiges Abwägen des Wählers.[42]
- dynamischer Effekt im Zweiparteienmodell (Prognose --> Anpassung --> Prognose)[43]

Damit aber tatsächlich eine veränderte Handlung, also eine wahlaktbezogene Veränderung durch die Ergebnisse erzielt werden könnte, müssten diese nicht nur veröffentlicht, sondern auch von Rezipienten wahrgenommen werden.[44] Es gibt, wenn auch teilweise unwesentliche, Unterschiede zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen[45] bezüglich deren Wahrnehmung von Umfrageergebnissen.

Außerdem müsste sich der Wähler daran erinnern, seine Wahlentscheidung treffen oder verändern und am Wahltag entsprechend wählen. Die Manipulation bereits in der Veröffentlichung zu sehen ist daher übertrieben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2.3 Einfluss auf Wahlbeteiligung

Umfragergebnisse und andere Faktoren können nicht nur Auswirkungen auf Stimmverhalten bei einer Wahl haben, sondern auch darauf, ob die Bürger überhaupt zur Wahl gehen. Da es keine gesetzliche Pflicht zur Wahl gibt kann es von Jahr zu Jahr unterschiedliche Wahlbeteiligungen geben. Dies ist ein landesspezifisches Problem, denn in Ländern mit Wahlpflicht liegt die Wahlbeteiligung bei nahezu 100%.

Weitere Faktoren (z.B. das Wetter am Wahltag) machen es schwierig, einen direkten Zusammenhang zwischen Umfrageergebnissen und der Wahlbeteiligung nachzuweisen. DONSBACH sieht jedoch eine erhöhte Wahlbeteiligung bei einem erwarteten knappen Wahlausgang als wissenschaftlich nachgewiesen. Eine Studie von ASHENFELTER und KELLEY bestätigt dies, jedoch für den umgekehrten Fall, nämlich einem Ergebnis, dass Wähler nicht zur Wahl gingen, weil der sichere Sieg eines US-Präsidentschaftskandidaten erwartet wurde.[46] Solch ein Effekt kann mehrere Prozent betragen. Wem die erhöhte Wahlbeteiligung allerdings zugute kommt ist offen.[47]

Falls Anhänger des vermeidlichen Siegers nicht zur Wahl gehen, weil sie aufgrund von Umfrageergebnissen davon ausgehen können, dass ein Wahlsieg sicher scheint, spricht BRETTSCHNEIDER vom Lethargieeffekt. Der Defätismuseffekt kann Angehörigen der schwächeren Partei vermutet werden. Dieser wird von BRETTSCHNEIDER im Gedanken der Wähler begründet, dass die Wahlniederlage ohnehin feststehe.[48] Hierzu ist ein eindeutiges Wahlumfrageergebnis Voraussetzung. Der Defätismuseffekt soll erdrutschartige Siege zur Folge haben können.

BRETTSCHNEIDER beschreibt umgekehrt den Mobilisierungseffekt, als Ansporn zur Teilnahme an knappen Wahlen, „...weil jede einzelne Stimme ausschlaggebend sein könnte...“. Dieser Ansporn komme erst dann zum tragen, wenn das knappe Ergebnis durch entsprechende Umfragen bekannt gegeben wurde.[49] Die humorvolle Erklärung, „dass bei knappen Wahlausgängen keiner Segeln geht“ erklärt die Theorie äußerst anschaulich jedoch nicht, warum das knappe erwartete Ergebnis im Bundestagswahlkampf 2002 nicht mehr, sondern weniger Wähler an die Urnen geführt hat, als 1998.

