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Was sind die kommunikativen Bedingungen für eine breite Resonanz auf einen Protest? Eine Online-Befragung

Hausarbeit 2014 20 Seiten

Medien / Kommunikation - Massenmedien allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hypothesen
2.1. Hypothese 1
2.2. Hypothese 2
2.3. Hypothese 3

3. Wahl der empirischen Methode

4. Der Fragebogen

5. Verlauf der Studie
5.1. Grundgesamtheit und Stichprobe
5.2. Repräsentativität
5.3. Erhebungszeitraum
5.3.1. Pretest
5.3.2. Online-Fragebogen
5.3.3. Auswertung

6. Auswertung der Untersuchungsergebnisse
6.1 Auswertung Hypothese 1
6.2 Auswertung Hypothese 2
6.3 Auswertung Hypothese 3

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis
8.1 Bücher
8.2 Zeitschriften
8.3 Sammelbänder
8.4 Onlinequellen

9. Anhang

1. Einleitung

Wir leben in einer von Medien bestimmten Welt, deren Omnipräsenz es uns erlaubt, auf einfachem und schnellem Wege am Nachrichtengeschehen in der Welt teilzuhaben. Themen, die wir in den Medien aufnehmen, können mit unserer persönlichen Einstellung übereinstimmen oder kollidieren. Natürlich kann es auch sein, dass wir zu einem bestimmten Thema gar keine Meinung haben oder es uns schier unbekannt ist.

Im Falle einer Kollision gibt es verschiedene Möglichkeiten, unsere „Anti-Haltung“ zum Ausdruck zu bringen. Fakt ist jedoch, dass es eine Form von Protest ist, wenn wir es tun. Wann aber beteiligen sich die Menschen überhaupt an einem Protest?

Die folgende Arbeit untersucht genau diese Fragestellung aus der kommunikationswissenschaftlichen Perspektive. Genauer gesagt beschäftigt sie sich mit den kommunikativen Bedingungen, die gegeben sein müssen, damit sich eine Person aktiv an einem Protest beteiligt. Also mit jenen Bedingungen, die eine große Resonanz auf einen Protest hervorrufen.

Als Beispiel eines Protests wurde für die Umfrage das Volksbegehren 2013 in Bayern gegen die Studiengebühren gewählt. Darüber wurde auf allen Medienkanälen berichtet und es ist aufgrund seiner Aktualität den Menschen im Gedächtnis.

Drei Hypothesen, also „eine Vermutung über einen bestehenden Sachverhalt." (Diekmann 2007: 124) wurden dahingehend aufgestellt. Dabei soll in dieser Arbeit vor allem auf die sozialen Netzwerke eingegangen werden, die mittlerweile einen hohen Stellenwert in Deutschland eingenommen haben.

Ein weiterer Begriff ist „Web 2.0“, der in dieser Studie als Synonym für „soziales Netzwerk“ verwendet wird. Sie bestimmen den Alltag von immer mehr Menschen. „Es wird mehr und mehr von einem Werkzeug, um Informationen zu suchen und auszutauschen, zu einem Werkzeug, um andere Menschen zu finden und mit ihnen Verbindung aufzunehmen“ (Chatfield 2013: 104) Laut einer Bitkom Studie aus dem Jahr 2013 sind vier von fünf Internetnutzern heutzutage in einem sozialen Netzwerk angemeldet. Von diesen sind 56% bei Facebook (vgl. Abb. 1).

Die Aktualität und die Relevanz der hier behandelten Forschungsfrage sind unleugbar. Die Frage des Einflusses sozialer Netzwerke und Medien auf die aktive Beteiligung an einem Protest ist zwingend notwendig. Auf diese Frage soll in der vorliegenden Arbeit eingegangen werden, mit dem Ziel, am Ende eine klare Erkenntnis zu haben, welche kommunikativen Bedingungen gegeben sein müssen, damit diese zu einer Beteiligung an Protestbewegungen führen.

Dabei soll zunächst auf die formulierten Hypothesen, deren Herleitung und theoretische Verknüpfung eingegangen werden, bevor die Wahl der Befragung als geeignete Methode zur Erforschung der Hypothesen begründet wird.

