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Der Bergbau in den 1920er Jahren. Die Rationalisierung des Zeche Zollvereins

von J. C. (Autor)

Hausarbeit 2016 9 Seiten

Ingenieurwissenschaften - Bergbau

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärung

3. Zeche Zollverein
3.1. Rationalisierung: Ausbau
3.2. Rationalisierung: Nebenproduktgewinnung
3.3. Rationalisierung: Technik

4. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Schon kurz nach ihrer Inbetriebnahme am 1.Februar 1932 galt die Anlage Zollverein als die schönste Steinkohlenzeche der Welt.“[1]

Die vorliegende Hausarbeit thematisiert die Rationalisierung im Bergbau am Beispiel der Zeche Zollverein, die nicht nur als schönste Steinkohlenzeche[2], sondern auch als leistungsfähigste Schachtanlage[3] der Welt kennzeichnend ist.

Die Hausarbeit ist in vier Teile unterteilt. Zunächst soll eine Begriffserklärung zur Rationalisierung als Hintergrundinformation dienen, um im Anschluss die Rationalisierung am Beispiel der Zeche Zollverein zu skizzieren. Hierbei wird zunächst ein grober historischer Kontext gegeben und anschließend die Rationalisierung in den Bereichen Ausbau, Nebenproduktgewinnung und Technik der Zeche Zollverein dargestellt.

Abschließend wird ein Fazit auf Basis der Bearbeitung gezogen.

2. Begriffserklärung

Im Folgenden soll eine Begriffserklärung zur „Rationalisierung“ zum Verständnis und als Hintergrundinformation skizziert werden, um im Anschluss auf die Rationalisierung im Bergbau zu Beginn des 20. Jahrhunderts einzugehen.

„Durch Rationalisierung wird die Effizienz der Produktion gesteigert, d.h. mit gleichem Mitteleinsatz wird mehr erzeugt, oder es wird gleich viel mit weniger Mitteleinsatz hergestellt.“[4]

Dieser Lexikoneintrag zeigt deutlich, dass es um Steigerung der Produktion geht und er deutet bereits an, dass es sich hierbei um Maschinen handeln könnte, welche im Laufe der Zeit die Handarbeit zu großen Teilen ersetzen wird. Darauf soll jedoch an anderer Stelle erneut eingegangen werden.

Eine weitere Erklärung für den Begriff Rationalisierung, welche sich auf die Herkunft des Wortes aus dem Lateinischen bezieht, lautet wie folgt:

„Rationalisierung, von lat. Ratio: Rechnung, Berechnung, Erwägung, Überlegung, Vernunft, Denkvermögen, bedeutet hier ganz allgemein die vernünftigere, zweckmäßigere und wirtschaftlich effizientere Gestaltung.“[5]

Wie dies genau zu verstehen ist und in welchem Kontext dies deutlich gemacht werden kann, soll nun an einem konkreten Beispiel, nämlich anhand der Zeche Zollverein, analysiert und dargestellt werden.

3. Zeche Zollverein

„Fast hundertvierzig Jahre, von 1847 bis 1986, wird auf der Zeche Zollverein Kohle gefördert – diese Zeitspanne markiert im Ruhrgebiet den Anfang und das Ende des Industriezeitalters.“[6]

Die Zeche Zollverein gilt als „Wunderwerk der Rationalisierung“[7] und ist nicht zuletzt deswegen ein anschauliches Beispiel für die Rationalisierung im Bergbau.

Gründungsjahr der Zeche Zollverein war das Jahr 1847.[8] Der Kaufmann und Industriepionier Franz Haniel erhielt, nach Erfolg versprechenden Probebohrungen, die Berechtigung in den Markschneiden eines 13 Quadratkilometer großen Grubenfeldes Bergbau zu betreiben.[9]

„Zwischen 1847 und 1986 wurden insgesamt 220 Mio. Tonnen Kohle abgebaut, über und unter Tage waren bis zu 8000 Bergleute im Schichtwechsel beschäftigt.“[10]

1851 betrug die tägliche Fördermenge ca. 300t pro Tag, was jedoch im selben Jahr allmählich auf 1400t pro Tag anstieg.[11]

Zollverein bestand zu Beginn des Ersten Weltkriegs aus vier selbständig betriebenen Schachtanlagen: Schacht 1/2/8, Schacht 3/7/10, Schacht 4/5/11 und Schacht 6/9.[12]

Interessant für die Rationalisierung des Bergbaus ist der Bau des Schacht XII. Warum dies von großer Bedeutung ist, wird im Folgenden skizziert.