2.2.4 Einflüsse auf Bundestagswahlkampf 2002

Wodurch ergab sich die besondere Bedeutung von Prognosen im Bundestagswahlkampf 2002? Umfragen hatten im Bundeswahlkampf 2002 einen hohen Stellenwert, weil Prognosen als sehr wichtige Information für Politiker, Wähler und Medien gelten. Diese Wahl war die erste Bundestagswahl, welche bis zuletzt nicht entschieden war. Durch den offenen Ausgang des „Rennens“ war der Bedarf an solchen Umfragen hoch. Die deutschen Medien liefen dadurch jedoch Gefahr, nicht die Themen des Wahlkampfes ins Rampenlicht zu setzen; das Kopf-an-Kopf-Rennen (Horse-Race-Journalismus). „Wer wird Kanzler?“ war die zentrale Frage. Der Wahlausgang lässt sich nicht alleine - ja, vielleicht noch nicht einmal hauptsächlich - durch die Medienberichterstattung erklären und schon gar nicht durch veröffentlichte Umfrageergebnisse, dennoch soll die Rolle dieser Veröffentlichungen im Bundestagswahlkampf 2002 dargestellt werden.

Durch die Vielfalt von veröffentlichten Umfrageergebnissen im Wahlkampf 2002 konnte sich jeder Wähler ein ausreichendes Bild über die Chancen der einzelnen Parteien machen. Im diesjährigen Bundeswahlkampf lieferten die Institute einen Monat vor der Wahl noch höchst unterschiedliche Umfrageergebnisse.[50] Anfang September, konnte die Regierung in der Wahlabsichtsfrage erstmals die Opposition überholen.[51] Auch wenn einige Wähler vielleicht am liebsten anders gestimmt hätten, nachdem die Wahlergebnisse bekannt gegeben wurden, ist dennoch zu sagen, dass ganz ohne Veröffentlichung von Umfrageergebnissen die Ungewissheit sicher noch höher gewesen wäre.[52] „Während der Großteil der Wähler sich nicht von Wahlumfragen beeinflussen lässt, werden diese von der Minderheit der sogenannten Taktischen Wähler hingegen durchaus genutzt, und dies ist vor allem für die FDP und die Grünen von Bedeutung.“[53]

Der Mobilisierungseffekt durch das Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Bundestagswahl 2002, durch welchen angeblich die Wahlberechtigten zur Teilnahme an der Wahl angespornt werden, zeigte keinen Effekt, weil sich die mobilisierende Wirkung der Umfrageberichterstattung auf die Anhänger aller Parteien auswirkte.[54]

Die letzten Umfrageergebnisse vor der Wahl zeigten[55]:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abgesehen von forsa wollte hiernach (20.9.02) kein Institut mehr Umfragen vor dem Sonntag veröffentlichen.

3 Prognosen und Ursachen im Bundestagswahlkampf 2002

3.1 Hinleitung

Medien verspüren ein starkes Bedürfnis nach Interpretation des Wahlkampfes, der Umfragewerte und des späteren Wahlausgangs. Die Medien sammeln und selektieren die politischen Informationen nach medienspezifischen Aufmerksamkeitsregeln und verbreiten diese an ein großes Publikum. Erklärungen zu Veränderungen in Umfragewerten erregen hierbei besondere Aufmerksamkeit. Umfragen müssen von Seiten der Journalisten kommentiert und erläutert werden[56], welche wiederum die Politiker nach deren Begründungen fragen.

In der vorliegenden Arbeit soll gezeigt werden, welche Gründe (Themen und Ereignisse) von unterschiedlichen Akteuren in der politischen Kommunikation genannt werden, mit denen veröffentlichte Umfrageergebnisse, und damit Veränderungen der Stimmungslage, erklärt werden sollen. Der Politiker will „gut aussehen“. Er benutzt einen bewussten Plan, um in den Augen Anderer vorteilhaft zu erscheinen. Anders sieht es bei Journalisten und Experten aus: Solche Sprecher, welche reine Beobachter sind, werden rationalere Erklärungsmuster verwenden.[57]

3.2 Konzeption der Inhaltsanalyse

In diesem inhaltsanalytischen Teil sollen gezielt solche Aussagen von Politikern, Journalisten und Experten untersucht werden, welche sich mit Umfrageergebnissen des Bundestagswahlkampfes 2002 beschäftigen. Es soll gezeigt werden, welche unterschiedlichen Ursachen diese Akteure angeben, um Veränderungen im Stimmungsbild zu begründen. Es geht somit nicht darum, die tatsächlichen Gründe hierfür herauszufinden, sondern solche Gründe die vorgebracht, also für wichtig befunden und in der Öffentlichkeit kommuniziert wurden. Auch geht nicht darum, damalige Wirkungsprozesse sichtbar zu machen.

