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Das Wichtigste rund um die Geschichte der olympischen Spiele

Eine Übersicht in Stichpunkten

Zusammenfassung 2016 5 Seiten

Sport - Sportgeschichte

Leseprobe

EF Sport: Zusammenfassung Olympismus

Antike olympische Spiele

Grundideen und Bedeutung der antiken olympischen Spiele

Körperliche Übungen und Wettkämpfe hatten grosse Bedeutung für Kultur und Erziehung im alten Griechenland. Dabei sind Begriffe Agonistik, Athletik und Gymnastik zu unterscheiden. Die athletische und gymnastische Erziehung stand von Anfang am in engem Zusammenhang mit der Vorbereitung auf den Krieg.

- Symbol für ein Stück kultureller und geistiger Gemeinsamkeit in der Welt der Hellenen.
- Bedeutung des Agon: Krieg/ Schlacht - athletischer Wettkampf.
- Verbindung von Kriegshandwerk und Sport
- Religiöses Fest: Ehrung der Götter.
- Olympische Spiele im Namen des kriegerischen Zeus.
- Vollkommene Gleichheit aller.
- Gymnastik
- Wichtiges Mittel der Erziehung zur Vorbereitung auf den Kriegsdienst und der Heilkunde und zur Gesundheitserhaltung kombiniert mit Hygiene und Diäten
- Seit langem überlieferte Kraftübungen begleitet von Anankophagie (übermässiges Essen bzw. Zwangsdiät) – Kritik an dem und dem körperlichen Training der Athleten im viertätigen Zyklus mit wechselnder Belastung ohne Berücksichtigung der Befindlichkeit und Disziplin der Athleten
- Abgeleitet von gymnazein = üben, kommt von „gymnos“ = nackt, also wurden Wettkämpfe in der Regel mit Lendenschurz oder ganz nackt durchgeführt
- Durchführung solcher Übungen am „Gymnasion“: Ort der körperlichen sowie geistigen Erziehung und Bildung, Kultur und Geselligkeit für männliche Jungend und allgemein Bürger
- Athletik
- Eigentliche sportliche Aktivitäten – „Sport“: gymnischer Agon (siehe „Athletisches Programm)
- Agonistik
- Agon als Wettstreit mit Zuschauern im Stadion (Bezeichnung des Ortes des Wettkampfs und der Länge der Laufstrecke)
- früher: Zusammenkunft – Treffpunkt für öffentliche, politische und kultisch-religiöse Diskussionen, Streitigkeiten und Kämpfe (Zusammengehörigkeit aller Griechen)
- gymnische, hippische und musische Agone fanden ebenfalls improvisiert während Götterfesten statt – so wurden Agone selbst gross angesehen und als Teil der Verehrung der Götter angesehen
- Agone wurden überall abgehalten im alten Griechenland. Die wichtigsten: alle vier Jahre durchgeführten panhellenischen Agone in Olympia und Delphi und alle zwei Jahre stattfindende Isthmien bei Korinth und die Nemeen in Nemea. (Veranstaltung zu Ehren verschiedener Gottheiten…)
- Hin-und Rückreise zu panhellenischen Agonen: Waffenruhe (Ekecheiria), die eingehalten wurde (mit Ausnahmen) – Teil der offiziellen Gründungsgeschichte
- freie Griechen fühlte sich alle als Griechen, abgegrenzt von Barbaren durch Herkunft, Sprache, Religion, griechischer Götterwelt und Kultur ab, zu der Leibesübungen, körperliche Erziehung und körperliche Wettkämpfe (gymnische Agone) gehörten.
- In der Renaissance interessiert man sich für die Rückgewinnung der Antike
Der antike olympische Athlet
- männlicher, athletische Körper
- Vorstellung eines entfalteten Geistes und moralischer Werte in einem zur höchsten Vollendung entwickelten Körper
- Zeichnete sich durch langes, anstrengendes und mühsames Training aus (körperliche Übungen, Gymnastik, spezifische Ernährung sowie besondere Massnahmen zur Körperpflege/Hygiene – z.B. Einreibung mit Öl zur Entspannung der Muskulatur und Vertreiben von Müdigkeit oder Bedeckung mit Staub zum Schutz vor Sonne und Regulation von Schweissfluss)
- Vor der Durchführung olympischer Spiele für Männer jeweils Wettkämpfe für Mädchen (die nicht jung und unverheiratet sind), jedoch zu anderen Jahreszeit im Namen der Hera (nur Laufwettbewerbe), 1/6 kürzere Strecke als bei den Männern und teilweise Bekleidung ist Pflicht.
- Immer der Beste zu sein und ausgezeichnet vor anderen
- Wettlauf als Lebensprinzip.
- Mittel der Selbstdarstellung des Athleten.
- Öffentliche Anerkennung/ Präsentation.
- Athleten hatten sich strengen Vorschriften, einer diätetischen Ernährung und Entbehrungen und Enthaltsamkeit zu unterwerfen.
- Der Sieg gilt als Auszeichnung, Privilegierung.
- Harter Trainingswille, körperliche Überlegenheit brachten zum Ziel

