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Anwendungsmöglichkeiten der kognitiven Verhaltenstherapie im Coaching

Seminararbeit 2016 17 Seiten

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Ausgangslage und Zielsetzung
1.2 Methodik und Aufbau der Arbeit

2 Die kognitive Verhaltenstherapie
2.1 Begriffsdefinition kognitive Verhaltenstherapie
2.2 Die Entstehung der Theorie
2.3 Grundannahme
2.4 Kerngedanke
2.5 Die Kognitionen in der Verhaltenstherapie
2.6 Merkmale der kognitiven Verhaltenstherapie
2.7 Bedeutende Vertreter der Kognitive Verhaltenstherapie
2.7.1 Die Rational-Emotive Therapie
2.7.2 Die kognitive Verhaltenstherapie
2.7.3 Selbstinstruktionstherapie

3 Abgrenzung der Psychotherapie und des Coaching
3.1 Begriffsdefinition Coaching
3.2 Psychotherapeutischeansätze im Coaching

4 Anwendungsmöglichkeiten der kognitiven Verhaltenstherapie im Coaching
4.1 Übertragbarkeit der Methoden und Techniken im Coaching
4.2 Rekonstruktionen
4.3 Cooling down
4.4 Verhaltensmuster durchbrechen

5 Fazit
5.1 Zusammenfassung
5.2 Ausblick

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Ausgangslage und Zielsetzung

Kein Ereignis hat irgendeine Macht über mich, außer der, die ich ihm in meinen Gedanken gebe. (Anthony Rob- bins) Es gibt viele Interpretationsmöglichkeiten dieses Zitates, dennoch erscheint einem in Gedanken der Satz: Genieße das Leben und halte dich nicht mit negativen Ballast auf. Dennoch gibt es unterschiedliche Vorstellun- gen, Gedanken, Erlebnisse und Verhalten die jeder Mensch für sich in seiner Umwelt selbsterlebt. Von Bedeu- tung ist es sich negative Erlebnisse als positiven Lerneffekt anzusehen und diese nicht in Angst, Ärger oder so- gar in Depressionen umzuwandeln. In der heutigen schnelllebigen Zeit, die durch Leistungsdruck und Existenz- ängste geprägt ist, werden immer mehr Menschen ein Opfer ihrer eigenen selbstzweifelnden Gedanken. Es ist normal sich ab und zu Gedanken darüber zu machen, dennoch sollten sich negative Gefühle zu keinem negativen Verhaltensmuster gegenüber einem selbst und seiner Umwelt entwickeln. Mit Hilfe der inneren Einstellung können Situationen die beim ersten erleben unangenehmen erscheinen in positive Erfahrungen umgewandelt werden. Jedoch gibt es immer weniger Menschen die eine direkte Konfrontation mit ihrem inneren Selbst su- chen, da es bequemer und viel einfacher ist sich über Dinge oder andere Personen zu beschweren, als an seinen eigene Fehlern zu arbeiten und negative Eigenschaften in eine positive Richtung zu lenken.

1.2 Methodik und Aufbau der Arbeit

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Analyse und Beurteilung kognitiver Verhaltenstherapien in Verbindung mit dem Personalentwicklungsinstrument Coaching. Zudem werden drei Anwendungsmöglichkeiten im Coaching aufgezeigt.

Zu Beginn werden die theoretischen Grundlagen der kognitiven Verhaltenstherapie kurz vorgestellt. Dazu gehört der geschichtlicher Hintergrund, Grundannahme, Kerngedanke, Merkmale sowie die Beutenden Vertreter und die jeweils dazu passenden Verhaltenstheorien erklärt. Der Begriff Coaching und die Abgrenzung zur Psychotherapie wird im Anschluss kurz angerissen um ein zusammenhängendes Verständnis zu schaffen.

Anschießend werden drei Anwendungsmöglichkeiten im Coaching aufgeführt, die mit Techniken aus der kognitiven Verhaltenstherapie verbunden werden können, jedoch immer im Hinblick auf den betrieblichen Kontext. Der Transfer und die Wirksamkeit sind lediglich Handlungsempfehlungen und garantieren keine erfolgsversprechende Anwendung für die Lösung von Problemstellungen.

