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Die Darstellung der Psychiatrie und ihre Behandlungsmethoden in Literatur und Film. Die Psychopharmaka-Debatte

Examensarbeit 2016 61 Seiten

Medizin - Neurologie, Psychiatrie, Süchte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Psychopharmaka-Debatte - ein geschichtlicher und theoretischer Überblick
1.1 Der Beginn der Psychiatrie im 19. Jahrhundert
1.2 Die Ära der Psychopharmaka
1.3 Die Antipsychiatrie Bewegung in den 1960er und 1970er
1.4 Die heutige Antipsychiatrie und ihre Theorien

2. Die literarische Wahrnehmung der Psychiatrie: Am Beispiel von Sophia Dannenbergs Teufelsberg
2.1 Überblick über den Roman
2.2 Die Psychiatrie- Klinik oder Gefängnis?
2.3 Interaktion von Institution und Patient
2.4 Der Roman im Spiegel seiner Zeit

3. Die Wahrnehmung der Psychiatrie im Film: Am Beispiel von Berlin Calling und It’s kind of a funny story
3.1 Die Psychiatrie- Klinik oder Gefängnis?
3.2 Personen
3.3 Interaktion von Institution und Patient
3.4 Die Filme im Spiegel ihrer Zeit

4. Die Psychiatrie und Psychopharmaka im Spiegel der Realität- Der Dokumentarfilm Nicht alles schlucken
4.1 Wirkung und Risiken von Psychopharmaka
4.2 Psychopharmaka in der Psychiatrie

5. Fazit

6. Anhang

Literaturverzeichnis

Primärliteratur

Filme

Sekundärliteratur

Internetquellen

Einleitung

Im Arzneimittelreport aus dem Jahr 2007 geht hervor, dass mit Psychopharmaka ein Umsatz von 1,9 Milliarden Euro in Deutschland gemacht wurde, sodass nach Angaben des Statistischen Bundesamt pro Jahr ca. 80 Millionen Packungen an Psychopharmaka verkauft werden.1 Für die Pharmakonzerne ist dies ein lukratives Geschäft, mit ansteigendem Trend. Laut der OECD stieg der Gebrauch von Psychopharmaka in Deutschland 2007-2011 um 46 Prozent an.2 Aktuell zeigt der Arzneiverordnungsreport 2015 das Psycholeptika und Psychoanaleptika3 mit insgesamt 47,9 Mio. Verordnungen im Jahr 2014 auf Platz zwei der meist verschriebenen Medikamenten gehören4 und ins Zentrum von psychiatrischen Behandlungen gerückt sind.5 Dabei versprechen sie schnelle Hilfe und Beruhigung, lindern aber nur Symptome, denn die eigentliche Erkrankung können sie nicht heilen.6 Dennoch oder gerade deswegen wird eine Gegenstimme in der Gesellschaft laut, die der Entwicklung kritisch gegenübersteht. Diese Bewegung, die eine antipsychiatrische Strömung darstellt, setzt sich für eine freie Psychiatrie ohne Medikamente ein.7 Ein Argument in der Debatte rund um die Psychopharmaka bezieht sich auf die starken Nebenwirkungen wie u.a. Gewichtszunahme, Krämpfe und Abhängigkeit von Tabletten.8 Aus den Aussagen der Behandelten wird deutlich, dass die verordneten Medikamente in die körperliche und seelische Verfassung eingreifen und diese verändern9, sodass Psychiatrie-Betroffene häufig von einem apathischen Verhalten berichten. Ein weiteres Argument ist die Verabreichung der Medikamente und ihr Zusammenhang mit Zwangsmaßnahmen, wie Fixierungen und Injektionen von Psychopharmaka. Die Antipsychiatrische Bewegung zeigt damit die Psychiatrie als eine Institution auf, die sich auf dem schmalen Grad von Therapie und Rechtsbruch10 bewegt und Ärzte in Erklärungsnot bringt. Die Argumente für Psychopharmaka fokussieren sich dabei auf die vermeintliche Hilfe, welche die Psychopharmaka in der Bewältigung des Alltags bringen und seitens der Psychopharmaka-Befürworter wird die negative Betrachtungsweise als stereotypenhafte Betrachtung aufgrund von Wissensdefiziten betrachtet.11

Bei näherer Betrachtung der Psychopharmaka Debatte wird deutlich, dass der Spannungsgrad zwischen „Heilanstalt“ auf der einen Seite und „Zwangspsychiatrie“ auf der anderen mit der Entwicklung des naturwissenschaftlichen Modells der Psychiatrie zusammenhängt. Die Einführung der Psychopharmaka 1952 führte „zu einem Paradigmenwechsel im Konzert der Behandlungsmöglichkeiten“12, wie Dietrich Geyer in seinem Werk Trübsinn und Raserei vermerkt. Fortan war es der Psychiatrie mittels Veränderung der Hirnchemie möglich das Verhalten der Patienten zu steuern. Die kostengünstige Behandlungsmethode setzte sich durch den Antrieb der Pharmakonzerne in aller Welt durch und wurde fester Bestandteil des Behandlungskonzepts in der Psychiatrie.13 Wie die Überblickswerke zur Geschichte der Psychiatrie zeigen, wird der Fokus dadurch auf die medikamentöse Behandlung gesetzt. Hiermit verinnerlichen die Psychiater ein medizinisches Modell, dass sich auf neurowissenschaftlichen Hypothesen zur Steuerung der Hirnchemie bezieht. Die Hypothese konnten bisher jedoch nicht eindeutig bestätigt werden und wurden bereits in den letzten Jahren auch von Wissenschaftlern in Frage gestellt.14 Der Streit nach dem Ursachenmodell von Geisteskrankheiten bildet den Kern der Psychopharmaka-Debatte.

Ziel dieser Arbeit ist es die zentralen Argumentationsmuster der antipsychiatrischen Theorien aufzuzeigen und zu verdeutlichen, wie sich diese in den Darstellungen der Psychiatrie in Literatur und Film widerspiegeln. Dazu bedarf es eine Einordnung der Theorien in ihren geschichtlichen Kontext, dem sich das erste Kapitel dieser Arbeit widmet. Es soll einen Überblick über die unterschiedlichen Positionen zur Psychiatrie und deren Entwicklung geben. Zudem bietet es einen genaueren Überblick über die medikamentöse Behandlungsmethode und ihre Wirkung, zeigt die Entstehung und Entwicklung der Antipsychiatrischen Bewegung, sowie Alternativtherapien auf, die sich im Laufe der Zeit herausgebildet haben. Als Standardwerk wurde die Arbeit von Edward Shorter Geschichte der Psychiatrie herangezogen, sowie die gleichnamige Zusammenfassung von Heinz Schott/Rainer Tölle. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Werke kritisch betrachtet werden müssen, da die Autoren die historischen Ereignisse unterschiedlich widerspiegeln. Shorter steht den Entwicklungen der Psychopharmaka kritisch gegenüber, wie an einzelnen Ereignissen später zu sehen ist. Dies wird von Schott und Tölle kritisiert und als „selektive Sichtweise“ 15 dargestellt, die sich vor allem an der mangelnden Ausführung der Antipsychiatrie- Geschichte aufzeigt. Schott und Tölle versuchen daher eine differenzierte Sichtweise auf die Geschehnisse zu geben, was vor allem aus ihren Schlussworten hervorgeht, indem sie den aktuellen Kurs der Psychiatrie hinterfragen. Shorter kann andererseits eine differenzierte Sichtweise bezüglich dem Einfluss der Pharmakonzerne geben. Darüber hinaus müssen die Werke des Springer Verlags kritisch durchleuchtet werden, da sie stets eine Pro-Psychiatrie Seite in ihrer Zusammenfassung der Geschichte darlegen.16 Im Gegensatz dazu, zeigen die Werke der Psychiatrie Verlage, wie das Basiswissen: Geschichte der Psychiatrie von Burkhardt Brückner17, ein vielschichtiges Bild der Psychiatrie. Der Antipsychiatrie Verlag folgt indessen einer stark kritischen Haltung gegenüber der Psychiatrie.