Athletisches Programm

Gymnischer Agon: Sprung, Wurf, Laufwettbewerbe, Kampfwettbewerbe, Pentathlon,

hippischer Agon: mit Pferden und Wagen oder als Reitwettbewerbe bekannte Austragungen (im Hippodrom)

literarischer, künstlerischer und musischer Agon:

Begriffe:

Ekecheiria: Waffenruhe während Agonen zu Anreise und Rückreise der Athleten

Helanodiken: Kampfrichter

Sieger: Homers Motto, das die gesamte agonistische, athletische und gymnastische Kultur der Hellenen prägte: „Immer der erste zu sein und überlegen den andern“, Sieg als Wichtigstes am athletischen Wettkampf, nicht die Teilnahme, wie es in der modernen olympischen Bewegung über die Motivation der Teilnehmer gesagt wird. Sinn des Wettkampfs ist der Sieg als höchster Triumph; Niederlage als grösste Schmach (2. Rang gilt ebenso als Niederlage wie der letzte Rang).

Altis und Zeustempel mit Zeusstatue: Altis als mit Bäumen bepflanzter Kultbezirk in dem sich der Zeustempel mit einer riesigen Zeusstatue (eines der sieben Weltwunder der Antike) befindet als Wahrzeichen des Gottes Zeus, denn niemand anders als Zeus, dem „Schlachtenlenker“, war der Sieg zu verdanken, ihm wurde deshalb geopfert, und ihm war auch der Sieg gewidmet.

Strafen: Stockschläge wurden ausgeteilt bei Regelverstössen (die Athleten müssen 4 Monate vor dem Wettkampf zum offiziellen Training gehen um ihre Tauglichkeit zu beweisen… inkl. Ernährung)

Teilnehmer und Zuschauer an den Spielen: Frauen sind nicht erlaubt (weder als Zuschauer noch als Athleten), Ausnahme: junge, unverheiratete Frauen

Zeitliche Einordnung

Die antiken olympischen Spiele wurden etwa zwischen 776 v. Chr. und 393 n. Chr. ausgetragen.

Spiele der Neuzeit

Entwicklung am Ende des 19. Jahrhunderts

- Pierre de Coubertin (Gründervater des modernen Olympismus)
- Er bringt die brillante Idee die olympischen Spiele wieder einzuführen
- 1894: Gründung eines IOC (13 Persönlichkeiten aus 12 Ländern)
- Beschluss zur Premiere in Athen 1896 (nur 2 Jahre! Heute reichen 7 Jahre knapp…)
- Finanzierungs- und Organisationsschwierigkeiten
- Versch. Geldgeber gefunden und Briefmarkensätze verkauft zur Finanzierung

Voraussetzungen von Coubertin, die die olympische Idee vorantrieben

- Coubertin:
- Baron – Finanzielle Mittel vorhanden
- Philosophiestudium, historisch, kulturell, pädagogisch, philosophisch gut gebildet
- Sehr sportlich (hat viele verschiedene Sportarten bereits betrieben)
- Moderne Transport- und Kommunikationsmittel
- Überzeugung der erzieherischen und moralischen Kraft des Sports
- Antike olympische Spiele als Vorbild und Orientierung
- Vorgänger der olympischen Spiele (z.B. Colswold Games)
- Krieg und Ungerechtigkeit auf aller Welt – Veränderung muss passieren!
- Starke, human gebildete Persönlichkeiten, die sich in „gegenseitiger Achtung“ fair und ritterlich begegnen.
- Die gegenseitige Achtung aber kann ohne Übertreibung von der Menschheit verlangt werden. (...) die Achtung jedoch wächst nur zwischen Menschen die sich kennen.
- Haager Friedenskonferenzen von 1899 und1907 in Den Haag. Beschluss zur Einberufung eines internationalen Gerichtshofs

Problematik der Amateurfrage im Zusammenhang mit der Entstehung der Spiele der Neuzeit

- Als Coubertin seine Idee der olympischen Spiele ein erstes Mal präsentiere, war keine grosse Begeisterung zu spüren
- Zu dieser Zeit war die Amateurfrage im Mittelpunkt vieler Diskussionen über Wettkämpfe
- Problem: Profis treten gegen Amateure an, wenn die Profis verlieren ist es eine Schande, worüber sie sich beschweren… (Für wen sollen Wettkämpfe stattfinden? Profis oder Amateure oder beide? – wird für die olympischen Spiele später auch wichtig!)
- Coubertin macht eine Versammlung, um dieses Problem zu klären, wobei er eigentlich beabsichtigt dort seine Idee nochmals vorzustellen, so hat er grossen Erfolg und alle sind begeistert von seiner Idee, was als Grundlage für die Wiedergeburt der Spiele dient
- Kurz danach: IOC gegründet

Philosophische Grundlagen des modernen Olympismus und heutige Bedeutung dieser Grundlagen