2 Die kognitive Verhaltenstherapie

2.1 Begriffsdefinition kognitive Verhaltenstherapie

Einer der weit verbreiteten integrativsten Therapieformen in der Psychologie ist die kognitive Verhaltensthera- pie. Dabei werden die Techniken der kognitiven Therapie wie zum Beispiel die Veränderung der selbst abwer- tenden Gedankenmuster, mit den Techniken der Verhaltenstherapie zum Beispiel Verhaltensänderung, kombi- niert. Hierbei werden nicht nur die störungsspezifischen Behandlungen betrachtet, sondern auch die Bearbeitung persönlicher Bedingungsfaktoren erfolgt. (http://lexikon.stangl.eu/3928/kognitive-verhaltenstherapie/) Je nach- dem welches Problem, welche Erkrankung oder Störung behandelt werden soll, wird danach eine sinnvolle Be- handlungsmethode aus beiden Ansätzen eingesetzt. (vgl. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesund- heitswesen 2012.)

2.2 Die Entstehung der Theorie

Die ersten Arbeiten zur kognitiven Verhaltenstherapie erschienen Ende der 50er Jahre. Diese ist aus der experi- mentellen Psychologie heraus entstanden und zeigt bis dato eine Reihe von vielfältigen Methoden auf. Die ersten verhaltenstherapeutischen Theorien erfolgten auf den Grundlagen von Iwan P. Pawlow, mit seinem Prinzip der klassischen Konditionierung sowie von John B. Watson, der Begründer des Behaviorismus und die so genannte Reiz-Reaktions-Psychologie. Die „Kognitiven Wende“ Anfang der 70er Jahre war die ursprüngliche Geburts- stunde der Verhaltenstherapie. Dabei fließen in die verhaltenstherapeutischen Konzepte mehrere Psychologische Ansätze aus der Lerntheorie, der Motivations-, Kognitions-, Sozial-, Entwicklungs- und Persönlichkeitspsycho- logie ein. Einige namhafte Verhaltenstherapeuten waren an diesem Paradigmenwechsel maßgeblich beteiligt:

- Bandura mit dem Modelllernen
- Meichenbaum mit seinem Selbstinstruktionstraining
- Lazarus mit der multimodale Therapie
- Kanfer die Theorie zur Selbstregulation
- Ellis die rational-emotive Therapie sowie
- Mahoney (vgl. J. Hoppe 2006)

Aufgrund der verschiedenen Sichtweisen sowie der Nutzung verschiedener Ansätze der Verhaltenstherapie findet eine stetige Weiterentwicklung statt.

2.3 Grundannahme

In den zahlreichen Literaturwerken zur kognitiven Verhaltenstherapie wird immer wieder der römische Philo- soph Epiktet zitiert, der damit den Grundgedanken der Therapie verkörpert: „Nicht die Dinge beunruhigen den Menschen, sondern der Mensch beunruhigt sich über die Geschehnisse.“ Der Mensch interpretiert und bewertet verschiedenen Ereignisse sowie auch Verhaltensweisen vom anderen Menschen auf seine eigne Art und Weise. Dadurch kommt es automatisch zu einer Bewertung, die diese verschiedenen Ereignisse für ihn greifbar sowie logisch erscheinen lassen, diese führen zu Psychologischen Veränderungen und die damit resultierende Verhal- tensweisen. (vgl. J. Hoppe 2006) Die Grundannahme der Therapie ist aber immer dieselbe: Was wir denken, wie wir uns fühlen und wie wir uns verhalten, hängt eng miteinander zusammen - und alle diese Faktoren haben einen entscheidenden Einfluss auf unser Wohlbefinden. (vgl. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Ge- sundheitswesen 2012)

2.4 Kerngedanke

Von zentraler Bedeutung bei der kognitiven Verhaltenstherapie ist es, dass aktuelle Verhalten sowie die Sicht- weise des zu behandelnden Menschen zu untersuchen und bei Bedarf zu verändern. Die Grundpfeiler der Thera- pie stammt aus dem Behaviorismus, welches die Theorie des menschlichen Verhaltens widerspiegelt. Dabei wird das Verhalten des Menschen durch lernen geformt, die dieser zuvor durch gesetzte Regeln und Erfahrungen aus seinem Leben gewonnen hat. Durch solche Lernerfahrungen können psychische Störungen hervorgehen, die durch verhaltenstechnische Interventionen wieder verlernt werden können. Aufgrund dieser Erkenntnisse ist ein wesentliches Kennzeichen der verhaltenstherapeutischen Verfahren, den Betroffenen zur Selbsthilfe anzuleiten und ihm Strategien zu vermitteln, die ihn in die Lage versetzen, seinen psychischen Problemen entgegen zu treten. (vgl. DocCheck 2016)