Wie sich die antipsychiatrischen Gedanken in Literatur und Film verwirklichen, ist Thema des zweiten Teils dieser Arbeit. Da Literatur, Film und Gesellschaft in Wechselwirkung zueinanderstehen, leisten die Werke, einen individuellen Beitrag zur Psychopharmaka-Debatte. Durch die theoretischen Vorüberlegungen des ersten Kapitels, kann somit im zweiten Kapitel das fiktional literarische Werk von Sophia Dannenberg Teufelsberg18 innerhalb dieser Überlegungen eingereiht werden. Dabei gibt das erste Teilkapitel einen Überblick über den Roman, samt narrativen Besonderheiten. Anschließend wird der Roman anhand unterschiedlicher Ebenen untersucht. Auf Ebene der Institution und ihren Auftrag innerhalb der Gesellschaft, sowie auf Ebene der Interaktion von Institution und Patient und ihres soziokulturellen Kontexts. Dabei sollen im Kapitel folgenden Fragen beantwortet werden: Wie wird die Institution dargestellt? Welchen Auftrag innerhalb der Gesellschaft nimmt sie wahr? Was sagt sie über die Psychiatrie aus und wie werden die Patienten in der Einrichtung behandelt? Analog dazu sollen im dritten Kapitel, anhand von Berlin Calling19 und It’s kind of a funny story20, die filmischen Darstellungen in Bezug auf Psychiatrie, psychiatrisches Personal und die Behandlung der Patienten erörtert werden, sowie die Wahrnehmungen der Psychiatrie im Spiegel ihrer Zeit.

Das letzte Kapitel widmet sich dem Dokumentarfilm Nicht alles schlucken21 aus dem Jahr 2015. Dieser Film, der einen Einblick in eine Gesprächsrunde gibt, bietet Psychiatrie-Betroffenen, Angehörigen und Beteiligten eine Gelegenheit über die Wirkung der Psychopharmaka offen zu sprechen um damit Stigmatisierungen entgegen zu wirken.22 Nicht alles schlucken widmet sich damit dem Konzept einer trialogischen Psychiatrie, in welcher Fachkräfte, Psychiatrie-Erfahrene und Angehörige die Möglichkeit haben auf Augenhöhe einen gleichberechtigen Austausch zu führen. Aus der Hamburger Erklärung zu den Perspektiven einer Trialogischen Psychiatrie auf dem XIV. Weltkongress für Soziale Psychiatrie 1994 in Hamburg heißt es:

Es hat lange gedauert, bis die Fachleute als Lernende auf „Psychiatrie-Erfahrene“ und Angehörige zugehen konnten. Psychiatrie kann sich aber nur dann als empirische, d. h. als Erfahrungswissenschaft bezeichnen, wenn sie die Erfahrungen von seelisch leidenden Menschen und ihrer Angehörigen gleichberechtigt einbezieht. Wir wollen deshalb zu einer gemeinsamen Sprache finden, die von Patienten, Angehörigen und Therapeuten verstanden wird.23

Welchen Einblick der Dokumentarfilm mit dem trialogischen Gespräch und seiner genredefinierten Authentizität auf die Wirkung und Risiken der Psychopharmaka gibt, soll im letzten Kapitel entschlüsselt werden.

1. Die Psychopharmaka-Debatte - ein geschichtlicher und theoretischer Überblick

In der heutigen Psychiatrie herrschen zwei Grundbilder, die im ständigen Diskurs gegenüberstehen. Es ist die biosoziale Psychiatrie, die sich auf ein intensives Arzt-Patient-Verhältnis bezieht und die Psychoanalyse als Gedankensatz vertritt, sowie die biologische Psychiatrie, die ein neurowissenschaftliches Denkbild entgegensetzt, sodass geistige Krankheit immer auch eine körperliche darstellt und damit behandelt werden kann. Durch die Entdeckung der Psychopharmaka 1952 bekam die biozentrierte Psychiatrie einen deutlichen Aufschwung und entsprechend differenzierte sich die moderne Psychiatrie und brachte sie auf einem „Scheideweg“24. Um zu verstehen wie sich die unterschiedlichen Denkweisen der Psychiatrie im Laufe der Geschichte gewandelt und etabliert haben, soll nun im Folgenden eine Zusammenfassung der Entwicklung aufgezeigt werden. Es sei beachtet, dass hier nur Auszüge der berühmtesten Theorien dargestellt werden, ausgesucht im Hinblick auf ihren Mehrwert für diese Arbeit und dabei viele renommierte Theoretiker auf diesem Fachgebiet ausgespart werden müssen. Die Ergebnisse dessen stellen die Grundlage für die Entwicklung der Psychiatrie als Institution dar. Obendrein bieten sie den soziokulturellen Kontext für die heutigen Darstellungen der Psychiatrie in Literatur und Film und sind daher essenziell für die weitergehende Analyse.

1.1 Der Beginn der Psychiatrie im 19. Jahrhundert

Die Intention von Pinel um 1800, „die Befreiung der Irren von Ketten“25 führte zum Beginn der Psychiatrie und umfasste „psychische“ Behandlungskonzepte, neuartige Heil- und Pflegeanstalten26 und die Bevorzugung psychogener ätiologische Erklärungen.27 Pinels Studien wurden weitergetragen von Esquirol, der sich besser durchsetzen konnte als Pinel und seine Ideen in die Tat umsetzen wollte.28 Er widmete sich dem Problem inwiefern Geisteskrankheit durch die Gesellschaft entsteht und verband damit eine somatische wie psychologische Orientierung, welche in Frankreich, anders als in Deutschland, nie als Gegensatz betrachtet wurde.29 Die bedeutendste Idee von Pinel, die Esquirol unter anderem in seiner Privatklinik verwirklichte, war die der „Heilkommune“30. Dort wurden Patienten und Ärzte als jeweils ein Teil der psychiatrische Gemeinschaft gesehen wurden.31

In Mitteleuropa war es vor allem der Mediziner Johann Christian Reil, der sich für eine Verbesserung der damaligen Zustände in den Anstalten einsetzte. Er forderte nicht nur räumliche Wandlungen der Asyle32, sondern Behandlungsmethoden, die sich sowohl auf die physische wie psychische Therapien beziehen sollen. 1808 schließlich prägte Reil den Begriff „Psychiaterie“33, welchen er 1816 zu Psychiatrie umwandeln sollte.34 Mit dem naturwissenschaftlichen Bild konnte die damaligen Verwahrung von Geisteskranken zu einer Wende führen, indem der Behandlung eine therapeutische Sicht vermittelt wurde.35

Die erste biologische Psychiatrie36

Mit Wilhelm Griesinger etablierte sich die Psychiatrie als Naturwissenschaft, indem eine Zusammenführung der Universitätspsychiatrie mit der Neurologie angestrebt wurde. Griesinger verfolgte dabei die Theorie von Einheit des Körpers und Seele. Durch sein Neugier an der Naturwissenschaft strebte er an, die Symptome von Geisteskrankheit zu lokalisieren und fokussierte sich auf das Gehirn als Zentrum der Geisteskrankheiten.37 Der psychiatrische Krankheitsbegriff folgt ab diesem Zeitpunkt den Regeln des hirnphysiologischen Prinzips38, dass die Funktion der Nerven auf Erregung und Hemmung39 reduzierte. Die zwei Wirkungsprinzipe werden Jahre später durch Psychoanaleptika und Psycholeptika gezielt gesteuert. Durch seine Forschung im Hinblick auf die Reizbarkeit des Gehirns und ihre Verbindung mit psychischen Schmerz verankerte er die Lehre von der psychischen Störung fest in der Medizin und die Seele „zerfiel in physiologisch fundierte Funktionen des Bewusstseins“40, seine Lehre wird daher im Überblickswerk von Schott/Tölle als „Magna Charta der Psychiatrie“41 bezeichnet, da seine Theorien in zahlreichen Universitäten umgesetzt wurden.42