Im Folgenden wird der Aufbau des erstellten Fragebogens, samt Fragetypen und deren Platzierung erläutert. Das Vorgehen während des gesamten Forschungsprozesses, zu dem u.a. die Populationswahl oder der Zeitpunkt der Erhebung gehört, wird im Anschluss thematisiert. Im Anschluss werden die Untersuchungsergebnisse präsentiert und mit den aufgestellten Hypothesen verknüpft. Hier zeigt sich, ob die Hypothesen vorläufig verifiziert oder falsifiziert werden können. In einem Fazit werden die erhaltenen Ergebnisse zusammengefasst und eingeordnet.

Als unterstützende Literaturquellen werden für den Forschungsprozess primär die Werke von Kai Diekmann „ Methoden der empirischen Sozialforschung“, „Die Befragung in der Medien- und Kommunikationswissenschaft“ von Daniela Schlütz/Wiebke Möhring sowie das Buch von Brosius/Koschel/Haas „Methoden der empirischen Kommunikationsforschung“ verwendet. Diese bieten sowohl einen umfassenden und detaillierten Überblick über die

Konzeption, den Ablauf und die Auswertung von Befragungen, als auch Erläuterungen der Vor- und Nachteile der verschiedenen Befragungsformen und Fragetypen.

2. Hypothesen

In der aktuellen Arbeit sollen drei Hypothesen zu der aufgestellten Forschungsfrage untersucht werden, die sich vorwiegend mit dem Einfluss der sozialen Netzwerke auf das Protestverhalten befassen.

2.1 Hypothese 1

Je häufiger eine Person soziale Medien nutzt, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie sich lediglich mittels derer an einem Protest beteiligt.

Dabei soll zunächst auf die Nutzung und Verweildauer in sozialen Medien eingegangen werden. Nutzer, die hier mehrmals pro Tag aktiv sind, stehen bei der Forschungsfrage im Mittelpunkt.

Soziale Medien bezeichnen digitale Medien und Technologien, die es Nutzern ermöglichen, sich untereinander auszutauschen und mediale Inhalte einzeln oder in Gemeinschaft zu erstellen (vgl. Schmidt 2013: 10). Als Beispiele können an dieser Stelle die Videoplattform YouTube oder die sozialen Netzwerke Twitter und Facebook genannt werden. Nutzern solcher Netzgemeinschaften wird eine politische Bildung bzw. Informiertheit über aktuelle Geschehnisse unterstellt, die mit der von Print- und Rundfunkmedien-Konsumenten vergleichbar ist, diese möglicherweise sogar noch übertrifft. Als Begründung muss vor allem die Aktualität der im Internet veröffentlichten Inhalte genannt werden. Nur wenige Minuten nach Ereignissen sind Videos auf YouTube darüber abrufbar. Auch Printmedien und Nachrichtensendungen, die Nutzer über ihren Account in sozialen Netzwerken abonnieren können, veröffentlichen in Sekundenschnelle Informationen zu aktuellen Geschehnissen. Nutzer digitaler Medien sind folglich meist schneller informiert als Zeitungsleser, die der Schnelllebigkeit der Internets Tribut zollen müssen. Egal, ob Onlinenutzer, Zeitungsleser, Radiohörer - alle können sich gleichermaßen zu den Geschehnissen eine Meinung bilden. Sie können Aussagen und Entscheidungen der Politiker zustimmen oder diese kritisieren. Im Falle einer Kritik wird bei dieser Hypothese ein Unterschied zwischen Nutzern sozialer Medien und beispielsweise Fernsehnutzern postuliert. Aufgrund ihrer großen Affinität zu sozialen Medien, wird vermutet, dass sich deren Nutzer über diese Plattform an Protesten beteiligen. Sie ziehen somit den Online-Protest, z.B. in Form von Gefällt-mir-Klicks, einer Demonstration auf der Straße oder einer Beteiligung an einer Unterschriftensammlung vor. Das kann vor allem durch Kommentare, Tweets und Likes in Beiträgen der Onlineauftritte von Printmedien realisiert werden. Es wird also ein positiver Zusammenhang zwischen der Nutzung sozialer Medien und einer Online-Protestbeteiligung angenommen, der gerade aufgrund aktueller Geschehnisse interessant zu erforschen ist.

Als Beispiel ist die Online-Petition zu nennen, die gegen ZDF-Moderator Markus Lanz gestartet wurde. Sie stellt einen Online-Protest dar, der innerhalb kürzester Zeit viele Anhänger gefunden hat. Über soziale Medien wie Facebook oder Twitter konnte man zu der Petition gelangen. Würde unsere hier aufgestellte Hypothese also stimmen, müssten sich viele Nutzer sozialer Medien an diesem Protest beteiligt haben.