3.1. Rationalisierung: Ausbau

Interessant in Bezug auf die Rationalisierung der Zeche Zollverein ist ihr Ausbau über die Jahrzehnte hinweg.

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs bestand Zollverein, wie bereits erwähnt, aus vier selbstständig betriebenen Schachtanlagen, welche bei Kriegsende veraltet waren und nur noch notdürftig instandgehalten wurden.[13]

Als 1920 die Phoenix AG, eine der großen Hüttenzechen des Ruhrgebiets, die Gesamtanlage Zollverein als Kohlen- und Koksgrundlage für ihre Hüttenbetriebe übernahm, standen umfangreiche Investitionen an.[14] Zunächst wurde lediglich Schacht 11 erneuert und erst 1926, mit der Eingliederung der Phoenix AG in die neu gegründete Vereinigte Stahlwerke AG, boten sich neue Möglichkeiten.[15]

Mit der Errichtung (1928-1932) einer Verbundanlage (Zollverein 12) mit einer einzigen Zentralfördereinrichtung, die die durchschnittliche Tagesförderung von ca. 8000t aller vier Zollvereins-Gruben nicht nur übernehmen, sondern mit 12000t Tagesförderung steigern sollte, erfolgte ein wahrer „Rationalisierungsrausch“.[16]

Dieser Bau wurde mit den Zielen der Mechanisierung, Verknüpfung, Versteigerung und Beschleunigung der Produktionsabläufe verbunden.[17] Das bedeutet ebenfalls die Einsparung von Personal durch Einsatz von Technik und Optimierung der Produktionsabläufe.[18]

[...]


[1] Laufer, Ulrike: Weltkulturerbe Zollverein. Drei Rundgänge zu Bergbau, Design und Kunst, Köln 2006, S. 8.

[2] Ebd. S.8.

[3] Jelich, Franz-Josef (Hrsg.): Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur: Welterbe Industrielle Kulturlandschaft der Zeche Zollverein. Die Schachtanlagen, Essen 2002, S. 19.

[4] Happe, Volker / Horn, Gustav / Otto, Kim: Das Wirtschaftslexikon. Begriffe, Zahlen, Zusammenhänge, Bonn 2009, S.239.

[5] Bockemühl, Michael / Van den Berg, Jörg / Van den Berg, Karen: Zeche Zollverein Schacht XII in Essen. Gebauter Gedanke, Huberta de la Chevallerie, Ostfildern 1997, S.13.

[6] Engelskirchen, Lutz: Zeche Zollverein Schacht XII Museumsführer, Essen 2000, S. 8.

[7] Bösch, Delia: Ruhrgebiet. Entdeckungsreise Industriekultur, Essen 2008, S. 12.

[8] Ebd. S. 15.

[9] Vgl. ebd. S. 15.

[10] Ebd. S. 15.

[11] Vgl. Bockemühl, Michael / Van den Berg, Jörg / Van den Berg, Karen: Zeche Zollverein Schacht XII in Essen. Gebauter Gedanke, Huberta de la Chevallerie, Ostfildern 1997, S. 67.

[12] Vgl. ebd. S. 13.

[13] Vgl. Bockemühl, Michael / Van den Berg, Jörg / Van den Berg, Karen: Zeche Zollverein Schacht XII in Essen. Gebauter Gedanke, Huberta de la Chevallerie, Ostfildern 1997, S. 13.

[14] Vgl. ebd. S. 13.

[15] Vgl. ebd. S. 13-14.

[16] Vgl. ebd. S. 14.

[17] Vgl. Krau, Ingrid: Die städtebauliche Dimension der Zentralschachtanlage Zollverein 12. In: Busch, Wilhelm / Scheer, Thorsten (Hgg.): Symmetrie und Symbol. Die Industriearchitektur von Fritz Schupp und Martin Kremmer, Köln 2002, S. 82.

[18] Vgl. Engelskirchen, Lutz: Zeche Zollverein Schacht XII Museumsführer, Essen 2000, S. 10.

Details

Seiten
9
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668200166
ISBN (Buch)
9783668200173
Dateigröße
477 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v320217
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum – Geschichte
Schlagworte
zeche zeche zollverein bergbau ruhrgebiet rationalisierung 20er jahre technik nebenproduktgewinnung

Autor

  • J. C. (Autor)

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