Kraepelin und seine Klassifizierung

Kraepelin war kein Freund des Neurowissenschaftlichen Ansatzes und wollte sich den hypothetischen Theorien nicht mehr widmen, sodass der ersten biologischen Therapie 1886 ein Ende gesetzt wurde. Er befasste sich stattdessen mit der langfristigen Beobachtung des Krankheitsverlaufs. Er nahm sich der psychiatrischen Diagnostik an und revolutionierte sie mit seiner Methode der Beobachtung und Differenzierung verschiedenartiger Krankheiten, die er in seinem fortschreitenden Lehrbuch veröffentlichte. Er entwickelte wichtige Fachtermini wie die manische Depression, Schizophrenie und Dementia praecox. In der sechsten Revision seines Lehrbuches war seine Klassifikation komplett, die „zur Grundlage für das spätere Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders der American Psychiatric Association werden sollte, das noch heute maßgeblichen Standardwerks der Psychiatrie.“43 Es ist jedoch auch jene Klassifikation, die bis heute in Frage gestellt wird. Das Rosenhan-Experiment zeigte eine beträchtliche Anzahl von Fehldiagnosen auf, sodass gesunde Menschen nur durch das Vorspielen von Symptomen als krank eingestuft wurden.44

Die Psychoanalyse- eine Parallelströmung

Als Parallelströmung in dieser Zeit galten die Gedankenansätze der Psychoanalyse von Sigmund Freud. Er war der Meinung, dass psychische Probleme als Ergebnis unbewusster Konflikte über längst vergangene Ereignisse angesehen werden.45 Er postulierte das Modell der drei Persönlichkeitsinstanzen und das neue Arzt-Patienten Verhältnis war geprägt von Selbstreflexion und Dialogbereitschaft.46 Seine Theorien waren ein alternatives Modell für die Psychiater in den Irrenanstalten und ermöglichten ihnen einen Weg aus der Heilanstalt hinaus und hinein in die Privatpraxen. Die Psychoanalyse ermöglichte ein sensibleres Arzt-Patienten-Verhältnis, dass zudem auch gekoppelt war mit der Vermarktung der eigenen Position im Privatsektor.47 Aufgrund des heilenden Ansatzes, wurden die Lehren der Psychoanalyse in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts ein fester Bestandteil der Psychiatrie, sollte jedoch nicht die Oberhand behalten. Durch den Nationalsozialismus wurde sie aus Europa verdrängt, wodurch sich der Schwerpunkt der Psychoanalyse notgedrungen in die Vereinigten Staaten ausbreitete und dort bis in die 70er Jahren des 20. Jahrhunderts weiterblühte.48

Gängige Behandlungsmethoden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Während die hauptsächliche Aufgabe der Psychiatrie aus der Verwahrung der Geisteskranken bestand, konnte man zur Heilung jedoch wenig beitragen, was bis heute der Fall sein soll. Man schwankte zwischen Deponierung von Kranken und der Psychoanalyse als Therapieansatz. Letzteres war für den Alltag in einer Psychiatrie jedoch nicht geeignet, sodass sich Alternativen herausbildeten, die jedoch durchweg ein Produkt der Überforderung der Ärzte und die Verzweiflung aufgrund des geringen Heilvermögens darstellten. Unter den „Alternativen“ befinden sich unter anderem auch fragwürdige Behandlungsmethoden, die einer Unterdrückung des Geisteskranken und deren Ruhigstellung gleichkommen. Man versuchte dabei überwiegend körperliche Behandlungsverfahren wie die Barbituratnarkose49, Insulinkoma50, Cardizolschock51 und auch Elektroschocks52 durchzusetzen und versprach sich davon anhaltende Remissionen, wenn nicht sogar Heilung. Für die Patienten der Anstalten wurden diese Vorgehensweisen jedoch zu Tortur.53 Die Suche nach einer Behandlung, die gezielte Wirkungen auslösen könnte, wurde mit der Einführung der Psychopharmaka beendet. Man nahm an, die körperliche Gewalt durch die Medikamente reduzieren zu können, was dazu führte, dass mit ihrer Einführung eine große Akzeptanz der Psychiatrien gegeben war.

Die Alternative: Sozial und Gemeindepsychiatrie

In Großbritannien machte sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine soziale Bewegung bemerkbar, die eine Alternative zu den körperlichen Behandlungsmethoden bot.

Die Gemeindepsychiatrie ging von der Prämisse aus, daß weder die Gene noch die frühe Kindheit einen Menschen krank machten, sondern daß sein gesamtes soziales Umfeld entscheidend sei.54

So werden psychische Krankheiten am besten mit Therapien angesprochen, die dem Patienten einen Schutzraum boten. Im Zuge dieser neuen Denkweisen wurde 1930 ein Gesetz in Großbritannien erlassen, dem „Mental Treatment Act“55, welches den Anstalten eine Politik der offenen Türen ermöglichte. Angesichts dieser gesetzlichen Veränderung wurde die Irren nicht mehr wie „gefährliche Raubtiere in Anstalten eingesperrt.“56 Durch die Ära der Psychopharmaka wurde dieser Ansatz jedoch völlig vergessen, bot die naturwissenschaftliche Denkweise den Zugang zu den Krankheiten als biologisches Phänomen und eine kostengünstige, einfache Behandlungsmethode. Zugespitzt äußerst Shorter: „ Fast alle Alternativen, die sich in der ersten Hälfte des Jahrhunderts entwickelt hatten, wurden von der zweiten biologischen Psychiatrie verdrängt.“57

1.2 Die Ära der Psychopharmaka

Während des Zweiten Weltkrieges und der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Psychiatrie, auch wegen der wieder aufkommenden Degenerationslehre, zum Mitakteur bei den Gräueltaten der NS, wie der Ermordung von Minderheiten. Trotzdem die Psychiatrie nicht Opfer des Faschismus waren, wurde erst im Herbst 2010 eine offizielle Entschuldigung mit Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie verfasst.58 In der Nachkriegszeit fand keine ordentliche Verarbeitung der Geschehnisse statt und aufgrund der Kriege waren auch die Anstalten mehr Trümmerhaufen, als Heilanstalten. Shorter macht in seinem Werk klar:

Die allgemeine Misere der Krankenversorgung war offenkundig. Das Gros der psychiatrischen Einrichtungen verharrte noch auf dem Niveau der Vorkriegszeit. Mammutanstalten mit bis zu zweitausend Betten in demolierten Bauten, überfüllte Krankensäle, unsägliche Sanitäranstalten und spärliche fachliche Versorgung bestimmten das Bild.59

Infolgedessen wuchs der Druck in der Psychiatrie „den Notständen ein Ende zu machen“.60 Dazu musste auf therapeutischen Feld eine Änderung vorgenommen werden um mehr Kranke entlassen zu können.

Die zweite biologische Psychiatrie

Da traf es sich gut, dass der Beginn der Pharmakotherapie 1952 mit dem eher zufällig entdecktem, ersten Neuroleptika Chlorpromazin begann. Nur waren Heilmittel schon immer ein Bestandteil einer psychiatrischen Therapie, aber Opium, Insulinschocks oder Alkaloide brachten nicht den gewünschten Effekt, wie es Chlorpromazin tat. Das Neuroleptikum hatte die Wirkung einer chemischen Lobotomie61 und konnte Schizophrene Symptomfreiheit bringen, doch die Wirkung kommt mit einem Preis, denn der Psychiater Heinz Lehmann bemerkte Nebenwirkungen, wie, steifes Gehen, maskenartiger Ausdruck im Gesicht, und starke Zuckungen, also Spätdyskinesie.62 Trotz der Nebenwirkungen, die bis heute zu starken Problemen führen und deswegen auch Misstrauen gegenüber den Psychopharmaka schaffen, führte das Chlorpromazin zu einer Revolution in der Psychiatrie.63 Mittlerweile gibt es Neuroleptika, also Nervendämpfungsmittel, in verschiedenen Stoffklassen und stellen nur ein Teil der verwendeten Psychopharmaka dar. 1958 kam das erste Antidepressivum Imipramin auf den Markt, 1960 der erste Tranquilizer und 1967 Lithium zur Behandlung von depressiven und manischen Phasen dazu. Der eigentliche Antrieb hinter den Entwicklungen und der Akzeptanz solcher neuer Arzneimittel waren die Pharmakonzerne und keine Wissenschaftler oder Kliniker.64 Shorter äußert hier kritisch:„ Chlorpromazin konnte seinen Siegeszug durch die Welt antreten, weil Manager und Wissenschaftler der Pharmaindustrie dafür gesorgt hatten.“65 In den Anstalten konnte sich die medikamentöse Behandlung innerhalb kürzester Zeit durchsetzen und durch die Erschließung des amerikanischen Marktes gründete das Pharmaunternehmen Smith Kline & French eine „Chlorpromazin-Task Force“, die bezwecken sollte, dass sich Anstalten dem Medikament annahmen um Kosten zu sparen. Dieses Unterfangen war in Amerika nicht leicht zu unterbreiten. Da die psychoanalytische Denkweise ihren Vorrang hatte, wie bereits erwähnt, konnten erst die Berichte von Willis Bower die Pläne des Pharmakonzerns umsetzen. Bower berichtet nämlich,

das Mittel sei in der Lage den Verlauf einiger psychischer Krankheiten stark zu beeinflussen.‘ Es führte nicht, wie bei Elektroschockbehandlungen, zu Gedächtnisverlusten. Um im Gegensatz zu den Barbituraten brachte es auch keine völlige Enthemmung oder Sedierung des Patienten mit sich.66