Wurde diese Petition also wirklich vorwiegend von Personen unterzeichnet, die oft im Internet und in sozialen Medien aktiv sind, oder besteht zwischen der alltäglichen Nutzung solcher Netzgemeinschaften und der Beteiligung an Online-Protesten kein Zusammenhang?

2.2 Hypothese 2

Je jünger eine Person ist, desto eher verfolgt sie Protestbewegungenüber Facebook.

Das Web 2.0 nimmt eine immer bedeutendere Stellung im Leben vieler Menschen ein. Es gehört mittlerweile zu den gefragtesten Internetanwendungen und Netzwerke wie Facebook oder Twitter wachsen stetig (vgl. Pohl 2013: 1). Die JIM-Studie (Jugend, Information, ((Multi-))Media) untersucht jährlich das Mediennutzungsverhalten der 12 - 19-jährigen. 2013 spielten, wie auch bereits in den Jahren zuvor, Online-Communities, darunter vor allem soziale Netzwerke, bei Jugendlichen eine große Rolle. Von den 12-19 jährigen sind 77% täglich bzw. mehrmals pro Woche online, wobei bei ihnen, wie bei dem Rest der Nutzer in Deutschland Facebook 2013 am beliebtesten war (vgl. Abb. 2). Darum wird bei dieser Hypothese auch nur Facebook betrachtet und Twitter, XING und Co. keine weitere Aufmerksamkeit geschenkt. Mit ansteigendem Alter nimmt dagegen die Nutzung sozialer Netzwerke ab (vgl. Abb. 3). Diese Tatsache ist nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass die unter 30-jährigen, oft auch als „Digital Natives“ bezeichnet werden, weil sie quasi mit sozialen Netzwerken aufgewachsen sind. Digital Natives beschreibt Appel als „halbwüchsige Jungen und Mädchen, scheinbar nachlässig gekleidet und mit desinteressiertem Blick, mit Kopfhörern, aus denen scheppernde Musik dringt, und die Augen auf ein Smartphone in der Hand gerichtet. Sie erscheinen abgekapselt, fremd, oft abweisend“ (Appel/Michel-Dittgen 2013: 3). Ältere Menschen, die sich vor dem Boom sozialer Netzwerke hauptsächlich über andere Kanäle, wie Fernsehen oder Printmedien informiert haben, bleiben ihrer Gewohnheit treu und verzichten daher auch jetzt eher auf das Web 2.0. Aufgrund der großen Affinität jüngerer Menschen zu Facebook, wird angenommen, dass sie Nachrichten über das aktuelle Zeitgeschehen vornehmlich über dieses Medium konsumieren und verfolgen. Davon ausgehend, dass die befragte Person der aktuellen Studie also von dem Protest zur Abschaffung der Studiengebühren gehört hat, wird angenommen, dass sie dessen Verlauf über das soziale Netzwerk Facebook verfolgt hat. Ob der positive Zusammenhang zwischen dem Alter und der Verfolgung von Protesten über Facebook vorläufig bestätigt werden kann, wird sich bei der Auswertung am Ende der Studie zeigen.

2.3 Hypothese 3

Je höher der Bildungsabschluss einer Person ist, desto eher ist sie auf den Protest zur Abschaffung der Studiengebühren aufmerksam geworden.

Oft postulieren Kritiker, dass hoher Medienkonsum zur Verblödung der Menschheit beiträgt, da viele Medien jeglichen Inhalt als Unterhaltung darstellen. Einer der schärfsten Kritiker war Neil Postman der bereits in seinem Buch „Wir amüsieren uns zu Tode“ die Haltung der Rezipienten scharf kritisierte (vgl. Postman 1985: 12).

Bei der Erforschung der vorliegenden Hypothese, wird jedoch hinsichtlich des erreichten Bildungsabschlusses ein Unterschied beim Medienkonsum angenommen. Dabei wird der Fokus auf Menschen mit Abitur gelegt. Ihnen wird aufgrund höherer Bildung eine höhere Medienkompetenz zugesprochen. Medienkompetenz umfasst die Fähigkeit, über Medien zu reflektieren, ihre Produktionsbedingungen zu erkennen, Medien für verschiedene Bedürfnisse adäquat zu gebrauchen und sie zur Kreation eigener Botschaften einzusetzen (vgl. Baacke 1999: 34.). Abiturienten verbringen zwar voraussichtlich ähnlich viel Zeit in sozialen Medien oder vor dem Fernseher, filtern jedoch wichtige Informationen, wie bspw. jene über das aktuelle Weltgeschehen, heraus. Im Gegensatz zu Menschen, die beispielsweise einen Hauptschulabschluss haben, wird vermutet, dass Abiturienten Medien gezielt nutzen, um ihr