2.5 Die Kognitionen in der Verhaltenstherapie

Im Mittelpunkt stehen die Kognitionen, darunter fallen alle Prozesse der Wahrnehmung und des Denkens, durch welche innere und äußere Inputs transformiert, reduziert, elaboriert, gespeichert, wieder erkannt und verwertet werden. (Neisser 1974, Hautzinger 1993). Diese werden bei Klienten bewusst gemacht, überprüft sowie korri- giert, um diese durch rationalere und positive Verhaltens- und Denkmuster zu ersetzen. Einzigartig bei den ko- gnitiven Methoden ist die Betrachtung der Gegenwart, um heraus zu filtern welche Einstellungen zu den vorhan- den Problemen geführt hat und wie diese verbessert werden können. (vgl. M. Klesper 2016) Davon ausgehend hat der Mensch drei wichtige Systeme in allen Lebenssituationen die stetig im Prozess sind:

- Das körperlich-emotionale System

Im Körper laufen ständig komplizierte Prozesse ab, die bei psychischen Problemen von großer Bedeutung sind, weil sie ein wichtiger Bestandteil unserer Gefühle und Emotionen sind. Zum Beispiel: Beschleunigung oder Verlangsamung des Herzschlags.

- Das gedanken- oder kognitive System

Menschen bewerten ständig jede Situation und verknüpfen diese mit Erinnerungen an frühere Erfahrungen und hegen Erwartungen bezüglich der Zukunft. Daraus Folgen Prinzipien, Normen und Einstellungen, die das Verhalten maßgeblich mitbestimmen.

- Das motorische System

Bewegen, reagieren, handeln sowie etwas unternehmen oder zu anderen sprechen. (N. Hoffmann 1995, S. 8 ff)

2.6 Merkmale der kognitiven Verhaltenstherapie

Die Ängste und Depressionen hinter sich lassen und seine Stärken neu erlernen, seine Fähigkeiten ausbauen um diese bei der Bewältigung seines Lebens besser einzusetzen. Der Ausgangspunkt jeder kognitiven Verhaltenstherapie ist die aktuelle Problemsituation des Klienten zu erfassen. Jeder Mensch ist in sich ein Individuum mit seinen Eigenarten, Problemen und Schwächen, aber auch mit seinen Fähigkeiten und seinen Stärken. Dennoch gibt es in der kognitiven Verhaltenstherapie ein bestimmtes methodisches Vorgehen. Es gibt sieben Merkmale nach denen sich die Theorie orientiert:

- Verhaltenstherapie ist auf den einzelnen Menschen ausgereichten.

Die Vergangenheit, die Gegenwart sowie die Zukunft sind wichtige Einflüsse des Menschen, diese spiegeln sich im jetzigen Verhalten wider und wirkt sich aktiv in die Umwelt des jeweiligen Menschen mit ein. Deshalb orien- tiert sich die Therapie an den einzigartigen Bedingungen in der sich der Klient befindet. Demzufolge gibt es kein routiniertes mechanischen Vorgehen in der kognitiven Verhaltenstherapie. (vgl. N. Hoffmann 1995, S. 18)

- Verhaltenstherapie geht schrittweise vor.

Durch den langsam voranschreitenden Umlernprozess ist es wichtig schrittweise Vorzugehen. Die Priorisierung liegt dabei vom einfachen zum schwierigen Veränderungsprozess. Hauptziel ist es den Klienten nicht zu überfordern sowie die Stärkung des Selbstbewusstseins durch bereits erbrachte Leistungen zu erlangen.

- Verhaltenstherapie ist für den Patienten durchschaubar und einsichtig.

Der Klient und der Therapeut sind während der gesamten Therapie auf Augenhöhe, dass bedeutet eine Transparenz über jede Problemdefinition, Zielsetzung und Auswahl der jeweiligen Methoden zur Bewältigung. In den zahlreichen Literaturwerken wird auch vom „Wissenschaftler für die eigene Person“ gesprochen. Der Klient soll ein immer besserer Problemlöser werden der zu seinem und zum Nutzen anderer in der Lage ist, seine Lebenssituation zu durchschauen und zu bewältigen. (vgl. N. Hoffmann 1995, S. 18-19)

- Verhaltenstherapie aktiviert den Patienten.