Angesichts des Engagement der Pharmaunternehmen ist die weitere Entwicklung der Psychopharmaka kritisch zu betrachten. So stieg die Produktion von Psychopharmaka nach dem Erfolg von Chlorpromazin an und die Medikamente „wurden wie ein Füllhorn über den Markt geschüttet.“67 Die Psychiatrie gewann dadurch wieder an Selbstvertrauen und konnte auch dazu beitragen, dass es den Menschen „besser ging.“ Mit der Erforschung der Medikamente wurde auch der neurowissenschaftliche Sektor vorangetrieben, sodass die Psychiatrie zunehmend eine Unterabteilung der Neurowissenschaften wurde. Durch die Wirkung der Psychopharmaka entdeckten immer mehr Forscher, dass die Medikamente die Hirnchemie veränderten. Wie jedoch die Psychopharmaka wirken und welche Botenstoffe sie verändern, konnten die Wissenschaftler bis heute nicht eindeutig feststellen. So vermutete man die Botenstoffe Dopamin oder Serotonin werden von Chlorpromazin beeinflusst. Erst letztes Jahr wurde eine Studie veröffentlicht, die aufzeigte, dass Serotoninmangel kein Zusammenhang mit einer Depression aufzeigt und somit die Antidepressiva, die den Serotonin Haushalt ausgleichen sollen, keine „Heilung“ bringen können.68 Analog, wurde auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) im November 2014 erstmals offen diskutiert, dass hohe und andauernde Dosen von Neuroleptika zu frontalem Hirnschwund führen69. Dennoch konnten sich die Pharmaunternehmen mit den Psychopharmaka einen riesigen Markt erschließen. Die Psychiatrien nutzen die Medikamente vor allem um einen leichteren Umgang mit den Patienten zu haben, Kosten zu senken und gleichzeitig waren die Medikamente auch dafür gedacht, die leichten Fällen aus den Anstalten zu entlassen und dann daheim mit Medikamente extramural zu behandeln. Damit litt, und leidet heute noch, wie später aufgezeigt werden soll, das Arzt-Patienten-Verhältnis in der Klinik. Besagtes führte dazu, dass sich in den 60er und 70er Jahre eine Antipsychiatriebewegung entfachte, die immerfort aufkeimte und bis dato kritische Diskussionen vorantreibt. Sie soll daher näher begutachtet werden, da ihre Theorien als Grundlage für die Analyse der Psychiatriekritik in Literatur und Film darstellt.

1.3 Die Antipsychiatrie Bewegung in den 1960er und 1970er

Mit Beginn der Psychopharmaka setzte sich eine Verschlechterung des Arzt-Patienten-Verhältnis durch. Die Anteilnahme an den Patienten wurde zurückgesetzt und die Verabreichung der Medikamente bevorzugt. Arztgespräche ließen und lassen sich auch heute noch auf die Besprechung der Nebenwirkungen der Medikamente reduzieren, anstatt eine psychotherapeutische Sitzung zu halten. Diese Entwicklung führte zu Misstrauen in der Bevölkerung und eine starke antipsychiatrische Bewegung bildete sich innerhalb den USA und Europa. Die Missstände in den Institutionen wurden angeprangert und aufgezeigt. Eine eigens dafür gegründete Enquete stellte Untersuchungen an, die ein negatives Bild der Psychiatrie aufzeigten. Von diesen Geschehnissen beeinflusst, fand in der Literatur eine Reflexion der Psychiatrie und ihren Nutzen statt. Dabei wird primär über die Definition von Wahnsinn als Teil eines gesellschaftlichen Normierungssystems diskutiert.70 Die Frage was als Geisteskrankheit oder als sozial abweichendes Verhalten zu verstehen ist, ist demnach auch eine Frage welches Ursachenmodell zur Erklärung verwendet wurde. Dabei etablierten sich innerhalb der Diskussion wieder ein Dualismus zwischen biogenetisch bzw. somatischen und der psycho- bzw. soziogenetischen Modell. Diese Debatte wurde in erster Linie hinsichtlich der Schizophrenie geführt. Doch sie etablierte sich schon bald darüber hinaus und wurde zur Grundsatzdiskussion. Dabei sei auch vermerkt, so Fischer, dass nicht alle Diskussion auf die Grundsatzfrage reduziert werden dürfen, da es innerhalb der Antipsychiatrie zu unterschiedlichen Glaubensrichtungen kamen mit teilweise sehr konträren Meinungen. So zitiert Fischer an dieser Stelle Jörg Bopp, der sich hinreichend mit der Antipsychiatrie der damaligen Zeit beschäftigt hat und macht deutlich, dass die Antipsychiatrie „weder in ihrer Theorie noch in ihrer Praxis ein Monolith sei.“71 Der Kerngedanke mag zwar die Auseinandersetzung mit dem biogenetischen Denkmodell gewesen sein, aber die Krise der Psychiatrie hatte sich auf mehrere Aspekte ausgebreitet.72 Zum einem eben die Grundsatzdiskussion über das vorherrschende Modell, zum anderen aber auch die „Aufdeckung der innerinstitutionellen Widersprüchen der psychiatrischen Anstalten.“73 Die Heilanstalten konnten ihren medizinischen Auftrag, den Patienten helfen und heilen, und den gesellschaftlichen Auftrag, eine Verwahrung für die ausgegliederte Menschen, nicht mehr gerecht werden und ihr Problem weiteten sich zu einer Krise. Die Antipsychiatrische Theorien schwappten so von den USA und England zehn Jahre später nach Deutschland, wobei sicherlich auch die 68er Studentenbewegung dazu beigetragen hat. Um besser nachvollziehen zu können, welche unterschiedlichen Bewegungen die Literatur und der Film innerhalb ihrer Darstellung der Psychiatrie beeinflussen konnten, soll im Folgenden nun eine Darstellung der verschiedenen Gedankenströme der Antipsychiatrie von damals und heute aufgezeigt werden.

Laing und Cooper wendeten sich in ihren Schriften überwiegend der Schizophrenie und identifizierten die Familie als Ort der Bedingungen für die Entstehung der Schizophrenie, welcher zudem als Krankheitsmythos entlarvt werden sollte, da sie in Wirklichkeit ein Ausdruck von Talent und Kreativität eines Bewusstseinszustandes seien. 74 Dabei werden die Psychosen zu Protestformen stilisiert, „der Schizophrene zum revolutionären Aussteiger aus den Gewaltbeziehungen verklärt“75, so Fischer. Cooper verschärfte seine Kritik zudem auf den psychiatrischen Institutionen und setzt sich mit ihrer Gewalt auseinander. Damit meint er den Freiheitsentzug, der zwar nicht durch direkte physische Aggressivität stattfindet, jedoch trotzdem die Freiheit der Person zerstört.76 Er zeichnet dabei eine alternative Behandlung auf, die eine Antiautoritäre Klinik darstellen sollte. Das Projekt scheiterte jedoch, da die Anstalt samt ihren Insassen im Chaos versank. Nichtsdestotrotz war es Cooper wichtig, dass der Mensch hinter der Krankheit erkannt wird und nicht den Kranken, um ihn in „jede mögliche Form zu bringen, nur nicht seine eigene.“77