Interessant ist jedoch nicht die Ursachenbegründung einzelner Personen, sondern von Personengruppen. Hierzu werden die Äußerungen unterschiedlichen Sprechertypen zugeordnet. Über die Kumulation der Erklärungen der Sprecher soll ein Zahlenwerk entstehen, welches die Gemeinsamkeiten oder die Unterschiede von Ursachenbegründungen darstellt. Gruppenunterschiede, Zusammenhänge verschiedener Merkmale und dominierende Erklärungsrichtungen[58] sollen aufgezeigt werden.

So kann das dahinterliegende „theoretische Konstrukt der Ursachenbegründung“ anhand empirischer Daten überprüft werden können. Die Ereignisse, welche zu einer Änderung der Wahlabsicht führen und damit als Ursachenbegründungen angeführt werden können, sind vielfältiger, als in anderen Lebensbereichen (z.B. im Sport), kommen plötzlich und sind von Wahl zu Wahl veränderlich. So kann theoretisch jedes Ereignis auf der Welt irgendwie zur Ursache werden, mit der eine Veränderung begründet werden kann.[59]

3.3 Hypothesen

Die Ursachenzuschreibung – ein Phänomen sozialer Wirklichkeit

Am Anfang jeder Inhaltsanalyse steht erst einmal eine generelle Fragestellung, die sich aus einem Phänomen der sozialen Wirklichkeit herleitet. Dafür werden mehrere Hypothesen entwickelt und somit Schwerpunkte für die Untersuchung gesetzt, so dass nicht die Berichterstattung in ihrer gesamten Komplexität, sondern nur ein Ausschnitt davon analysiert wird.[60]

[...]


[1] Bechtel, Michael, Bundestagswahlen 2002, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn, 2002, S. 17.

[2] Güllner, Manfred, forsa, Teilnahme an Seminar der FU Berlin, Institut für PuK am 13.11.02

[3] Neuwirth, Erich, Statistische Methoden für Wahlanalysen und Wahlprognosen unter http://sunsite.univie.ac.at

[4] Gallus, Alexander und Lühe, Marion, Öffentliche Meinung und Demoskopie, Verwaltungsdruckerei Berlin, 1998, S. 130.

[5] Gallus, Alexander und Lühe, Marion, Öffentliche Meinung und Demoskopie, 1998, S. 131

[6] Vortrag von forsa-Chef, Manfred Güllner, am 14.12.02.

[7] http://www.infratest-dimap.de/sonntagsfrage/default.htm © Infratest dimap 1998-2002 | Letzte Änderung: 12/20/02 16:08:31

[8] Brettschneider, Frank http://www.dradio.de/cgi-bin/es/neu-hintergrund/728.html 6.9.2002

[9] Vortrag von forsa-Chef, Manfred Güllner, am 14.12.02.

[10] vgl. Gallus, Alexander und Lühe, Marion, Öffentliche Meinung und Demoskopie, 1998, S. 128f.

[11] Sie bietet besonders gute Möglichkeiten zum Vergleich der Institute, weil sie weitgehend standardisiert ist. s. Kirchgässner, Gebhard, Der Einfluss von Meinungsumfragen auf das Wahlergebnis, in: Klingemann, Hans-D. und Kaase, Max (Hrsg.), Wahl und politischer Prozeß, o. Ort, Opladen, 1986, S. 243.