Informationsbedürfnis zu befriedigen. Sie wissen, welche Internetseiten und Fernsehkanäle wie und wann Informationen zur Verfügung stellen und wie sie diese bei Interesse weiterverfolgen können. Natürlich wird dabei ein gewisses Interesse an Wissensakkumulation vorausgesetzt. Sie sehen Medien nicht nur als Mittel der Ablenkung, sondern als Kanal der Nachrichten- und Informationsvermittlung. In dieser Hypothese wird also angenommen, dass Personen mit Abitur auf aktuelle Nachrichten eher aufmerksam werden als Menschen geringeren Bildungsniveaus. Folglich war ihnen auch das Volksbegehren für die Abschaffung der Studiengebühren in Bayern bekannt.

3. Wahl der empirischen Methode

Bevor erläutert wird, warum die Befragung für die Untersuchung der drei Hypothesen am geeignetsten ist, wird zunächst auf die anderen Methoden der Datenerhebung und die Begründung für deren Ablehnung in diesem Forschungsprozess eingegangen. Eine mögliche Methode der empirischen Sozialforschung stellt die Beobachtung dar. Darunter wird eine „direkte Beobachtung menschlicher Handlungen, sprachlicher Äußerungen, nonverbaler Reaktionen (Mimik, Gestik, Körpersprache) und anderer sozialer Merkmale, Kleidung, Symbole, Gebräuche, Wohnformen usw.) verstanden.“ (Diekmann 2007: 548) Der Hauptgrund, der gegen die Beobachtung spricht, ist unsere fehlende Ausbildung als Beobachter (vgl. ebd.: 551). Ist diese nicht vorhanden, können insbesondere zwei Probleme auftreten. Zum einen „das Problem der Verzerrung durch selektive Wahrnehmung, [zum anderen] das Problem der Fehlinterpretation des beobachteten sozialen Geschehens.“ (ebd.: 551) Da Forscher gern ihre Hypothese bestätigt haben möchten, besteht die Gefahr einer Auslegung der Ergebnisse zu Gunsten des Forschungsinteresses“ (ebd.: 550). Aufgrund der aufgeführten Argumente wurde die Beobachtung als Methode für die vorliegende Untersuchung abgelehnt.

Eine weitere mögliche Methode der Datenerhebung stellt die Inhaltsanalyse dar. Sie „befasst sich mit der systematischen Erhebung und Auswertung von Texten, Bildern und Filmen [...] Das Verfahren zielt nicht auf die Erhebung von Daten ab, sondern schließt Aspekte der Auswertung, der Analyse von Daten ein.“ (vgl. ebd.: 576) „Sie ist eine empirische Methode zur Untersuchung von symbolischem Material.“ (Möhring/Schlütz 2010: 15) Das ist der Grund dafür, dass die Inhaltsanalyse für unser Forschungsinteresse nicht die richtige Methode ist. Freilich müssen die durch unseren Fragebogen gewonnenen Daten auch analysiert und eingeordnet werden, im Mittelpunkt steht aber zunächst die Erhebung dieser Daten. Bei der Inhaltsanalyse liegen diese jedoch bereits in Form von Texten, Bildern oder Filmen vor (vgl. ebd.: 15).

Die Testpersonen könnten natürlich ihr Mediennutzungsverhalten in einer Art Tagebuch dokumentieren. Anhand der Daten, der Satzkonstruktion, des Gebrauchs von Lexemen könnte man versuchen, die aufgestellten Hypothesen zu überprüfen. Dies würde jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zu einem Erkenntnisgewinn führen und wäre mit enormem Aufwand verbunden.