- Wichtiger Aspekt von „Segen oder Fluch?“
- Zwischen Krieg und Frieden: Athletik kann ein zweischneidiges Schwert von Gegenteilen sein – Krieg und Frieden auslösen
- Leidenschaft: Positiv (Zuschauerwelle, Fairness unter Wettkämpfer – jemandem etwas gönnen), negativ (Zidanes Kopfstoss, Schlägereien)
- Coubertin: Erziehung zu Internationalismus und Demokratie
- 4 philosophische Grundlagen der olympischen Spiele von Pierre de Coubertin:

1. „Religio athletae“: Olympismus ist eine Religion

- Ernsthaftigkeit des Sports (keine oberflächliche Lust)
- Disziplin des Körpers
- Erziehung (Nutzen des Sports, der Athletik)
- Grosse Erziehungaufgabe, die Menschen für Internationalismus und Demokratie reif zu machen, „den Körper von dem Zwang ungeregelter Leidenschaften freizumachen, denen er sich unter dem Vorwand persönlicher Freiheit hingab…“

2. Adel und Auslese

- Vollkommene Gleichheit
- Körperliche, bessere körperliche Vielseitigkeit und Trainingswille gelten als Überlegenheit
- Leistungs- und Rekordprinzip (Höher, weiter, stärker/schneller)
- Vorbildfunktion des Athleten
- Fairer, ritterlicher Wettkampf
- Für Zuschauer gelten die gleichen Regeln (Beifall sind nach Leistung und nicht nach nationaler Parteilichkeit zu vergeben!)

3. Burgfrieden

- 4-jähriger Rhythmus (Vierjahresfest des menschlichen Frühlings)
- Fest zu Ehren der männlichen Jugend
- Vorübergehendes Beenden aller Streitigkeiten, Meinungsverschiedenheiten und Missverständnisse
- Burgfrieden zu Ehren des Sports und einer besseren Zukunft

4. Schönheit durch Beteiligung der Kunst und des Geistes

- Musik, Dichtung, darstellende Kunst und Architektur sollen die Verbindung von Geist und Muskelkraft erbringen
- Geistig-kulturelle Rahmenveranstaltungen sollen Platz haben für die Geschichtsschreibung
- Völker sollen sich kennen (dadurch besser kennen…): Grundlage für Frieden
- Teilnehmer: olympischer Held: männlicher Erwachsener als Individuum (keine Frauen, keine Mannschaften) – nur Amateure (erst ab 1981 Professionals zugelassen)

Vieldeutigkeit des Olympismus mit 11 zentralen Werten nach Lenk in Bezug auf den historischen und aktuellen olympischen Sport

- 11 zentrale Werte nach Lenk:

1. Kultisch-religiöse Feier (Religio athletae)
2. Künstlerische und geistige Gestaltung
3. Idee der Elite und Chancengleichheit (Adel und Auslese)
4. Höchstleistung und Wettkampf
5. Fairplay und Ritterlichkeit
6. Idee des Burgfriedens und des 4-jährigen Rhythmus
7. Internationalität – Idee der Völkerverständigung
8. Gemeinschaft aller Sportarten
9. Der Amateurgedanke
10. Olympische Unabhängigkeit (v.a. des IOC)
11. Antikes Vorbild des modernen olympischen Sports

- Einige Aspekte heute sicher nicht mehr zentral, aktuell bzw. in Frage gestellt (kultisch-religiöse Feier, künstlerische Gestaltung, Idee des Burgfriedens – utopisch, Ritterlichkeit(?), Amateurgedanke, Unabhängigkeit des IOC (?), antikes Vorbild (?))

Aspekte mit Beispielen kennen:

Wirtschaftliche Bedeutung (Gigantismus): Olympische Spiele bringen Prestige, Geld und vieles mehr ein, so ist es ein dauernder Konkurrenzkampf zwischen verschiedenen Ländern, Grenzen von „gross“ wurden überschritten (z.B. Sochi 2014: Gigantismus oder Berlin 1936: NS)

Olympische Spiele und (Welt-)Politik: Coubertin wollte ursprünglich, dass der Sport nicht in direkte Berührung kommt mit der Politik, wollte aber, dass der Sport den Weltfrieden ermöglicht, woran er mit seiner Idee in vielen Fällen gescheitert ist (z.B. Nazideutschland Berlin 1936 – Deutschland verkörpert einen freundlichen Staat, der es gut meint und kann so Vertrauen aufbauen gegenüber anderen Grossstaaten, um dann Schandtaten zu begehen…)

Streben nach Rekorden: Leistungs- und Rekordprinzip ist und bleibt sehr zentral… Messbare Leistungen werden angestrebt, können als Leistungsziele bestehen, jeder will in die Geschichtsbücher eingetragen werden mit einem olympischen Rekord

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Details

Seiten
5
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668196988
Dateigröße
438 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v320517
Note
5.7 (Schweiz)
Schlagworte
wichtigste geschichte spiele eine übersicht stichpunkten

Autor

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