Erving Goffman (1922-1982) vertrat ähnliche Ansichten wie Cooper und Laing und sah die Etikettierung der Erkrankten als sozialen Zuschreibungsprozess, der einzelne Individuen auf bestimmte Rollen festlegt.78 Damit reichte er sich ein in die These von dem sozialen Konstrukt einer Geisteskrankheit und die Definition von gesellschaftlichen Normverhalten zu definieren79 und war auf diese Weise auf einer Wellenlänge mit dem Psychiater Szazs, der oftmals als Begründer der Antipsychiatrie charakterisiert wird. In Die Fabrikation des Wahnsinns80 kritisiert Szazs die Kategorienunterscheidung, wie sie Kraepelin damals entwickelte. Verhaltensveränderungen oder- Abweichungen machen den vermeintlich Geisteskranken nicht zum „Irren“ und schon gar nicht krank.81 Goffman erweitert diese Theorien und widmen sich dem Leben innerhalb der Anstalt. Er entwickelt den Begriff der „totalen Institution“ und definierte damit Anstalten, mit starkem autoritären Denkweisen, die er innerhalb von drei verschiedenen Einrichtungen erforschte. Dabei stellt die totale Institution eine Unterkategorie, bzw. einen Extremfall der sozialen Institution dar. Als soziale Einrichtungen definiert er „Räume, Wohnungen, Gebäude oder Betriebe, in denen regelmäßig eine bestimmte Tätigkeit ausgeübt wird.“82 Die totalen Institutionen werden von Goffman in seinem Werk Asyle herausgefiltert und stellen 5 Gruppen von Institutionen dar, die allesamt die Beschränkung des sozialen Verkehrs mit der Außenwelt aufweisen. Die Psychiatrie wird unter einer dieser Gruppen gezählt und soll dabei folgende Merkmale aufweisen. 1. Die Zentrierung der Geschehnisse auf einen Ort, die Klinik. 2. Die Gemeinschaft der Patienten, die alle ein ähnliches Schicksal teilen müssen. 3. Ein ordnungsgefüllter Alltag, der diszipliniert vollzogen wird. 4. Die Regeln der Institution werden eingehalten um die offiziellen Ziele der Institution einzuhalten83. Goffman beschreibt weiter, dass sich zwischen den Patienten und Insassen feindliche Stereotypen entwickelt haben, sodass jede soziale Vereinbarung in einer Nervenanstalt nur dazu zu dienen scheint, den grundlegenden Unterschied zwischen Arzt und Geisteskranken zu betonen.84 Dabei werden den Gesprächen Grenzen aufgedrückt, da die Ärzte weniger Zeit für die Patienten haben und damit die Pfleger als Mittelweg genutzt werden. So gibt es andererseits aber auch ein Informationsungleichgewicht seitens der Patienten. „Es ist typisch, daß der Insasse von den Entscheidungen, die sein Geschick betreffen, keine Kenntnis erhält.“85 Hiermit macht er auf die moralische Veränderung deutlich, die der Mensch gemäß den bestimmten sozialen Erfahrungen, die er macht, herstellt. Das demütigende, herabsetzende Verhalten, dass den Patienten entgegenkommt, zeigt auf, dass die Insassen einer Anstalt ein Rollenverlust durchleben, der eine Beschränkung des Selbst darstellt.86 Durch die Autorität und die strikten Aufnahmeprozeduren einer Anstalt, wie Wertgegenstände oder Kleidung entnehmen, wird den Patienten bereits beim Eintritt in eine totale Institution das eigentliche Selbst entnommen und ein bestimmtes Rollenmuster aufgezwungen Franco Basaglia (1924-1980) war Teil der antipsychiatrischen Bewegung in Italien und kritisierte die Missstände der italienischen Psychiatrien. Basaglia war von den Ideen von Goffman beeinflusst und sah in den Anstaltspsychiatrien Grund zur Kritik gegen die Institution und ihrer politischen Macht. Die Funktion der Psychiatrie sah er in einer gesellschaftlichen Wertvorstellung, das sich auf das Prinzip des Unterdrückens beruft.87 Für ihn hatte die Psychiatrie eine politische Funktion, da sie eine Institution der Gewalt darstellen, die für den Erhalt von gesellschaftlichen Normen steht.88 Für Basaglia verlor die Psychiatrie damit ihren wissenschaftlichen Status, da sie nur im Kontext der Gesellschaft und Politik zu sehen ist. Die Antipsychiatrie-Bewegung sollte sich daher politische Ziele setzen, die eine Statusveränderung der Psychiatrie in der Gesellschaft zum Endziel haben sollen. Dazu Basaglia:

Die psychiatrischen Anstalten liefern uns aus erster Hand Informationen über eine Gesellschaft, in der es dem Unterdrücktem immer schwerer gemacht wird, die Mechanismen seiner Unterdrückung zu erkennen. Sobald die politische Kritik auch das subversive Potential all derer mit einbezieht und berücksichtig, die erklärtermaßen außer Gefecht gesetzt sind, wird der Ehrgeiz der Antipsychiatrie darauf gerichtet sein, mit Hilfe eines praktischen Experiments und der entsprechenden theoretischen Untermauerung antizipierend mögliche Wege aufzuzeigen, die zu einer grundsätzlich neuen Gesellschaftsordnung führen.89

Er initiierte diese Idee von Veränderung, indem er die Aufhebung der hierarchischen Strukturen in den Anstalten in seinem Reformprogramm forderte und entwickelte Ansätze einer therapeutischen Gemeinschaft. Basaglia prägte damit das Motto der Antipsychiatrie: „Freiheit heilt.“90

Hinsichtlich der Psychopharmaka vertrat Basaglia die Einstellung, dass durch die Verabreichung der Medikamente lediglich die „medizinische Ideologie der Objektivierung“91 verfolgt wird und ist damit einer der ersten Psychopharmaka-Kritiker.92 Psychopharmaka werden für ihn als Instrument benutzt um die Unsicherheit seitens der Ärzte entgegenzuwirken. „Durch die beruhigende Wirkung der Medikamente, verharrt der Patient in seiner passiven Krankenrolle.“93 Erst durch die Anpassung des Verhaltens, kann eine Verständigung zwischen Arzt und Patient stattfinden, kritisiert Basaglia. Er erkennt das Abhängigkeitspotenzial und macht auf das Paradoxon der Psychopharmaka aufmerksam. Sie heilen nicht die Krankheit, sondern die Symptome was für ihn mit der Anpassung des Verhaltens gleichzusetzen ist. Das neurowissenschaftliche Konzept dient dem Arzt damit nur zur Kompensierung seiner Unfähigkeit in Form von Gewalt.94 T. Reichlin und J. Vliegen fechten Basaglias Standpunkt an und sehen keinen Zusammenhang zwischen der Vergabe von Psychopharmaka und Gewalt. „Es bleibt völlig unklar, inwieweit (…) die Behandlung mit Depotneuroleptika irgendetwas mit Gewalt zu tun hat.“95 Das Reichlin und Vliegen mit ihrer Aussage nicht Recht behalten sollen, machen die heutigen antipsychiatrischen Bewegungen deutlich, sowie Literatur und Film.

Foucault und seine Einflüsse auf die Antipsychiatrie-Bewegung

Im Zuge der antipsychiatrischen Bewegung kommt man nicht umher auch Foucault und seine Kritik der Institutionen zu nennen, da er mit seinem Werk Macht und Gesellschaft essentielle Gedankenströme zu diesem Thema liefert. Er kritisiert darin die Psychiatrie nach der „Befreiung“ von Pinel und zeigt auf welche Machtstrukturen innerhalb der Institution vorhanden sind. Obwohl er sich dabei auf die Anstalten Ende des 18. Jahrhunderts bezieht, können die meisten Kritikpunkte mühelos auf seine zeitgenössische und die heutige psychiatrische Situation angewendet werden. Er beschreibt die Institution darin als „ein uniformes Gebiet der Gesetzgebung“96, indem die Organisation der Institution, ihrem Personal und eben den Gesetzen innerhalb der Einrichtung von Pinel geleitet wird. Dies geschieht primär durch drei Mitteln: 1. Innerhalb der Institution werden die Kranken mit Schweigen gemieden und entpersonalisiert. Durch die Indifferenz in dem begrenzten Raum wird eine „leere Freiheit“ kreiert, was zu einem gestörten Arzt-Patienten-Verhältnis führt. 2. Durch den begrenzten Raum, in dem die Geisteskranken aufbewahrt werden, wird eine Übertragung des eigenen Wahnsinns auf die Mitpatienten gefördert um dem Geisteskranken seine eigene Lage zu verschleiern und ihn dadurch gefügiger zu machen. 3. Der Patient wird einer ständigen Beurteilung ausgeliefert, welche durch das hierarchische Prinzip der Anstalten vollzogen werden konnte.97 Die Behandlungsmethoden wurden instrumentalisiert und zu Disziplinierungsmaßnahmen umgewandelt98, sodass sich der „Irre“ „in einer Welt des Urteils erkennt, die ihn von allen Seiten umgibt.“99 Foucault will in seinem Werk deutlich machen, dass die Geisteskrankheit eine gesellschaftliche Erfindung ist, der den Dialog zwischen Wahnsinn und Vernunft abbricht um etwas, das nicht verstanden werden kann, abzugrenzen.100 Diese kritischen Beobachtungen lassen sich allesamt auf die Situation der modernen Psychiatrie transportieren und sind daher auch Nährboden für die Antipsychiatrie Bewegung von damals und heute.