Die Befragung scheint die geeignetste Methode für unsere Untersuchung zu sein. Sie „ ist eine besondere Form der Kommunikation, die auf einem Fragebogen basiert. Ihr Ziel ist es, zahlreiche, individuelle Antworten zu generieren, die in ihrer Gesamtheit zur Klärung einer (wissenschaftlichen) Fragestellung beitragen.“ (ebd.: 14) „ In diesem Forschungsprozess wurde eine Online-Befragung durchgeführt. Sie stellt einen „Spezialfall der schriftlichen Umfrage, bei der der Fragebogen online […] präsentiert wird, dar.“ (ebd.: 132) Seit einigen Jahren gewinnt die Internetumfrage immer mehr an Bedeutung (vgl. Diekmann 2007: 520). In unserem Fall wurde sie primär aufgrund ihrer Kostengünstigkeit verwendet. Durch die hohe Anonymität werden die Befragten selten zu Falschantworten animiert, die den gesellschaftlichen Normen entsprechen, wie bei einem direkten Interview. Darum können auch heiklere Themen problemlos in einen Online-Fragebogen aufgenommen werden. Als größter Nachteil der Online-Befragungen wird meist die mangelnde Repräsentativität genannt, auf die in einem späteren Teil der Arbeit noch genauer eingegangen wird.

4. Der Fragebogen

Um am Ende die Hypothesen auswerten zu können, benötigt eine Befragung viele Teilnehmer. Diesen Ausgang kann der Interviewer zumindest teilweise durch gute Fragebogenkonzeption beeinflussen und somit die Abbruchquote gering halten.

Im verwendeten Fragebogen (vgl. Abb 15) wurde ,wie üblich, mit Eisbrecherfragen begonnen. Das sind zunächst allgemeiner gestellte Fragen, die nur in geringem thematischen Zusammenhang mit dem Forschungsinteresse stehen und lediglich den Einstieg für den Befragten erleichtern sollen (vgl. Diekmann 2007: 471).

Um es den Befragten so einfach wie möglich zu machen, wurde auch in diesem Fragebogen auf Filterfragen zurückgegriffen. Sie „helfen, überflüssige Fragen zu vermeiden und die Befragungszeit zu reduzieren." (ebd.: 484) In unserem Fall bedeutete das, dass der Befragte alle Fragen zum Bereich "Soziale Netzwerke" übersprang, sofern er bei der Filterfrage angab, diese nicht zu nutzen.

Der entwickelte Fragebogen gliederte sich in thematische Blöcke. So gibt es einen Bereich, der sich ausschließlich mit der generellen Mediennutzung beschäftigt oder dem der sozialen Netzwerke. Um den Übergang zwischen den Blöcken zu erleichtern und einer Orientierungslosigkeit beim Befragten vorzubeugen, wurden Überleitungssätze verwendet, die auf das neue Thema vorbereiten sollen (vgl. ebd.: 484).

In diesem Fragebogen wurde vorwiegend mit geschlossenen Fragen gearbeitet, so dass der Befragte aus bereits vorformulierten Antworten die für ihn zutreffende ankreuzen konnte. Geschlossene Fragen sind sowohl für den Befragten angenehmer, da er sich keine Gedanken über die Ausformulierung seiner Antwort machen muss, als auch für den Interviewer, der bei der Auswertung deutlich weniger Zeit benötigt, als das bei Antworten auf offene Fragen der Fall ist.

Auf Multimediaeffekte, wie Bilder und Videos, wurde im anhängenden Fragebogen zu Gunsten der Übersichtlichkeit und zielgerichteten Beantwortung verzichtet. Um Einstellungen und Bewertungen zu erheben, wurde auch hier mit Rating-Skalen gearbeitet. Der Befragte hatte bestimmte Aussagen zur Auswahl, die er nach Wichtigkeit, ähnlich dem eines Rankings, ordnen sollte (vgl. ebd.: 471-472).

5. Verlauf der Studie

5.1 Grundgesamtheit und Stichprobe

Es hängt von der jeweiligen Fragestellung ab,über welche Personen bzw. Merkmalsträger in einer Untersuchung Aussagen gemacht werden. Dieser Geltungsbereich wird die Grundgesamtheit von Fällen genannt. Die Untersuchung und anschließende Ergebnisdarstellung bezieht sich ausschließlich auf diese definierte Grundgesamtheit, also eine ganz bestimmte Objektmenge . (Brosius/Hass/Koschel 2008: 71)

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Details

Seiten
20
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668209046
ISBN (Buch)
9783668209053
Dateigröße
1.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v321200
Institution / Hochschule
Universität Passau
Note
1,7
Schlagworte
Empirische Sozialforschung Methoden der empirischen Sozialforschung Befragung Online-Befragung Medien Kommunikation Journalismus Kommunikationswissenschaft Medien und Kommunikation Protest Protestkommunikation Protest-Kommunikation

Autor

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Titel: Was sind die kommunikativen Bedingungen für eine breite Resonanz auf einen Protest? Eine Online-Befragung