[12] s. Gallus, Alexander und Lühe, Marion, Öffentliche Meinung und Demoskopie, 1998, S. 104.

[13] „Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würden Sie dann zur Wahl gehen? Und welche Partei würden Sie wählen?“ unter: http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/0,1872,1020771,FF.html

[14] Nach der Zweitstimme zu fragen wäre allerdings problematisch, denn die Leute kennen den Unterschied zwischen Erst- und Zweitstimme häufig nicht: „Man könnte die Erst- und Zweitstimme als gezielte Verwirrung des Wählers verstehen.“, Ph.D. Erbring, Lutz, Vorlesung am 18.12.02. Dies sieht auch Manfred Güllner so, Vortrag von forsa-Chef, Manfred Güllner, am 14.12.02.

[15] s. Gallus, Alexander und Lühe, Marion, Öffentliche Meinung und Demoskopie, 1998, S. 130.

[16] unter: http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/0,1872,1020771,FF.html

[17] Solche Befragungsergebnisse wiederum bewirken nach ihrer Veröffentlichung, dass sich einige Wähler den Aussagen anschließen, weil sie diese als Bewertungsmaßstäbe für Kompetenz nutzen.

[18] Vortrag von forsa-Chef, Manfred Güllner, am 14.12.02.

[19] vgl. Gallus, Alexander und Lühe, Marion, Öffentliche Meinung und Demoskopie, 1998, S. 128ff.

[20] s. Gallus, Alexander und Lühe, Marion, Öffentliche Meinung und Demoskopie, 1998, S. 97-99.

[21] s. Gallus, Alexander und Lühe, Marion, Öffentliche Meinung und Demoskopie, 1998, S. 102.

[22] s. Kirchgässner, Gebhard, Der Einfluss von Meinungsumfragen, S. 246.

[23] s. Gallus, Alexander und Lühe, Marion, Öffentliche Meinung und Demoskopie, 1998, S. 130f.

[24] Gallus, Alexander und Lühe, Marion, Öffentliche Meinung und Demoskopie, 1998, S. 120.

[25] s. Brettschneider, Frank, Der taktische und rationale Wähler. Über den Einfluss von Wahlumfragen auf das Wählerverhalten bei den Bundestagswahlen 1983 bis 1990, in: o. Titel, o. Verlag, o. Ort, o. Jahr, S. 56.

[26] o.V., http://www.dradio.de/cgi-bin/es/neu-hintergrund/728.html 6.9.2002

[27] s. Kirchgässner, Gebhard, Der Einfluss von Meinungsumfragen, S. 232ff,245.

[28] s. Gallus, Alexander und Lühe, Marion, Öffentliche Meinung und Demoskopie, 1998, S. 131.

[29] s. 2.2.2 dieser Arbeit

[30] s. Gallus, Alexander und Lühe, Marion, Öffentliche Meinung und Demoskopie, 1998, S. 131.

[31] s. Davidson, W. Phillips, The Third-Person-Effect in Communication, o. Verlag, POQ 47, 1983, S. 4f..

[32] s. Kirchgässner, Gebhard, Der Einfluss von Meinungsumfragen, S. 235.

[33] s. Brettschneider, Frank, Der taktische und rationale Wähler. Über den Einfluss von Wahlumfragen auf das Wählerverhalten bei den Bundestagswahlen 1983 bis 1990, in: o. Titel, o. Verlag, o. Ort, o. Jahr, S. 57 (Schaubild).

[34] Brettschneider, Frank http://www.dradio.de/cgi-bin/es/neu-hintergrund/728.html 6.9.2002

[35] s. Donsbach, Wolfgang, Die Rolle der Demoskopie in der Wahlkampf-Kommunikation, mimero, Universität Mainz 1983, S. 1ff.

[36] s. Kirchgässner, Gebhard, Der Einfluss von Meinungsumfragen, S. 237.

[37] Kirchgässner, Gebhard, Der Einfluss von Meinungsumfragen, S. 236.