Der Roman Teufelsbergs von Sophia Dannenberg bewegt sich deutlich innerhalb dieses antipsychiatrischen Kontexts und bietet die Darstellung einer totalen Institution in der heutigen modernen Psychiatrie und die Verschiebung der Grenzen zwischen Vernunft und Wahnsinn. Damit ist deutlich, dass sich die Szene der Antipsychiatrie nicht auf die 60er und 70er Jahre beschränken lässt. Sie hat sich weiterentwickelt und taucht im 21. Jahrhundert durch das digitale Zeitalter vermehrt denn je auf, wie im letzten Teilkapitel dieses Kapitels aufgezeigt werden soll.

1.4 Die heutige Antipsychiatrie und ihre Theorien

Die moderne Psychiatrie wird heute stark von dem neurowissenschaftlichen Konzept beeinflusst, Brückner spricht hier vom „dominieren“101 und Psychopharmaka werden mittlerweile auch in den familiären Haushalt mit einbezogen und von Hausärzten verschrieben.102 Im Anschluss an die Antipsychiatriebewegung der 60er und 70er, sollen nun die aktuellen psychiatriekritischen Denkansätze von den Vertretern der Patientenbewegung vorgestellt werden. In den Schriften Abschied von Babylon. Verständigung über Grenzen in der Psychiatrie103 berichten Psychiatrieerfahrene und ihre Angehörigen von ihrem Leben mit der Krankheit und ermöglichen somit einen Diskurs zwischen den Ebenen- psychiatriefachlich, psychiatriepolitisch und psychiatriepraktisch. Aus den Erfahrungen der Psychiatriebetroffenen kann die Sichtweise der Antipsychiatriebewegung aufgezeigt werden. So berichtet Maths Jesperson, ein „Psychiatrie-Überlebender aus Schweden“104, der von der Befreiung von der psychiatrischen Diagnostik durch Selbsthilfe spricht und damit die Position von Foucault und Szazs einnimmt. Jesperson sieht psychiatrische Krankheiten als von der Psychiatrie erschaffen an:

Es gibt Probleme, Leiden, ungewöhnliches Verhalten, Denken und Wahrnehmen ja, aber es gibt keine psychischen Krankheiten. Sie sind von der Psychiatrie produziert mit Hilfe einer medizinischen Terminologie und medizinähnlichen Behandlungsmethoden, die einen Schein von medizinischer Pflege schaffen und die eine psychische Gehirnwäsche der Patienten zustande bringen mit dem Endziel, diese zu überzeugen, daß sie ‚psychisch krank‘ sind. (…) Das Gesamtkonzept dieser Ideologie ist das medizinische Modell.105

Wie Szazs, sieht Jesperson in der Psychiatrie nur ein Verwahrungsort, der ein völlig falsches Konzept verfolgt. Er kritisiert, wie die Antipsychiatriebewegung zuvor, das medizinische Modell, wie es Griesinger zuerst vorgestellt hat und welches nun von der zweiten biologischen Psychiatrie und dem Mitwirken der Pharmaunternehmen vorangetrieben wird. Jesperson behauptet jedoch, dass die Psychiatrie dem Menschen gar nicht heilen kann, da sie gar nicht wirklich krank sind, sondern in einer akuten Krise stecken, aus der man ihnen heraushelfen muss. Er berichte aus seinen eigenen Erfahrungen: „Im November 1981 verließ ich die Psychiatrie, weil man mir dort nicht geholfen hat. Man hatte nicht einmal versucht, mir zu helfen, mir statt dessen Neuroleptika gegeben, die mein Leiden steigerten.“106 Jesperson versucht dabei mit zwei Metaphern die Situation des Verrücktseins zu erklären. Er zeichnet das Bild eines Dschungels auf, in welcher sich ein Mensch, der beginnt verrückt zu werden, befindet. Im Dschungel selber brauch er einen Begleiter, welcher ihm den Weg aus dem Dschungel zeigt; so ein Begleiter kann eine Selbsthilfegruppe sein, schlussendlich betont Jesperson jedoch, dass die Selbsthilfe die Methode ist, „den Weg aus dem Dschungel herauszufinden.“ Die Psychiatrie hingegen, versucht die Person entweder im Dschungel einzusperren um sie vor den Anderen zu schützen oder „(mit Psychopharmaka) nur das Gehirn einzusperren. Ihre ‚Lösung‘ ist, die Person mitten im Dschungel einzukapseln- für den Rest des Lebens.“ 107 Jesperson kritisiert die Psychiatrie als Ort des Gefängnisses und nicht der Heilung. Die Psychopharmaka werden dabei als Mittel zum Zweck genutzt um die Patienten im Gehirn einzusperren. Die Behandlungen werden durch ein medizinisches Modell gerechtfertigt, welches psychische Krankheiten mit denen körperlicher gleichsetzt, wodurch die Psychiatrie die Unterabteilung der Neurologie geworden ist. Dabei vertritt er Gedankensätze, die bereits von Szasz, Foucault und Laing angestoßen worden sind, was aufzeigt, dass die älteren Theorien noch heute angewendet werden könne um die aktuelle Situation zu beschreiben.

Analog zu Jesperson, beschreibt Peter Lehmann seine Erfahrungen mit den Psychopharmaka und bezeichnet diese daher als „chemischen Knebel“. Er zeigt in seinem Werk auf, dass die Behandlungsmethoden einzig dafür entwickelt sei, die Symptome zu lindern um eine „Therapieresistenz zu überwinden.“108 Durch die Vereinfachung der Behandlungsmethode in Form von der Verabreichung von Tabletten konnte die moderne psychopharmakologische Therapie eine gewisse Harmlosigkeit symbolisieren. Dabei kritisiert er, dass die eigentliche Wirkung der Neuroleptika im lebendigen Organismus bisher nicht eindeutig geklärt ist und fragt sich gleichzeitig, ob diese Erkenntnis überhaupt gewollt sei. In seinem Werk skizziert er die Prozesse, die stattfinden, wenn Neuroleptika eingenommen werden. Im Hinblick dessen macht er aufmerksam, dass das gesamte Nervensystem von der Einnahme betroffen ist und vor allem das emotionelle Verhalten in seiner Stoffwechselaktivität gehemmt wird.109 Die neuronale Wirkungsweise erklärt Lehmann so, dass die Nervenimpuls Übertragungen im Gehirn beeinflussen und zum Teil auch blockieren. Welche Nervenimpulse aber genau betroffen sind, kann die Wissenschaft bis heute nicht aufzeichnen, was stark zu kritisieren ist, da die Umsatzzahlen der Psychopharmaka für eine breite Vermehrung der Medikamente sprechen. Zudem werden die vegetativen Regulationszentren gestört, was dazu führt das die Atmung gehemmt wird und die Hirndurchblutung vermindert wird. In anderen Worten, der Stoffwechsel im Gehirn wird beeinflusst, was zu einem narkoseähnlichen Zustand führt, der in der Literatur auch als „Zombieverhalten“ kenntlich gemacht wird, wie in Dannenbergs Teufelsberg zu sehen, oder auch im Dokumentarfilm Nicht alles schlucken. Lehmann kritisiert mit seinen Ausführungen eindeutig das medizinische Modell der Psychiatrie und spricht damit ein Kritikpunkt an, der sich als Kernkritik der heutigen Antipsychiatrie manifestiert hat, nämlich die Verabreichung der Psychopharmaka und das damit verbundene Modell der neurowissenschaftlichen Psychiatrie.