Grundanliegen in der Verhaltenstherapie ist die Aktivierung des Klienten, damit dieser seine Fertigkeiten und Stärken zu seinem Nutzen selbstständig aufbauen kann. Generell werden therapeutische Ansätze mit einer Art Reparaturbedürfnis assoziiert. Doch in die Verhaltenstherapie setzt von Anfang an auf Selbstständigkeit des Klienten und der Therapeut nimmt dabei lediglich eine beratende Stellung ein. (vgl. N. Hoffmann 1995, S. 19)

- Verhaltenstherapie orientiert sich an der Psychologie als Wissenschaft.

Wie schon im oberen Kapitel erklärt, orientiert sich die Verhaltenstherapie an Theorien und Prinzipien der experimentellen Psychologie, besonders im Hinblick auf das Seelenleben des Menschen. Grundgerüst sind die Lerntheorien, die kognitive Psychologie uns die Emotionspsychologie und deren Untersuchung vom menschlichen Verhalten unter Einfluss verschiedener Bedingungen. (vgl. ebenda, S. 20)

- Verhaltenstherapie greift auf bewährte Verfahren zurück.

Es gibt zahlreiche Methoden und Therapien die für jeden Menschen individuell anwendbar ist, dennoch ist das Hauptziel eine positive Wirkung zu belegen. Hier kommt es darauf an die Nützlichkeit der Therapie hinreichend abzusichern. (vgl. ebenda, S. 21)

- Verhaltenstherapie respektiert die Eigenart des Menschen.

Grundgedanke ist und soll es auch während der gesamten Zeit über bleiben, dass der Mensch ein autonomes Individuum ist, dessen Persönlichkeit zu respektieren ist. (vgl. ebenda, S. 22)

2.7 Bedeutende Vertreter der Kognitive Verhaltenstherapie

Die Hauptvertreter der kognitiven Verhaltenstherapie sind die Psychologen Albert Ellis und Aaron T. Beck. Der Grundgedanke der jeweiligen Theorien ist, dass die persönliche Interpretation verschiedener Reize die Qualität der Empfindungen bestimmt. Das bedeutet der Klient befindet sich in einer irrationalen, realitätsfernen oder sogar falschen Weise über seine Umwelt denken und dadurch als krank zu bezeichnende Gefühle und Verhal- tensweisen entwickelt. (H. H. Stavemann 1995) Laut Ellis und Beck gilt der Mensch als ein vernunftbegabtes Wesen, welches seine Art und Weise der Gedankenführung verändern kann. Des Weiteren besteht der Mensch aus mehreren Persönlichkeitsanteilen, die es zu verdeutlichen gilt. Auf diesem Hintergrund bemächtigt sich die Verhaltenstherapie verschiedenster Methoden, die drei wohl bekanntesten Methoden werden in den folgenden Kapitel detailliert beschrieben sowie erläutert. Eine detaillierte Handlungsempfehlung zu den jeweiligen Metho- den der kognitiven Verhaltenstherapie werden im Kapitel Übertragbarkeit im betrieblichen Kontext aufgeführt. (vgl. J. Hoppe 2006)

2.7.1 Die Rational-Emotive Therapie

Albert Ellis ist bis heute einer der Pioniere der kognitiven Verhaltenstherapie und veröffentlichte sein Meister- werk über die Rational-Emotive Verhaltenstherapie im Jahre 1957. Die Theorie beruht auf der Annahme, dass Menschen auf verschiedene Weise bestimmte Situationen und Erlebnisse wahrnehmen. Zudem nimmt jeder Mensch die Realität des Erlebnisses unterschiedlich wahr, da diese stark abhängig von ihren Gefühlen und ihrer Verhaltensweise ist. (vgl. Bleibtreu 2015) Nicht die vergangenen Erfahrungen schädigen den Menschen, sondern die unrealistischen und übermäßig fordernden Interpretationen dieser Erfahrungen. Die Theorie befasst sich ausschließlich mit der Reaktion des Klienten auf seine eigenen Lebenserfahrungen. Das bedeutet, dem Klienten, werden die zahlreichen Zusammenhänge von Problemen, Überzeugungen, Verhalten aufgezeigt, sodass diese auch nachvollziehbar und verständlich sind. Zusammenfassend wird der Klient von einer irrationalen Lebens-

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Details

Seiten
17
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668198005
ISBN (Buch)
9783668198012
Dateigröße
626 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v320407
Note
1,7
Schlagworte
Coaching Training Verhaltenstehrapie kognitive Verhaltenstehrapie Alber Ellis Aaron Beck

Autor

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