[38] s. Kirchgässner, Gebhard, Der Einfluss von Meinungsumfragen, S. 240.

[39] s. Kirchgässner, Gebhard, Der Einfluss von Meinungsumfragen, S. 240 (Schaubild).

[40] s. Kirchgässner, Gebhard, Der Einfluss von Meinungsumfragen, S. 241.

[41] s. Kirchgässner, Gebhard, Der Einfluss von Meinungsumfragen, S. 234.

[42] s. Kirchgässner, Gebhard, Der Einfluss von Meinungsumfragen, S. 240 (Schaubild).

[43] s. Kirchgässner, Gebhard, Der Einfluss von Meinungsumfragen, S. 236 (Schaubild).

[44] s. Brettschneider, Frank, Der taktische und rationale Wähler. Über den Einfluss von Wahlumfragen auf das Wählerverhalten bei den Bundestagswahlen 1983 bis 1990, S. 57.

[45] nach Alter, Geschlecht, Berufsgruppenzugehörigkeit und Bildung.

[46] Ashenfelter, Orley C. und Kelley, Stanley, Determinants of Partisipation in Presidential Elections, in: The Journal of Law and Economics, 18. Jg., 1975, S. 721.

[47] s. Kirchgässner, Gebhard, Der Einfluss von Meinungsumfragen, S. 233.

[48] s. Brettschneider, Frank, Der taktische und rationale Wähler, S. 55 und 61.

[49] s. Brettschneider, Frank, Der taktische und rationale Wähler ,S. 61.

[50] „Deutschlands Demoskopen liefern derzeit höchst widersprüchliche Umfrageergebnisse für die Parteien und Kandidaten...“, SpiegelOnline 27. August 2002.

[51] s. Brettschneider, Frank, Die Medienwahl 2002: Themenmanagement und Berichterstattung. In: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.), Aus Politik und Zeitgeschichte (B 49-50/2002), Bonn, 2002, S. 1ff.

[52] s. Kirchgässner, Gebhard, Der Einfluss von Meinungsumfragen, S. 245.

[53] Brettschneider, Frank, "Datenhexer", "moderne Orakel", "Auguren der Neuzeit": Was Journalisten über Wahlumfragen denken - und wie Wahlumfragen auf die Wähler wirken. Pressemitteilung der Universität Augburg vom 4.8.2002 unter http://www.presse.uni-augsburg.de/unipressedienst/2002/pm2002_087.html

[54] vgl. Brettschneider, Frank, "Datenhexer"

[55] Schaubild “Bundestagswahl – Sonntagsfrage”, n-tv vom 22.9.02

[56] s. Gallus, Alexander und Lühe, Marion, Öffentliche Meinung und Demoskopie, 1998, S. 103.

[57] s. Stiehler, Hans-Jörg und Marr, Mirko, „Totgesagte leben länger“ ( 1996), S. 137.

[58] vgl. Stiehler, Hans-Jörg und Marr, Mirko, „Totgesagte leben länger“ (1996), S. 136.

[59] Wer hätte ein Jahr vor der Bundestagswahl 2002 wahlentscheidende Themen wie den Irakkrieg oder das Elbe-Hochwasser vorhersehen können?

[60] vgl. Brosius, Hans-Bernd und Koschel, Friederike, Methoden der empirischen Kommunikationsforschung – Eine Einführung, Westdeutscher Verlag, Opladen, 1998, S. 190

Details

Seiten
61
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638329514
ISBN (Buch)
9783638703741
Dateigröße
790 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v32163
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin – Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft
Note
1,7
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Prognosen Ursachen Bundestagswahlkampf Eine Untersuchung Ursachenzuschreibungen Medien Wahlkampf Bundestagswahl Demoskopie Meinungsumfragen

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Titel: Prognosen und Ursachen im Bundestagswahlkampf 2002. Eine inhaltsanalytische Untersuchung von Ursachenzuschreibungen.