Als Alternative zur Psychiatrie wird dabei häufig die Gemeinschaft von Psychiatrie-Betroffenen genannt, die dabei helfen soll die Medikamente abzusetzen und trotzdem einen normalen Alltag zu führen. Während des XIV. Weltkongresses für Soziale Psychiatrie 1994 in Hamburg wurde daher das Konzept der trialogischen Psychiatrie bekannt, das sich seitdem auch in Europa weit verbreitet hat, wie der Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V. aufzeigt. Das Konzept basiert auf den Leitideen des Sozialpsychiaters Asmus Finzen, die Verhandeln statt Behandelt fordert und damit eine gleichberechtigte Kommunikationskultur der Kerngruppe psychiatrischen Denkens und Handelns ermöglicht. Die Kerngruppe stellt sich dabei aus den Psychiatrie-Erfahrenen, die Angehörigen psychisch kranker Menschen und die professionellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen psychiatrischen Handlungsfeldern zusammen.110 Ziel der trialogischen Psychiatrie ist es demnach eine Kommunikation zwischen den Gruppen zu schaffen um damit eine lernende Gemeinschaft zu entwickeln, die schließlich auch den Psychiatrie-Erfahrenen ermöglicht als Experte in eigener Sache psychiatrisches Denken und Handeln kritisch zu reflektieren und dafür anerkannt zu werden.111 Dieses Konzept wird auch im Dokumentarfilm Nicht alles schlucken zu sehen sein.

Neben dem trialogischen Konzept einer neuen Psychiatrie, gibt es für Betroffene und antipsychiatrisch orientierte ein breites Spektrum an Selbsthilfegruppen, die sich gegen psychiatrischen Zwang einsetzen. Dazu gehören die Landesverbände von Psychiatrie-Erfahrenen, die sich als Interessensvertretung sieht und sich unter anderem für eine gewaltfreie Psychiatrie einsetzt, der Verein zum Schutz vor psychiatrischer Gewalt e.V., der mit dem „weglaufhaus“112 eine antipsychiatrisch orientierte Kriseneinrichtung in Berlin geschaffen hat113 oder die Irrenoffensive e.V., eine Menschenrechtsorganisation, die mit politischen Mitteln und direkter Unterstützung der Betroffenen an der Überwindung des Zwangssystems Psychiatrie arbeitet114, um nur drei Beispiele zu nennen.115 Durch ihr politisches Engagement konnten sich die Bewegungen zu einem Bündnis von Organisationen zusammenschließen und die Patientenverfügung zum Schutz vor psychiatrischen Zwang und Entmündigung im Bundestag am 18.6.2009 als Gesetz umsetzen.116 Aktuelle Ereignisse, wie der Justizskandal rund um Gustl Mollath machen klar, dass dafür auch ein großer Bedarf besteht. Mithilfe der Öffentlichkeit, der Medien und den Selbsthilfegruppen konnte der Justizskandal nach sieben langen Jahren aufgeklärt werden und Mollath aus der forensischen Psychiatrie entlassen werden.117 Nach seiner Entlassung berichtet er von den widrigen Umständen, wie die Ausleuchtung der Zellen in der Nacht, die zum Schlafentzug führten118, die Verabreichung der Psychopharmaka, welcher sich Mollath verweigerte und vielen weiteren Ereignissen, die Mollath in einem Interview, dass er dem ZDF im Rahmen der Freisetzung von Illona Haslbauer, die auch infolge eines Justizirrtums in die forensische Psychiatrie zwangseingewiesen wurde, folgendermaßen zusammenfasst:

Sie können sich nicht vorstellen, was hinter den Mauern vorkommen kann und vorkommt. Wenn sie hier das Ambiente von außen sehen, dann glauben sie nicht, was da im Gebäude möglich ist. Und es sind keine Einzelfälle.119

Nachdem in diesem Kapitel die Positionen der Psychiatrie erläutert wurden und ihr Verlauf innerhalb der Geschichte aufgezeigt wurde, lässt sich im 21. Jahrhundert ein deutliches medizinisches, neurowissenschaftliches Modell von psychischen Erkrankungen erkennen. Dieses Modell wurde durch die Einführung der Psychopharmaka deutlich beeinflusst und von Pharmakonzerne, die hauptsächlich für die Verbreitung der Psychopharmaka verantwortlich waren und sind, etabliert. Mittlerweile werden Milliarden Umsätze mit Psychopharmaka gemacht und durch das etablierte medizinische Modell hat sich auch eine neue Antipsychiatrie Bewegung gebildet. Die kritischen Strömungen lassen sich auch in der Literatur wiederfinden und sind damit Zeugnis von den Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft und Literatur. Bei der Analyse von literarischen Werken kann somit ein Bezug zur Geschichtlichkeit und Gesellschaft gezogen werden und gleichzeitig ihre Analyse nur mitsamt dem Kontext erschlossen werden. Dieses Kapitel dient damit als Basis für die Analyse der Darstellungen der Psychiatrie in Literatur und Film.

[...]


1 Gerd Laux/Otto Dietmaier: Psychopharmaka. Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige. Springer Medizin Verlag: Heidelberg 2009, S.5.

2 Vgl. http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/gesundheitsreport-die-deutschen-nehmen-mehr-antidepressiva-12675171.html, zuletzt aufgerufen am 21.01.16.

3 Psycholeptika sind für eine dämpfende Wirkung auf das Zentralnervensystem, während Psychoanaleptika eine anregende Wirkung auslösen, vgl. hierzu Gerd Laux/Otto Dietmaier, S. 12.

4 Siehe Anhang Tabelle 1.1 Auszug des Arzneimittelverordnung-Report 2015. Online zu finden unter: http://www.aok-bv.de/imperia/md/aokbv/presse/pressemitteilungen/archiv/2015/grafiken_avr2015_230915.pdf, Auszug ist im Anhang inkludiert.

5 Dietrich Geyer: Trübsinn und Raserei. Die Anfänge der Psychiatrie in Deutschland. C.H.Beck: München 2014, S.311.

6 Vgl. Nicht alles schlucken R.: Piet Stolz, Jana Kalms und Sebastian Winkels. D 2015.

7 Vgl. Internetauftritt der Antipsychiatrie Bewegung.

8 Vgl. Peter Lehmann: Der chemische Knebel. Warum Psychiater Neuroleptika verabreichen. Antipsychiatrie Verlag: Berlin 1990. S.112-140.

9 Vgl. Ebd..

10 Vgl. Henryk M. Broder: „Die schlechtesten Studenten werden Psychiater.“ In: http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article114768482/Die-schlechtesten-Studenten-werden-Psychiater.html, zuletzt aufgerufen am 29.01.16.

11 Vgl. Gerd Laux/Otto Dietmaier, S. 4-6.

12 Geyer, S. 311.

13 Vgl. Ebd..

14 Vgl. Burkhardt Brückner: Basiswissen: Geschichte der Psychiatrie. Psychiatrie-Verlag: Bonn 2010, S.145.

15 Heinz Schott/ Rainer Tölle: Geschichte der Psychiatrie. Krankheitslehre, Irrwege, Behandlungsformen. C.H. Beck: München 2006, S.515.

16 Vgl. Laux/Dietmaier, S. 4-6.

17 Burkhardt Brückner: Basiswissen: Geschichte der Psychiatrie. Psychiatrie Verlag: Bonn 2010.

18 Sophia Dannenberg: Teufelsberg. Quadriga Verlag: Köln 2012

19 Berlin Calling R. Hannes Stöhr D 2008.

20 It’s Kind of a Funny Story R. Anna Boden und Ryan Fleck USA 2012.

21 Nicht alles schlucken R.: Piet Stolz, Jana Kalms und Sebastian Winkels. D 2015.

22 Vgl. Nicht alles schlucken.

23 Thomas Bock et al.: Abschied von Babylon. Verständigung über Grenzen in der Psychiatrie. Psychiatrie-Verlag: Bonn 1995, S.569.

24 L.Ciompi/H.Heimann (Hrsg.): Psychiatrie am Scheideweg. Was bleibt? Was kommt? Springer Verlag: Berlin-Heidelberg-New York 1991, S.V.

25 Ebd. S. 15.

26 Vgl. Brückner, S. 73.

27 Erwin Ackerknecht: Kurze Geschichte der Psychiatrie. Ferdinand Enke Verlag: Stuttgart 1985, S. 47.

28 Vgl. Shorter, S. 30.

29 Ackerknecht, S.51.

30 Vgl. Shorter, S. 30.

31 Ebd. S. 30.

32 Vgl. Shorter, S. 32.

33 Ebd., S. 36.

34 Ebd., S.36.

35 Vgl. Ebd., S. 23.

36 Vgl. Shorter, S.113.

37 Vgl. Ackerknecht, S. 63ff.

38 Vgl. Brückner, S. 101ff.

39 Brückner, S. 102.

40 Brückner, S.103.

41 Vgl. Heinz Schott/ Rainer Tölle: Geschichte der Psychiatrie, S. 66; vgl.

42 Vgl. Shorter, S. 123.

43 Shorter, S. 165.

44 Vgl. Frank Neubacher/Michael Walter (Hrsg.): Sozialpsychologische Experimente in der Kriminologie. Milgram, Zimbardo und Rosenhan kriminologisch bedeutet, mit einem Seitenblick auf Dürrenmatt.Lit: Hamburg-Münster 2002. S.

45 Vgl. Shorter, S. 223.

46 Vgl. Brückner, S. 118.

47 Vgl. Shorter, S.244ff.

48 Vgl. Shorter, S. 246.

49 Vgl. Schott/Tölle, S. 484.

50 Vgl. Ebd. S. 473.

51 Vgl. Ebd. S. 475.

52 Vgl. Ebd. S. 475ff.

53 Vgl. Shorter, S. 334.

54 Shorter, S. 343.

55 Ebd. S. 345.

56 Shorter, S. 347.

57 Shorter, S. 358.

58 Vgl. Geyer, S. 299.

59 Shorter, S. 298.

60 Geyer, S. 299.

61 Vgl. Shorter, S. 378.

62 Peter R. Breggin: Giftige Psychiatrie. Was Sie über Psychopharmaka, Elektroschock, Genetik uud Biologie bei ‚Schizophrenie‘, ‚Depression‘ und ‚manisch-depressive Erkrankung‘ wissen sollten! Carl Sauer: Heidelberg 1996, S. 111.

63 Vgl. Shorter, S. 383.

64 Vgl. Shorter, S. 376.

65 Ebd. S. 376.

66 Willis Bower, zitiert nach Edward Shorter: Geschichte der Psychiatrie. Alexander Fest Verlag: Berlin 1999, S. 382.

67 Shorter, S. 384.

68 Wiebke Hollersen: Das Versagen der Pillen gegen die Depression, in Die Welt 19.09.2015. http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article146588050/Das-Versagen-der-Pillen-gegen-die-Depression.html, zuletzt aufgerufen am 23.01.16.

69 Peter Stolz: Thematisches Anliegen. Wie ist die Filmidee ‚Nicht alles schlucke- Ein Film über Krisen & Psychopharmaka‘ enstanden? http://www.nichtallesschlucken.de/files/Thematisches_Anliegen-Nicht_Alles_Schlucken.pdf, zuletzt aufgerufen am 24.01.16.

70 Vgl. Tilman Fischer: Gesund ist wer andere zermalmt. Heinar Kipphardts März im Kontext der Antipsychiatrie Debatte, Aisthesis Verlag: Bielefeld 1999, S. 100.

71 Ebd., S. 99.

72 Vgl. Ebd., S. 101.

73 Ebd., S. 101.

74 Vgl. Shorter, S. 414.

75 Fischer, S. 106.

76 David Cooper: Psychiatrie und Anti-Psychiatrie. Suhrkamp Verlag: Frankfurt am Main 1971, S. 31.

77 Ebd. S. 99.

78 Fischer, S. 109.

79 Ebd. .

80 Thomas S. Szazs: Die Fabrikation des Wahnsinns. Gegen Macht und Allmacht in der Psychiatrie. Fischer Verlag: Frankfurt am Main 1976.

81 Marco Stier: Im Dickicht der Kategorienfehler, in: Angewandte Philosophie. Eine Internationale Zeitschrift 1/2015, S.93.

82 Erving Goffman: Asyle. Über die soziale Situation psychiatrischer Patienten und anderer Insassen. Suhrkamp Verlag: Frankfurt am Main 1973, S. 15.

83 Goffman, S.17f.

84 Ebd., S. 19.

85 Goffman, S. 20.

86 Fischer, S. 111.

87 Vgl. T. Reichlin, J. Vliegen: Die Psychiatrie in der Kritik. Die antipsychiatrische Szene und ihre Bedeutung für die klinische Psychiatrie heute. Springer Verlag: Berlin-Heidelberg 1995, S.28f.

88 Vgl. Ebd., S.28f.

89 Franco Basaglia, zitiert nach T.Reichlin/ J. Vliegen, in: Ebd., S. 29.

90 Vgl. Ebd. S. 28f.

91 Ebd. S. 30.

92 Vgl. Ebd..

93 Franco Basaglia, zitiert nach T.Reichlin/ J. Vliegen, in: Ebd., S.30.

94 Vgl. Ebd..

95 Ebd. S. 31.

96 Michel Foucault: Wahnsinn und Gesellschaft. Eine Geschichte des Wahns im Zeitalter der Vernunft. Suhrkamp: Frankfurt am Main 1973, S.518.

97 Vgl. Ebd. S. 522.

98 Vgl. Ebd. S. 524.

99 Ebd. S. 525.

100 Vgl. Ebd. S. 9.

101 Brückner, S. 145.

102 Katrin Zinkant: Wider die Glückspille, in: http://www.zeit.de/online/2008/09/prozac-studie-usa, zuletzt aufgerufen am 24.01.16.

103 Thomas Bock et al.: Abschied von Babylon. Verständigung über Grenzen in der Psychiatrie. Psychiatrie-Verlag: Bonn 1995, S.569.

104 Maths Jesperson: Die Befreiung von der psychiatrischen Diagnostik durch Selbsthilfe, in: Thomas Bock et al.: Abschied von Babylon. Verständigung über Grenzen in der Psychiatrie. Psychiatrie-Verlag: Bonn 1995, S. 195.

105 Jesperson, S. 196.

106 Jesperson, S. 195.

107 Jesperson, S. 196.

108 Lehmann, S. 82.

109 Ebd. S.198ff.

110 Vgl. http://www.psychiatrie.de/dachverband/positionen/stellungnahmen/2001/trialog/, zuletzt aufgerufen am 24.01.16

111 Ebd..

112 Vgl. www.weglaufhaus.de, zuletzt aufgerufen am 24.01.16.

113 Ebd. .

114 Vgl. www.patverfue.de/herausgeber#io, zuletzt aufgerufen am 24.01.16.

115 Vgl. Internetauftritt der Antipsychiatrie.

116 Vgl. www.patverfue.de/herausgeber#io, zuletzt aufgerufen am 24.01.16.

117 Vgl. Uwe Ritzer, Olaf Przybilla: Die Affäre Mollath. Der Mann, der zu viel wusste. Droemer Verlag: München 2013, S.227ff.

118 Vgl. Interview mit Gustl Mollath auf https://www.youtube.com/watch?v=tjSk6LcBhNk, TC: 00:14:00 zuletzt aufgerufen am 24.01.16.

119 https://www.youtube.com/watch?v=tjSk6LcBhNk, zuletzt aufgerufen am 24.01.16. TC: 00:14:57-00:15:10.

Details

Seiten
61
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668205536
ISBN (Buch)
9783668205543
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v321192
Institution / Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
Schlagworte
darstellung psychiatrie behandlungsmethoden literatur film psychopharmaka-debatte

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Titel: Die Darstellung der Psychiatrie und ihre Behandlungsmethoden in Literatur und Film. Die Psychopharmaka-Debatte